Verteilerschlüssel richtig anwenden: Auswirkungen einer

VERTEILERSCHLÜSSEL
RICHTIG ANWENDEN
Kriterien und fachliche
Empfehlungen
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Grund- und Verbrauchskosten
Typische Verteilung in der Heizkostenabrechnung
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Sonderfall mit 30:70-Pflicht
§ 7 Abs.1 der Heizkostenverordnung
Bedingungen für die Pflicht zur Abrechnung mit 30 % Grundkosten zu 70 %
Verbrauchskosten (alle Bedingungen müssen erfüllt sein)
Wahrscheinlichkeit im
Gebäudebestand
1.
Die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom 16.08.1994 sind
nicht erfüllt (praktisch bedeutet das ein Gebäudebaujahr vor 1994)
70 %
2.
Gebäude wird mit einer Öl- oder Gasheizung versorgt
70 %
3.
Freiliegende Leitungen der Wärmeverteilung
sind überwiegend gedämmt
5%
-
freiliegende Leitungen in Heizungskellern werden ignoriert (ARGE).
-
freiliegende Leitungen in Wohnungen die gleichzeitig nicht gedämmt sind, kommen
zu etwa 5 % vor. Sie sind deshalb meistens nicht gedämmt, weil die Dämmung
hässlich und nicht manipulationssicher anzubringen ist (Anlagen im Bereich der VDI
2077).
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gebäude im Gebäudebestand den Verteilerschlüssel von 30:70
anwenden muss, liegt damit bei etwa 2,5 %.
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Verteilerschlüssel für Heizung im Wandel
So entscheiden sich Vermieter und Verwalter
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Fixkosten des Heizungsbetriebs
Verbrauchsunabhängige Kosten
Wartungs- und Reinigungsarbeiten.
Eichserviceverträge.
Miete von Messgeräten.
Abrechnung der Heizkosten durch ein
Messdienstunternehmen.
Fernwärme oder Erdgas:
Grund- und Abrechnungspreise zwischen
20 bis zu 50 % der Gesamtrechnung.
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Verluste von Heizanlagen
Durchschnittliche Werte konventioneller Zentralheizungen
Text
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Verluste der Warmwasserbereitung
Höher als bei den Heizkosten!
40 bis 60 Prozent der in Warmwasser
gesteckten Energie kommt nicht als
Warmwasser in den Wohnungen an.
Warmwasser ist ebenfalls von den Abgas- und
Kesselverlusten betroffen.
Insbesondere im Sommer erhöhte Verluste
durch die Überkapazität der Heizungsanlage.
Zirkulationsleitungen und
Elektrobegleitheizbänder
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Bedeutung der Wohnlage im Gebäude
Außenliegende Wohnungen haben höhere Heizkosten
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Transmissionswärme
Heizverhalten von Nachbarn
Wärmeaustausch erfolgt immer vom
warmen zum kalten Raum.
„Wärmeklau“ hat eine Größenordnung von
10-40 % Mehrkosten.
Der Regelfall in Mehrfamilienhäusern.
Beispiel:
Rentnerehepaar
Berufstätige.
Ausgleich durch Grundkosten.
Problem: Leer stehende Wohnungen.
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Gebäudemodernisierung
Wärmeaustausch innerhalb des Gebäudes nimmt zu
Je besser die Wärmedämmung, desto stärker
ist der Wärmeaustausch innerhalb von
Gebäuden.
Beispiel:
Innentemperatur einer unbeheizten Wohnung
bei 0 Grad Celsius Außentemperatur
vor Modernisierung 8 °C
nach Modernisierung 16 °C
Mehr Grunderwärmung erfordert mehr
Grundkosten!
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Einfluss der energetischen Gebäudequalität
Entwicklung des Wärmebedarfs für Heizung
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Beispiel: Gas-NT-Heizung
Anteil der verbrauchsabhängigen Kosten an den gesamten Betriebskosten
Text
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Quelle:
GdW Arbeitshilfe 63
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Rechenbeispiel
Verteilerschlüssel 50:50
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Rechenbeispiel
Verteilerschlüssel 30:70
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Änderung von Verteilerschlüsseln
HKVO 2009: § 6 Pflicht zur verbrauchsabhängigen Kostenverteilung
(4) Die Wahl der Abrechnungsmaßstäbe nach Absatz 2 sowie nach
den § 7 Abs. 1 Satz 1, §§ 8 und 9 bleibt dem
Gebäudeeigentümer überlassen. Er kann diese für künftige
Abrechnungszeiträume durch Erklärung gegenüber den Nutzern
ändern:
1.
bei der Einführung einer Vorerfassung nach Nutzergruppen,
2.
nach Durchführung von baulichen Maßnahmen, die
nachhaltig Einsparungen von Heizenergie bewirken oder
3.
aus anderen sachgerechten Gründen nach deren
erstmaliger Bestimmung.
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Änderung von Verteilerschlüsseln
HKVO 2009: § 6 Pflicht zur verbrauchsabhängigen Kostenverteilung
(4) …..
Die Festlegung und die
Änderung der
Abrechnungsmaßstäbe sind nur
mit Wirkung zum Beginn eines
Abrechnungszeitraumes
zulässig.
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Generelle Empfehlung für Verteilerschlüssel
50:50
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