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TravelColours
marrakesch
02/2016 // ISSUE 02
RESTAUR ANT
+
EMPFEHLUNGEN
SO SCHMECK T
MARR AKESCH
VILL A DES
OR ANGERS
WENN JEDES HOTEL
SO PERFEK T WÄRE
SIGHTSEEING TIPS
MIT ZAHLREICHEN
FOTOS
inkl. der täglichen Berichte
vor Ort aus
Marrakesch
EXLUSIVE TIPS FÜR
EINEN KURZTRIP
contents : :
4
Der erste Eindruck
Sie ist hektisch, sie ist chaotisch, sie macht
müde, und trotzdem weckt sie den Reiz immer mehr entdecken zu wollen und lässt einen nicht mehr los. Denn Marrakesch hat neben der Hektik in den Souks und auf dem
Platz Djemaa El Fna noch weit mehr zu bieten.
Historisches Marrakesch
16
Seite 6
Verstecktes Paradies
Villa des Orangers
Eine Sehenswürdigkeit für sich war
unser Riad Villa des Orangers.
18
So schmeckt Marrakesch
14
Restaurantrückblick
Auf den Spuren von
Yves Saint Laurent
Welches Restaurant man nicht verpassen sollte.
20
Do's & Dont's
für ein perfektes Wochenende
Exklusive Tips für ein perfektes
Wochenende in Marrakesch.
10
Verloren in den Souks
Bunte Souks und verwinkelte Gassen. Wer einmal in
die Medina hineintaucht,
der verliert auch ganz leicht
die Orientierung.
Jardin Majorelle: Kaum ein
Garten bietet so viele wunderschöne, vergleichbare
Fotomotive.
Eine Stadt
voller
Kontraste
ERSTER
EINDRUCK
ENTSPANNTE DACHTERRASSEN-CAFÉS,
PULSIERENDE MÄRKTE UND VERSTECKTE
INNENHÖFE – FÜR 3 TAGE UND 4 NÄCHTE
TAUCHTEN WIR AB IN EINE STADT VOLLER
KONTRASTE: MARRAKESCH
4
by Stefanie F.
VERSTECKTE SCHÖNHEITEN
Die umgepflasterten Gassen der
Souks in Marrakesch sind gerammelt voll. Es riecht nach Gewürzen,
nach Pfefferminz und Weihrauch.
Wir hören die Gebetsrufe der Muezzins, die
Frauen sind
STRANGE MOMENT
fast alle verhüllt, und
Numquia con poreptas eaquiam remporem fugias dolor alit,
die Männer
occae la nieniam rest, simil es
schlendern
alitiate niet id modit derupta
in bodenconem nateceate idis molore
l a n g e n
Gewändern
die Straßen
entlang.
Die Mopedfahrer schlängen sich
hupend und zickzack fahrend so
schnell durch den Verkehr, dass man
kaum noch rechtzeitig wegspringen kann, und mitten drin treibt
5
ein alter Mann seinen noch älteren
Esel im Schneckentempo vorwärts.
Ziemlich genau so würde ich die
allerersten Eindrücke von Marrakesh auf unserer Taxifahrt vom
Flughafen zum Hotel beschreiben.
Diese Stadt fühlt sich einfach komplett anders an als Deutschland,
und dabei ist sie keine 4 Flugstunden von uns entfernt. Als Europäer
braucht man eine Weile, bis man
sich an den Trubel in der roten Stadt
gewöhnt hat und zurecht findet.
Sie ist hektisch, sie ist chaotisch, sie macht müde, und trotzdem weckt sie den Reiz immer mehr entdecken zu wollen
und lässt einen nicht mehr los.
Denn Marrakesch hat neben der
Hektik in den Souks und auf dem
Platz Djemaa El Fna noch weit
mehr zu bieten. Es sind die para-
5* HOTEL
VILLA DES ORANGERS
Das Riad liegt zentral
gelegen am Rande der
Media. Wer hier ankommt, taucht in die
Welt von 1001 Nacht
ab und findet die Ruhe,
nach der man sich nach
einem Souk Besuch
sehnen wird.
diesischen Innenhöfe, die plötzlich
hinter den roten Gemäuern eines
alten Riads auftauchen, und in
denen von all dem Lärm auf den
Straßen nichts mehr zu spüren ist.
Unser Fahrer fährt durch eines der
imposanten Tore
der Stadtmauer
in die Medina hinein, und nach
ein paar wenigen
Abzweigungen
erreichen
wir
unser Hotel Villa
des Orangers –
ein 5* Riad, eingerichtet mit feinsten marokkanischen Möbeln. Von
außen wirkt es zunächst einfach
und unscheinbar, doch kaum stiegen wir durch den offenen schwere
Holztürrahmen, offenbart sich uns
eine kleine Oase: Die Decken sind
aus weißem Holz voller feinster
Schnitzereien, die Innenhöfe sind
voller duftender Orangenbäume,
die Vögel zwitschern, und auf einer Bank sitz ein marokkanischer
Musiker, der auf
seinem Banjo leise
Musik spielt. Ihr
glaubt das nicht?
Konnte ich zuerst auch nicht...
Ein Erlebnis, das
wir in den nächsten Tagen noch
häufiger haben
werden:
Hinter
unscheinbaren Mauern aus rotem
Lehm verstecken sich paradiesische Innenhöfe und Paläste, die
im Gegensatz zu den Straßen eine
unvorstellbare Ruhe ausstrahlen.
Hektische
Straßen und
paradiesische
Innenhöfe
Top 3
Tag 1
historisches
Marrakesch
(Süd–Medina)
by Stefanie F.
6
WÄHREND MAN IM NÖRDLICHEN TEIL DER MEDINA
VORALLEM FARBENFROHEN
SOUKS FINDET, KANN MAN IN
DER SÜDLICHEN MEDINA DIE
KULTURGESCHICHTE MARRAKESCHS ENTDECKEN. HIER
BEFINDEN SICH EINIGE ALTE
PALÄSTE, INTERSSANTE MUSEEN UND DIE MELLAH, DAS
ALTE JÜDISCHE VIERTEL.
N
achdem
wir
zunächst gemütlich in unserem
w un d e r s ch ö n e n
Riad gefrühstückt haben,
sind wir raus ins Getummel,
um die ersten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.
Uns war schnell klar, dass die
Medina scheinbar doch so
klein ist, dass man alles problemlos ablaufen kann. Allerdings kommt man nicht wirklich
schnell vorwärts. Überall bleibt man stehen, lässt sich von
den Händlern anquatschen,
verläuft sich hier und da mal
wieder und dann kommt
noch der Rummel dazu. Der
enorme Lärmpegel, das ständige Vorbeirasen der vielen
Moppeds und dazu die trockene Hitze machen das Herumlaufen in der Medina doch anstrengender als wir dachten.
DIE SAADIER GRÄBER
Von unserem Hotel aus liefen
wir zunächst zu den SaadierGräbern, die direkt neben der
Kasbah-Moschee und wenige
Minuten von unserem Hotel
entfernt liegen. Die SaadierGräber sind eine Grabanlage
aus dem 16. Jahrhundert, in
der mehrere Herrscher der
Saadier-Dynastie die letzte
Ruhestätte gefunden haben. Die Anlage ist sehr klein
und wir waren keine 15 Minuten dort. Zwar sind die
Mausoleen mit wertvollen
Mosaiken und kunstvollen
Stuckverzierungen ausgestattet, aber so richtig beeindrucken konnte es uns nicht.
EL BADI PALAST
Mit einem ungewollten und
recht großen Schlenker, sind
wir quer durch das Getummel
zu dem El Badi Palast gelaufen.
Der Palast war einst die
größte und prächtigste Palastanlage Marokkos. Davon ist
heute nichts mehr zu sehen,
denn es ist nur noch eine
Ruine übrig. Schnitzereien
und Fliesen findet man hier
leider keine mehr. Was hier
viel beeindruckender war, ist
diese enorme Weite der Anlage und das mitten in der
engen und überfüllten Medina. Und kaum ist man hinter den Mauern des Palastes,
kriegt man von all dem ganzen Rummel nichts mehr mit.
1. RUE ZITOUN EL-JEDID
Wer Souvenirs aus Marrakesch
sucht, der sollte die Rue Riad
Zitoun el-Jedid entlang
spazieren. Hier sind die Händler nicht nur freundlich und
unaufdringlich, hier kann man
sogar teils dabei zuschauen,
7
2. EL BAHIA PALAST
Der Bahia Palast war auf jeden
Fall das Schönste was wir uns
heute angesehen haben. Hier
würde ich als erstes hingehen,
denn den Bahia Palast muss
man sich angeschaut haben. Bei
mehr Zeit hätten wir sicherlich
auch noch das Café im Garten
3. SUNDOWN AUF DEM
DJEMAA EL FNA
Auch wenn es weitaus schönere
Cafés gibt, als an diesem Platz,
lohnt es sich bei Sonnenuntergang auf der Dachterrasse das
Bunte treiben zu beobachten
und wie der Platz der Gaukler
immer voller und lauter wird.
8
BAHIA PALAST
Nur ein paar Gehminuten
vom El Badi Palast entfernt
(wenn wir uns nicht schon
wieder verlaufen hätten), ist
der Bahia Palast. Und hier
habe ich es echt ein wenig
bedauert, dass wir 30 Minuten vor Schließung ankamen. Denn der Bahia Palast
ist genau so, wie man sich
das prunkvolle und romantische Marrakesch vorstellt!
Die prächtigen Decken, die
prächtigen Wände, die hohen
schweren Türen, die schönen
Innenhöfe mit Springbrunnen, Orangenbäumen und
Fliesenböden - hier braucht
man wirklich etwas mehr Zeit,
um das alles auf sich wirken
lassen zu können. Nach den
kurzen 30 Minuten sind wir
dann gemütlich, wenn man
das in der Medina behaupten
kann, quer durch die Souks
über die Rue Riad Zitoun elJedid in Richtung Djemaa
el Fna, dem Platz der Gaukler, spaziert. Diese Strecke
gefiel mir ziemlich gut, weil
sie wesentlich ruhiger war,
und die Händler bei weitem
nicht so aufdringlich waren.
SUNDOWN AM DJEMAA
EL FNA
In den Souks verliert man
recht schnell das Zeitgefühl
und so kamen wir, eigentlich
zur perfekten Zeit, zum Sonnenuntergang am Platz der
Gaukler an. Für ein paar
schöne Fotos vom Sonnenuntergang haben wir uns auf die
Dachterrasse des Cafe France
gesetzt. Klar sehen die Restaurants und Cafes hier nicht
sonderlich schön aus, und essen würde ich in der Touristengegend auch nichts, aber
mit einem frischen Minztee
kann man hier nicht viel
falsch machen. Und der Blick
ist einfach super. Von hier
oben lässt sich das Getummel auf dem Platz ruhig und
entspannt beobachten. Ein
Sundowner muss hier sein.
DJEMAA EL FNA
Ein Sprichtwort besagt: "Hast Du einen Tag in Marokko, verbringe ihn in Marrakesch. Hast Du nur eine
Stunde, verbringe sie auf dem Djemaa el Fna."
9
Abends sind wir dann in das Restaurant gegangen, in das wir eigentlich gestern schon wollten –
ins Bo-Zin. Wie wir später am Abend feststellten,
war es perfekt, dass wir am Samstag hierhin
gegangen sind, denn Samstag wird das Restaurant zur späteren Stunde zu einer Art Lounge
mit richtig guter schneller Musik. Das Bo-Zin hat
eine asiatische hochwertige Speisekarte. Auch
die Leute sind hier deutlich schicker. Sowie die
Karosserie vor dem Restaurant Eingang… Das
Restaurant gefiel mir unfassbar gut. Innendrin
ist es sehr gemütlich aber schick eingerichtet,
die Leute wirkten etwas wohlhabender aber
trotzdem locker, und das schönste an dem Restaurant ist der riesige Garten mit Koi Teichen,
der leider noch geschlossen hatte. Sollte ich hier
nochmal hinkommen, wenn es etwas wärmer
ist, würde ich super gerne in dem Garten essen.
Und die Preise sind gar nicht mal teuer (Hauptgang 15 bis 20 Euro), abgesehen von den alkoholischen Getränken, aber die scheinen generell
in Marrakesh unfassbar hoch zu sein. Eigentlich
wollten wir noch weiterziehen und das Nachtleben von Marrakesh kennenlernen, aber nachdem wir nach dem zahlen noch weitere 2 Stunden an der Bar hängengeblieben sind, mit völlig
verrückten Franzosen, sind wir zurück ins Hotel
gefahren und fix und fertig ins Bett gefallen.
RESTAURANT TIP: BO ZIN
Elegant, stilvoll, und trotzdem
entspannt und locker. Wunderschön
ist der große Garten mit vielen versteckten Sitzplätzen und Loungeecken.
Wenn es warm genug ist, unbedingt
draußen reservieren!
Feilschen, was das Zeug
hält - Souvenirs shoppen
nach marokkanischer Art.
Tag 2: Verloren in
den Souks
by Stefanie F.
10
HEUTE GING ES AUF IN RICHTUNG
IN BEN YOUSSEF, EINER ALTEN
KORANSCHULE, DIE NOCH BIS
1960 ALS SOLCHE GENUTZT
WURDE. DOCH BIS WIR DORT
ANKAMEN, MUSSTEN WIR UNS
ERST EINMAL ORIENTIERUNGLOS
DURCH DIE SOUKS KÄMPFEN.
ORIENTIERUNGSLOS
Nachdem wir in aller
Ruhe gefrühstückt und
die Zeitung am Pool
gelesen haben, sind
wir in Richtung Ben
Youssef gelaufen. Ben
Youssef war bis 1960
eine Koranschule und
ist in Marrakesch die
einzige Mosche, die
auch nicht muslimische Leute betreten
dürfen. Auf dem Weg
dorthin sind wir quer
durch die Medina und
die Souks gelaufen,
weil wir von dem südlichen Rand der Medina
zum nördlichen Rand
mussten. Die ersten
Wege waren auch unglaublich
spannend
und beeindruckend.
Die Häuser oder Mauern sind an für sich
recht
unspektakulär
und eher trist, da sie
meistens aus dem marokkanisch rotem Lehm
geputzt sind. Doch
zwischen drin sind
überall diese gigantischen und feindekorierten Türen, die man
am liebsten alle fotografieren
würde.
Die Geschäfte an
denen man dabei
vorbeikommt,
sind
in der Regel wieder
die typischen "Souvenir" Geschäfte; marokkanische Teppiche,
Teekannen, Teller etc.
Je tiefer wir in die Souks
reinkamen, desto neugieriger wurden wir,
und haben bevorzugt
die dunkleren und
schmaleren
Gassen
genommen. Und dann
haben wir tatsächlich
vollkommen die Orientierung verloren. Wir
sind in eine Sackgasse
nach der anderen gelaufen und wussten gar
nicht mehr so Recht,
wo der Weg hinführt
und wo wir eigentlich
hin wollten. Aber irgendwie, wenn man
sich einfach treiben lässt, kommt man auch wieder raus und
steht plötzlich wieder in den
rummeligeren Gassen, die voll
mit Touristen und Souvenirgeschäften sind. Doch selbst
dort hatten wir dann wieder
die Orientierung verloren. Und
das frustrierende war, dass
wir wussten, dass Ben Youssef
ganz in der Nähe ist; dass wir
eigentlich sogar fast davor stehen, aber wir haben einfach
nicht hingefunden. Was dann
recht nervig wurde: gefühlt
jeder Marokkaner möchte dir
den Weg zeigen. Auf die sollte
man ohnehin nicht eingehen,
sondern lieber die desinteressierten Verkäufer ansprechen.
Doch auch die schickten uns alle
in verschiedene Richtungen.
BEN JOUSSEF
Auf gut Glück haben wir dann
zu guter letzt eine Gasse probiert, "die angeblich komplett
falsch ist und verboten ist" und
wie durch ein Wunder standen
wir vor der zunächst unscheinbaren Mauer von Ben Youssef.
Zunächst wusste ich nicht,
worüber ich mich am meisten
gefreut haben: dass wir es
endlich gefunden hatten oder
dass wir endlich raus aus diesem
Wirrwarr waren, der mich ganz
verrückt gemacht hat. Unser
Fazit: Die Souks sind unglaublich spannend und faszinierend.
Aber hier muss man sich ziellos
treiben lassen und darf nicht
nach etwas bestimmten suchen.
Und wie war nun die Koranschule? Unglaublich! Nach dem
Bahia Palast, den wir gestern
gesehen haben, für mich das
Zweitschönste, was wir hier
bisher besichtigt haben. Das
faszinierende hieran fand ich
wieder, dass dieser wunderschöne, große und ruhige
"Palast" mitten im dem Getummel von dem hektischen Souk
liegt. Wir waren hier bestimmt
30/45 Minuten und haben einige Fotos gemacht, bis wir
weiter gelaufen sind. Direkt
neben der Koranschule ist die
dazugehörige Mosche, wo wir
uns gegenüber auf die Dachterrasse von einem kleinem Cafe
gesetzt haben und von oben
beobachtet haben, wie die Leute
nach dem Gebet außer der Mosche geströmt sind. Kurz habe
ich mich gewundert, wieviele
eigentlich dort reinpassen?
11
Nach der kurzen Pause auf der
Terrasse sind wir zurück in die
Souks geschlendert. Und es
stimmt tatsächlich. Wenn man
in den Souks nichts bestimmtes sucht, und sich einfach
treiben lässt, dann machen sie
richtig Spaß; Metallschweißer,
Lederverarbeiter, Holzarbeiter
und Hennafrauen, hier kann
man sämtliche Handwerker
bei ihrer Arbeit beobachten,
wenn sich dafür die Zeit
nimmt und einfach durch
die Souks durch schlendert.
12
SUNDOWNER MIT WEITBLICK ÜBER DIE MEDINA
Unsere schönste Entdeckung
war der Platz “Rahba Kedima”,
ein ehemaliger Sklavenmarkt,
und
heute
orientalischer
Gewürzmarkt. Hier haben wir
auch unser neues Lieblingscafe
gefunden: “Terrasse des Épices”.
Wie wir später feststellten, ist
das Cafe auch recht bekannt
in Marrakesch. Also kein Geheimtipp, aber unbedingt
empfehlenswert. Wir kamen
genau zum Sonnenuntergang
hier an und konnten so von der
Dachterrasse mit frisch belegten Baguettes das Treiben auf
dem Gewürzmarkt beobachten.
Gemütlich sind wir zurück zum
Hotel geschlendert, mittlerweile mit einigen Souvenirs in
den Taschen (Kaffeekannen,
Tee, marokkanischen Schuhe),
haben uns kurz frisch gemacht
und sind dann in das Restaurant “La Trattoria” im Stadtteil
Gueliz gefahren. Die Trattoria
ist in einer alten Art Déco Villa.
Die Tische sind dabei alle um
einen Pool herum angeordnet,
in einem glasüberdachten Innenhof. Das Essen und der Service waren absolut super, aber
uns fehlte es etwas an “lockerer” Atmosphäre. Oder lag es
daran, dass wir hier an einem
Sonntag waren? Wie dem auch
sei, nach einem kurzen Dinner
sind wir für einen Absacker in
das bekannte und teure Hotel
La Mammounia gefahren. Doch
daraus wurde nichts, denn die
Bar im La Mammounia war
komplett leer, und wenn man
dann auch noch in so einem
riesigem Komplex alleine ist,
dann geht man doch viel lieber
zurück an den Kamin in das
eigene wunderschöne Hotel.
Völlig geschlaucht von den ganzen Eindrücken und der Hektik in
den Souks sind wir früh ins Bett
gefallen. Morgen geht’s weiter.
RAHBA KEDIMA & DIE MEDINA VON MARRAKESCH
Wenn Teppiche mit ihren Farben bestechen, wenn Teekannen Sehnsüchte nach Pfefferminztee wecken und
und Lampen aus buntem Glas einen schwindelig werden lassen. Es wird gerufen und gebrüllt, gefeilscht und
gehandelt. Das ist Souvenirs shoppen nach marokkanischer Art. Und wenn man sich auf das Spiel einlässt
und es mit Humor nimmt, gewinnt man auch ganz schnell Gefallen daran.
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LA TRATTORIA DI GIANCARLO
Die Trattoria ist ein stadtbekanntes
Gourmetrestaurant im Stadtteil Gueliz.
Die Küche ist typisch italienisch und
der Service unglaublich freundlich und
aufmerksam. Ein bisschen fehlte es uns
an der gewissen Atmosphere.
CAFÉ DES ÉPICES
Das Café liegt direkt am Place Rahba Kedima in der
nördlichen Medina. Ein Besuch auf der Dachterrasse lohnt sich hier sehr. Wir saßen hier bei Sonnenuntergang und konnte so die Abendstimmung
auf dem Markt beobachten, und uns ein wenig von
dem Trubel in den Souks erholen. Hier würde ich
definitiv wieder hingehen!
Tag 3: YSL
Jardin Majorelle
ZWAR IST HEUTE ERST DER
DRITTE TAG IN MARRAKESCH,
ABER SO LANGSAM FÜHLEN
WIR UNS VON DER HEKTIK
IN DEN SOUKS ETWAS
GESCHLAUCHT. ODER SUCHEN
WIR NUR EINE AUSREDE,
DAMIT WIR NOCH MEHR ZEIT IN
UNSEREM WUNDERSCHÖNEN
HOTEL VERBRINGEN KÖNNEN?
14
W
ahrscheinlich ist das
sogar der Fall. Wir müssen beide zugeben, dass
Villa des Orangers so
unschlagbar gut ist, dass wir hier die
letzte Zeit, die wir noch in Marrakesch
übrig haben, vorallem hier verbringen
möchten. Und deshalb haben wir bis
zum frühen Nachmittag den Tag ganz
entspannt am Pool verbracht, uns immer wieder einen frischen Pfefferminz
Tee bringen lassen (der ist soo gut
hier!), haben uns zwischendurch im
Pool abgekühlt, und um die Entspannung komplett zu machen, habe
ich mir noch eine Ganzkörpermassage im hoteleigenem Spa gegönnt.
EINMAL UPGRADE BITTE
Doch das Beste kommt noch. Ich hab
euch noch gar nicht erzählt, dass wir
gefragt haben, ob wir ein Zimmer
im "alten" originalen Hof haben können, oder? Der ist nämlich nochmal
schöner und grüner mit den ganzen
Orangenbäumen im Innenhof. Wir
hätten am ersten Tag schon wechseln können, allerdings in das kleinere
Standardzimmer. Heute bekamen
wir das Angebot in die freigewor-
dene Suite mit eigener Dachterrasse umzuziehen! Ist das zu glauben? Das Angebot
konnten wir nicht ausschlagen. Und so kam
ein netter Mitarbeiter, der für uns sogar
den Umzug komplett erledigt hat. Wie die
verrückten haben wir Fotos ohne Ende
gemacht, da wir es kaum glauben wollten.
JARDIN MAJORELLE
So schön wie unser neues Zimmer auch ist,
eine Sache wollten wir uns unbedingt noch
anschauen. Den Garten von YSL: Jardin Majorelle, den uns wirklich jeder empfohlen hat.
Damit wir nicht wieder allzuviel Zeit in den
Souks verbummeln, haben wir diesmal ein
Taxi direkt zu dem Garten genommen. Der
Eintrittspreis von 10 Euro hat uns erstmal
umgehauen, da man sich schnell an die
hier sonst so günstigen Preise gewöhnen
kann. Doch der Eintritt ist es absolut Wert.
Der Garten ist so unfassbar schön, so bunt,
und bietet so viele Motive, dass es richtig
Spaß macht mit der Kamera herumzulaufen.
Nach einer guten Stunde sind wir dann in
die Neustadt, das Viertel Gueliz, hineingelaufen, welches direkt um die Ecke ist. Gueliz
ist ein absolutes Kontrastprogramm zur
Medina. Ich weiß nicht, ob wir etwas falsch
gemacht haben, oder ob die Neustadt einfach nicht mein Ding ist. Denn hier gibts es
ausschließlich Ketten wie Zara, H&M, etc.,
was ich relativ unspannend fand und für
mich gar kein Vergleich zur spannenden
Medina ist! Auf einen Tip hin, haben wir
uns trotzdem noch in das Grand Café de
la Poste gesetzt, haben ein paar Snacks
gegessen und uns dann zurück in das Gedränge vom Platz der Gaukler fahren lassen.
Dort wollte ich an unserem letzten Abend
unbedingt nochmal hin, denn langsam liebe ich das Flair auf diesem Platz richtig.
Und an den Verkehr hat man sich auch
gewöhnt. Den Abend haben wir dann ganz
gemütlich vor dem Kamin in unserem Hotel
ausklingen lassen. So schade wie es ist, und
so schnell wie die Zeit verging, eigentlich
sogar viel zu schnell, ist heute schon die
letzte Nacht in Marrakesch. Morgen Mittag
geht es für uns wieder zurück nach Berlin.
15
Villa des Orangers
FRÜHSTÜCK
Unser Lieblingsplatz
zum Frühstück war
um den Pool herum.
Wer mag, kann sich
das Frühstück bei
den liegen servieren
FINGERBOARD
ÜBERRASCHUNGS
GESCHENK
16
VERSTECKSTES PARADIES INMITTEN DER MEDINA
Nach unserem Aufenthalt müssen Leichtigkeit in dem Hotel. Während
wir beide zugeben, dass Villa des Or- in vielen Luxushotels alles etwas
angers nicht nur ein umwerfendes steif wirkt, konnte man sich einfach
Riad ist, sondern sogar eines der fallen lassen. Angefangen bei dem
größten Attraktionen, die wir Mar- Frühstück, dass die Kellner dort aufrakesch gesehen haben. Die Mitar- gebaut haben, wo auch immer wir
beiter tuen alles erdenkliche, damit frühstücken wollten, bis hin zu den
man sich absolut wohlfühlt. Was täglich frischen Blumen auf dem
mir besonders gut gefiel, war die Zimmer. Hier stimmte wirklich alles.
JUNIORSUITE
ZIMMER IM KOLONIALSTIL
Die ersten drei Nächte verbrachten wir in der Juniorsuite im
ersten Innenhof. Das unglaublich
große Zimmer war stilvoll im
Kolonialstil eingerichtet. Das ein
oder andere Möbelstück hätte ich
sogar gerne für zu Hause.
SUITE MIT
DACHTERRASSE
ZIMMER MIT WEITBLICK
Die letzte Nacht durften wir in
dem alten und original Innenhof
in der Suite mit Dachterrasse
übernachten. Das Zimmer geht
über 2 Etagen und von der Terrasse hat man einen wunderbaren
Blick auf die Koutoubia-Moschee.
Da kommen wir völlig
geschlaucht von den
ganzen Eindrücken
zurück ins Zimmer,
und was finde ich? Ein
Geschenk zum Geburtstag mit persönlich
geschriebener Glückwunschkarte. Und drin
war: ein langer, weißer
marokkanischer Kaftan.
DAS HOTEL
RÜCKZUGSRÄUME ÜBERALL
Da das Riad gerade mal 20
Gästezimmer hat, findet man
hier immer einen Raum, in dem
man sich ganz alleine zurückziehen kann. Sei es die Leseecken,
das Kaminzimmer, oder die
Loungeräume.
17
Restaurant
Rückblick
18
SO SCHMECKT MARRAKESCH
MAROKKO IST NICHT NUR
REICH AN KUNSTSCHÄTZEN
UND KULTURTRADITIONEN,
SONDERN AUCH AN
KULINARISCHEN GENÜSSEN.
COUSCOUS, TAJINE, SAFTIGE
ORANGEN - MAROKKOS
KÜCHE IST VIELFÄLTIG UND
GILT ALS DIE BESTE ALLER
ARABISCHEN KÜCHEN.
er sich mit den Restaurants in
Marrakesch beschäftigt, der
wird schnell von einer großen
und vielfältigen Auswahl überrolt. Wem die marokkanische
Küche noch völlig fremd ist, der bekommt
auf dem Platz der Gaukler einen ersten umfangreichen Eindruck über die vielfältigen
marokkanischen Speisen. Die besseren und
etwas teureren Restaurants haben meistens
eine gehobenere französische oder asiatische
Speisekarte. Wer wiederum in einer der typisch marokkanischen Riads essen gehen
möchte, der sollte unbedingt einen Tag im
Voraus reservieren, da die kleineren Riads oft
nur auf Vorreservierung die Zutaten einkaufen.
Für uns war die Mischung aus einfacher marokkanischer Küche an verschiedenen Ständen und die etwas schickeren hot-spots Restaurants in der Neustadt genau richtig. Und
wer glaubt, dass es in Marrakesch keinen
Alkohol gibt, der vertut sich; denn den haben wir zum Glück nirgends missen müssen.
W
Wenn's geschmeckt hat:
Standnummer merken
Romantische
Kulisse
wunderschöner
Garten
Restaurant & Lounge-Bar
unbedingt Orangesaft
probieren
BO ZIN RESTAURANT *****
Mein Favorit. Hier stimmte einfach alles. Sehr gutes
asiatisches Essen, super Stimmung und Ambiente,
und gute Leute. Am besten kommt hier am Samstag hin, wenn das Restaurant zu späterer Stunde
zur Lounge wird. Leider war es noch zu kalt, um in
dem wunderschönen Garten zu Essen.
Hang-out-Spot
bei den Locals
franz.
Küche
italienische Küche
DJEMAA EL FNA**
Der Platz der Gaukler ist ein Muss. Jeden Abend
verwandelt er sich in ein riesiges Freiluftrestaurant.
An den Ständen gibt es allerlei typische Gerichten
wie Couscous und Tajine, aber auch außergwöhnliche Delikatessen. Tip: Nicht den frisch gepressten
Orangensaft verpassen.
Blick aufs Atlas
Gebirge
mitten in
den Souks
TRATTORIA****
Die Trattoria liegt im Stadtteil Gueliz und ist eher
etwas für einen romantischen Abend zu zweit, als
in größerer Runde.
19
beobachten, wir der
Platz lebendiger wird
bunter Gewürzmarkt
LE GRAND CAFE DE LA POSTE*****
Das Restaurant im Kolonialstil gehalten, liegt im
Stadtteil Guéliz, gibt es bereits seit 1925, und
scheint auch bei den Locals ein Hang-out-Spot zu
sein. Die Küche ist französisch. Leider gab es aber
vor 20 Uhr nur kalte Snacks, so dass wir hier am
späten Nachmittag nicht wirklich Essen konnten.
CAFE DES EPICES**
Cafe des Epices lässt sich super mit einer Shoppingtour durch die Souks im nördlichen Teil der Medina verbinden. Am besten kommt man hier zum
Sonnenuntergang hin, wenn die Sonne nicht mehr
all zu intensiv auf die Dachterrasse strahlt und auf
dem Gewürzmarkt immer los ist.
CAFE DE FRANCE**
Hier kommt man besser zum Teetrinken, als zum
Essen hin und in erster Linie wegen der Dachterrasse; denn von dieser hat man einen wunderschönen Blick über Djemaa el Fna. Tip: Zum Sonnenuntergang hierher kommen und beobachten
wie das Leben auf dem Platz an Tempo gewinnt.
Do's & Dont's
für ein perfektes
Wochenende
20
"Der wahre Zauber von Marrakesch
liegt in seinem Spiel mit dem Verborgenen" (Marta Marzotto)
DAS WICHTIGSTE IN
MARRAKESCH IST SICHERLICH:
KEINEN ZEITDRUCK UND KEINE
TERMINE MACHEN. DENN IN DEN
SOUKS VERLIERT MAN LEICHT
DAS ZEITGEFÜHL. AM BESTEN
IST, MAN LÄSST SICH EINFACH
TREIBEN.
Obwohl ich vor der Reise felsenfest davon überzeugt war, dass
mich die Sehenwürdigkeiten, die
alten Paläste und Ruinen umwerfen
werden, muss ich im Nachhinein
zugeben, dass Marrakesch weitaus
besseres zu bieten hat. Denn das
Schönste, Interessanteste und das,
was einem am meisten staunen
lässt, befindet sich dort, wo man
es am geringsten erwartet. Nämlich dort, wo man ungewollt und
ziellos vom Weg abkommt und in
den versteckten , von außen nicht
erahnbaren paradisieschen Hinterhöfen. In Marrakesch lässt man sich
am besten einfach treiben und was
man unbedingt sein sollte: neugierig! Denn erst wenn man genauer
in teils unscheinbare Ecken und
Türen hineinschaut, wird man von
dem Marrakesch überrascht, wie
man es sich immer vorgestellt hat.
TIP NR. 1: SIGHTSEEING REIHENFOLGE
Am ersten Tag lohnt es sich ersteinmal durch die Medina zu schlendern
und sich mit der fremden Kultur
anzuvertrauen. Denn wenn man
einmal mit ihr warm geworden ist,
und das ging bei mir recht schnell,
genießt man das Flair der Stadt viel
mehr und verliert nicht so schnell
die Nerven, wenn man sich mal wieder in den Gassen der Souks verirrt
hat. Am zweiten Tag unbedingt
den YSL Garten anschauen. Da ich
die Neustadt recht unspektakulär
fand, würd ich von hier aus direkt
zum El Bahia Palast weiter fahren
und anschließend durch die Medina zurück zum Riad schlendern.
GUT ZU
WISSEN...
SIND DIE MAROKKANER
WIRKLICH SO
AUFDRINGLICH?
Ich fand es überhaupt nicht. Natürlich
ruft jeder zweite
Standbesitzer nach
einem, aber wenn
man nicht drauf
eingeht und einfach
weiterläuft, hören sie
auch schnell wieder
auf. Es sei denn, man
fängt einmal an zu
handeln. Da kommt
man schwierig wieder
raus. Wer auch immer,
einer muss am Ende
nachgeben.
TIP NR. 2: WOHNEN WIE 1001 NACHT
Ein schönes und vorallem ruhiges
Riad buchen. Denn wer den ganzen Tag in der Medina unterwegs
ist, wird dankbar sein, wenn er
ein ruhiges Hotel zum entspannen und zum zurückziehen hat.
Unabhängig davon sind die
Riads mit das Schönste was man
in Marrakesch entdecken kann.
Mit unserer Entscheidung für
Villa des Orangers haben wir
jedenfalls alles richtig gemacht.
WAS ZIEH ICH AN?
In Marrakesch ist der
Kleidungsstil nicht
wirklich streng. Aber
wer sich dran hält
(Schultern und Beine
bedeckt), der wird
sich automatisch
wohler fühlen.
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I S S U E # 2 , F EB R UA RY 2 0 1 6
R Ü C K B L I C K : 4 TAG E I N M A R R A K E S C H
MARRAKESCH
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