Grüner Daumen - Ökomanagement Niederösterreich

Profitieren. Mit Verantwortung.
DIE GARTEN TULLN GMBH, Tulln
Referenzblatt Nr. 004/16
umgesetzt
© photo-nagy.at
Trennsystem
Fuhrpark
Energie
DI Nina König,
Assistenz der
Geschäftsführung &
Umweltbeaufragte
Zertifikate
Umstellung des Müllsammelsystems am
Gelände auf ein konsequentes Trennsystem
Einsparung: Rund 2.000 kg Restmüll pro Saison
verbunden mit der Reduktion von Entsorgungskosten um mehr als 800 Euro
Ein PKW weniger. Wege am Gelände werden
primär mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Anschaffung von 13 zusätzlichen Dienstfahr­
rädern (gebraucht gekauft und repariert)
Einsparung: ca. 1.600 Liter Diesel im ersten
Jahr verbunden mit CO2 Reduktionen
Abschalten nicht benötigter IT-Geräte.
Reduktion der Beleuchtung am Gelände
Einsparung: Verringerung des Elektrizitäts­
verbrauchs im Jahr 2014 um 6 MWh
gegenüber 2013
EMAS seit 2014
Grüner Daumen
DIE GARTEN TULLN ist ein natürliches und blühendes Vorzeigeprojekt in Sachen
Ressourcenschonung, Klima- und Umweltschutz. Der EMAS zertifizierte Betrieb
zeigt quer Beet, wie sich die Strategien für eine ökologische und lebenswerte
Zukunft entfalten und Jahr für Jahr Früchte tragen.
Frau König, welche Maßnahmen konkret werden hier Tag
für Tag umgesetzt? Worauf wird besonders geachtet?
DIE GARTEN TULLN unterliegt als einzige ökologische Gartenschau Europas den strengen Kernkriterien der Aktion „Natur im
Garten“. Das bedeutet, dass unsere Gärtnerinnen und Gärtner
ohne Pestizide, ohne chemisch-synthetische Dünger und ohne
Torf arbeiten. Es werden also nur ökologische Mittel verwendet, um Pflanzen zu düngen, zu stärken und in letzter Instanz
zu schützen. Sogar die Rosen entfalten auf diese Weise ihre
volle Pracht. Im hauseigenen Folientunnel werden Pflanzen für
das Gelände angebaut – und das garantiert torffrei und klimaneutral. Wege werden am Gelände bevorzugt mit dem Rad
zurückgelegt, um das Klima zu schonen.
Sie haben in den letzten Jahren viel erreicht, sind seit 2014
EMAS zertifiziert. Was hat sie dazu bewegt? Der Schritt zur
EMAS-Zertifizierung war ein logischer, da DIE GARTEN TULLN
aus der Aktion „Natur im Garten“ hervorgegangen ist. Die
Kernkompetenz der Aktion „Natur im Garten“ und folglich
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der GARTEN TULLN ist das ökologische Gärtnern und stellte
daher eine geeignete Grundlage für EMAS dar. Zudem spiegelt
das Instrument EMAS die Philosophie der GARTEN TULLN wider.
Was haben Sie gemeinsam mit Ihrem Ökomanagement
NÖ Berater erarbeitet und was wurde umgesetzt? Zunächst
wurde ein Überblick über die Abläufe der Firma erstellt und alle
umweltrelevanten Fakten und Aktivitäten dokumentiert. Daraus
ergab sich ein Überblick, der dazu motiviert hat, Maßnahmen
zu setzen und möglichst viele Bereiche weiter zu verbessern –
konkret bei Anfall und Trennung des Mülls, beim Stromverbrauch
und bei der Mobilität. Aus der klareren internen Erstellung von
Regeln sind auch zum Beispiel festgeschriebene Umweltricht­
linien für alle am Gelände tätigen Firmen entstanden.
Und wie wirken sich diese Maßnahmen in Zahlen aus?
Durch die Implementierung eines Mülltrennsystems am Gelände
der GARTEN TULLN konnte das Volumen des Restmülls während der Saison um 25 Prozent reduziert werden. »
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www.oekomanagement.at
» Das sind gute zwei Tonnen pro Jahr die wir Dank der Maß-
haben und mehr akkubetriebene Gartengeräte, wie zum
Beispiel eine Akkuheckenschere, angeschafft haben, was
sowohl die Lärm- als auch die CO2-Emissionen reduziert hat.
nahme einsparen. Vergleicht man den Stromverbrauch von
2008 und 2015 ergibt sich eine Reduktion von 16 Prozent.
Das sind 25 Megawattstunden. Durch das Ausscheiden eines
Firmen-Pkw konnten rund 1.600 Liter Diesel in einem Jahr
eingespart werden.
Auf der Website www.diegartentulln.at ist nachzulesen,
dass Sie stets bemüht sind, Ihr Umweltmanagement zu
verbessern. Gibt es tatsächlich auch Anregungen von
BesucherInnen, die Sie berücksichtigen konnten? Ja, das
stimmt. Wir sind ständig bemüht unser Umweltmanagement
zu verbessern. Bei der Kassa im Besucherzentrum steht eine
Feedback-Box bereit in der jegliche Kommentare, Wünsche
und Ähnliches deponiert werden können. Ein Beispiel ist der
Wunsch der Besucher nach weniger Lärm, auf den wir reagiert
Ihre Bemühungen Umwelt, Klima und Ressourcen zu
schonen sind beachtlich. Geht da eigentlich noch mehr?
Am Gelände fällt eine große Menge Grünschnitt an, den wir im
Sinne der Kreislaufwirtschaft gerne möglichst vollständig vor Ort
verwenden möchten, um die entnommenen Nährstoffe wieder
in den Kreislauf einzugliedern. Die räumlichen Rahmenbedingungen erlauben leider keine umfassende Kompostierung. Jedoch
wird versucht, möglichst viel zu häckseln und heuer erstmals aus
dem anfallenden Grünschnitt Pflanzenkohle herzustellen. Vielleicht ist genau diese Schwierigkeit eine Chance für Innovation.
Der ökologische Weg geht daher getreu den EMAS-Prinzipien
mit kreativen Ideen in Richtung ständige Verbesserung.
©Fotos: photo-nagy.at
Paradiesgarten
DIE GARTEN TULLN öffnete erstmals 2008 ihre Pforten und
konnte knapp 2 Millionen Besucherinnen und Besucher begrüßen. Eingebettet in die Aulandschaft an der Donau, ist das
Gelände in einen bezaubernd natürlichen Rahmen aus Blütenmeeren, Gräserinseln, Teichen und Spazierwegen gewebt. Seit
dem Jahr 2014 ist DIE GARTEN TULLN auch Botanischer Garten.
DIE GARTEN TULLN
KONTAKT
DIE GARTEN TULLN
Am Wasserpark 1
3430 Tulln
Tel: +43 2272 68 188
Fax: +43 2272 68 188-199
[email protected]
www.diegartentulln.at
Geschäftsführung:
Gärten:
Highlights:
Franz Gruber, MSc
ca. 65
Niederösterreichs größter
Abenteuer- und Naturspielplatz;
30 Meter hoher Baumwipfelweg,
von dem man bei guter Sicht bis
zum Schneeberg und Ötscher
blicken kann.
Ökomanagement NÖ Berater
DI Stefan Röder
KONTAKT
Kanzian Engineering &
Consulting GmbH
Pazmanitengasse 19/20
1020 Wien
Tel. +43 1 218 03 83
[email protected], www.kec.at
ökomanagement niederösterreich
Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umwelt- und Energiewirtschaft (RU3)
Abteilung Wirtschaft, Tourismus und Technologie (WST3)
Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten, Tel. 02742/9005-19090
[email protected], www.noe.gv.at
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