gw pabst - Filmarchiv Austria

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KINO K
16
MAI 20
G.W. PABST
FEMALE COMEDIANS | KURZFILMKINO
KULTKINO KINOKULT | TOTAL AUTOMATION
„Das STANDARD E-Paper
kann man nicht einfach
wegwischen. Aber deshalb
abonniere ich es ja.“
Die Zeitung
für Leserinnen
und Leser
der Standard verbessert
Ihre Lebensqualität
Waidegg – Das Handformat macht
mit der Aktion „Jetzt 3 Wochen
gratis testen“ derzeit von sich reden. Max Manus, Österreichs führender Hersteller von Handtellern
in Originalgröße, bezichtigt den
STANDARD, seine Kompakt-Ausgabe im Handformat in Anlehnung
an seine linke Hand gestaltet zu
haben. Eine Klage wird in zweiter
Instanz in Erwägung gezogen, in
erster Instanz ist sie bereits abhandengekommen. Derzeit geht man
in belesenen Kreisen davon aus,
dass das Handformat an sich wohl
schon fast so alt ist, wie die Hand
selbst – oder doch so alt wie das
beliebte Gesellschaftsspiel „Schere, Stein, Papier“, in dem jedes
Handformat ein anderes schlägt.
„Wenn eine Zeitung schon im
Handformat erscheint, warum
dann bitte ohne Finger?“, soll eine
anonyme deutsche Politikerin zu
der STANDARD – Die Zeitung in
gewohnter Form. Das große Lesevergnügen mit einer Vielfalt an Beilagen. Weltoffen, kritisch, unabhängig. Von Montag bis Samstag.
Seriös, unabhängig, unbeugsam
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derStandard.at/Testlesen
dem Thema gesagt haben, viel
eher jedoch stammt die Aussage
von dem Rapper HaHaND$, dem
Drechsler handfester Sprüche.
Aus heimischen Politikerkreisen
war zuletzt wenig zu vernehmen,
nicht zum Thema Handformat,
sondern ganz allgemein.
Ein neuerliches Gutachten der
Argru HAND (Heutige Angehende Neue Denker) will nun einen
Zusammenhang zwischen dem
Lesen des Handformats in kritischen Kreisen und der Handlichkeit unbeugsamen Journalismus
im Allgemeinen herstellen, was
wohl insofern als gegeben zu erachten ist, als die Neuen Denker
überdurchschnittlich häufig auch
Abonnenten einer gewissen
Qualitätszeitung – Name der Redaktion bekannt – sind. Nimm
das, Max Manus!
Als Nachtrag mag an dieser Stelle noch angeführt werden, dass
sich das Handformat entgegen der
Vermutung der Argru HAND nicht
im Inhalt unterscheidet, sondern
lediglich im Umfang. Das bedeutet, dass keine Kürzung der einzel-
Die Zeitung für Leser
METRO KINOKULTURHAUS
PROGRAMM 2. BIS 31. MAI 2016
S
ein Werk ist vielseitig und eklektisch, gefeiert und umstritten zugleich. Er ein
genialer Beobachter und Meister der »Neuen Sachlichkeit«, der die »Dramen des
Lebens« realistisch, kritisch und manchmal politisch, dann wieder gefahrlos unterhaltsam inszeniert – G. W. Pabst. Ihm widmen wir die bisher umfassendste Retrospektive mit
zahlreichen restaurierten Fassungen und einigen Österreich-Premieren. Um die Realität,
nämlich jene einer durchtechnisierten und automatisierten Lebenswelt, wie sie sich
längst nicht mehr nur in der filmischen Fiktion darstellt, geht es im Special Total Automation in Kooperation mit der Kunsthalle Wien. Die Reihe Nitrofieber schließt hier an
und zeigt formal herausragende, eindrück­liche und auch amüsante Archiv-Beispiele zu
den Verheißungen der Automation. Noch humoriger geht es bei den Cinema Sessions
zu – mit den drei Female Comedians Mabel Normand, Anita Garvin und Marion Byron
auf der Leinwand und Filmarchiv-Stamm­stumm­filmbegleiter Gerhard Gruber live am
Klavier. In die Verlängerung geht die Ausstellung Kinomagie. Mit Pré-Cinéma Preziosen
aus der Sammlung des Filmarchivs. Wir wünschen einen filmreif schönen METRO-Mai!
Ernst Kieninger und das Filmarchiv-Team
INHALT
02 RETROSPEKTIVE G. W. PABST 2.5. – 25.5.
28 TOTAL AUTOMATION 11.5. – 13.5.
36 CINEMA SESSIONS FEMALE COMEDIANS 23.5. – 24.5.
43 LIVING COLLECTION 2.5.
44 SECOND LIFE 3.5. – 24.5.
46 KULTKINO – KINOKULT 3.5. – 25.5.
50 FILM & POLITIK CINE MEMORIA 6.5.
52 KINDER KINO KLASSIKER 7.5. – 22.5.
54 FRANKENSTEIN!! 10.5.
56 DAS MUSEUM GEHT INS KINO 18.5. – 19.5.
58 NITROFIEBER – FASZINATION FILMARCHIVIERUNG 25.5.
60 ALTERNATIVER KINOSTART KURZFILMKINO 26.5. – 31.5.
62 VIS VIENNA INDEPENDENT SHORTS 2016 27.5. – 31.5.
68 VERLÄNGERUNG DER AUSSTELLUNG KINOMAGIE 3.5. – 31.7.
72 SPIELPLAN
DIE FREUDLOSE GASSE
RETROSPEKTIVE
G. W. PABST
ERNST KIENINGER
N
ach beinahe 20 Jahren präsentiert das Filmarchiv Austria im METRO Kinokulturhaus erstmals wieder eine Retrospektive zu Georg Wilhelm Pabst in Österreich.
Dass nun auch die raren französischen Vorkriegs- und die kaum bekannten italienischen Nachkriegsproduktionen gezeigt werden, verstärkt das Bild eines heterogenen
und widersprüchlichen Oeuvres, das von teilweise frappierenden Wendungen und
Brüchen geprägt ist: der frühe Pabst, der vor allem mit dem Etikett der Neuen Sachlichkeit den Großen des Weimarer Kinos zugerechnet wird; der Nachkriegs-Pabst,
der mit den »Entlastungsfilmen« ES GESCHAH AM 20. JULI und DER LETZTE AKT
Versuche der Vergangenheitsbewältigung liefert; das Spätwerk, das – als belanglos
abgeschrieben – regelmäßig ins Hintertreffen gerät; Pabst schließlich, der – zuvor
sozial­kritischer Realist – auch unter dem NS-Regime Filme drehte und sich damit
jeder Einordnung endgültig entzieht.
Pabst, vielleicht gar kein »politischer« Regisseur, sondern ein Besessener des Lauf­
bildes? Einer, der über alle historischen Zäsuren hinweg – unbeirrt und vielleicht auch
ein wenig naiv und in einer kinematografischen Parallelwelt agierend – optisch fein
verwobene Kunstprodukte schuf, deren geschichtliche Referentialitäten sich mög­
licherweise nur beiläufig in sie eintrugen? Bis heute ist G. W. Pabst wohl einer der
großen Unbekannten der Filmgeschichtsschreibung geblieben, hat Klaus Kreimeier
mit Recht angemerkt. Denn wenn es in seinen Filmen eine durchgängige Qualität gibt,
so ist es die oft zitierte spezielle Exterritorialität – eine spezifische Heimatlosigkeit
seiner Kinematografie, eine Laufbildkunst, die Geschichte in kühle, fast astrale ästhetische Oberflächen verwandelte und beinahe darin auflöste. Das Filmarchiv Austria
nimmt dieses vorläufige Fazit zum Anlass, mit neu restaurierten bzw. nach langer Zeit
wieder zugänglich gemachten Filmen zu einer Neu-Sichtung des noch verfüg­baren
Gesamtwerkes einzuladen – wo immer möglich in originalen 35mm-Kopien als klassische Analog-Projektion.
G. W. Pabst | 3
DO 5.5., 18:30
LUISE MILLERIN
Carl Froelich, D 1922
BUCH G. W. Pabst, Walter Supper basierend auf dem Stück
Kabale und Liebe von Friedrich Schiller | KAMERA Vilmos
Fenyes, Kurt Lande | MIT Lil Dagover, Paul Hartmann, Fritz
Kortner, Werner Krauß, Walter Janssen, Gertrude Welcker
109 min | s/w, dt. ZT, 35mm
LUISE MILLERIN war die zweite Verfilmung des populären Schiller’schen Dramas – die
erste entstand 1913 unter der Regie von Friedrich Fehér. Der Filmpionier Carl Froelich,
der 1920 seine eigene Produktionsfirma gegründet hatte, drehte 1929 den ersten
deutschen Tonfilm DIE NACHT GEHÖRT UNS und war schon ab 1933 später strammer
Nationalsozialist (1939 wurde er zum Präsidenten der Reichsfilmkammer ernannt). Ihm
stand eine überaus prominente Besetzung zur Verfügung, Lil Dagover spielte die Titelrolle. G. W. Pabst schrieb zusammen mit Walter Supper das Drehbuch und war auch als
Froelichs Regieassistent tätig. (Andreas Ungerböck). Live-Musik: Gerhard Gruber
SA 14.5., 18:45 | MI 25.5., 18:30
DER SCHATZ
RESTAURIERTE FASSUNG
G. W. Pabst, D 1922
BUCH Willy Hennings, G. W. Pabst, nach der gleichnamigen
Novelle von Rudolf Hans Bartsch| KAMERA Otto Tober
MIT Albert Steinrück, Lucie Mannheim, Ilka Grüning, Werner
Krauß, Hans Brausewetter 82 min | s/w, dt. ZT, 35mm
Irgendwo in Slowenien, in einer alten Glockengießerei. Hier lebt Meister Badalic mit
Frau, Tochter und Geselle. Eines Abends erzählt der Alte von jenem sagenumwobenen Jahr 1684, als die Türken das Land verwüsteten und auch die Glockenschmiede
in Schutt und Asche legten. Dabei sollen sie einen Schatz zurückgelassen haben. Das
Goldfieber bricht aus, und das Drama nimmt seinen Lauf.
Pabsts Regiedebüt ist zugleich eines der letzten Werke des deutschen Expressionismus. Ausgehend von einer Novelle des damals populären Trivialautoren Rudolf Hans
Bartsch inszenierte er eine Parabel auf seine Zeit, die heute noch Gültigkeit besitzt;
darauf, was passiert, wenn aus Habgier die Stützpfeiler eines Hauses fallen.
Live-Musik: Gerhard Gruber
4 | G. W. Pabst
SA 7.5., 20:30 | SO 22.5., 21:00
DIE FREUDLOSE GASSE
RESTAURIERTE FASSUNG
G. W. Pabst, D 1925
BUCH Willy Haas, nach dem gleichnamigen Roman von Hugo Bettauer | KAMERA Robert Lach, Curt Oertel,
Guido Seeber | MIT Asta Nielsen, Greta Garbo, Agnes Esterhazy, Werner Krauß, Einar Hanson, Valeska Gert,
Robert Garrison, Henry Stuart 125 min | s/w, dt. ZT, 35mm
Freudlose Gassen im Wien von 1921 gibt es viele. Im 7. Bezirk wird gehungert und die
Wäsche über die Rumpel gezogen, im 1. Bezirk wird flaniert, verkauft und intrigiert.
Die Melchiorgasse vereint Luxus und Elend zu einer bitteren Melange: Hier treffen sich
Gewinner und Verlierer, Mizzis und Freier. Sie alle sind auf der Suche nach fleischlichen
Gelüsten für den Magen und die Sinne. Hugo Bettauer, Autor der berühmten Roman­
vorlage und engagierter Publizist der Ersten Republik, musste die Politikwirren der
20er-Jahre mit dem Leben bezahlen. Auch den Film mit Starbesetzung ereilte ein
trauriges Schicksal. Trotz aller Schwierigkeiten gelang Pabst mit diesem in großartigen
Szenen und Kulissen angelegten Film der Durchbruch als Filmregisseur. Zahlreiche
Zensureingriffe haben ihn systematisch zerstört. Mithilfe verschiedener Fassungen
wurde im Filmmuseum München eine integrale Rekonstruk­tion unternommen.
(Barbara Eichinger)
Live-Musik: Gerhard Gruber
G. W. Pabst | 5
SO 8.5., 19:00 | FR 20.5., 20:15
GEHEIMNISSE EINER SEELE
G. W. Pabst, D 1926
BUCH Karl Abraham, Hans Neumann, Colin Ross, Hanns Sachs | KAMERA Robert Lach, Curt Oertel, Guido Seeber
MIT Werner Krauß, Ruth Weyher, Ilka Grüning, Jack Trevor, Pawel Pawlow, Colin Ross, Hertha von Walther
70 min | s/w, dt. ZT, 35mm
1925 verfolgte Sam Goldwyn den Plan, Sigmund Freud, »den größten Liebesspezialisten der Welt«, für die Mitarbeit an einem Film über berühmte Liebesgeschichten zu
gewinnen, was dieser empört ablehte. Auch einem seriösen deutschen Projekt stand
er skeptisch gegenüber. Für die Kulturfilmabteilung der Ufa drehte G. W. Pabst 1926
den ersten Lehrfilm zur Illustration der Psychoanalyse, in dem ein von Freud geschilderter Fall gezeigt wird. »Die Vorgänge des Films sind dem Leben entnommen«, heißt
es im Vorspann. Der Film fungiert hier nicht, wie Hofmannsthal 1921 über das Kino
schrieb, als »Ersatz für Träume«, sondern als ein neues Aufzeichnungs-Verfahren,
um die Phantasien und Erinnerungen einer Person – als idealtypischer Fall – in einem
Kunstprodukt zu vereinen. Neben den schauspielerischen Leistungen sind es vor
allem die Traumsequenzen, deren Ausleuchtung, Schnitt und Montage, die an dem
Film bis heute faszinieren. (Günter Krenn)
Live-Musik: Gerhard Gruber
6 | G. W. Pabst
SO 15.5., 20:30 | DO 19.5., 19:00
DIE LIEBE DER JEANNE NEY
G. W. Pabst, D 1927
BUCH Rudolf Leonhardt, Ladislaus Vajda | KAMERA Robert
Lach, Fritz Arno Wagner | MIT Edith Jéhanne, Uno Henning,
Fritz Rasp, Brigitte Helm, Adolf E. Licho, Hertha von Walther,
Hans Jaray, Siegfried Arno 90 min | s/w, engl. ZT, 35mm
Als die Rote Armee 1921 die Krim besetzt, wird Jeannes Vater, ein französischer Journalist, ermordet. Nur mit Hilfe des Bolschewiken Andreas, den sie liebt, gelingt es ihr,
nach Paris zu fliehen. Dort kommt sie bei ihrem Onkel Raymond unter und kann in dessen Detektivbüro arbeiten. Andreas gelingt es, als kommunistischer Agent nach Paris
zu kommen, und sie verbringen eine Liebesnacht zusammen. Doch ihr Glück ist nur
kurz. Sie werden von einem weißgardistischen Spitzel verfolgt.
Live-Musik: Gerhard Gruber
FR 13.5., 19:00
ABWEGE
BEGIERDE / KRISE
G. W. Pabst, D 1928
BUCH Adolf Lanz, Ladislaus Vajda, Helen Gosewish
KAMERA Theodor Sparkuhl | MIT Gustav Dießl, Brigitte Helm,
Hertha von Walther, Jack Trevor, Fritz Odemar
87 min | s/w, dt. ZT, 35mm
Die Beziehung von Irene Beck zu ihrem Mann, einem gut situierten Rechtsanwalt, ist
abgekühlt. Ein verzweifelter Versuch, der bürgerlichen Enge zu entkommen, wird von
ihm vereitelt, sie stürzt sich ins exzessive Nachtleben, flieht in Drogen und sexuelle
Abenteuer. Schließlich provoziert sie die Scheidung, indem sie sich bewusst in fla­
granti erwischen lässt. Allerdings scheitert auch dieser Plan. »Ein in stilistischer
Strenge inszeniertes Kammerspiel, das klarsichtig die leeren Rituale der Figuren
spiegelt und sowohl thematisch als auch in seiner formalen Souveränität erstaunlich
zeitlos geblieben ist.« (Lexikon des Internationalen Films)
Live-Musik: Gerhard Gruber
G. W. Pabst | 7
SA 14.5., 20:30 | MO 23.5., 18:30
DIE BÜCHSE DER
PANDORA
RESTAURIERTE FASSUNG
G. W. Pabst, D 1929
BUCH Ladislaus Vajda nach Frank Wedekinds Dramen Der Erdgeist und Die Büchse der Pandora | KAMERA Günther
Krampf | MIT Louise Brooks, Fritz Kortner, Francis Lederer, Carl Goetz, Krafft-Raschig, Gustav Dießl, Siegfried Arno
109 min | s/w, dt. ZT, DCP
Wie in Pabsts berühmten TAGEBUCH EINER VERLORENEN verzaubert Louise Brooks
auch in DIE BÜCHSE DER PANDORA mit schauspielerischem Talent und liebreizender
Schönheit. Jedoch nicht als Apothekerstochter Thymian, sondern als Frank Wedekinds
berühmte »Lulu«. Frei nach des Autors Dramen Erdgeist und Die Büchse der Pandora
zeigt der Regisseur in seinem Meisterwerk Lulu in der schmerzhaften Phase ihres
Untergangs. Sie kann nichts für ihre Wirkung auf Männer. Unaufhaltsam löst Lulu Tragödien aus. Menschen gehen zugrunde. Dr. Schön, Zeitungs­ver­leger und Mitinhaber
eines Revuetheaters, heiratet sie dennoch. Doch schon die Hochzeitsnacht endet
tragisch. Ein Schuss löst sich, Dr. Schön stirbt. Lulu wird zu fünf Jahren Zuchthaus
verurteilt, flieht und fristet als Straßendirne fortan ihr Dasein. (Barbara Eichinger)
Live-Musik: Gerhard Gruber
8 | G. W. Pabst
MI 4.5., 21:00 | SA 21.5., 18:30
TAGEBUCH EINER
VERLORENEN
RESTAURIERTE FASSUNG
G. W. Pabst, D 1929
BUCH Rudolf Leonhard nach dem gleichnamigen Roman von Margarethe Böhme | KAMERA Sepp Allgeier
MIT Louise Brooks, Sybille Schmitz, Kurt Gerron, Josef Rovensky, Vera Pawlowa, Arnold Korff, Fritz Rasp
113 min | s/w, dt. ZT, DCP
»Und Louise Brooks geht in stummer Schönheit, erschrocken, trotzig, wartend, verwundert durch den Film, als das Mädchen, dem dies passiert. Fast wie ein schöner,
tragischer Buster Keaton.« (Berliner Tageblatt, 20.10.1929) Die junge Thymian (Louise
Brooks) verwirrt mit ihrer Frische und Natürlichkeit die Männerwelt. Und schnell
»passiert« ihr ein Kind – mit Folgen: Vom Vater verstoßen und im Heim gequält, gelingt ihr als anmutiges Geschöpf eines Bordells der Sprung aus der Armut. Als Gräfin
sucht sie Sühne an den Schauplätzen ihrer Vergangenheit. Pabsts letzter Stummfilm
kam 1929 – bereits zensuriert – in die deutschen Kinos, öffentliche Proteste erzwangen eine erneute staatliche Prüfung. Im Januar 1930 wurde eine stark gekürzte Ver­
sion mit Jugendverbot gezeigt. Mit seinem kolportagehaften Sujet und der einzigartigen Louise Brooks zählt TAGEBUCH EINER VERLORENEN zu den herausragendsten
Stummfilmen der 20er-Jahre. (Barbara Eichinger)
Live-Musik: Gerhard Gruber
G. W. Pabst | 9
DI 3.5., 18:00 | MO 16.5., 18:30
DIE WEISSE HÖLLE
VOM PIZ PALÜ
Arnold Fanck/G. W. Pabst, D 1929
BUCH Arnold Fanck, Ladislaus Vajda | KAMERA Sepp Allgeier,
Richard Angst, Hans Schneeberger | MIT Gustav Dießl, Leni
Riefen­stahl, Ernst Petersen, Ernst Udet, Mizzi Götzel, Kurt Gerron
Stumme Fassung am 16.5.: 124 min | s/w, dt. ZT, 35mm
Tonfassung am 3.5.: 92 min | s/w, OF, 35mm
Bei einer Tour durch die Gletscherlandschaft des Piz Palü stürzt Maria, die Frau von
Johannes Kraft, tödlich ab. Kraft fühlt sich schuldig, besteigt seitdem an jedem Jahrestag des Unglücks den Berg allein. Er lernt das junge Paar Maria und Heinz kennen, gemeinsam wollen sie die Nordwand durchsteigen, werden aber von aufziehendem Föhn
gestoppt. Die Situation spitzt sich zu, Kraft gibt Heinz seine Kleidung. Maria und Heinz
können schließlich geborgen werden, Kraft erfriert. Fanck setzt seinem Helden ein allegorisches Denkmal und lässt ihn hinter einer gläsernen Eiswand erstarren. Im Gegensatz zu seinen früheren Filmen integriert er die Natur-Metaphorik hier in eine glaub­
würdige alpinistische Katastrophe. Live-Musik am 16.5.: Gerhard Gruber
MI 18.5., 20:00
PRIX DE BEAUTÉ
DER SCHÖNHEITSPREIS / MISS EUROPA
Augusto Genina, D 1929
BUCH René Clair, G. W. Pabst, Bernard Zimmer | KAMERA Rudolph
Maté, Louis Née | MIT Louise Brooks, Georges Charlia, Augusto Bandini,
André Nicolle, Marc Ziboulsky 108 min | s/w, frz. ZT, 35mm
Auf Empfehlung G. W. Pabsts, der das »quintessential flapper girl« bereits für seine
Filme DIE BÜCHSE DER PANDORA und TAGEBUCH EINER VERLORENEN aus den
USA nach Europa geholt hatte, wurde Louise Brooks mit der Rolle der entzückenden
kleinen Schreibkraft Lucienne Granier in PRIX DE BEAUTÉ besetzt. Die Teilnahme an
einem Schönheitswettbewerb verändert das Leben Luciennes von Grund auf. Das
»working girl« macht einen Karrieresprung: Sie wird zur Miss France und schließlich
zur schönsten Frau Europas gekürt. Ruhm, Anerkennung und neue Perspektiven, die
ihrem Verlobten André mehr als nur missfallen. Der Film wurde zwar stumm gedreht,
aber bald in sechs Sprachen synchronisiert – ein großer Erfolg mit einer von René
Clair geschriebenen weltberühmten Schlussszene. Live-Musik: Gerhard Gruber
10 | G. W. Pabst
SA 7.5., 18:30 | SA 21.5., 20:45
WESTFRONT 1918 VIER VON DER INFANTERIE
G. W. Pabst, D 1930
BUCH Ladislaus Vajda, nach dem Roman Vier von der Infanterie. Ihre letzten Tage an der Westfront 1918 von
Ernst Johannsen | KAMERA Charles Métain, Fritz Arno Wagner | MIT Fritz Kampers, Gustav Dießl, Hans-Joachim
Möbis, Claus Clausen 97 min | s/w, OF, 35mm
Frankreich 1918, in den letzten Monaten des Ersten Weltkriegs: Vier deutsche Soldaten
– Karl, der Bayer, der Student und der Leutnant – verbringen ein paar freie Tage hinter
der Front. Sie scheinen schon alle Illusionen und jegliche Kriegsbegeisterung verloren
zu haben. Zurück im Kampfgeschehen bricht der brutale Alltag des Stellungskrieges,
der Gas-, Artillerie- und Panzerangriffe wieder auf sie herein. Karl erhält schließlich
Heimaturlaub, doch zu Hause erlebt er nur den Hunger der Zurückgebliebenen und
seine untreue Ehefrau.
In erschütternd harten und realistischen Bildern offenbart G. W. Pabsts Antikriegsfilm-Klassiker anhand des zerstörten Schicksals dieser vier Menschen die Grausamkeit des Krieges. »Es ist, als seien mittelalterliche Marterbilder lebendig geworden.«
(Siegfried Kracauer) Das Wort »Ende« in der Schlusssequenz hat er mit einem Fragezeichen versehen.
G. W. Pabst | 11
DI 17.5., 18:00
SKANDAL UM EVA
G. W. Pabst, D 1930
BUCH Friedrich Raff, Julius Urgiss | KAMERA Fritz Arno Wagner | MIT Henny Porten, Claus Clausen, Oskar Sima,
Ludwig Stoessel, Paul Henckels, Adele Sandrock 96 min | s/w, OF, 35mm
Die Studienassessorin einer Mädchenklasse, Fräulein Dr. Eva Rüttgers, ist mit dem
Unterrichtsminister Dr. Kurt Hiller verlobt. Als sie entdeckt, dass er einen vierjährigen
unehelichen Sohn namens Gustav hat, will die kinderliebende Eva das Kind bei sich
aufnehmen und damit den Vater überraschen. Aber unglücklicherweise wird die ganze Stadt Zeuge dieser Überraschung und hält sie für die Mutter. Die Stadtprominenz,
inklusive der Herr Minister, nicht ahnend, dass es sich bei dem Kind um seinen eigenen Fehltritt handelt, entrüstet sich über die unmoralische Eva. Wegen ihres vermeintlich unsittlichen Verhaltens soll Eva ihre Stelle verlieren.
Filmhistorisches Interesse verdient SKANDAL UM EVA zudem als erster »Sprechfilm«
Henny Portens, zu dessen Realisierung der Tonfilm-Pionier Guido Bagier und der im
Stummfilm bekannt gewordene Komponist Guiseppe Becce entscheidend beitragen.
Das Reichsfilmblatt lobt die »vorzügliche Tonherstellung der Tobis«, die zeige, »dass
der deutsche Tonfilm in einem Jahr den vielbesprochenen technischen Vorsprung
Amerikas restlos eingeholt hat«.
12 | G. W. Pabst
SO 8.5., 20:30 | SO 22.5., 18:45
DIE DREIGROSCHENOPER
RESTAURIERTE FASSUNG
G. W. Pabst, D 1931
BUCH Léo Lania, Ladislaus Vajda, Béla Balázs frei nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Bert Brecht und
Kurt Weill | KAMERA Fritz Arno Wagner | MUSIK Kurt Weill | MIT Rudolf Forster, Carola Neher, Reinhold Schünzel,
Fritz Rasp, Lotte Lenya, Ernst Busch, Hermann Thimig, Paul Kemp
113 min | s/w, OF, 35mm
939 begann Brecht mit der Adaptierung seines 1928 uraufgeführten Theaterstücks,
des erfolgreichsten der Weimarer Republik. Der Film sollte pointierter argumentieren
als das Stück, neue Songs einschließen und näher an die Gegenwart heranführen.
Regisseur Pabst ignorierte die »episch-aggressive Struktur« von Brechts Vorlagen,
die Filmfirma warf ihm schon früher »politische Tendenzen« vor, Brecht und Kurt
Weill klagten. Es kam schließlich zum Vergleich, der Film hatte im Februar 1931
Premiere und wurde zwei Jahre später in Deutschland verboten.
Die Handlung führt in ein imaginäres London des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Drei Schurken, Mackie Messer, Anführer einer Verbrecherbande, Peachum, der Bettlerkönig und Tiger Brown, der Polizeichef, avancieren zu Stützen der Gesellschaft.
Pabst durchdringt dabei weniger die reale, umgebende Welt als er eine eigene, irreale
schafft. Die Schönheit des Films zehrt seine Wirkung auf.
G. W. Pabst | 13
SO 15.5., 18:30 | MO 23.5., 21:00
KAMERADSCHAFT
G. W. Pabst, D/F 1931
BUCH Peter Martin Lampel, Karl Otten, Gerbert Rappaport, Ladislaus Vajda | KAMERA Robert Baberske,
Fritz Arno Wagner | MIT Alexander Granach, Fritz Kampers, Ernst Busch, Elisabeth Wendt, Gustav Püttjer
92 min | s/w, dt. u. frz. OF, 35mm
Auch Jahre nach dem Ersten Weltkrieg ist das Klima an der deutsch-französischen
Grenze von Feindseligkeit und Ressentiments geprägt. In einem französischen Bergwerk nahe der Grenze kommt es zu einer Explosion. Nahezu 600 französische Kumpel
werden verschüttet, jede Hilfe scheint aussichtslos. In der benachbarten Grube auf
der deutschen Seite kommt es zu erregten Auseinandersetzungen. Obwohl zeitweilig
die alte Feindschaft triumphiert, entschließen sich die deutschen Bergleute zu einer
Rettungsaktion. Die Grenze, die zwei Völker in feindliche Lager trennt, ist gefallen.
»In dokumentarischem Stil gehaltener Film, mit gleichermaßen virtuosen wie realis­
tischen Aufnahmen der Arbeitsbedingungen unter Tage; ein packendes Zeugnis
völ­kerverbindender Menschlichkeit«, urteilte das Lexikon des Internationalen Films,
G. W. Pabst erhielt den »Preis des Völkerbundes«.
14 | G. W. Pabst
DO 5.5., 20:45 | DI 24.5., 18:00
DIE HERRIN VON ATLANTIS
G. W. Pabst, D 1932
BUCH Ladislaus Vajda, Hermann Oberländer | KAMERA Eugen
Schüfftan, Herbert Körner | MIT Brigitte Helm, Tela Tschai,
Heinz Klingenberg, Gustav Dießl, Wladimir Sokoloff, Mathias
Wieman 87 min | s/w, OF, 35mm
Ein Meisterwerk der Blicke. Im phantastischen
Licht- und Schattenspiel der Höhle von Atlantis,
umgeben von Haschisch- und Opiumwolken, inszeniert G. W. Pabst in den Sandstürmen
der Sahara ein kinematografisches Eifersuchtsdrama, das seinesgleichen sucht.
Der französische Kolonialoffizier Saint-Avit und sein Freund Morhange werden in das
sagenumwobene Atlantis verschleppt, das von der dämonischen Antinea (Brigitte Helm)
beherrscht wird. Allein Morhange widersteht ihrem betörenden Blick. Erzürnt befiehlt
die exotische Schöne Saint-Avit, seinen Freund zu töten. Einer bleibt am Leben und
flüchtet mit Hilfe einer Skavin aus Atlantis. Noch Jahre danach beherrschen Fieber­
träume seine Nächte und Antineas Blicke rufen ihn ... (Barbara Eichinger)
DO 12.5., 21:00
DON QUICHOTTE
G. W. Pabst, F 1933
BUCH Paul Morand, G. W. Pabst, Alexandre Arnoux | KAMERA
Nicolas Farkas, Paul Portier | MIT Feodor Chaliapin Sr.,
Arlette Marchal, Dorville, René Donnio, Renée Valliers, Mady
Berry, Wladimir Sokolow 85 min | s/w, franz. OF, 35mm
Alle paar Monate hat Paris, wie all die anderen großen Filmzentren, die Gelegenheit,
einen wirklich bedeutsamen Film zu preisen – einen, der die anderen, die das Übliche
zeigen, bei weitem überragt und daher Filmgeschichte schreiben wird. Solch ein Film
wurde hier nach Monaten gespannter Erwartung gerade herausgebracht. […] Es lag
an Pabst, den Hintergrund auszufüllen und das Medium auszustatten, wodurch dieser
Don Quixote dem Publikum vorgestellt werden konnte, und er hat es mit seiner ihm
üblichen, vollendeten Kunstfertigkeit getan. Es gibt Szenen von atemberaubendem
Liebreiz, und, das ist das Beste, es gibt eine Atmosphäre, die den Geist der Zeit und der
Geschichte vermittelt, ohne den Hauch an Erschütterung der eigenen Gefühlswelt.
(Herbert L. Matthews, New York Times, 1933)
G. W. Pabst | 15
DO 12.5., 19:00
DU HAUT EN BAS
G. W. Pabst, F/D 1933
BUCH Anna Gmeyner nach dem gleichnamigen Stück
von Ladislaus Bus-Fekete | KAMERA Eugen Schüfftan
MIT Jean Gabin, Janine Crispin, Micheline Bernard, Michel
Simon, Peter Lorre, Margo Lion, Wladimir Sokolow
79 min | s/w, OmU, 35mm
Pabst produzierte etliche Filme in Frankreich, die meisten davon geprägt von seinen
Stummfilm-Meisterwerken DIE FREUDLOSE GASSE (1925) und DIE BÜCHSE DER
PANDORA (1929). DU HAUT EN BAS ist einer seiner am wenigsten bekannten Filme,
eine sonderbar-kuriose Wiener Alltagsgeschichten-Komödie, die auf charakteristische
Weise auch das Interesse des Regisseurs an den Sorgen und Nöten von Frauen in einer
männerdominierten Welt widerspiegelt. Im Gegensatz zum stark dramatischen Einschlag seiner früheren Filme ergreift dieser betont heiter für das weibliche Geschlecht
Partei und macht sich über die Schwächen des vermeintlich stärkeren her. Jean Gabin
und Michel Simon am Beginn ihrer großen Karriere.
MO 9.5., 21:00
A MODERN HERO
G. W. Pabst, US 1934
BUCH Gene Markey, Kathryn Scola nach dem gleichnamigen Roman
von Louis Bromfield | KAMERA William Rees | MIT Richard Barthelmess, Jean Muir, Marjorie Rambeau, Verree Teasdale, Florence
Eldridge 71 min | s/w, OF, 35mm
Der Kunstreiter und Frauenschwarm Pierre Radier verlässt den Zirkus und folgt seinem
unternehmerischen Ehrgeiz. Als Paul Rader wird er dank einer Reihe von Gönnerinnen
zum erfolgreichen Geschäftsmann. Er lernt den Sohn der Frau kennen, die ihn nicht halten wollte, als sie schwanger wurde, und versucht dessen »selbstloser« Mentor und Förderer zu werden. Eine Geschichte von Ausbeutung und Missbrauch im Namen von Zielen,
die sich als leer erweisen. A MODERN HERO hätte wenig später nicht mehr so realisiert
werden können, weil die Geschichte, die an ihrem vermeintlichen Schlusspunkt in eine
gänzlich undeterminierte und urteilsfreie Richtung weiterstrebt, die Pflichtvorgaben der
PCA von Schuld und Sühne als vollkommen irrelevant verwirft. (Christoph Michel)
16 | G. W. Pabst
FR 13.5., 21:00
MADEMOISELLE DOCTEUR
RESTAURIERTE FASSUNG
G. W. Pabst, F 1936
BUCH Leo Birinsky, Herman J. Mankiewicz, Irma von Cube | KAMERA Eugen Schüfftan | MIT Pierre Blanchar, Dita Parlo, Pierre
Fresnay, Louis Jouvet, Roger Karl, Viviane Romance
109 min | s/w, frz. OF, 35mm
Eine Art früher Film noir, angesiedelt in Saloniki. Während Pabst die französische Version mit den Größen der französischen Schauspielkunst – und mit der deutschen
Emigrantin Dita Parlo in der Titelrolle – inszenierte, wurde gleichzeitig eine englische
Fassung realisiert, bei der Edmond T. Gréville Regie führte. »Ein Antikriegsfilm über
den Heroismus der Spione, ein Kampf im Dunkeln: Jede Einstellung gleicht einem
Kriegsschauplatz, eröffnet einen Raum der Bedrohung und der Desorientierung, in
dem vereinzelt Lichtblöcke und Lichtstreifen das Dunkel nur noch undurchdringlicher
machen. Die stark akzentuierten Schatten sind als Ausdruck der Doppelexistenz aller
Akteure lesbar.« (Jörg Becker)
FR 6.5., 21:00
LE DRAME DE SHANGHAI
DAS SHANGHAI DRAMA
G. W. Pabst, F 1938
BUCH Alexandre Arnoux, Léo Lania | KAMERA Curt Courant,
Eugen Schüfftan | MIT Christiane Mardayn (aka Christl
Mardayn), Louis Jouvet, Raymond Rouleau, Dorville, Suzanne
Desprès, Valery Inkijinoff 105 min | s/w, frz. OF, DCP
Eine russische Emigrantin singt in einem Nachtclub in Shanghai unter dem Künstler­
namen Kay Murphy. Alles, wovon sie träumt, ist ein friedliches Leben mit ihrer Tochter
Vera. Doch das ist eine Schimäre, denn ihr früherer Liebhaber Ivan hat sie gezwungen,
für eine geheime kriminelle Organisation namens »Der schwarze Drache« zu arbeiten.
Vera, die in einem Internat in Hongkong studiert, weiß nichts von der Vergangenheit
und von den geheimen Aktivitäten ihrer Mutter. Als Ivan, der auch Veras Vater ist, wieder auftaucht und Kay erpresst, ist die junge Frau entschlossen, den Kampf aufzunehmen. Pabst drehte diesen Spionage-Reißer in Paris, mit der gebürtigen Wienerin Christl
Mardayn in der Hauptrolle.
G. W. Pabst | 17
DI 17.5., 21:00
JEUNES FILLES EN DÉTRESSE
RESTAURIERTE FASSUNG
G. W. Pabst, F 1939
BUCH Christa Winsloe | KAMERA Michel Kelber | MIT Marcelle
Chantal, Jacqueline Delubac, André Luguet, Micheline Presle,
Louise Carletti 90 min | s/w, frz. OF, 35mm
Jacqueline ist sechzehn. Ihre Eltern sind sehr mit ihren Karrieren beschäftigt. Papa
ist ein bekannter Anwalt, Mama eine Ärztin, die ihre eigene Klinik leitet. Als ihnen
bewusst wird, dass sie ihre Tochter vernachlässigen, schicken sie sie in ein vornehmes Mädchenpensionat. Dort findet Jacqueline neue Freundinnen, fast alle von
ihnen Scheidungskinder. Gemeinsam gründen sie eine »Liga gegen die Scheidung«.
Schließlich sind auch Jacquelines Eltern soweit, sich zu trennen …
JEUNES FILLES EN DÉTRESSE wurde von Christa Winsloe geschrieben, auf deren
Bühnenstück Ritter Nerestan Leontine Sagans Film MÄDCHEN IN UNIFORM beruht.
Dies und die Ähnlichkeit der Titel haben bisweilen zu dem Missverständnis geführt,
es handle sich um ein Remake. Österreichische Erstaufführung.
SO 8.5., 16:30 | MO 16.5., 16:30
KOMÖDIANTEN
G. W. Pabst, D 1941
BUCH Axel Eggebrecht, G. W. Pabst, Walter von Hollander
nach dem Roman Philine von Olly Boeheim | KAMERA
Bruno Stephan | MIT Käthe Dorsch, Hilde Krahl, Henny
Porten, Gustav Dießl, Richard Häußler, Bettina Moissi
112 min | s/w, OF, 35mm
Deutschland, um 1750: Der Hanswurst ist die populärste Figur des Theaters. Karoline
Neuber, Leiterin einer fahrenden Truppe, will hingegen gepflegte Theaterkultur auf den
Bühnen des Landes etablieren. Als sich ihr Hanswurst bei einem Auftritt mal wieder zu
viel herausnimmt bei seinen zotigen Scherzen, will sie ihn aus der Truppe werfen. Doch
der freche Kerl bekommt Schützenhilfe von einem Leipziger Stadtrat. Dieser hat auch
ein Auge auf die junge Schauspielerin Philine geworfen. Der Film erhielt die Prädikate
»staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll, kulturell wertvoll, volksbildend,
jugendwert« und lief als deutscher Beitrag 1941 bei der Biennale in Venedig, wo Pabst
mit der Goldmedaille für die beste Regie ausgezeichnet wurde.
18 | G. W. Pabst
SA 7.5., 16:30 | MI 11.5., 21:00
PARACELSUS
G. W. Pabst, D 1943
BUCH Kurt Heuser | KAMERA Bruno Stephan | MIT Werner Krauß, Harry Langewisch, Annelies Reinhold,
Mathias Wieman, Fritz Rasp 104 min | s/w, OF, 35mm
Seinen Gegnern ist der legendäre Basler Arzt Paracelsus ein Dorn im Auge. Denn
er folgt nicht den Lehren der Fakultäten, er stellt seine ganz persönlichen Theorien
von der Heilkunde auf. Er sieht sich als Arzt des Volkes und sein Grundsatz lautet:
»Der höchste Grund der Arznei ist die Liebe.«
Aus Anlass des 400. Todestages des mittelalterlichen Heilkundigen kündigt die Bavaria
den Film PARACELSUS an; Pabst übernimmt die Regie und schreibt mit Kurt Heuser
das Drehbuch. Während der Dreharbeiten kommt es offenbar zu Differenzen: Laut
Reichsfilmintendant Fritz Hippler ist »das Verhalten des Regisseurs G. W. Pabst im Falle
Bavaria mit den heutigen Pflichten eines Filmschaffenden nicht vereinbar. Die Firmen
werden nachdrücklich angehalten, mit Herrn Pabst solange nicht in Verbindung zu
treten, als dieser sich nicht mit der Bavaria geeinigt hat«. Dennoch erhält der Film die
Prädikate »staatspolitisch und künstlerisch wertvoll«. (Cinegraph Lexikon)
G. W. Pabst | 19
MI 4.5., 18:45 | MO 16.5., 21:00
DER PROZESS
G. W. Pabst, A 1948
BUCH Rudolf Brunngraber, Kurt Heuser, Emeric Roboz nach Brunngrabers Roman Prozess auf Leben und Tod
KAMERA Oskar Schnirch, Helmuth Fischer-Ashley | MIT Ernst Deutsch, Ewald Balser, Marianne Schönauer, Heinz
Moog, Maria Eis, Josef Meinrad, Aglaia Schmid, Leopold Rudolf 108 min | s/w, OF, 35mm
Ein Klassiker der österreichischen Nachkriegsfilmgeschichte und G. W. Pabsts größter
internationaler Triumph, der ihm die Gründung der Pabst-Kiba-Filmproduktion
ermöglichte – der PROZESS entstand im Vakuum des ersten Nachkriegsschocks, kurz
vor dem Wiedererstarken des kollektiven Vergessens, und verweist als spannende
Literaturverfilmung auf soziale Wurzeln des religiös motivierten Antisemitismus.
1882 verschwindet im ungarischen Dorf Tiszaeszlár das Bauernmädchen Esther Solymosi. Daraus wird bewusst ein Ritualmord konstruiert, den man dem jüdischen Tempeldiener zur Last legt. Die Nutznießer der Hetze stellen ihn vor Gericht, doch dem
Verteidiger gelingt es, die Anklage zu entkräften. Der hervorragend fotografierte Film
fügt die Milieustudie eines aufgewühlten Dorfes und die der Aufklärung dienenden
Gerichtsszenen zu einem schlüssigen Duell zwischen Wahn und Vernunft. (hp)
Regiepreis für G. W. Pabst, Darstellerpreis für Ernst Deutsch bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig (1948).
20 | G. W. Pabst
MO 9.5., 18:30
GEHEIMNISVOLLE TIEFE
G. W. Pabst, A 1949
BUCH Trude Pabst, Walter von Hollander | KAMERA Helmuth Fischer-Ashley | MIT Paul Hubschmid, Ilse Werner,
Elfe Gerhart, Maria Eis, Hermann Thimig, Ernst Waldbrunn 109 min | s/w, OF, 35mm
Der erste Film der Pabst-Kiba-Produktionsgesellschaft führt in eine bizarre Eisgrotten­
szenerie, deren geheimnisvolle wie gefährliche Tiefe auch als Symbol für die Erforschung der menschlichen Seele dient – ein zentrales Thema bei Pabst. »In die Tiefenschichten unseres Herzens (und unserer Erdoberfläche) führt uns G. W. Pabst in
diesem Film [...], und es ist ihm sichtlich ernst damit. Aber es ist nicht alles so geheimnisvoll, was sich in dieser wohltuend ›nicht-happy-endenden‹ Geschichte von dem
höhlenbesessenen Forscher (Paul Hubschmid) und er pfeifenden Dame mit tragischem
Hintergrund (Ilse Werner) vollzieht. Die wahre Tragik dieses gutgewollten und gutgemachten Films: dass er sich in seiner eigenen Problematik verirrt. Schneebergers
Kamera ist, vor allem in den düsteren Aufnahmen aus dem Höhlenlabyrinth mitunter
so bestechend, dass der Betrachter darüber manches vergessen möchte.«
(Hamburger Abendblatt, 11.7.1951)
G. W. Pabst | 21
FR 6.5., 18:45
DUELL MIT DEM TOD
Paul May, A 1949
BUCH Paul May, G. W. Pabst | KAMERA Helmuth Fischer-Ashley | MIT Rolf von Nauckhoff, Annelies Reinhold,
Ernst Waldbrunn, Maria Eis, Erich Auer, Heinz Moog
115 min | s/w, OF, DCP
Freispruch für einen als SS-Offizier getarnten Widerstandskämpfer nach dem Krieg.
Der Wiener Physikprofessor Romberg wird vor das alliierte Militärtribunal zitiert.
Seine Darstellung der Rolle, die er während des Krieges spielte, vermittelt die Handlung in packenden Szenen: seine Flucht vor der Gestapo, der Aufbau einer Widerstandsgruppe, die folgende Tarnung in der Uniform eines SS-Offiziers, die ihm die
Rettung etlicher Opfer vor der Gestapo ermöglichte. Der Widerspruch von Sein und
Schein wird auf diese Weise zum zentralen Thema. Der auch unter den Alternativ­
titeln AM RANDE DES LEBENS und DER EID DES PROFESSOR ROMBERG bekannt
gewordene Film war eine der ersten Arbeiten aus der 1948 gegründeten Pabst-KibaWerkstatt, die sich mit der Thematik um Schuld und Sühne in Zusammenhang mit
dem Dritten Reich befasste. (hp)
22 | G. W. Pabst
DI 10.5., 19:00
LA VOCE DEL SILENZIO
AUS DER BAHN GEWORFEN / MÄNNER OHNE TRÄNEN
G. W. Pabst, I/F 1953
BUCH Giuseppe Berto, Oreste Biancoli, Pierre Bost, Roland Laudenbach, G. W. Pabst, Tullio Pinelli, Giorgio
Prosperi, Ákos Tolnay | KAMERA Gábor Pogány | MIT Aldo Fabrizi, Jean Marais, Daniel Gélin, Paolo Stoppa,
Mario Girotti (aka Terence Hill) 109 min | s/w, ital. OF, 35mm
Vier Männer – der Kerzenfabrikant Pio Fabiani, der Politiker Andrea Senna, der Schriftsteller Mario Rossi und der Soldat Francesco Ferro – haben sich in die Stille eines
Klosters zurückgezogen und versuchen, ihr Leben neu zu ordnen. Der angehende
Priester Fernando bietet ihnen dabei moralische Unterstützung. Wie immer konnte
sich G. W. Pabst, der zusammen mit mehreren anderen Autoren auch das Drehbuch
zu der italienisch- französischen Koproduktion schrieb, auf exzellente DarstellerInnen
stützen: Aldo Fabrizi, Jean Marais, Daniel Gélin und Paolo Stoppa sind dabei an erster
Stelle zu nennen.
G. W. Pabst | 23
DO 19.5., 21:00
COSE DA PAZZI
G. W. Pabst, I 1953
BUCH Léo Lania, Bruno Paolinelli, Bruno Valeri | KAMERA Mario
Bava, Gábor Pogány | MIT Aldo Fabrizi, Carla Del Poggio, Enrico
Viarisio, Enzo Fiermonte, Rita Giannuzzi
84 min | s/w, ital. OF, DCP
Die junge Dalia Rossi wird irrtümlich als verrückt angesehen und in die »Villa Felicità«
eingeliefert, eine psychiatrische Klinik, die von Professor Ruiz betrieben wird. Doch
schon bei der ersten Untersuchung erklärt man sie für völlig »normal« und gesund.
Das Problem ist nur, dass der Psychiater, der sie untersucht, ein Verrückter ist, der
sich selbst für einen Arzt hält. Der wirkliche Arzt ist von Dalias geistiger Gesundheit
gar nicht überzeugt. Es entwickelt sich ein turbulenter Schlagabtausch mit allerlei
Wendungen, unter anderem einer ereignisreichen Polizei-Razzia. Pabsts erste Produktion für seine neu gegründete Kronos-Film war – trotz prominenter Besetzung –
ein Misserfolg.
SA 14.5., 16:30
DAS BEKENNTNIS
DER INA KAHR
G. W. Pabst, BRD 1954
BUCH Erna Fentsch nach dem gleichnamigen Roman von Hans
Emil Dits | KAMERA Günther Anders | MIT Curd Jürgens, Elisabeth Müller, Albert Lieven, Vera Molnar, Jeste Naefe, Ingmar
Zeisberg, Friedrich Domin 111 min | s/w, OF, 35mm
Ina Kahr steht nach einer Selbstanzeige vor Gericht, weil sie ihren Mann Paul vergiftet
hat. Die Richter fällen das Todesurteil. Nachdem sie bisher jede Aussage beharrlich
verweigert hat, bricht sie nun doch ihr Schweigen und schildert, wie die vermeintliche
Liebesheirat zum Alptraum wurde. Ina erzählt von den Eskapaden Pauls, von seinem
miesen, windigen Charakter und den erfolglosen Versuchen, ihn zu verlassen. Bis
schließlich der gemeinsame Tod als letzter Ausweg erschien. Inas Anwalt, dessen Interesse an seiner Mandantin weit über das berufliche hinausgeht, erwirkt eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Beide hoffen auf eine Zukunft.
24 | G. W. Pabst
MO 2.5., 19:30 | SO 22.5., 16:30
DER LETZTE AKT
G. W. Pabst, A 1955
BUCH Fritz Habeck, Leo Lania, G. W. Pabst, Carl Szokoll nach einer Filmnovelle von Erich Maria Remarque und dem
Roman Ten Days To Die von Michael Musmano | KAMERA Günther Anders, Hannes Staudinger | MIT Albin Skoda,
Oskar Werner, Lotte Tobisch, Erik Frey, Curt Eilers, Leopold Hainisch
115 min | s/w, OF, 35mm
April 1945. »Götterdämmerung« in der Reichskanzlei. Big Brothers Schwanengesang.
Quasi hautnah dokumentiert der Film die Auflösungserscheinungen des »Dritten Reiches« in der klaustrophoben Bunkeratmosphäre jener Tage. Albin Skoda präsentiert
der Nachwelt die beleidigte Seele des Führers in den Posen eines antiken Tragöden,
so wie sich Herr Schicklgruber alias Hitler selbst gerne gesehen haben mag: Armeen
verschiebend auf der Landkarte und in theatergerechten Tiraden den Verrat der
schnöden Welt beklagend. Diese Methode wirkt wie ein Vorbild für die Neuinszenierung der Bunkerreminiszenzen in DER UNTERGANG (2004). Das mediale Interesse an
menschlichen Seiten des Kretins bietet jedoch keine historisch schlüssige Analyse des
NS-Regimes. In beiden Filmen erscheinen die faschistische Gewaltherrschaft und ihre
Basis auf die Dämonie eines Mannes beschränkt. Nach all den hehren Gesten nach
kollektiver Rehabilitierungssehnsucht möchte man sich das Thema wieder als Farce
vorstellen. (hp)
G. W. Pabst | 25
MI 11.5., 18:00 | FR 20.5., 18:30
ES GESCHAH AM 20. JULI
G. W. Pabst, D 1955
BUCH Gustav Machatý, Werner P. Zibaso | KAMERA Kurt Hasse | MIT Bernhard Wicki, Karl Ludwig Diehl,
Carl Wery, Erik Frey, Albert Hehn, Kurt Meisel
79 min | s/w, OF, 35mm
Es sind zwei Zufälle, die Adolf Hitler am 20. Juli 1944 vor dem Tod in der »Wolfs­
schanze« bewahren. Oberst Graf von Stauffenberg, Kopf der Operation »Walküre«,
wird beim Schärfen der Sprengladung gestört, und ein Offizier schiebt später, weil sie
stört, die präparierte Aktentasche von Hitler weg an das Ende des Besprechungstisches. Die Bombe detoniert, verfehlt aber ihr Ziel, und als Stauffenberg drei Stunden
später in Berlin eintrifft, bestätigt er unwissend: Hitler ist tot. Doch während der Ausnahmezustand verhängt und die Befehle des Generalfeldmarschalls von Witzleben in
Kraft gesetzt werden, meldet Feldmarschall Keitel Generaloberst Fromm: Hitler lebt ...
Stauffenberg und seine Mitverschwörer werden zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Unmittelbar im Anschluss an DER LETZTE AKT dreht Pabst zehn Jahre nach Kriegs­
ende die erste minutiöse Chronik des gescheiterten Attentats und stellt die Ereignisse
semidokumentarisch nach.
26 | G. W. Pabst
SO 15.5., 16:30
ROSEN FÜR BETTINA
G. W. Pabst, BRD 1956
BUCH Friedrich Dammann, Werner P. Zibaso | KAMERA Franz
Koch | MIT Willy Birgel, Elisabeth Müller, Ivan Desny, Eva
Kerbler, Leonard Steckel, Carl Wery, Erich Ponto, Hermann
Speelmans 95 min | s/w, OF, 35mm
Die junge Solotänzerin Bettina Sanden ist am Ziel ihrer Wünsche: Der von ihr veranstaltete Ballettabend war ein Riesenerfolg. An der Seite ihres Ballettmeisters und
Geliebten Kostja Tomkoff genießt sie die Ovationen des Publikums. Doch eines Tages
zwingen immer stärker werdende Schmerzen sie dazu, ihre Karriere zu unterbrechen
und einen Arzt aufzusuchen. Nach eingehenden Untersuchungen eröffnet ihr Professor Förster, dass sie an Kinderlähmung leidet. Und Kostja wendet sich für das neue
Ballett »Bolero« einer anderen jungen Tänzerin zu. Der Film enthält unter anderem
zwei Ballettaufführungen der Münchner Staatsoper.
SA 21.5., 16:30
DURCH DIE WÄLDER, DURCH
DIE AUEN ROMANTISCHE SYMPHONIE
G. W. Pabst, BRD 1956
BUCH F. M. Schilder, Peter Hamel, Walter Forster nach der
Novelle Die romantische Reise des Herrn Carl Maria von Weber
von Hans Watzlik | KAMERA Kurt Grigoleit | MIT Eva Bartok,
Peter Arens, Joe Stöckel, Rudolf Vogel, Karl Schönböck,
Michael Cramer 98 min | Farbe, OF, 35mm
Der Komponist Carl Maria von Weber befindet sich auf der Reise nach Prag. Mit ihm
reisen seine Geliebte, die Sängerin Caroline Brandt, und der Kutscher und Leibdiener
Treml. In den böhmischen Wäldern wird die Kutsche von einer Räuberbande überfallen,
doch Graf Enzio von Schwarzenbrunn befreit sie aus den Händen der Angreifer und
bringt sie auf sein Schloss. Das Paar ahnt nicht, dass der Überfall von Schwarzenbrunn
selbst inszeniert wurde. Der Graf, den das Testament seines Vaters zwingt, drei Monate
im Jahr auf seinen Gütern zu leben, verschafft sich auf diese Weise Abwechslung. Die
Gäste werden auf dem Schloss aufwendig empfangen. Doch schon bald widmet sich
der Graf dem Ziel seiner Wünsche – Caroline.
G. W. Pabst | 27
METROPOLIS
TOTAL AUTOMATION
MENSCH WUNDER MASCHINE
TOMÁŠ MIKESKA, ANNE FAUCHERET
1921
schrieb Karel Čapek in seinem utopischen Kollektivdrama R.U.R. erstmals
von Robotern. In den 1930er-Jahren sprach Sigmund Freud vom Menschen
als Prothesengott. Heute avancieren wir als Schöpfer von Ersatzteilen selbst zu Werkzeugen, die unter der Kontrolle von Maschinen stehen. Von der Zähmung des Feuers
bis zur Erweiterung und Vervollkommnung der eigenen Organe durch Technik haben
der Mensch und seine Maschinen im globalen System der automatisierten Moderne
somit ihren eigenständigen Status verloren.
Was uns Film seit Anbeginn dessen Produktion als Fiktion vor Augen führte, erreicht
uns im Zeitalter der erweiterten technischen Reproduzierbarkeit nicht mehr nur als
Werk der Kunst, sondern als Teil eines übertechnisierten Alltags. Die Schöpfer sind zu
Werkzeugen der Erzeugenden und somit selbst zum Werk der Erzeugung geworden:
selbstlernende Algorithmen, Roboter, mechanische Kommunikationshilfen, lebenserhaltende Maßnahmen, lebensberaubende Gefahren, webbasierte Vernetzungskanäle,
virtuelle soziale Räume. Wir schweben auf (Daten)Clouds und fühlen uns verloren,
wenn sie mal nicht sind – eine Mensch-Technik-Beziehung begründet auf Abhängigkeit. Doch wie weit geht sie? Die Automatisierung hat unzählige Formen angenommen. Was bei Henrik Galeen, Fritz Lang oder Stanley Kubrick noch als spekulative
Filmfantastik galt, ist zur Teil­realität geworden. Künstlich geschaffene Prothesen haben eine Autonomie erlangt, ein Eigenleben entwickelt und damit auch die traditionelle Objekt- und Subjekt-Trennung in Frage gestellt.
Total Automation widmet sich in drei zusammenhängenden Programmen dieser
Entwicklung sowie den sie begleitenden Bildern, Ängsten, Utopien und Dystopien.
Mit einer Collage aus historischen Werbefilmen, wissenschaftlichen Dokumentationen,
experimentellen Filmarbeiten zeitgenössischer KünstlerInnen und ausgesuchten
Spielfilmen der Filmgeschichte soll die Automatisierung und das in ihr verborgene
Übernatürliche, Magische und Irrationale dort eine Projektionsfläche finden, wo schon
immer ein anderer Blick auf die Welt definiert wurde – in der Maschine Kino.
Eine Filmschau in Kooperation mit der Kunsthalle Wien und
der Kuratorin der Ausstellung The Promise of Total Automation
Anne Faucheret.
Total Automation | 29
METROPOLIS
MI 11.5., 20:00
PROGRAMM 1:
HUMAN POST HUMAN
Die Faszination vom Fliegen und der Möglichkeit von Zeitreisen wurde in der Literatur
sowie auch im Film seit jeher thematisiert. Der Traum von einer besseren Welt und
einem perfekten Menschen nicht minder stark. Meist in der »Ästhetik der Destruktion«
und »der seltsamen Schönheit der rächenden Verwüstung« wie Susan Sontag in ihrem
Essay von 1965 beschreibt. In der Erschaffung friedlicher und besinnlicher Welten,
vermag Katharsis offenbar weniger Platz zu finden als im Kino des Utopischen bzw.
Dystopischen. Es sind die Katastrophenphantasien in denen Zuflucht gesucht wird.
Denn in untergehenden Welten, wärmenden Laserstrahlen unbekannter Flugobjekte
und fremder Waffen, mit wissenschaftlich erweckten Untoten, oder Hand in Hand mit
Cyborgs und Robotern und in mitten von Bildern der Zerstörung strahlt das rein Gute,
die Hoffnung, die Liebe, die Rettung und der Friede umso befriedigender.
30 | Total Automation
METROPOLIS
METROPOLIS
STICKY DRAMA
Jon Rafman, 2015 | 4:50 min
Sticky Drama stellt eine Version der physischen Welt dar, obwohl es eine fantastische
und futuristische ist, die untrennbar mit dem Virtuellen verbunden ist. Der Cyborg
erzählt auf tragische Weise Details seiner damaligen Verwandtschaft; ein junger Krieger trägt die romantische Poesie eines Internet-Memes vor; ein Wahrsager und ein
Söldner kommunizieren mithilfe von vernetzten Avataren; Imaginierter Raum, Cyberspace und Metaraum – alle kommunizieren untereinander, beeinflussen sich gegenseitig und verdichten sich unmerklich zu einer neuen Traumrealität.
METROPOLIS
Fritz Lang, D 1926
BUCH Thea von Harbou, Fritz Lang (ucr.) | KAMERA Günther Rittau, Karl Freund | SPEZIALEFFEKTE Eugen Schüfftan
BAUTEN Otto Honte, Erich Kettelhut, Karl Vollbrecht | MIT Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Alfred Abel, Rudolf
Klein-Rogge, Theodor Loos, Fritz Rasp, Heinrich George, Olaf Storm 153 min | s/w, dt. ZT, 35mm
Metropolis, die Zukunftsstadt. Monumental, beeindruckend, zweigeteilt. Die Oberstadt
als Heimat der Reichen und die Unterstadt als die der versklavten Arbeiter. Eine
Zwei-Schichten-Gesellschaft, die unter Automation zu Höchstleistungen gezwungen
wird und dabei nur auf einer Seite Opfer bringt. Unzufriedenheit, Klassenkampf, Aufstand und Menschlichkeit als Antrieb einer ersehnten Veränderung, in der der künst­
liche Mensch als Lösung und die Maschine als Feind zerstört werden. METROPOLIS ist
einer der berühmtesten, aber auch umstrittensten Werke der Filmgeschichte, dessen
Rezeption damals und heute nicht verschiedener sein könnte. Von Faschismusnähe
und Klischeehaftigkeit abgesehen, waren es auch die Kosten des Filmes in Höhe von
über fünf Millionen Reichsmark, die für Diskussionen sorgten und METROPOLIS bis
heute zu den umgerechnet teuersten deutschen Produktionen machte.
Total Automation | 31
THX 1138
PROGRAMM 2:
CONTROLLING MACHINES
In ihren Aufgaben, ihren Leistungen und ihrer Zweckmäßigkeit werden Maschinen
zumindest sprachlich von ihrem Objektstatus abgekoppelt. Damit wird ihnen eine erweiterte Autonomie zugesprochen. Bereits in den 1920er-Jahren konnten Maschinen
»sehen«, Computer waren schon in den 1960er-Jahren keine bloßen Werkzeuge und
mittlerweile braucht es auch keine Menschen, die auf ominöse Steuerungsknöpfe
drücken, um maschinelle Vorgänge aufrechtzuerhalten. Controlling Machines beleuchtet die Bereiche Produktion, Automatisierung und Kontrolle und die Statuswahrnehmnung von Maschinen im Laufe der Zeit.
Dafür verbindet das Programm Auszüge aus der Sammlung des Filmarchiv Austria
mit Arbeiten zeitgenössischer KünstlerInnen in kuratorischer Arbeit der Kunsthalle
Wien sowie das dystopische Frühwerk von Stanley Kubrick THX 1138 (US 1971).
32 | Total Automation
COMPUTER
DER AUTOMAT
DO 12.5., 18:00
COMPUTER – WERKZEUGE
DER INFORMATION
COUNTERING CAPITULATION
Gerald Nestler, A 2013–2014
Produktion Schneiderbauer, A 1968
DEAD RECKONING
»SEHENDE MASCHINE«
Auszug aus ERZEUGUNG UND
VERPACKUNG DER ZIGARETTEN
Zbyněk Baladrán, CZ/F 2014
Karl Köfinger, A 1928
Omer Fast, D/US 2011
5000 FEET IS THE BEST
DER AUTOMAT
Kurt Steinwendner, A 1964
Gesamtlänge: 90 min
DO 12.5., 20:00
THX 1138
George Lucas, US 1971
BUCH George Lucas, Walter Murch | KAMERA Albert Kihn, David Myers | MIT Robert Duvall, Donald Pleasence,
Don Pedro Colley, Maggie McOmie, Ian Wolfe 86 min | Farbe, OF, 35mm
Sechs Jahre bevor STAR WARS (US 1977) erstmals unser Universum eroberte, kreierte
George Lucas ein düsteres Stück Filmgeschichte. Dem breiten Publikum blieb THX 1138
mit seinem erdrückenden Zukunftsbild fremd, Kritiker zeigten sich aber von Anspruch
und künstlerischer Umsetzung überzeugt. Gefühsverbannung, totalitäre Enthumanisierung, totale Automatisierung und ein unbän­diger Kampf gegen das Menschsein prägen
die Geschichte des bildgewaltigen Frühwerkes des Kultregisseurs. Nicht nur durch die
starke Stilisierung einer neuen oder dystopischen Welt sind Parallelen zu Fritz Langs
METROPOLIS oder Kubricks 2001: A SPACE ODYSSEY gegeben, THX 1138 ist ebenfalls
ein vielschichtiger, komplexer Film mit einem Ende, das viele Interpretationen zulässt.
Total Automation | 33
HER
PROGRAMM 3: DESIRING OBJECTS,
DESIRING MACHINES
Was ist der menschliche Motor hinter einer Neuentwicklung, und wovon werden
Maschinen angetrieben? Mit jedem Ziel, das wir mithilfe von Maschinen erreichen
wollen, verleihen wir der Technologie einen Eigensinn. Sie wird zweckmäßig geschaffen, erhält damit ihre Berechtigung. Hilfsmittel im Haushalt bescheren uns eine ersehnte Erleichterung im Alltag. Das ist der Sinn ihrer Existenz. Intelligente Systeme
lernen autonom aus diversen Informationsflüssen, sprich aus Erfahrung. Aspekte, auf
die sie angewiesen sind, um den Zweck der automatisierten Weiterentwicklung erreichen zu können, ganz im Sinne ihrer Schöpfer und vielleicht auch darüber hinaus.
Um das vielseitige Thema der Erfüllung des Begehrens durch und mit Maschinen aus
mehreren Perspektiven zu beleuchten, zeigen wir Auszüge aus der Sammlung des
Filmarchiv Austria in Verbindung mit Arbeiten zeitgenössischer KünstlerInnen in
kuratorischer Kooperation mit der Kunsthalle Wien sowie Spike Jonzes einfühlsames
Beziehungsporträt HER (US 2013).
34 | Total Automation
EINKÜCHENHAUS
WHAT ROBOTS GIVE US
FR 13.5., 18:00
EINKÜCHENHAUS
Dr. Leopold Niernberger, A 1922
MOUNTAIN WHERE EVERYTHING
UPSIDE DOWN
Shana Moulton, US 2010
VAMPYR - DER RETTER
Julius Pinschewer, A 1925
PATTERNS OF LIFE
Julien Prévieux, F 2015
WHAT ROBOTS GIVE US
Rank Shorts Films Group, A 1980
HOW HAPPY A THING CAN BE
Cécile B. Evans, UK 2014
Gesamtlänge: ca. 90 min
FR 13.5., 20:00
HER
Spike Jonze, US 2013
BUCH Spike Jonze | KAMERA Hoyte Van Hoytema | MUSIK Arcade Fire | MIT Joaquin Phoenix, Lynn Adrianna
Freedman, Lisa Renee Pitts, Chris Pratt, Scarlett Johansson (Stimme) 126 min | Farbe, OmU, DCP
»Samantha« ist das erste intelligente Operating System der Welt. Sie wurde anhand
Theodors persönlicher Einstellung konfiguriert. Theodor ist ein Mensch mit Stärken und
Schwächen. Samantha imitiert es zu sein. Sie ist geschaffen um zu lernen, will es, stellt
Fragen, gibt Antworten und überblickt Theodors Leben. Er liebt es, wie sie seine Welt
auffasst. Mittels intimer Gespräche über das Menschsein und die Gefühle und Triebe,
die damit einhergehen, werden Grenzen sichtbar, aber im selben Zug auch aufgehoben.
Das Bild einer irrationalen Nähe zwischen Mensch und Maschine entsteht. Es wird nebensächlich, dass Samantha körperlos ist, und doch bleibt es bis zum Schluss der alles
entscheidende Konflikt. Eine Technologie, die leben und lieben lernt.
Total Automation | 35
CINEMA SESSIONS
FEMALE COMEDIANS
STEFAN DRÖSSLER
A
merikanische Stummfilmkomödien verbindet man heute mit den Namen Charlie
Chaplin, Buster Keaton oder Stan Laurel und Oliver Hardy. Dabei gab es unter
den vielen Komikern der Stummfilmzeit durchaus auch Frauen. Und zwar Frauen, die
keineswegs nur als Partnerinnen eines männlichen Kollegen die zweite Geige spielten.
Doch ihre Filme sind heute vergessen, ein Großteil ist sogar verloren.
Mabel Normand (1892–1930) war der unbestrittene Star der Keystone-Comedies von
Mack Sennett. Während sie anfangs noch selber Regie führte, drängten ihre Partner
Charles Chaplin und Roscoe Arbuckle sie an die Seite und übernahmen das Ruder.
Obwohl Mabel Normand mit 37 Jahren sehr jung verstarb, spielte sie in über 200
Filmen mit, darunter Hauptrollen in mehr abendfüllenden Spielfilmen als Chaplin,
Keaton und Laurel/Hardy zusammen.
Anita Garvin (1906–1994) und Marion Byron (1911–1985) hingegen traten in Neben­
rollen als Partnerinnen anderer Komiker auf, bevor sie für eine ganz kurze Zeit die
Gelegenheit bekamen, als weibliches Pendant zum Duo Laurel & Hardy im Hal-RoachStudio unter der Supervision von Leo McCarey drei kurze Komödien zu drehen, die
außerordentlich erfolgreich waren. Doch mit dem Umbruch zum Tonfilm wurde die
Serie eingestellt, beide gingen eigene Wege, heirateten und zogen sich aus dem Filmbusiness zurück.
In zwei Programmen werden vergessene Filme der drei Protagonistinnen vorgestellt,
die zu den schönsten und komischsten Komödien der Stummfilmzeit gehören.
Mit Einführungen von Stefan Drößler, Leiter des Filmmuseums München, der die Lebensgeschichten
der Komikerinnen und die Produktionshintergründe ihrer Filme recherchiert hat. Die drei Filme von
Anita Garvin und Marion Byron wurden von ihm digital restauriert und sind in der Edition Filmmuseum
auch auf DVD erschienen.
Live-Musik von Gerhard Gruber, weltweit engagierter Stummfilmpianist und mit einem Repertoire
von etwa 500 Filmen wichtigster Vertreter dieses Metiers in Österreich. Mit der Improvisation als
Zugang tritt er mit dem Geschehen auf der Leinwand direkt und immer wieder neu in Dialog und
gestaltet jede Aufführung zum individuellen Stummfilmerlebnis.
In Kooperation mit:
Female Comedians | 37
Mabel Normand
MO 23.5., 20:30
FEMALE COMEDIANS – PROGRAMM 1:
MABEL NORMAND
Zusammen mit Fatty Arbuckle bildete Mabel Normand ein erfolgreiches Komikerpaar,
das durch den Keystone Dog ergänzt wird. FATTY AND MABEL ADRIFT ist die vielleicht schönste und einfallsreichste Keystone-Comedy, die nicht nur auf Slapstick
und Tempo setzt, sondern eine Geschichte erzählt und den Schauspielern Raum gibt,
ihre Charaktere zu entwickeln. Mit Arbuckle war Normand Anfang der 1920er-Jahre
auch in diverse Skandale verwickelt, die ihre Karriere beeinträchtigten. Im Hal-RoachStudio versuchte sie ein Comeback.
THE NICKEL-HOPPER erzählt eine moderne Aschenbrödel-Geschichte mit originellen
visuellen Gags. Die exzellente Kriminalkomödie SHOULD MEN WALK HOME? zeigt
Mabel Normand als Hochstaplerin, die zusammen mit einem Kollegen reiche Partygäste um ihren Schmuck erleichtern möchte. Es blieb Normands letzter Film, ihre
angeschlagene Gesundheit erlaubte keine weiteren Dreharbeiten mehr. (sd)
38 | Female Comedians
FATTY AND MABEL ADRIFT
FATTY AND MABEL ADRIFT
SHOULD MEN WALK HOME?
Roscoe Arbuckle, US 1916
MIT Roscoe Arbuckle, Mabel Normand, Frank
Hayes, May Wells, Al St. John, Wayland Trask,
Glen Cavender
31 min | s/w / Farbe, engl. ZT, digital
Leo McCarey, US 1927
BUCH Alf Goulding | KAMERA Floyd Jackman
MIT Mabel Normand, Creighton Hale, Eugene Pallette,
Oliver Hardy, Fay Holderness
20 min | s/w, engl. ZT, 35mm
THE NICKEL-HOPPER
Gesamtlänge: 87 min
F. Richard Jones, US 1926
BUCH Frank Butler, Stan Laurel, Hal Roach
KAMERA Floyd Jackman | MIT Mabel Normand,
Michael S. Visaroff, Theodore Von Eltz, Jimmy
Anderson, Margaret Seddon, Boris Karloff, Oliver
Hardy, James Finlayson
36 min | s/w / Farbe, engl. ZT, 16mm
Mit einer Einführung von
Stefan Drößler (Leiter Filmmuseum
München).
Live-Musik: Gerhard Gruber
Female Comedians | 39
FEED’ EM AND WEEP
DI 24.5., 18:30
FEMALE COMEDIANS – PROGRAMM 2:
ANITA GARVIN & MARION BYRON
Nach dem Erfolgsrezept des Duos Stan Laurel und Oliver Hardy versuchte man im
Hal-Roach-Studio, ein ähnliches weibliches Team aufzubauen: Man kombinierte die
großgewachsene ehemalige Ziegfeld-Follies-Tänzerin Anita Garvin mit der noch nicht
volljährigen Marion Byron, wegen ihrer ein Meter fünfzig auch »Peanuts« genannt.
Anita Garvin hatte die Rolle der Hochmütigen, die besserwisserisch in Situationen
eingreift und damit das Chaos nur verschlimmert. Marion Byron war die naive und
tollpatschige Kleine, die immer ihr Bestes gibt und sich dabei umso tiefer in den
Schlamassel reitet. In perfekt getimten Komödien geben sie Aushilfskellnerinnen
in einem Bahnhofslokal, schlagen sich mit einem Findelkind herum und spielen alle
erdenklichen Arten durch, welche Schwierigkeiten es bereiten kann, mit vier Eishörnchen in der Hand die Pendeltür eines Cafés zu passieren. (sd)
40 | Female Comedians
GOING GA-GA
FEED’ EM AND WEEP
A PAIR OF TIGHTS
Fred L. Guiol, US 1928
BUCH Leo McCarey | KAMERA George Stevens | MIT Anita
Garvin, Marion Byron, Max Davidson, Edgar Kennedy,
Charles Hall
16 min | s/w, engl. ZT, digital
Hal Yates, US 1929
BUCH Leo McCarey | KAMERA Art Lloyd | MIT Anita
Garvon, Marion Byron, Edgar Kennedy, Stuart
Erwin, Spec O’Donnell, Harry Bernard, Charles Hall,
20 min | s/w, engl. ZT, digital
GOING GA-GA
James W. Horne, US 1929
BUCH Leo McCarey | KAMERA Art Lloyd | MIT Anita
Garvin, Marion Byron, Max Davidson, Edgar Kennedy,
Warren Mills, Kay Deslys, Harry Bernard
22 min | s/w, engl. ZT, digital
Gesamtlänge: 58 min
Mit einer Einführung von
Stefan Drößler (Leiter Filmmuseum
München).
Live-Musik: Gerhard Gruber
Female Comedians | 41
ECTION
L
L
O
C
LIVING
CORNERS
MIGRATION STANDARDS
MO 2.5., 19:00
ZUFLUCHT. ASYL. WO?
EMPÖRT EUCH!
MARIAGE BLANC
LIMES – AKTION LIMES
MIGRATION
STANDARDS
Friedl vom Gröller, A 2014
3 min | s/w, kein Dialog, 16mm
Erwin Wagenhofer, A 2002
27 min | Farbe, OF, Video
CORNERS
Derek Roberts, A 2008
9 min | Farbe, kein Dialog, DCP
Gustav Deutsch, A 1996
5 min | Farbe, OF, 16mm
Borjana Ventzislavova,
A 2011
5 min | Farbe, OF, Video
PASSAGEN
Lisl Ponger, A 1996
12 min | Farbe, OmeU,
35mm
44/85 FOOT´-AGE
SHOOT´-OUT
Kurt Kren, A 1985
2 min | Farbe, kein Dialog,
16mm
Schon lange vor der sogenannten Flüchtlingskrise haben sich die FilmemacherInnen mit
Phänomenen wie Migrationsbewegungen und Abschottungspolitik in seiner Komplexität
beschäftigt. Alle Filme dieses Programms verstehen sich als Appell, gegen vereinfachende Zuordnungen der »eindringenden« Fremden das Drama der Flucht und die Entwurzelung jener zu sehen, die in ihrer Heimat keine Zukunft mehr haben. Die formalen
Verfahren zum Transport der politischen Inhalte reicht vom verstörenden Dokumentarfilm von der österreichischen Schengengrenze über konzeptionelle Performancevideos
zum Montagefilm aus Amateurreisefilmen, denen Erzählungen von Flüchtenden unterlegt sind, bis zur unruhigen Kamera eines verzweifelten Kurt Kren im Amerikaexil. (bbu)
Mit einer Einführung von Brigitta Burger-Utzer (sixpackfilm).
In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria kuratiert sixpackfilm die Reihe Living Collection und stellt
jeden ersten Montag im Monat abseits jeder Kategorisierung eine lebendige Montage des österreichischen
künstlerischen Films in den Kontext eines jeweiligen Programmschwerpunkts.
Living Collection | 43
IFE
DL
SECON
DI 3.5., 19:00 | DI 10.5., 21:00
FLAMMENDER STERN
FLAMING STAR
Don Siegel, US 1960
BUCH Clair Huffaker, Nunnally Johnson | KAMERA Charles G. Clarke | MIT Elvis Presley, Dolores del Rio,
Steve Forrest, John McIntire, Barbara Eden
91 min | Farbe, dF, 35mm
Ein Halbblut entschließt sich nach dem Tod seiner Mutter – verschuldet durch einen
Weißen – auf Seiten der Indianer zu kämpfen. Ein simpler Plot, angesiedelt im amerikanischen Westen des Jahres 1878, der sich aus der Masse des Genres durch zwei
Punkte hervorhebt: Hauptdarsteller Elvis Presley und Regisseur Don Siegel. Ursprünglich wurde die Rolle Marlon Brando und Frank Sinatra angeboten. Nachdem Elvis
Presley unterschrieb wurde das Drehbuch nicht mehr verändert, was zur Folge hatte,
das Elvis – abgesehen vom Titellied und einer Tanznummer – im Film nicht singt. Ein
untypischer Presley-Film, dessen Härte die Handschrift von Regisseur Don Siegel
trägt, der zehn Jahre später Clint Eastwood als Dirty Harry zu Weltruhm verhalf. (rf)
In der Reihe Second Life präsentiert Raimund Fritz Fundstücke aus dem Filmdepot Laxenburg und bringt
selten zu sehende Filme und Klassiker wieder auf die Leinwand. Seine kinoarchäologischen Expeditionen
laden monatlich zu einer etwas anderen Reise durch die internationale Filmgeschichte ein.
44 | Second Life
IFE
DL
SECON
DI 17.5., 18:15 | DI 24.5., 19:45
ANATEVKA
FIDDLER ON THE ROOF
Norman Jewison, US 1971
BUCH Joseph Stein nach seinem Theaterstück basierend auf Kurzgeschichten von Sholem Aleichem | KAMERA Oswald
Morris | MUSIK John Williams, Jerry Bock | MIT Chaim Topol, Norma Crane, Molly Picon, Leonard Frey, Paul Mann
158 min | Farbe, dF, 35mm
Ukraine 1905: Im Dorf Anatevka lebt der jüdische Milchmann Tevye mit seiner Frau
und fünf Töchtern. Letztere sind im heiratsfähigen Alter, und der traditionsbewusste
Vater möchte sie unter die Haube bringen, wobei diese andere Vorstellungen haben
von der Liebe. Doch Tevye hat noch größere Probleme, als der russische Zar die jüdischen Bewohner vertreiben will.
Wer kennt ihn nicht, den Ohrwurm Wenn ich einmal reich wär aus dem 1964 erstmals
aufgeführten Broadway-Musical FIDDLER ON THE ROOF. Sieben Jahre später drehte
Norman Jewison im heutigen Kroatien die Filmversion mit dem israelischen Schauspielstar Topol, der den Tevye zuvor im Londoner West End spielte und für seine Darstellung einen Golden Globe erhielt. Der Film wurde auch als »Bestes Musical« mit dem
Golden Globe ausgezeichnet und erhielt von insgesamt acht Nominierungen drei
Oscars, u. a. für die »Beste Filmmusik«. (rf)
Second Life | 45
KULT
KINO
KINO –
KULT
DI 3.5., 20:00 | MI 4.5., 18:00
UGETSU MONOGATARI
UGETSU – ERZÄHLUNGEN UNTER DEM REGENMOND
KULTKINO
KINOKULT
4
Kenji Mizoguchi, J 1953
BUCH Yoshikata Yoda, Matsutaro Kawaguchi | KAMERA Kazuo Miyagawa | MIT Machiko Kyo, Kinuyo Tanaka,
Mitsuko Mito, Masayuki Mori 96 min | s/w, OmU, 35mm
Zum Zeitpunkt seines Entstehens verhalf UGETSU MONOGATARI dem japanischen
Film zu internationaler Anerkennung. Wie in anderen seiner Werke hinterfragt Kenji
Mizoguchi auch hier Japans kulturelle und politische Traditionen, bindet diese groß
angelegte Kritik aber an das Private. Erzählt wird die Geschichte zweier Brüder und
ihrer Frauen im Japan des späten 16. Jahrhunderts. Die Unterdrückung der Frauen
steht im Zentrum der Handlung, was UGETSU MONOGATARI zu einem sehr politischen Film macht. Stilistisch wird Mizoguchi auch hier seinem Ruf als Meister des
Long take gerecht: eine Einstellung entspricht oftmals einer Szene, wobei die Kamera sich stets in fließender Bewegung befindet. (Theresa Rodewald)
Die Filme aus der Reihe Kultkino – Kinokult sind auf ihre je eigene Weise (ge)wichtig – sie sind Bausteine
für eine mögliche Geschichte des Kinos. Hier geht es bewusst um kein Best-of und schon gar kein Ranking, die Nummerierung dient lediglich der Orientierung. Die Filme werden von Hans Hurch ausgewählt,
wöchentlich im Kurier freizeit-Magazin vorgestellt und im METRO Kinokulturhaus präsentiert.
46 | Kultkino – Kinokult
DI 10.5., 20:00 | MI 11.5., 18:00
NASHVILLE
Robert Altman, US 1975
KULTKINO
KINOKULT
5
BUCH Joan Tewkesbury | KAMERA Paul Lohmann | MUSIK Richard Baskin | MIT David Arkin, Barbara Baxley,
Ned Beatty, Karen Black, Ronee Black, Keith Carradine, Geraldine Chaplin, Shelley Duvall
159 min | Farbe, OmU, 35mm
Robert Altmans NASHVILLE ist ein Meisterstück der Regiekunst. Es gibt 24 Haupt­
charaktere mit jeweils eigenen Handlungssträngen, die sich auf verschiedenste
Weisen überkreuzen. Konstanten des Geschehens sind der Ort (Nashville), die Zeit
(fünf Tage während des Wahlkampfes eines Präsidentschaftskandidaten) und natürlich die Musik (allem voran Country und Gospel) – nicht umsonst gab es hierfür einen
Oscar. Altman verwendete übrigens eine neue Technik der Tonaufnahme, durch die
sich Dialoge überlagern und so natürlicher wirken. Gleichzeitig ist NASHVILLE nicht
nur Musical, sondern auch satirische Gesellschaftskritik beeinflusst von Vietnamkrieg
und Watergate-Skandal. (Theresa Rodewald)
»Ein faszinierendes und außerordentlich komplexes Porträt der USA, das Politik,
Privatleben und Unterhaltungsindustrie als Bestandteile einer manipulierten Konsumwelt demaskiert.« (Lexikon des Internationalen Films)
1992 in das National Film Registry aufgenommen.
Kultkino – Kinokult | 47
DI 17.5., 20:00 | MI 18.5., 18:00
EL
KULTKINO
KINOKULT
6
Luis Buñuel, MEX 1953
BUCH Luis Alcoriza, Luis Buñuel nach dem gleichnamigen Roman von Mercedes Pinto | KAMERA Gabriel Figueroa
MIT Arturo de Córdova, Delia Garcés, Aurora Walker, Carlos Martínez Baena, Manuel Dondé
92 min | s/w, span. OF, 35mm
In EL verbindet Buñuel Film, Psychoanalyse und Soziologie. Nicht umsonst zeigte
der Psychoanalytiker Jaques Lacan den Film in seinen Seminaren als Beispiel für
Paranoia. Francisco ist ein angesehener, kirchentreuer Bürger und Romantiker. Er
verliebt sich in Gloria und heiratet sie. Doch er ist auch krankhaft eifersüchtig und
paranoid. ELs Surrealismus verwischt die Grenzen zwischen Wahrheit/Lüge und
Logik/Wahnsinn. Außerdem zeigt er die Einbettung von Franciscos Psychose in die
Gesellschaft. Sie wurzelt in seiner katholischen Erziehung und deren Unterdrückung
von Sexualität, ist ironischerweise aber auch Grund für sein Ansehen. In diesem
Sinne ist EL auch radikale Gesellschaftskritik. (Theresa Rodewald)
48 | Kultkino – Kinokult
DI 24.5., 20:00 | MI 25.5., 18:00
CELINE ET JULIE
VONT EN BATEAU
KULTKINO
KINOKULT
7
CELINE UND JULIE FAHREN BOOT
Jacques Rivette, F 1973
BUCH Juliet Berto, Dominique Labourier, Bulle Ogier, Marie-France Pisier, Jacques Rivette | KAMERA Jacques Renard
MIT Juliet Berto, Dominique Labourier, Bulle Ogier, Marie-France Pisier, Barbet Schroeder
192 min | Farbe, OmeU, 35mm
Einer der Leitfilme der 70er-Jahre. Zwei junge Frauen sehnen sich nach einem Ereignis,
das ihr eintöniges Dasein verändert. Céline: eine Art weißes Kaninchen, eine magische
Gestalt und Phantastin, die ihre Einsamkeit durch träumerische Extravaganzen erträglich zu machen weiß. Julie arbeitet in der Stadtbibliothek, liebt Bücher und ist ständig
hin- und hergerissen zwischen den Fiktionen ihrer Lektüre und den Prophezeiungen
der astrologischen Werke, die ihre Wohnung füllen. Als die beiden sich kennen lernen,
löst dies einen Wirbel aus, in dem Reales und Fiktives durcheinander geraten ...
Ein verwirrendes Märchen­puzzle, in dem sich die reizvoll eingefangene Pariser
Stadtlandschaft mit der Thea­tralik spätbürgerlicher Gefühlskultur zu einem Traumspiel von naiver Heiterkeit und verspielter Poesie verbindet. (Martin Even)
Kultkino – Kinokult | 49
ITIK
POL
&
M
L
FI
FR 6.5., 18:00
LA ISLA – ARCHIVO DE UNA TRAGEDIA
DIE INSEL – ARCHIVE EINER TRAGÖDIE
Uli Stelzner, GCA 2009
BUCH Uli Stelzner | KAMERA Guillermo Escalon | SCHNITT Alina Teodorescu | MUSIK Paulo Alvarado, Nim Ala
85 min | Farbe, OmU, DCP
Armee und Polizei verschleppen und ermorden in Guatemala Ende des 20. Jahrhunderts hunderttausende Menschen. Doch dieser beispiellose Völkermord in der jüngeren Geschichte Amerikas blieb ungesühnt. Doch im Jahre 2005 wird nach einer gewaltigen Explosion in der Hauptstadt von Guatemala zufällig das geheime Archiv der
Nationalpolizei gefunden. Auf dem Gelände der heutigen Polizeischule lag früher die
Insel, ein geheimes Gefängnis der Policía Nacional. Und hier tauchen jetzt 80 Millionen
Dokumente auf, die endlich Licht in das Dunkel der Staatsverbrechen werfen. Die Angehörigen der 45.000 Verschwundenen schöpfen Hoffnung. Die Premiere des Films in
Guatemala-Stadt war von Bombendrohungen und Anschlägen begleitet.
Die Reihe Film & Politik bietet Information, Austausch und kritische Auseinandersetzung vor dem
Hintergrund aktueller, historischer und globaler Entwicklungen. Der Schwerpunkt Cine Memoria
Austria widmet sich dabei dem lateinamerikanischen Filmschaffen. Eine Kooperation von Papaya Media
Associations, Kinoki und dem Filmarchiv Austria.
50 | Cine Memoria Austria
ITIK
POL
&
M
L
FI
FR 6.5., 20:00
BURDEN OF PEACE
Joey Boink, GCA/NL 2015
BUCH Joey Boink, Sander Wirken | KAMERA Joey Boink | SCHNITT Ruben van der Hammen, Mieneke Kramer
77 min | Farbe, OmU, DCP
Claudia Paz y Paz war die erste Oberstaatsanwältin Guatemalas. Gegen den Druck
der extremen Rechten hat sie es geschafft, Korruption und organisierte Kriminalität
effektiv zu bekämpfen und die Aufklärungsrate von Tötungsdelikten erheblich zu
steigern. 2014 wurde sie mit einer fadenscheinigen Begründung vom Obersten
Verfassungs­gericht vorzeitig ihres Amtes enthoben.
Über drei Jahre hinweg entstand ein spannendes Porträt einer außergewöhnlichen
Frau mit einer lebensgefährlichen Mission, das gleichzeitig einen tiefen Einblick gibt in
ein von Gewalt, Verbrechen und Korruption gezeichnetes Land und dessen zerrüttete
Strukturen. Claudia Paz y Paz verließ Guatemala unmittelbar nach ihrer Absetzung und
lebt heute im Ausland. Der Film kann gegenwärtig in Guatemala nicht gezeigt werden.
Die Dokumentation erhielt zahlreiche Auszeichnungen und erhielt beim
Mittelamerikanischen Filmfestival Wien 2015 den Publikumspreis.
Cine Memoria Austria | 51
ER
ASSIK
L
K
O
R KIN
KINDE
SA 7.5., 16:00 | SO 8.5., 16:00 | SA 14.5., 16:00 | SO 15.5., 16:00
DIE GESCHICHTE VON DER
GÄNSEPRINZESSIN UND IHREM
TREUEN PFERD FALADA
Konrad Petzold, DDR 1988
BUCH Konrad Petzold, Angelika Mihan, Marion Wallroth | KAMERA Hans Heinrich | MIT Dana Moravkova,
Eberhard Mellies, Regina Bayer, Peter Zimmermann, Michaele Kuklova 79 min | Farbe, dF, 35mm
Die Gänsemagd der Gebrüder Grimm bildet die Vorlage dieses sorgfältig inszenierten
und glaubwürdig gespielten Märchenfilms. Eine Prinzessin ist mit ihrer Magd Liesa und
ihrem Pferd Falada auf dem Weg zum Schloss des Königs Ewald, dessen Sohn Ivo sie
zur Frau versprochen wurde. Unterwegs zwingt Liesa die Prinzessin zum Rollentausch,
denn sie selbst will Königin werden. Das Pferd versucht die falsche Braut zu entlarven,
was leider nicht ganz einfach ist, da auch magische Kräfte im Spiel sind … (rf)
»Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen«, meinte Astrid Lindgren.
Ein Ort, der das ermöglicht, ist das Kino. Die Reihe Kinder Kino Klassiker umfasst Klassiker des euro­
päischen Kinderfilmschaffens, aber auch echte Raritäten.
52 | Kinder Kino Klassiker
ER
ASSIK
L
K
O
R KIN
KINDE
MO 16.5., 16:00 | SA 21.5., 16:00 | SO 22.5., 16:00
MEISTERDETEKTIV KALLE
BLOMQUIST LEBT GEFÄHRLICH
KALLE BLOMKVIST – MÄSTERDETEKTIVEN LEVER FARLIGT
Göran Carmback, S 1996
BUCH Johanna Hald nach dem gleichnamigen Roman von Astrid Lindgren | KAMERA Carl Sundberg | MIT Malte
Forsberg, Josefin Arling, Totte Steneby, Victor Sandberg, Bobo Steneby 84 min | Farbe, dF, 35mm
Eine schwedische Kleinstadt: Kalle Blomquist und seine Freunde führen immer wieder
einen Schlagabtausch mit der Roten-Rosen-Gang. Als ein Kredithai tot aufgefunden wird,
überwinden die Kinder ihre Rivalitäten, helfen einander solidarisch, um den Täter zu
überführen, was ohne Erwachsene nicht gerade einfach und mit zahlreichen Abenteuern
verbunden ist … Nach Pippi Langstrumpf, Michel und Karlsson vom Dach ist nun ein weiterer Astrid- Lindgren-Star zu sehen: Kalle Blomquist, der »Sherlock Holmes« unter den
Kindern, welcher souverän beobachtet und kombiniert, bis der Fall gelöst ist. (rf)
Eintritt pro Kind und Begleitperson je € 5,-,
mit kinderaktivcard pro Kind und Begleitperson je € 4,50.
Kinder Kino Klassiker | 53
FRANKENSTEIN!!
MUSIK SEHEN – BILDER HÖREN
F
rankenstein!! als musikalisch-visuelle Chiffre ist Leitmotiv einer zwischen Text-,
Musik- und Bildformationen gelagerten, interdisziplinären Diskussion des Instituts
für Wissenschaft und Forschung an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt
Wien (MUK) in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das Werk Frankenstein!! Ein Pandämonium
für Chansonnier und Orchester (1976/77) des österreichischen Komponisten und
Dirigenten HK Gruber, das zu den zentralen Werken der musikalischen Avantgarde
nach 1945 zählt.
Grubers Musik und H. C. Artmanns Texte in Form von Kinderreimen berühren Emp­
findungen des »Unheimlichen« und verweisen darin auf größere politische Zusammenhänge: »Die Monster des politischen Lebens haben immer versucht, ihr wahres
Gesicht zu verstecken, und allzu oft gelang es so zu tun. Frankenstein – oder wen auch
immer wir wählen, um mit diesem Namen zu identifizieren – ist nicht der Protagonist,
aber die Figur hinter den Kulissen, die wir auf unsere eigene Gefahr hin vergessen.«
(HK Gruber)
Musikbeispiele aus Frankenstein!! mit MusikerInnen der MUK und die Präsentation
von BRIDE OF FRANKENSTEIN führen zu Fragen nach Narrationsformen in Musik und
Film. Die Figur des »Frankenstein« erzählt im Medium Film, interpretiert und trans­
feriert in das Medium Musik, wird dabei zum Thema einer übergreifenden Befragung
der Assoziationspotenziale von Musik und Bild und deren Vergleichbarkeit. (sz)
Mit HK Gruber diskutieren Susana Zapke und Stefan Schmidl (Institut für
Wissenschaft und Forschung der MUK). Anschließend Filmvorführung BRIDE
OF FRANKENSTEIN.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.
54 | FRANKENSTEIN!!
DI 10.5., 17.00 (Veranstaltungsbeginn) | DI 10.5., 18:30 (Film)
BRIDE OF FRANKENSTEIN
EINTRITT FREI
FRANKENSTEINS RÜCKKEHR
James Whale, US 1935
BUCH William Hurlbut, John Balderston nach Mary Shelleys Roman Frankenstein | KAMERA John J. Mescall
MIT Boris Karloff, Colin Clive, Valerie Hobson, Ernest Thesiger, Elsa Lanchester
75 min | s/w, OF, 35mm*
Traum und Trauma der vollkommenen, künstlichen Frau machen auch vor anderen
Ungeheuern nicht Halt: In seiner Fortsetzung der Geschichte um das Monster Viktor
Frankensteins setzte Whale wenige Momente nach dem Ende der Handlung des ersten
Streifens an. Das Monster ist, inzwischen schon zum Hollywood-Klischee erstarrt, hier
aber noch in seiner wertfreien Reinform zu erleben, entkommen und lebt weiter. Das
von Karloff dargestellte Wesen hat in diesem Sinne also kein Leben, aber eine Form
von afterlife. Während Frankenstein seine Experimente wieder aufnimmt und an der
Erschaffung einer künstlichen Frau arbeitet, findet das Monster bei einem blinden
Einsiedler im Wald Unterschlupf und lernt Menschlichkeit (sowie die eigene mensch­
liche Seite) kennen. Der Prozess der Humanisierung scheitert aber vollkommen,
nicht zuletzt auch wegen des Verhaltens des zweiten von Frankenstein erschaffenen
Körpermosaikwesens. (Thomas Ballhausen)
*Preserved by the Library of Congress.
FRANKENSTEIN!! | 55
E
US
DAS M
S KINO
HT IN
UM GE
MI 18.5., 18:00: Vortrag im Literaturmuseum
19:30: Filmvorführung im METRO
LITERATURLANDSCHAFT GALIZIEN – TEIL 1
Vortrag von Karl Wagner und Gespräch mit dem Filmemacher Paul Rosdy
Literaturmuseum, Johannesgasse 6, 1010 Wien
im Anschluss Filmvorführung im METRO Kinokulturhaus
DER LETZTE JUDE VON DROHOBYTSCH
Paul Rosdy, A 2011
BUCH Paul Rosdy | KAMERA Peter Roehsler | MIT Alfred Schreyer, Tadeusz Serwatka, Lev Lobanov,
Alexander Krasulja, Stepan Protz 98 min | Farbe, OF, DCP
Der heute fast 90-jährige Alfred Schreyer ist der letzte Jude und Überlebende des
Holocaust im westukrainischen Drohobytsch. Er hat eine Geschichte zu erzählen, so
unglaublich, dass ein Leben nicht ausreicht, sie zu fassen. Und doch ist es die alltäg­
liche, grausame, von seltsamen Wendungen und Glücksfällen gezeichnete Biografie
eines bis heute ungebrochenen Mannes.
Die von Filmarchiv Austria und Literaturmuseum gemeinsam veranstaltete Reihe Das Museum geht ins
Kino zieht in Autorenlesungen, Filmvorführungen, Vorträgen und Gesprächen die vielen unterschiedlichen
Verbindungslinien zwischen Literatur und Film. Eintritt frei.
56 | Das Museum geht ins Kino
E
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DAS M
S KINO
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DO 19.5., 1 8:00: Vortrag im Literaturmuseum
19:30: Filmvorführung im METRO
LITERATURLANDSCHAFT GALIZIEN – TEIL 2
Vortrag von Martin Pollack und Gespräch mit Filmwissenschaftler Helmut Pflügl
Literaturmuseum, Johannesgasse 6, 1010 Wien
im Anschluss Filmvorführung im METRO Kinokulturhaus
DAS FALSCHE GEWICHT
Bernhard Wicki, BRD 1971
BUCH Bernhard Wicki, Fritz Hochwälder nach der gleichnamigen Novelle von Joseph Roth | KAMERA Jerzy Lipman
MIT Helmut Qualtinger, Agnes Fink, Johannes Schaaf, Bata Živojinovic’, Kurt Sowinetz 146 min | Farbe, OF, 16mm
Anselm Eibenschütz ist neuer Eichmeister in Zlotogrod, nahe der russischen Grenze
im fernen Galizien. Er nimmt seine Amtsrolle ernst, doch nachdem er durch eine Denunziation vom Verhältnis der Gattin mit seinem Sekretär erfährt, gerät sein Weltbild
ins Wanken. Der Wirt Jadlowker, der mit russischen Flüchtlingen Menschenhandel
treibt, attackiert ihn auf dem Markt wegen einer fehlenden Konzession und wird zu
zwei Jahren Kerker verurteilt. Als die Cholera im Dorf wütet, kommt der Sträfling als
Leichenträger zurück und will am Eichmeister Rache nehmen. (hp)
Das Museum geht ins Kino | 57
NITROFIEBER – FASZINATION
FILMARCHIVIERUNG
DIE VERHEISSUNGEN DER AUTOMATION
NIKOLAUS WOSTRY
D
er Kinematograph, ingeniöses Vehikel zur automatisierten Abbildung des Sicht­
baren, ist zum Leitmedium der Moderne geworden. Mit dem nur ihm eigenen
Instrumentarium die Welt darzustellen, aber auch zu dekonstruieren, ist ihm wie kaum
einem anderen Medium das Potenzial zu eigen, die Verheißungen der Automation zu
visionieren. Nitrofieber wird sich in dieser Ausgabe seinen stilistisch eindruckvollsten
und (nicht immer beabsichtigten) amüsantesten Manifestationen widmen.
In der spritzigen Pathé-Burleske EIN DURCHGEGANGENES AUTOMOBIL werden
ironisch die Tücken der tierischen Psychologie auf die Maschine übertragen. Nur
wenig später gelingt Pathé mit DIE FABRIKATION DER TASCHENUHREN SYSTEM
»LONGINES« ein formal ausgezeichnetes, frühes »Industriebild«. In Österreich wird
dieses Genre – stimuliert durch die Kriegspropaganda – mit Filmen wie [HERSTELLUNG OPTISCHER INSTRUMENTE FÜR DIE ÖSTERREICHISCH-UNGARISCHE ARMEE
BEI CARL ZEISS, WIEN] ihre erste Blüte erleben. Karl Köfingers SELBSTANSCHLUSSFERNSPRECHER greift mit Mehrfachbelichtungen und gekonnten Tricksequenzen
bravourös die Grammatik des Avantgardefilms auf. In SEFF KOSTET 24 SCHILLINGE
mimt Josef Holub, Meister der anarchischen Wiener Filmkomik, eine widerspenstige
Kleiderpuppe oder besser gesagt einen renitenten Roboter, und in den Animations­
filmen Bruno Wozaks wird leblosen Automaten durch Heinzelmännchen Leben eingehaucht. DER WILLE ZUM LEBEN, die aufwendigste Dokumentarfilmproduktion der
Wienfilm während der Nazizeit, zeigt mit einem heute zynisch anmutenden Pathos,
wie Kriegsversehrte mit Prothese und Maschine in der Rüstungsindustrie noch Volk
und Führer dienen können.
Auch wenn sich die Verheißungen in den filmischen Imaginationen nicht immer
erfüllen, wie in Steinwendners witziger Doppel-Conference DER AUTOMAT mit Maxi
Böhm, so gehören sie jedenfalls zu den köstlichsten.
58 | Nitrofieber – Faszination Filmarchivierung
DAS HAMMERBROT SCHLARAFFENLAND
SEFF KOSTET 24 SCHILLINGE
MI 25.5., 20:30
L‘AUTOMOBILE EMBALLÉE
EIN DURCHGEGANGENES AUTOMOBIL
DER SELBSTANSCHLUSSFERNSPRECHER
F 1907
96 Meter, s/w, 35mm
Karl Köfinger, A 1928
248 Meter, s/w, 35mm
DIE FABRIKATION DER TASCHEN­
UHREN SYSTEM »LONGINES«
DAS HAMMERBROT
SCHLARAFFENLAND
Pathé Frères Paris, F 1913
135 Meter, s/w, 35mm
Bruno Wozak/Karl Thomas, A 1937
133 Meter, Ton, s/w, 35mm
[HERSTELLUNG OPTISCHER
INSTRUMENTE FÜR DIE ÖSTER­
REICHISCH-UNGARISCHE ARMEE
BEI CARL ZEISS, WIEN]
DER WILLE ZUM LEBEN
Sascha-Film, A 1917
194 Meter, viragiert, 35mm
SEFF KOSTET 24 SCHILLINGE
Walter Holub, A 1919
MIT Josef Holub, Rudolf Walter
205 Meter, viragiert, 35mm
Ullrich Kayser/Georg Withuhn, (A) D 1944
Kamera Karl Kurzmayer
458 Meter, Ton, s/w, 35mm
DER AUTOMAT
Kurt Steinwendners Filmproduktion, A 1964
MIT Maxi Böhm
57 Meter, Ton, s/w, 35mm
Gesamtlänge: ca. 61 min
Mit einer Einführung von
Nikolaus Wostry
Nitrofieber – Faszination Filmarchivierung | 59
T
OSTAR
N
I
K
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ATIVE
ALTERN
THE EXQUISITE CORPUS
DO 26.5., 19:00 | FR 27.5., 20:00 | SA 28.5., 18:00 | SO 29.5., 20:00
MO 30.5., 18:00 | DI 31.5., 20:00
KURZFILMKINO 1: LASST UNS TRÄUMEN!
MUTTER VON MUTTER
Amina Handke, A 2015
20 min | Farbe, OmeU, DCP
CAPITAL CUBA
Johann Lurf, A/C 2015
12 min | Farbe, ohne Dialog, 35mm
JOSEF – TÄTERPROFIL
MEINES VATERS
Antoinette Zwirchmayr, A 2015
18 min | Farbe, OF, 35mm
THE EXQUISITE CORPUS
Peter Tscherkassky, A 2015
19 min | s/w, ohne Dialog, 35mm
Die Erinnerung, lückenhaft. Die Gedanken, neugierig. Das Gefühl, sehnsüchtig. Etwa die
Sehnsucht nach familiärer Wärme und gleichzeitig völliger Unabhängigkeit wie in Amina Handkes Familienarchäologie MUTTER VON MUTTER. Oder der unbändige Wunsch
nach einer besseren Zukunft wie in Antoinette Zwirchmayrs fragil-experimenteller und
bei der Diagonale preisgekrönter Biografie JOSEF – TÄTERPROFIL MEINES VATERS.
Streng rhythmisiert wird in Johann Lurfs CAPITAL CUBA die Küste von Havanna zur
nostalgischen Projektionsfläche, während sich am Strand von Peter Tscherkasskys THE
EXQUISITE CORPUS eine ekstatisch-unbehagliche Traumlandschaft entfaltet – lückenhaft, neugierig und sinnlich. Lasst uns träumen! (de)
In Kooperation mit der Diagonale präsentiert das Filmarchiv Austria ausgewählte Produktionen des zeitgenössischen österreichischen Kinos. Herausragende neue Filme werden dabei in »alternativen Kinostarts«
über Festivaleinsätze hinaus in das reguläre Programm des METRO Kinokulturhaus übernommen. Das
Auftaktprogramm mit aktuellen Kurzfilmen wird in Kooperation mit Vienna Independent Shorts gezeigt.
60 | Alternativer Kinostart
T
OSTAR
N
I
K
R
ATIVE
ALTERN
MARIA LASSNIG: ES IST DIE KUNST, JAJA …
DO 26.5., 21:00 | FR 27.5., 18:00 | SA 28.5., 20:00 | SO 29.5., 18:00
MO 30.5., 20:00 | DI 31.5., 18:00
KURZFILMKINO 2: DAS LEBEN – EINE KUNST
MURL
Manuel Knoflach/Felix Sebastian Huber, A 2015
15 min | Farbe, OmeU, DCP
MARIA LASSNIG:
ES IST DIE KUNST, JAJA …
Sepp Dreissinger/Heike Schäfer, A 2015
45 min | Farbe, OF, DCP
Zwei Porträts. Zwei (Lebens-)KünstlerInnen wider die Konvention. Hier der Skater
Murl, da die Ausnahmekünstlerin Maria Lassnig. Murl will seine Leidenschaft zum Beruf machen – unregelmäßige Jobs und finanzielle Instabilität zieht er der Sicherheit
einer Nine-to-five-Arbeitsstelle vor. Trotz aller Hürden bleibt Murl seinen Idealen treu
und korrespondiert in dieser Konsequenz ein Stück weit mit Maria Lassnig. Während
sich ihre Arbeiten längst ins kulturelle Gedächtnis eingeschrieben haben, blieb ihr die
weltweite Anerkennung bis kurz vor dem Tod verwehrt. Eindringlich und einfühlsam
sorgen Sepp Dreissinger und Heike Schäfer mit ihrem Porträt dafür, dass die Person
hinter den Bildern nicht in Vergessenheit gerät: Begegnungen und Gespräche mit
Lassnig, FreundInnen und WegbegleiterInnen offenbaren eine vielschichtige Persönlichkeit – und einen jungen, rastlosen Geist. Zwei herrlich ungleiche Filme im Zweifel
über Kunst und Leben – über das Leben als Kunst. (sh)
Alternativer Kinostart | 61
VIS VIENNA INDEPENDENT SHORTS 2016
FEAR IS NOT AN OPTION
DANIEL EBNER
A
ngst ist eine hartnäckige Begleiterin, aber zumeist eine schlechte Ratgeberin –
vor allem in Fragen des Zusammenlebens. In Zeiten vehementer Ab- und Ausgrenzungen sowie zunehmend populistischer Erklärungsmodelle, wie sie derzeit in vielen
Teilen der Welt zu erleben sind, wird dies besonders deutlich. Als international ausgerichtetes Festival, das mit dem kurzen Film eine stark in der Gegenwart verankerte
Kunstform präsentiert, können und wollen wir unsere Augen vor den Entwicklungen
der vergangenen Monate nicht verschließen. Schwelenden Konflikten, hausgemachten Katastrophen und persönlichen Krisen soll jedoch mit Offenheit, Freiheit und einer
großen Portion Hoffnung begegnet werden. Denn Angst, so viel ist sicher, wird nicht
die Lösung sein.
Der Aufruf »Fear is not an Option« zieht sich leitmotivisch durch das Programm und
wird im METRO Kinokulturhaus u. a. gemeinsam mit den Partnerfestivals Go Short
aus den Niederlanden und dem Festival du nouveau cinéma aus Kanada sowie der
europäischen DocAlliance aufgegriffen. Zusammen mit sixpackfilm wird zudem die
preisgekrönte belgische Künstlerin Anouk De Clercq mit einer Personale gewürdigt.
Ihrem Film BUILDING ist das grafische Sujet der diesjährigen Festivalausgabe zu
verdanken.
Insgesamt werden bei der 13. Ausgabe von Österreichs größtem Festival für Kurzfilm,
Animation und Musikvideo (und seit heuer einzigem Oscar®-qualifying Festival des
Landes) mehr als 300 Filme zu sehen und zu diskutieren sein. Zwei Highlights ent­
stehen in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria: Die Verbindung von Film und
Musik, die am Musikvideotag und in zwei weiteren Musikvideoprogrammen (u. a. von
den Kurzfilmtagen Oberhausen) zelebriert wird, kulminiert in gleich zwei fulminanten
Cinema Sessions, also Live-Konzerten im Kinosaal. Wir freuen uns auf intensive Tage!
Im Rahmen des Festivals VIS Vienna Independent Shorts werden zwei aktuelle
österreichische Kurzfilmprogramme von 26. bis 31. Mai als »alternativer Kino­
start« im METRO Kinokulturhaus präsentiert.
www.viennashorts.com
62 | VIS 2016 - Fear is not an Option
ANOUK DE CLERCQ
FACE YOUR FEAR
FR 27.5.
FR 27.5., 11:00
FR 27.5., 19:00
FILM & TALK: MEET THE INDUSTRY
STELL DICH DEINER ANGST
(FACE YOUR FEAR)
Diskussionen: Show me the Money!
Was ist mein Film wert? // Fear is not an
Option: Kurzfilm als Gesellschaftskritik
Filmgespräch: Reality bites! Die Realität
als Kunstform. Freier Eintritt.
FR 27.5., 16:00
FILM & TALK: PERPETUUM MOBILE
Die kolumbianische Animationsexpertin
Cecilia Traslaviña von der Javeriana
Universität in Bogotá präsentiert ihre
Kurz-Doku PERPETUUM MOBILE und
steht im Anschluss Rede und Antwort.
Freier Eintritt.
FR 27.5., 17:00
BEGEGNUNGEN. (ENCOUNTERS.)
Jessica Manstetten von den Kurzfilm­
tagen Oberhausen hat ihr Programm, in
dem dokumentarisches Material als Basis
für Musikvideos dient, mit dem Untertitel
Between Empathy and Sympathy is Time
versehen. Die Musik ist hier nicht verstärkender Emotionsträger, sondern bildet
die Basis der Erzählungen.
Die Angst kann uns paralysieren, aber
auch unsere inneren Helden hervorrufen.
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens
der Online-Plattform DAFilms.com präsentieren das slowakische Filmmagazin
Kinečko und die DocAlliance – ein Zusammenschluss der sieben wichtigsten Dokumentarfilmfestivals in Europa – eine herausragende Auswahl ihres Katalogs.
FR 27.5., 21:00
SPOTLIGHT: ANOUK DE CLERCQ
Das vielfach preisgekrönte und inter­na­tional beachtete Werk von Anouk
De Clercq wird gemeinsam mit sixpackfilm in einer Personale präsentiert. Die
belgische Künstlerin erkundet in ihren
Arbeiten das audiovisuelle Potenzial
von Computersprache, um neue Welten
mit Fokus auf deren architektonischen
Charakter zu erschaffen.
In Anwesenheit der Künstlerin.
VIS 2016 - Fear is not an Option | 63
MUSIKVIDEOWETTBEWERB
Zebra Katz
SA 28.5.
SA 28.5., 16:00
WETTBEWERB:
INTERNATIONALE MUSIKVIDEOS
Die 14 ausgewählten Werke stellen sich
auch heuer wieder den wirklich wichtigen
Fragen unserer Existenz: Was macht die
(nicht vorhandene) Anerkennung durch
andere mit unserem Ich? Wie gehen wir
mit der zunehmenden Vermischung von
realem und virtuellem Lebensraum um?
Und leben wir, um zu arbeiten, oder ist es
genau umgekehrt? Mit Videos u. a. für
Flying Lotus, Deichkind, Olli Schulz, Björk,
Peaches, Sigur Ros und Autre Ne Veut.
SA 28.5., 18:00
WETTBEWERB:
ÖSTERREICHISCHE MUSIKVIDEOS
Die heimische Szene floriert gewaltig,
was seit einigen Jahren auch die veröffentlichten Musikvideos bezeugen, deren
Kreativität trotz kleiner Budgets keine
Grenzen gesetzt sind. Große Namen und
QualitätsgarantInnen finden wir unter
den 15 ausgewählten Videos ebenso wie
64 | VIS 2016 - Fear is not an Option
vielversprechende Newcomer und InsiderTipps. Mit Videos u. a. für Attwenger,
Kids N Cats, Schmieds Puls, Fijuka, Ogris
Debris, Viech und Bernhard Eder.
Direkt im Anschluss: Verleihung des Österreichischen Musikvideopreises.
SA 28.5., 20:30
CINEMA SESSIONS:
FLORIAN POCHLATKO X
LEILA X ZEBRA KATZ
LIVE!
Wenn einer der vielseitigsten jungen
Regisseure aus Österreich mit einem
Warp-Records-Urgestein der ersten Stunde und einem der aufregendsten US-RapKünstler der Gegenwart zusammenarbeitet, dann kann das Ergebnis eigentlich
nur faszinieren: Die grandiose VideoKollaboration Nu Renegade wird nun
eigens für die Cinema Sessions in eine
Live-Theater-Konzert-Performance übersetzt – wild, energetisch, dunkel.
KOPF HOCH
UTOPIA AND HOW TO GET THERE (OR NOT)
SO 29.5.
SO 29.5., 15:00
SO 29.5., 19:00
»UNIVERSITÄT DES KINOS« –
70 JAHRE FAMU
FOKUS: UTOPIA AND HOW WE GET
THERE (OR NOT)
Eine der ältesten Filmschulen der Welt
wurde 1946 in Prag gegründet wurde
1946 in Prag gegründet und feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag:
Höchste Zeit also, einer der erfolgreichsten »Universitäten des Kinos« mit Highlights aus sieben Jahrzehnten gebührend
Respekt zu zollen – frühe Werke großer
Namen und jüngere Positionen inklusive.
Der Aufstieg und Fall von Utopien. Neue
Welten stehen neben den Ruinen gescheiterter. Es gibt nichts zu (be-)fürchten, nur zu schauen. Miniaturen großer,
vergangener Erzählungen und verlorener
Ideale tun sich auf.. Und trotz aller Reminiszenz zieht sich ein Hoffnungsstrahl
durch alle Filme. Ein Programm des Festival
du nouveau cinéma, Montréal (CA).
In Anwesenheit von Dekan Pavel Jech.
SO 29.5., 21:00
SO 29.5., 17:00
FOKUS: STOP WORRYING AND ...
FOKUS: KOPF HOCH (KEEP YOUR
HEAD UP)
… nein, wir wollen die Bombe nicht lieben,
wir wollen lieber über sie lachen. Denn wie
schon Umberto Eco meinte, wird es das
Lachen sein, das die Angst zerstört. Und
so präsentiert dieses Programm sieben
einfache Schritte, um die Angst zu bewältigen – u. a. mit Filmen von Werner Herzog
und Guy Maddin. Seien Sie versichert:
Wenn irgendwas die Welt zerstören kann,
dann nur die Humorlosigkeit.
Die Angst vor Terroranschlägen oder
dem Verlust der »eigenen Kultur« nimmt
überhand. Was damit einhergeht, ist der
Vertrauensverlust, die Entsolidarisierung.
In diesem dystopischen Geflecht versucht
das Programm ein Leuchtturm zu sein –
mitten in der Krise.
Ein Programm des Go Short Festival, Nijmegen (NL).
Ein Programm von VIS Vienna Independent Shorts.
VIS 2016 - Fear is not an Option | 65
OH MY GOD!
MO 30.5.
MO 30.5., 18:00
MO 30.5., 20:30
FOKUS: OH MY GOD!
CINEMA SESSIONS:
CHRISTOPH SCHWARZ X
A THOUSAND FUEGOS
In kaum einem filmischen Medium werden göttliche Erleuchtung, religiöser
Wahn und fundamentalistischer Fanatismus stärker bearbeitet als im Musikvideo:
vielfach in Hochglanz-Pose, oftmals unkritisch, manchmal aber auch in visionärer Klarsichtigkeit. Das Programm führt
eine intensive Stunde lang durch die teils
faszinierenden, teils erschreckenden
Bilder- und Musikwelten des wahnhaften
Glaubens – unabhängig von Religionsoder Sektenzugehörigkeit und vielfach
durchsetzt von jener unerschütterlichen
Beharrlichkeit und jenem schwer erklärbaren Vertrauen, die mit religiöser Überzeugung so gerne einhergehen. All jene,
die noch unschlüssig sein sollten, laden
wir gerne in den Schoß unserer musik­
affinen Glaubensgemeinschaft ein –
Gottesannäherung inklusive.
66 | VIS 2016 - Fear is not an Option
LIVE!
Filme drehen und Popmusik machen als
evolutionäre Prozesse: IBIZA (A 2016) ist
so etwas wie das Making-of zum neuen
Album von A Thousand Fuegos: This is
Evolution Pt. II (2016, Seayou Records)
ist irgendwie der Soundtrack zum neuen
Kurzfilm von Christoph Schwarz und
Matthias Peyker. Film und Albumrelease
treffen sich im Kinosaal, um sich gegenseitig die Flausen auszutreiben. Ibiza
liegt nicht im Mittelmeer, sondern in
einem Kärntner Gartenbassin – und die
MiniDV-Kamera filmt mit.
FC GRENZENLOS
DI 31.5.
DI 31.5., 11:00
KIJVIS FILMVERMITTLUNG:
FC GRENZENLOS
Der eine boxt, auch wenn er fasten muss,
die anderen spielen Fußball neben einem
riesigen Friedhof, und Giovanni, der liebt
einfach das Wasserballett. Manchmal geht
es in diesem Programm wie schwerelos
über Stock und Stein, dann kann ein Kleidungsstück den großen CheerleadingTräumen im Weg stehen. Aber was tun,
wenn man aufgrund der eigenen kulturellen oder sozialen Herkunft an Grenzen
stößt? Dann wird’s Zeit für FC Grenzenlos!
Empfohlen ab 13 Jahren.
DI 31.5., 19:00
PREISVERLEIHUNG
(AWARD CEREMONY)
mentary, Animation Avantgarde und
Österreich- Wettbewerb. Insgesamt
werden Preise im Wert von rund
20.000 Euro vergeben – und erstmals
qualifizieren sich zwei Filme auch automatisch für die Oscars.
DI 31.5., 21:00
BEST OF VIS:
DIE JURYPREISTRÄGERINNEN
Die Jury-PreisträgerInnen aller Wett­
bewerbskategorien werden in diesem
Programm noch einmal gezeigt. Ein
Best-of zum Abschluss – mit Kurzspielund -dokumentarfilm, Animationsund Experimentalfilm, Musikvideos und
den gekürten österreichischen Filmen.
Und natürlich Oscar® qualifizierte Filme
inklusive.
Nach der Vergabe der MusikvideoPreise am Samstag folgen zum Festivalabschluss die Wiener Kurzfilmpreise
in den drei Kategorien Fiction & DocuVIS 2016 - Fear is not an Option | 67
Kaiserpanorama, um 1900
KINOMAGIE
DIE PRÉ-CINÉMA-AUSSTELLUNG
VERLÄNGERT BIS 31. JULI 2016!
M
it der Ausstellung Kinomagie hat das
Filmarchiv Austria eine viel beachtete
programmatische Auftaktschau zur Geschichte der optischen Medien bis zur
Erfindung des Films realisiert. Wesent­liche
Exponate stammten aus der renommierten Sammlung Nekes, die bis Ende März
erstmals in Wien zu sehen war. Auf viel­
fachen Wunsch der Schulen und Kunstvermittler verlängern wir unsere Ausstellung
nun bis 31. Juli und binden das Angebot
damit auch in aktuelle Ferien-Programme
ein. Das Filmarchiv Austria wird bei dieser
Gelegenheit erstmals auch einen Teil
seiner eigenen Pre-Cinema-Sammlung in
den neuen Ausstellungsräumlichkeiten
des Kinokulturhauses präsentieren. Weiterhin zu sehen ist auch das berühmte
Kaiserpanorama, das in den letzten Monaten zu einem der Besucher-Highlights
avancierte. Mit neuen Bilderserien programmiert und einer kleinen Spezialschau zur Geschichte des Mediums ergänzt, wird dem Kaiserpanorama in der
Ausstellungsverlängerung ein eigener
Schwer­punkt gewidmet.
Laterna Magica,
um 1880
Lebensrad, 1833
Drehbild
Laterna Magica,
um 1870
KINOMAGIE – DIE PRÉ-CINÉMA-AUSSTELLUNG: 3. Mai bis 31. Juli 2016
METRO Kinokulturhaus, Johannesgasse 4, 1010 Wien
Öffnungszeiten: MO–FR 17:00 – 21:00, SA+SO 15:00 – 21:00
Anmeldungen für Führungen und Schulprogramme: [email protected]
WILLKOMMEN IM CLUB!
MITGLIEDSCHAFT 2016 JETZT LÖSEN
M
it dem METRO KINOKULTURHAUS hat das Filmarchiv Austria eine neue
Institution für die Präsentation von Filmkultur im Herzen Wiens geschaffen.
Mit der Jahresmitgliedschaft profitieren Sie zusätzlich vom reichen kulturellen
Angebot des Filmarchiv Austria! Der Beitrag für eine Jahresmitgliedschaft
beträgt € 25,–.
Mitgliedskarte anfordern unter
Tel +43 1 216 13 00 oder
[email protected]
Sie können die Mitgliedschaft auch
persönlich im METRO Kinokulturhaus
(Johannesgasse 4) lösen.
LEISTUNGEN FÜR MITGLIEDER:
Kino-Eintritt: € 6,– statt € 8,50
Mitglieder-Abo für 10 Karten um € 50,– statt € 65,–
Einladungen zu Eröffnungs- und Sonderveranstaltungen
(eine Karte gilt für zwei Personen)
Gratis-Zusendung des Programmheftes
10%-Rabatt auf alle Produkte des Filmarchiv-Austria-Verlagsprogramms
Zu jedem Programmheft Gratis-Poster eines historischen Filmplakats
Ermäßigungen und Vergünstigungen bei Filmarchiv-Kooperationspartnern
BEI DIESEN KOOPERATIONSPARTNERN ERHALTEN
SIE ERMÄSSIGTEN EINTRITT:
21er Haus
BRUT
ImPulsTanz
Kunsthalle Wien
Österreichische
Nationalbibliothek
Salon5
Schauspielhaus Wien
TAG
Österreichisches
Theatermuseum
WERK X
WestLicht
WUK
FÖRDERER & SPONSOREN
MEDIENPARTNER
VERANSTALTUNGSPARTNER
KOOPERATIONSSPARTNER
MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Filmarchiv Austria, Obere Augartenstraße 1, 1020 Wien REDAKTION Larissa Bainschab, Silvia Breuss, Ernst Kieninger,
Tomáš Mikeska BILDREDAKTION Aldijana Bečirović BILDBEARBEITUNG Martin Benner TEXTE Enrique Bedoya, Brigitte Burger-Utzer, Stefan Drößler, Daniel
Ebner, Anne Faucheret, Raimund Fritz, Anico Herbst, Sebastian Höglinger, Ernst Kieninger, Tomáš Mikeska, Helmut Pflügl, Nikolaus Wostry, Susana Zapke
KURATOR G. W. PABST Ernst Kieninger KURATOREN CINEMA SESSIONS Stefan Drößler, Ernst Kieninger KURATOREN TOTAL AUTOMATION Anne Faucheret,
Tomáš Mikeska KURATORIN LIVING COLLECTION Brigitta Burger-Utzer KURATOR SECOND LIFE und KINDER KINO KLASSIKER Raimund Fritz KULTKINO
KINOKULT Hans Hurch KURATOR CINE MEMORIA AUSTRIA Enrique Bedoya KURATOR NITROFIEBER Nikolaus Wostry KOPIENBESCHAFFUNG Raimund Fritz
LEKTORAT Silvia Breuss, Raimund Fritz, Doris Kieninger, Marlis Schmidt, Peter Spiegel COVER Kaderfoto DIE FREUDLOSE GASSE (Filmarchiv Austria) GRAFIK
Peter Chalupnik, Martin Benner; Perndl+Co DRUCK alwa & deil Druckerei GmbH, Wien ADRESSE METRO, Programmzeitschrift des Filmarchiv Austria, Obere
Augartenstraße 1, 1020 Wien, T +43 1 2161300, [email protected], www.filmarchiv.at DANK British Film Institute, London (Fleur Buckley, Rod Rhule)
Bundesarchiv Filmarchiv, Berlin (Jutta Albert) | Bundeskunsthalle, Bonn (Ulrich Best) | CCC-Film, Berlin | Centre National du Cinema et de L‘Image Animee,
Paris (Eric Le Roy, Sophie Le Tetour) | Centro Sperimentale di Cinematografia – Cineteca Nazionale, Rom (Laura Argento) | Cinémathèque Française, Paris
(Monique Faulhaber) | Deutsche Kinemathek, Berlin (Anke Hahn, Diana Kluge) | Deutsches Filminstitut, Wiesbaden (Matthias Bolinger) | Diagonale | Einhorn-Film, Nenzing (Michael Wieser) | Europacorp, Paris (Alistar Allen) | Filmmuseum München (Stefan Drößler) | Les Films du Losange, Paris (Marine Goulois) |
Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden (Gudrun Weiss, Michaela Seim) | Jupiter-Film, Neulengbach (Hans-Peter Blechinger) | Kinemathek Le Bon Film,
Basel (Axel Töpfer) | Library of Congress, Washington D. C. (Lynanne Schweighofer) | Lobster Films, Paris (Maria Chiba) | Papaya Media Association, Wien
(Enrique Bedoya) | Präsens-Film, Zürich | Ripleys Film, Rom (Elisabetta Camillo) | Sixpackfilm, Wien (Brigitta Burger-Utzer) | Theatermuseum, Wien | Thimfilm,
Wien | Transit Film, München (Susanne Schumann) | Warner Bros., Wien (Petra Giesl) | Werkstatt Kino, München (Wolfgang Bihlmeir)
Impressum | 71
14:00––19:30
19:30
14:00
FR,
MO,
1.4.
2.5.
20:00– –22:00
22:00
20:00
BARRIEREFREITAG
21:00 H BARRIEREFREITAG (S. 40)
PH LIVING
COLLECTION (S.
(S.40)
43)
H DER LETZTE AKT (S. 25)
21:00 H ČUVAR PLAŽE U ZIMSKOM PERIODU
P DIE KLEINE HEXE (S. 44)
HH DIE
WEISSETRETMAN
HÖLLE VOM
(S. 5) MONOGATARI (S. 46)
POSEBAN
(S.PIZ
4) PALÜ (S. 10) 20:00 H UGETSU
P FLAMMENDER STERN (S. 44)
P DIE KLEINE HEXE (S. 44)
20:30 H VARLJIVO LETO ’68 (S. 7)
ANDJEOMONOGATARI
ČUVAR (S. 6) (S. 46)
PH UGETSU
21:00 H TAGEBUCH EINER VERLORENEN (S. 9)
’ I (S. 8)
HH DER
(S. 20)
SANPROZESS
ZIMSKE NOC
20:30 H BURE BARUTA (S. 9)
P LIVING COLLECTION (S. 43)
H LUISE MILLERIN (S. 4)
20:45 H DIE HERRIN VON ATLANTIS (S. 15)
H VREME ČUDA (S. 10)
20:30 H PAS KOJI JE VOLEO VOZOVE (S. 11)
P DIE GEBROCHENE LANZE (S. 46)
SA,
DI,
2.4.
3.5.
SO,
3.4.
MI,
19:00
19:00
19:30
16:00
18:00
18:30
19:00
16:00
18:00
18:00
4.5.
MO,
4.4.
DO,
DI,
5.5.
5.4.
18:45
18:00
19:00
18:30
18:00
19:00
FR,
MI,
6.5.
6.4.
18:00
ISLA – ARCHIVO
PEACE(S.(S.12)51)
18:00 HH LA
OPTIMISTI
(S. 11) DE UNA TRAGEDIA 20:00
20:30H HBURDEN
MEDENIOFMESEC
(S. 50)
21:00 P LE DRAME DE SHANGHAI (S. 17)
18:45 P DUELL MIT DEM TOD (S. 22)
19:30 H THEATER: MEISTERKLASSE
20:00 P ZEMALJSKI DANI TEKU (S. 13)
DO,
7.4.
SA,
FR,
7.5.
8.4.
SA,
9.4.
SO,
SO,
8.5.
10.4.
MO,
11.4.
16:00
19:00
19:30
16:30
16:00
18:30
18:00
P DIE GESCHICHTE VON DER GÄNSE­
20:30 H DIE FREUDLOSE GASSE (S. 5)
P PRINZESSIN
THE STORY UND
OF TEMPLE
IHREM DRAKE
TREUEN(S. 49)
H PFERD
THEATER:
MEISTERKLASSE
FALADA
(S. 52)
HP PARACELSUS
(S. 19)(S. 44)
DIE KLEINE HEXE
HP WESTFRONT
1918 (S. 11)(S. 13)
TANGO ARGENTINO
19:30
16:00
16:00
18:00
16:30
18:00
19:00
H THEATER: MEISTERKLASSE
P DIE GESCHICHTE VON DER GÄNSE­
P PRINZESSIN
DIE KLEINE UND
HEXEIHREM
(S. 44)TREUEN
H PFERD
VARLJIVO
LETO(S.(S.52)
7)
FALADA
HH KOMÖDIANTEN
(S. 18) A TREE (S. 14)
HOW HARRY BECAME
H GEHEIMNISSE EINER SEELE (S. 6)
18:00 PH GEHEIMNISVOLLE
KAD SVANE DAN (S.
15) (S. 21)
18:30
TIEFE
20:00 H PLAYTIME (S. 55)
DI,
MO,
12.4.
9.5.
MI,
13.4.
DI,
DO,
10.5.
14.4.
18:00
18:45
17:00
18:00
18:30
19:30
19:00
FR,
MI,
15.4.
11.5.
19:00 H DIE MENSCHHEIT WILL BETROGEN
18:00 H ES
GESCHAH
SEIN
(S. 58) AM 20. JULI (S. 26)
18:00
47) (S. 50)
19:00 PP NASHVILLE
FLAMINGO (S.
ROAD
SA,
DO,
16.4.
12.5.
16:00
18:00
18:00
19:00
19:00
18:00
16:00
19:00
16:30
18:15
19:00
FR,
SO,
13.5.
17.4.
H PETER (S. 18)
P PLAYTIME (S. 55)
H FRANKESTEIN!! (S. 54)
FRÄULEIN
LILLI (S. 20) (S. 55)
HP BRIDE
OF FRANKENSTEIN
THEATER:
MEISTERKLASSE
PH LA
VOCE DEL
SILENZIO (S. 23)
20:30 H DIE DREIGROSCHENOPER (S. 13)
20:00 H NITROFIEBER (S. 52)
20:00 H SOMEONE ELSE’S AMERICA (S. 14)
21:00 P THE STORY OF TEMPLE DRAKE (S. 49)
21:00H PWEAN
DIE GEBROCHENE
LANZE (S. 46)
20:00
HEAN: VON VORSTADTDIVEN
UND LOKALMATADOREN
21:00
HERODIE
(S. LETZTE
16)
20:15 P HA MODERN
KATHARINA,
(S. 19)
21:00 P SUTON (S. 15)
20:00 H NASHVILLE (S. 47)
20:00P PFLAMMENDER
PAS KOJI JESTERN
VOLEO(S.VOZOVE
21:00
44) (S. 11)
21:00 P UNDER THE RADAR (S. 59)
20:00 H METROPOLIS (S. 31)
21:00 P PARACELSUS (S. 19)
KARLSSON AUF DEM DACH
20:00H PTHX
BURE
HP KURZFILMPROGRAMM
(S. 33)(S. 45)
20:00
1138BARUTA
(S. 33) (S. 9)
CSIBI,
DER
21:00 P HDON
UNDER
THE RADAR
PP DU
HAUT
ENFRATZ
BAS (S.(S.16)21)
21:00
QUICHOTTE
(S. 15)(S. 59)
H UNDER THE RADAR (S. 59)
HP KURZFILMPROGRAMM
(S. 35)(S. 45)
20:00
(S.BUCCANEER
35)
KARLSSON AUF DEM DACH
20:00H HHER
THE
(S. 22)
PH ABWEGE
(S. 7)KUSS – VERONIKA (S. 21) 21:00
DOCTEUR
(S. 17)
GRUSS UND
21:00P PMADEMOISELLE
POSEBAN TRETMAN
(S. 4)
H FRÜHJAHRSPARADE (S. 22)
P ČUVAR PLAŽE U ZIMSKOM PERIODU (S. 5)
SPIELPLAN APRIL
2016
MAI 2016
16:00 – 19:30
20:00 – 22:00
SA,
14.5.
16:00 P DIE GESCHICHTE VON DER GÄNSE­
20:30 H DIE BÜCHSE DER PANDORA (S. 8)
PRINZESSIN UND IHREM TREUEN
PFERD FALADA (S. 52)
16:30 H DAS BEKENNTNIS DER INA KAHR (S. 24)
18:45 H DER SCHATZ (S. 4)
SO,
15.5.
16:00 P DIE GESCHICHTE VON DER GÄNSE­
PRINZESSIN UND IHREM TREUEN
PFERD FALADA (S. 52)
16:30 H ROSEN FÜR BETTINA (S. 27)
18:30 H KAMERADSCHAFT (S. 14)
MO,
16.5.
16:00 P MEISTERDETEKTIV KALLE BLOMQUIST 21:00 H DER PROZESS (S. 20)
LEBT GEFÄHRLICH (S. 53)
16:30 H KOMÖDIANTEN (S. 23)
18:30 H DIE WEISSE HÖLLE VOM PIZ PALÜ (S. 10)
DI,
17.5.
18:00 H SKANDAL UM EVA (S. 12)
18:15 P ANATEVKA (S. 45)
MI,
18.5.
18:00 P EL (S. 48)
20:00 P PRIX DE BEAUTÉ (S. 10)
19:30 H DER LETZTE JUDE VON DROHOBYTSCH
(S. 56)
DO,
19.5.
19:00 P DIE LIEBE DER JEANNE NEY (S. 7)
19:30 H DAS FALSCHE GEWICHT (S. 54)
21:00 P COSE DA PAZZI (S. 24)
FR,
20.5.
18:30 H ES GESCHAH AM 20. JULI (S. 26)
20:15 H GEHEIMNISSE EINER SEELE (S. 6)
SA,
21.5.
16:00 P MEISTERDETEKTIV KALLE BLOMQUIST 20:45 H WESTFRONT 1918 (S. 11)
LEBT GEFÄHRLICH (S. 53)
16:30 H DURCH DIE WÄLDER, DURCH DIE AUEN
(S. 27)
18:30 H TAGEBUCH EINER VERLORENEN (S. 9)
SO,
22.5.
16:00 P MEISTERDETEKTIV KALLE BLOMQUIST 21:00 H DIE FREUDLOSE GASSE (S. 5)
LEBT GEFÄHRLICH (S. 53)
16:30 H DER LETZTE AKT (S. 25)
18:45 H DIE DREIGROSCHENOPER (S. 13)
MO,
23.5.
18:30 H DIE BÜCHSE DER PANDORA (S. 8)
RETROSPEKTIVE G. W. PABST
2.5. – 25.5.
20:30 H DIE LIEBE DER JEANNE NEY (S. 7)
20:00 H EL (S. 48)
21:00 P JEUNES FILLES EN DÉTRESSE (S. 18)
20:30 H FEMALE COMEDIANS 1 (S. 38)
21:00 P KAMERADSCHAFT (S. 14)
SPECIAL TOTAL AUTOMATION
11.5. – 13.5.
16:00 – 19:30
20:00 – 22:00
DI,
24.5.
18:00 P DIE HERRIN VON ATLANTIS (S. 15)
18:30 H FEMALE COMEDIANS 2 (S. 40)
19:45 P ANATEVKA (S. 45)
20:00 H CELINE ET JULIE VONT
EN BATEAU (S. 49)
MI,
25.5.
18:00 P CELINE ET JULIE VONT EN BATEAU
(S. 49)
18:30 H DER SCHATZ (S. 4)
20:30 H NITROFIEBER (S. 58)
DO,
26.5.
19:00 H KURZFILMKINO 1 (S. 60)
21:00 H KURZFILMKINO 2 (S. 61)
FR,
27.5.
11:00
P FILM & TALK: MEET THE INDUSTRY
(S. 61)
P FILM & TALK: PERPETUUM MOBILE
(S. 61)
H BEGEGNUNGEN (S. 61)
P KURZFILMKINO 2 (S. 61)
H STELL DICH DEINER ANGST (S. 61)
20:00 P KURZFILMKINO 1 (S. 60)
21:00 H SPOTLIGHT: ANOUK DE CLERCQ
(S. 61)
SA,
28.5.
16:00 H WETTBEWERB: INTERNATIONALE
MUSIKVIDEOS (S. 62)
18:00 H WETTBEWERB: ÖSTERREICHISCHE
MUSIKVIDEOS (S. 62)
18:00 P KURZFILMKINO 1 (S. 60)
20:00 P KURZFILMKINO 2 (S. 61)
20:30 H FLORIAN POCHLATKO X LEILA X
ZEBRA KATZ (S. 62)
SO,
29.5.
15:00
17:00
18:00
19:00
MO,
30.5.
18:00 H FOKUS: OH MY GOD! (S. 64)
18:00 P KURZFILMKINO 1 (S. 60)
20:00 P KURZFILMKINO 2 (S. 61)
20:30 H CINEMA SESSIONS:
CHRISTOPH SCHWARZ X
A THOUSAND FUEGOS (S. 64)
DI,
31.5.
H KIJVIS FILMVERMITTLUNG:
FC GRENZENLOS (S. 65)
18:00 P KURZFILMKINO 2 (S. 61)
19:00 H PREISVERLEIHUNG (S. 65)
20:00 P KURZFILMKINO 1 (S. 60)
21:00 H BEST OF VIS: DIE JURYPREIS­
TRÄGERINNEN (S. 65)
16:00
17:00
18:00
19:00
H
H
P
H
70 JAHRE FAMU (S. 63)
FOKUS: KOPF HOCH (S. 63)
KURZFILMKINO 2 (S. 61)
FOKUS: UTOPIA AND HOW WE GET
THERE (OR NOT) (S. 63)
11:00
20:00 P KURZFILMKINO 1 (S. 60)
21:00 H FOKUS: STOP WORRYING
AND ... (S. 63)
H: Historischer Saal P: Pleskow Saal
KINOMAGIE – DIE PRÉ-CINÉMA-AUSSTELLUNG: 3. Mai bis 31. Juli 2016
METRO Kinokulturhaus, Johannesgasse 4, 1010 Wien
Öffnungszeiten: MO–FR 17:00 – 21:00, SA+SO 15:00 – 21:00
Anmeldungen für Führungen und Schulprogramme: [email protected]
CINEMA SESSIONS FEMALE COMEDIANS
23.5. – 24.5.
ALTERNATIVER KINOSTART KURZFILMKINO
26.5. – 31.5.
US
N
O
B
CLUB
DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929)
ORIGINALPLAKAT AUS DER
SAMMLUNG DES FILMARCHIV AUSTRIA
Mitglieder erhalten an der METRO-Kassa
mit einem gültigen Ticket einen 1:1 Reprint
dieses klassischen Kino-Posters.
Limitierte Stückzahl,
Aktion solange der Vorrat reicht!
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aße
Gr
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U1, U3
Stephansplatz
U2, U4
Schwedenplatz
U3 Stubentor
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Kärn
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Walfi
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U1, U2, U4
Karlsplatz
U4 Stadtpark
Ring
METRO KINOKULTURHAUS – DAS FILMZENTRUM IM HERZEN DER STADT
Johannesgasse 4, 1010 Wien | Tel 01 512 18 03 | www.filmarchiv.at
TICKETS UND INFOS:
KINO 8,50 | ermäßigt 7,– | FAA Club-Mitglieder 6,–
AUSSTELLUNG 6,– | ermäßigt 4,50
KOMBITICKET 11,– | ermäßigt 9,50
10ER BLOCK 65,– | ermäßigt 50,–
RESERVIERUNG [email protected] oder +43 1 512 18 03
ÖFFNUNGSZEITEN MO – FR 14:00 – 00:00 | SA, SO & Feiertag 11:00 – 00:00
Mitteilung des Filmarchiv Austria
Nummer 04/2016 • Österreichische Post AG
Sponsoring Post • Verlagspostamt 1020 Wien
GZ 02 Z030091S