j - TU Dresden

Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Einführung in die
Verkehrsnachfragemodellierung
Foliensammlung zur Vorlesung im
Modul BIW 2-07 „Verkehrsinfrastrukturplanung “
PD Dr.-Ing. habil. Christian Schiller
Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
www.TVP-Dresden.de
TU Dresden, 2013
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanung und Verkehrsmodelle
„Praxis ohne Theorie ist blind,
Theorie ohne Praxis ist leer.“
frei nach Immanuel Kant
deutscher Philosoph der Aufklärung
Quelle: www.phil.uni-passau.de
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanung und Verkehrsmodelle
Quelle: Wegener
Folie 3
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanung und Verkehrsmodelle
Quelle: FGSV
Folie 4
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanung und Verkehrsmodelle
- strategische Verkehrsnachfragemodell versuchen alle relevanten Entscheidungsprozesse der Menschen nachzubilden, die zu
Ortsveränderungen führen
- auf diese Entscheidungen wirken personenbezogene und externe
Einflussfaktoren
Folie 5
Quelle: FRIEDRICH
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanung und Verkehrsmodelle
Folie 6
Quelle: FRIEDRICH
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Ergebnisse von Verkehrsmodellen
- strategische Verkehrsnachfragemodelle werden eingesetzt, um
vorhandene Zustände in einem Verkehrsnetz zu rekonstruieren
und die Wirkungen zukünftiger und geplanter verkehrlicher
Maßnahmen abzuschätzen
- um Wirkungen zu quantifizieren und spezifische Kenngrößen zu
bewerten
- Kenngrößen werden von Verkehrsingenieuren (als Entscheidungsvorbereiter) und Politikern (als Entscheider) für eine große Bandbreite von Einsatzbereichen benötigt
- aus den Einsatzbereichen ergeben sich Anforderungen an die
Modellbildung und damit auch an den Aufwand für die
Modellerstellung
Folie 7
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanerische Modelle und Methoden
- Analyse
- empirische Untersuchung (mit wissenschaftlicher Methodik) des
relevanten Gesamtsystems des Untersuchungsgebietes
- Datensammlung auf allen Ebenen des Gesamtsystems
- Bewertung des Verkehrssystems im Ganzen sowie im Detail
(Quantität, Qualität, Reserven, ...)
- Suchen nach Zusammenhängen, Gründen, ...
- Modelle, die der Prognoseuntersuchung dienen können
- Parameteruntersuchungen, Kennziffern
- Erfahrungen, Entwicklungsmöglichkeiten, Grenzen, Freiräume,
Zielsuche, Bewertungen, Motivationen, Haltungen
Folie 8
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanerische Modelle und Methoden
- Analyse
Folie 9
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanerische Modelle und Methoden
- Prognose
- Voraussage des zukünftig unter zu definierenden Rahmenbedingungen zu erwartenden Verkehrsgeschehens mit wissenschaftlich
begründeten Verfahren (Modellen)
- in der Regel am Analysefall (NULL-Fall) erprobt
- Beachtung von Varianten-/Szenario-Berechnungen, wobei die
inneren und/oder die äußeren Rahmenbedingungen variabel sein
können
Folie 10
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanerische Modelle und Methoden
- Prognose
Folie 11
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanerische Modelle und Methoden
- Therapie
- konkrete planerische Gestaltungsvorschläge aus
- umfassenden analytischen Kenntnissen des Untersuchungsgegenstandes
- durch Prognoseuntersuchungen zu erwartendes Verkehrsgeschehen
- generellen, aktuellen Ziel- und Wertvorstellungen
- Gestaltungsvorschläge werden im Rahmen der Gesamtuntersuchungen "erprobt" und bewertet
- Rückkopplungen mit erneuten und ergänzenden Untersuchungen
sind grundsätzlich Bestandteil einer komplexen Planung
Folie 12
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanerische Modelle und Methoden
- Therapie
Folie 13
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanerische Modelle und Methoden
Jede Methode und jedes Modell sollte auf dem Prinzip "Analyse Prognose – Therapie" beruhen!
Die Methoden und Modelle durchdringen einander und bedingen
sich gegenseitig !
Folie 14
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsplanerische Modelle und Methoden
- grundlegender Ablauf der Verkehrsmodellierung
Raumstrukturdaten
Verkehrsnachfrage
Verkehrsdaten
nein
Aktivitätenwahl
Zielwahl
Aufwände
Moduswahl
Routenwahl
? Gleichgewicht ?
Verkehrsangebot
? Gleichgewicht ?
Belastung mit Fahrten
ja
Ende
Netzmodell
Start
Verkehrsnetzdaten
Folie 15
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Analysen
- für (Raum-, Stadt- und) Verkehrsplanungen ist eine gründliche
Kenntnis der vorhandenen Situation unerlässlich
- ohne Kenntnis des Ist-Zustandes ist keine Prognoseaussage
möglich
- für Verkehrsangebots- und Verkehrsnachfragemodellierungen
sind 3 grundlegende Analysen relevant:
- Verkehrsnetzanalyse
- Raum- und Siedlungsstrukturanalyse
- Verkehrsanalyse
Folie 16
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Verkehrsangebotsmodellierung
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsangebot
- Ökonomie: Angebot ist die Menge jeder Art von Gütern oder
Leistungen, die quantitative und qualitative Merkmale besitzen
- Übertragung auf Verkehrsplanung: Verkehrsangebot bildet die
gesamte Verkehrsinfrastruktur mit ihren Eigenschafen ab
- das Verkehrsangebot ist unmittelbares Planungsobjekt der Verkehrsplanung!
- mathematische Modelle sind ein problembezogenes Abbild
eines Systems
- reale Systeme sind allerdings oft zu komplex
- dann wird das reale System auf die wesentlichen (manchmal auch
auf die am besten fassbaren) Elemente und Wechselwirkungen
reduziert
- das Modell wird als Stellvertreter des Systems begreifbar und
wissenschaftlich diskutierbar
Folie 18
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsangebot (Netzmodell)
- Verkehrsangebotsmodelle bilden demzufolge die Verkehrsnetze der Verkehrsarten mit ihren spezifischen Eigenschaften
ab
- elementarer Bestandteil eines Verkehrsangebotsmodells ist das
Netzmodell
- bildet die räumliche und zeitliche Struktur des Verkehrsangebots
für den Untersuchungsraum ab
- seiner Darstellung (in Form von Netzmodellen für die einzelnen
Verkehrsmittel) kommt somit besondere Bedeutung zu
- weitere Bestandteile von Verkehrsangebotsmodellen können
sein
- Nachfragedaten (z.B. Strukturdaten, sVA, ER)
- berechnete Ergebnisse (z.B. Streckenbelastungen, gefundene
Routen)
Folie 19
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsangebot (Netzmodell)
- Netzmerkmale freier Strecken
-
Länge
freie bzw. zulässige Geschwindigkeit
Kapazität (aus Spurenanzahl, Streckentyp etc.)
zulässige Verkehrssysteme
gerichtet/ungerichtet
- ist das zugeordnete Knotenpaar einer Strecke geordnet, so wird
das Kantenelement als gerichtet bezeichnet (Kanten besitzen
einen Richtungssinn)
- ist das zugeordnete Knotenpaar ungeordnet, werden die Kanten
als ungerichtet bezeichnet
Folie 20
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsangebot (Netzmodell)
- Netzmerkmale Knotenstrecken
- Länge, Geschwindigkeit, Kapazität, Verkehrssysteme
- Straßenknoten ohne Auflösung (keine gesonderten Eingabedaten
erforderlich)
- Rechts-vor-Links-Knoten (Matrix der Knotenstrecken für erlaubte
Abbiegebeziehungen)
- Knoten mit Vorfahrtregelung (Matrix der Knotenstrecken,
Spuraufteilung, Ordnung der Knotenstrecken)
- Knoten mit Lichtsignalisierung (Matrix der Knotenstrecken,
Spuraufteilung, Phasenablaufplan, Periodendauer,
Grünzeitaufteilung)
Folie 21
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsangebot (Netzmodell)
- Netzmerkmale von Verkehrszellen
- Verkehrszellen beschreiben die Lage von Orten, Teilorten und
Nutzungen
- sie sind flächige Objekte, deren Größe je nach Detaillierungsgrad
variieren kann
- sie stellen Quelle und Ziel von Ortsveränderungen dar
- im Angebotsmodell wird eine Verkehrszelle auf einen
Zellenschwerpunkt reduziert, über den die Fahrten einer
Verkehrsstrommatrix in das Verkehrsnetz eingespeist werden
- Verkehrszellen werden Strukturdaten zugeordnet (Raum- und
Siedlungsstrukturanalyse)
Folie 22
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsangebot (CR-Funktion)
- Differenzierung der Streckenelemente dient zur Zuordnung der
typischen Streckenmerkmale bezüglich der einzelnen Verkehrssysteme
- vor allem zur Ermittlung der Fahr- und Wartezeiten
- zwei grundsätzliche Varianten der Netzmodellierung
- Verfahren mit konstanten Streckenaufwänden
- Verfahren mit variablen Streckenaufwänden
Folie 23
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Verkehrsangebot (CR-Funktion)
- Verkehrsangebot mit variablen Streckenaufwänden/CRFunktionen
1,50
1,00
Sättigungsgrad SG
1,3
1,1
Folie 24
1,0
0,9
0,8
0,7
0,6
0,5
0,4
0,3
0,2
0,1
0,00
1,2
0,50
0,0
tM = f (M ,C )
Fahr‐ bzw. Wartezeit TM
- Fahr- und Wartezeit sind i.d.R. wesentlicher Aufwand der Strecken
des Verkehrsangebotsmodells (mit anschl. Bewertung)
- Ermittlung dieser Größen innerhalb des Verfahrens der
Verkehrsnetzberechnung
5,00
- CR-Funktionen beschreiben
4,50
den Zusammenhang von Fahr4,00
bzw. Wartezeiten tM in Ab3,50
hängigkeit der Belegung bzw.
3,00
Verkehrsstärke M und der
2,50
jeweiligen Kapazität C des
2,00
Netzelements
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsnachfragemodellierung
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrsnachfrage
- Ökonomie: Nachfrage ist im Allgemeinen das Befriedigen von
Bedürfnissen
- Übertragung auf Verkehrsplanung: Verkehrsnachfrage ist also
Befriedigung des mittelbaren Bedürfnisses Fortbewegung
- Bedürfnis Fortbewegung durch räumliche Trennung der unterschiedlichen Aktivitätsbedürfnisse (z.B. Wohnen, Arbeiten etc.)
- alle Ortsveränderungen von Subjekten (z.B. Personen) oder Objekten (z.B. Fahrzeuge), die unter den politischen, ökonomischen und
verkehrsplanerischen Gegebenheiten realisiert werden
- Verkehrsnachfragemodelle bilden die Wahlentscheidungen
bezüglich der Ortsveränderungen ab
- Wahlentscheidungen werden primär durch Ortsveränderungsaufwände (aus der Verkehrsangebotsmodellierung) beeinflusst
Folie 26
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrserzeugung
- Verkehrserzeugungsmodelle
- Darstellung des Zusammenhangs zwischen Flächennutzung und
Verkehrsaufkommen
- Ermittlung/Berechnung der Verkehrsaufkommen von territorialen
Bezugsgebieten
- Quell- und Zielverkehrsaufkommen von Verkehrszellen und
Planungs- bzw. Untersuchungsgebieten
Pj
Uj
- teilweise Gesamtverkehrsaufkommen
von Planungs- bzw. UntersuchungsPi
vijPP
vijPU
gebieten
- Binnenverkehrsaufkommen von
Planungs- bzw. UntersuchungsUi
vijUP
vijUU
gebieten
Ei
vijEP
vijEU

ZjP
ZjU
Ej

vijPE
QiP
vijUE
QiU
vijEE
QiE
Folie 27
ZjE
V
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrserzeugung (Steigerungsfaktorenmodell)
- Steigerungsfaktorenmodelle müssen als Voraussetzungen
mindestens erfüllen:
- repräsentative Analyseergebnisse
- aussagefähige Strukturdaten, die im direkten Zusammenhang zu
den jeweilig untersuchten Verkehrsaufkommen stehen
- Grundsatz
QiP = qi ⋅ QiA
Z jP = z j ⋅ Z jA
V P = f ⋅V A
P
S
- Bestimmungsgleichungen q = i ;
i
SiA
Symbolerklärung:
A
Analyse
P
Prognose
S
maßgebende Strukturgröße
zj =
S jP
S
A
j
;
SGP
f = A
SG
Folie 28
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrserzeugung (Steigerungsfaktorenmodell)
- Achtung bei mehreren Einflussgrößen
- gleichzeitig und unabhängig auf das betrachtete Verkehrsaufkommen wirkende Einflussgrößen werden multiplikativ verknüpft
(Multiplikationssatz von unabhängigen Ereignissen)
- bei abhängigen Größen ist eine additive Verknüpfung der Einflussgrößen sinnvoll
S1P S2P S3P
⋅
⋅
f =
A
A
S1 S2 S3A
S
(
f =
(S
P
1
+ S2P
A
1
+ S2A
)⋅S
) S
P
3
A
3
Folie 29
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Verkehrserzeugung (Steigerungsfaktorenmodell)
- allgemeine Anwendungshinweise
- verwendbar für Kfz-Verkehr einer in sich relativ geschlossenen
regionalen und verkehrlichen Einheit (z. B. Gesamtstadt)
- nur für Überschlagsrechnungen geeignet
- doch dafür bei sachkundiger Anwendung sehr brauchbar
- in vielen Berechnungsansätzen der Praxis indirekt enthalten
- bei der Hochrechnung von mehreren Verkehrszellen eines Untersuchungsgebietes ist zu prüfen, ob die Gesamtsummenbedingung
explizit vorgegeben ist und damit eine Gesamtkorrektur notwendig
wird
- bei jeder Anwendung muss die "Modellkonstruktion" bezüglich der
inneren Logik und Adäquatheit zur Realität im Prognosezeitraum
geprüft werden
Folie 30
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Zielwahl
- Zielwahl dient der Berechnung der ij-Verkehrsströme einer
Verkehrsstrommatrix eines Untersuchungsgebietes für eine
Verkehrsklasse
- sie ist die Aufspaltung und Zuordnung
- eines Quellverkehrsaufkommens Qi der Quellverkehrszelle i auf alle
möglichen Zielverkehrszellen j
- eines Zielverkehrsaufkommens Zj der Zielverkehrszelle j auf alle
möglichen Quellverkehrszellen i
- (mindestens) unter Einhaltung der Randsummenbedingungen und
des Gesamtverkehrsaufkommens V
- beide Verteilungsrichtungen (quell- oder zielorientiert) wirken komplex und sind daher
voneinander abhängig
j

i
vij
Qi

Zj
Folie 31
V
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Zielwahl (Randsummenmodell)
- grundlegend ableitbar aus dem Urnenmodell
Kugeln mit Merkmal i
Anzahl Kugeln mit Merkmal i = Qi
Kugeln mit Merkmal j
Anzahl Kugeln mit Merkmal j = Zj
Gesamtanzahl der Kugeln je Urne = V
P (Ai ) =
( )
P Ej =
Qi
V
Zj
V
(
)
vij = P Ai Ç E j ⋅V
( )
vij = P (Ai ) ⋅ P E j ⋅V
Qi Z j
vij =
⋅
⋅V
V V
Qi ⋅ Z j
vij =
V
Folie 32
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Zielwahl (Randsummenmodell)
Wahrscheinlichkeitsmatrix
(
Verkehrsstrommatrix
j

i
P(A ij)
P(A i)

P(E j)
1
)
( )
P Ai Ç E j = P (Ai ) ⋅ P E j
j

i
vij
Qi

Zj
V
P (Ai ) =
Qi
V
;
( )
P Ej =
Zj
V
Qi Z j
⋅
P Ai Ç E j = P (vij ) =
V V
Qi ⋅ Z j
Qi Z j
⋅
⋅V =
vij =
V V
V
(
)
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Zielwahl (Randsummenmodell)
- aus dem Urnenmodell kann das Randsummenmodell (oft auch
Zufallsmodell genannt) abgeleitet werden
- ausschließliche Betrachtung der Randsummenbedingung
- der Aufwand spielt keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle
- in Gemeinden bis ca. 3 km Durchmesser
- Dienstreisen höherer Ebenen
- wenn alle Aufwandsbewertung einer Ortsveränderungen ij gleich 1
sind (Bij =1), dann gilt
vij =
vij
1
2
3
4
5
Zj
1
2
3
4
5
Qi
50,00
200,00
300,00
150,00
100,00
50,00 150,00 250,00 100,00 250,00 800,00
Qi ⋅ Z j
V
vij
1
2
3
4
5
Zj Ist
Zj Soll
1
2
3
3,13
9,38 15,63
12,50 37,50 62,50
18,75 56,25 93,75
9,38 28,13 46,88
6,25 18,75 31,25
50,00 150,00 250,00
50,00 150,00 250,00
4
6,25
25,00
37,50
18,75
12,50
100,00
100,00
5
15,63
62,50
93,75
46,88
31,25
250,00
250,00
Qi Ist
50,00
200,00
300,00
150,00
100,00
800,00
Qi Soll
50,00
200,00
300,00
150,00
100,00
Folie 34
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Zielwahl
- in der Realität wirken aber weitere Nebenbedingungen
- wirklichkeitsgetreue Bewertungen der Aufwände und/oder
- Randsummenbedingungen und/oder
- Wichtungen
1,0
0,9
1-B
0,8
0,7
a-priori
abgelehntes
Ereignis
B (A)
0,6
0,5
0,4
B
0,3
a-priori
angenommenes
Ereignis
0,2
0,1
0,0
0
5
10
15
20
25
Aufwand A
30
35
40
45
50
Folie 35
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Moduswahl
- Bestimmung der Anteile der Verkehrsarten an einem Verkehrsaufkommen bzw. Verkehrsstrom einer Verkehrsstrommatrix
- Verkehrsstrommatrix nach der Moduswahl (hier Trip-InterchangeModell)
j

i
vij
Qi

Zj
V
jk1

ik1
vijk1
Qik1

Zjk1
Vk1
k2
kn
- Moduswahl ist keine Verkehrsmittelwahl!
- Beispiel: Wahl des Modus ÖV, erst bei der Routenwahl wird die
Wahl von Straßenbahn, Bus etc. berechnet
Folie 36
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Moduswahl (Trip-End-Modell)
- Trip-End-Modelle teilen zunächst die Verkehrsaufkommen der
Verkehrsstrommatrix (Qi, Zj und V) auf die Verkehrsarten auf
- berechnen erst danach die Verkehrsströme jeder Verkehrsart
- stehen prinzipiell den Kennwertmodellen sehr nahe
- durch empirische Erhebungen werden die spezifischen
Verkehrsaufkommen der Quelle-Ziel-Gruppen weiter nach
Verkehrsarten für bestimmte Gemeindegrößengruppen und
Erschließungsqualitäten differenziert
- Quell- und Zielverkehrsaufkommen der Verkehrszellen werden auf
dieser Grundlage auf die konkurrierenden Verkehrsmodi aufgeteilt
- Qualität der Modellierung ist weitgehend von der Empirie und
ihrer differenzierten Auswertung abhängig
- TEM werden vor allem in sehr MIV-affinen Ländern und
innerhalb der Wirtschaftsverkehrsmodellierung genutzt
Folie 37
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Moduswahl (Trip-End-Modell)
Erzeugung
Moduswahl
j
j
i

Zj

Qi
i
V


j

Qik1
i
vijk1
Qik1
Zjk1
Vk1

Zjk1
Vk1
j

j

i

Zielwahl
Qik2
i
vijk2
Qik2
Zjk2
Vk2

Zjk2
Vk2
j

j

i
Qikn
i
vijkn
Qikn
Vkn

Zjkn
Vkn
Folie 38

Zjkn
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Moduswahl (Trip-End-Modell)
PG
1,3
Zielkategorie
1,2,3,4
Entf.klasse
0
1
2
3
2,4
1,2,3,4
0
1
2
3
Erschl.klasse
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
FGV
20
19
19
7
7
7
1
1
1
0
0
0
80
85
85
38
41
43
5
7
10
0
0
0
Mittlere Häufigkeit in [%]
ÖPV
MITF
PKW
2
0
0
5
3
0
4
2
0
3
0
0
5
0
0
40
37
35
70
68
55
79
78
77
10
10
10
12
12
12
12
12
12
12
12
12
10
10
10
12
12
12
15
15
15
20
20
20
65
68
68
73
75
78
82
84
86
85
88
88
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
RAD
3
3
3
3
3
3
1
1
1
0
0
0
5
5
5
10
10
10
10
10
10
1
2
3
Quelle:
LOHSE
Folie 39
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Moduswahl (Trip-Interchange-Modell)
- Trip-Interchange-Modelle berechnen zuerst die Verkehrsströme
der Verkehrsstrommatrix auf Grundlage des Aufwandes
- die berechneten Verkehrsströme werden danach auf der Grundlage
der differenzierten Betrachtung der verkehrsnetzstrukturellen
Situation auf die konkurrierenden Verkehrsarten aufgeteilt
- klassische Trip-Interchange-Modelle benutzen „grobe“
Algorithmen und Annahmen bei der Zielwahl und betrachten in
der Folge jede Verkehrsbeziehung sehr differenziert (bei der
Moduswahl)
Folie 40
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Moduswahl (Trip-Interchange-Modell)
Erzeugung
j
i

Zj
Zielwahl

Moduswahl
j

j

i
vijk1
Qik1

Zjk1
Vk1
j

Qi
i
vij
Qi
i
vijk2
Qik2
V

Zj
V

Zjk2
Vk2
j

i
vijkn
Qikn

Zjkn
Vkn
Folie 41
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Moduswahl (Trip-Interchange-Modell)
- Trip-Interchange-Modelle
- bei TIM werden als Aufteilungsmodelle häufig diskrete stochastische
Wahltheorien (z. B. LP-, Probit-, Logit-Modell) genutzt
vijk =
e
b ⋅Aijk
åe
b ⋅Aijk ¢
⋅ vij
k¢
- sie beschreiben alternative Entscheidungen auf der Grundlage der
unterschiedlichen Merkmale der konkurrierenden Alternativen
- es existieren auch universelle Wahlmodelle der Moduswahl (ohne
explizite Vorgabe des Modal Splits)
vijk =
B (Aijk )
å B (Aijk ¢ )
k¢
⋅ vij
Folie 42
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
Routenwahl
- Verkehrsumlegungsmodelle arbeiten grundsätzlich wie folgt
- Routen- bzw. Verbindungssuche im Verkehrsangebot
- Plausibilitätsprüfung des Ergebnisses der Routensuche
- Belastung der „sinnvollen“ Routen mit den Verkehrsströmen
- bereitzustellende Daten
- Topologie des Verkehrsnetzmodells für betrachtete Verkehrsarten
(Fußwegenetz, Radwegenetz, Straßennetz, ÖPV-Netz)
- ijk-Verkehrsstrommatrix
- Routenwahl hängt ab von
-
Fahrzeit bei freiem Verkehrsfluss
Verlustzeit auf Strecken
Verlustzeit an Knoten
Straßenbenutzungsgebühren
Länge (Kraftstoffverbrauch)
Ortskenntnis
Folie 43
Quelle:
HAUZENBERGER
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
IV-Routenwahl (Bestweg-Verfahren)
- sukzessives Bestweg-Verfahren (deterministisch)
- bildet das allmähliche „Volllaufen“ eines Straßennetzes nach
- zu Beginn finden die Verkehrsteilnehmer ein freies Straßennetz vor,
in dem für jede ijk-Relation genau eine kürzeste Route existiert
- das Netz wird dann schrittweise belastet
- jeder Schritt belastet das Straßennetz durch zusätzliche Fahrzeuge
und erhöht so den Aufwand auf den belasteten Strecken
- Abbildung der sich verändernden Aufwände über CR-Funktionen
- durch den veränderten Aufwand können sich beim nächsten Schritt
andere kürzeste Routen ergeben
- es können „mehrere“ Routen je ijk-Relation gefunden werden
Folie 44
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
IV-Routenwahl (Bestweg-Verfahren)
- Ablauf sukzessives Bestweg-Verfahren (deterministisch)
Eingangsdaten:
Verkehrsstrommatrix (als Füllknotenmatrix)
Aufwände der ijk‐Relationen aus dem Netzmodell
Anzahl der Iterationsschritte N
Nachfrageanteil q(n) für jeden Iterationsschritt n; Sq(n)=1
n=0, Muv=0
Umlegung aller ijk‐Verkehrsströme des Nachfrageanteils q(n) auf die Bestwege
Ermittlung der Verkehrsstärke Muv der uv‐Strecken im Netzmodell
Ermittlung der Summenverkehrsstärken SMuv der uv‐Strecken im Netzmodell aus allen Schritten 1 bis n
n=n+1
Ermittlung der Aufwände aller ijk‐Relationen über CR‐Funktionen (mit Muv(n‐1) der uv‐Strecken im Netzmodell)
Ermittlung des Bestweges für alle ijk‐Relationen auf Grundlage der ermittelten Aufwände
n=N
nein
ja
Ergebnis:
Streckenbelastungen Muv der Strecken im Netzmodell aus den Summenverkehrsstärken SMuv der Strecken aus allen Schritten 1 bis N
Folie 45
Fakultät "Friedrich List", Professur für Straßenverkehrstechnik mit Fachbereich Theorie der Verkehrsplanung
IV-Routenwahl (Bestweg-Verfahren)
- Ergebnisse sukzessives Bestweg-Verfahren (deterministisch)
Aijkr(1=t0)
vijk = 90
vijk(1) = 40
vijk(2) = 30
vijk(3) = 20
vijkr(1)
u
2
8
5
0
v
Aijkr(2)
8
vijkr(2)
u
9
5
v
0
40
v
30
40
0
v
Aijkr(3)
u
u
8
vijkr(3)
u
9
12
v
20
u
40
30
Folie 46
v
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IV-Routenwahl (Bestweg-Verfahren)
- sukzessives Bestweg-Verfahren (deterministisch)
- Verfahren ist relativ einfach
- erreichte Verkehrsstromaufteilung ist nur ein bedingter Ersatz für
eine echte Verkehrsstromaufteilungsregel
- Berechnung wird nach vorgegebener Schrittanzahl beendet, ohne
dass eine Kontrolle auf sachlogische Übereinstimmung zwischen der
erreichten Belegung und den Aufwänden erfolgt
- realitätsnahe Widerspiegelung der Fahrtwegewahl und Belegungssituation in einem großen Netz mit verschiedenartigen Netz- und
Belegungszuständen stark eingeschränkt
Folie 47
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Gleichgewicht zwischen
Verkehrsangebot und
Verkehrsnachfrage
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Gleichgewichtsmodellierung
- Verkehrsnachfragemodelle enthalten Abhängigkeiten und
Wechselwirkungen unterschiedlicher Einflussgrößen, wobei der
Aufwand eine entscheidende Rolle spielt
- jedoch ist der Aufwand des Verkehrsangebotes keine unabhängige Größe
- nach der Routenwahl verändert sich, bedingt durch die CRFunktionen, der Aufwand eines Netzelementes in Abhängigkeit
der Belastung bzw. der Verkehrsnachfrage
- der Aufwand des Verkehrsangebotes stellt also eine von der
Verkehrsnachfrage abhängige Funktion dar
- ein Gleichgewichtszustand ergibt sich aus der gegenseitigen
Anpassung von Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage und
stellt sich im Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragefunktion (falls diese eindeutig formulierbar sind) ein
Folie 49
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Gleichgewichtsmodellierung
Raumstrukturdaten
Verkehrsnachfrage
Verkehrsdaten
nein
Aktivitätenwahl
Zielwahl
Aufwände
Moduswahl
Routenwahl
? Gleichgewicht ?
Verkehrsangebot
? Gleichgewicht ?
Belastung mit Fahrten
ja
Ende
Netzmodell
Start
Verkehrsnetzdaten
Folie 50
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Gleichgewichtsmodellierung
Quelle: WEGENER
Folie 51
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Noch ein Tipp für die Prüfung
- Nicht auswendig lernen, sondern denken und verstehen!
- Beispiel:
Folie 52