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Gaudium.2016
Dies wird Euch geboten:
Samstag, 4. Juni 2016:
Turnierplatz
Marktbühne
Schloss
Harfe
14:00 Uhr
Gaukler Lupus
Capella Fontegara
17:00 Uhr
Gaukler Lupus
Harfe
18:00 Uhr
Capella Fontegara
15:00 Uhr
16:00 Uhr
19:00 Uhr
Ri�erturnier
Ri�erturnier
Galgenvögel
20:00 Uhr
Sonntag, 5. Juni 2016:
Turnierplatz
Marktbühne
Schloss
11:00 Uhr
Gaukler Lupus
Capella Fontegara
14:00 Uhr
Gaukler Lupus
Harfe
15:00 Uhr
Capella Fontegara
12:00 Uhr
13:00 Uhr
16:00 Uhr
17:00 Uhr
Ri�erturnier
Ri�erturnier
Harfe
Galgenvögel
Die Zeiten für alle anderen Au�ri�e und Angebote erfahrt
Ihr durch die Bekanntmachungen, die unser Herold auf dem
Festplatze angeschlagen hat - so Ihr des Lesens kundig seid.
Ohne bes�mmte Zeiten und ohne festen Platz geben immer
wieder die Spielleut‘ (Seiten 23/24), Gaukler und andere
Künstler (Seite 25) dem herbeigeeilten Volke eine Probe ihrer
Kunst.
Das Museum Schloss Horst ist beide Tage kostenlos geöffnet!
Änderungen vorbehalten!
1. Horster Burgphase:
Hofstelle im Emscherbruch
errichtet um 1100
Um die Wende vom 11. zum 12. Jh. befand sich in Horst eine Hofstelle aus
Schwellbalkenbauten. Im Hauptgebäude stand einer der frühesten derzeit bekannten Kachelöfen Wes�alens. Ein umfriedetes Gelände zwischen den Häusern
diente als Koppel oder Nutzgarten. Wahrscheinlich gab es auch eine kleine
Gutskapelle, die aber hölzern - nicht wie im Bild zu sehen aus Stein - gewesen
sein dür�e. Der Hof war kein einfaches Bauerngehö� (dafür ist ein Kachelofen zu
komfortabel), diente aber wohl auch nicht als Wohnsitz eines Adligen. Er könnte
als Fang- und Zuchtbetrieb für die wild lebenden Pferde des Emscherbruches,
die "Dickköppe", erbaut worden sein.
Zur Entstehungszeit des Hofes erlebte Europa unruhige Zeiten: Konflikte um die
Besetzung des Mailänder Bischofsstuhls führten 1076 zum jahrzehntelangen
Inves�turstreit zwischen Kaiser und Papst, der erst im Wormser Konkordat 1122
beigelegt wurde. Der Erste Kreuzzug, begonnen 1096, endete mit der Eroberung
Jerusalems 1099. Im Reich regierten ab 1056 die letzten beiden Salierkönige
Heinrich IV. und Heinrich V., gefolgt von Lothar III. aus dem Hause Supplinburg,
bevor ab 1138 die Dynas�e der Staufer das Zepter übernahm.
Der Ri�er dieser Zeit trug Tex�l- oder Lederrüstung, o� auch einen Schuppenpanzer (Tex�l mit eingearbeiteten Metallschuppen), dazu meist einen Nasalhelm.
Im Laufe des 12. Jh. kamen Ke�enrüstung und Top�elm auf.
Beim GAUDIUM.2016 stellen 4 Gruppen die Zeit der Hofstelle dar: Kommende
Alstaden, Freie Sippe von Assnidi, Amator Massa und Communis Pris�na.
Kommende Alstaden
(Kommende: Niederlassung eines Ri�erordens)
dargestellte Zeit: 1. Häl�e des 12. Jahrhunderts
Herkun�sort: Oberhausen-Alstaden
www.kommende-alstaden.de
Diese Interessengemeinscha� widmet sich der Darstellung des Johanniterordens
und der Lebensumstände des gewöhnlichen Volkes. Sie verfügt über echtes
Rüstzeug, schaukamp�augliche Schwerter und ist auf den Freikampf nach
Tallhoff spezialisiert. In ihrem Lager werden aber auch handwerkliche Tä�gkeiten
gezeigt, zum Beispiel das Nähen von Kleidern
nach historischem Vorbild oder die Herstellung
der eigenen Lageraussta�ung (Stühle, Tische,
Schwertständer, etc.).
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Akteure der 1. Horster Burgphase
um 1100 bis um 1170
Freie Sippe von Assnidi
(Assnidi: mi�elalterlicher Name der Stadt Essen)
dargestellte Zeit: frühes 12. Jahrhundert
Herkun�sort: Essen
Gezeigt wird hier das Leben
in einer freien Bauerscha�
bei Essen mit Lehenstreue
zum Kloster Werden. In der
bäuerlichen Selbstversorgungsgemeinscha� werden verschiedene Handarbeiten ausgeübt.
Nebenbei wird die Essener
Stadtgeschichte des beginnenden Hochmi�elalters vermi�elt.
Amator Massa
“Haufen von Liebhabern”
dargestellte Zeit: 12. Jahrhundert
Herkun�sort: Kevelaer
Die Gruppe stellt das Lagerleben des einfachen
Volkes im Mi�elalter dar
und ahmt die damalige
Lebensweise weitgehend
nach: Schlafen auf Fellen, Waschen auf dem
Waschbre� und Kleidung
mit authen�scher Farbgebung. Die Akteure kochen unter Verwendung
authen�scher
Zutaten
und zeigen handwerkliche
Tä�gkeiten wie Bre�chenweben, S�cken und Holzbearbeitung.
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Communis Pristina
“Alte, ehrwürdige Gemeinscha� ”
dargestellte Zeit: 12. Jahrhundert
Herkun�sort: Grevenbroich
www.communis-pris�na.de
Der eingetragene Verein COMMUNIS
PRISTINA e. V. stellt die Ri�erscha� des
erzbischöflich–kölnischen Ministerialen
Harper von Helpenstein dar, bestehend
aus Adeligen, Kriegern, Geistlichen
sowie Frauen und Kindern. Sie zeigen
das typische Lagerleben mit Kochen
auf offenem Feuer, Schlafen auf Fellen
sowie Spinn- und Webarbeiten und
führen gelegentlich Schaukämpfe vor.
Ihre Ausrüstung, Aussta�ung und das
Mobiliar stellt die Gruppe selbst her.
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Akteure der 1. Horster Burgphase
um 1100 bis um 1170
2. Horster Burgphase:
Hölzerne Wasserburg
errichtet um 1170
Die erste Horster Burg entstand im späten 12. Jahrhundert und war eine
hölzerne Befes�gung, geschützt durch eine Palisade und einen Wassergraben.
Am höchsten Punkt eines etwa 2 Meter hohen, künstlich aufgeschü�eten
Hügels stand das zentrale Wohn- und Repräsenta�onsgebäude. Daneben
befand sich ein ca. 15 Meter hoher mehreckiger Torturm als Abschluss des
hölzernen Torweges der von der Brücke und dem ersten Tor in die Burg
führte, im unteren Bereich eingeschossige Wohnbauten. Ein Brunnen auf dem
Hochplateau neben dem Hauptgebäude versorgte die Anlage mit Wasser. Die
Vorburginsel beherbergte Wirtscha�sgebäude und eine Burgkapelle. Die Burg
wurde im frühen 13. Jahrhundert durch einen Brand zerstört.
Die Zeit der Holzburg fällt zusammen mit der großen Zeit der Stauferkaiser
Friedrich I. Barbarossa (1152-1190), Heinrich VI. (1191-1197) und Friedrich
II. (1212-1250), unterbrochen durch den Thronstreit zwischen Staufern und
Welfen von 1197 bis 1215. Der Dri�e Kreuzzug (1189-1192) zur Rückeroberung
Jerusalems blieb erfolglos, wurde aber wegen der En�ührung des englischen
Königs Richard Löwenherz durch den Herzog von Österreich bekannt. Auf
dem Vierten Kreuzzug (1202-1204) wurde unvorhergesehen das christliche
Konstan�nopel erobert.
Die typische Ri�errüstung dieser Epoche war die Ke�enrüstung, geschmiedet
aus vielen einzelnen Ringen, darunter trug man einen gepolsterten Gambeson,
darüber einen Wappenrock. Den Kopf schützte ein Top�elm.
Beim GAUDIUM.2016 stellen 3 Gruppen die Zeit der ersten Burg Horst dar:
Circulus Amicorum, Anno Domini 1189 und Sicitur ad astra.
Circulus Amicorum
“Freundeskreis”
dargestellte Zeit: 12./13. Jahrhundert
Herkun�sort: Ruhrgebiet / Niederlande
www.circulusamicorum.info
Die Mitglieder dieser Gruppe kommen
aus dem Ruhrgebiet
und den Niederlanden. Sie zeigt das typische Lagerleben mit authen�schem
Kochen und mehr, auch unter Beteiligung umherlaufender
Kinder. Einzelne Mitglieder widmen sich Schwertund Schaukamp�echniken, dem Bogenschießen und
mi�elalterlichen Tänzen. Besucher sind stets willkommen und
eingeladen, sich Dinge zeigen und erklären zu lassen.
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Akteure der 2. Horster Burgphase
um 1170 bis um 1215
Anno Domini 1189
“Im Jahre des Herrn 1189”
dargestellte Zeit: um 1189
Herkun�sort: Duisburg
h�p://anno-domini-1189.de
Der Fokus dieser Gruppe liegt auf der Darstellung
rund um den urkundlich erwähnten Ri�er von
Heldorp sowie dessen fik�onale Familie im Jahr
1189. Sie porträ�ert das Lagerleben vom Adel
bis hin zu dem Gesinde. Zum Spektrum gehören
Tänze, mi�elalterliches Kochen über offenem
Feuer, tradi�onelle Schwertkampfübungen und
Handarbeiten wie die Anfer�gung von S�ckereien.
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Sicitur ad Astra
“So reist man zu den Sternen”
dargestellte Zeit: um 1210
Herkun�sort: Gelsenkirchen / Essen
h�p://sicituradastra.jimdo.com
Das Heerlager von SICITUR AD ASTRA setzt sich aus Adeligen und
Kämpfern aus dem Bürgerstand sowie Bediensteten zusammen.
Jeder der Akteure hat eine individuelle fik�ve „Biographie“. Die
Besucher können teilhaben an den vielfäl�gen Ak�vitäten des Lagers: historische Gesellscha�sspiele wie „Kubb“, Unterweisung
im Bogenschießen und vieles mehr.
Um 15:00 Uhr und um 17:00
Uhr wird im Lager eine szenisch
interpre�erte Geschichte für Kinder
und Erwachsene erzählt.
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Akteure der 2. Horster Burgphase
um 1170 bis um 1215
3. Horster Burgphase:
Steinerne Turmhügelburg
errichtet um 1215
Nachdem die Holzburg niedergebrannt war, wurde der Burghügel auf etwa 3
Meter erhöht. Darauf errichtete man einen steinernen Wohnturm mit einer
Grundfläche von ca. 11 x 7,5 Metern. Der Zugang ins Innere erfolgte wahrscheinlich
über eine Treppe an der Außenfassade. Das Dach war gedeckt wie im Bild oder
von einer Aussichtspla�orm mit Zinnenkranz bekrönt. Der Bau dür�e gleichzei�g
Wohn-, Repräsenta�ons- und Lagerzwecken gedient haben. Die Turmhügelburg
war zur Verteidigung von einer steinernen Ringmauer umgeben. Im Laufe des
13. Jahrhunderts wurde auch die Vorburginsel vergrößert und mit steinernen
Gebäuden (darunter eine steinerne Kapelle) ausgesta�et.
Nach dem Tod des letzten Stauferkönigs Konrad IV. 1254 trat das Reich in das
Interregnum ein, die kaiserlose Zeit mit mehreren konkurrierenden Königen, die
mangels Rückhalt unbedeutend blieben. Die allgemein anerkannte Königswahl
Rudolfs I. von Habsburg beendete 1273 diese Episode. Seitdem kamen die
Könige und Kaiser im Reich im Wechsel nur noch aus den drei Dynas�en der
Habsburger, Luxemburger und Wi�elsbacher. 1291 besiegelte der Fall der letzten
Kreuzri�erbas�on Akkon das Ende der christlichen Kreuzfahrerstaaten.
Noch immer schützten Ri�er sich mit Ke�enrüstung und Topf- oder Kübelhelm.
Allmählich entwickelte sich auch der Pla�enpanzer, der sich noch lange Zeit
mit der Ke�enrüstung ergänzte. Fußsoldaten in leichter Rüstung als Pikeniere,
Bogen- oder Armbrustschützen wurden zur Verstärkung der Ri�erheere immer
wich�ger.
Beim GAUDIUM.2016 stellen 8 Gruppen die Frühzeit der Steinburg dar: Gericheym 1236, Amicorum Gra�a, Freye Raben vom Rhein, Märkische Freiheit, Freye
Wölfe vom Caternberg, Malleus Paganorum, Falcones Vena�cae und Dortmunder
Stadtwache 1388.
Gericheym 1236
dargestellte Zeit: um 1236
Herkun�sort: Raum Solingen
www.gericheym1236.de
Ein adeliges Paar, die Familie des Grafen von Elner, Schultheiß des Damens��es
zu Gerresheim ist begleitet von anderen Adeligen mit einem Troß aus Ri�ern
und Bediensteten in einem hochmi�elalterlichen Reiselager aus mehreren
„Sachsenzelten“ unterwegs. Die Gruppe führt auch ihre Jagdausrüstung und
ein Skriptorium für das Verwaltungsschri�gut mit sich. Alles ist nach Quellen
und historischen Vorbildern so detailgetreu wie möglich rekonstruiert.
Amicorum Gratia
“Um der Freunde willen”
dargestellte Zeit: um 1251
Herkun�sort: Essen
www.amicorum-gra�a.de
Diese Akteure stellen
Gefolgsleute der Essener Äb�ssin Berta von
Arnsberg dar, die für
ihre Herrin in wich�gen Geschä�en unterwegs sind. Sie schlüpfen gleichermaßen
in die Rollen von Ri�ern, Händlern und Geistlichen. Der
lateinische Gruppenname ist für die Mitglieder zugleich Mo�o:
als Gemeinscha� von Freunden
legen sie neben detailfreudiger
Aussta�ung großen Wert auf ein
„familienkompa�bles“ Lagerleben.
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Akteure der 3. Horster Burgphase
um 1215 bis um 1400
Freye raben vom Rhein
dargestellte Zeit: um 1289
Herkun�sort: Düsseldorf und Bergisches Land
www.freye-raben.com
Dieses reisende Lager setzt sich zusammen aus einem verarmten Ri�er, einem
erfolglosen Händler und einem ehemaligen Brückenwächter samt ihren Frauen
und Kindern sowie einer befreiten Adelsdame, die im Dunstkreis der Stadt
Düsseldorf (die 1289 Stadtrechte erhielt) ihre Dienste anbieten und versuchen,
dort sessha� zu werden, während die Frauen des Lagers sich vor allem der
Nähkunst widmen, die ihnen auch ein wenig Geld einbringt.
Märkische Freiheit Castrum et Oppidum
“Märkische Freiheit, Burg und Stadt”
dargestellte Zeit: um 1290
Herkun�sort: We�er/Ruhr und Umgebung
Diese Gruppe spiegelt die poli�schen und administra�ven Strukturen des Amtes We�er an der Ruhr und
die Lebensweise der Bewohner der Freiheit We�er um
die Zeit kurz nach der Schlacht von Worringen (1288).
Die Mitglieder spielen Gefolgsleute und Dienstmannen des Grafen Eberhard I. von der Mark, der infolge
der Niederlage des Erzbischofs von Köln bei Worringen
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sein Territorium
erweitern konnte
und nun auf der
Grafenburg zu
We�er residiert.
Freye Wölfe vom Caternberg
dargestellte Zeit: 13. Jahrhundert
Herkun�sort: Essen-Katernberg
h�p://ri�er-aus-essen.de
Die FREYEN WÖLFE reisen und lagern mit einer Gruppe von Menschen und
Irischen bzw. Spanischen Wolfshunden. In dem offenen Lager mit selbstgebauter
Aussta�ung dürfen Besucher sogar Helme aufsetzen, Rüstungsteile anlegen und
sich mit den Akteuren fotografieren lassen. Es
ist auch erlaubt, die riesigen, aber san�mü�gen
Wolfshunde zu streicheln.
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Akteure der 3. Horster Burgphase
um 1215 bis um 1400
Malleus Paganorum
“Heidenhammer”
dargestellte Zeit: spätes 13. und frühes 14. Jh.
Herkun�sort: NRW (verschiedene Orte)
www.malleus-paganorum.de
Die Akteure von MALLEUS PAGANORUM empfinden das Leben der Menschen an der Wende vom Hoch- zum Spätmi�elalter nach. Schwerpunkt ist
die Darstellung der Ministerialität, des niederen Dienstadels, der sich durch
Kriegs- und Verwaltungsdienst für hochadlige Herren von seiner ursprünglich
unfreien Herkun� emanzipierte und um 1300 den größten Teil der Ri�erscha�
in deutschen Landen ausmachte. Berücksich�gt werden aber auch der Hochadel
(mit Bezug auf belegbare Charaktere) und das städ�sche Bürgertum (Handwerker/Kaufleute).
Falcones Venaticae
“Jagdfalken”
dargestellte Zeit: um 1350
Die FALCONES VENATICAE sind ein Söldnertrupp aus der
Mi�e des 14. Jahrhunderts, ein bunt gemischer Haufen aus
Schwertkämpfern, Bogenschützen und Drückebergern,
begleitet auch von einigen Trossfrauen.
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Unter der Führung von Jörg
Ri�er zu Meiderich bereist
die Gruppe mi�elalterliche
Veranstaltungen im rheinisch-wes�älischen Raum.
Dortmunder Stadtwache 1388
dargestellte Zeit: 1388 / 1389
Herkun�sort: Dortmund
www.dortmunder-stadtwache.de
Die Akteure stellen die Verteidiger der Reichsstadt Dortmund während der
Zeit der Großen Dortmunder Fehde von 1388 bis 1389 dar. Die Stadtwache
repräsen�ert das gesamte Spektrum der mi�elalterlichen Dortmunder Stadtbevölkerung: Patrizier (städ�sche Führungsschicht),
Geistliche, Bewaffnete sowie zivile Knechte und
Mägde. Ausrüstung und Kleidung sind, basierend
auf entsprechender Quellenrecherche, akkurat auf
die genau da�erte Zeit der Fehde ausgerichtet.
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Akteure der 3. Horster Burgphase
um 1215 bis um 1400
4. Horster Burgphase:
Spätmittelalterlicher
Ausbau der Steinburg
ab ca. 1400 bis um 1550
Die steinerne Burganlage wurde in mehreren Abschni�en ausgebaut. Zuerst
wurde der Wohnturm vergrößert. Im frühen 15. Jahrhundert wurden ein
weiterer Gebäudeteil, ein Kloakenanbau und ein Rundturm angefügt. Um
die Mi�e des 16. Jahrhunderts kam ein weiterer Bau hinzu. Die Ausbauten
brauchten so viel Platz, dass Teile der Ringmauer weichen mussten und einige
Bauten auf Pfahlrosten ruhend in den Burggraben hinein ausgriffen. Ab ca. 1400
wurde die Vorburginsel mit Befes�gungsanlagen aus Backstein versehen. In der
zweiten Häl�e des 15. Jahrhunderts wurde dort eine neue Kapelle im go�schen
S�l errichtet. 1554 fiel die Burg einem Brand zum Opfer.
Seit 1378 spaltete das Große Abendländische Schisma die Christenheit unter
zwei, dann gar drei Päpsten. Beigelegt wurde es auf dem Konstanzer Konzil
1414-1417. Auf diesem Konzil wurde auch der tschechische Reformator Jan Hus
als Ketzer verurteilt und 1415 verbrannt. Seine Forderungen nach Kirchenreform
deuteten bereits auf die Reforma�on voraus. Ab Albrecht II. (1438/39) und
Friedrich III. (1440-1493) regierten im Reich bis zu seinem Ende 1806 nur noch
die Habsburger. Friedrich III. ließ sich als Letzter in Rom zum Kaiser krönen, sein
Sohn und Nachfolger Maximilian I. nahm 1508 den Titel Erwählter Kaiser an, die
letzte Kaiserkrönung durch einen Papst überhaupt erhielt Maximilians Enkel Karl
V. (1519-1556) 1530 in Bologna.
Der Ri�er zeigte sich im "maximilianischen" Vollharnisch, meist mit SchallerHelm. Doch war die große Zeit der Ri�erheere vorbei, Söldner (Schweizer
"Reisläufer" oder deutsche "Landsknechte") und Kanonen (Bombarden und
Feldschlangen) übernahmen allmählich die Regie auf den Schlach�eldern. Alle
Zeichen standen auf Wandel.
Beim GAUDIUM.2016 stellen 2 Gruppen die Zeit des Spätmi�elalters dar: Hirschensteiner Söldnerlanze und Trosslück.
Hirschensteiner Söldnerlanze
dargestellte Zeit: um 1380 bis um 1420
Herkun�sort: St. Englmar-Re�enbach
www.hirschensteiner.de
Der Hundertjährige Krieg
(1337 bis
1453) zwischen England
und Frankreich
bildet die Basis für die Ak�vitäten
der HIRSCHENSTEINER,
die eine Söldnerschar in
der Zeit zwischen 1380
und 1420 darstellen. Gebräuchliche Waffen dieser Epoche wie Stangenwaffen,
Hakenbüchsen, Bombarden, Armbrust und Bogen werden im Rahmen einer
Waffenschau erklärt und vorgeführt.
Trosslück
dargestellte Zeit: um 1480 bis um 1520
Herkun�sort: Raum Aachen - Düren
Diese Akteure bemühen sich um eine möglichst lebensnahe Darstellung
der Zeit des ausgehenden Spätmi�elalters und der frühen Renaissance.
Darstellungsschwerpunkte sind der militärische Bereich des Söldnerwesens
und das zivile Leben im der Truppe folgenden Tross aus Versorgungseinheiten,
Handwerkern und Händlern.
Es gibt Einblicke in die
Waffenga�ungen, die Entwicklung der Rüstung und
der Kamp�ak�ken, ebenso
in die sich wandelnde Mode und die alltäglichen Ak�vitäten der Wende vom
Mi�elalter zur Neuzeit.
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Akteure der 4. Horster Burgphase
um 1400 bis um 1550
5. Horster Burgphase:
Renaissanceschloss
errichtet von 1554 bis um 1573
An die Stelle der ausgebrannten Burg trat ein großzügiges, komfortables und
repräsenta�ves Schloss im modernen Renaissance-S�l. Die um einen Innenhof
gruppierte Vierflügelanlage orien�erte sich an italienischer Palazzoarchitektur
(hofsei�ge Galerien) und französischer Festungsbauweise (quadra�scher
Grundriss mit Pavillontürmen). Der verputzte Ziegelbau war reich mit Bauschmuck
aus Sandstein dekoriert, dessen ornamentale Detailverliebtheit typisch für den
niederländischen Manierismus, eine Spielart der Spätrenaissance, ist.
Der Schlossbau fällt hinein in eine Zeit des Umbruchs. Die Renaissance, Wiedergeburt der An�ke in Kunst und Architektur, und der Humanismus mit neuem
Welt- und Menschenbild setzten sich von Italien her ab ca. 1500 in ganz Europa
durch. Ab 1517 führte die Reforma�on zu zahlreichen Auseinandersetzungen
und veränderte die religiöse und poli�sche Struktur im Reich. 1555, ein Jahr
nach Baubeginn, erlaubte der Augsburger Religionsfrieden protestan�schen
Fürsten die Bildung obrigkeitlich geführter Landeskirchen. Nach Abdankung
Kaiser Karls V. 1556 regierte sein Bruder Ferdinand I. bis 1564, dann Maximilian
II., von dem man vergeblich ein protestan�sches Kaisertum erho�e, dann ab
1576 der geisteskranke Rudolf II. In Spanien trieb König Philipp II. (1556-1598),
Sohn Karls V., die Gegenreforma�on voran. Von Osten dehnte sich seit Ende 15.
Jh. eine neue Großmacht nach Europa aus: das Osmanische Reich.
Militärisch beherrschend war der Landsknecht, meist leicht gerüstet, behelmt
mit Morion oder Birnhelm. Modisch war er weit vorn: Die Schlitzmode der
Renaissance stammt vom "zerhauenen Zeug" der Landsknechte.
Beim GAUDIUM.2016 stellen 4 Gruppen das 16. Jh. dar: Das FrundsbergFähnlein, Bundtschuh, das Lipper Fähnlein und ein Osmanisches Feldlager.
Frundsberg-Fähnlein
dargestellte Zeit: Anfang bis Mi�e des 16. Jahrhunderts
Herkun�sort: Mindelheim
www.frundsberg.de
Dieser Landsknechthaufen ist nach Georg von Frundsberg (1473-1528), dem „Vater der Landsknechte“ benannt und stammt aus seinem Geburts- und Sterbeort
Mindelheim. Das Fähnlein besteht aus der Truppe der Landsknechte, dem Troß
aus Marketenderinnen, Kindern, Gauklern, Spielleuten und einer TrommlerGruppe. Unter den Söldnern gibt es auch Arkebusiere, die mit Handfeuerwaffen
kämpfen.
Bundtschuh
Bundschuh= einfacher Bauernschuh, Symbol der Bauernbewegung im 16. Jh.
dargestellte Zeit: um 1525
Herkun�sort: Bremen
www.bundtschuh.de
Diese Landsknechtro�e steht für die großen Umwälzungen
des frühen 16. Jahrhunderts, das Ende des Mi�elalters, den
Beginn der Neuzeit, die Reforma�on und den Bauernkrieg
sowie die große Zeit der Landsknechtheere. Die Vereinigung
heißt BUNDTSCHUH wie die einfachen bäuerlichen
Schnürschuhe, denn auf Seiten der Bauern kämp�en auch
Landsknechte. Auch eine Fechtschule gehört zur Gruppe.
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Akteure der 5. Horster Burgphase
1554 bis um 1573
Gruppenfoto der Landsknechte von BUNDTSCHUH und LIPPER FÄHNLEIN
beim GAUDIUM.2014
Lipper Fähnlein
dargestellte Zeit: um 1534
Herkun�sort: Ostwes�alen
h�p://lipperfaehnlei.npage.de
Das LIPPER FÄHNLEIN besteht aus herrenlosen Landsknechten
auf der Suche nach einem neuen Herrn und Arbeitgeber. Die
meisten von ihnen sind Doppelsöldner, welche eine besondere
Ausbildung zum Kampf mit dem Bidenhänder (dem großen
zweihändig geführten Landsknechtsschwert) erhalten haben
und deshalb doppelten Sold bekommen. Während ihrer Reise
zeigen sie den Besuchern das in Landsknechtslagern übliche
Brauchtum und Handwerk sowie ihre Kamp�echniken.
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Osmanisches Feldlager
dargestellte Zeit: Mi�e des 16. Jahrhunderts
Herkun�sort: Raum Gelsenkirchen / Essen
Das Osmanische Reich, das unter Sultan Süleyman dem Präch�gen (1520-1566)
stark expandierte, drängte sich in die überkommene europäische Staatenwelt
hinein. Schlag auf Schlag wurden Belgrad (1521), Rhodos (1522) und Teile
Ungarns (ab 1526) erobert. 1529 gelangte das osmanische Heer sogar bis vor die
Tore Wiens, zog aber nach 19 Tagen wegen des Wintereinbruchs wieder ab. Der
Versuch König Ferdinands I., das 1541 kampflos durch Süleyman eingenommene
Buda (Teil des heu�gen Budapest) zurückzuerobern, blieb erfolglos. Auch
Dietrich von der Horst, der jüngere Bruder des späteren Schlossherrn Rutger,
nahm als Gefolgsmann der Essener Fürstäb�ssin an dem gescheiterten Feldzug
teil, während Rutger selbst 1543 in Recklinghausen den "Türkenpfennig"
zahlte, eine seit 1454 immer wieder beschlossene Reichssteuer zur Abwehr
der "Türkengefahr". Doch gab es vielfäl�ge Handels- sowie diploma�sche
Beziehungen der Osmanen zu west-europäischen Reichen (vor allem zu Venedig
und Frankreich) sowie kulturellen Austausch in beide Richtungen.
Im Osmanischen Lager des Deutsch-Türkischen Freundeskreises Gelsenkirchen
in Zusammenarbeit mit dem Ins�tut für Interkulturelle Musik und Bühnenkünste
e. V. können Besucher in einem gigan�schen Herrscherzelt osmanische Lebensweise und Kultur um die Mi�e des 16. Jahrhunderts
erleben, vermi�elt durch kleine Spielszenen und typische Speisen- und Getränkeangebote.
22
Akteure der 5. Horster Burgphase
1554 bis um 1573
Großes Ritterturnier
der Rheinischen Ritter
Die RHEINISCHEN RITTER aus der Gegend des Dreiländerecks bei Aachen,
bestehend aus deutschen, niederländischen, belgischen und französischen
Recken, bereichern das GAUDIUM durch ein Ri�erturnier spätmi�elalterlichen
S�ls, als We�bewerb nach festen Regeln. Die Ri�er treten in verschiedenen
Disziplinen wie Sauhatz, Ringstechen, Apfelschlagen und Rolandreiten gegeneinander an. Höhepunkte sind der Tjost und ein abschließender Feuerri�, der
die Verbundenheit von Ross und Reiter besonders deutlich macht.
Der Ausgang des Turniers ist stets offen und richtet sich nach der tatsächlichen
Kamp�unst, Geschicklichkeit und Tagesform der Mitwirkenden.
Musik und Gaukelei
Die Spielleut‘
Andronikus der Barde
spielt mi�elalterliche Musik auf Harfe,
Laute und anderen Instrumenten.
Spielmann Michel von
der Voelkelweyde
gibt “Sang und Tanz aus alterthümlichen
Zeiten” zum Besten, alte Minnelieder
ebenso wie Eigenkomposi�onen, begleitet von Laute, Zither, Sackpfeife und
vielen anderen Instrumenten.
Fanny Her
bst spielt
im
Schlosses
, die beide Kaminzimmer des
n
B
Kunst auf
dem Festp arden zeigen ihre
latz, wann
immer es
un
ihnen gera
de güns�g d wo
scheint.
Fanny Herbst
spielt Musikstücke des Mi�elalters
und der Renaissance auf einer historischen Harfe.
24
Musik und Gaukelei
Capella
Fontegara
Mit reichhal�gem historischem Instrumentarium spielt diese
Gruppe Musik vom
ausgehenden Mi�elalter bis zum Frühbarock mit Schwerpunkt
auf dem 16. Jahrhundert und der Musik
der Landsknechte, die
auch als CD- Einspielung vorliegt. Die CAPELLA FONTEGARA tri� im Kaminzimmer und auf der Marktbühne auf.
Die Galgenvögel
spielen ein Repertoire von feuch�röhlichen Trinkliedern und schlüpfrigen Zoten
bis hin zu getragenen Balladen und höfischen Tänzen.
Dabei geht es nicht immer hundertprozen�g
historisch korrekt zu,
sondern o� mit einem
Augenzwinkern. Jedes
Ensemblemitglied beherrscht mehrere Instrumente. Sie treten
auf der Marktbühne
und spontan auf dem
Festgelände auf.
25
Gaukler und
Unterhaltungskünstler
Robert der Gaukler
Bertholder
erzählt Märchen und
Geschichten aus den
verschiedensten Kulturkreisen und
schlüp� dazu in
unterschiedliche Rollen.
unterhält mit Feuerzauber, kleineren Tricks und Kunststücken.
Lupus
begeistert mit atemberaubender Feuerjonglage und Akroba�k
Fridolin
Fadentüddel
lässt die Puppen tanzen für ein
Ri�erturnier der anderen Art:
Marione�en kämpfen hoch zu
Roß um die Gunst des Publikums.
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Musik und Gaukelei
Handwerker & sonstige Akteure
Stadtteilbibliothek Horst
Das Team der Stad�eilbibliothek auf der Vorburg heißt Sie willkommen im Reich
der Bücher. Die Bibliothek bietet eine Oase der Ruhe im Fes�rubel, wo Besucher
ein wenig verschnaufen können bevor sie sich wieder ins Getümmel stürzen.
Hier tri� auch der Erzähler "Bertholder" (siehe Seite 26) auf.
Historische
Druckwerkstatt
Auf einer "Reise in die
Bleizeit - von Gutenberg
bis zum Kompjuther" wird
deutlich, durch welche
komplexen Vorgänge ein
Druckwerk entsteht. Das
Herzstück der Werksta�
auf der Vorburg ist der
originalgetreue Nachbau
einer Gutenbergpresse.
Buchmalerei
Dagmar Laubenstein gehört zur Gruppe EXPERIMENTUM und zeigt in der Glashalle Buchmalerei im S�l
der Zeit um 1300.
Gezeichnet wurden solche Kunstwerke mit dem Gänsekiel, ausgemalt mit Wasser- oder Deckfarben (gebunden mit Fischleim, Eiklar oder Gummi), vergoldet
mit Bla�gold.
Handwerker und Sonstige Akteure
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Schneiderei
“Erlkönig”
aus Gelsenkirchen-Bulmke ist
spezialisiert auf authen�sche
historische Gewandung und
sta�et unter anderem auch
die Museumspädagogik im
Schloss Horst aus.
Korbflechterei
Körbe aus Weiden- oder Haselruten sind
gängige Transport- und Au�ewahrungsbehälter des Mi�elalters. In der Glashalle
des Schlosses kann man beim GAUDIUM
selbst einen Korb flechten.
Tretradkran
Krane mit Laufradantrieb waren schon im Altertum bekannt , tauchen ab Mi�e des
13. Jh. wieder in französischen Buchmalereien auf und waren spätestens im 14. Jh.
europaweit verbreitet. Einer
oder mehrere Windeknechte
treten im Inneren des Laufrades
auf der Stelle und treiben es so
an. Auf diese Weise lassen
sich sehr große und schwere
Lasten in beliebige Höhen
(entsprechend
der
Länge
des Kranarms) bewegen. Die
Experimentalarchäologen der
Gruppe EXPERIMENTUM führen einen den
Bildquellen
akkurat nachgebauten
Kran vor.
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Handwerker und Sonstige Akteure
Blide
Die Blide, vom frühen 13. bis ins 16. Jahrhundert europaweit nachweisbar, ist ein
Wurfgeschütz, dessen Technik wohl im
Mi�elmeerraum entwickelt wurde. Die
Belagerungswaffe hat einen Schleuderarm an
einer Drehachse. Ein Gewicht an der unteren
kürzeren Seite des Schleuderarms reißt den
Hebel herum, die lange Seite schnellt nach
oben und schleudert das Geschoß in hohem
Bogen auf das angepeilte Ziel. Die nach
Bildquellen gefer�gte funk�onstüch�ge Blide
der Gruppe EXPERIMENTUM wird mehrmals
täglich vorgeführt.
Falknerei “Eulenbann und Federspiel”
Die Beizjagd war die sehr beliebte Jagd mit abgerichteten Greifvögeln auf
Kleinwild. Hierzu verwendete man Habichte, Sperber, seltener Adler, am
häufigsten aber Falken. Von der behandschuhten Hand seines Trägers
aus wurde der Vogel auf die Beute angesetzt, nachdem man ihn von
Langfessel und sichtbehindernder Falkenhaube befreit ha�e. Ein mit
Glocken behängtes Geschüh erleichterte es, ihn im Auge zu behalten.
Nachher kehrte er per Lockruf auf die Hand seines Herrn zurück. Auch
Frauen konnten bei Falkenjagden
teilnehmen. Das Abrichten der
Jagdvögel erforderte viel Geschick
und Kenntnisse. Der passionierte
Falkenjäger Kaiser Friedrich II.
verfaßte im 13. Jh. das Buch „De
Arte venandi cum avibus" (Über
die Kunst mit Vögeln zu jagen).
Die Falknerei EULENBANN UND
FEDERSPIEL aus GelsenkirchenHorst präsen�ert faszinierende
Greifvögel und Eulen aus nächster
Nähe und erklärt Interessierten
deren Verhalten und Bedürfnisse.
Manchmal wird auch ein
vorwitziges Fre�chen vorgeführt.
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Konzep�on, Redak�on, Layout und Druck:
GAUDIUM.2016
ist eine Veranstaltung der
Referat Kultur
in Koopera�on mit der