kärntner - Ärztekammer für Kärnten

KÄRNTNER
Nr. 6, Juni 2016
Ärztezeitung
P.b.b. Ärztekammer für Kärnten · 9020 Klagenfurt · St. Veiter Straße 34 · 02 Z032563
PSYCHIATRIE
EXTRAMURAL
MISERE BEIM
Blaulicht
AUSUFERNDE
RUFBEREITSCHAFT
Das Referat für Notfall- und Katastrophenmedizin sowie
Rettungs- und ärztl. Bereitschaftsdienste der Ärztekammer für
Kärnten und die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde
des Klinikum Klagenfurt/WS veranstalten das
18 .
KÄRNTNER
KÄRNTNE
SYMPOSIUM
über
Notfälle
im Kindes- &
Jugendalter
6. bis 8. Oktober 2016
in St. Veit/Glan
Blumenhalle
n:
anmelde tn.at
e
n
i
l
n
o
k
Hier
www.aek
Auskünfte und Anmeldung:
Susanne Triebelnig, Ärztekammer für Kärnten
E-Mail: [email protected] | Homepage: www.aekktn.at
Telefon: (0463) 58 56-35 | Fax: (0463) 58 56-85
Editorial
Vom schnellen Einsatz und
Kapazitäten für Kontrolltermine
Befeuert durch eine Gesetzesänderung machen die Kärntner Krankenhäuser Dampf in Richtung Rufbereitschaft. Kurienobmann
Dr. Hans Ingo Kager warnt vor zusätzlichen Belastungen, Einkommensverlusten und vor den insbesondere in Kärnten ungenauen
gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Ein Knackpunkt unter vielen ist die rasche Fahrt zum Spital. Der
Privat-PKW ist kein Einsatzfahrzeug, der Krankenhausarzt für gewöhnlich kein sicherer Einsatzfahrer. Sondersignalanlagen sind
für Autos von Spitalsärzten nicht vorgesehen. Sogar für die niedergelassenen Kollegen, welche sich den Stress von Einsatzfahrten zumuten wollen, gestaltet sich der Bewilligungsweg zum
Spießrutenlauf.
Neben den nicht mehr zeitgemäßen technischen Vorschriften fürs
Blaulicht ist vor allem der Zwang zur Demontage außerhalb von
Bereitschaftsdienstzeiten sehr ärgerlich. Lesen Sie hierzu den offenen Brief unseres engagierten Kollegen Dr. Kappler an die Behörde.
Während meiner vierzehn Jahre dauernden Tätigkeit als Wahlarzt
in St. Veit an der Glan – ohne Aussicht auf Besetzung einer Planstelle – war ich noch fit genug zur Übernahme zahlreicher Bereitschafts- und Notarztdienste. Nachdem sich meist Dienst an Dienst
reihte, war das Abmontieren des kleinen Blaulichtbalkens nicht
notwendig.
In Summe gesehen muss gesagt werden: von der Verwendung des
Blaulichts hat nach meiner Erfahrung kaum ein Patient profitiert.
Viel wichtiger als Blaulicht und Folgetonhorn waren die gute telefonische Kommunikation mit den Patienten, Angehörigen, Leitstellen und den Kollegen im Bereitschafts- und Notarztdienst.
Freilich: in den langgezogenen Kärntner Tälern und in der Peripherie schaut die Sache mit Sicherheit ganz anders aus!
In meiner früheren Karriere war ich im Fachbereich Psychiatrie eher
mit Notfällen und dringenden Akutfällen konfrontiert, die meist
Einweisungen erforderten. Heute – als versorgungsrelevanter Kassenarzt und überwiegend mit chronisch Kranken befasst – bin ich
für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den niedergelassenen
Psychiatern zutiefst dankbar.
Dr. Wolfgang Kranner und Fachgruppenobmann Dr. Jakob Radoš
geben in dieser Ausgabe der Ärztezeitung Einblick in ihr langjähriges Berufsleben als Fachärzte für Psychiatrie. Einige Dinge kennt
man aus der eigenen Praxis, viele der angesprochenen Probleme
sowohl im ärztlichen als auch im betrieblichen Bereich sind jedoch
nicht bekannt für jedermann und dennoch von weitreichender Bedeutung für unsere Gesellschaft und Gesundheitspolitik. Sintemal
ja im Herbst das Rad neu erfunden und die ärztliche Versorgung im
niedergelassenen Bereich auf den Kopf gestellt werden soll.
Dr. Andreas Ruhdorfer
[email protected]
Juni 2016 · www.aekktn.at
1
Inhalt
Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
Spitalsärzte:
Umfrage zeigt deutlich, was zu tun ist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
Fortschritte bei Arbeitszeit und Lohn,
aber sonst noch mehr Stress . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4–5
Rufbereitschaft braucht Regeln! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5–6
Zu viele Blaulicht-Bewilligungen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Dr. Wolfgang Kranner:
Bei ihm vergessen Patienten,
dass er (auch) Psychiater ist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8–10
Dr. Jakob Radoš:
Kärntner Psychiater im Zwang
zur Mangel-Bewirtschaftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11–13
Dr. Wolfgang Kranner
(JDORE,KU
*ODVKDOEYROO
ÖSG:
Die sechs größten „Schmerzen“
in der Schmerztherapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14–18
RGHUKDOEOHHULVW±
U
VDJHQ6LHHVXQV
ZZZWXUQXVHYDOXLHUXQJ
ZZZWXUQXVHYDOXLHUXQJDW
UXQJD
DWW
2. Kärntner Schilddrüsenkonsensus –
Differenziertes Schilddrüsenkarzinom . . . . . . . . . . . . . . . 19–21
Nachruf HR Prim. Dr. Edelmut Tichy . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Cirs-medical – Fall des Monats:
Akuter Hinterwandinfarkt im EKG übersehen. . . . . . . . . . . . 22
Prüfungstermine 2017
zum „Arzt für Allgemeinmedizin“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Lex & tax:
Fortführung des Handwerkerbonus 2016 . . . . . . . . . . . . . . . 24
Leserbrief Dr. Hannes Kappler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Fortbildungsnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Standesmeldungen/Urlaube/Kleinanzeigen . . . . . . . . . 28–31
(QWZXUI.DHUQWHQLQGG
Impressum
· Medieninhaber (Verleger): Alleiniger Medieninhaber (Verleger) der „Kärntner Ärztezeitung” ist
die Ärztekammer für Kärnten, Körperschaft öffentlichen Rechts,
9020 Klagenfurt, St. Veiter Straße 34.
· Herausgeber/Anzeigenverwaltung: Ärztekammer für Kärnten, 9020 Klagenfurt, St. Veiter Straße 34,
Tel.: 0463/5856-20, Fax: 0463/5856-65, E-Mail: [email protected] · Homepage: www.aekktn.at
· L ayout nach Vorgaben des Presserefereten der Kärnter Ärztekammer, Dr. Andreas Ruhdorfer.
Titelgestaltung und Fotos Dr. Andreas Ruhdorfer oder beigestellt wie Fotohinweis.
· Name des Herstellers: Satz- & Druck-Team GmbH.,
9020 Klagenfurt, Feschnigstraße 232
· Verlags- und Herstellungsort: Klagenfurt
· Die grundlegende Aufgabenstellung der „Kärntner Ärztezeitung” ist die Information der
Kollegenschaft über alle sie interessierenden standespolitischen Belange. Darüber hinaus dient
die „Kärntner Ärztezeitung” der Wahrnehmung und Förderung der gemeinsamen beruflichen,
sozialen und wirtschaftlichen Belange der Kammermitglieder sowie der Wahrung des ärztlichen
Berufsansehens und der ärztlichen Berufspflichten. Namentlich gezeichnete Artikel stellen die
Meinung des Verfassers dar und decken sich nicht unbedingt mit der Kammermeinung.
Drucklösungen aus einer Hand …
Feschnigstraße 232 · 9020 Klagenfurt am Wörthersee · Tel. 0463/46190*
Fax 0463/46083 · e-mail: [email protected] · www.sdt.at
Fortbildungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32–34
Exlibiris . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Kultur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36–41
2
Juni 2016 · www.aekktn.at
Gender-Mainstreaming
Aus Gründen der Lesbarkeit verzichten wir in dieser Broschüre auf die
Formulierung Ärztinnen /Ärzte und Fachärztinnen/-ärzte oder MedizinerInnen.
Es ist selbstverständlich, dass wir in allen Texten immer beide
Geschlechter ansprechen.
Standespolitik aktuell
Was unsere Spitalsärzte frustriert:
Umfrage zeigt deutlich,
was zu tun ist
Präs. Dr. Josef Huber
Es ist zu hoffen, dass sich die Verantwortungsträger in den Kärntner Spitälern sehr ernsthaft mit den Ergebnissen der Umfrage unter den Spitalsärzten auseinandersetzen (ausführlicher Bericht auf
den Seiten 4–5). Denn sie sollten sich nicht der Illusion hingeben,
dass der ärztliche Arbeitsplatz im Spital durch die gesetzliche Annäherung der Arbeitszeit an die übrige Berufswelt und das neue
höhere Lohnschema genug abgesichert ist. Gewiss haben diese
beiden Elemente eine Verbesserung gebracht, die sich auch in der
Stimmungslage entsprechend positiv widerspiegelt. Es wäre nicht
auszudenken, wie groß der Frust der Spitalsärzte wäre, wenn diese
langjährigen Forderungen nicht erfüllt worden wären.
Der Wettstreit um die ärztlichen Fachkräfte wird aber in Zukunft
durch spezielle Qualitätsmerkmale entschieden und da ist Kärnten
noch schlecht aufgestellt, wenn man die Umfrage analysiert. Man
kann aus ihr vor allem einen dringenden Wunsch nach altersgerechten, auf die jeweilige Lebenssituation flexibel zugeschnittenen Arbeitszeitmodellen herauslesen.
Bessere Arbeitszeitmodelle anbieten
Es ist ein Alarmzeichen, wenn eine große Mehrheit (61 %) der
Kärntner Spitalsärzte ihre berufliche Tätigkeit als schwer vereinbar
mit dem Privatleben einschätzt. Denn was bedeutet dies? Viele
würden, wenn sich eine Gelegenheit bietet, eine andere Job-Chance nutzen. Wenn wir die Kolleginnen und Kollegen im Spital halten
wollen, muss man ihnen neue und bessere Arbeitszeitmodelle anbieten. Dazu gehört auch mehr Entscheidungsfreiheit. Ein (viel zu
großer) Teil der befragten Ärzte beklagte bei der Umfrage das
hohe Ausmaß der Fremdbestimmung.
Die Spitäler werden sich generell darauf einstellen müssen, dass
diese Faktoren bei jungen Ärzten eine besondere Wertigkeit haben. Es fällt auf, dass die Jungen (Turnusärzte und Fachärzte) nur
mehr eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden bevorzugen.
Drei chronische Problemfelder sorgen bei den Kärntner Spitalsärzten für Unzufriedenheit: die knappe Personaldecke, die ständig
zunehmenden Dokumentationsaufgaben und der daraus resultierende Mangel an Ressourcen für die Ausbildung. Es ist höchst unerfreulich, wenn sich jeder Dritte durch die Anforderungen der
Ausbildung gestresst fühlt. Andererseits ist es aber nachvollziehbar, wenn man die Ausbildung noch irgendwie zwischen Patien-
tenbetreuung und Dokumentationspflichten hineinpressen muss.
Dieser Zustand ist untragbar und die Ärzte werden sich das auch
nicht mehr gefallen lassen. Die Abteilungen brauchen Dokumentationsassistenten und Oberärzten müssen zusätzliche Freiräume
für die Ausbildung eingeräumt werden.
Die 1.150 Kärntner Spitalsärzte verdienen es, dass es so rasch wie
möglich zu solchen Verbesserungen kommt. Denn sie versorgen
jährlich 190.000 stationäre und 540.000 ambulante Patienten und
erwirtschaften österreichweit pro Arzt die meisten LKF-Punkte.
Dieses hohe Niveau wird man nur mit attraktiven Arbeitsplätzen
für Ärzte erhalten können. In den nächsten zehn Jahren werden
rund 300 Spitalsärzte in Pension gehen und um den Nachwuchs
herrscht ein intensiver Wettstreit. Da muss sich Kärnten entsprechend positionieren. Dabei sollte man die aktuelle Umfrage als
Orientierungshilfe nehmen!
Notärzte nur mit jus practicandi
Einen Tabubruch plant das Gesundheitsministerium. Sie möchte
bereits Ärzte in Ausbildung, also vor dem Erhalt der Berufsberechtigung, für Notarztdienste zulassen. Wenn dieser Plan durchgeht
und junge Kollegen in Ausbildung in absoluten Stresssituationen
alleine ohne back up agieren müssen, öffnet das die Tür für bisher
nicht Denkbares: Wird in Zukunft in allen Fächern, in denen ein
Mangel herrscht, Kollegen in Ausbildung die volle Verantwortung
übertragen?
Dabei war absehbar, dass ein Engpass bei den Notärzten droht.
Aufgrund der geänderten Ausbildungsordnung mit viel früherem
Einstieg in die Facharztkarriere versiegt das bisherige Reservoir für
den Notarztdienst: Ärzte in Facharztausbildung mit ius practicandi. Es rächt sich auch, dass man die Ausbildung für Allgemeinmediziner um ein Jahr verlängert hat. Dass wir diese Entwicklung schon
frühzeitig vor einem Jahr erkannt und die Probleme vorhergesehen haben, war einer der Gründe, warum die Kärntner Ärztekammer gegen die neue Ausbildungsordnung für Allgemeinmedizin
gestimmt hat.
Es bleibt zu hoffen, dass das Ministerium doch noch von der Überschreitung von bisherigen Grenzen abrückt. Sie würde junge Kollegen zu Einsätzen drängen, deren Haftungsproblematik nicht
abschätzbar ist.
Juni 2016 · www.aekktn.at
3
Standespolitik aktuell
Spitalsärzte:
Fortschritte bei Arbeitszeit und
Lohn, aber sonst noch mehr Stress
„Wir haben unser wichtigstes Ziel, die Reduzierung der Arbeitszeit
für Spitalsärzte ohne Einkommensverlust für eine große Mehrheit
der Kollegen erreicht.“ So interpretiert Kurienobmann Dr. Hans
Ingo Kager das Ergebnis einer Umfrage unter Kärntens Spitalsärzten durch das Institut für empirische Sozialforschung. Doch diese
zeige auch, dass Kärntens Spitäler im Bundesländervergleich nach
wie vor die geringste Ärztezahl habe, als eine Konsequenz daraus
die Arbeitsdichte am höchsten sei und der Ausbildung noch immer viel zu wenig Wertigkeit eingeräumt werde.
Das Institut für empirische Sozialforschung hat im Auftrag der Bundeskurie bundesweit 1.773 Spitalsärztinnen und –ärzte interviewt.
Die Befragung erfolgte telefonisch von März bis April. In Kärnten
beteiligten sich 106 Mediziner an der Umfrage.
Steigender Zeitdruck
83 % von ihnen begrüßen die neue Arbeitszeitregelung mit der
Beschränkung des Wochenpensums auf 48 Stunden. Bei den Turnusärzten zeigt sich eine 100-%ige Zustimmung.
41 % haben freiwillig für Mehrleistungen bis zu 60 Stunden pro
Woche optiert, bei den Oberärzten sind es 47 %. Der Bedarf an
„Opt out-Medizinern“ ist in Kärnten größer als im Bundesschnitt,
der 33 % Mehrleister ausweist.
Der erfolgreiche Einsatz der Ärztevertreter für das neue höhere
Lohnschema in Kärnten spiegelt sich in der Umfrage wider. 66 %
der Befragten konstatierten, dass die geringere Arbeitszeit für sie
keinen Einkommensverlust zur Folge hatte. 15 % beklagen aber
einen solchen von mehr als 10 %. Dr. Kager kommentiert das so:
„Bei den vormals Spitzenstundenleistern ging sich eine Kompensation nicht ganz aus.“ In der Gruppe der Oberärzte finden sich die
meisten (21 %), die Lohneinbußen von mehr als 10 % erlitten haben. Dass auch 47 % der Turnusärzte die Frage nach Einkommensverlusten bejaht haben, führt Kager auf zwei Gegebenheiten zurück: erstens, dass die Umfrage noch zu einem Zeitpunkt gelaufen
ist, als die zusätzliche Ausbildungszulage noch nicht von allen
wahrgenommen worden ist. „Damit müsste es sich bei den
KABEG-Ärzten ohne Verluste ausgehen.“ Und zweitens, dass in einem Teil der Ordensspitäler die Umschichtung aus der Sonderklassegebühr zur Ausbildungszulage für die in Ausbildung Stehenden
vom Arbeitgeber zu einem Nullsummenspiel umgestaltet wurde.
Im Schnitt arbeitet jeder Kärntner Spitalsarzt laut der Umfrage
50 Stunden pro Woche. Bei manchen reicht die Wochenarbeitszeit
bis 64 Stunden und bei Oberärzten bis 67. Vier Nachtdienste pro
Monat sind der Mittelwert, die höchste Anzahl wurde mit 5,3 pro
Monat angegeben.
Genau die Hälfte der befragten Kärntner Spitalsärzte empfindet
das jetzige Ausmaß ihrer Arbeitszeit als positiv. 22 % sind sehr und
28 % eher zufrieden. Für 19 % ist die Situation inakzeptabel, 31 %
sind unzufrieden. Im Vergleich mit der Umfrage von 2013 hat sich
die Stimmungslage verbessert. Damals äußerten sich über 70 %
negativ und die Rate der ganz Unzufriedenen war mit 30 % ungleich höher.
4
Juni 2016 · www.aekktn.at
Die größten Stressfaktoren der Spitalsärzte sind nach wie vor der
enorme Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand sowie der
Zeitdruck. Negativ fällt auf, dass die Belastung durch Administrationsaufgaben offenbar weiter steigt. 53 % der befragten Spitalsärzte empfinden sie als besonders stark, 28 % als zu hoch. Für nur
18 % hält sich der Aufwand im Rahmen.
75 % beklagen den Zeitdruck bei ihrer Arbeit. Für 41 % ist dieses
Problem besonders belastend. Eine gewisse Entlastung zeigt sich
beim Thema Überstunden und lange Dienste. Während diese Herausforderung noch vor drei Jahren für fast 70 % ein großes Problem dargestellt hat, beurteilen diese Anforderung jetzt 47 % als
Belastung, 18 % als schwerwiegende. 23 % fühlen sich davon nicht
mehr belastet, 28 % kaum mehr. Nachtdienste werden von 53 %
weiterhin als Belastung empfunden, von 25 % als sehr große.
Kärntner Spitalsärzte können für medizinische Tätigkeit im Schnitt
nur 55 % ihrer Arbeitszeit einsetzen. 39 % werden durch administrative Tätigkeiten aufgefressen. Dieses Problem zeigt sich österreichweit, ist aber in Kärnten noch etwas stärker ausgeprägt.
Dass sich an der hohen Arbeitsbelastung nichts geändert hat, offenbart die pessimistische Einstellung vieler angestellter Mediziner. 38 % glauben nicht, dass sie ihre derzeitige Tätigkeit im Spital
auch mit 65 Jahren noch ausüben können, 29 % bezweifeln das
stark; nur ein Drittel hält dies für sehr bzw. eher wahrscheinlich. Es
fällt auf, dass bereits bei den Turnusärzten die Zweifler klar in der
Mehrheit sind. Alarmierend ist, dass man bei den Oberärzten mit
44 % die höchste Rate jener findet, die sich die Arbeit über 65 gar
nicht vorstellen können. Es zeigt sich, dass vor allem der Mittelbau
die hohe Arbeitsdichte als extrem belastend empfindet.
Daher darf nicht verwundern, dass die befragten Mediziner beim
existenziellen Dauerproblem der Spitäler, der Ausbildung, keinen
Fortschritt erkennen: zwei Drittel (66 %) beklagen, dass das verfügbare Zeitbudget dafür nicht ausreicht. 11 % sind damit gar nicht
zufrieden, 55 % sehen hier Mängel. Gegenüber der letzten Umfrage von 2013 hat sich dieser Wert leicht verbessert, aber das Frustpotenzial ist weiter sehr hoch.
Es gibt offenbar auch kleine Bereiche, wo es besser funktioniert.
Einige wenige, 4 %, zeigten sich mit der Ausbildungslage sehr zufrieden, 20 % zufrieden.
Für ein Drittel der befragten Ärzte stellen die Anforderungen der
Ausbildung eine Belastung dar. 35 % fühlen sich dadurch gar nicht,
24 % kaum belastet.
46 % sind mit der Ausbildung zufrieden, aber nur 13 % uneingeschränkt. 19 % äußerten sich sehr negativ darüber, 29 % sehen Verbesserungsbedarf.
Das Arbeitsklima unter den Ärzten scheint sich gegenüber 2013
verbessert zu haben. Fragen nach Mobbing durch Vorgesetzte
bzw. durch Kollegen verneinten über 90 % und nur ganz wenige
fühlten sich dadurch ein wenig oder stark betroffen. 2013 war letzterer Prozentsatz noch etwas höher. Mangelnde Unterstützung
durch Kollegen beklagen 24 %. Freude an Arbeit und persönliche
Entfaltungsmöglichkeiten sind die wichtigste Motivation für Spi-
Standespolitik aktuell
Eine große Mehrheit (61 %) der Spitalsärztinnen hält ihre berufliche
Tätigkeit für schwer vereinbar mit dem Privatleben.
talsärzte, auch das Wissen, für andere Menschen und die Gesellschaft nützlich zu sein. „Karriere machen“ nennt nur die Hälfte als
erstrebenswert.
Mit dem Ansehen ihres Spitals sind 70 % zufrieden, 20 % sehr. Ihre
aktuelle Tätigkeit füllt 60 % aus, der Rest erhofft sich Änderungen.
Weiterbildungsmöglichkeiten schätzen 17 % als sehr gut und 40 %
als gut ein. Die Dienstpläne stoßen nur bei der Hälfte der Befragten
auf Zustimmung, 24 % sind sehr unzufrieden damit.
Auch der Führungsstil der Vorgesetzten wird ähnlich eingeschätzt,
ein Viertel ist davon frustriert.
Die Möglichkeit, über Arbeitsabläufe selbst zu entscheiden, sehen
für sich nur 11 %, 37 % teilweise, 51 % fühlen sich fremdbestimmt.
61 % vermissen Aufstiegsmöglichkeiten – nur 6 % sind diesbezüglich sehr zufrieden.
Einiges zu tun gibt es in den Kärntner Spitälern in Bezug auf Maßnahmen zur Frauenförderung. Mehr als die Hälfte der Befragten ist
damit nicht zufrieden, 33 % überhaupt nicht. Wenn man in Betracht zieht, dass immer mehr Frauen den Arztberuf im Spital prägen, besteht hier akuter Handlungsbedarf, damit die Häuser auch
für Ärztinnen attraktiv sind. Denn eine große Mehrheit (61 %) hält
ihre berufliche Tätigkeit schwer vereinbar mit dem Privatleben,
37 % äußerten sich darüber ganz negativ. Nur 14 % empfinden die
Situation als sehr zufriedenstellend, 22 % als noch positiv.
58 % der befragten Ärzte hatten keine Nebentätigkeit. Bei jenen,
die eine solche ausüben, ist das Hauptmotiv (71 %) Interesse an
einer freiberuflichen Beschäftigung.
Für Dr. Kager sind diese Resultate ein weiterer Auftrag. „Wir haben
bei der Arbeitszeit und bei der Bezahlung schon gute Fortschritte
erzielt, aber das reicht nicht, um den ärztlichen Arbeitsplatz in
Kärntens Spitälern dauerhaft attraktiv zu machen. Die Kritik an der
Arbeitsverdichtung als logische Folge der knappen Personalressourcen sowie die daraus resultierenden Engpässe in der Ausbildung müssen ernst genommen werden. Mehr Freiräume für Ausbildung sind dringend nötig.“
Es sei ein Warnzeichen, wenn 88 % der Spitalsärzte Personalknappheit wahrnehmen und sie als gravierendes Problem einschätzen.
Ähnlich einig sind sich die Ärzte in ihrer Besorgnis über den ausufernden Verwaltungsaufwand und den wachsenden Zeitdruck,
unter dem sie ihre Tätigkeit ausüben müssen. Auch der Anstieg der
Ambulanzfälle wird zunehmend als Problem erkannt, wobei dies für
64 % als gravierend bewertet wird. Da der intra- und extramuralere
Bereich wie kommunizierende Gefäße zu betrachten sind, hat jede
Änderung der Versorgungswirksamkeit Einfluss auf den anderen
Bereich. „In diesem Sinne sind die Umfrageergebnisse auch als mahnende Stimme zu verstehen“, ergänzt Kurienobmann Dr. Kager.
KABEG macht es sich zu einfach:
Rufbereitschaft
braucht Regeln!
„Je öfter die Spitalsdirektionen Ärzte für Rufbereitschaftsdienste
einteilen, desto dringlicher wird es, die vielen ungeklärten rechtlichen Details bei diesen Diensten zu klären“, fordert Kurienobmann Dr. Hans Ingo Kager einen umfassenden Vertrag auszuverhandeln, der die Klärung von Haftungsfragen, eine einheitliche
Bezahlung und auch eine mengenmäßige Beschränkung enthalten sollte. „Rufbereitschaft kann in Einzelfällen auf bestimmten
Abteilungen mit spezifischer Problemlage durchaus sinnvoll sein,
aber wenn sie zu einem Massenphänomen werden soll, ist ein präzises Regelwerk unverzichtbar“, so Kager.
Die jetzige rechtliche Grundlage ist äußerst dürftig. § 26 des Kärntner Vertragsbedienstetengesetzes legt fest, dass jeder Vertragsbedienstete, soweit es dienstliche Rücksichten zwingend erfordern,
fallweise verpflichtet werden darf, in seiner dienstfreien Zeit seinen Aufenthalt so zu wählen, dass er jederzeit erreichbar und binnen kürzester Zeit zum Antritt seines Dienstes bereit ist.
Als diese landesgesetzliche Bestimmung vor Jahrzehnten beschlossen worden ist, hat wohl niemand geahnt, dass Landesspitäler sie einmal inflationär bei Ärzten nutzen wollen. Auf der Unfallchirurgie im LKH Villach müssen ebenso wie auf der Kinderchirurgie im Klinikum Klagenfurt mittlerweile Assistenzärzte rufbe-
KO Dr. Hans Ingo Kager
Juni 2016 · www.aekktn.at
5
Standespolitik aktuell
reit sein, damit sie bei Bedarf einem Oberarzt bei einer dringlichen
Operation assistieren.
Eine vom Nationalrat im Februar beschlossene Änderung des Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetzes hat die Spitäler offenbar
ermuntert, dieses Instrument verstärkt einzusetzen. Die Novelle
ermächtigt nun auch Unikliniken (Zentralkrankenanstalten) in
nichtklinischen Sonderfächern sowie in jenen Fällen, in denen dies
nicht aufgrund akuten Komplikationsmanagements erforderlich
ist, bei Nacht- sowie vorübergehend bei Wochenend- und Feiertagsdiensten von einer ständigen Anwesenheit von Fachärzten abzusehen, wenn stattdessen eine Rufbereitschaft eingerichtet ist.
Keine Rufbereitschaft darf aber an den Abteilungen Anästhesiologie, Intensivmedizin, Chirurgie, Innere Medizin, Frauenheilkunde
und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendheilkunde, Neurochirurgie,
Psychiatrie und Unfallchirurgie eingerichtet werden.
Eine solche Beschränkung gäbe es derzeit für die Kärntner Landesspitäler nicht, da auch das Klinikum Klagenfurt, das zwar die Aufgaben eines Zentralkrankenhauses erfüllt, formalrechtlich vom Land
aber als Schwerpunktkrankenanstalt angesehen wird.
Warnung sogar vom Hauptverband
In der Begutachtung zu der Novelle übte der Hauptverband der Sozialversicherungen Kritik. In überraschender Offenheit entlarvte er
das einzige Motiv für Rufbereitschaften, nämlich auf Kosten der Versicherungssicherheit zu sparen: „Es ist zu erwarten, dass dadurch die
Versorgung im Krankenhausbereich weiter reduziert oder zumindest seitens der Bevölkerung als mangelhaft empfunden wird (beispielsweise aufgrund längerer Wartezeiten in Ambulanzen). Dadurch könnte es faktisch zu weiteren Auslagerungen in den niedergelassenen Bereich kommen, was seitens der gesetzlichen Krankenversicherung abzulehnen ist“, warnte der Hauptverband.
Folgender Leserbrief auf der Homepage der Zeitung „Der Standard“
bringt die Problematik der Rufbereitschaft von Ärzten auf den
Punkt: „Mir graut davor, einmal vor Gericht zu stehen, wenn jemand
zu Schaden kommt, weil ich als Bereitschafts-Facharzt (warum auch
immer) 40 Minuten ins Spital gebraucht habe. Das sind Grauzonen,
die Menschen verschlucken können (Patienten und Ärzte!).“
Die Kurie der angestellten Ärzte vermisst eine präzise Klärung der
Haftung und sieht eine Fülle von arbeitsrechtlichen Problemen:
„Die KABEG-Häuser verpflichten ihre Ärzte zur Rufbereitschaft,
ohne dass sie die rechtlichen Details festlegen. Wer trägt z.B. die
Verantwortung, wenn der rufbereite Arzt nicht binnen der zulässigen Frist von 30 Minuten für einen Notfall im Spital erscheinen
Augmentin 500 mg/50 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung · Augmentin 1.000 mg/100 mg
Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung · Augmentin 2.000 mg/200 mg Pulver zur Herstellung
einer Infusionslösung · Augmentin 875 mg/125 mg Filmtabletten · Augmentin 500 mg/125 mg Filmtabletten · Augmentin
400 mg/57 mg/5 ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen · QUALITATIVE UND QUANTITATIVE
ZUSAMMENSETZUNG Augmentin 500 mg/50 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung: Jede Durchstechflasche
bzw. Flasche enthält Amoxicillin-Natrium entsprechend 500 mg Amoxicillin und Kalium-Clavulanat entsprechend 50 mg Clavulansäure.
Augmentin 1.000 mg/100 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung: Jede Durchstechflasche bzw. Flasche enthält
Amoxicillin-Natrium entsprechend 1000 mg Amoxicillin und Kalium-Clavulanat entsprechend 100 mg Clavulansäure. Augmentin 2.000
mg/200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung: Jede Durchstechflasche bzw. Flasche enthält Amoxicillin-Natrium entsprechend
2000 mg Amoxicillin und Kalium-Clavulanat entsprechend 200 mg Clavulansäure. Augmentin 875 mg/125 mg Filmtabletten Augmentin
500 mg/125 mg Filmtabletten Jede Filmtablette enthält Amoxicillin-Trihydrat entsprechend 875 mg, bzw. 500 mg Amoxicillin und
Kaliumclavulanat entsprechend 125 mg Clavulansäure. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern : Magnesiumstearat, CarboxymethylstärkeNatrium, kolloidales wasserfreies Siliciumdioxid, mikrokristalline Cellulose. Filmüberzug: Titandioxid (E171), Hypromellose, Macrogol (4000,
6000), Dimeticon. Augmentin 400 mg/57 mg/5 ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen Nach Rekonstitution enthält
jeder ml orale Suspension Amoxicillin-Trihydrat entsprechend 80 mg Amoxicillin und Kaliumclavulanat entsprechend 11,4 mg Clavulansäure.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 ml enthält 3,32 mg Aspartam (E951), Enthält Maltodextrin (Glucose) Sonstige Bestandteile:
Magnesiumstearat, Aspartam (E951), Natriumbenzoat, Crospovidon, Xanthangummi, Siliciumdioxid, kolloidales wasserfreies Silicium, NatriumCarboxmethylcellulose, und Erdbeeraroma (enthält Maltodextrin) KLINISCHE ANGABEN Pharmakotherapeutische Gruppe: Kombinationen
von Penicillinen, inkl. Beta-Laktamase-Inhibitoren, ATC-Code: J01CR02 Anwendungsgebiete: Augmentin ist für die Behandlung folgender
Infektionen bei Erwachsenen und Kindern indiziert (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.1 der Fachinformation): Augmentin 500 mg/50 mg
Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung, Augmentin 1.000 mg/100 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder
Infusionslösung, Augmentin 2.000 mg/200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung: schwere Infektionen von Hals, Nase und Ohr
(wie Mastoiditis, Peritonsillarinfektionen, Epiglottitis und Sinusitis mit einhergehenden schweren systemischen Anzeichen und Symptomen),
akute Exazerbationen einer chronischen Bronchitis (nach adäquater Diagnosestellung) ,ambulant erworbene Pneumonie, Urozystitis,
Pyelonephritis, Haut- und Weichteilinfektionen, insbesondere Infektionen der unteren Hautschichten, Tierbisse, schwere dentale Abszesse mit
sich lokal ausbreitender Infektion, Knochen- und Gelenkinfektionen, insbesondere Osteomyelitis, intraabdominelle Infektionen, Infektionen der
weiblichen Geschlechtsorgane Prophylaxe von Infektionen im Zusammenhang mit größeren operativen Eingriffen folgender Arten: Magen- und
6
Juni 2016 · www.aekktn.at
kann? Wenn er z.B. in einen Verkehrsstau gerät. Was passiert, wenn
er sich gerade in einem Funkloch aufhält und daher einen Einsatzbefehl nicht entgegennehmen kann? Es wohnen nicht alle Mediziner am Dienstort. Ein Arzt, der z.B. in Hermagor seinen Wohnsitz
hat, wird es schwer schaffen, in 30 Minuten im LKH Villach zu sein.“
Rufbereitschaft könne folglich nur verordnet werden, wenn der
jeweilige Arzt nicht zu weit weg vom Dienstort wohnt. Ansonsten
dürfte sich dieser während der Rufbereitschaft gar nicht zu Hause
aufhalten und das wäre nicht zumutbar. Überdies stelle sich die
Frage, ob häufig verordnete Rufbereitschaften nicht einen gravierenden nachträglichen Eingriff in den Dienstvertrag darstellen, der
die Zustimmung des Arbeitnehmers voraussetzen würde.
Es sei jedenfalls unumgänglich, ein klares Regelwerk zu schaffen.
Den Ärzten sei es nicht zumutbar, dass der Arbeitgeber sie zur Rufbereitschaft verpflichte, aber es verabsäumt, sie rechtzeitig von
Haftungsrisken zu befreien. Ein ungeklärtes Thema sei auch die
Bezahlung der Rufbereitschaft, die derzeit von einzelnen Abteilungen in den KABEG-Häusern unterschiedlich gehandhabt wird. „Es
kann wohl nicht sein, dass das Entgelt davon abhängt, wie geschickt und hartnäckig der Arzt verhandelt!“
Die Spitäler nutzen die Rufbereitschaft als Möglichkeit, um Kosten
einzusparen. Sie ist nicht als Arbeitszeit zu qualifizieren, weshalb
sie auch während der Ruhezeiten vereinbart werden kann. Die Ruhezeiten werden jedoch unterbrochen, wenn der Arzt zu Arbeitsleistungen ins Spital beordert wird, die natürlich voll zu bezahlen
sind. Dann steht ihm aber wieder eine Ruhezeit von elf Stunden zu.
Hierdurch kann es ganz rasch zu gravierenden Versorgungslücken
kommen. Diese werden sich vor allem in der ohnehin nicht so dicht
besetzten Tagesarbeitszeit bemerkbar machen.
Für Kurienobmann Dr. Hans Ingo Kager ist die derzeitige Strategie
der KABEG, bei den Rufbereitschaften lauter Insellösungen ohne
eine einheitliche Struktur zu erlassen, nicht mehr akzeptabel. Das
war vielleicht hinnehmbar, solange Rufbereitschaften eine Ausnahme für ganz spezielle Anforderungen auf einigen wenigen Abteilungen darstellten, aber wenn sie zur Regel werden, wie es derzeit den Anschein hat, sei das nicht zu tolerieren. Rufbereitschaft
erhöhe jedenfalls die ohnehin extreme Arbeitsverdichtung und sie
reduziere das Einkommen der Ärzte. Es müsse dafür nicht nur ein
angemessenes einheitliches Entgelt geben, sondern auch ein klares Regelwerk gelten. „Die Freizeitqualität, die wir Ärzte dabei verlieren, ist für jeden gleich!“
Darmtrakt, Beckenhöhle, Kopf und Hals, Gallentrakt. Augmentin 875 mg/125 mg Filmtabletten ,Augmentin 500 mg/125 mg Filmtabletten,
Augmentin 400 mg/57 mg/5 ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen, akute bakterielle Sinusitis (nach adäquater
Diagnosestellung) akute Otitis media, akute Exazerbationen einer chronischen Bronchitis (nach adäquater Diagnosestellung), ambulant
erworbene Pneumonie, Urozystitis, Pyelonephritis, Haut- und Weichteilinfektionen, insbesondere Infektionen der unteren Hautschichten,
Tierbisse, schwere dentale Abszesse mit sich lokal ausbreitender Infektion., Knochen- und Gelenkinfektionen, insbesondere Osteomyelitis.
Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika sind zu beachten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen
die Wirkstoffe, gegen Penicilline oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere allergische Sofortreaktion (z. B. Anaphylaxie) gegen ein
anderes Betalaktam-Antibiotikum (z. B. einem Cephalosporin, Carbapenem oder Monobactam) in der Krankheitsgeschichte. Gelbsucht/
Leberfunktionsstörung in der Krankheitsgeschichte, die durch Amoxicillin/Clavulansäure hervorgerufen wurde (siehe Abschnitt 4.8 der
Fachinformation). inhaber DER Zulassung: GlaxoSmithKline Pharma GmbH, Wien ZULASSUNGSNUMMERN: , Augmentin 500 mg/50
mg Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung: 1-18137, Augmentin 1.000 mg/100 mg Pulver zur Herstellung einer
Injektions- oder Infusionslösung:1-18135, Augmentin 2.000 mg/200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung: 1-18136, Augmentin
875 mg/125 mg Filmtabletten: 1-21396, Augmentin 500 mg/125 mg Filmtabletten: 1-17839, Augmentin 400 mg/57 mg/5 ml Pulver
zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen: 1-22152 , Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.
Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen
Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte
der veröffentlichten Fachinformation. Weitere Informationsquellen: Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der
Website des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen/Medizinmarktaufsicht verfügbar. Hinweise zur Dosierung und Art der
Anwendung von Augmentin: Individuelle Dosierung gemäß Fachinformation: 400mg/57mg/5ml Pulver zur Herstellung einer Suspension
zum Einnehmen und 875mg/125mg Filmtabletten und 500mg/125mg Filmtabletten: orale Anwendung, die Einnahme sollte zu Beginn einer
Mahlzeit erfolgen; 500mg/50mg und 1000mg/100mg Pulver zur Herstellung einen Injektions- oder Infusionslösung und 2000mg/200mg
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung: intravenöse Anwendung; Die Patientensicherheit steht für GSK stets an oberster Stelle.
Jeder Verdacht auf eine unerwünschte Wirkung, die bei einem Patienten auftritt, ist dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen/
Medizinmarktaufsicht in Übereinstimmung mit dem nationalen Erfassungssystem für Spontanberichte zu melden. Gerne steht Ihnen auch
unsere Pharmakovigilanzabteilung für die Erfassung dieser Informationen zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter 01 / 970 75 – 0
oder schriftlich unter [email protected]
Standespolitik aktuell
Anfrage der Behörde:
Zu viele BlaulichtBewilligungen?
Die zuständige
Abteilung des
Landes (Wirtschaf tsrecht
und Infrastruktur) macht sich
Sorgen, dass
womöglich zu
viele Kärntner Ärzte
die Berechtigung zur Anbringung von Blaulicht und Folgetonhorn auf ihren Fahrzeugen bei
Noteinsätzen besitzen. In einem Schreiben an die Ärztekammer
verweist sie darauf, dass angeblich bis zu 50 Ärzte eine Blaulichtgenehmigung haben, obwohl sie keinen Hausärztlichen Bereitschaftsdienst an den Wochenenden und Feiertagen versehen.
Es wird – insbesondere in den letzten Monaten – immer schwieriger, Kassenplanstellen für Allgemeinmedizin (wir haben 256 in
Kärnten) nachzubesetzen. Nur mit großem Engagement der Ärztekammer für Kärnten ist dies bisher größtenteils gelungen. Aufgrund der Altersstruktur der Kassenärzte und der immer problematischer werdenden Rahmenbedingungen (unter anderem Ärztemangel, Wegfall der Hausapotheken, keine Anreize in den Gesamtverträgen, Leistungslimitierungen) ist zu befürchten, dass die
Basisversorgung in den 132 Kärntner Gemeinden in Zukunft nicht
mehr flächendeckend aufrecht zu erhalten ist.
„Daher ist es mehr als unverständlich und enttäuschend, dass die
Behörde durch ihre Maßnahmen und Überprüfungen die Blaulichtgenehmigungen für Ärzte, die mit großem Einsatz beinahe
rund um die Uhr für die Versorgung der Kärntner Bevölkerung tätig
sind, in Frage stellt,“ meint Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Huber.
„Die Kassenärzte sind nach den Regelungen in den Ärzte-Gesamtverträgen sowohl gegenüber den §2-Krankenversicherungsträgern, als auch gegenüber den sogenannten ‚Kleinen Kassen‘ zur
Erbringung des Wochenend- und Feiertagsbereitschaftsdienstes
verpflichtet,“ erklärt der stellvertretende Direktor der Kärntner
Ärztekammer Mag. Klaus Mitterdorfer. Laut den vertraglichen Bestimmungen können sich Kassenärzte im Falle einer persönlichen
Verhinderung vertreten lassen. Der Umstand der Vertretung bedeutet aber keinesfalls, dass die Kassenärzte „endgültig“ keine
Hausärztlichen Bereitschaftsdienste mehr machen, aber grundsätzlich sehr wohl dazu bereit sind. Da wäre es gewiss nicht im Sinne einer effizienten Administration, wenn immer wieder neue Ansuchen gestellt werden müssten.
Weiters fordert das Kraftfahrgesetz 1967 i.d.g.F. (§ 20 Abs. 5), dass
die Warnleuchten mit blauem Licht jeweils nur an dem Fahrzeug
angebracht werden dürfen, das tatsächlich für einen bestimmten
Bereitschaftsdienst eingesetzt wird und nur für die Dauer des Bereitschaftsdienstes und nur während der Verwendung dieses Fahrzeuges für Einsatzfahrten. Die Sorge hinsichtlich der Gefahr eines
etwaigen Missbrauchs geht daher ins Leere. Wer keinen Bereitschaftsdienst macht, darf und wird die Blaulichtberechtigung auch
nicht nutzen.
Außerdem ist die Nichtteilnahme am Bereitschaftsdienst an den Wochenenden und Feiertagen kein alleiniges Kriterium. Denn sie
schließt nicht aus, dass ein Arzt sehr wohl Dienste an Werktagen
macht. Für die Antragstellung der Blaulicht-Bewilligungen sind seit
der organisatorischen Änderung des Bereitschaftsdienstes an
Werktagen ab 1.1.2015 zwei Stellen zuständig. Die Ärztekammer
wie bisher für jene Mediziner, die Dienste an Wochenenden und
Feiertagen versehen, und das Rote Kreuz für die übrigen Bereitschaftsärzte.
Laut Kraftfahrzeuggesetz werden die Genehmigungen nicht direkt an den einzelnen Arzt erteilt, sondern an jene Institution, die
den jeweiligen Bereitschaftsdienst organisiert. Aus diesem Grund
müssen die Ärzte den entsprechenden Antrag an die Ärztekammer oder das Rote Kreuz stellen. Diese bestätigen, dass die Mediziner die Dienste machen und leiten die Anträge befürwortend an
das Land Kärnten weiter.
Der Gesetzgeber wäre gut beraten, bei medizinischen Notfällen auch auf den Einsatz engagierter Allgemeinmediziner zurückzugreifen.
Ob die derzeit gültige gesetzliche Regelung sinnvoll ist, dass das
Blaulicht nur während des Bereitschaftsdienstes benutzt werden
darf, bei Notfällen außerhalb dieser Zeit aber nicht erlaubt ist,
bleibt dahingestellt.
„Der Gesetzgeber wäre gut beraten, intensiv darüber nachzudenken, ob er bei medizinischen Notfällen auf den Einsatz engagierter
Allgemeinmediziner zurückgreifen möchte. Wenn ja, braucht es
dringend eine praxistaugliche „Blaulicht-Regelung“, unabhängig
davon, ob ein Arzt gerade Bereitschaftsdienst versieht oder nicht“,
regt Präs. Dr. Huber an, die bestehende Regelung zu überdenken.
Juni 2016 · www.aekktn.at
7
Extramurale Psychiatrie
Dr. Wolfgang Kranner, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut in St. Veit/Glan
Bei ihm vergessen Patienten,
dass er (auch) Psychiater ist
Gibt es einen schöneren Erfolgsbeweis für einen Psychiater, als dass
die Patienten „gerne“ zu ihm in die Ordination kommen und in ihm
den Arzt als helfende Persönlichkeit sehen, der sie vertrauen?
„Ich gehe zum Kranner“, lautet im Bezirk St. Veit eine geflügeltes
Wort. Dr. Wolfgang Kranner ist es in den vergangenen 25 Jahren
gelungen, die Schwellenangst vor einem Psychiater weitgehend
abzubauen. Er hat sich auch als Kämpfer für Gesundheitsprophylaxe, Salutogenese, Compliance und Psychoedukation einen Namen gemacht.
Wie setzt sich Ihr Patientengut zusammen?
Dr. Kranner: Mehr als die Hälfte meiner Patienten leidet an einer Depression, Angststörung oder einem Erschöpfungszustand. Viele von
ihnen haben überschneidende Krankheitsbilder, sie sind depressiv,
haben ein Suchtverhalten, Burn out-Symptomatik und zusätzliche
somatische Erkrankungen, Rheuma, Fibromyalgiesyndrom, Migräne,
Schmerzen im Stütz- und Bewegungsapparat, etc.
Auch demenzielle Krankheitsbilder nehmen stark zu und erfordern in Diagnose und Therapie (inkl. Angehörige und psychosoziales Management) zunehmend massive Betreuungen.
8
Juni 2016 · www.aekktn.at
Ein besonderes Problem sind zunehmend junge Patienten, die alkohol- und/oder drogenabhängig sind. Man weiß z.B. genau, wie
schädlich Cannabis für junge Leute ist, dies wird aber oft gesellschaftlich bagatellisiert. Die Aussage kommt immer wieder, dass
ein gelegentlicher Cannabiskonsum doch nicht so schlimm sei,
dies werde sogar von „Experten“ gesagt. Bereits ein mehrmaliger
Konsum von Cannabis kann jedoch im Hirn lebenslang chemische
Spuren hinterlassen! Zusätzlich verschärft wird die Dramatik, weil
Cannabis aus hochgezüchteten Hanfpflanzen mit enorm hohem
THC-Gehalt auf den Schwarzmarkt kommt. Die Suchtentwicklung
und Toxitität dieser Produkte steigt damit um bis auf das 20-fache
an; die Gefahr, eine schizophrene Erkrankung damit auszulösen,
steigt auf das 4-fache!
Man muss sich oft in den Gesprächen mit den Betroffenen langsam zum Kern vorarbeiten, bis sie den (Cannabis-)Konsum zugeben. In die Ordination kommen sie oft wegen „Schlafstörungen“
oder „Migräne“.
Aber auch nichtsubstanzgebundene Süchte nehmen stark zu:
Computersucht, Spielsucht, Kaufsucht etc.
Extramurale Psychiatrie
Ich betreue auch Altersheime sowie psychiatrische Außenstellen und nehme dieses
hohe Pensum auf mich, weil mir die Arbeit mit den Patienten Freude macht.
Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Arbeitsbedingungen?
Dr. Kranner: Ich bin der einzige niedergelassene Kassenfacharzt
für Psychiatrie und Neurologie für den gesamten Bezirk St. Veit mit
über 55.000 Menschen. Ich habe 30 bis 40 Patienten und mehr pro
Tag zu betreuen. Könnte ich es mir aussuchen, läge das Maximum
bei 10 bis 15. Angesichts dieser Beanspruchung muss ich bei vielen
Patienten eingestehen, dass ich ihnen nicht das anbieten kann,
was ich für medizinisch notwendig bzw. erforderlich halte.
Zu den diagnostischen und therapeutischen Aufgaben des Psychiaters ist auch die Berücksichtigung aller relevanten „somatischen
und neurologischen Erkrankungen“ erforderlich, als zweiter
Schwerpunkt eine möglichst gezielte Psychotherapie bzw. „psychotherapeutische Weichenstellung“.
Ich betreue auch Altersheime sowie psychiatrische Außenstellen
und nehme dieses hohe Pensum auf mich, weil mir die Arbeit mit
den Patienten Freude macht. Ich beende sie oft mit dem guten Gefühl, dass ich Patienten in die richtige Richtung bringen konnte. Es
gibt jedoch Tage - zum Glück nur wenige - an denen man ein Unbehagen spürt, weil man Patienten trotz bester Bemühungen
nicht strukturieren, nicht aufs richtige Gleis bringen konnte.
Bei vielen Patienten, die Sie betreuen, erfahren Sie notgedrungen
viele bedrückende Lebensgeschichten. Wie verkraften Sie das?
Dr. Kranner: Diese Frage hat mir schon vor 20 Jahren ein guter
Freund gestellt. Meine Antwort lautet, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich, weil ich gerne Arzt bin, ich die Arbeit gerne mache und
ein entsprechendes Menschenbild habe.
Wie wichtig ist eine breite allgemeine medizinische Ausbildung
für Psychiater?
Dr. Kranner: Meiner Meinung nach ist es dringend erforderlich,
dass Psychiater eine umfassende medizinische Ausbildung (das jus
practicandi wäre obligat anzustreben – die Kärntner Psychiater haben es alle) im naturwissenschaftlichen und auch geisteswissenschaftlichen Bereich haben. Ein Wissen über Psychologie, Philosophie, Metaphysik und sogar Theologie ist sehr wichtig, weil die
Arbeit in der Psychiatrie und Psychotherapie ein umfassendes
Menschenbild erfordert. Kaum ein anderes medizinisches Fachgebiet hat so viele Schnittstellen zwischen Natur- und Geisteswissenschaft.
Die modernen Erkenntnisse der Neurowissenschaften (z.B. Biologie der geistigen Prozesse, epigenetische Phänomene, etc.) müssen wie in anderen Bereichen, z.B. Onkologie, Immunologie, zunehmend berücksichtigt und integriert werden.
Schlagwort: die vier „P“ der Präzisionsmedizin: präventiv, personalisiert, partizipativ, prädiktiv.
Statt „psychisch“ und „somatisch“ treten die nachweisbaren und
zunehmend besser messbaren Phänomene in kognitiven, emotionalen und Verhaltensnetzwerken im Gehirn in den Vordergrund.
„Seelische“ Erkrankungen und Störungen werden somit zunehmend zu „Hirnerkrankungen“, d.h., das Gehirn wird zunehmend
ein „normales Organ“.
Stigma und Tabu der seelischen Erkrankungen („Hirnerkrankungen“) müssten damit weiter reduziert werden. Wer seelische Störungen und Erkrankungen mit „dumm, schwach, minderwertig,
etc.“ verbindet, ist zumindest unwissenschaftlich, meist auch unmenschlich!
Wie groß ist der Anteil von neurologischen Patienten in Ihrer
Praxis?
Dr. Kranner: Ich schätze ihn auf 15–20 %, es kommen besonders
viele Patienten mit Kopfschmerzen (meist Migräne), Schwindel,
aber auch mit chronischen Schmerzsyndromen, Patienten nach
Schlaganfall, etc.
Dr. Wolfgang Kranner ist der
einzige niedergelassene
Kassenfacharzt für Psychiatrie
und Neurologie im gesamten
Bezirk St. Veit mit immerhin
über 55.000 Menschen
Juni 2016 · www.aekktn.at
9
Extramurale Psychiatrie
Insbesondere die Schmerzpatienten haben oft einen sehr langen
Leidensweg hinter sich und fühlen sich oft zuwenig ernstgenommen; konsekutiv treten dadurch oft zusätzlich depressive Zustandsbilder auf, die ebenfalls chronifizieren.
Psychiater sind häufig damit konfrontiert, dass Patienten
Medikamente ablehnen und/oder es mit der Therapietreue nicht
so genau nehmen. Wie gehen Sie damit um?
Dr. Kranner: „Giftkeule“ „Niederspritzen“ „Gitterbett“ „bewusstseinsverändernde Drogen“ sind natürlich Anakronismen aus dem
vorigen Jahrtausend, aber in der Bevölkerung noch immer tief verwurzelt („Einer flog über das Kuckucksnest“). Ich versuche die Patienten zu überzeugen, indem ich Medikamente mit einem Werkzeug vergleiche. Wenn man es richtig einsetzt, kann es großen
Nutzen bringen, wenn man es falsch einsetzt oder verwendet drohen Nebenwirkungen bzw. Schäden. Jedes Werkzeug kann beim
Gebrauch unangenehme Nebenwirkungen haben, aber per se ist
es nichts Negatives und prinzipiell Gefährliches. Richtig ist nur das,
was nützt und hilft. Ich hoffe dann, dass diese Argumentation
greift und verstanden wird.
Viele Patienten kommen mit bestimmten Vorinformationen bzw.
Vorstellungen, die sie aus Medien, Internet oder von Freunden und
Bekannten aufschnappen, z.B. über das „Glückshormon“ Serotonin. Ich vergleiche dann das Gehirn mit einem großen Orchester, in
dem das Serotonin nur eine Geige spielt. Für eine Sinfonie braucht
man viele Instrumente (Neurotransmitter).
Jede psychiatrische Behandlung steht zumindest auf drei Säulen:
Medikamente, Psychotherapie und Eigenmotivation bzw. Eigenverantwortung. Das Gebäude ist nur standfähig, wenn es alle drei
Pfeiler tragen, wobei die Gewichtung der drei Faktoren sich im
Laufe der Therapie natürlich ändert.
Viele psychiatrische Erkrankungen habe eine ihrer Ursachen im
familiären Hintergrund. Stoßen Sie dabei als Arzt nicht an Grenzen?
Dr. Kranner: Ich bin auch ausgebildeter Familientherapeut. Es
kommt immer wieder vor, dass auch die Partner der Patienten zu
den Terminen mitkommen. Da sind kreative Ansätze gefragt. Ich
erinnere mich z.B. an eine vierfache Mutter, die an einem Erschöpfungssyndrom litt, das u.a. auch durch das fehlende Verständnis
des Ehemannes verstärkt wurde. Ich lud die ganze Familie zur Sitzung ein und schlug dem Mann ein Experiment vor: Er sollte auf
einen Stuhl Platz nehmen und alle vier Kinder und seine Frau wurden angewiesen, sich einfach auf ihn zu setzen. Es dauerte nicht
lange, bis er unter dieser Last seiner Familie stöhnte. Er konnte erfahren, wie seine Frau sich häufig fühlen musste! Diese „systemische Aha-Erfahrung“ löste die Blockaden in dieser Familie und der
Frau ging es bald besser.
Psychiater gelten auch als Seismographen der sozialen Entwicklung. Welche Beobachtungen haben Sie diesbezüglich?
Dr. Kranner: Die Kulturprinzipien: Ästethik, Ethik, Ökonomie, Kult
und Spiel sind in unserer Gesellschaft zunehmend herausgefordert bzw. bedroht. Der Mensch als „Maß aller Dinge“ verliert zunehmend seine zentrale Stellung.
Neoliberalismus, Gier und Macht, überbordende Kontroll-, Reglementierungs- und Dokumentationsanforderungen, Verjuristifizierung etc. treten immer mehr in den Vordergrund und führen zu
entsprechenden Krankheitsbildern: Stresserkrankungen (Burn out
als Druck- und Beschleunigungserkrankung), Angst, Depression
als Folge gesellschaftsbedingter Verunsicherungen bzw. Entwurzelungen (Unsicherheit des Arbeitsplatzes, in den persönlichen
Partner- und Familienverhältnissen, Bedrohung und Verlust in größeren sozialen Verbänden, Süchte, narzistische Persönlichkeitsstörungen mit aggressiven und autoaggressiven Zügen als Folge metaphysischer Lehre häufen sich).
Menschen mit Migrationshintergrund benötigen zunehmend spezielle Therapien (Transkulturelle Psychiatrie).
Die vier Grundfunktionen des menschlichen Seins sind (wieder) gefordert: Kognition, Emotion, Kommunikation, Sozialisation; d.h.,
Denken, Fühlen, miteinander Reden, seine eigenen Interessen und
Bedürfnisse (wieder) in der Gemeinschaft zu finden und zu pflegen.
Multiprofessionelle Teamarbeit, Kooperation und Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen ist nicht nur wünschenswert, sondern in Zukunft absolut erforderlich.
Wenn Sie nach 25 Jahren eine kurze Bilanz ziehen, worauf kommt
es in der Medizin an?
Dr. Kranner: Nicht nur Diagnose und Therapie sind wichtig, sondern auch Prophylaxe und „pädagogische Medizin“, aber auch Beachtung von Ökonomie und Begrenztheit der Ressourcen. Compliance und Psychoedukation müssen immer mehr einen zentralen
Stellenwert bekommen.
In der modernen Psychiatrie und Psychotherapie sollte ein einfühlendes Verstehen der leidenden, gekränkten, verwundeten, verirrten Seele immer mit der neurobiologisch orientierten State of the
Art-Therapie im Sinne der vier „P“-Präzisionsmedizin kombiniert
werden.
Vor allem aber bedarf es des Mutes zur
Menschlichkeit, zum „wahren Pragmatismus“:
„Wer heilt (hilft), hat recht!“
Cerebokan® 80 mg – Filmtabletten · Inhaber der Zulassung: Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG, Willmar-Schwabe-Str. 4, 76227 Karlsruhe, Deutschland. Vertrieb in Österreich: Austroplant-Arzneimittel GmbH, Wien. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1
Filmtablette enthält als Wirkstoff: 80 mg Trockenextrakt aus Ginkgo-biloba-Blättern (EGb 761®) (DEV = 35 - 67:1). Der Extrakt ist quantifiziert auf 17,6 – 21,6 mg Ginkgoflavonglykoside und 4,32 – 5,28 mg Terpenlaktone, davon 2,24 – 2,72 mg Ginkgolide A,B und C und 2,08 – 2,56 mg
Bilobalid. Erstes Auszugsmittel Aceton 60% m/m. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Siliciumdioxid (hochdispers, wasserfrei), Cellulose (mikrokristalline), Maisstärke, Croscarmellose Natrium, Magnesiumstearat (pflanzlichen Ursprungs), Hypromellose, Macrogol 1500,
Dimeticon, alpha-octadecyl-omega-hydroxypoly(oxyethylen)-5, Sorbinsäure, Eisenoxid rot (E-172), Eisenoxid braun (E-172), Titandioxid (E-171), Talkum. Anwendungsgebiete: Cerebokan 80 mg - Filmtabletten werden angewendet bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung von
hirnorganisch bedingten geistigen Leistungseinbußen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei dementiellen Syndromen mit der Leitsymptomatik: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Schwindel, Kopfschmerzen. Zur primären Zielgruppe
gehören Patienten mit dementiellem Syndrom bei primär degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und Mischformen aus beiden. Das individuelle Ansprechen auf die Medikation kann nicht vorausgesagt werden. Hinweis: Bevor die Behandlung mit Cerebokan 80 mg - Filmtabletten begonnen
wird, sollte geklärt werden, ob die Krankheitsbeschwerden nicht auf einer spezifisch zu behandelnden Grunderkrankung beruhen. Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit bei Stadium II nach FONTAINE (Claudicatio intermittens) im Rahmen
physikalisch-therapeutischer Maßnahmen, insbesondere Gehtraining. Vertigo. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels, Schwangerschaft. Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere
Antidementiva, Ginkgo biloba. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.
10
Juni 2016 · www.aekktn.at
Extramurale Psychiatrie
Dr. Jakob Radoš, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie in Klagenfurt, Obmann der Fachgruppe Psychiatrie
Kärntner Psychiater im Zwang
zur Mangel-Bewirtschaftung
Knappe Ressourcen, wachsende Ansprüche als eine Art „Gesundheitspolizei“ tätig zu werden und eine enorme Arbeitsverdichtung
prägen den Alltag der niedergelassenen Psychiater in Kärnten. Ihr
Fachgruppenobmann, Dr. Jakob Radoš, befürchtet daher, dass in
Zukunft die ohnehin zu wenigen Kassenstellen in Kärnten nicht
besetzt werden können. Er sieht ein mangelndes Bewusstsein der
Verantwortlichen im Gesundheitssystem für diese Probleme und
vermisst den Willen, zukunftstaugliche Strukturen zu schaffen.
Man gebe sich damit zufrieden, die steigende Zahl psychisch Kranker zu verwalten.
Was prägt den Alltag der Kärntner Psychiater?
Dr. Radoš: Wir Psychiater im extramuralen und im stationären Bereich verstehen uns als Spezialisten für alle biopsychosozialen
Krankheitsbilder, vom Burn out bis zum Schwerstkranken. Die dafür notwendigen Ressourcen werden uns aber kaum zur Verfügung gestellt. Die Realität sieht so aus, dass wir häufig in die Rolle
einer Art Gesundheitspolizei gedrängt werden, die die meisten
von uns in dieser Form nicht einnehmen wollen. Etwa wenn wir
aufgefordert werden, in Heimen nach dem Heimaufenthaltsgesetz
freiheitsbeschränkende Maßnahmen zu verfügen, uns Öffentliche
Einrichtungen und Krankenversicherungen Klienten schicken, für
die wir im Schnellverfahren Krankschreibungen überprüfen und
diverse Bestätigungen für Reha-Geld ausstellen sollten. Für Patienten, die wir vorher noch nie gesehen haben und die mitunter wochenlang ohne Behandlung krankgeschrieben waren, sollten wir
kurzfristig Befunde erstellen. So werden in zunehmenden Maß
Leistungen von uns nachgefragt, die wir zusätzlich zu unserer regulären Behandlungsarbeit erledigen sollten und für die uns zu
wenige Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die Konsequenz daraus ist eine enorme Arbeitsdichte, die mir und meinen
Kollegen zu schaffen macht. Ich muss pro Tag 25 bis 30 Patienten
versorgen und bin daher sieben bis acht Stunden durchgehend in
der Ordination. Aufgrund der anfallenden Aufgaben könnte ich
täglich von 9 bis 22 Uhr arbeiten ohne die Wartezeit der Patienten
wesentlich abzubauen. Die Wartezeit der Patienten beträgt zwei
Monate und ich muss Medizin in einer Art und Weise praktizieren,
wie ich es eigentlich nicht will. Lieber würde ich weniger Patienten
behandeln müssen, und für sie so viel Zeit haben, wie ich es für
medizinisch geboten halte. Trotz dieser schwierigen Umstände
gibt es immer wieder beachtliche Behandlungserfolge. Daraus
schöpfe ich die nötige Energie und Motivation weiterzumachen.
Die Arbeit mit den Patienten macht mir Freude, die Begleitumstände erschweren sie.
Juni 2016 · www.aekktn.at
11
Extramurale Psychiatrie
Was ist Ihr größtes fachliches Problem?
Dr. Radoš: Mir fehlen die Kapazitäten für Kontrolltermine. Ich kann
die Therapiekontrolle, wie sie fachlich gut und nötig wäre, nicht
durchführen. Wir sind z.B. weit von den Empfehlungen der WHO
für den Umgang mit Patienten, die an Depressionen leiden, entfernt. Diese sehen vor, dass man den Patienten 5 Tage nach dem
Erstgespräch wieder sehen sollte und nach 14 Tage eine Kontrolle
durchführt. Das ist nicht machbar. Ich kann höchstens sagen, melden Sie sich nach sechs Wochen, ob alles passt.
Was müsste getan werden?
Dr. Radoš: Ich vermisse seitens der Verantwortlichen im Gesundheitswesen das Bewusstsein für diese Probleme. Wir bekommen
nur zu hören, dass das System ohnehin genug koste und dass 600
bis 1.000 Patienten pro Quartal mit anderen Ärzten vergleichbar
sei. Dabei wird völlig ausgeblendet, dass der Zeit- und Zuwendungsaufwand für jeden psychiatrischen Patienten ungleich höher ist und der Therapieerfolg wesentlich davon abhängt. Es fehlt
der Mut, bedarfsgerechte Strukturen zu schaffen. Ich habe den
Eindruck, dass man sich damit zufrieden gibt, die psychisch Kranken zu verwalten. Grundsätzlich wird man sich in Zukunft überlegen müssen, ob man die Psychiatrie weiterhin stiefmütterlich behandeln darf. Das gilt speziell für Kärnten, aber auch bundesweit.
Univ.-Prof. DDr. Peter Fischer, Vorstand der Psychiatrischen Abteilung des Donauspitals Wien, hat in einer Studie nachgewiesen,
dass andere Fächer in den Spitälern mit ärztlichem Personal deutlich besser ausgestattet sind als die Psychiatrie. Wir hören, dass
man in Kärnten einen neuen Plan für die extramurale psychiatrische Versorgung entwickeln will. Wer ist nicht dabei? Die Fachgruppe der Kärntner Psychiater. Obwohl wir wissen, was in der
täglichen Praxis nötig wäre, wird unsere Expertise ignoriert. Ich
glaube nicht, dass es gelingen wird, eine flächendeckende, ausreichend gute Versorgung ohne Fachärzte gewährleisten zu können,
auch wenn es entsprechende Überlegungen geben mag. Wir haben in Kärnten erhebliche strukturelle Mängel. Unsere Fachgruppe beobachtet z.B. mit Sorge, dass es im LKH Villach zu wenig psychiatrische Betten für die Versorgung der Oberkärntner Bevölkerung gibt und diese daher strukturell diskriminiert ist. Auch gibt es
in Villach noch immer keine geschlossene Station. So müssen die
meisten Patienten, die in Villach gemäß Unterbringungsgesetz
zwangsweise untergebracht werden, nach Klagenfurt transportiert werden. Das geschieht zum Teil in einer Art und Weise, die
rechtlich viele Fragen aufwirft. Damit ist es nicht verwunderlich,
dass die Psychiatrische Abteilung in Klagenfurt im Österreichvergleich überdurchschnittlich viele Unterbringungen aufweist.
Wie sieht die finanzielle Lage der niedergelassenen Kärntner
Psychiater im Österreichvergleich aus?
Dr. Radoš: Die niedergelassenen Kärntner Psychiater liegen beim
Scheinwert bundesweit an letzter Stelle. Beim Gesamteinkommen
sind wir nicht am schlechtesten, aber nur deswegen, weil wir mehr
arbeiten, im Bundesvergleich mehr Patienten betreuen. Um auf
das adäquate Gehalt zu kommen, müssen wir eine höhere Arbeitsdichte akzeptieren. So geraten wir in eine Lage, in die wir niemals
hineinwollten. Ich fürchte, dass es aus diesem Grund immer
schwieriger wird, Interessenten für einen Kassenvertrag zu finden.
Man sieht dies an der Stelle in Völkermarkt, die ich für meine neue
Praxis aufgegeben habe. Sie ist seit November des Vorjahres ausgeschrieben. Alle Fachärzte, die auf der Reihungsliste standen,
wurden kontaktiert und haben abgelehnt. Und wenn ich ehrlich
12
Juni 2016 · www.aekktn.at
bin: Wenn mir ein Kollege die Frage stellte, würde ich ihm abraten,
unter diesen Arbeitsbedingungen vom Spital in eine Kassenpraxis
zu gehen. Es gibt einige Spitalsärzte, die Wahlarztpraxen betreiben. Diese haben eine gewisse Versorgungsrelevanz, die aber mit
jener von Kassenstellen nicht vergleichbar ist. Es könnte sich ein
stärkeres Wahlarztsystem entwickeln, wenn die Kassentarife entsprechend angehoben würden. Ich höre von Kollegen aus anderen
Bundesländern, dass hier die Kassenhonorare auskömmlich gesteigert worden sind. Die Patienten können mit den Kostenrückersätzen die Wahlarztentgelte abdecken. Man sieht daran, dass Wahlärzte indirekt davon profitieren, wenn die Kassentarife steigen. Für
Kärnten trifft das leider nicht zu. Wir verfügen derzeit nur über
neun Kassenfachärzte. Mit dieser Zahl und bei den Honoraren sind
wir im Österreichvergleich Schlusslicht.
Welche Konsequenzen hat eine Unterversorgung?
Dr. Radoš: Es ist davon auszugehen, dass die Patienten mangels
ambulanter Angebote vermehrt die beiden psychiatrischen Abteilungen aufsuchen. Der Druck auf die Spitäler wird weiter steigen. Der Drehtüreffekt wird vermehrt spürbar werden. Entlassene
Patienten werden aufgrund der fehlenden ambulanten Betreuung häufiger wieder ins Spital gehen. Ich fürchte, dass wir Patienten chronifizieren. Wenn ein Patient mit Angststörung erst nach
Monaten zu einem Facharzt kommt, der ihm noch dazu nicht die
nötige Therapiefrequenz anbieten kann, wird sich die Behandlungsprognose unnötigerweise verschlechtern. Ich glaube, dass
bei einem wesentlichen Teil der Patienten mit einer früheren, intensiven Behandlung viel Positives bewirkt werden könnte. Gerade in diesem Bereich haben wir leider erhebliche Mangelzustände, die bedauerlicherweise eher resignierend zur Kenntnis genommen werden, statt dass man sie entschlossen zu beheben
sucht. Viele der Betroffenen haben sich mit ihrer Krankheit arrangiert und abgefunden. Die Gesellschaft, unser System, gibt diese
Menschen praktisch auf, das ist in gewisser Weise als zynisch zu
bezeichnen. Wir verschenken da einiges an Lebensqualität der Betroffenen sowie deren Angehörigen und verursachen auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten durch verhinderbare Arbeitsausfälle und Frühberentungen. Wir müssen uns als Gesellschaft fragen, wie wir auf die spürbare Zunahme von Angsterkrankungen
und affektiven Krankheiten reagieren. Dies ist für mich ein Indiz,
dass wir falsch leben.
Kann hier nicht das Instrument der psychiatrischen Rehabilitation
helfen?
Dr. Radoš: Diese kann durchaus hilfreich sein, aber wie sieht die
Praxis aus? Nach einem Unfall bekommen Sie eine Reha binnen
weniger Wochen, aber auf eine psychiatrische Reha warten sie
mehrere Monate. Das ist absurd. Über den Nutzen gibt es verschiedene Meinungen, auch in unserer Fachgruppe. Entscheidend ist,
dass man für eine Reha die entsprechend motivierten und geeigneten Patienten aussucht. Aber wir haben hier einen Anteil von
Fehlplatzierten. Für diese Auswahl wäre wieder ein entsprechendes fachärztliches Setting nötig.
Kennt man die Ursachen für den vergleichsweise hohen Psychopharmaka-Verbrauch in Kärnten?
Dr. Radoš: Wir wissen aufgrund eines Rechnungshofberichtes
(Vergleich GKK Kärnten und Salzburg), dass wir einen um etwa vier
Millionen Euro erhöhten Verbrauch von Neuroleptika haben. Wir
haben nach dem besagten RH-Bericht mit der GKK eine Arbeits-
Extramurale Psychiatrie
Die GKK würde
psychiatrisch ausgebildete Kontrollärzte
benötigen, damit der
ärztliche Dienst der
GKK uns nicht laufend krankgeschriebene Klienten zur
Befunderstellung
vorstellen muss.
gruppe eingerichtet, um mögliche Ursachen zu erheben. Trotz
großer Bemühungen haben wir keine restlose Klärung herbeiführen können. Wir konnten folgende Punkte belegen: In Kärnten
werden mehr Schizophrenie-Medikamente verordnet, obwohl es
keinen Beweis dafür gibt, dass wir entsprechend mehr an Schizophrenie Erkrankte haben. Wenn ein Patient bei uns behandelt
wird, bekommt er mehr Medikamente und diese in einer höheren
Dosis als in Salzburg. Was wir weiters wissen ist, dass etwa 20 % des
jährlichen Neuroleptika-Verbrauches in Kärnten auf die rund 800
schwer kranken Klienten der Zentren für psychosoziale Rehabilitation entfallen. Gleichzeitig werden Antidepressiva in Kärnten in
unterdurchschnittlicher Häufigkeit verordnet. Wir müssen daher
von einer nicht unbeträchtlichen Dunkelziffer von Erkrankten ausgehen, die nicht ausreichend behandelt werden. Laut einer österreichweiten Statistik des Hauptverbandes erfolgen nur 10 % der
Psychopharmaka-Verschreibungen durch Psychiater. Unsere Fachgruppe hat bei den Verschreibungen einen hohen Anteil an Generika. Bezüglich der Medikamentenversorgung gibt es mit der GKK
keine Probleme. Wenn ich ein bestimmtes innovatives Medikament verordnen will, kann ich das tun, auch wenn ich dies teilweise
vorher entsprechend begründen muss.
Der Rechnungshof hat auch einen hohen Anteil von Frühpensionierungen in Kärnten aufgrund psychischer Erkrankungen
aufgezeigt. Wie erklären Sie sich das?
Dr. Radoš: Dafür fehlen objektiv nachvollziehbare Gründe. Wir
verfügen über keine volkswirtschaftlichen oder epidemiologischen Beweise, dass die Kärntner oder auch die Steirer anfälliger
für psychische Erkrankungen sind. Ich vermute ein anderes gesellschaftliches Klima, einen anderen gesellschaftlichen common sense, nach dem Motto, wir wissen ja, dass Sie keine Arbeit finden. Ich
würde mir jedenfalls klare Unterlagen wünschen. Derzeit läuft eine
bundesweite Untersuchung über die Häufigkeit psychiatrischer
Erkrankungen in Österreich. Vielleicht bekommen wir von dieser
valide Unterlagen, die derzeit jedenfalls fehlen.
Gibt es Überlegungen, psychiatrische Gruppenpraxen
einzurichten?
Dr. Radoš: Das wäre grundsätzlich ein interessantes Modell, um
die enorme Arbeitsdichte zu reduzieren. Doch das ist bei dem jetzigen rigiden System von Leistungs-Limitierungen, denen wir unterliegen und von denen die Kasse keinesfalls abrücken will, völlig
unrealistisch. Zu den jetzigen Bedingungen, ein Vertrag wird geteilt und hinzu kommt noch ein Honorarabschlag, wäre das überhaupt nicht machbar. Aus meiner Sicht wäre das interessanteste
Modell in der Psychiatrie, intra- und extramural zu arbeiten. Das
gegenseitige Unverständnis, das derzeit auf beiden Seiten spürbar ist, könnte damit überwunden werden. Der Kulturbruch zwischen den beiden Sphären muss in Zukunft abgebaut werden.
Eine Gruppenpraxis mit anderen Professionen wäre denkbar. Ich
könnte mir auch vorstellen, dass in Zukunft Kassenverträge für
Fachärzte geschaffen werden, die nur Visiten bei nicht mobilen
schwer kranken Patienten durchführen. Die GKK würde psychiatrische Kontrollärzte benötigen, damit der ärztliche Dienst der GKK
uns nicht laufend krankgeschriebene Klienten zur Befunderstellung vorstellen muss.
Viele niedergelassene Kärntner Psychiater sind auch Neurologen. Durch die Trennung der Fächer wird sich das ändern. Wie
beurteilen Sie das?
Dr. Radoš: Ich weine dem Doppelfach ein wenig nach, weil ich das
Risiko sehe, dass Krankheitsbilder übersehen werden. Aber die
Entscheidung ist gefallen. Die neue Ausbildungsordnung wurde
fern der Praxis gemacht. Erste Probleme sind bereits erkennbar. Es
ist nicht immer klar, ob alle Teile der Ausbildung in einem Spital
absolviert werden können. Es gibt in den Bundesländern unterschiedliche Auslegungen, wie weit die Psychotherapie, die jetzt
Bestandteil der Ausbildung ist, finanziert wird. Wir mussten diese
ja noch auf eigene Kosten extra machen. Der einzige Vorteil, den
ich erkennen kann, liegt darin, dass die Psychiatrie verpflichtender
Teil der Ausbildung zum Allgemeinmediziner geworden ist.
Juni 2016 · www.aekktn.at
13
Österreichische Schmerzgesellschaft
Die sechs größten „Schmerzen“
in der Schmerztherapie
Die Mitglieder der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) hielten von 19. bis 21. Mai 2016
in Velden ihre Jahrestagung ab. In ihrem Vorfeld erläuterten der Präsident dieser wissenschaftlichen Tagung, Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MAS, Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Huber,
Dr. Michael Außerwinkler und Buchautor Dr. Erwin Riess die größten Probleme und Hürden
dieses Faches: eine spezielle Schmerzanalyse der Schmerztherapeuten.
Zu wenig Angebote
In ganz Österreich leiden nach Schätzungen von Experten 1,5 bis 1,8
Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. „Wir haben das
Recht auf bestmögliche Schmerztherapie in einer eigenen Patientencharta gesetzlich verankert. Doch für viele Patienten bleibt das
totes Recht, weil die Ressourcen fehlen, um die notwendigen vernetzten Strukturen zu schaffen“, so der Kärntner Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Huber.
„Die Versorgungslage ist in den letzten Jahren nicht besser, sondern
– ganz im Gegenteil – in vielen Teilen Österreichs sogar schlechter
geworden“, stellt Prof. Likar fest. Jede fünfte der einst vorhandenen
50 Schmerzambulanzen musste aus Personalmangel oder wegen
fehlender finanzieller Ressourcen geschlossen werden. Von den ver14
Juni 2016 · www.aekktn.at
bliebenen halten etliche gerade noch einen Betrieb von wenigen
Stunden aufrecht.“
Kärnten sei hier in einer besseren Situation, ergänzte Dr. Huber. „Das
beginnt damit, dass hier im Österreich-Vergleich überdurchschnittlich viele Allgemeinmediziner das Schmerzdiplom der Ärztekammer
erworben haben. Diese wichtige Fortbildung wird in Kärnten schon
seit 25 Jahren angeboten und sehr gerne angenommen. Darüber hinaus sorgen Schmerzambulanzen für eine weiterführende Behandlung der rund 200.000 Kärntner Schmerzpatienten. An der Spitze der
Versorgungspyramide steht das Zentrum für interdisziplinäre
Schmerztherapie, Onkologie und Palliativmedizin (ZISOP) am Klinikum Klagenfurt, das bereits 1992 gegründet worden ist. An der von
Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar geleiteten Einrichtung wird ein österreich-
Österreichische Schmerzgesellschaft
weit einzigartiges Modell der multimodalen Schmerztherapie angeboten: Ein interdisziplinäres Team aus Anästhesisten, Neurologen,
Physikalischen Medizinern, Physiotherapeuten, Psychologen und
Psychotherapeuten bieten für ausgewählte schwer schmerzkranke
Patienten ein spezifisches Programm, das neben der ambulanten
Schmerzbehandlung unter anderem auch medizinische Trainingstherapie, Koordinationstraining, Ausdauer- und Krafttraining, psychologische Gruppentherapie, Schmerzbewältigungs- und Entspannungstraining sowie Stressbewältigung umfasst.
Sparen in der Schmerztherapie kommt teuer
Dass sich Investitionen in solche – durchaus kostenintensive – Behandlungsangebote langfristig lohnen, zeigen nicht nur internationale Studien, sondern auch eine externe Evaluierung des multimodalen Behandlungskonzeptes durch die Kärntner Gebietskrankenkasse. Nach eingehender Prüfung aller direkten und indirekten Kosten kamen die Kassen-Prüfer zum Schluss, dass den notwendigen
Mehrkosten am Ende deutliche Einsparungen gegenüberstehen.
„Die Gesamtkosten haben sich nach der Intervention auf 60,35 % reduziert“, heißt es dazu im entsprechenden Bericht. Sowohl der Kärntner Gesundheitsfonds, als auch die Sozialversicherungsanstalten
würden von den Einsparungen profitieren.
Prof. Likar verlangt, dass eine solche intensive zielgerichtete interdisziplinäre Rehabilitation Vorrang vor Kuren bekommen muss.
Allein die direkten Kosten für die Behandlung chronischer Schmerzen in Österreich schätzen Experten auf Basis internationaler Daten
auf jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro. Patienten mit chronischen
Schmerzen bekommen im Durchschnitt 4,5 verschiedene Medikamente täglich verordnet, wie die Studie der deutschen Krankenkasse
Barmer GEK zeigt. Das sind 70 % mehr als Patienten ohne chronische
Schmerzen.
Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MAS
„Die Behandlungskosten machen allerdings nur ein Drittel der Gesamtkosten aus, die indirekten Folgekosten für Krankenstände,
Frühpensionen und erhebliche Produktivitätsverluste liegen noch
einmal doppelt so hoch“, rechnet Prof. Likar vor. „Patienten mit starken chronischen Schmerzen haben ein sechsmal höheres Krankenstandsrisiko. Inzwischen sind dadurch bereits die Hälfte aller Krankenstandstage bedingt.“ In Summe bedeutet das einen Verlust von
660.000 Arbeitstagen pro Jahr.
In einer europaweiten Erhebung gaben 61 % der Betroffenen an,
dass der chronische Schmerz das Berufsleben unmittelbar beeinträchtige, 21 % der Befragten waren aufgrund ihrer Erkrankung sogar arbeitsunfähig. In Österreich machen laut Erhebungen des Statistischen Zentralamts und der Pensionsversicherungsanstalten
frühzeitige Pensionierungen aufgrund von Rückenschmerzen bei
Erwerbstätigen rund ein Drittel der Frühpensionsantritte aus. Bei
Selbstständigen ist die Lage noch dramatischer: Dort geht bereits
mehr als die Hälfte der Neuzugänge zur Erwerbsunfähigkeitspension auf Erkrankungen des Bewegungsapparates zurück. „Wenn man
die Karriere vieler Schmerzpatienten durchleuchtet, muss es oberstes Ziel sein, bei Personen im erwerbsfähigen Alter eine Chronifizierung zu vermeiden, um sie im Erwerbsleben halten zu können“, fordert Prof. Likar.
Lange Irrwege zur richtigen Therapie
Trotz jahrelanger Bemühungen der Schmerzgesellschaft existiert in
Österreich bis heute keine flächendeckende Schmerzversorgung,
die international anerkannte Kriterien auch nur annähernd erfüllen
würde. Prof. Likar: „Wir fordern eine Verankerung der schmerzmedizinischen Versorgung im Österreichischen Strukturplan Gesundheit,
wie man es etwa auch für die Palliativ- und Hospizversorgung gemacht hat.“
Dr. Michael Außerwinkler
Juni 2016 · www.aekktn.at
15
Österreichische Schmerzgesellschaft
Es fehlen festgelegte Behandlungspfade und abgestufte Angebote. „Wir müssen verhindern, dass die Betroffenen oft erst nach jahrelangem Leidensweg adäquate Hilfe erlangen“, fordert Präs.
Dr. Huber. „Jeder Schmerzpatient muss auf der Versorgungsstufe
behandelt werden, die für seine Situation am besten geeignet ist.
Eine strukturelle Verankerung der Schmerztherapie in unserem Gesundheitssystem ist dringend erforderlich. Am Ende dieser Leidensspirale stehen hohe Folgekosten für vermehrte Krankenstände und den Verlust des Arbeitsplatzes.“
Im Schnitt dauere es bis zu zwei Jahren, ehe Patienten eine adäquate Behandlung erhalten. Bis dahin erleben Betroffene oft eine langwierige und kostenintensive Odyssee durch das Medizinsystem.
Laut dem Pain Proposal Patient Survey, einer 2010 durchgeführten
europaweiten Erhebung, sucht ein Schmerzpatient durchschnittlich
achtmal pro Jahr eine Arztpraxis auf. Bis zur Diagnosestellung dauert es durchschnittlich 1,7 Jahre. Bei etwa jedem Zehnten vergehen
bis zu einer Diagnosestellung gar fünf bis zehn Jahre und mehr.
Und selbst dann ist eine Linderung der Leiden noch lange nicht garantiert: Nur 15 % der Patienten erhalten nach der Diagnosestellung
innerhalb von drei Monaten eine angemessene Therapie. Bei 20 %
vergeht bis zu einem Jahr, ein weiteres Fünftel muss zwischen einem und fünf Jahren auf die richtige Behandlung warten. 38 % der
Betroffenen erhalten gar keine adäquate Therapie.
Mangelnde finanzielle Abgeltung
Prof. Likar ortet auch strukturelle Probleme, die niedergelassenen
Ärzten die Betreuung der Patienten erschwert. Ihre Honorare für
eine Schmerzbehandlung seien viel zu gering. Chronischer Schmerz
sei auch im Kassensystem keine eigenständige Diagnose, das erschwere die Abrechnung.
Er tritt daher für eine radikale Umkehr vom bisherigen Austeritätskurs ein: „Gerade in Zeiten von Sparbudgets sollte die Gesundheitspolitik sehr genau abwägen, wo knappe Ressourcen besonders
sinnvoll eingesetzt werden. Sicher würde die Aufwertung der
Schmerztherapie zunächst eine weitere Belastung für die Gesundheitsbudgets bedeuten. Dafür ließen sich aber noch deutlich höhere Kosten aufgrund von Produktivitätsverlusten und Arbeitsunfähigkeit einsparen.“
In Deutschland können sich Ärzte längst als Schmerzmediziner
niederlassen und erhalten für diese Leistung auch eine vernünftige
Abgeltung. Hierzulande könnte man das bestenfalls als Wahlarzt
anbieten.
Mangel an Fachärzten
„Es gibt eklatant zu wenige Rheumatologen und erst recht zu wenige, die einen Kassenvertrag haben“, kritisiert Dr. Außerwinkler. „Dabei brauchen wir dringend mehr Schmerzmediziner – und die
Rheumatologen sind unter den Internisten diejenigen, die eindeutig am meisten mit der Schmerzbehandlung zu tun haben.“
Selbst in Regionen, in denen genügend internistische Fachärzte zur
Verfügung stehen, sei bei weitem nicht sichergestellt, dass darunter auch genügend Rheuma-Spezialisten sind. Die Strukturpläne
der Krankenkassen nehmen keine Rücksicht auf die Verteilung der
einzelnen Zusatzfächer. „Wir brauchen hier dringend eine langfristige Planung, die sicherstellt, dass jede Zusatzfach-Disziplin gleichmäßig vertreten ist“, betont Dr. Michael Außerwinkler.
Gelenkschmerzen zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden überhaupt. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung
über 50 Jahren leidet darunter und es werden immer mehr. In den
letzten Jahrzehnten beobachten Ärzte weltweit eine kontinuierli16
Juni 2016 · www.aekktn.at
Präs. Dr. Josef Huber
che Zunahme der Häufigkeit von Gelenks- und Wirbelsäulenproblemen. Bei vielen Patienten vergeht wertvolle Zeit, in der die Gelenkszerstörung nicht behandelt wird und fortschreitet. So haben
Untersuchungen gezeigt, dass 41 % der Patienten, bei denen letztlich eine Arthrose diagnostiziert wurde, zumindest schon ein Jahr
unter Gelenksschmerzen litten. Das ist aber nur ein Durchschnittswert: „In meiner Praxis sehe ich noch weit schlimmere Fälle“, so der
Rheumatologe Dr. Außerwinkler. „Es kommt nicht selten vor, dass
jemand sieben Jahre ohne angemessene Behandlung seiner
Schmerzen herumlaufen musste.“
Schwieriger Zugang zu Medikamenten
„Die oft emotional geführte Diskussion über eine Cannabis-Legalisierung sollte keine ungünstigen Auswirkungen auf den Einsatz
von Cannabinoid-Medikamenten in der Schmerz- und Palliativmedizin haben“, wünscht sich Prof. Likar. Der therapeutische Einsatz
von Cannabinoiden habe überhaupt nichts mit dem Konsum von
Cannabis zu tun. Es ginge darum, das medizinische Potenzial von
Cannabis zum Wohl der Patienten zu nutzen. Für den Einsatz von
Cannabinoiden stünden heute wirksame, standardisierte Medikamente zur Verfügung.
Ihre klinische Wirksamkeit sei längst wissenschaftlich erwiesen.
„Gut belegt sind vor allem brechreizhemmende, appetitsteigernde
und krampflösende Effekte. Cannabinoide lindern Schmerz, Spastik und Angst, stimulieren den Appetit, unterdrücken Übelkeit und
Erbrechen, verbessern die Lebensqualität und können in multimodale Behandlungskonzepte gut integriert werden“, so Prof. Likar.
„Angesichts dieses gut belegten Nutzens sollten diese Substanzen
möglichst vielen Patienten, die davon profitieren könnten, zugänglich gemacht werden. Dazu müssen nicht nur gelegentlich noch
vorhandene Vorurteile gegenüber Cannabinoid-Medikamenten
abgebaut werden, sondern auch bürokratische Hürden.“ Bisher
Österreichische Schmerzgesellschaft
werden die in Österreich zugelassenen Präparate von den Krankenkassen nur sehr restriktiv und erst nach chefärztlicher Genehmigung erstattet. „Wünschenswert“, so Prof. Likar, „wäre eine Vereinfachung der Erstattung durch die Krankenkassen und dass zur Verschreibung kein Suchtgiftrezept mehr erforderlich ist.“
Ihre Verordnung für Turmorpatienten sei im Regelfall einfacher als
für Schmerzpatienten. Das ZISOP übermittle die Befunde an den
Chefarzt der GKK. Auf diesem Weg funktioniere die Verschreibung.
Prof. Likar hielte es für sinnvoll, wenn niedergelassene Ärzte diese
Mittel verordnen, aber nur wenn sie eine entsprechende Erfahrung
damit haben.
Unerhörte Lust
In ihrem Buch „Unerhörte Lust“ zeigen der Schriftsteller Dr. Erwin
Riess und der Schmerzspezialist Pim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar,
MAS, immer noch vorhandene Tabus auf und wollen behinderte
und chronisch kranke Menschen zu einem offenen Umgang mit ihrer Sexualität ermuntern. Vorgestellt wurde es anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Schmerzgesellschaft in Velden am
Wörthersee.
Für den österreichischen Politikwissenschaftler und Schriftsteller
Dr. Erwin Riess ist „Sexualität ein Menschenrecht, das für alle gelten
muss“. Gerade in Österreich, meint der Autor, der selbst seit mehr
als 30 Jahren im Rollstuhl sitzt, „halten sich überkommene Vorstellungen, was die Sexualität von behinderten und kranken Menschen
betrifft, aber besonders lange.“
Während Behinderten-Sexualität oft gänzlich abgesprochen wird,
wird das Thema bei Kranken zumindest weitgehend tabuisiert. Damit wollen Dr. Riess und sein Mitherausgeber, der Schmerzspezialist Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MAS, in ihrem anlässlich der
Jahrestagung der Österreichischen Schmerzgesellschaft vorgestellten Buch „Unerhörte Lust“ aufräumen. Das 250 Seiten starke
Werk versammelt Beiträge von Medizinern, die sich mit einzelnen
Krankheitsbildern im Kontext der Sexualität beschäftigen und Texte und Interviews mit behinderten Menschen in Österreich sowie
Deutschland, die sich mit erstaunlicher Offenheit der Frage nach
der Lust stellen.
Schmerz kann Lust töten
Wie diverse Studien übereinstimmend zeigen, leidet mehr als die
Hälfte der chronischen Schmerzpatienten darunter, dass Schmerzen „das Sexualleben entscheidend verschlechtert haben“. Acht
von zehn Patienten mit chronischen Rückenschmerzen klagen über
ganz konkrete sexuelle Probleme, bei einer europaweiten Untersuchung unter Palliativpatienten gab rund ein Fünftel an, „aufgrund
der körperlichen Beeinträchtigungen gar keine sexuellen Beziehungen mehr zu haben.“
Die Gründe dafür sind vielfältig und schaukeln sich oft in einer Negativspirale auf: Dass schon die körperlichen Schmerzen nicht gerade lustfördernd sind, ist naheliegend. Dazu kommen noch psychische Probleme, wie die Veränderungen des Körperbewusstseins, Schamgefühle und in vielen Fällen depressive Symptome.
„Viele“, weiß Riess auch aus eigener Erfahrung, „haben die Tendenz, sich zu verkriechen und haben Angst davor, den eigenen,
plötzlich als unzulänglich empfundenen Körper mit einem anderen zusammen zu bringen.“
Die Nebenwirkungen vieler in der Schmerztherapie eingesetzten
Medikamente tun dann das Übrige: „Opioide greifen massiv in den
Hormonhaushalt ein und können so die Libido noch weiter verringern“, erklärt Prof. Likar. Auch gegen die psychischen Begleiter-
Dr. Erwin Riess
scheinungen verschriebene Antidepressiva sind der Sexualität in
vielen Fällen nicht gerade zuträglich. Gerade bei den häufig verschriebenen Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) stehen
sexuelle Dysfunktionen weit oben auf der Liste der möglichen Nebenwirkungen.
Unumkehrbar sind solche Probleme selten. „Angefangen vom Umstellen der Medikation auf Medikamente mit geringeren sexuellen
Nebenwirkungen, über Dosisanpassungen, bis zu Kombinationen
von entsprechenden Medikamenten, die sexuelle Funktionsstörungen bessern können, gibt es eine breite Palette von Möglichkeiten, wieder mehr Lust ins Schlafzimmer zu bringen“, plädiert
Schmerzspezialist Prof. Likar dafür, gemeinsam mit dem Arzt nach
dem richtigen Medikamenten-Mix zu suchen. Richtig behandelt,
können sexuelle Dysfunktionen selbst bei Krebserkrankungen
nach Operationen, Chemotherapie und Bestrahlungen eine gute
Prognose haben.
Offen über Sex reden
Freilich setzt das ein offenes Gespräch zwischen Patienten und ihren
Ärzten voraus. „Über die Sexualität kranker und behinderter Menschen wird aber immer noch kaum gesprochen. Da gibt es einfach
noch zu große Berührungsängste – und zwar auf beiden Seiten“,
weiß Dr. Riess.
Wie fatal sich diese Schweigespirale auswirkt, zeigte etwa eine Umfrage unter Rückenschmerz-Patienten: Zwar wollten 93 % mit ihren
Ärzten auch über die sexuellen Beeinträchtigungen und mögliche
Alternativen in ihrem Sexualleben reden; 74 % erwarteten sogar
ganz konkrete Ratschläge zur Vermeidung von Schmerzen beim Sex.
Dennoch hatten 66 % das Thema noch nie mit ihrem Arzt erörtert.
Eine italienische Untersuchung kam zu ähnlichen Ergebnissen: Weil
Juni 2016 · www.aekktn.at
17
Österreichische Schmerzgesellschaft
der Großteil der Patienten zwar über die Probleme im Schlafzimmer
reden wollte, aber nie die richtigen Worte fand, wurde das Thema
in acht von zehn Fällen völlig totgeschwiegen.
Umgekehrt sind auch Ärztinnen und Ärzte nur selten bereit, die
Initiative zu ergreifen. So zeigte eine in den Niederlanden durchgeführte Untersuchung, dass zwar mehr als 85 % der befragten onkologischen Chirurgen der Meinung waren, dass auch Auswirkungen
der Behandlung auf die Sexualität Teil des Aufklärungsgespräches
sein sollten. Aber nur jeder Dritte sprach zumindest gelegentlich
darüber und nur jeder Zehnte tat dies regelmäßig.
Neben dem üblichen Zeitmangel, gepaart mit Scham und falsch
verstandener Diskretion, waren viele Mediziner der Ansicht, dass
behinderte oder an starken Schmerzen leidende Patienten ohnehin keine sexuellen Bedürfnisse haben. Studien belegen aber das
Gegenteil. Selbst bei schwerstbehinderten Menschen und sterbenskranken Patienten bleibt – bei entsprechender Behandlung –
die sexuelle Lust erhalten.
Um diese Einsichten zu verbreiten und die Spirale des Schweigens
zu durchbrechen, hat Klinikvorstand Rudolf Likar in diesem Jahr
eine eigene Session der ÖSG-Jahrestagung dem Thema „Schmerz
und Sexualität“ gewidmet und Erwin Riess als Vorsitzenden des
Panels gewinnen können.
wickeln können“, schreiben die Herausgeber im Vorwort des neuen Buches. „Aber es lohnt sich“, versucht Riess Betroffene zu ermuntern, „nach Wegen zu suchen, wie man sich durch Sexualität
für kurze Zeit aus der Schmerzwelt stehlen kann“.
Nicht zuletzt, weil - wie einige der von Riess und Likar ausgewählten
Buch-Autoren anmerken - eine aktiv gelebte Sexualität sogar selbst
zur Schmerzlinderung beitragen kann: Bei körperlicher Erregung
wird in den Gehirnzellen das Hormon Oxytocin freigesetzt, das den
Stress- und Angstpegel senkt und das Schmerzempfinden verringert. Die Studien des Sexualforschers und Neurologen Beverly
Whipple haben gezeigt, dass die Schmerztoleranz nach dem Orgasmus bei Frauen um 75 % höher ist. Auch Männer empfinden Schmerzen nach dem Höhepunkt weniger stark.
Für Riess bietet der Zwang, sich mit der eigenen Sexualität zu befassen, zudem eine doppelte Chance. Zum einen zwingen Behinderung
und behindernder Schmerz viele, neue Spielarten der Sexualität zu
erkunden. Zum anderen kann das offene Gespräch mit der Partnerin
oder dem Partner auch dazu führen, alte Probleme und sexuelle Disharmonien aus den „gesunden Jahren“ aufzuarbeiten. „Ich habe das
am eigenen Leib erfahren“, so Riess. „So eine schöne und angstfreie
Sexualität habe ich in meinem früheren Leben nicht gekannt.“
Neue Wege der Lust entdecken
Dabei werden auch Studien und Fallbeispiele zitiert, die zeigen,
dass es auch für schwer schmerzgeplagte Patienten viel öfter als
gedacht möglich ist, ihre Sexualität auszuleben. So widmet sich
etwa ein ganzes Kapitel des Buches „Unerhörte Lust“ den Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. In vielen Fällen reichen
dabei schon einfache Maßnahmen wie die Wahl der richtigen Matratze, das Vermeiden bestimmter Körperstellungen oder schlicht
ein Polster an der richtigen Stelle, um wieder zu einem erfüllten
Liebesleben zu finden. „Behinderte und beeinträchtigte Menschen
müssen erst Berge von paternalistischen Schutt wegräumen, bevor sie sich ihren eigenen Wünschen und Sehnsüchten gemäß ent-
Immobilien
vermieten. verkaufen. bewerten.
Sie sind uns
von Herzen
wichtig.
Kriegerdenkmalgasse 28, 9020 Klagenfurt
[email protected]
immopunkt.at
www.immopunkt.at
18
Juni 2016 · www.aekktn.at
Das Buch:
Rudolf Likar/Erwin Riess (Hrsg.)
Unerhörte Lust
Zur Sexualität behinderter
und kranker Menschen
Otto Müller Verlag
251 Seiten, gebunden
Wellbutrin XR 150 mg-Retardtabletten, Wellbutrin XR 300 mg-Retardtabletten · QUALITATIVE UND QUANTITATIVE
ZUSAMMENSETZUNG: Jede Tablette enthält 150 mg oder 300 mg Bupropionhydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern:
Polyvinylalkohol, Glyceryldibehenat. Filmüberzug: Erster Überzug: Ethylcellulose, Povidon K-90, Macrogol 1450. Zweiter Überzug:
Macrogol 1450, Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer Dispersion (Eudragit L30 D-55), Siliciumdioxid, Triethylcitrat. Drucktinte: Schwarze
Drucktinte (Opacode S-1-17823), Opacode S-1-17823 besteht aus Schellackglasur ~45% (20% verestert), Eisenoxid schwarz(E172) und
Ammoniumhydroxid 28%. KLINISCHE ANGABEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Antidepressiva, ATC-Code: N06AX12.
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Episoden einer Major Depression. Gegenanzeigen: Wellbutrin ist kontraindiziert bei
Patienten, mit Überempfindlichkeit gegen Bupropion oder einen der in Abschnitt 6.1 der Fachinformation genannten sonstigen Bestandteile.
Wellbutrin ist kontraindiziert bei Patienten, die gleichzeitig mit einem anderen bupropionhältigen Arzneimittel behandelt werden, da
die Inzidenz von Krampfanfällen dosisabhängig ist und um Überdosierung zu vermeiden. Wellbutrin ist kontraindiziert bei Patienten, die
derzeit an Krampfanfällen (epileptische Anfälle) leiden oder jemals in der Vergangenheit an Krampfanfällen gelitten haben. Wellbutrin ist
kontraindiziert bei Patienten mit diagnostiziertem Tumor des zentralen Nervensystems (ZNS). Wellbutrin ist kontraindiziert bei Patienten,
die zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung, einen abrupten Entzug von Alkohol oder irgendeines anderen Arzneimittels durchführen,
von dem bekannt ist, dass ein Entzug mit dem Risiko des Auftretens von Krampfanfällen verbunden ist (insbesondere Benzodiazepine oder
Benzodiazepin-ähnliche Arzneimittel). Wellbutrin ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Leberzirrhose. Wellbutrin ist kontraindiziert bei
Patienten, mit einer derzeitigen oder früheren Diagnose einer Bulimie oder Anorexia nervosa. Die gleichzeitige Anwendung von Wellbutrin
und Monoaminooxidasehemmern (MAO-Hemmern) ist kontraindiziert. Zwischen dem Ende einer Behandlung mit irreversiblen MAO-Hemmern
und dem Beginn der Behandlung mit Wellbutrin müssen mindestens 14 Tage vergehen. Bei reversiblen MAO-Hemmern ist ein Zeitraum
von 24 Stunden ausreichend. INHABER DER ZULASSUNG: GlaxoSmithKline Pharma GmbH, Wien. Zulassungsnummern: Wellbutrin
XR 150 mg – Retardtabletten: 1-26840. Wellbutrin XR 300 mg – Retardtabletten: 1-26841. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht:
NR, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen
Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten
Fachinformation. Weitere Informationsquellen: Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Website des Bundesamtes
für Sicherheit im Gesundheitswesen/Medizinmarktaufsicht verfügbar. Hinweise zur Dosierung und Art der Anwendung Orale
Verabreichung, individuelle Dosierung von 150 mg/Tag bis 300 mg/Tag. Die Patientensicherheit steht für GSK stets an oberster Stelle.
Jeder Verdacht auf eine unerwünschte Wirkung, die bei einem Patienten auftritt, ist dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen/
Medizinmarktaufsicht in Übereinstimmung mit dem nationalen Erfassungssystem für Spontanberichte zu melden. Gerne steht Ihnen auch
unsere Pharmakovigilanzabteilung für die Erfassung dieser Informationen zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter 01 / 970 75 – 0
oder schriftlich unter [email protected].
Konsensus Schilddrüsenkarzinom
2. Kärntner Schilddrüsenkonsensus
Differenziertes Schilddrüsenkarzinom
H. J. Gallowitsch2, A. Conzelmann1, S. Kohlfürst2, E. Kresnik3, P. Lind2, R. Mittermair1, A. Pertl4,
F. Pucher5, E. Schrofler6, D. Schlapper6, W. Schweiger7, W. Smetanig8, J. Trattnig9,
J. Tschmelitsch10, H. Wiesinger11, F. Würtz12
1
Chir. Abt. Klinikum Klagenfurt a. W.
5
Path. Institut LKH Villach
9
2
Nukl. Med. Abt. Klinikum Klagenfurt a. W.
6
Chir. Abt. LKH Wolfsberg
10
Chir. Abt. KH der BHB St. Veit/Glan
3
Nukl. Med. Institut Privatklinik Villach
7
Chir. Abt. Privatklinik Villach
11
Chir. Abt. LKH Villach
4
Chir. Abt. KH Spittal
8
Chir. Abt. EKH Klagenfurt
12
Path. Institut Klinikum Klagenfurt a. W
Am 10. März 2016 fand
in Klagenfurt unter der
Moderation von Univ.Doz. Dr. Hans-Jürgen
Gallowitsch, ein Expertenmeeting, bestehend
aus Schilddrüsenchirurgen aus allen Krankenhäusern Kärntens, Pathologen und Nuklearmedizinern, zum Thema
„Schilddrüsenchirurgie
und konservatives Management mit besonderem Schwerpunkt auf das
Doz. Dr. Hans-Jürgen Gallowitsch Schilddrüsenkarzinom“
statt. Ziel dieser bereits
zum 2. Mal stattfindenden Expertenrunde war wie beim vorangegangenen Meeting 2012 die Aktualisierung einer kärntenweit einheitlichen (chirurgischen und konservativen) Strategie beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom (DTC). In Anbetracht der jüngst publizierten Leitlinien der Amerikanischen Schilddrüsengesellschaft (ATA
Guidelines 2015) sollte in diesem Meeting die Umsetzung der aktuellen Guidelines kritisch diskutiert und ein Konsens gefunden werden.
Im Vorfeld dieser Veranstaltung wurden den Teilnehmern
diverse Fragen als Diskussionsgrundlage gestellt:
Chir. Abt. KH Friesach
Pathologie
(F. Pucher, F. Würtz):
8. Umgang mit dem OP-Präparat
9. Was sollte bei der histopathologischen Aufarbeitung angegeben werden?
Nuklearmedizin
(H.J. Gallowitsch, S. Kohlfürst, E. Kresnik, P. Lind):
10.Was ist die Rolle der Radiojod-Restablation?
11.Wie wird die Nachsorge von Patienten mit DTC nach TE und RJT
durchgeführt?
12.Wie wird die Nachsorge von Patienten mit DTC bei inkomplettem chirurgischen Vorgehen gehandhabt?
13.Wie sollte die Supressionstherapie mit L-Thyroxin erfolgen?
Als Diskussionsgrundlage wurden der 2012 beschlossene und in der
„Kärntner Ärztezeitung“ publizierte Konsens sowie die aktuellen ATAGuidelines 2015 herangezogen und gegenübergestellt.
Nach einem Impulsvortrag zum Thema „ATA-Guidelines 2015“ durch
Univ.-Doz. Dr. Hans-Jürgen Gallowitsch wurde folgender Konsensus
erzielt:
1. Was ist die Rolle des präoperativen Stagings?
Bei zytologisch indeterminiertem oder suspektem Befund sollte präoperativ eine Sonographie des zentralen und lateralen Kompartiments erfolgen. Das Ergebnis sollte als cN0 oder cN1a bzw. cN1b dem
Operateur schriftlich mitgeteilt werden.
Chirurgie
(A. Conzelmann, R. Mittermair, A. Pertl, D. Schlapper, E. Schrofler, W.
Schweiger, W. Smetanig, J. Trattnig, J. Tschmelitsch, H. Wiesinger):
1. Was ist die Rolle des präoperativen Stagings?
2.Wann sollte eine intraoperative Gefrierschnittuntersuchung
durchgeführt werden?
3. Resektionsausmaß bei indeterminierter (Bethesda III-V) und maligner Zytologie (Bethesda VI):
4. Ist die zentrale Kompartmentresektion obligat oder elektiv durchzuführen?
5. Wie sollte das Resektionsausmaß bei Differenzierten Schilddrüsenkarzinomen der low risk- und very low risk-Kategorie aussehen?
6. Wie sollte das Intraoperative Stimm- und NSD-Management erfolgen?
7. Ab wann sollte bei großen Schilddrüsenresten nach dem Ersteingriff eine Nachresektion vor der nachfolgenden Radiojodtherapie
erfolgen?
Eine US-gezielte Punktion von sonographisch auffälligen Lymphknoten mit einem Kurzachsendurchmesser von >10 mm sollte durchgeführt werden. Bei ausreichendem Material sollte eine zytologische/
immunhistochemische Untersuchung durchgeführt werden. Bei
spärlichem Material kann der Versuch einer TG-Bestimmung in der
Spülflüssigkeit gemacht werden.
Eine Calcitoninbestimmung sollte bei sonographisch suspekten Knoten (echoarm, Mikroverkalkungen, unregelmäßige Begrenzung, zentral gesteigerte Durchblutung, hypofunktionell) präoperativ routinemäßig durchgeführt werden.
2.Wann sollte eine intraoperative Gefrierschnittuntersuchung
durchgeführt werden?
Prinzipiell sollte in jedem Fall eines suspekten Knotens dieser wie eine
intraoperative Gefrierschnittuntersuchung zur Pathologie eingeJuni 2016 · www.aekktn.at
19
Konsensus Schilddrüsenkarzinom
schickt werden (Einsendung im anfixierten Zustand zur dringenden
makroskopischen Aufarbeitung!). Die Entscheidung über die Bearbeitung des zugesendeten Materials (GS, Einbettung) liegt beim Pathologen (lt. ACO 2011). Bei follikulärer Proliferation/Neoplasie ist der
Stellenwert des GS jedoch fraglich und wird nicht routinemäßig empfohlen.
Empfehlung: SD-OP Tage MO-MI vormittags (endgültige Diagnose
am 1. oder 2. postoperativen Tag).
3.Resektionsausmaß bei indeterminierter (Bethesda III-V) und
maligner Zytologie (Bethesda VI):
Entsprechend der Empfehlung der ACO 2011 (Maligne Tumoren der
Schilddrüse / Operationstaktik beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom S. 35-36) ist bei allen (zytologisch) malignitätssuspekten Knoten ohne morphologisch auffälligen Befund auf der kontralateralen
Seite die Lobektomie der betroffenen Seite anzustreben. Aufgrund
der Multifokalität des papillären DTC in bis zu 25 % ist bei beidseitiger
Knotenstruma die Thyroidektomie Therapie 1. Wahl.
Bei zytologisch unklarem Befund einer follikulären Neoplasie/Proliferation soll eine Lobektomie mit dringlicher Zusendung des frischen
Präparates (OP nicht am Donnerstag oder Freitag) durchgeführt werden, um eine rasche histologische Befundung innerhalb von 2-3 Tagen zu garantieren.
Bei beidseitiger nodulärer Struma, bei signifikanten Begleiterkrankungen (erhöhtes Risiko eines Zweiteingriffes im Falle eines malignen
Befundes), wenn der Patient keine zweizeitige OP wünscht (im Falle
eines malignen Befundes), kann auch primär eine Thyroidektomie
(TE) bzw. Near-Total Resektion (NTR) erfolgen
4.Ist die zentrale Kompartmentresektion obligat oder elektiv
durchzuführen?
Die therapeutische Dissektion des zentralen Kompartiments wird bei
Patienten mit klinisch involvierten zentralen Lymphknoten (cN1a)
durchgeführt.
Die prophylaktische Dissektion des zentralen Kompartiments sollte
bei Patienten mit papillären Karzinomen ohne klinischen Hinweis auf
betroffene zentrale Lymphknoten (cN0) nur bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumorstadien (T3, T4) oder bereits involvierten lateralen
Halslymphknoten (cN1b) durchgeführt werden.
Die therapeutische Dissektion des lateralen Kompartiments sollte bei
Patienten mit histologisch/zytologisch verifizierten Lymphknotenmetastasen in diesem Bereich erfolgen. Bei im posttherapeutischen
J-131 Ganzkörperszintigramm positiven Lymphknoten im lateralen
Kompartiment kann eine laterale Neck-Dissektion erwogen werden.
5. Wie sollte das Resektionsausmaß bei Differenzierten Schilddrüsenkarzinomen der low risk- und very low risk-Kategorie
aussehen?
Die Thyroidektomie ohne prophylaktische Dissektion des zentralen
Kompartiments ist ausreichend für Patienten mit kleinen (T1, T2),
nicht-invasiven, klinisch LN-negativen (cN0) papillären Schilddrüsenkarzinomen und für die meisten follikulären Schilddrüsenkarzinome
(Ausnahme: breit invasives follikuläres DTC).
Bei DTC >1 cm, extrathyroidaler Ausdehnung (cT4) oder klinisch suspekten Lymphknoten (cN1) oder Fernmetastasen (cM1) sollte eine
Thyroidektomie durchgeführt werden. Bzgl. der Dissektion des zentralen Kompartiments siehe Punkt 4.
20
Juni 2016 · www.aekktn.at
6.Wie sollte das Intraoperative Stimm- und NSD-Management
erfolgen?
Die visuelle Identifizierung des N. laryngeus recurrens (NLR) ist
während der Dissektion in allen Fällen erforderlich. Auch der externe Ast des NLR sollte bei der Präparation des Schilddrüsenoberpols geschont werden.
Eine intraoperative Stimulation des NLR (mit oder ohne Monitoring) erleichtert die Identifikation des NLR und bestätigt den Erhalt
seiner Funktion.
Die Nebenschilddrüsen und deren Blutversorgung sollten während des Eingriffes erhalten werden.
7. Ab wann sollte bei großen Schilddrüsenresten nach dem
Ersteingriff eine Nachresektion vor der nachfolgenden
Radiojodtherapie erfolgen?
Bei papillären Mikrokarzinomen kann ausnahmsweise auf eine
Rest-TE verzichtet werden, wenn histologisch kein Hinweis auf einen multifokalen bzw. diffus sklerosierenden Tumor besteht und
klinisch sowie sonographisch kein Verdacht auf LN-Metastasen bei
sonographisch unauffälliger Restschilddrüse vorliegt.
Bei den übrigen DTC sollte bei großem Rest (J-131 Uptake >20 %
bzw. 5-10 ml lt. Sono oder MR) eine Reoperation in Abhängigkeit
von den lokalen Verhältnissen (Resektabilität, Integrität der N. recurrentes) zur Ermöglichung einer Radiojodrestablation erfolgen.
Die Komplettierungs-OP sollte innerhalb von maximal 3 Tagen
nach dem Primäreingriff erfolgen, sonst um 6 Wochen bis 3 Monate verschoben werden.
8. Umgang mit dem OP-Präparat
Empfehlung Pathologie Klagenfurt: Zur Orientierung für die Pathologen sollen am Lobektomiepräparat locker 2 Fäden (kurz =
kranial und lang = lateral) eingeknüpft werden; die Tumorkapsel
bitte nicht verletzen. Bei der endgültigen Diagnose „SchilddrüsenKarzinom“ erfolgt eine telefonische Mitteilung des Pathologen an
den Chirurgen.
Eine Fadenmarkierung sollte am Oberpol und am verdächtigen
Knoten (wenn von außen sichtbar, auch bei Nicht-Gefr.präparaten)
erfolgen.
Das Präparat darf nicht gequetscht werden, die Kapsel sollte nicht
einreißen oder eingeschnitten werden.
9. Was sollte bei der histopathologischen Aufarbeitung
angegeben werden?
Voraussetzung ist eine gut ausgefüllte Zuweisung (Totale TE oder
Near-Total TE, Lobektomie, Seitenangabe).
Pathologie-Befundbericht: Op. Form, Seite, Tumorgröße, anatomische Lage, histologischer Typ nach WHO, Ausdehnung, Zahl der
Gefäßeinbrüche, Abstand zum RR, Lymphknotenzahl, -befall, Größe der LY-Metastase, perinodale Ausbreitung, NS-Anschnitte;
UICC-TNM 7.ed. (2010).
Qualitätsrichtlinien der SGPath 2011.
10. Was ist die Rolle der Radiojod-Restablation?
Die Radiojod-Restablation wird nicht empfohlen nach Lobektomie
oder TE von Patienten mit unifokalem oder multifokalem papillären Schilddrüsenkarzinom, sofern keine anderen Risikofaktoren
vorliegen (z.B. diffus sklerosierendes papilläres Karzinom).
Nachruf
Bei low risk-Patienten (papilläres SD-Ca pT1b, pT2, cN0, R0) erfolgt
routinemäßig eine Radiojodrestablation mit 1110 MBq (30 mCi) J-131
3-4 Wochen nach erfolgter Thyroidektomie ohne zwischenzeitliche
L-Thyroxin Substitution oder unter rekombinanten TSH (Thyrogen).
Bei high risk-Patienten [papilläres SD-Ca pT3, pT4 und/oder pN1 und/
oder M1, und/oder R1, sowie follikulären DTC jedes Stadiums (Ausnahme minimal invasives follikuläres DTC mit <3 Gefäßeinbrüchen)
erfolgt routinemäßig eine Radiojodrestablation mit 3700 MBq (100
mCi) J-131 3-4 Wochen nach erfolgter Thyroidektomie ohne zwischenzeitliche L-Thyroxin Substitution oder unter rekombinanten
TSH (Thyrogen)].
11. Wie wird die Nachsorge von Patienten mit DTC nach TE und RJT
durchgeführt!
Very low risk (pT1a inkl.pT1am):
Ambulante Kontrolle jährlich bis zum 5. Jahr und zweijährlich bis zum
10. Jahr.
Low risk (pT1 und pT2, N0):
Nach der stationären 6-Monatskontrolle bei Tumorfreiheit (biochemisch und strukturell) jährliche Kontrolle bis 5 Jahre, eineinhalbjährliche Kontrolle bis 10 Jahre.
High risk (alle pT3 und 4 bzw. N1):
Bei Tumorfreiheit nach 6 Monaten (biochemisch und strukturell) alle
6 Monate bis zum 5. Jahr, sodann Thyrogen-stimuliertes Thyreoglobulin (Tg) und jährliche Kontrolle bis zum 10. Jahr.
Bei biochemisch inkompletter Remission (Tg unter Thyrogen-Stimulation nachweisbar): alle 6 Monate, bei Anstieg des Tg Weiterführung
der Diagnostik und Therapie.
Bei biochemisch und strukturell inkompletter Remission:
weiterführende Therapie je nach Sono, J-131 und FDG-PET-CT bzw.
wait and see, Verlaufskontrolle 6-monatig.
12. Wie wird die Nachsorge von Patienten mit DTC bei inkomplettem chirurgischen Vorgehen gehandhabt?
Sonographie der Halsweichteile, Hormon- und Thyreoglobulinkontrolle entsprechend dem Nachsorgeschema (alle 6 Monate bis 5 Jahre
nach OP, danach alle 12 Monate bis 10 Jahre nach OP).
13. Wie sollte die Supressionstherapie mit L-Thyroxin erfolgen?
Bei low risk-Patienten und biochemischer sowie struktureller Remission bei der 6-Monatskontrolle Suppressionstherapie mit einem Zielwert non bTSH 0.5 bis 1 mU/l, bis dahin vollständige TSH-Suppression.
Bei high risk-Patienten supprimiertes bTSH bis zum 5. Jahr, anschließend Thyrogen-stimuliertes Tg. Bei biochemischer und struktureller
Tumorfreiheit Zielwert bTSH 0.5 bis 1.
Univ.-Doz. Dr. Hans Jürgen Gallowitsch
Abschied von einem Visionär:
HR Prim. Dr. Edelmut Tichy
Edelmut Tichy wurde 1929 als Sohn eines Lehrers und Schuldirektors
in Bleiberg geboren. Er absolvierte das Realgymnasium in Villach, das
Medizinstudium in Wien und begann 1956 den Turnus am Landeskrankenhaus in Villach.
1963 wurde ihm der Facharzt für Kinderheilkunde verliehen und
1967 übernahm er die Leitung der Kinderabteilung am LKH Villach.
Bis zu dieser Zeit hatte er bereits zahlreiche Funktionen in der Ärztekammer inne, engagierte sich aber auch politisch sehr für eine
Besserstellung der Spitalsärzte. Diese Aktivitäten, nämlich die Mitarbeit in der Kärntner Ärztekammer sowie seine Bemühungen um
den Spitalsärztestand, waren ihm in den folgenden Jahren immer
ein Anliegen.
Nie vergessen werde ich, als einer seiner Mitarbeiter, einen seiner
Standardsätze, wenn - oft zu recht - bestehende Unzulänglichkeiten
des Systems kritisiert wurden: „Machen Sie was, sorgen Sie für eine
Verbesserung!“
Prim. Tichy hat uns Abteilungsärzte durch seine Vorausschau und seinen Innovationsgeist immer wieder gefordert und vor neue Aufgaben gestellt. Er hat uns angeregt und angehalten, Aufenthalte an
anderen Kliniken vor allem im Ausland zu absolvieren und damit
fachliche Innovationen zu erlernen und so Qualitätsverbesserungen
zu erreichen.
Wie zukunftsweisend seine Ideen waren, zeigte z.B. die frühzeitige
Einführung des Ultraschalls in der Kinderheilkunde. Dass ihm daneben Menschenfreundlichkeit ebenso wichtig waren wie fachliche
Kompetenz, bewies er mit der Öffnung der Kinderabteilung für die
Eltern, als andere österreichische Kinderabteilungen noch
mit dem Abschottungsmuster agierten.
Wahrlich visionär hat er mit
der Einführung von ElternKind-Zimmern begonnen.
Heute ist diese Einrichtung
selbstverständlich und nicht
mehr wegzudenken.
Weiters hat er unendlich viel Richtungsweisendes für das Gesundheitssystem in Kärnten, speziell für den Oberkärntner Raum, in der
Zeit seiner Tätigkeit als Medizinischer Direktor am Landeskrankenhaus Villach geleistet.
Die Verbesserung der medizinischen Versorgung lag ihm immer am
Herzen und seine Urteilskraft, Unterstützung bei diesen Projekten,
sein Durchhaltevermögen sowie seine menschliche Großzügigkeit
wurden von allen geschätzt.
Neben all diesen Qualitäten zeichnete ihn aber seine Bescheidenheit
aus. Er war einer, der seine Grenzen gekannt und gewahrt hat.
Durch seine Verlässlichkeit war er oft wie ein Fels in der Brandung, er
war ein Mensch, der – den Worten des babylonischen Talmuds gemäß – Gedanken Worte und Worten Taten folgen ließ.
So bleibt nur Dank zu sagen für dieses Beispiel an Vision, Standhaftigkeit, Verlässlichkeit, Durchhaltevermögen, Güte und Menschlichkeit!
Prim. Dr. Karl Pallasmann
Juni 2016 · www.aekktn.at
21
Qualitätssicherung
Fall des Monats
Fall-Nr: 135595
Akuter Hinterwandinfarkt
im EKG übersehen
Altersgruppe: 31-40
Geschlecht: männlich
Bereich: Innere Medizin
In welchem Kontext fand das Ereignis statt? Diagnosestellung
Wo ist das Ereignis passiert? Krankenhausambulanz
Versorgungsart: Routinebetrieb
Tag des berichteten Ereignisses: Wochentag
Was ist passiert (Fallbeschreibung)?
In die interne Notfallambulanz wurde an einem relativ ruhigen Wochentag gegen Mittag der Patient X mit Dyspnoe eingeliefert. Im
Ambulanzzimmer anwesend waren eine Pflegeperson in Ausbildung, der/die an diesem Tag ambulanzleitende Ärztin/Arzt und
ein/e Turnusärztin/-arzt. Im Routinebetrieb wird bei uns bei jedem
Patienten, sobald er das Ambulanzzimmer betritt, vom Pflegepersonal ein EKG gemacht sowie SPO2, RR und Fieber gemessen und
anschließend eine Blutabnahme durchgeführt. Danach oder während dieser Tätigkeiten beginnt die Ärztin/der Arzt mit seinem
Anamnesegespräch.
Da die Turnusärztin/der Turnusarzt zum Zeitpunkt des Eintreffens
des Patienten X gerade mit einem anderen Patienten beschäftig
war, führte die Ärztin/der Arzt das Anamnesegespräch durch und
entschied bald, Herrn X bei cardialer Dekompensation an unserer
Internen Abteilung stationär aufzunehmen. Als das Gespräch mit
dem Patienten beendet war, übernahm die Turnusärztin/der Turnusarzt nach Anweisung die bereits zur Hälfte von der Ärztin/vom
Arzt vorgeschriebene Aufnahmekurve sowie das ausgefüllte Status praesens-Blatt, führte die Kurve zu Ende und diktierte in weiterer Folge die Aufnahme inklusive Aufnahmegrund, Anamnese,
Status und Aufnahme-EKG. Anschließend wurde der Patient zum
Lungenröntgen und danach auf die Station gebracht.
Zu diesem Zeitpunkt hatte niemand bemerkt, dass weder eine
Blutabnahme durchgeführt, noch ein Venenverweilkatheter gesetzt wurde. Da dies wie oben beschrieben im Regelfall vor dem
Arzt-Patientengespräch passiert und die Ärztin/der Arzt rasch entschied den Patienten X aufzunehmen, nahm die Turnusärztin/der
Turnusarzt an, dass die Ärztin/der Arzt bereits die notwendigen
Labor-Werte der Blutabnahme angeordnet und sich das Aufnahme-EKG angesehen hatte. Das EKG wurde von der Pflegeperson in
Ausbildung offensichtlich vorher durchgeführt jedoch nicht der
Ärztin/dem Arzt gezeigt bzw. hatte diese/r keinen Blick darauf geworfen.
Der Patient kam am frühen Nachmittag auf der Station an und zu
diesem Zeitpunkt war bereits nur mehr ein/e nachtdiensthabende/r
Ärztin/Arzt anwesend. Diese/r sah sofort einen akuten Hinterwandinfarkt im EKG und wollte sich die Laborwerte inklusive Herzenzyme ansehen, musste jedoch feststellen, dass beim Patienten
22
Juni 2016 · www.aekktn.at
kein Blut abgenommen worden war. Es erfolgte rasch eine Blutabnahme und am späten Nachmittag konnte Herr X in ein anderes
Krankenhaus zur Coronarangiographie geschickt werden. Er erhielt zwei Stents und wurde einige Tage später wieder an unser
Krankenhaus rücktransferiert.
Nachdem die/der ambulanzleitende/n Ärztin/Arzt einige Tage später von dem Vorfall hörte, ließ sie/er sofort die Krankenakte suchen
und sich das EKG kopieren. Im Aufnahme-EKG ist deutlichst ein
Hinterwandinfarkt mit den typischen Katzenbuckel-ST-Hebungen
zu erkennen. Weiters ist dies als Text in Großbuchstaben am EKG
ausgewertet. In der Ausbildung während des Studiums und sowohl im Turnus ist dieses EKG ein klassischer Fall von Myokardinfarkt, der schon etliche Male von der Turnusärztin/vom Turnusarzt
erkannt und diagnostiziert wurde. In diesem Fall hatte die/der
Turnusärztin/-arzt das EKG vor sich liegen und sah einfach nicht
näher hin. Wahrscheinlich fühlte sie/er sich zu sicher, da die Ärztin/
der Arzt ja schon entschieden hatte den Patienten aufzunehmen,
sodass die Turnusärztin/der Turnusarzt unkonzentriert arbeitete
und schlichtweg das EKG zu wenig beachtete. Die Ärztin/der Arzt
und die/der Turnusärztin/-arzt sprachen kurz über den Fall und
die/der Ärztin/Arzt meinte, dass sie/er sich das EKG auf jeden Fall
ansehen hätte müssen und dass sie/er bei der Blutabnahme die
Abnahme der Herzenzymparameter anordnen hätte müssen.
Wo sehen Sie die Gründe für dieses Ereignis?
Dieses Ereignis passierte meiner Meinung nach aufgrund mehrerer
Faktoren:
1.Die Pflegeperson in Ausbildung hätte nicht alleine im Ambulanzzimmer gelassen werden dürfen.
2.Die Ärztin/der Arzt hätte die Aufnahme des Patienten selbst diktieren müssen. Arbeiten, die von einer Person begonnen werden, sollten auch von dieser zu Ende gebracht werden.
3.Die/der Turnusärztin/-arzt hätte sich nicht in Sicherheit wiegen
dürfen und auf jemand anderen verlassen sollen.
Patientenzustand zum Eintritt des Ereignisses:
zu diesem Zeitpunkt noch nicht eruierbar
Was war besonders gut?
Das kurze Gespräch mit der/dem beteiligten Ärztin/Arzt ohne
Schuldzuweisungen.
Eigener Ratschlag (take-home-massage):
Zukünftig keine bereits angefangene Arbeit übernehmen, von der
kein Überblick besteht. Selbstverständlich in Zukunft jedes EKG
genau unter die Lupe nehmen.
Qualitätssicherung
Wie häufig tritt ein solches Ereignis ungefähr auf? unbekannt
Kam der Patient zu Schaden? nein
Welche Faktoren trugen zu diesem Ereignis bei?
• Kommunikation (im Team, mit Patienten, mit anderen Ärztinnen/Ärzten, Sanitäterinnen/Sanitätern, etc.)
• Ausbildung und Training
•Ablauforganisation
Wer berichtet? Ärztin/Arzt
Ihre Berufserfahrung: bis 5 Jahre
Prüfungstermine
Prüfung zum „Arzt für Allgemeinmedizin“
für 2017:
Mo, 27.02.2017
Mo, 29.05.2017
Mo, 28.08.2017
Mo, 27.11.2017
(Anmeldeschluss 23.01.)
(Anmeldeschluss 24.04.)
(Anmeldeschluss 24.07.)
(Anmeldeschluss 23.10.)
Feedback des CIRS-Teams/Fachkommentar:
Um Informationslücken bei der Übergabe von Patienten während
des Aufnahmeprocedere zu schließen (was nicht selten vorkommt,
z.B. wenn aufnehmende/r Ärztin/Arzt an anderer Stelle gebraucht
wird), wären standardisierte Aufnahmeprotokolle/Checklisten hilfreich. Hier können sowohl einzelne Arbeitsschritte abgehakt (Bsp.
Durchführung EKG, Befundung EKG) als auch Untersuchungsergebnisse konkret eingegeben und abgezeichnet werden.
Experte des BIQG (Stellungnahme BIQG)
Veröffentlichung am 26.04.2016
www.ekh.at
UNABHÄNGIGES
YA C H T M A G A Z I N
FÜR
Das a.ö. ELISABETHINEN-KRANKENHAUS in Klagenfurt kooperiert eng mit dem
weltweit tätigen Orden der Barmherzigen Brüder, der in Österreich Einrichtungen
des Gesundheits- und Sozialwesens in sieben Bundesländern betreibt.
Wir suchen ab sofort eine/n:
ÖSTERREICH
Facharzt für
Innere Medizin
(m/w) mit Möglichkeit zur Ausbildung im
Zusatzfach Geriatrie (Teilzeit möglich)
Besser als jede Medizin!
Jetzt im Abo.
N7.at
Das Department für Akutgeriatrie / Remobilisation besteht aus einem Team mit
geriatrisch ausgebildeten und erfahrenen ÄrztInnen, geschultem Pflegepersonal,
Ergo- und PhysiotherapeutInnen, LogopädInnen, PsychologInnen sowie SozialarbeiterInnen, ErnährungsspezialistInnen und einem Seelsorger.
www.OCEA
www.
UNABH
ÄNGIGE
Mai/Juni
S
4,50 EUR
YA C H T
MAGAZ
IN
FÜR
ÖSTER
REICH
www.OCEA
N7.at
03/2015
UNABH
ÄNGIGE
September/O
S
YA C H T M
ktober 4,50
EUR
AGAZIN
FÜR
ÖSTERR
EICH
ÄNGIGE
November/D
S
YA C H T
ezember 4,50
EUR
OCEAN7-Speci
MAGAZ
IN
FÜR
ÖSTER
REICH
M · OCEAN7,
Feschnigstraß
UNABH
06/2014
e 232, 9020
Klagenfurt
www.OCEA
N7.at
05/2015
al in der Marina
Punat
g
Feschnigstraß
Das Millionen
-Din
Zur Biennale
und durch die
Lagune:
P. b. b.
e 232, 9020
Klagenfurt
12Z039473
2 x Venedig
Mit News der
Verbände YCA,
MSVÖ und SFVS
05
9 190001
016481
P. b. b.
Cool Runn
ing
Mit News der
Verbände YCA,
MSVÖ und SFVS
(m/w) Sonderfach Innere Medizin oder im
Zusatzfach Geriatrie (Teilzeit möglich)
Medizinische Betreuung geriatrischer PatientInnen durch individuell, auf
multimorbide ältere PatientInnen abgestimmte Behandlungskonzepte.
12Z039473
Tender 06
Arzt mit Option
zur Ausbildung
IHR AUFGABENGEBIET
M · OCEAN7,
Feschnigstraß
Fair Trade
mit Tres Hombre
s
9 190001
016481
M · OCEAN7,
Mit News der
Verbände YCA,
MSVÖ und
SFVS
Auf alten
Segelroute
n
P. b. b.
Jeanneau 64
Dragonfly 25
im OCEAN7
-Test
Der Flug
der Libelle
12Z039473
e 232, 9020
Klagenfurt
Skippertrai
ning
Für Ladies
only
ENTLOHNUNG
9 190001
016481
www.ocean7.at
Angelehnt an das Vertragsbediensteten-Schema (ks-Schema) des Landes Kärnten,
zzgl. Überstundenentlohnung.
Weitere Informationen zu diesen Stellen finden Sie unter www.ekh.at
OCEAN7 ist ein Produkt der
GmbH
Bewerbung: A.ö. KH der Elisabethinen Klagenfurt GmbH, Department für Akutgeriatrie/Remobilisation, zH DL OA Dr. Walter Müller, MSc, Völkermarkter Straße 15–19,
9020 Klagenfurt a. W., 0463/5830-309, Fax: 0463/5830-2012, [email protected]
Juni 2016 · www.aekktn.at
23
Lex & tax
Fortführung des
Handwerkerbonus 2016
Im Ministerrat vom 26. April 2016 wurde die Fortführung des
Handwerkerbonus beschlossen.
Mag. Manfred Kenda
Gute Nachrichten für alle jene, bei denen Renovierungsarbeiten
anstehen. Der seit 2014 bestehende Handwerkerbonus wird auch
für die Jahre 2016 und 2017 wieder neu aufgelegt. An Förderungen
stehen für die beiden Jahre insgesamt € 40 Mio. zur Verfügung
(vermutlich jeweils € 20 Mio. pro Jahr, wobei für die Fortführung
der Aktion im Jahr 2017 ein im Jahr 2016 zum Vorjahr schwächeres
reales Wirtschaftswachstum Voraussetzung ist).
Gefördert werden Leistungen, die ab dem 1. Juni 2016 erbracht
werden. Eine Antragstellung wird voraussichtlich ab Anfang Juli
2016 bei den Bausparkassen möglich sein. Die genauen Richtlinien
befinden sich derzeit in Ausarbeitung und werden rechtzeitig veröffentlicht. Eckpunkte der Förderung sind wie bisher:
• Förderung handwerklicher Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen von Wohnraum in Österreich (keine Förderung hingegen für Neubaumaßnahmen
und Arbeiten an Gebäudeteilen, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden);
• die maximale Fördersumme liegt pro Person und Jahr bei € 600,-(20 % der Kosten für Arbeitsleistung und Fahrtkosten bei einer
Obergrenze von € 3.000,-- netto);
24
Juni 2016 · www.aekktn.at
• die förderfähigen Arbeitsleistungen und Materialkosten müssen in der Endrechnung des mit entsprechender Gewerbeberechtigung ausgestatteten Handwerkers gesondert ausgewiesen werden;
• förderberechtigt sind nur natürliche Personen (Achtung: maximal ein Antrag pro Person und Jahr, auch wenn damit die maximale Fördersumme noch nicht ausgeschöpft werden konnte);
• eine zusätzliche Inanspruchnahme von sonstigen Förderungen
(z.B. steuerfreie Zuschüsse, Steuerbegünstigungen) ist nicht
möglich;
• die Vergabe der Förderung erfolgt in der Reihenfolge der einlangenden Anträge. Aufgrund der Registrierkassenpflicht für Handwerker kann der Nachweis der erfolgten Zahlung durch den Förderwerber entfallen. Im Sinne der Verwaltungsvereinfachung
soll also eine bar bezahlte Handwerkerleistung per se nicht mehr
ausgeschlossen sein.
Quelle: Klienten-Info – Klier, Krenn & Partner KG
Mag. Manfred Kenda
Die Steuerberater
Leserbrief
An das Amt der Kärntner Landesregierung
Abt. 7 / z.H. Herrn Dr. Weißegger
Mießtaler Straße 1, 9021 Klagenfurt
Betreff:
St. Gertraud, am 13. Juni 2016
Ansuchen um Bewilligung zur Anbringung einer
Warnleuchte mit blauem Licht und Tonfolgehorn –
Verlängerung der Bewilligung, Zahl 07-V-KBL-223/1-2016
Sehr geehrter Herr Dr. Weißegger!
Sie haben mit Schreiben vom 25. Mai 2016 an die Ärztekammer für
Kärnten mitgeteilt, dass Sie nunmehr beabsichtigen, mein Ansuchen vom 19. Mai 2016 nicht positiv zu entscheiden.
Ich teile Ihnen mit, dass ich mich ausdrücklich gegen eine Aberkennung der mir bewilligten Warnleuchte ausspreche und gegen einen ablehnenden Bescheid sämtliche möglichen Rechtsmittel ergreifen werde.
Als Begründung hiezu führe ich wie folgt aus:
Als Kassenarzt für Allgemeinmedizin in 9413 St. Gertraud bin ich für
die Versorgung von einigen Tausend Einwohnern im Einzugsgebiet nördlich von Wolfsberg tätig. Die geographische Lage zwischen Pack/Weinebene und den Ausläufern der Saualpe bzw.
Gräbern-Prebl auf der anderen Seite, bringt es mit sich, dass ich
enorme Anfahrtswege zu verzeichnen habe.
Zusätzlich bin ich, wie Ihnen bekannt ist, auch als Facharzt für
Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie als Notarzt mit gültigem Notarztdiplom der ÖÄK tätig.
Meine Tätigkeit als Notarzt übe ich seit nunmehr mehr als 20 Jahren
sowohl bodengebunden als auch im Flugrettungsdienst aus.
Mir wurde mit Bescheid vom 2.2.2011 eine Bewilligung zur Anbringung einer Warnleuchte mit blauem Licht und Tonfolgehorn erteilt.
Zum Zeitpunkt der positiven Entscheidung war ich als Oberarzt am
Unfallkrankenhaus Klagenfurt tätig, habe Flugrettungsdienst versehen und war vertretungsweise für Wochenendbereitschaftsdienste als Allgemeinmediziner in Wolfsberg eingeteilt.
In der Zwischenzeit habe ich eine selbstständige Tätigkeit als Kassenarzt für Allgemeinmedizin in 9413 St. Gertraud angenommen.
Die Veränderung meiner beruflichen Tätigkeit bringt es mit sich,
dass ich nunmehr verstärkt zu Notfällen gerufen werde.
Die Begründung, dass Sie einen ablehnenden Bescheid ausstellen
wollen, weil ich nicht in der Liste des Österreichischen Roten Kreuzes
für den Bereitschaftsdienst aufscheine, ist grundlegend unrichtig.
Tatsache ist, dass die Tätigkeit für den Bereitschaftsdienst nicht unmittelbar mit der Versorgung von Notfällen zu verbinden ist. Der
Bereitschaftsdienst besteht hauptsächlich in der Erbringung von
Routinedienstleistungen.
Umgekehrt ist es so, dass vor allem im Zuge der Zentralisierung medizinischer Leistungen die Allgemeinmediziner in den Regionen
vermehrt gefordert sind. Die optimale Versorgung von Notfällen ist
nur dann gewährleistet, wenn unverzüglich auf medizinische Hilfe
zurückgegriffen werden kann.
Ergänzend dazu führe ich selbstverständlich aus, dass ich nach wie
vor Bereitschaftsdienste versehe, wie dies auch im Kassenvertrag
geregelt ist.
Der Grund dafür, dass ich nicht regelmäßig in der Liste des ÖRK aufscheine, ist ausschließlich dadurch bedingt, dass es mir bisher zumeist gelungen ist, die Wochenenddienste an Vertretungen abzugeben.
Ich kann jedenfalls bestätigen und dies auch jederzeit mit entsprechenden Beispielen unterlegen, dass ich seit der Aufnahme der Tätigkeit als Kassenarzt in 9413 St. Gertraud, die mir bewilligte Warnleuchte wesentlich öfter einsetzen musste als in der Zeit davor.
Die regionale Vernetzung mit den sonstigen Hilfsorganisationen
wie insbesondere Rotem Kreuz und Feuerwehr führt dazu, dass bei
einer längeren Einsatzdauer des Notarztwagens der Bezirksstelle
Wolfsberg ich immer wieder kurzfristig aus meiner Ordinationstätigkeit gerissen werde und zur Versorgung von Notfällen fahren
muss.
Diese Einsatzfahrten zu Notfällen erfordern eine sichere Anfahrt
für mich als Notarzt und für die anderen, auf dem Anfahrtsweg sich
befindlichen Verkehrsteilnehmer und führt letztendlich dazu, dass
dem Notfallpatienten eine rasche und optimale Versorgung zugesichert werden kann.
Exemplarisch dazu möchte ich aus der jüngeren Vergangenheit folgendes Beispiel anführen:
Ein bei mir als Patient geführter Bewohner von St. Gertraud hat einen Notfall im Ortszentrum erlitten. Das Notarztfahrzeug der Bezirksstelle Wolfsberg war am südlichen Ende des Einsatzgebietes
unterwegs und konnte daher nicht kurzfristig zum Einsatzort gebracht werden. Die Anforderung des Rettungshubschraubers aus
Klagenfurt hätte zweifelsohne aufgrund der Zeitverzögerung zum
Tode des Patienten geführt.
Ich wurde daher zum Unfallort gerufen und ist es mir gelungen
(auch unter Einsatz der mit bewilligten Warnleuchte!) das Unfallopfer ordnungsgemäß und raschest zu versorgen und damit die lebensnotwendigen Funktionen wiederherzustellen.
Weitere Beispiele kann ich Ihnen auf Anforderung gerne zur Verfügung stellen.
Sehr geehrter Herr Dr. Weißegger, ich darf Sie daher nochmals ersuchen, mein Ansuchen vom 19. Mai 2016 positiv zu behandeln.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hannes Kappler
Durchschrift ergeht an:
Ärztekammer für Kärnten
Juni 2016 · www.aekktn.at
25
Fortbildung
Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege!
Die Verpflichtung, sich fortzubilden, und diese auch zu dokumentieren, ist mittlerweile gut bekannt.
In Kärnten wie auch in allen anderen Bundesländern wurde und
wird weiterhin in den Kammermedien dazu erinnert, dass ab
spätestens September 2016 auch Konsequenzen nahen.
Es besteht keine Verpflichtung, DFP-Diplominhaber zu sein,
wohl aber, seinen Fortbildungswillen im Ausmaß von 50 Stunden per anno wahrzunehmen und zu dokumentieren. Es ist vollkommen unerheblich, ob man angestellt oder niedergelassener
Arzt ist oder in welchem Arbeitsschema jemand tätig ist.
Jede Ärztin/jeder Arzt, die/der in die Ärzteliste eingetragen ist,
hat den Fortbildungsnachweis zu erbringen!
Wir sind Anfang Juni d.J. durch die Kärntner Spitäler getourt und
während in einigen Spitälern das Interesse groß war, mussten wir
in anderen Häusern feststellen, dass das Interesse an unserer Informationsveranstaltung kaum bis gar nicht vorhanden war.
Darum ergeht wiederum ein Appell an Sie :
DENKEN SIE AN IHREN FORTBILDUNGSNACHWEIS!
Für Fragen oder Hilfestellung sind wir gerne bereit, Sie
jederzeit zu unterstützen!
Wir sind für Sie da!
Die strukturierteste und einfachste Art der Dokumentation ist
das DFP-Diplom.
Es werden damit alle Anforderung automatisch erfüllt, es gibt
keinerlei weitere bürokratischen Auflagen und Hürden.
GUTEN TAG!
GENAU IHR FORTBILDUNGSNACHWEIS FEHLT IMMER NOCH.
Glaubhaftmachung
der Fortbildung:
DEADLINE
1. 9. 2016!
rz_DFP_ins_arzt_6_A5quer.indd 1
Dr. Bernd Krainer
Petra Spendier
E-Mail: [email protected]
Mit Stichtag 1. September 2016
müssen alle niedergelassenen
und angestellten Ärztinnen und
Ärzte, die zur selbstständigen
Berufsausübung berechtigt
sind, die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung nachweisen. Das DFP-Diplom ist dafür
die beste Bestätigung. Viel Zeit
bleibt nicht mehr!
Alle Details dazu und wie Sie
am schnellsten zu Ihrem
DFP-Diplom kommen, finden
Sie auf www.meindfp.at.
1. 9. 2016
FORT
BILDUNGS
NACH
WEIS!
01.04.16 11:39
Normhydral - lösliches Pulver · Zusammensetzung: 1 Beutel zu 13,1 g enthält: 10 g Wasserfreie Glucose, 0,875 g Natriumchlorid, 1,475 g Natriumcitrat 2H20, 0,750 g Kaliumchlorid (Die trinkfertige Lösung enthält: Glucose 111 mmol/l, Natrium 60 mmol/l, Kalium 20 mmol/l, Citrat
10 mmol/l, Chlorid 50 mmol/l). Hilfsstoffe: Siliciumdioxid. Anwendungsgebiete: Normhydral wird angewendet zur oralen Elektrolyt- und Flüssigkeitszufuhr bei akuten Durchfallerkrankungen mit und ohne Erbrechen bei Jugendlichen und Erwachsenen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit
gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile. Unstillbares Erbrechen, schwere Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit, Schock, metabolische Alkalose, Anurie, Monosaccharid-Malabsorption, schwere Nierenfunktionsstörung. Pharmakotherapeutische Gruppe:
Elektrolyte mit Kohlenhydraten, ATC-Code: A07CA. Packungsgrößen: 5 Beutel. Abgabe: Rezeptfrei und apothekenpflichtig. Kassenstatus: Green-Box. Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn, Österreich. Stand der Fachkurzinformation: 10.07.2014. Weitere Angaben
zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation.
26
Juni 2016 · www.aekktn.at
Info
Ertragreich veranlagen – auch
in Zeiten niedriger Zinsen!
In Zeiten niedriger Zinsen ist es wichtiger denn je,
sein Vermögen auf verschiedene Anlageklassen zu verteilen.
Die negativen Schlagzeilen der letzten Jahre, das sinkende Wirtschaftswachstum und die niedrigen Zinsen haben die Kunden in
den letzten Jahren zusehends verunsichert. Umso wichtiger geworden ist die persönliche Beratung des Kunden, egal ob es sich um ein
bestehendes Portfolio oder um eine Neuveranlagung handelt.
Der erste Schritt zu Ihrer erfolgreichen Vermögensanlage liegt in
der Definition Ihres persönlichen Anlageziels. Nur wenn Sie für sich
selber festlegen, welchem Zweck die Veranlagung dienen soll, sind
wir in der Lage, mit Ihnen gemeinsam die richtige Strategie im
Hinblick auf Ihre Laufzeitvorstellung, die Ertragserwartung und die
Risikobereitschaft zu wählen. Die schwierigste Aufgabe bei der
Auswahl der richtigen Veranlagungsprodukte liegt darin, verschiedene Investmentformen perfekt miteinander zu kombinieren. In der Fachsprache wird die Aufteilung „Asset Allocation“ genannt. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass vor allem die Veranlagungsstrategien, die sehr breit auf die verschiedenen Anlageklassen (kurzfristige Spareinlagen, festverzinsliche Wertpapiere,
Aktien, alternative Investments) aufgeteilt waren, die geringsten
Wertschwankungen zu verzeichnen hatten.
Die breite Streuung ist vor allem jetzt im aktuell schwierigen Umfeld niedriger Zinsen besonders wichtig. Durch die Aufteilung des
Vermögens auf verschiedene Assetklassen besteht die Möglich-
keit, dass negative Wertentwicklungen einzelner Anlageklassen durch die möglichen
positiven Entwicklungen anderer Anlageprodukte ausgeglichen werden können.
Mag. Johannes Dotter
Lösungen für alle Wünsche:
Für eine Wertpapierveranlagung bieten wir Ihnen folgende Möglichkeiten: regelmäßige Ansparvarianten, Direktinvestitionen auf
dem Kapitalmarkt, kapitalgarantierte Veranlagungen, Vermögensverwaltung.
Mein Tipp:
Besprechen Sie Ihr bestehendes Portfolio regelmäßig mit Ihrem
Betreuer. So stellen Sie sicher, dass Ihre Veranlagung immer Ihren
aktuellen Bedürfnissen entspricht.
Mag. Johannes Dotter | Koordinator Freie Berufe
9020 Klagenfurt, Neuer Platz 14
Tel.: 050100 30422, Mobil: 050100 6 30422
[email protected]
Juni 2016 · www.aekktn.at
27
Standesmeldungen
Standesmeldungen
vom 1. Juni 2016
KURIE DER ANGESTELLTEN ÄRZTE:
Turnusärzte:
Ärzte für Allgemeinmedizin:
Fachärzte:
1.606
259
482
865
Ordentliche Kammerangehörige:
2.577
Außerordentliche Kammerangehörige: 603
Kammerangehörige insgesamt:
3.180
Ausländische Ärzte:
KURIE DER NIEDERGELASSENEN ÄRZTE:
Ärzte für Allgemeinmedizin:
Fachärzte:
Wohnsitzärzte:
5
971
402
412
157
FREIE KASSENARZTSTELLEN
ÄRZTE FÜR ALLGEMEINMEDIZIN:
FACHÄRZTE:
1 in Hermagor für einen FA für Kinder- und Jugendheilkunde (nach Dr. Schwegel)
ab 1.7.2016 – Bewerbungsfrist: 6. Juli 2016, um 16.00 Uhr
1 in Patergassen (nach Dr. Hofmeister) ab 1.10.2016 –
Bewerbungsfrist: 6. Juli 2016, um 16.00 Uhr
1 in St. Veit/Glan für einen FA für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
(nach Dr. Schmid) ab 1.1.2017 – Bewerbungsfrist: 13. Juli 2016, um 16 Uhr
Die o.g. ausgeschriebenen Kassenarztstellen
sind auch auf der Homepage der Ärztekammer
für Kärnten, unter www.aekktn.at, unter der Rubrik Arztinfo/Jobs, abrufbar.
Die Bewerbungsformulare sind im Internet unter www.aekktn.at als PDF-Datei herunterzuladen oder bei der Ärztekammer für Kärnten anzufordern. Die Bewerbung hat mit dem hiefür vorgesehenen Formular und den erforderlichen
Unterlagen bis Ende der Bewerbungsfrist bei der
Ärztekammer für Kärnten einzulangen.
Bewerbungen per Fax und E-Mail werden
nicht berücksichtigt!
Ein Bewerber muss folgende Voraussetzungen erfüllen:
Staatsbürgerschaft eines EWR-Staates oder der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, Diplom der
Österr. Ärztekammer über Zuerkennung des
Arztes für Allgemeinmedizin oder des ausgeschriebenen Facharztes bzw. eine gleichwertige
Bescheinigung (§§ 4, 7 und 8 ÄG)
Die Vergabe der Kassenarztstelle erfolgt nach
den zwischen Kasse und Kammer vereinbarten
Reihungsrichtlinien. Für die Beurteilung der Bewerbung werden alle Unterlagen und Nachweise berücksichtigt, die bis zum Bewerbungsstichtag 6. Juli 2016 bzw. 13. Juli 2016 eingelangt
sind.
Mitglieder der Ärztekammer für Kärnten haben dem Bewerbungsformular einen Lebenslauf beizulegen.
Nichtmitglieder der Ärztekammer für Kärnten
haben folgende Nachweise dem Bewerbungsformular beizulegen:
Promotionsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis, Diplom(e), Lebenslauf, Nachweise über die
berufliche Erfahrung (Dienstbestätigung, Zeugnisse, Bestätigung der beruflichen Interessens-
vertretung über die Eintragung in der Ärzteliste
als niedergelassener Arzt, angestellter Arzt oder
als Praxisvertreter).
Sollten Sie kein Interesse an einer Bewerbung
haben, können Sie sich ebenfalls bis 6. Juli 2016
bzw. 13. Juli 2016 aus der Reihungsliste am genannten Ort streichen lassen.
Der Streichungsantrag muss schriftlich (Post,
Fax oder E-Mail) erfolgen und bis 6. Juli 2016
bzw. 13. Juli 2016, 16.00 Uhr, in der Ärztekammer für Kärnten eingelangt sein.
Sofern Sie keine Streichung veranlassen und
sich nicht bewerben, werden Sie aus allen Orten, an denen Sie gereiht sind, aus der Reihungsliste gestrichen.
Sollten Sie den Krankenversicherungsträgern
zur Invertragnahme vorgeschlagen werden
und die Kassenplanstelle nicht annehmen, so
erlischt die gesamte Reihung.
Dr. HUCKE Florian, TA, ist seit 1.6.2016 im Klinikum Klagenfurt tätig (zugezogen aus Wien).
Dr. PIRKER Georg, AM, ist seit 1.5.2016 im LKH
Wolfsberg tätig (zugezogen aus der Steiermark).
IVANKOVIC Sandra, dr.med., ist seit 1.5.2016 im
KH der Elisabethinen tätig.
Dr. RAFFALT Wolfgang, FA für Anästhesiologie
und Intensivmedizin und AM, ist seit 1.5.2016 im
LKH Wolfsberg tätig (zugezogen aus NÖ).
ZUGÄNGE:
Dr. ARCO Dagmar, AM, hat mit 1.4.2016 eine Ordination in 9020 Klagenfurt, Radetzkystraße 35,
eröffnet (zugezogen aus der Steiermark).
28
Dr.med. CZERNIN Tatjana, FÄ für Kinder- und Jugendheilkunde, ist seit 13.5.2016 als Wohnsitzärztin tätig (zugezogen aus Wien).
Dr. JANIG Florian, TA, ist seit 1.6.2016 im UKH Klagenfurt tätig.
Dr. DOHR Christina, TÄ, ist seit 1.5.2016 im LKH
Wolfsberg tätig (zugezogen aus der Steiermark).
Dr. KROPIUNIK Thomas, TA, ist seit 1.6.2016 im
Klinikum Klagenfurt tätig.
Mag. Dr. HÖGLER Richard, FA für Orthopädie
und orthopädische Chirurgie und AM, ist seit
1.4.2016 im KH Friesach tätig (zugezogen aus
der Steiermark).
Dr. LAUSSERMAYER David, FA für Anästhesiologie
und Intensivmedizin und AM, ist seit 1.5.2016 im
Klinikum Klagenfurt tätig (zugezogen aus Tirol).
Juni 2016 · www.aekktn.at
Dr. SAEBI Farid, TA, ist seit 1.6.2016 im LKH Villach tätig (zugezogen aus Salzburg).
Dr. SCHNEDL Christian, TA, ist seit 17.5.2016 im
Klinikum Klagenfurt tätig (zugezogen aus der
Steiermark).
Dr. STEINKELLNER Iris, AM, ist seit 1.6.2016 im LKH
Wolfsberg tätig (zugezogen aus der Steiermark).
Standesmeldungen
ABGÄNGE:
Dr. ABOU-TAHA Nesrin, TÄ, ist seit 1.4.2016 in der
Privatklinik Döbling/Wien tätig.
Dr. LIEGL-SCHALLER Petra, FÄ für Klinische Pathologie und Molekularpathologie und AM, hat
mit 1.6.2016 eine Ordination in 9360 Friesach,
Bahnhofstraße 4, eröffnet.
Dr. DORFINGER Helmut, FA für Kinder- und Jugendheilkunde und AM, hat mit 31.5.2016 seine
Kassenordination in 9500 Villach, Nikolaigasse
39, eingestellt und ist mit 1.6.2016 ins Ausland
verzogen.
Dr. SALANDA Sigrid, FÄ für Augenheilkunde und
Optometrie und AM, hat mit 1.6.2016 eine Ordination in 9201 Krumpendorf, Hauptstraße 121,
eröffnet.
Dr. FISCHER-WERL Claudia Gabriele, AM, ist seit
1.6.2016 im BKH Lienz/Tirol tätig.
ERÖFFNUNG EINER ZWEITORDINATION:
Dr. HAMMERL-STEINER Andrea, FÄ für Innere
Medizin, ist seit 1.6.2016 im KHBB Graz/Steiermark tätig.
Dr. HUBNER Philipp, AM, ist ab 1.7.2016 im KH
Rudolfsstiftung/Wien tätig.
Dr. KÖCK Herbert, FA für Unfallchirurgie, ist seit
1.4.2016 im KH Stolzalpe/Steiermark tätig. Mit
3.5.2016 hat er seine Ordination in 9300 St.Veit/
Glan, Kaltenkellerstraße 44, eingestellt.
Dr. LENART Elisabeth, AM, ist seit 1.6.2016 in der
Gesundheitstherme Wildbad Einöd/Steiermark
tätig.
Prim. Dr. OSCHMAUTZ Harald, FA für Innere Medizin und AM, hat mit 12.5.2016 eine Zweitordination in 9150 Bleiburg, Schloßgasse 3, eröffnet.
PRAXISEINSTELLUNGEN:
Dr.med. DEZULOVIC Matko, dr.med., FA für Orthopädie und Traumatologie, hat mit 13.5.2016
seine Ordination in 9300 St.Veit/Glan, Kalten Kellerstraße 44, eingestellt.
Dr. GMEINER Alexander, FA für Orthopädie und
orthopädische Chirurgie und AM, hat mit
18.5.2016 seine Ordination in 9220 Velden, Seecorso 4, eingestellt.
Dr. TÖRZSÖK Anna, AA, ist seit 9.5.2016 im LKH
Salzburg tätig.
Dr. LANGER Annette, AM, hat mit 23.5.2016 ihre
Ordination in 9500 Villach, Gerbergasse 6, eingestellt.
TODESFÄLLE:
Dr. LIENBACHER Brigitta, FÄ für Kinder- und Jugendpsychiatrie und AM, hat mit 31.5.2016 ihre
Ordination in 9020 Klagenfurt, Kroneplatz 1, eingestellt.
MR. Dr. WINKLER Walter, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, 9500 Villach, ist am
24.5.2016 verstorben.
Dr. WOLF Reinhard Alexander, Arzt für Allgemeinmedizin, 9400 Wolfsberg, ist am 7.5.2016
verstorben.
Dr. GASSNER Anja-Verena, AM, hat mit 1.6.2016
eine Ordination in 9212 Techelsberg, Sekull 180,
eröffnet.
Dr. GMEINER Alexander, FA für Orthopädie und
orthopädische Chirurgie und AM, hat mit
18.5.2016 seine Zweitordination in 9330 Althofen, Moorweg 30, eingestellt.
Dr. RAUTER Roland, AM, hat mit 3.5.2016 seine
Zweitordination in 9722 Stadlbach, Müllnerfeld
34, eingestellt.
ÄNDERUNG DER ORDINATIONSADRESSE:
Dr. HÄRB-WINDING Christina, FÄ für Innere Medizin und AM, hat mit 11.5.2016 ihre Zweitordination von 9073 Viktring, Gendarmeriestraße 2,
nach 9523 Villach-Landskron, St. Leonharderstraße 34, verlegt.
Dr. SCHMÖLZER Michaela, FÄ für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, 9020 Klagenfurt, hat mit
30.5.2016 ihre Ordination von Dr.-Richard-Canaval-Gasse 110 zur Görzer Allee 22 C verlegt.
INVERTRAGNAHMEN:
durch die SVA:
Dr. RADOS Jakob, FA für Psychiatrie und Neurologie, 9020 Klagenfurt
durch die KFA:
Dr. HEBENSTREIT Arnold, FA für Innere Medizin,
9300 St. Veit/Glan
EINTRAGUNGEN IN DIE ÄRZTELISTE:
MR Dr. STANITZNIG Robert, AM, hat mit 31.3.2016
seine Kassenordination in 9220 Velden, Mösslacherstraße 3, eingestellt. Von 1.4.2016 bis
9.5.2016 Weiterführung als Privatordination an
gleicher Adresse. Mit 10.5.2016 ist er in den Ruhestand getreten.
PRAXISERÖFFNUNGEN:
Dr. BRABANT Patrick, AM, hat mit 1.6.2016 eine
Ordination in 9020 Klagenfurt, Johann Ure Weg
15, eröffnet.
EINSTELLUNG EINER ZWEITORDINATION:
Dr. ZIEBART-SCHROTH Simone, AM, hat mit
11.5.2016 ihre Ordination in 9822 Mallnitz, Mallnitz 14, eingestellt.
Dr. ZWICKELSTORFER Irene, FÄ für Anästhesiologie und Intensivmedizin und AM, hat mit
31.5.2016 ihre Ordination in 9500 Villach, Postgasse 3, eingestellt.
Mag. Dr. BENISCHKE Florian, Facharzt für Innere
Medizin
Dr. BAUMER Harald, Facharzt für Herzchirurgie
Dr. FISCHER-FELGITSCH Christine, Fachärztin für
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Dr. GANDLER Bernd, Facharzt für Hals- Nasenund Ohrenkrankheiten
Dr. JAUK Barbara, ZF Neuropädiatrie
Dr. JESACHER Martin, ZF Sporttraumatologie
Dr. MAYER Hannes, Arzt für Allgemeinmedizin
Dr. ONITSCH Andrea, ZF Rheumatologie
Dr. PAINSI Clemens, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Juni 2016 · www.aekktn.at
29
Urlaube/Kleinanzeigen
Urlaube
Tschauko Werner Dr., Velden, 13.-21.6., 11.-15.7.
u. 25.7.-12.8.2016
Ärzte für Allgemeinmedizin:
Andrecs Monika Dr., St. Paul/Lav., 20.-24.6.2016
Waechter Joachim Dr., Bleiberg/Kreuth,
18.-26.6. u. 16.-24.7.2016
Bierbaumer-Petek Birgit Dr., Sittersdorf,
27.7.-12.8.2016
Waidmann Eckart Dr., Bad Kleinkirchheim,
2.-17.7.2016
Charisius Markus Dr., Bad Bleiberg,
25.7.-8.8.2016
Wandaller Gerhard Dr., Arnoldstein,
16.-24.7.2016
Fuchs Alois Dr., Friesach, 27.6.-1.7.2016
Wiegele Gert Dr., Weißenstein, 4.-26.6.2016
Gatterer Gerald Dr., Möllbrücke, 30.7.-16.8.2016
Fachärzte:
Herzele Gerald Christian Dr., Viktring,
20.-24.6.2016, Vertr.: Dr. Koinig
Klade Karin Dr., Lavamünd, 20.-22.6., 24.6., 15.7.
u. 18.7.-6.8.2016, Vertr.: Dr. Griessler 20.-22.6. u.
18.-22.7.2016
Achernig Christoph Dr., Villach, 20.-24.6.2016
bäude) zum Sommer/Herbst 2016. Behindertengerecht, teilbar oder als Gemeinschaftspraxis
nutzbar. Tel. 04276/29377,
E-Mail: [email protected],
Homepage: www.wirbelsaeulentherapie.at
Klagenfurt - ruhige Zentrumslage: großzügige,
generalsanierte attraktive Altbauwohnung,
121 m², 3,5 Zimmer, langfristig zu vermieten. Gesamtmiete € 990,-- (exkl. Strom und Heizung).
Detaillierte Infos und Bilder unter
http://Top6.walther.biz bzw. unter
0676/5274541 od. 0463/513828
Wohnung (50 m2) zu vermieten; Küche, 2 Zimmer, Vorraum, Bad mit WC, Kellerabteil, Garten)
Richard Wagner Straße 39, 9020 Klagenfurt. Miete: € 525,-- inkl. Betriebskosten
Tel.: 0664/5115350
Gansl Gabriele Dr., Klagenfurt, 8.-17.7.2016
Hebenstreit Arnold Dr., St. Veit/Glan,
1.-22.7.2016
Kollermann Robert Julius Dr., Krumpendorf,
20.-24.6.2016
Poelz Heike Dr., Lavamünd, 18.-24.7.2016
Kovacic Werner Dr., Spittal/Drau, 20.6.-1. 7.2016
Reiterer Helga Dr., Villach, 11.-22. 7.2016
Kronfuß Heidrun Dr., Feistritz/Drau, 20.-24.6. u.
25.7.-5.8.2016
Rupp Veronika Dr., St. Veit/Glan, 27.6.-1.7. u.
25.7.-5.8.2016, Vertr.: Dres. Jellen,
Mitterndorfer-Hinteregger
Schöne Ferienwohnung (85 m2, 2 Schlafzimmer, 2 Balkone) in Grado Pineta im Sommer zu
vermieten. Preis: € 750,-- pro Woche.
Tel. 0664/4357708
Villenetage (138 m2), 1. Stock mit allem Komfort, Wohnung/Büro in Klagenfurt-Kreuzbergl
langfristig zu vermieten.
Anfragen Tel.: 0463/29111
Lassnig Marcus Dr., Friesach, 11.-25.7.2016
Liechtenecker Brigitte Dr., Friesach,
25.7.-12.8.2016
Stopajnik Hans-Werner Dr., Spittal/Drau,
11.-29.7.2016
Liegl Werner Franz Dr., Friesach, 11.-22.7.2016
Streit Kurt Otto Leopold Dr., Villach,
25.7.-5.8.2016, Vertr.: Dr. Laske
Malle Kurt Rainer Dr., Arnoldstein, 7.-15.7.2016,
Vertr.: Dr. Gosch
Zdouc Maximilian Dr., Völkermarkt,
18.-29.7.2016
Nagele Werner Dr., Kolbnitz, 9.-31.7.2016
KLEINANZEIGEN
Pichler Peter Paul Dr., Schiefling, 30.7.-21.8.2016
Zu verkaufen:
1 Echokardiographie GE, Vivid 7, Dimension;
1 US-Gerät Philips HD 11 mit 3,5 und 7,5 MHzSchallkopf; 1 Echokardiographieliege; 2 Patientenliegen; 1 Gerätewagen, 2 Laden mit Spritzenaufsatz; 1 Bosch ABI-System 100; 1 komplettes
Ergometrie-System GE Case; 1 Reflotron Sprint;
1 ABX Micros 60; 1 EBA 20 Zentrifuge; 1 Urisys
1100; 1 Cobas h 232; 1 CoaguCheck XS; Schreibtische f. EDV, u.v.m.
Tel. 0676/6362818
Zu vermieten:
Pickl Monika Dr., Mühldorf, 25.6.-10.7.2016
Prentner Franz Andreas Dr., Reichenfels,
20.-26.6.2016
Rom-Höfernig Christa Dr., Weitensfeld,
20.6.2016
Siding Bernd Michael Dr., Velden, 4.-8.7.2016
Stellnberger Norman Dr., Villach, 20.-24.6.2016,
Vertr.: Dr. Zwettler
Tomantschger Wilfried Dr., Liebenfels, 29.7.2016
30
Juni 2016 · www.aekktn.at
Ordinationsräumlichkeiten und Wohnung, je
ca. 80 m², in Ferlach – zentral gelegen, gute Parkmöglichkeiten, ab August 2016 zu vermieten.
Tel.: 0650/6455642
Villach-Zentrum, Postgasse: Ordinationsräume,
auch für Gruppenpraxen geeignet. Fläche 116
m², Lift, 3 Toilettanlagen, Zugang zu den Räumen sowohl untereinander als auch separat.
Kontakt: Mag. Sigrid Mosettig,
Tel. 0688/8124024 od. 04242/42161
Suche Nachmieter für schöne, helle und großräumige Ordination in Feldkirchen (Polizeige-
Ab Mitte September: Verkaufe komplette Ordination, Allgemeinmedizin (Möbel und Geräte),
(fast) alle Geräte (vom Defi bis zur Mikrowelle)
gebraucht, aber gut funktionierend, detaillierte
Liste maile ich gerne. VP: € 19 000.-, Voraussetzung Selbstabholung aller Geräte, Einzelverkauf
ist mir zu umständlich.
Tel. 0650/4405620
Zu verkaufen/zu vermieten:
Übernahme (Kauf/Miete) einer Hausarztpraxis
in der Stadt Lienz (barrierefrei, verkehrsgünstig
gelegen) ab 1.1.2017 wegen Pensionierung. Alle
Kassen nach Neuausschreibung und Bewer-
Kleinanzeigen
bung, Notarzttätigkeit am Lienzer NAW – ev.
auch nach Einschulung. Ab sofort Mitarbeit und
Einschulung in der laufenden Praxis möglich.
Bei Interesse: Tel. 04852/64664 am Vormittag.
ANLAGE- UND
VORSORGEWOHNUNGEN
4% Rendite - in Graz und Wien.
Gesucht:
Suche Kollegin/Kollegen für Bereitschaftsdienst-Vertretung (Samstag, Sonn- und Feiertag) in Feistritz/Drau; Schlafmöglichkeit vorhanden. Tel. 04245/6565 (vormittags)
Diverses:
Erfahrene Ordinationsassistentin erledigt gerne jegliche Schreibarbeiten, insbesondere ärztliche Befunde und auch Gutachten.
Tel. 0664/2577971
Kleinanzeigen werden für Mitglieder
der Ärztekammer für Kärnten
kostenlos veröffentlicht!
Auch provisionsfrei!
Gerne senden wir Ihnen unser Angebot.
Rufen Sie uns an!
AICO Immobilien
Ulrike Juri: 0664/8229000
www.ihreimmobilie.at
Juni 2016 · www.aekktn.at
31
Fortbildungen Kärnten
Fortbildungen Kärnten
21. Juni 2016
Treffen
Bezirksfortbildung Villach Stadt-Land
Themen: „Diabetestherapie heute – ein Update“,
„Handhabung von Injektionsgeräten mit praktischen
Tipps für die Ordination“
Ref.: OA Dr. James Gredler, DGKS Maria Prein, LKH Villach
Ort/Zeit: Hotel-Restaurant eduCare, 9521 Treffen, 19.00 Uhr
Zuständig: Dr. Manfred Götz
Die Veranstaltung wird unterstützt von Novo Nordisk Pharma.
DFP: 2 Medizinische Punkte + 1 Sonstiger Punkt
23. Juni 2016
Klagenfurt/WS
Geriatriereferat der Ärztekammer für Kärnten
Geriatrische Patientenfallkonferenz nach Siebolds
Thema: „Polypharmazie“
Ref.: Mag.pharm. Bettina Baumgartner, Klinikum Klagenfurt/WS,
OA Dr. Walter Müller, EKH Klagenfurt/WS, Prim. Dr. Georg
Pinter, Klinikum Klagenfurt/WS,
Mag.pharm. Dr. Iris Wille, EKH Klagenfurt/WS
Ort/Zeit: A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen, 9020 Klagenfurt/WS,
19.00 Uhr
Zuständig: Prim. Dr. Georg Pinter
DFP: 2 Medizinische Punkte + 1 Sonstiger Punkt
24. Juni 2016Klagenfurt/WS
Klinikum Klagenfurt/WS in Zusammenarbeit mit der
Österreichischen Gesellschaft für Neurochirurgie (ÖGNC) und
der Arbeitsgruppe Neurotraumatologie
Thema: „Neurotraumatologie Update Meeting“
Ort/Zeit: Klinikum Klagenfurt/WS, 9020 Klagenfurt, 9.00 – 18.00 Uhr
Auskünfte: OA Dr. Franz Marhold, E-Mail:
[email protected]; Prim.-Prof. Dr. Giles Vince,
E-Mail: [email protected]
30. Juni 2016
Velden/WS
Ärztekammer für Kärnten – Fachgruppe Haut- und
Geschlechtskrankheiten
Thema: „Derma meets Rheuma – Praxisfortbildung“
Programm: „Chronisch spontane Urtikaria: Erfahrungsberichte aus der
Praxis“: OA Dr. Rainer Hügel, Klinikum Klagenfurt/WS;
„Plaque Psoriasis: neue Therapien in der Praxis“:
Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Weger, Univ.-Klinik für
Dermatologie & Venerologie, Graz;
„IL17A für die Behandlung von Psoriasis Arthritis und
Morbus Bechterew“: OA Dr. Markus Gaugg,
EKH Klagenfurt/WS
Ort/Zeit: Hotel Werzer`s Velden, 9220 Velden/WS, 16.30 Uhr Empfang
und 17.00 Uhr Vorträge
Anmeldung: bis 27. Juni 2016 unter
E-Mail: [email protected] oder Tel.: 0664/8278536
Zuständig: Dr. Max Wutte
Die Veranstaltung wird unterstützt von Novartis.
DFP: 4 Medizinische Punkte
32
Juni 2016 · www.aekktn.at
Online abrufbar unter:
www.aekktn.at/Fortbildung
30. Juni 2016 Klagenfurt/WS
Klinikum Klagenfurt/WS –
Abt. für Psychiatrie und Psychotherapie
Thema: „Demenz aus psychologischer Sicht –
Normalität oder Pathologie?“
Ref.: Univ.-Doz. Dr. Gerald Gatterer, Wiener Neudorf
Ort/Zeit: Festsaal APP – 2. Stock, Klinikum Klagenfurt/WS,
14.00 – 15.30 Uhr
Die Veranstaltung wird unterstützt von Krka.
Auskünfte: Renate Wessely, Tel.: 0463/538-22970,
E-Mail: [email protected]
DFP: 2 Sonstige Punkte
2. Juli 2016Klagenfurt/WS
Medizinische Wissenschaftliche Gesellschaft für Kärnten und
Osttirol (MWG) in Kooperation mit der Österreichischen
Gesellschaft zur Förderung der Sexualmedizin und der
Sexuellen Gesundheit (ÖGFSSG)
Sexualmedizinische Matinee
Thema: „Sexualmedizin in der Praxis aus dem Bereich der
Urologie, Gynäkologie, Inneren Medizin, Psychiatrie,
Psychotherapie, Allgemeinmedizin“
Ref.: Univ.-Prof.Dr. Michaela Bayerle-Eder, AKH Wien;
Univ.-Prof.Dr. Christian Dadak, AKH Wien;
Dr. Alexandra Fuchs-Samitz, Klagenfurt;
Univ. Lektor Ulrich Peter Hagg, MA, Wien/St. Veit/Glan;
Dr. Doris Hinkel, Wien
Ort/Zeit: Seeparkhotel, 9020 Klagenfurt, 9.00-13.30 Uhr
Moderation: Univ.-Prof. Dr. Dietmar Geissler und Dr. Peter Mitterer
Anmeldung (inkl. Übermittlung konkreter Fragestellungen):
E-Mail: [email protected]; Tel.: 0664/2138496 oder
0463/56302; Fax: 0463/563024
DFP: 4 Medizinische + 1 Sonstiger Punkt
5. Juli 2016Pörtschach/WS
Evangelisches Krankenhaus Wien
Thema: „Ist Antikoagulation jetzt steuerbar? Interdisziplinärer
Erfahrungsaustausch“
Ort/Zeit: Hotel Schloss Seefels, 9212 Pörtschach/WS, 19.00 Uhr
Zuständig: Prim.Univ.-Prof. Dr. Sibylle Kozek-Langenecker, MBA
Anmeldung: per Fax: 01/80105-32308 oder per E-Mail:
[email protected]
Die Veranstaltung wird unterstützt von
Boehringer-Ingelheim.
6. Juli 2016
Wolfsberg
Bezirksfortbildung Wolfsberg und Völkermarkt
Thema: „Klinisches Update zur seronegativen und seropositiven
entzündlichen rheumatischen Erkrankung“
Ref.: OA Dr. Raimund Lunzer, KH BHB Graz/Eggenberg
Ort/Zeit: Schloss Wolfsberg, 9400 Wolfsberg, 19.30 Uhr
Zuständig: Mag.Dr. Christian Brunnbauer
Die Veranstaltung wird unterstützt von Abbvie.
DFP: 2 Medizinische Punkte
Fortbildungen Kärnten/Weitere Fortbildungen
8.-10. Juli 2016Pörtschach/WS
ÖÄGMM – SOS Körper – VPWS
Vorträge – Seminare – Workshops
Themen: „Das Knie – Die Schulter, Wie schmerzhaft können sie sein?,
Möglichkeiten und Grenzen der konservativen Therapie,
Manuelle Medizin – Konservative Orthopädie”
Ort: Congress-Center Pörtschach/WS
Leitung: Univ.-Prof. Dr. Hans Tilscher
Auskünfte/Anmeldung: Verein zur Prävention von
Wirbelsäulenstörungen, ÖÄGMM, Sabine Witty,
Tel.: 01/80110-3726, 0664/4530414; Fax: 01/80110-3728,
E-Mail: [email protected]
28. August – 2. September 2016Keutschach
Internationale Ärztegesellschaft für
Applied Kinesiology (IMAK)
Thema: „Ausbildungswoche Funktionelle Myodiagnostik (FMD)“
Ort: Sonnenhotel Hafnersee, 9074 Keutschach
Auskünfte/Anmeldung: Tel. 04262/29098, Fax: 04262/29107,
E-Mail: [email protected]
DFP: 60 Medizinische Punkte
28. August – 2. September 2016Pörtschach/WS
Berufsverband Deutscher Internisten (BDI)
65. Internationaler interdisziplinärer
Seminarkongress für ärztliche Fortbildung
Thema: „Krankheiten des Herzens und der
Atemorgane / Hämatologie“
Ort: Congress Center Wörthersee, 9210 Pörtschach/WS
Auskünfte/Anmeldung: Tel.: 0049 (0)611/18133-21/-22;
Fax: 0049 (0)611/18133-23; E-Mail: [email protected]
www.bdi.de;
DFP: 50 Medizinische Punkte
13. September 2016
Klagenfurt/WS
Fortbildungsreferat der Ärztekammer für Kärnten
Thema: „VU-Neu – Praktische Anwendung und
organisatorische Voraussetzungen“
Ref.: MR Dr. Eldrid Moser-Rapf, Klagenfurt/WS
Ort/Zeit: Ärztekammer für Kärnten, 9020 Klagenfurt/WS, 18.30 Uhr
Anmeldung: Petra Spendier, Tel.: 0463/5856-17,
Fax: 0463/5856-45, E-Mail: [email protected]
Zuständig: Dr. Bernd Krainer
DFP: 3 Medizinische Punkte
20. September 2016
Klagenfurt/WS
Fortbildungsreferat der Ärztekammer für Kärnten
Thema: „Der Betriebsprüfer kommt“
Ref.: Mag. Manfred Kenda, Klagenfurt/WS
Ort/Zeit: Ärztekammer für Kärnten, 9020 Klagenfurt/WS, 19.00 Uhr
Anmeldung: Petra Spendier, Tel.: 0463/5856-17,
Fax: 0463/5856-45, E-Mail: [email protected],
Zuständig: Dr. Bernd Krainer
DFP: 2 Sonstige Punkte
21. September 2016
Villach
Bezirksfortbildung Villach Stadt-Land
Thema: „Lieber Kieferchirurgie als ästhetische
Gesichtschirurgie“
Ref.: DDr. Sascha Virnik, Dr. Heribert Rainer, Klagenfurt/WS
Ort/Zeit: Congress-Hotel Holiday Inn, 9500 Villach, 19.30 Uhr
Zuständig: Dr. Manfred Götz
Die Veranstaltung wird unterstützt von Dentsply Implants
und Straumann.
DFP: 2 Medizinische Punkte
23. September 2016
Klagenfurt/WS
Fortbildungsreferat der Ärztekammer für Kärnten
Thema: „Crashkurs zur Vorbereitung auf die Prüfung zum Arzt
für Allgemeinmedizin“
Ref.: Dr. Wilfried Tschiggerl, 9020 Klagenfurt/WS
Ort/Zeit: Ärztekammer für Kärnten, 9020 Klagenfurt/WS,
15.00–18.00 Uhr
Anmeldung: Petra Spendier, Tel.: 0463/5856-17,
Fax: 0463/5856-45, E-Mail: [email protected],
Zuständig: Dr. Bernd Krainer
29. September 2016
Klagenfurt/WS
Bezirksfortbildung Klagenfurt Stadt-Land
Thema: „Angina Pectoris – ein Update“
Ref.: Prim. Priv.-Doz. Dr. Hannes Alber, Münster
Ort/Zeit: Seepark Hotel, 9020 Klagenfurt/WS, 19.00 Uhr
Zuständig: Dr. Peter Mitterer
Die Veranstaltung wird unterstützt von Sanova Pharma.
DFP: 2 Medizinische Punkte
30. September 2016
Klagenfurt/WS
Fortbildungsreferat der Ärztekammer für Kärnten
Thema: „Refresherkurs Verkehrsmedizinische Schulung gemäß §
22 Abs. 3 Führerscheingesetz – Gesundheitsverordnung“
Ref.: Dr. Barbara Pitner, Dr. Bernd Kloiber,
Steiermärkische Landesregierung
Ort/Zeit: Ärztekammer für Kärnten, 9020 Klagenfurt/WS,
14.00 - 18.00 Uhr
Anmeldung: Petra Spendier, Tel.: 0463/5856-17,
Fax: 0463/5856-45, E-Mail: [email protected]
Zuständig: Dr. Bernd Krainer
DFP: 2 Medizinische + 2 Sonstige Punkte
Ankündigung:
Österreichische Gesellschaft für Akupunktur
ÖÄK-Diplomlehrgang
Akupunktur
Start in Kärnten:
Veranstalter Zeichenerklärung
Ärztekammer für Kärnten
Österr. Institut für Allgemeinmedizin
A1 für Anfänger: 10./11. September 2016
A2 für Anfänger: 8./9. Oktober 2016
Details: www.akupunktur.at, Tel.: 01/88000-592
DFP: 15 Medizinische Punkte pro Kurs
Juni 2016 · www.aekktn.at
33
Fortbildungen Kärnten/Weitere Fortbildungen
Terminankündigung:
18. Symposium über Notfälle im Kindes- & Jugendalter
6.-8. Oktober 2016
Blumenhalle, St. Veit/Glan
Auskünfte/Anmeldung:
Susanne Triebelnig, Tel.: 0463/5856-35, Fax: 0463/5856-85
E-Mail: [email protected]
Vorprogramm & Online-Anmeldung: www.aekktn.at
Österreichisches Institut für
Allgemeinmedizin (ÖIfAM)
„Der Notfall in Ihrer Ordination“
Fortbildung gem. QS-VO 2012 § 8 (4)
Ref.: Dr. M. Köstenberger, ERC-ALS-Instruktor
Ort: in Ihrer Praxis – vereinbaren Sie mit Kollegen/innen,
Ihren Teams und uns einen Termin in Ihrer Praxis
(2 bis max. 8 TeilnehmerInnen)
Kosten: € 570,-- für ÖIfAM-Mitglieder, € 635,-- für Nicht-Mitglieder
Zuständig: Dr. W. Tschiggerl
Anmeldung erforderlich:
Michaela Kerth, Tel. 0463/55449, Fax: 0463/514624,
E-Mail: [email protected], www.allmed.at
DFP: 5 Medizinische Punkte
weitere Fortbildungen
24. Juni 2016
Wien
Europäische Gesellschaft für Medizinrecht
Thema: „10. Europäischer Medizin-Rechtstag – Europäische
Integration im Gesundheitswesen“
Tagungsgebühr: 390,-- Euro
Auskünfte/Anmeldung: Tel.: 0732/24683790, Fax:
0732/2468-7146, E-Mail: [email protected]
25. Juni 2016Saalfelden
Ludwig Boltzmann Department für Rehabilitation interner
Erkrankungen
Thema: „35. Rheumatologische Fortbildungstagung Saalfelden“
Auskünfte/Anmeldung: Univ.-Doz. Dr. Werner Kullich,
Tel. 06582/74936 oder 790-71187, Fax: 06582/790-71290,
E-Mail: [email protected]
28.–31. Juli 2016
Wien
Medical Women`s International Association (MWIA)
30th International Congress of the Medical Women`s
International Association
Thema: „Generation Y – Challenges of the Future for Female
Medical Doctors“
Auskünfte/Anmeldung: www.mwiavienna2016.org
12.–16. September 2016
Wien
Österreichische Akademie der Ärzte
Thema: „Sexualmedizinische Woche, inklusive Grundkurs des
ÖÄK Zertifikatslehrgangs Basismodul Sexualmedizin“
Auskünfte/Anmeldung:
www.arztakademie.at/sexualmedizin-workshops
34
Juni 2016 · www.aekktn.at
16./17. September 2016
Wien
Österreichische Gesellschaft für ärztliche und zahnärztliche
Hypnose (ÖGZH)
Thema: „Curriculum Hypnose und Kommunikation Modul A6“
Auskünfte/Anmeldung: www.oegzh.at
24. September 2016Linz
Medizinische Gesellschaft für Oberösterreich und Medizinische Fortbildungsakademie Oberösterreich
Thema: „Humangenetik in der täglichen Praxis. Was kann ich
meinen Patienten anbieten?“
Auskünfte/Anmeldung: Tel.: 0732/778371-317,
E-Mail: [email protected]
29. September-1. Oktober 2016Salzburg
Österreichische und Schweizerische Gesellschaft für
Senologie
Thema: „Gemeinsame Jahrestagung der Österreichischen und
Schweizerischen Gesellschaft für Senologie“
Auskünfte/Anmeldung: Tel.: 01/4051383-17, Fax: 01/4078274,
E-Mail: [email protected]
30. September/1. Oktober 2016
Graz
Verein Interdisziplinäre Interessengemeinschaft
Vulvaerkrankungen
Thema: „9. Interdisziplinärer Vulvaworkshop“
Auskünfte: www.vive.co.at/content/vulvaworkshop
Anmeldung: www.vive.co.at/content/vulvaworkshop/
anmeldung/anmeldung.html
10.-15. Oktober 2016
Graz
Fortbildungsreferat der Ärztekammer für Steiermark
Thema: „27. Grazer Fortbildungstage“
Auskünfte/Anmeldung: www.grazerfortbildungstage.at,
E-Mail: [email protected]
Fortbildungsreferat
Seminare 2016
13. September 2016
Vorsorgeuntersuchung-Neu
23. September 2016
Crashkurs zur Vorbereitung auf die
Prüfung zum Arzt für Allgemeinmedizin
30. September 2016
14. Oktober 2016
Refresherkurs Verkehrsmedizinische
Schulung
Grundkurs Verkehrsmedizinische
Schulung
Seminar Praxisvertretung
15. Oktober 2016
Seminar Praxisgründung
21./22. Oktober 2016
Transthorakale Echokardiographie –
GK I
Farbdoppler-Ultraschall der
Halsgefäße und Beinvenen
1. Oktober 2016
28./29. Oktober 2016
28./29. Oktober 2016
Grundkurs Sonographie
18./19. November 2016 Transthorakale Echokardiographie – GK II
Auskünfte/Anmeldung:
Ärztekammer für Kärnten
Petra Spendier
Tel.: 0463/5856-17 | Fax: 0463/5856-45
E-Mail: [email protected]
Homepage: www.aekktn.at/fortbildung
Exlibris
Höre! Rede!
Siege!
Leitfaden für ein erfolgreiches Verhandeln
2. Aufl., 288 S.
Hrsg.: U. Manhart
LINDE VERLAG, 2014
ISBN: 978-3-7093-0542-3
Dieser Leitfaden für erfolgreiches Verhandeln liefert dem
Leser eine Vielzahl an Techniken und Taktiken, um sich in
diversen Situationen gut zu positionieren.
Jede vorgestellte Technik wird zur besseren Verinnerlichung durch
Übungsbeispiele erläutert.
Die Autorin schafft es sehr gekonnt, ihre Übungen schlüssig und
exemplarisch darzustellen.
Auch optisch ist dieses Buch sehr gut aufbereitet und zusätzlich
farblich sinnvoll strukturiert.
Um die hier beschriebenen Techniken im Alltag gut umsetzen zu
können, bedarf es wahrscheinlich eines häufigeren Studiums dieses Buches.
Dr. Gisela Gragger
Bildgebende
Mammadiagnostik
Untersuchungstechnik,
Befundmuster, Differenzialdiagnose und Interventionen
3. Aufl., 680 S., 1.205 Abb.
Hrsg.: Heywang-Köbrunner/
Schreer
THIEME VERLAG, 2015
ISBN: 978-3-13-101183-1
Gegliedert in drei Teile mit insgesamt 24 übersichtlich gestalteten Kapitel bietet auch die dritte Auflage des bekannten Werkes der „Referenz-Reihe-Radiologie“ eine sehr ausführliche Aufarbeitung der Materie. Beginnend bei der Anamnese, gefolgt von einer Vorstellung der
Modalitäten wird letztlich die Pathologie in strukturierter und übersichtlicher Weise abgehandelt. Spezielle Themen wie „die männliche
Brust“, posttraumatische oder posttherapeutische Veränderungen
werden gesondert abgehandelt. Auch dem Thema „Screening“ wird
ein eigenes Kapitel gewidmet. Im Stil eines klassischen Lehrbuches
(Definition, Ätiologie, Klinik, Bildbefund, Merksätze, Zusammenfassungen, etc.) findet man sich gut zurecht, das Bildmaterial ist zahlreich, qualitativ hochwertig und erfrischend großformatig. Für die
Facharztprüfung mehr als ausreichend, in Kombination mit einem
Atlas aus demselben Verlagshaus auch für das ÖÄK-Zertifikat empfehlenswert.
Dr. Tytus Filek
Basiswissen
Humangenetik
2. Aufl., 364 S.
Hrsg.: Schaaf/Zschocke
SPRINGER VERLAG, 2013
ISBN: 978-3-642-28906-4
Dieses Buch dient als Basislektüre für all jene, die sich mit den
Themen Genetik, Beratung,
Untersuchungsmethoden und
genetische Krankheitsbilder
und ihrer entsprechenden Klinik auseinandersetzen. Dieser
Leitfaden beginnt ganz basal vom Genotypus bis zum Phänotypus
mit biologischen und molekularen Grundlagen bis hin zu den Besonderheiten und Häufigkeiten genetischer Veränderungen. Wiederholt
werden daher auch bekannte Dinge wie die Mutationstypen, die
Chromosomenstörungen, aber auch dynamischen Mutationen und
Trinukleoidrepeats mit praxisrelevanten Querverweisen erklärt. Auch
Mosaike, Neumutationen finden ihre Erwähnung, ebenso die Epigenetischen Veränderungen und genomisches Imprinting. Mit der Wiederholung der Vererbungsformen werden auch auf Besonderheiten
der Zwillingsschwangerschaften eingegangen und den Doppelfehlbildungen. Auch in der Krebsentstehung sind Genmutationen beteiligt, durch koordiniertes Zusammenspiel von wachstumsfördernden
und kontrollierenden Genen wird die Aufrechterhaltung wichtiger
Organfunktionen erfüllt. Die Onkogene aktivieren dabei die Zellproliferation, die Tumorsuppressorgene, wie die DNA-Reparaturgene,
sind für die Wachstumskontrolle verantwortlich und ihr Fehlen kann
das Auftreten von Krebs begünstigen und kann dann in ein unkontrolliertes, malignes Wachstum übergehen.
Im Kapitel Alter und Genetik wird auf die Veränderungen auf Proteinebene im Alter näher eingegangen, beschleunigten Alterungsvorgängen durch Aktivitätsverlust einzelner Enzyme trotz immunologischer Nachweisbarkeit dieser mit individuellen Unterschieden auf
Ebene der posttranslationellen Modifikationen. Aber auch Besonderheiten wie Progerie-Syndrome finden Erwähnung, eine monogene
Erkrankung, die durch vorzeitiges Altern in sehr jungen Jahren gekennzeichnet ist. Ein weiteres Kapitel wird der Pharmakogenetik gewidmet mit den genetischen Unterschieden in der Verteilung, Absorption und Biotransformation eines Medikamentes und den individuellen Unterschieden in ihrer Wirksamkeit. Pharmakodynamisch
erfolgt durch Bindung einzelner Wirkstoffmoleküle an einen Rezeptor in Form von Signalkaskaden und Transkriptionsfaktoren die Genregulation und damit die genetische Disposition, ob Medikamente
am Zielgewebe aktivierend wirken oder über Zytochrom konjugiert
und leichter ausgeschieden werden.
Natürlich wird auch ein großer Teil dieses Buches den angeborenen
Fehlbildungen gewidmet, den Stoffwechselerkrankungen und dem
Neugeborenenscreening, aber auch Risikoberechnungen werden angeschnitten, deren Regeln sowie das Hardy-Weinberggesetz beschrieben.
Neben Pädiatern ist dies eine gute Basislektüre für alle anderen Berufsgruppen, die sich für die genetischen Ursachen und Erklärungen
einzelner Störungsbilder interessieren.
Dr. Barbara Schmidt-Zeitler
Juni 2016 · www.aekktn.at
35
Kultur
Kunst Haus Wien – Museum Hundertwasser
Martin Parr – A Photographic Journey
„Es gibt viele Kollegen, die es in den Krieg zieht. Ich habe nichts dagegen. Mich aber
zieht es in den Supermarkt um die Ecke, weil ich die Wirklichkeit dort zeigen möchte.“
Dem weltberühmten britischen MagnumFotografen Martin Parr widmet das KUNST
HAUS WIEN eine erste große Retrospektive
in Österreich, die einen umfangreichen
Einblick in Parrs Oeuvre gewährt.
Martin Parr (*1952) lebt in Bristol und ist seit
1994 Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum, der er aktuell als Präsident vorsteht. Neben der eigenen Fotografie widmet sich Parr dem Sammeln von
Fotobüchern, dem Editieren von Fotobüchern sowie dem Kuratieren von Fotofestivals und -ausstellungen. Bisher sind bereits
mehr als 80 Publikationen zu seinem Werk
erschienen.
Auf Einladung des KUNST HAUS WIEN war
Martin Parr in den vergangenen Monaten
zweimal in Wien, um die hiesigen Gepflogenheiten zu fotografieren. Unter dem Titel „Cakes and Balls“ versammelt Parr seine
Bilder der österreichischen Hauptstadt. Er
besuchte dafür den Prater, das legendäre
Strandbad Gänsehäufel, einen Heurigen,
zahlreiche Kaffee- und Gasthäuser, eine
36
Juni 2016 · www.aekktn.at
Switzerland. St. Moritz polo world cup on snow | © Martin Parr / Magnum Photos
Kleingartensiedlung, sieben Wiener Bälle
und die Produktionsstätte der Konditorei
Aida. Die Serie „Cakes and Balls“ wird im
Rahmen der Ausstellung zum ersten Mal
öffentlich zu sehen sein.
Kultur
KUNST HAUS WIEN
Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien
bis 2. November 2016
Täglich von 10 bis 18 Uhr
Knokke le Zoute, Belgium, 2001
© Martin Parr / Magnum Photos
Das 21er Haus nebst dem Wiener Hauptbahnhof
Rück – Blick: Kinetika 1967
Lichtspiele, optische Täuschungen und regelrechte Wahrnehmungsmaschinen werden im 21er Haus gezeigt: 25 Meisterwerke
der kinetischen Lichtkunst und Op-Art von u.a. Nicolas Schöffer,
Julio Le Parc, Martha Boto, Heinz Mack und Lily Greenham sollen
nachzeichnen und erlebbar machen, wie Technik, Kybernetik und
visuelle Forschung in den 1960er-Jahren jenseits der Leinwand Eingang in die Kunst fanden.
Als historische Referenz dient Kinetika, die erste internationale OpArt-Ausstellung in Österreich, die 1967 im Museum des 20. Jahrhunderts, in der Vorgängerinstitution des heutigen 21er Haus,
stattfand. Der damalige Direktor, Werner Hofmann, holte Kunstströmungen der internationalen Avantgarde nach Wien, die ihren
Ausgangspunkt in der Ratio und nicht im Genius sahen.
Die aktuelle Präsentation zeigt einen Querschnitt der damals teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter, die Licht, Bewegung
und die Ideen von Programmierung und Zufall in den Mittelpunkt
ihrer Arbeit stellten. „Rück – Blick: Kinetika 1967“ wird an zwei Orten
präsentiert: im Wotrubaraum im Untergeschoß des Museums sowie im 21er Raum im Obergeschoß.
21er Haus
Museum für zeitgenössische Kunst
Arsenalstraße 1, 1030 Wien
bis 28. August 2016
Mittwoch 11 bis 21 Uhr, Donnerstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Juni 2016 · www.aekktn.at
37
Kultur
Nicolas Schöffer, Microtemps Nr. 15, 1965
Privatsammlung Bad Homburg
Foto: © Belvedere, Wien/ © Bildrecht, Wien, 2016
t
Ausstellungsaufbau, Kinetika, 1967
Foto: mumok Archiv (Fotograf unbekannt)
125 Jahre Heeresgeschichtliches
Museum
Kriege gehören ins Museum
Vor 125 Jahren wurde das k.u.k. Heeresmuseum, heute Heeresgeschichtliches Museum, gegründet. Aus diesem Anlass beschäftigt
sich eine Sonderausstellung mit der wechselvollen Geschichte dieser Institution und jener des Arsenals: von der Grundsteinlegung
für das k.k. Artillerie-Arsenal, dem Bau und der künstlerischen Ausgestaltung des Museumgebäudes, der zu Beginn dekorativen Ausstellungsgestaltung, über die turbulenten und einschneidenden
Zeiten der beiden Weltkriege bis zum Neubeginn und der nach
wissenschaftlichen Kriterien erfolgten Neugestaltung des Ausstellungskonzepts in den Nachkriegsjahren und schließlich die dynamische Weiterentwicklung bis zum heutigen Tag.
Heeresgeschichtliches Museum
Arsenal, Objekt 1, 1030 Wien
bis 11. September 2016
täglich 9 bis 17 Uhr
38
Juni 2016 · www.aekktn.at
Kultur
125 Jahre Kunsthistorisches Museum
Feste Feiern. 125 Jahre – Jubiläumsausstellung
Am 17. Oktober 1891 eröffnete Kaiser Franz Joseph das neu errichtete Hauptgebäude an der Wiener Ringstraße. Um diesen Anlass
entsprechend zu feiern, findet eine große Sonderausstellung zum
Thema „Festkulturen“ statt, an der sich alle Sammlungen des
Kunsthistorischen Museums mit kostbaren Objekten beteiligen.
Ergänzt durch nationale und internationale Leihgaben wie Goyas
„La gallina ciega“ aus dem Prado in Madrid oder das Designer-Outfit „Yashmak“ von Alexander McQueen aus dem V&A in London,
werden in drei Sälen 125 Objektgruppen präsentiert.
Die Ausstellung hat das Fest und seine Geschichte zum Inhalt und
beleuchtet verschiedene Aspekte europäischer Festkulturen, die
sich in der Epoche vom Spätmittelalter und der Renaissance bis zur
Französischen Revolution bei Hof, in der Stadt und auf dem Land
entwickelt haben.
Kunsthistorisches Museum
Maria Theresien-Platz, 1010 Wien
bis 11. September 2016, Di – So 10 bis 18 Uhr, Do bis 21 Uhr.
Juli und August täglich geöffnet
t Bauerntanz | Pieter Bruegel d. Ä. (wahrscheinl. Bruegel bei Breda um
1525/30 - 1569 Brüssel), um 1568, Eichenholz, 114 x 164 cm,
© KHM-Museumsverband
Außen Prunk – innen (noch mehr)
Prunk: In der Albertina folgt nach
einer Schau mit Selbstporträts
des amerikanischen Pop-ArtKünstlers Jim Dine im Herbst eine
Ausstellung über „Wege des
Pointillismus“.
Juni 2016 · www.aekktn.at
39
Kultur
Berlinde De Bruyckere. Suture
„Den Körper als Ausgangspunkt nehmend, beziehe ich mich auf universelle Themen,
sodass die Körper meiner Arbeiten auf die Menschheit im Allgemeinen referieren.“
Die belgische Künstlerin Berlinde De Bruyckere (geb. 1964 in Gent)
zählt zu den international bekanntesten Bildhauerinnen der Gegenwart. Ihre erste Einzelausstellung in Wien zeigt rund 50 bedeutende Skulpturen und Zeichnungen der Künstlerin aus den letzten
zwei Jahrzehnten, die den menschlichen Körper in seiner rohen
Schönheit und Verletzlichkeit in den Fokus rücken. In ihren scheinbar zeitlosen Figuren setzt sich De Bruyckere mit existenziellen
Fragestellungen zu Leben und Tod, Schmerz und Leid aber auch zu
Liebe und Mitgefühl auseinander und betont die Verankerung der
menschlichen Existenz im fleischlichen Körper. Die fragmentierten
Leiber ihrer wächsernen Skulpturen – die stellenweise einen geradezu unheimlichen Realismus aufweisen – sind hierbei mit historischen, kulturellen und ikonografischen Referenzen aufgeladen.
Leopold Museum-Privatstiftung
MuseumsQuartier Wien
Museumsplatz 1, 1070 Wien
Mo, Mi – So 10 bis 18 Uhr, Do bis 21 Uhr
Juli und August täglich geöffnet
40
Juni 2016 · www.aekktn.at
Berlinde De Bruyckere | Piëta, 2007–2008
Wachs, Kissen, Holz, Eisen, Epoxidharz
126 × 90 × 188 cm, ISelf Collection, London
Foto: Mirjam Devriendt
Kultur
Sommerpause im Museumsquartier – „Mit den bequemsten Möbeln der Stadt!“
Kulturtermine
MUSIK & THEATER:
Klagenfurt:
Konzerthaus:
Sommerkonzert Singkreis Seltenheim – 9.7.2016
Ossiach/Villach:
Carinthischer Sommer – 14.7. bis 25.8.2016
AUSSTELLUNGEN:
Klagenfurt:
Stadtgalerie:
„Classics“ – Werner Bischof – bis 18.12.2016
Living Studio:
Hannes Zebedin – Stipendium Smartno – bis 31.7.2016
Helga Goran – Fotostipendium – 10.8. bis 18.9.2016
Museum Moderner Kunst Kärnten:
Arnold Clementschitsch 1887-1971 – bis 4.9.2016
fokus sammlung. Meisterwerke – bis 31.1.2017
MMKK Burgkapelle:
Regina Hübner. time and person – bis 4.9.2016
Bank für Ärzte und Freie Berufe:
„Die Kunst der Ärzte” - Dr. Piero Lercher - bis 31.8.2016
(MO-FR während der Öffnungszeiten)
Landesmusem Kärnten:
Rudolfinum – Sonderausstellung „Besitzerstolz“ –
bis 29.1.2017
Stadtgalerie Feldkirchen:
Edda Claußen – bis 8.7.2016
Benedikt Kobel & Klaus Altdorff – 14.7. bis 19.8.2016
Juni 2016 · www.aekktn.at
41
Kultur
Sind Sie mit Ihrer
Bank zufrieden?
Durchleuchten Sie uns!
Wir bieten Ihnen alle Konten bis 30.6.2017 gratis –
inklusive Aesculap-Kreditkarte und Bankomatkarte.
Wechseln Sie zur Kärntner Sparkasse. Am besten jetzt!
Was Sie darüber hinaus von uns erwarten können:
Alle
Konten
gratibiss!
• s Kontowechselservice
• das modernste Konto Österreichs
• spezialisierte Betreuung für Ärzte
Gültig
*
30.6.2017
Unser Team – Experten für Ärzte
Von der Ausbildung über die Praxisgründung bis hin zur Vorsorge und Veranlagung –
wir bieten maßgeschneiderte Produkte und innovative Serviceleistungen für Ärzte.
42
Mag. Johannes Dotter
Patrick Rupp, MBA
Koordinator Freie Berufe
Kundenbetreuer Freie Berufe
Region Klagenfurt & Unterkärnten
Kundenbetreuer Freie Berufe
Region Klagenfurt &
Unterkärnten
Mobil 050100 6 30422
[email protected]
Mobil 050100 6 30234
[email protected]
Juni 2016 · www.aekktn.at
* Gültig für Neukunden bis einschließlich 30. Juni 2017
Weiterführende
Informationen
finden Sie
hier