wlan-absicherung - Verbraucherzentrale Niedersachsen

WLAN-ABSICHERUNG
Tipps zur richtigen Absicherung des
eigenen WLAN-Anschlusses
Sie verfügen über einen eigenen
Internet­anschluss und gehen draht­
los ins Internet?
Dann sollten Sie unbedingt folgende
Hinweise beachten:
Warum WLAN unbedingt
absichern?
Ist das WLAN-Netzwerk nicht ausreichend abgesich­ert,
können sich Fremde in das Netzwerk einloggen. Für den
Anschlussinhaber kann das gravierende Folgen haben.
•
Als Anschlussinhaber ist man grundsätzlich für
einen möglichen Missbrauch des Internetan­
schlusses durch Dritte verantwortlich. Begeht
ein Fremder beispielsweise in einer Tauschbörse
eine Urheberrechtsverletzung über die Internet­
verbindung des Anschlussinhabers, so haftet er
unter Umständen dafür und das kann sehr teuer
werden.
•
ei zeit- oder volumenabhängigen Tarifen
B
kann die zusätzliche Internetnutzung dem
Anschlussinhaber in Rechnung gestellt werden.
•
Fremde können sich Zugang zu den privaten Daten
wie Passwörtern, Fotos und anderen Informationen
verschaffen.
3
Konfiguration per Kabel
Das WLAN sollte per LAN-Kabel und nicht über Funk konfiguriert werden.
Der Zugang zur Benutzeroberfläche für die WLANKonfigurationen erfolgt für gewöhnlich über den Web­
browser (bspw. Mozilla Firefox, Microsoft Internet
Ex­plorer, Apple Safari). Um diesen Zugang zu schützen,
sollte der Anschlussinhaber ein Passwort vergeben und
die Konfiguration über Fernzugriff und Funk deaktivieren.
Verschlüsselung des
Routers
Manche Router sind werkseitig auf „unverschlüss­elt“
eingestellt. In diesem Fall könnte bei aktiviertem WLAN
jeder sofort den Internetanschluss frei nutzen. Bei
anderen ist eine WEP-Verschlüsselung oder eine WPA/
WPA2-Verschlüsselung vorhanden.
Die WEP-Verschlüsselung kann sehr leicht geknackt werden. Empfehlenswert ist die WPA2- Verschlüsselung. Sie
ist derzeit der sicherste Verschlüsselungsstandard.
Wählen Sie bei den Sicherheitseinstellungen
Ihres Routers als Sicherheitsstandard WPA2 und
als Verschlüsselungsmethode AES oder CCMP. t
Beispiel:
Wireless Security
Disable Security
WPA/WPA2 - Personal (Recommended)
Version:
Encryption:
Wireless Password:
Group Key Update Period:
WPA2-PSK
AES
79291434
(You can enter ASCI characters between 8 and 63 or Hexadecimal characters between 8 and 64)
0
Seconds (Keep it default if you are not sure, minimum is 30, 0 means no update)
WPA/WPA2 - Enterprise
4
Version:
Encryption:
Radius Server IP:
Radius Port:
Radius Passwort:
Group Key Update Period:
Automatic
Automatic
1812
0
(1-65535, 0 stands for default port 1612)
(in second, minimum is 30, 0 means no update)
Richtiges Passwort für die
Verschlüsselung
Selbst die beste Verschlüsselung nützt Ihnen nichts,
wenn kein hinreichend sicheres Passwort verwend­
et wird. Ein sicheres Passwort sollte mindestens aus
zwanzig Zeichen bestehen – gemischt aus Buchstaben,
Zahlen und Sonderzeichen. Zudem sollte man bei
Buchstaben zwischen Groß- und Kleinschreibung variieren und das Passwort sollte keinen Sinn ergeben.
Denken Sie sich einen Satz mit Zahlen und
Sonderzeichen aus, ersetzen Sie „O“ durch „0“
und „i“ durch „1“ und nutzen bei den Worten beispielsweise immer nur den ersten Buchstaben. t
Beispiel:
Ab heute, den 12. Oktober 2016, verwende ich ein hinreichend sicheres WLAN-Passwort!
= Ah,d12.02016,v1ehsW-P!
5
Ändern und unsichtbar
machen des WLAN-Namens
Jedes WLAN hat einen Namen, die sogenannte
SSID (Service Set Identifier). Der Name wird stand­
ardmäßig vom Hersteller vergeben. Meist wird dafür
die Gerätebezeichnung verwendet. Dieser Name sollte
individuell verändert werden, aber keine Rückschlüsse
auf den Anschlussinhaber zulassen, also bspw. nicht
MüllerWLAN.
Bei vielen Routern besteht die Möglichkeit, die
Übermittlung der SSID zu unterdrücken. Das hat
den Vorteil, dass ein unbefugter Dritter nicht nur das
Passwort ausspähen muss, sond­ern zusätzlich den
Namen des WLANs. t
Zugangsbeschränkung
durch MAC-Adressfilterung
Viele Router bieten neben der WPA2-Verschlüs­­­s­elung
die Möglichkeit der MAC-Adressfilterung. Die MACAdresse (Media Access Control) ist vergleichbar mit der
Fahrgestellnummer eines PKWs und hat nichts mit dem
Macintosh-Computer zu tun. Sie ist eindeutig und nur
ein einziges Mal vergeben. Bei manchen Herstellern
wird die MAC-Adresse auch als „physikalische Adresse“
bezeichnet.
Mit der MAC-Adressfilterung kann man exakt einstellen,
welche Geräte auf das Netzwerk zugreifen dürfen. Dafür
benötigt man die MAC-Adressen der Geräte, die Zugriff
zum Netzwerk haben sollen.
6
Die MAC-Adresse Ihres Smartphones
ermitteln Sie wie folgt:
Hinweis: Abweichungen sind aufgrund neuerer Ver­
si­onen des Betriebssystems möglich. !
MAC-Adresse unter Windows Phone finden:
1.
2.
3.
4.
Öffnen Sie die Einstellungen.
Tippen Sie auf den Punkt „Info“.
Wählen Sie den Button „Weitere Informationen“.
Ihre Mac-Adresse steht oben im letzten Absatz.
MAC-Adresse bei Android-Smartphones
finden:
1. Öffnen Sie die Einstellungen.
2. Unter der Kategorie „System“ finden Sie den Punkt
„Über das Telefon“ oder „Geräteinformation“.
3. Klicken Sie dann auf „Status“.
4. Dort finden Sie den Eintrag „WLAN-MAC-Adresse“.
MAC-Adresse bei IPhone finden:
1.
2.
3.
4.
Öffnen Sie die Einstellungen.
Wählen Sie die Kategorie „Allgemein“.
Dort klicken Sie auf „Info“.
Unter dem Punkt „WLAN-Adresse“ oder „Wi-Fi-Adres­
se“ befindet sich die MAC- Adresse Ihres iPhones.
Die MAC-Adresse Ihre PCs ermitteln Sie wie
folgt, wenn sie nicht per Aufkleber auf
dem Netzwerkadapter angebracht ist:
1. Öffnen Sie das Startmenü.
2. Tippen Sie in dem Suchfeld „cmd“ ein.
3. Geben Sie bei Windows in dem geöffneten Fenster
„ipconfig/all“und bei Mac OS X und Linux „ifconfig“
ein.
4. In der Zeile „Physikalische Adresse“ oder „MACAdresse“ finden Sie die MAC-Adresse des PCs.
7
Kindersicherung
Viele WLAN-Router verfügen über eine Kinder­sicherung.
Diese ist vor allem dazu gedacht, die Internetnutzung
für Kinder über spezielle Zugangsregeln zu beschränken. Man kann diese Zugangsregeln aber auch so
einstellen, dass nur bei zugelassenen Geräten die
Internetnutzung freigegeben wird, bei neu hinzukommenden Geräten jedoch die Kindersicherung eingreift
und eine Internetnutzung nicht erlaubt ist.
8
Vorsicht bei öffentlichen
WLAN-Hotspots
Sogenannte „Hot Spots“ sind drahtlose Internet­zugänge
für Notebooks oder Smartphones in öffentlichen Ein­
richtungen, die preiswert oder oftmals sogar gratis
einen Onlinezugang ermöglichen. Die„Hot Spots“ sind
in der Regel unverschlüsselt, weshalb Internetnutzer
beim Surfen keine sensi­blen Daten auf dem Rechner
gespeichert haben oder diese per E-Mail abrufen bzw.
verschicken sollten. Insbesondere sollten auch keine
Online-Bankgeschäfte abgewickelt werden.
WLAN abschalten
Wenn das WLAN nicht gebraucht wird, kann man es einfach abschalten. Das verhindert den unbefugten Zugriff
Dritter, spart Energie und reduziert die Strahlenbelastung
im Haushalt.
Manche Router bieten die Möglichkeit, das WLAN zu
bestimmten Uhrzeiten, z. B. nachts, abzuschalten. Viele
Router haben auch eine Taste oder einen Schal­ter, mit
dem das WLAN manuell ein- und ausgeschaltet werden
kann.
9
Firmware überprüfen
Die „Firmware“ ist die Betriebssoftware eines Routers.
Im Laufe der Zeit bringen Hersteller neuere Versionen
der Firmware (Firmware Updates) heraus, die z. B. den
Router um Funktionen erweitert oder Sicherheitslücken
schließt.
Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die
Aktualität der Firmware und installieren Sie ggfs.
eine neuere Version. Die aktuelle Version steht meist
auf der Homepage des Herstellers zum Herunterladen
bereit. Bei einigen Routern kann die Firmware auch
direkt über deren Benutzeroberfläche heruntergeladen
und in­stalliert werden. t
10
c
Checkliste zur WLAN Absicherung:
Verwahren Sie die folgenden Informationen an
einem sicheren Ort!
ll
Konfiguration über Fernzugriff oder Funk deaktivieren
ll
Router verschlüsseln (WPA2 empfohlen)
ll
sichere Passwortvergabe
ll
„Gedankenstütze“ WLAN-Passwort:
______________________________________
ll
SSID (WLAN-Name) ändern und ggfs. Anzeige
unterdrücken
ll
WLAN-Name: __________________________
ll
Zugelassene MAC-Adressen:
___:___:___:___:___:___
___:___:___:___:___:___
___:___:___:___:___:___
___:___:___:___:___:___
___:___:___:___:___:___
ll
Letzte Firmwareaktualisierung am:
_____________________________________
_____________________________________
_____________________________________
_____________________________________
_____________________________________
11
Wir beraten Sie gern
persönlich, telefonisch
und per E-Mail zu
ausgewählten Themen.
Gefördert durch:
aufgrund eines Beschlusses
des Deutschen Bundestages
Zentrales Service-Telefon und Internet
Öffnungszeiten und Terminvereinbarungen unter
ll (05 11) 9 11 96-0
ll www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/beratungsstellen
Unsere Beratungsstellen
Aurich, Braunschweig, Celle, Göttingen, Hannover, Lüneburg,
Oldenburg, Osnabrück, Stade, Wilhelmshaven und Wolfsburg
Verbrauchertelefon
ll 0900 1 7979-06 Telefon und Internet
(1,50 € pro Minute – gültig aus dem deutschen Festnetz, sekundengenaue
Abrechnung; aus den Mobilfunknetzen gelten die Tarife der jeweiligen Anbieter)
E-Mail-Beratung
ll www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/onlineberatung
Bücher-Shop
ll www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/ratgeber
ll (05 11) 9 11 96-0
Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V.
Herrenstr. 14
30159 Hannover
Tel.: (05 11) 9 11 96-0
Fax.: (05 11) 9 11 96-10
ll [email protected]
ll www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de
ll www.facebook.com/vzniedersachsen
ll www.twitter.com/VZNiedersachsen
Impressum: © Verbraucherzentrale Sachsen e. V., Katharinenstraße 17,
04109 Leipzig, in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
e. V.; Fotos: S. 1: © fotolia/contrastwerstatt, S. 2 oben: © fotolia/Natalia
Merzlykova, S. 2 unten/S. 5: © fotolia/sorapop, S. 8: © fotolia/goodluz,
S. 10: © fotolia/Ivelin Radkov; Stand: 02/2016