Pressemitteilung - GEO - Tag der Artenvielfalt 2016

Pressemitteilung
Gruner+Jahr GmbH & Co KG
Hamburg
„Wilde Natur schützen“: große Naturinventur beim GEO-Tag der Artenvielfalt
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Zahlreiche überraschende Neufunde
GEO und BUND ziehen positive Bilanz
Größte Feldforschungsaktion in Europa
Kinder ermitteln im GEOlino „Naturkrimi“-Wettbewerb
Hamburg/Troisdorf, 19. Juni 2016 – So wild ist die Wahner Heide: Bis zu 1.000 Arten,
darunter zahlreiche von der Roten Liste, haben rund 60 Experten am vergangenen
Wochenende in dem Biotopverbund bei Troisdorf nachgewiesen. Das Ergebnis ist ein gutes
Zeichen für eine große Artenvielfalt in der Wahner Heide. Die Hauptveranstaltung des
GEO-Tags der Artenvielfalt fand an diesem Wochenende im Naturraum Bergische
Heideterrasse zwischen der Ruhr im Norden und der Sieg im Süden statt. Zentraler
Treffpunkt war die Burg Wissem nahe der Wahner Heide. Familien mit Kindern, Vereine
und interessierte Naturliebhaber – jeder war eingeladen, am vielfältigen Programm des
GEO-Tags teilzunehmen. Mit den „Heidekids“ schwärmten Kindergruppen in das
Untersuchungsgebiet und nahmen am GEOlino „Naturkrimi“-Wettbewerb teil.
Zoologen und Botaniker führten eine 24-Stunden-Naturinventur durch und erfassten die im
Untersuchungsgebiet lebenden Tiere und Pflanzen. Die Entdeckung zweier neuer
Orchideen-Arten für das Gebiet sorgte für eine Überraschung: Die Honigorchis (Herminium
monorchis), auch Feenstendel genannt, galt in der Region als ausgestorben und ist auf der
Roten Liste Nordrhein-Westfalen als stark gefährdet eingestuft. Das Torf-Glanzkraut
(Liparis loeselii), das ebenfalls in der Region als ausgestorben galt, konnte wieder
nachgewiesen werden. Ein weiterer Neufund für die Wahner Heide ist die Süßwasserqualle
(Craspedacusta sowerbii). Der 13-jährige Forscher Stefan Kemmerich aus Lindlar – Sieger
des Landeswettbewerbs „Schüler experimentieren“ Nordrhein-Westfalen – entdeckte das
Tier. Der Fund der Ameisenart Tapinoma subboreale, die auf der Roten Liste NRW als
stark gefährdet eingestuft ist, erfreute die Experten.
Eine Gruppe der Hochschule Anhalt konnte das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia
pavonia) mit Raupen in verschiedenen Entwicklungsstadien nachweisen. Diese Art steht
auf der Vorwarnliste des Landes Nordrhein-Westfalen und war der Schmetterling des
Jahres 2012. Pflanzenexperten fanden den Rundblättrigen Sonnentau (Drosera
rotundifolia), ein Beispiel für mehrere Arten fleischfressender Pflanzen, die es in der
Wahner Heide gibt.
Auf der Abschlussveranstaltung, moderiert von Ralph Caspers („Wissen macht Ah!“) zogen
GEO und BUND NRW e. V. am Sonntag im Beisein von Horst Becker, parlamentarischer
Staatssekretär im Landesumweltministerium, eine positive Bilanz des GEO-Tags.
„Veranstaltungen wie der GEO-Tag sind wichtig, um auf den anhaltenden Schwund der
Artenvielfalt aufmerksam zu machen und auch vor einer breiten Öffentlichkeit für die
dringend notwendige Beseitigung seiner Ursachen zu werben. Wir müssen das ‚wilde
NRW’ bewahren“, sagte Horst Becker. Mit dem neuen Landesnaturschutzgesetz bemühe
sich die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen derzeit darum, einen großen Schritt hin
zur Trendwende zu machen.
„Nur was wir kennen, können wir auch schützen“, sagte Holger Sticht, Vorsitzender des
BUND NRW und des Bündnis Heideterrasse. Daher diene der GEO-Tag auch dazu, für
Artenkenntnis zu werben und Interesse auch für nicht so populäre Artengruppen wie
Tausendfüßer oder Wanzen zu wecken.
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Der diesjährige 18. GEO-Tag der Artenvielfalt stand unter dem Motto „Biotopverbund“. „Die
Wiedervernetzung von Lebensräumen und der Erhalt von Freiraumkorridoren zwischen
Schutzgebieten ist eine der dringlichsten Aufgaben, wenn wir den Schwund der
biologischen Vielfalt aufhalten wollen“, sagte Christoph Kucklick, Chefredakteur von GEO.
Im Naturraum Bergische Heideterrasse sei trotz der Lage am Ballungsraum bereits Vieles
auf den Weg gebracht worden. „Ab 2017 heißt unser Aktionstag GEO-Tag der Natur – wir
wollen künftig noch mehr Menschen erreichen und zum Mitmachen animieren“, so Kucklick.
Der GEO-Tag ist die größte Feldforschungsaktion in Europa und soll das Bewusstsein für
die Bedeutung der Biodiversität schärfen. Neben der Hauptaktion gab es deutschlandweit
rund 500 weitere Veranstaltungen. Hauptförderer des GEO-Tags der Artenvielfalt ist die
KfW Stiftung.
Weitere Informationen über den GEO-Tag auf der Bergischen Heideterrasse und zum
Thema Artenvielfalt unter: www.bund-nrw.de/geotag2016 und www.geo-tagdernatur.de.
Fotos zur freien Verwendung im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung unter:
https://we.tl/FUjjKPCC1f
Kontakt:
Christine Haller
GEO Kommunikation
Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 7288
E-Mail [email protected]
Internet www.geo-tagdernatur.de
Dirk Jansen
Geschäftsleiter BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen
Telefon +49 (0) 211 / 30 200 oder 0172 / 29 29 733
E-Mail [email protected]
Internet www.bund-nrw.de