Mai - Euroregion Elbe/Labe

02.05.2015
SZ-online
Sommer der Begegnung
Die Kreisstadt und Decin zeigen eine große Skulpturenschau. Sie
blickt über Grenzen und erschließt ungewöhnliche Orte.
Von Christian Eissner
Taru Maria Mäntynen: Des
Dichters Sohn; Bronze und
Stein. Foto: Katja Frohberg
Die drei bronzenen
Kinderfiguren schauen sich
an, als wüssten sie noch
nicht so richtig, was sie von
ihrem neuen Quartier
halten sollen. Sie stehen
sich in der Pirnaer Schlossbastion gegenüber, das „Mädchen Anna“ und der „Junge
Anton“ von Sabina Grzimek und der „Knabenakt“ von Thomas Jastram. Passen sie
hierher? Ist es vielleicht genau ihr großer Abenteuerspielplatz für den Sommer?
Begegnung ist das Motto des Skulpturensommers 2015, der ab Sonntag Plastiken von
Künstlern aus ganz Europa präsentiert, nachdem im vergangenen Jahr allein der
Dresdner Bildhauer Matthias Jackisch im Fokus stand. Das Motto ist mehrfach wörtlich zu
nehmen. In den Skulpturen begegnen sich Pirna und seine Partnerstädte, Schüler aus
Sachsen und Tschechien bringt ein Kunstprojekt zusammen, die Ausstellung ist ohnehin
auf diese beiden Länder verteilt – 50 Werke sind in Pirna zu sehen, weitere 30 ab Ende
Mai in Decin. Eine Begegnung zwischen Kunst und Raum sind schließlich die
Ausstellungsorte: der Schlossgarten in Decin und in Pirna die alten Festungsbastionen am
Schloss Sonnenstein. Deren grobe Mauern, Gewölbe, Höfe, Winkel und Gänge lassen die
Plastiken eine ganz andere Wirkung entfalten, als es einem Museum oder einer
Ausstellungshalle gelänge. Sie lohnt sich, die Begegnung mit der Kunst genau hier.
Aus Pirnas Partnerstadt Reutlingen stellt Ralf Ehmann, aus Remscheid Susanne Schneider
aus. Es werden Skulpturen der tschechischen Künstler Jitka Kusová und Zdenka Malá
gezeigt, Pirnas polnische Partnerstadt Boleslawiec ist mit drei Künstlern vertreten. Die
finnische Partnerstadt Varkaus half, den Kontakt zu Taru Maria Mäntynen herzustellen,
die vier ihrer Werke nach Pirna gab. Die Berliner Hans Scheib, Margarete Blume
Cardenas und Sabina Grzimek bereichern die Schau, aus Hamburg Thomas Jastram
sowie der Dresdner Frank Maasdorf .
Um Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, bietet der Skulpturensommer viele
Veranstaltungen und auch gemeinsame Arbeit, zum Beispiel in Steinhaukursen. „Der
Skulpturensommer ist keine Ausstellung, in der der Besucher Kunst nur konsumiert“,
sagt die Pirnaer Galeristin Christiane Stoebe. Sie hat die Schau gemeinsam mit dem
Kreischaer Bildhauer Helmut Heinze kuratiert, der auch mit eigenen Werken vertreten ist,
so mit Bronze-Entwürfen zu seiner Figurengruppe „Chor der Überlebenden“ – jener
Skulptur, die die Stiftung Frauenkirche 2012 der Kathedrale von Coventry schenkte.
sandstein.pirna.de
04.05.2015
DNN
Auto & Verkehr
Deutschland und Tschechien wollen Verkehrsverbindungen
verbessern
lvz
Foto: dpa
Auch der Schiffsverkehr zwischen Deutschland und
Tschechien soll ausgebaut werden.
Berlin. Die Verkehrswege zwischen Tschechien und
Deutschland sollen verbessert werden. Die Bauarbeiten
an der Autobahn zwischen Berlin und Prag würden 2016
abgeschlossen, teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) nach einem Treffen mit dem tschechischen Ministerpräsident Bohuslav Sobotka
am Montag in Berlin mit.
Beide Politiker hoben ferner geplante Verbesserungen für die Zugverbindungen von Prag
nach Berlin und von Prag nach München hervor. Darüber hinaus soll die Schifffahrt auf
der Elbe ausgeweitet werden. Merkel betonte aber: „Hier müssen ökologische und
verkehrstechnische Fragen in Einklang gebracht werden.“ Die deutsch-tschechischen
Konsultationen dazu würden 2016 abgeschlosse.
© DNN-Online, 04.05.2015, 17:02 Uhr
06.05.2015
DNN
Polizeiticker
Dresdner Feuerwehr präsentiert sich zum Florianstag am Samstag
in der Altstadt
sl
Foto: Catrin Steinbach
Dresden. Zum 5. internationalen Florianstag will sich die
Dresdner Feuerwehr am Samstag im Herzen der Stadt
präsentieren. Zusammen mit Delegationen aus Polen,
Tschechien und Österreich beginnt der Tag um 10 Uhr
mit einem Feuerwehrgottesdienst in der Frauenkirche.
Anschließend ziehen die Feuerwehrleute gemeinsam zum Theaterplatz, wo unter
anderem mehrere Einsatzfahrzeuge zu sehen sind. Ab 12 Uhr ist auf dem Schlossplatz
ein Benefizkonzert des Blasorchesters der Feuerwehr Dresden „BO 112“ geplant. Die dort
eingenommenen Spenden kommen den Opfern der Erdbebenkatastrophe in Nepal
zugute.
Der Name St. Florian, zu dessen Gedenken es die Florianstage gibt, ist eng mit der
Feuerwehr verbunden. Der Heilige Florian gilt als Schutzpatron der Feuerwehren.
07.05.2015
Prager Zeitung
07.05.2015
SZ-online
Wenn Ärzte auswandern
In Tschechiens Grenzregion gibt es immer größere Nachwuchssorgen bei
Medizinern. Nur in Hradek ist die Lage gut.
Von Katja Zimmermann
Die Hradeker Kinderärztin Dr. Eva
Buckova findet, dass zu viel Geld in die
tschechischen Krankenhäuser fließt.
Deswegen herrsche in den Grenzgebieten
ein Mangel an niedergelassenen Ärzten.
Foto: Matthias Weber
Wie in der Oberlausitz, so auch in Tschechien: Die Ärzteversorgung im Schluckenauer
Zipfel beginnt schwierig zu werden. Das schrieb kürzlich die Zeitung Deník. Wenn dort
ein Arzt in Rente ginge, finde er nur selten einen Nachfolger. Ein Drittel der Mediziner
habe schon das Rentenalter erreicht, in fünf Jahren soll das auf mehr als 70 Prozent der
Zahnärzte dort zutreffen. Nicht auszudenken, wenn die plötzlich ihre Praxen schlössen.
Die SZ fasst zusammen, wie die Ärzteversorgung in Tschechien unmittelbar entlang der
Grenze zwischen Rumburk (Rumburg) und Hrádek (Grottau) funktioniert.
Wie das tschechische Gesundheitssystem funktioniert und was bezahlt wird
Im Schluckenauer Zipfel gibt es nur das Krankenhaus in Rumburk, das sowohl akute Fälle
behandelt als auch ambulante und stationäre Behandlung anbietet. Lucie Dosedelová,
Sprecherin des Bezirks Usti, schilderte auf SZ-Anfrage, wie das tschechische
Gesundheitssystem funktioniert: „In akuten Fällen gilt, dass sich ein Krankenhaus oder
ein Arzt ohne Überweisung besuchen lässt.“ In Tschechien habe der Patient freie
Auswahl, was den Gesundheitsdienstanbieter betrifft. „Deswegen können die Einwohner
im Schluckenauer Zipfel auch Krankenhäuser in anderen Bezirken nutzen, zum Beispiel in
Ceská Lípa (Böhmisch Leipa) und Liberec (Reichenberg), die schon zum benachbarten
Liberecer Bezirk gehören, oder in Praha (Prag)“, so die Sprecherin. Inwieweit
tschechische Patienten die Dienste deutscher Krankenhäuser in Anspruch nehmen, könne
sie nicht sagen.
In lebensbedrohlichen Fällen stünde der Rettungsdienst des Bezirks zur Verfügung, der in
Decín (Tetschen), Ceská Kamenice (Böhmisch Kamnitz), Rumburk und in dem westlich
von Sluknov (Schluckenau) gelegenen Velký Senov (Groß Schönau) stationiert ist. Je
nach Schwere des Falls werden die Patienten in die Krankenhäuser von Rumburk, Decín
oder Ústí nad Labem (Aussig) – in letzterem gibt es auch Flugrettung – gebracht.
Im vergangenen Jahr wurden die Regulationsgebühren für den Tag der Hospitalisierung
aufgehoben“, sagt Stepánka Cechová vom tschechischen Gesundheitsministerium. Seit
diesem Jahr müssen auch keine Untersuchungsgebühren von 30 Kronen bezahlt werden.
Nur wer sich in der Notaufnahme behandeln lässt, zahle dafür nach wie vor 90 Kronen
(etwa 3,30 Euro). In Tschechien obliegt das Netz der Gesundheitsdienstanbieter den
Krankenkassen.
Warum tschechische Mediziner nach der Promotion ins Ausland gehen
Im Schluckenauer Zipfel gibt es laut Lucie Dosedelová etwa zehn niedergelassene Ärzte
für Erwachsene, neun Kinder-, vier Frauen- und acht Zahnärzte. Allerdings würden viele
Bürger in großen Städten arbeiten und auch die Dienste der Decíner Ärzte und
Krankenhäuser nutzen, so die Sprecherin. In Zittaus Nachbarstadt Hrádek (Grottau) gibt
es laut der Kinder- und Jugendärztin MU Dr. Eva Bucková unter anderem drei
Allgemeinmediziner und zwei Kinder- und Jugendärzte, die auch neue Patienten
aufnehmen. Deutsche Patienten behandelt Eva Bucková nur bei akuten, in Tschechien
auftretenden Notfällen.
Tschechischer Ärzte-Nachwuchs will nicht in Kliniken auf dem Land
Der Mangel an Krankenhausärzten betreffe nicht nur den Schluckenauer Zipfel, sondern
das ganze Land, vermutet Dosedelová. In Grenzgebieten wie dem Bezirk Usti sei die
Situation deshalb noch schwieriger, weil eine Reihe junger Ärzte nach Deutschland gehe.
Die Hrádeker Ärztin Eva Bucková weiß, dass im vergangenen Jahr 1050 neue Ärzte in
Tschechien ihr Studium abgeschlossen haben und 199 von ihnen gleich nach der
Promotion ins Ausland gegangen sind. Das Einstiegsgehalt eines Arztes im tschechischen
Krankenhaus liege bei 22 000 Kronen (etwa 800 Euro), in Deutschland bei knapp 4 000
Euro. Darüber hinaus sei die Spezialisierung in Tschechien langwierig und kompliziert.
„Die Ärzte-Emigration ist die Folge des Unterschieds im Gehalt und den Chancen“,
schlussfolgert die Medizinerin.
Warum auch niedergelassene Ärzte vor Nachwuchs-Problemen stehen
Ähnlich sieht das Nachwuchsproblem bei den niedergelassenen Ärzten aus: „Es ist
wichtig, dass sie aktiv einen Ersatz für sich suchen“, so Lucie Dosedelová. Junge Ärzte
würden sich scheuen, außerhalb der großen Zentren zu arbeiten. Für ein Gebiet wie den
Schluckenauer Zipfel könne es deshalb ein Problem sein, neue Ärzte zu gewinnen. Die
Hrádeker Ärztin Eva Bucková nimmt an, dass der Mangel an niedergelassenen Ärzten
darauf zurückzuführen ist, dass das Geld der Krankenversicherungen vor allem in die
Krankenhäuser fließe. Dort erhöhten sich die Vergütungen und die Gehälter der Ärzte,
währenddessen die Vergütungen in der Grundversorgung schon seit einigen Jahren
stagnierten.
Das Durchschnittsgehalt eines Arztes im Krankenhaus liege bei 60 000 Kronen (etwa 2
200 Euro), bei älteren, erfahrenen Medizinern sei es noch höher. Diese Beträge erreiche
ein niedergelassener Arzt nur schwer. Dazu müsse er noch Hausbesuche im Umkreis von
30 Kilometern gewährleisten. In vielen unerwarteten Situationen müsse er selbst
entscheiden und habe auch keine diagnostischen Möglichkeiten. „Für alle Untersuchungen
muss er die Patienten in Dutzende Kilometer entfernte Einrichtungen schicken.“
Wie der Bezirk Ústí die Situation mit Studenten der Karls-Universität lösen will
Der Bezirk Usti hat laut eigener Angabe indes nicht viele Möglichkeiten, dieses Problem
zu lösen. Er werde jedoch mit der Bezirksgesundheitsgesellschaft, die fünf Kliniken im
Bezirk verwaltet, eine Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der KarlsUniversität Prag angehen, was die Ausbildung der Studenten in den
Bezirkskrankenhäusern betrifft. Außerdem schreibe der Bezirk Usti ein
Stipendienprogramm für Hochschulstudenten aus, um junge Ärzte zu gewinnen. Örtliche
Verwaltungen müssten mit eingebunden werden“, so Lucie Dosedelová. In Hrádek indes
scheint die Situation nicht so prekär zu sein. Eva Bucková verweist auf die gute
wirtschaftliche Situation der Region. Es gebe viele Arbeitsmöglichkeiten im
Gewerbegebiet und eine gute Verkehrsanbindung, die die Fahrt nach Liberec nur 15
Minuten dauern lasse. Außerdem versuche die Verwaltung, den Ärzten
entgegenzukommen, indem sie ihnen die Praxen vermiete.
Über ihren Nachfolger muss sich die 49-Jährige zum Glück noch keine Gedanken machen.
Das dauere noch etwa 15 Jahre, sagt sie. Falls sich ihre Tochter aber für ein
Medizinstudium entscheide, würde sie ihr unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht zu
einer niedergelassenen Arzttätigkeit raten.
Auf ein Wort
12.05.2015
DNN
News Ticker
Geplante Flüchtlingsquote stößt in mehreren EU-Länder auf
Widerstand
Berlin (dpa) - Gegen Pläne der EU-Kommission für ein Quotensystem zur Verteilung von
Flüchtlingen in Europa gibt es aus mehreren Staaten deutlichen Widerstand. Vor der
Vorstellung eines Entwurfes für eine Einwanderungsagenda in Brüssel lehnten neben
Tschechien und der Slowakei auch die baltischen Staaten das Vorhaben ab. Auch
Großbritannien gehört zu den Gegnern eines Verteilungsschlüssels. Dagegen erklärte
Bundesinnenminister Thomas de Maizière, er sei für eine Quotenregelung, auch wenn
dadurch nicht unbedingt weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen würden.
13.05.2015
Wochenkurier Dresden
Mit der Dampflok ins Erzgebirge
15.05.2015
SZ-online
Die Moldavabahn feiert 130-jähriges Bestehen. Zünftig.
Von Steffen Neumann
Moldava. Das hat es lange nicht gegeben. Ein von einer Dampflok gezogener Zug erreicht
morgen das Erzgebirgsdorf Moldava (Moldau). Grund ist der 130. Geburtstag der
sogenannten Moldavabahn. Der Festzug mit der 423er Dampflok startet 8.35 Uhr im
Hauptbahnhof Teplice (Teplitz). In Louka u Litvinova (Wiese) wird der Zug 9.30 Uhr mit
einem historischen Triebwagenzug aus Most (Brüx) vereint. In Osek (Osegg) kommt es
zu einem längeren Halt. Im dortigen Bahnhofsgebäude, das als Museum der Bergbahn
dient, wird eine neue Briefmarke vorgestellt, die die Tschechische Post aus Anlass des
Jubiläums aufgelegt hat.
11.20 Uhr setzt der Zug seine Fahrt über Dubi (Eichwald) nach Moldava fort. Rückfahrt
des Zuges ab Moldava ist 16 Uhr. Zwar sind die Fahrkarten schon seit Wochen vergriffen.
Wer will, kann den Zug aber an den einzelnen Stationen bewundern. Ein detaillierter
Fahrplan findet sich im Internet unter www.moldavska-zeleznice.cz.
Bedrohtes Kulturdenkmal
Der erste Teil der damaligen Teplitzer Semmeringbahn wurde zwar schon 1884 eröffnet.
Erst im Jahr darauf erfolgte aber die Verbindung nach Sachsen über RechenbergBienenmühle bis nach Freiberg. Die Eisenbahn diente vor allem der Beförderung von
Braunkohle aus dem Böhmischen Becken. Seit 1945 ist die Verbindung nach Sachsen
unterbrochen. Auch die Nutzung durch den Güterverkehr nahm schrittweise ab. Nach
1990 drohte der Eisenbahn wegen geringer Auslastung wiederholt die Schließung. Die
konnte zwar abgewendet werden. 1998 wurde die Strecke sogar zum Kulturdenkmal
erklärt. Doch seit Ende 2011 fahren die regulären Züge nur noch an Wochenenden.
Lediglich in der Urlaubssaison sind noch täglich Züge unterwegs.
15.05.2015
SZ
Saisonstart mit Aschenbrödel
© Detlef Ulbrich
Mit dem Stück „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“
– dem Musical zum gleichnamigen tschechischdeutschen Märchenfilm – ist am 16. Mai um 15
Uhr Saisonstart auf der Felsenbühne. Die Musik
für eine der schönsten Liebesgeschichten Europas
wurde von Thomas Zaufke geschaffen, der bereits
für viele Häuser und Produktionen tätig war. Foto:
Detlef Ulbrich
Karten gibt’s unter 0351 8954214 oder 035024
7770.
Wieder mehr Touristen im Winter
15.05.2015
SZ
Usti n.L. Fast ein Viertel mehr Touristen als vor einem Jahr wurden im Bezirk Usti in den
ersten drei Monaten dieses Jahres gezählt. Das tschechische Statistikamt registrierte in
den Hotels und Pensionen insgesamt 82 251 Gäste, davon 30 Prozent aus dem Ausland.
Den größten Anteil stellten deutsche Gäste mit rund der Hälfte der ausländischen
Touristen. Auch die Zahl der Übernachtungen schnellte nach oben. Das Statistikamt
zählte 217213 Übernachtungen, 17,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Damit zeigt sich die Branche von dem katastrophalen Winter 2013/14 erholt. Denn der
Bezirk Usti ist mit seinen Wintersportzentren im Erzgebirge und der Lausitz von guten
Schneebedingungen abhängig. Die waren in diesem Jahr zwar nur durchschnittlich, aber
damit deutlich besser als letztes Jahr. Für das Gesamtjahr 2015 wird ein weiterer Anstieg
erwartet. (stn)
18.05.2015
Sächsische Zeitung
Naturschützer gegen Vertiefung der Elbe
Die Wasserstände des Flusses sinken wieder. Nun soll es
Gespräche mit der Politik geben.
Frank Heidan, Vorsitzender des CDU-Arbeitskreises Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im
Sächsischen Landtag, fordert eine Vertiefung der Fahrrinne der Elbe auf 1,60 bzw. 1,50
Meter. Laut dem Bundesministerium für Verkehr biete die Elbe jedoch nur 1,20 bis 1,30
Meter an 345 Tagen im Jahr, teilt der Naturschutzverein „Bund“ mit. Eine Tiefe von 1,60
Meter erfordere also einen Ausbau. „Nach dem vorliegenden, amtlichen Daten sind die
Transporte auf der Elbe von 1,8 Mio. Tonnen (1998) auf 0,4 Mio. Tonnen (2014)
zurückgegangen, das sind weniger als 0,2 Prozent aller Güter, die in Deutschland per
Binnenschiff transportiert werden“, resümiert Iris Brunar vom Bund-Elbeprojekt. Die
Frage, welche Schifffahrt an der Elbe möglich und nötig ist, müsse offen und anhand der
vorliegenden amtlichen Daten diskutiert werden. Unrealistische Forderungen bezüglich
der Fahrtiefe der Elbe in den Raum zu stellen bringe nichts – weder Schifffahrt, noch
Häfen, noch dem wertvollen Naturraum der Elbe.
Überdies müsse die Befahrbarkeit der Elbe über die Grenzen Sachsens hinaus auf dem
330 Kilometer langen Abschnitt zwischen der deutsch-tschechischen Grenze bis nach
Magdeburg betrachtet werden. Denn dort zweige der ganzjährig befahrbare MittellandKanal ab, da müssten die Güterschiffe hin auf ihrem Weg nach Norden. Doch trotz 20
Jahre Bauens gebe es bis dahin ca. 80 Engstellen, also zu flache Abschnitte, die die
Güterschifffahrt einschränkten. Eine planbare und damit rentable Güterschifffahrt werde
insbesondere durch langanhaltende Niedrigwasserperioden behindert. Das Wasserdefizit
könne nicht durch Baumaßnahmen behoben werden. Um die künftige mögliche
Entwicklung der Elbe als Schifffahrtsweg wie auch als Natur- und Erholungsraum zu
beleuchten, lädt der Bund Sachsens CDU nun zum Dialog im Boot auf der Elbe ein. (SZ)
Hilfe für Bildungsarbeit in Pirnas Partnerstadt
Montag, 18.05.2015
SZ-online
Das 2004 gegründete Roma-Zentrum in Pirnas Partnerstadt Decin hat sich gut
entwickelt. Besonders liegt dem Leiter des Zentrums Miroslav Grajcar die Bildungsarbeit
am Herzen. Die im vorigen Jahr begonnene Vorschule bereitet Roma-Kinder auf die
Einschulung in die Grundschule vor. Der Vorschulunterricht wird 2015 fortgesetzt. Seit
über zehn Jahren unterstützt in vielfältiger Weise auch die Pirnaer SPD-AG Euroregion
Elbe-Labe das Roma-Zentrum in Decin. So initiierte sie erfolgreich eine Spendenaktion
für ein integratives Roma-Kinderferienlager. In Vorbereitung ist ein deutschtschechisches Bildungsprojekt mit dem Roma-Zentrum. Um das mit Leben zu erfüllen,
bedürfe es der Gründung eines dafür geeigneten Vereins, informiert SPD-AG Koordinator
Klaus Fiedler. Am Freitag, 22. Mai, um 18 Uhr, findet im SPD-Bürgerbüro Lange Straße
43 ein Treffen in Vorbereitung zur Gründung eines Vereins statt. (SZ)
Dienstag, 19.05.2015
Wochenkurier
Dippoldiswalde, Freital
"Anrandungen" in Grenzdörfern
cd
Neues Projekt widmet sich Bewohnern der Grenzdörfer
Künstler recherchieren in den nächsten
Wochen in den Grenzdörfern, um das
Lebensumfeld beiderseits der Grenze zu
erforschen.
Drei deutsche und drei tschechische
Künstler haben sich zusammengetan,
um sich anhand soziologischer
Fragestellungen dem Lebensraum im
Osterzgebirge zu nähern. Dabei führen
sie auch Interviews mit den Bewohnern selbst. Aus den Untersuchungen werden
Kunstwerke entstehen, die Ende Juli in einer mobilen Galerie in den Dörfern gezeigt
werden und von den Bewohnern besucht werden können. „Von den Großstädten Dresden
oder Prag aus betrachtet, liegen diese Dörfer oft am Rand, weshalb unser Projekt
Anrandungen heißt", erklärt der Projektleiter Mirko Sennewald vom Verein Kultur Aktiv
aus Dresden. „Wir wollen dieser Gegend und den Menschen hier mehr Aufmerksamkeit
verschaffen, es ist ein spannender Lebensraum mit dörflichen Strukturen, schwierigen
Wetterbedingungen und der direkten Lage an der langsam verschwindenden Grenze."
Sennewald selbst stammt aus dem Osterzgebirge.
„Anrandungen ist ein Kooperationsprojekt mit dem tschechischen Verein DoKrajin, der
sich der Erinnerung verlassener Dörfer auf der tschechischen Seite widmet. Weitere
Kooperationspartnerin Nicole Börner, die unter der Bezeichnung „Zeitengang" u.a.
thematische Wanderungen in der Region anbietet.
Kultur Aktiv engagiert sich seit über zehn Jahren im Kulturaustausch zwischen Sachsen
und Tschechien sowie vielen Ländern Osteuropas. Das Projekt wird durch den
Tschechisch-Deutschen Zukunftsfonds gefördert. (cda/pm)
Im Bild: Der alte Grenzübergang in Zinnwald. Foto: Archiv
19.05.2015
SZ-online
Kein Licht am Ende des Tunnels
Die Autobahn Dresden – Prag wird und wird nicht fertig. Schuld
sind ein Erdrutsch und viele hausgemachte Probleme.
Von Steffen Neumann, SZ-Korrespondent in Usti nad Labem
Ein Blick auf die tschechische Dauerbaustelle nahe des künftigen Autobahnkreuzes
Rehlovice.
© Ronald Bonß
Ende 2016 will Tschechien das letzte Teilstück der Autobahn D 8 von Dresden nach Prag
in Betrieb nehmen. Doch die Probleme mit dem Bau sind groß. Insofern überraschte es
nicht, als die tschechische Nachrichtenagentur CTK kürzlich meldete, Premier Bohuslav
Sobotka hätte mit Ende 2018 einen neuen Termin genannt. Das war zwar eine
Falschmeldung, wie das Regierungsamt richtigstellte. Aber ein öffentliches Dementi blieb
aus. Der „neue“ Termin geistert immer noch durch die Medien. Wie es wirklich um den
Bau steht, davon konnte sich die Sächsische Zeitung bei einem Baustellenbesuch
überzeugen.
Wo sind die Problemstellen?
Die zwei größten Probleme waren nicht
absehbar. Anfang Juni 2013 wurden in der
Nähe des Ortes Prackovice etwa 200 Meter
fertige Autobahn von einem gewaltigen
Erdrutsch verschüttet. Das zweite Problem
zeigte sich ungefähr zur gleichen Zeit.
Damals begannen die Baufirmen in der
Nähe des geplanten Autobahnkreuzes
Rehlovice für die Autobahn mit der
Aushebung eines künstlichen Einschnitts in
die Landschaft. Dabei stießen sie auf
Gestein, das sie nicht erwartet hatten. „Dort
liegt alles Mögliche, vor allem Tuffe, aber
auch Porzellan, Lehm und sogar Kohle. Alles Material, das leider nicht für den Bau von
Autobahnen geeignet ist“, sagt Frantisek Zukerstein von der staatlichen
Autobahndirektion RSD und Chef der Baustelle. Im besten Fall wird beim Autobahnbau an
der einen Stelle weggebaggert, was anderenorts als Untergrund unter dem Baukörper
wiederverwendet wird. Nun fehlen 200 000 Kubikmeter Erdreich.
Wie kam es zu einem Erdrutsch?
Starke Regenfälle, die in der Elbe für ein zweites Jahrhunderthochwasser gesorgt hatten,
ließen auch das Erdreich über der Autobahn vollsaugen wie einen Schwamm. „Dass das
Gebiet für Erdrutsche anfällig ist, war bekannt“, räumt Baustellenchef Zukerstein ein. Der
Steinbruch oberhalb des Erdrutsches sorgte für weitere Instabilität. Bei der Beseitigung
und Sicherung des Geländes ist die Entwässerung das A und O. Doch das Risiko neuer
Erdrutsche besteht in dem gesamten Gebiet auf gut vier Kilometern entlang der
Autobahn. Ein geologisches Gutachten, das gerade erstellt wird, wird Aufschluss geben,
welche Sicherungsarbeiten noch nötig sind.
Was passierte nach dem Erdrutsch?
Über ein Jahr passierte nichts. Der Grund sind ständige Ministerwechsel. Mit dem
Erdrutsch befasst sich bereits der vierte Ressortchef. Jeder neue wechselte auch die
Spitzenmanager und begann bei der Schadensbeseitigung von vorn. Zumal die Autobahn
D 8 nicht das einzige Problem des Verkehrsministeriums ist. Inzwischen ist der obere Teil
des Erdrutsches abgetragen. Beim unteren Teil erwartet Zukerstein administrative
Probleme. „Rein bautechnisch sind wir in einem halben Jahr fertig“, sagt er. Doch da
zusätzlich Schutzwände und -pfeiler eingezogen werden, gilt dieser Teil als völlig neuer
Bau. Dafür ist eine neue Baugenehmigung nötig, und der Auftrag muss öffentlich
ausgeschrieben werden. Beides kann dauern, da Umweltschützer bisher immer
regelmäßig Einsprüche geltend gemacht haben. Außerdem wurde die öffentliche
Auftragsvergabe in den letzten Jahren aufgrund wiederholter Korruptionsfälle verschärft.
Das dürfte langwierige Verfahren nach sich ziehen, da sich unterlegene Parteien beim
Kartellamt beschweren.
Warum ist das Gestein so ein Problem?
Kann das Material nicht verwendet werden, gehört es auf die Halde und neues Material
muss teuer gekauft werden. Das sind aber Mehrkosten. Nach einigen umstrittenen Fällen
sind alle Beteiligten vorsichtig geworden. „Früher konnte ich das selbst entscheiden.
Heute herrscht Unsicherheit, ob das nicht schon ein neuer Auftrag ist, der
ausgeschrieben werden muss. Die Entscheidung fällt oft der Verkehrsminister oder sogar
die Regierung“, erklärt Zukerstein. Wenigstens hatte der Erdrutsch etwas Gutes. Das
abgebaggerte Erdreich konnte an anderer Stelle verbaut werden.
Wie geht es weiter?
Immerhin sind schon wichtige Brücken, Tunnel und Teile der Fahrbahn gebaut. „Wir tun
alles, dass der Rest bis Ende 2016 fertig wird. Aber versprechen kann ich das nicht“,
äußert sich Zukerstein unbestimmt. In so einer Situation sind kleine Fortschritte schon
große Erfolge. So wird sich ab Juli am künftigen Autobahnkreuz Rehlovice die
Verkehrsführung ändern, um den zweiten Teil des Kreuzes in Angriff zu nehmen. Heute
endet dort die D 8 und geht in einer scharfen Kurve in die Schnellstraße R 63 nach
Teplice über. Gelingt es der Autobahndirektion, den Auftrag für die restliche Beseitigung
des Erdrutsches bis Herbst zu vergeben, könnte es mit der Inbetriebnahme Ende 2016
klappen. Eine große Unbekannte bleiben allerdings die 24 Klagen von Umweltschützern,
die derzeit bei Gerichten anhängig sind. Inzwischen wissen wir: Jede Entscheidung kann
neue Verzögerungen nach sich ziehen.
20.05.2015
SZ-online
Kunst auf dem Wasser
Drei Tage lang können Deutsche und Tschechen auf einem
umgebauten Schiff in Dresden den Kulturaustausch feiern.
Von Juliane Hanka
Bereit für die Flussfahrt: Miloš Burkhardt (l.) und
Dan Adam sind zwei Akteure des Quintetts, das
sich mit dem Kunstschiff „Nike“ nach Dresden
aufmacht. Foto: Robert Michael
© robert michael
Der Motor mit seinen zweimal 256 PS tuckert zuverlässig. Es ist immer noch der alte, der
1952 in die „Nike“ eingebaut wurde. In der Kabine riecht es nach Instant-Kaffee und
öliger Hafenromantik. An Deck laufen die letzten Vorbereitungen, die den tschechischen
Lastenkahn in ein Kulturschiff verwandeln. Nur ist von der Kultur bislang nicht viel zu
sehen. Wenige Tage vor der Abfahrt von der Deciner Werft herrscht noch einigermaßen
großes Chaos. Doch schon bald ist es die „Cargo Gallery“, ein schwimmender
Kulturaustausch zwischen Nordtschechien und Ostsachsen.
Vor vier Jahren war das nur eine fixe Idee einer Handvoll tschechischer Künstler. Sie
wollten nicht noch eine Galerie in Prag eröffnen, sondern etwas erschaffen, das
einzigartig und gleichzeitig flexibel ist. Zwar schipperte schon 1955 ein tschechisches
Kulturschiff die Elbe bis nach Hamburg hinab. Doch das war eher als kommunistischer
Schutzschild für tschechische Hafenarbeiter gedacht, die von den kapitalistischen
Verlockungen St. Paulis ferngehalten werden sollten. 60 Jahre später nimmt man es
etwas ernster mit der Kultur: Das Schiff ankert vom 29. bis 31. Mai auf der Dresdner
Altstadtseite; zwischen Carola- und Albertbrücke lädt es drei Tage zu einem Programm
mit Musik, Kunst, Lesung und kultureller Fortbildung. Am 30. Mai werden die drei
aussichtsreichsten Oberbürgermeisterkandidaten an Bord das Thema Kultur in Dresden
und der Region diskutieren.
Kultur muss aufgebaut werden, genau wie dieser alte Kahn. Die 72 Meter lange „Nike“
transportierte jahrzehntelang Schrott von Hamburg nach Decin, bis sich das Geschäft
nicht mehr lohnte. „Wir haben durch Bekannte von diesem Schiff erfahren, uns sofort
verliebt und ihm damit das Leben gerettet“ sagt Miloš Burkhardt. Der Weißbärtige mit
den langen, grauen Haaren ist einer von sechs Menschen, fast alle Künstler, die dieses
Monsterprojekt umsetzen. Vor allem die Region um Decin soll kulturell aufgewertet
werden, weil bis Prag nicht wirklich etwas stattfindet, sagt Burkhardt, der als Fotograf
gern nackte Frauenkörper kunstvoll ablichtet, meistens schwarzweiß, und auch mal unter
Wasser.
Mit dem Messebauer Kurt Winkels, den Burkhardt in München kennenlernte, wo er 25
Jahre lebte, kam das Projekt wirtschaftlich in Schwung. „Das ist so wahnsinnig, dazu
kann ich nicht Nein sagen“, soll Winkels damals zu diesem Angebot gesagt haben.
Anfangs lebten die Künstler von Privatspenden und viel Eigeninitiative. Sie gründeten den
Nike-Verein, steckten privates Geld in ihren Traum. Am Ende finanziert das europäische
„Ziel 3-Programm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen
dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik“ den größten Teil der
Umbaukosten, die ungefähr 25 Millionen Kronen betragen, rund 910 000 Euro. Das
tschechische Ministerium für regionale Entwicklung erwies sich zudem als äußerst
hilfreich, und dass, obwohl Burkhardt eigentlich nichts mit staatlicher Bürokratie zu tun
haben wollte.
Schmortopf und Hermelin
Doch ein engagierter Ministerialbeamter war es, der ihn schließlich überzeugte. Das
große Ziel war den Versuch der ungewohnten Zusammenarbeit wert, für ihn und seine
„Amateure“, wie Burkhardt seine Crew aus Selbermachern nennt. Jetzt kümmern sie sich
um Dinge wie Zollabgaben für den Schnaps, um Mindestlohnzahlungen oder
Genehmigungen für die Anlegeplätze.
Alle arbeiten sie mit beim Aufbau des Schiffs. Fotografen streichen das Deck oder
schweißen etwas auf dem Sonnendeck, das ein Freiluftcafé werden und rund 90 Leute
fassen soll. In den Ausstellungs- und Konzertsaal, eine Etage weiter unten, wird gerade
mit einem gewaltigen Kran ein Spülschrank eingefädelt. 320 Personen sollen dort in
Zukunft Kunst ansehen oder tschechischen und deutschen Bands zuhören können. Alles
findet im Mischverhältnis statt, selbst das Essen reicht vom Waitzdorfer Schmortopf bis
zum Hermelin, eingelegtem tschechischem Weißschimmelkäse; vom tschechischen Bier
bis zum sächsischen Wein.
Auch personaltechnisch haben sich in Dresden schnell Austauschfreudige gefunden. Mirko
Sennewald vom Verein Kulturaktiv unterstützt das Projekt seit 2012. Sein Verein
verbindet Dresden immer wieder mit dem östlichen Europa. Nun kümmert er sich neben
den behördlichen Dingen vor allem ums musikalische Rahmenprogramm des „Cargo Jam“
und um die „Lustschiff“-Partys, die in Anspielung an den ausfallenden „Lustgarten“ zur
BRN stattfinden. Nach dem Aufenthalt in Dresden tuckert die Nike wieder zurück nach
Tschechien und legt als Nächstes in Prag an, um auch auf der Moldau für den deutschtschechischen Kulturaustausch zu werben.
Das Kulturschiff „Cargo Gallery“ ankert erstmals vom 29. bis 31. Mai an der Dresdner
Altstadtseite zwischen Carola- und Albertbrücke; Programmdetails gibt es unter
www.kulturaktiv.org
SPD-AG gegen Vertiefung der Elbe
20.05.2015
SZ-online
Die Mitglieder der SPD-AG Euroregion Elbe-Labe sind nach eigenen Angaben über die
Aussagen des CDU-Arbeitskreises Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zur Ertüchtigung der
Elbe schockiert. In einer Pressemitteilung fordere deren Vorsitzender Frank Heidan eine
Vertiefung der Fahrrinne der Elbe auf 1,60 bzw. 1,50 Meter. Laut dem
Bundesverkehrsministerium für Verkehr biete die Elbe jedoch nur 1,20 bis 1,30 Meter an
345 Tagen im Jahr – eine Tiefe von 1,60 Meter erfordere einen Ausbau des Flusses. „Die
Forderung dieses CDU-Arbeitskreises ist unrealistisch und zugleich ein Affront gegen den
Koalitionsvertrag“, erklärt SPD-AG Koordinator Klaus Fiedler. Nach den vorliegenden
amtlichen Daten seien die Transporte auf der Elbe von 1,8 Millionen Tonnen (1998) auf
0,4 Millionen Tonnen (2014) zurückgegangen, das seien weniger als 0,2 Prozent aller
Güter, die in Deutschland transportiert würden. Unrealistische Forderungen bezüglich der
Fahrrinnentiefe der Elbe brächten nichts – weder Schifffahrt, noch Häfen, noch dem
wertvollen Naturraum der Elbe. Das Wasserdefizit könne nach Aussagen des
Bundesverkehrsministers nicht durch Baumaßnahmen behoben werden. In den
vergangenen Jahren seien Millionen von Steuergeldern in die Elbe investiert worden,
ohne messbare Ergebnisse zu erreichen. (SZ)
21.05.2015
Prager Zeitung
Kirchen öffnen mit Abendprogramm
21.05.2015
SZ-online
Usti n.L. Gesänge der Ostkirche in der Maria-Himmelfahrt-Kirche Usti (Aussig) oder
abendliche Führung durch das Zisterzienserkloster Osek (Ossegg). Das Programm zur
Nacht der Kirchen am 29. Mai ist vielfältig. 122 Kirchen, Kapellen und Gebetshäuser sind
an dem Tag auch abends geöffnet. An einigen Orten können Besucher bis Mitternacht
nicht nur Musik, sondern auch die abendliche Stille genießen. (stn)
www.nockostelu.cz, „Ustecky kraj“ und „Kostely“
Geschäfte verlassen Einkaufszentrum Vseborice
Usti n.L. Nach der Schließung des Tesco-Marktes und der Electroworld-Filiale verlassen
immer mehr Geschäfte das Einkaufszentrum Usti-Vseborice (Aussig-Schöbritz). Von den
großen Händlern verblieben nur der Drogerie-Markt DM, ein McDonalds und der Optiker
Grand Optical. Eine Entscheidung, das Zentrum ganz zu schließen, gibt es bisher nicht,
zitiert die Zeitung „Ustecky denik“ die Marktleitung. (stn)
Kursaison in Teplice startet musikalisch
Teplice. Zwei Tage Musik klingt am letzten Maiwochenende durch Teplice (Teplitz). Die
861. Kursaison wird wie jedes Jahr mit großer Pracht eröffnet. Auf fünf Bühnen ist von
Mittag bis in den Abend für jeden etwas dabei: von Big Band über Jazz, Dixieland, Rock
und Pop reicht das Spektrum. Und das schöne: Der Eintritt ist frei. (stn)
Ein Bett für Wildschwein Bobik
21.05.2015
SZ
Von Katja Zimmermann
Bobik ist haarig, grunzt und wiegt 130 Kilo. Bobik ist ein Wildschwein von anderthalb
Jahren und wohnt in einer Wohnung in Louny (Laun) südlich von Usti (Aussig). Er schläft
im Bett seines Herrchens und frisst Granulat, aber auch eigens für ihn gekochte Nudeln
oder Kartoffeln. Laut Nachrichtenportal Idnes ist er auf seinen täglichen Spaziergängen
der Star in Louny. Überall wo er – an der Leine geführt – auf Menschen trifft, freut er sich
über Streicheleinheiten.
Wildschweine dürften nur mit Erlaubnis vom Bezirksveterinäramt gehalten werden, heißt
es. Ausgewachsene Keiler können mit ihren 250 Kilo und ihren Hauern Menschen schwer
verletzen. Der tschechische „Klub der Besitzer von Schweinen im Haushalt“ wisse von
198 Schweinen im Land, die als Wohnungstiere gehalten werden – vier davon seien
Wildschweine wie Bobik. Der sei immerhin ein sehr sauberes Tier. Sein Geschäft verrichte
er entweder in eine Art Katzenklo oder auf seinen Spaziergängen. Nur lange allein
bleiben könne er nicht. Dann demoliere er die Wohnung.
Sonnenwende in Benesov erleben
22.05.2015
Sächsische Zeitung
Der Heidenauer Städtepartnerschaftsverein lädt am 20. Juni zu einer Fahrt nach Benesov
ein. Dort wird wieder die traditionelle Sonnenwende gestaltet. „Dem
Städtepartnerschaftsverein ist daran gelegen, dass viele Heidenauer an diesem Fest
teilnehmen können“, sagt Peter Mildner, Vorsitzender des Vereins. Um ausreichend
Sitzplätze im Bus zu organisieren, nimmt der Verein ab sofort Anmeldungen für die Fahrt
entgegen.
Vormittags steht ein Besuch im Schloss Velke Brezno (Großpriesen) auf dem Plan. Nach
dem Mittagessen können die Veranstaltungen der Sonnenwendfeier im Stadtzentrum
oder im Schlosspark von Benesov besucht werden. Außerdem erwartet die Besucher eine
neu eröffnete Ausstellung zum 500-jährigen Jubiläum des Schlosses.
Die Fahrt im Reisebus beginnt voraussichtlich 8.30 Uhr in Heidenau, die Rückfahrt ist für
19 Uhr vorgesehen. Die Gebühr für die Fahrt ist abhängig von der Teilnehmerzahl, wird
voraussichtlich aber etwas mehr als 20 Euro betragen. Im Reisepreis enthalten sind die
Busfahrt und der Eintritt ins Schloss mit Park.
Weitere Informationen zu Abfahrtszeiten und -orten sowie zum Programm in der
Partnerstadt werden mit der Reisebestätigung bekannt gegeben. (SZ)
Anmeldung unter 03529 517234 oder
[email protected]
22.05.2015
SZ-online
Grenzenlos radeln
Zwei Fernradrouten durchs Erzgebirge wurden zwischen Sachsen
und Böhmen vernetzt – 600 reizvolle Kilometer.
Von Mandy Schaksund Egbert Kamprath
Robert Kahoun aus dem tschechischen Oparno ist gern mit dem Fahrrad im
Osterzgebirge unterwegs. Dafür setzt er sich schon mal ins Auto und fährt bis an die
deutsch-tschechische Grenze. So umgeht er den Steilanstieg und kann seine Kräfte
schonen für eine Genießertour von Cinovec über 56 Kilometer Richtung Moldava und
Rehefeld.
Den Tschechen reizt vor allem die Strecke auf dem Erzgebirgskamm entlang, wo es keine
so großen Höhenunterschiede gibt. Und dass das Radeln grenzenlos geworden ist. Denn
noch im alten Jahr wurde ein zweijähriges EU-Projekt abgeschlossen, das zum Ziel hatte,
die Radregion Erzgebirge diesseits und jenseits der Grenze zu vernetzen. Da um diese
Jahreszeit im Gebirge aber eher Skier statt Fahrräder angesagt sind, kommen die Radler
jetzt mit dem Frühjahr erstmals in den Genuss, das reichlich 600 Kilometer lange
Tourennetz auszuprobieren.
Dafür wurden 244 Kilometer des Radfernweges Sächsische Mittelgebirge auf deutscher
Seite beschildert und weitere 170 Kilometer der Erzgebirgsmagistrale (Krusnohorska
magistrala) auf böhmischer Seite, sagt Jens Habermann von der Wirtschaftsförderung
Erzgebirge mit Sitz in Annaberg-Buchholz, einer der Projektpartner.
Dazu kommen noch 209 Kilometer grenzüberschreitende Verbindungen zwischen den
beiden Hauptrouten. Insgesamt wurden zwischen Eibenstock und Altenberg etwa 1 600
touristische Radroutenschilder an rund 1 100 Standorten von den Kommunen entlang der
Strecke angebracht. Zusätzlich zu den Wegweisern wurden mehr als 70 zweisprachige
Übersichtstafeln aufgestellt, die über den Streckenverlauf und das Höhenprofil
informieren.
Damit das Rad auch immer gut rollt, haben die Akteure auf tschechischer Seite noch den
Belag auf 23 Kilometern der Strecke erneuert. Über das Ergebnis freut sich auch Landrat
Michael Geisler (CDU). Denn der Landkreis war neben der Wirtschaftsförderung, dem
Tourismusverband Erzgebirge, der Kurortentwicklungsgesellschaft Sächsische Schweiz,
dem Landkreis Mittelsachsen und dem Erzgebirgskreis, 30 Kommunen sowie dem
Bezirksamt Usti nad Labem an dem Projekt beteiligt. „Damit steht den Radfahrern jetzt
ein über 600 Kilometer langes grenzüberschreitendes Radroutennetz zur Verfügung“, so
Geisler.
„Die Routen durchqueren mit dem Erzgebirge und der Sächsisch-Böhmischen Schweiz
einzigartige und ausgesprochen reizvolle Mittelgebirgslandschaften.“ Traumhafte
Panoramaaussichten, beeindruckende Felsformationen, erfrischende Flusstäler, Stauseen
und weitreichende Wälder machten das Radfahren zu einer Entdeckertour, egal ob mit
dem Trekkingrad, Mountainbike oder ganz entspannt per E-Bike.
Der Tourismusverband Erzgebirge, Mitinitiator der vernetzten Radregion, hofft natürlich,
mit diesem Angebot weitere Gäste gewinnen zu können. „Das Thema Radfahren bildet
künftig einen großen Schwerpunkt für den Aktivtourismus im Erzgebirge“, sagt
Geschäftsführerin Veronika Hiebl. „Bereits in den letzten Jahren wurden interessante
Angebote geschaffen, die man einer Mittelgebirgsregion wie der unseren so nicht
zugetraut hätte.“
Um Gäste auf die Radregion neugierig zu machen, hat der Tourismusverband für das 600
Kilometer lange Wegenetz Tourenvorschläge erarbeitet. Eine Route führt zum Beispiel
von Zinnwald nach Moldava, eine andere von Geising nach Olbernhau oder übers
Mückentürmchen nach Zinnwald. Informationen über den Routenverlauf gibt eine
Übersichtskarte. Die ist kostenlos beim Tourismusverband Erzgebirge erhältlich.
Außerdem werden grenzüberschreitende Rundtouren in der Broschüre „Radtourenführer
Radroute Sächsische Mittelgebirge & Erzgebirgsmagistrale“ vorgestellt. Dazu gibt es eine
sehr informative Internetpräsentation, die nicht nur die Touren erklärt, sondern auch
Anforderungen an Kondition und Technik deutlich macht. Interessierte können die Routen
auch digital für GPS-Geräte herunterladen.
Das Projekt kostete rund drei Millionen Euro und wurde durch die Europäische Union
gefördert.
www.radregion-erzgebirge.de
24.05.2015
DNN
Brennpunkte
Seehofer sieht neuen Kurs Tschechiens beim Thema Vertreibung
Foto: dpa
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer
auf dem 66. Sudetendeutschen Tag in Augsburg.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Augsburg (dpa) - Bayerns Ministerpräsident Horst
Seehofer sieht in Tschechien einen neuen Umgang mit der
Vertreibung der Sudetendeutschen vor 70 Jahren. Immer mehr Politiker setzten sich
damit auseinander.
Das sagte der CSU-Chef beim traditionellen Pfingsttreffen der Sudetendeutschen in
Augsburg. «Dieser Prozess ist unumkehrbar», betonte Seehofer. Er brauche aber etwas
Geduld.
Vor wenigen Tagen hatte der Stadtrat von Brünn (Brno) eine Versöhnungserklärung zum
«Todesmarsch von Brünn» und der Vertreibung der deutschen Einwohner vor 70 Jahren
verabschiedet. Rund 26 000 deutschsprachige Bürger Brünns wurden Ende Mai 1945 auf
einen mehr als 60 Kilometer langen Fußmarsch in Richtung Österreich getrieben.
Mindestens 2000 Menschen kamen dabei ums Leben.
Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, der CSU-Politiker Bernd Posselt, sagte
in Augsburg, er rechne nun mit ähnlichen Erklärungen in anderen Kommunen. Nach dem
Zweiten Weltkrieg waren rund drei Millionen Sudetendeutsche aus der damaligen
Tschechoslowakei vertrieben worden, viele der Flüchtlinge fanden ihre neue Heimat in
Bayern.
Frühere bayerische Ministerpräsidenten hatten lange einen zu engen diplomatischen
Kontakt zu der Regierung in Prag vermieden. Seehofer hat einen anderen Kurs
eingeschlagen und mittlerweile eine Bayerische Repräsentanz in der tschechischen
Hauptstadt eröffnet. Er sagte, auch die Teilnahme von hochrangigen Vertretern aus
Tschechien am 66. Sudetendeutschen Tag zeige, wie sich die Beziehungen geändert
hätten: «Nach Jahrzehnten der Feindschaft und Trennung sind wir, Bayern und
Tschechien, Nachbarn und Freunde im Herzen Europas.»
Am Samstag hatten die Sudetendeutschen ihren Europäischen Karlspreis an den
österreichischen UNO-Diplomaten Valentin Inzko verliehen. Posselt begründete die
Ehrung damit, dass Inzko ein überragender Europäer sei, der aus der eigenen Familie
und aus seiner Tätigkeit als Spitzendiplomat wisse, was Vertreibung sowie Unterdrückung
von Volksgruppen bedeute. Der 66-jährige Inzko gehört der slowenischen Volksgruppe in
Kärnten an und ist seit 2009 Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina.
© DNN-Online, 24.05.2015, 15:24 Uhr
25.05.2015
SZ
Immer mehr Schüler lernen Polnisch und Tschechisch
Dresden. Immer mehr Schüler in Sachsen lernen Polnisch und Tschechisch und damit die
Sprache der Nachbarländer. Die Zahl der Polnisch-Schüler ist in den vergangenen 13
Jahren fast um das Fünffache gestiegen, bei Tschechisch sind es dreimal so viel, teilte
das Kultusministerium mit. Allerdings war das Ausgangsniveau im Schuljahr 2001/2002
mit 442 Mädchen und Jungen im Fach Polnisch und 1 007 bei Tschechisch noch
vergleichsweise bescheiden. Inzwischen liegt ihre Zahl bei 2 035 beziehungsweise 2 865.
Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) bezeichnete die sächsischen Schüler als
„Botschafter für eine offenes und friedliches Europa“.
Nach Angaben des Kultusministeriums wird derzeit an 31 Schulen Polnisch und an 33
Schulen Tschechisch unterrichtet. Neben dem regulären Fremdsprachenunterricht gibt es
an vier Schulen auch polnische und an 13 Schulen tschechische Arbeitsgemeinschaften.
„Die wirtschaftlichen Beziehungen zu unseren osteuropäischen Nachbarn werden immer
wichtiger. Die Schüler, die neben Englisch auch Polnisch und Tschechisch in der Schule
lernen, haben in Zukunft einen Vorteil. Mit dem Beherrschen dieser Sprachen belegen die
Schüler eine Nische, die bei der späteren Jobsuche Gold wert sein kann“, erklärte die
Ministerin. (dpa)
26.05.2015
Sächsische Zeitung
Dreisprachige Wanderkarten
Neun S-Bahnhöfe sollen mit den Schildern ausgestattet werden.
Eine Auszeichnung gab den entscheidenden Impuls.
Mitarbeiter der Bad
Schandauer Kur- und
Tourismus GmbH und der
Firma Kunack aus Krippen
montieren die neue
Wandertafel am
Nationalparkbahnhof Bad
Schandau. Foto: Archiv
Nationalparkverwaltung/
Jörg Weber
Bahnfahrern wird es noch leichter gemacht, die attraktiven Wanderziele der
Nationalparkregion Sächsische Schweiz zu erkunden. Alle neun S-Bahnhöfe in der
Nationalparkregion von Pirna bis Schöna werden bis Ende Mai mit neuen dreisprachigen
Informationstafeln ausgestattet, teilt die Nationalparkverwaltung mit. Zuerst befestigten
Mitarbeiter der Bad Schandauer Kur- und Tourismus GmbH und der Firma Kunack am
Nationalparkbahnhof Bad Schandau eine neue Wanderinformationstafel, die den
Anschluss der in der Nähe vorhandenen Wanderwege und die wichtigsten
Nahverkehrsverbindungen zeigt. Die über zwei Meter langen und ein Meter hohen Tafeln
erleichtern den Gästen die Orientierung im direkten Bahnhofsumfeld.
Die Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz setzte diese Idee gemeinsam mit dem
Verkehrsverbund Oberelbe und dem Bahnhofsmanagement Dresden der DB Station &
Service AG um. Ausgangspunkt war das Projekt „Fahrtziel Natur“, bei welchem der
Nationalpark Sächsische Schweiz 2012 und 2014 für seine vorbildlichen Angebote des
öffentlichen Nahverkehrs ausgezeichnet wurde. Auch Kenner der Region nehmen häufig
die guten Wandermöglichkeiten nicht wahr, direkt von den S-Bahnhöfen in die
Sandsteingebiete zu gelangen, ohne erst über die Elbe übersetzen zu müssen, heißt es
von der Nationalparkverwaltung. Alle Angaben auf den Karten sind in Deutsch,
Tschechisch und Englisch wiedergegeben. (SZ)
26.05.2015
DNN
Tschechische Reality-Show schickt Familie in Nazi-Zeit
Michael Heitmann, dpa
Foto: dpa
Die Familie am Esstisch in der Reality-TV-Serie «Urlaub
im Protektorat». Foto: CT
Prag (dpa) - Drei Generationen einer Familie aus
Tschechien ziehen fürs Fernsehen auf einen Bauernhof aber nicht in eine Schwarzwald-Idylle, sondern in die
grausame Nazi-Zeit.
Alles soll an den wirklichen Krieg erinnern: Lebensmittel gibt es unter deutscher
Besatzung nur auf Zuteilung. Die primitive Hütte in den Bergen ist nicht mehr als ein
Unterschlupf. Soldaten in Wehrmachts-Uniformen fallen über die Familie her. Und den
Männern droht, zur Zwangsarbeit «ins Reich» verschleppt zu werden.
Das gewagte Reality-TV-Format «Urlaub im Protektorat» läuft seit neuestem zweimal in
der Woche zur besten Sendezeit im Tschechischen Fernsehen (CT). «Willkommen in der
Hölle» ist das unverblümte Motto der Serie. Die erste Folge sahen mehr als eine halbe
Million Zuschauer - das entspricht einem Marktanteil von 16 Prozent. Schon vorab gab es
heftige Diskussionen. Kritiker im Internet warnten vor Respektlosigkeit und mangelnder
Ehrfurcht vor NS-Opfern.
«Es ist wie eine Fahrkarte in die Vergangenheit», sagt Mutter Ivana, die im richtigen
Leben an einer Grundschule unterrichtet. Familienvater Miloslav arbeitet als
Ambulanzfahrer. Gemeinsam antworteten sie auf eine Casting-Annonce. Bis zum Beginn
der Dreharbeiten hatten sie keine Ahnung, worauf sie sich einlassen. «Sie wussten nicht,
in welche Zeit es geht», erklärt Regisseurin Zora Cejnkova. Auch dabei: die beiden Söhne
Marek und Kuba, Großeltern Jarmila und Jiri sowie Neffe Honza.
Ein gewöhnlicher Dokumentarfilm würde viele Zuschauer heute nicht mehr erreichen,
meint die Erfinderin der Serie. «Ich habe nach einer anderen Möglichkeit gesucht, die
Vergangenheit zu zeigen», sagt sie. Das Format sollte anders sein, aber nicht banal. «Es
lohnt zu sehen, dass die Menschen, die vor uns gelebt haben, in sehr schwierigen Zeiten
zurechtkommen mussten.» Vorlage war für Cejnkova das Leben der eigenen Großeltern.
Die traumatischen Erfahrungen unter deutscher Besatzung sind in Tschechien bis heute
sehr präsent. Auf dem Gebiet des von Hitler ausgerufenen «Protektorats Böhmen und
Mähren» kam es von 1939 bis 1945 zu brutaler Unterdrückung. «Der Tscheche hat in
diesem Raum letzten Endes nichts mehr verloren», wetterte der sogenannte
Reichsprotektor Reinhard Heydrich im Oktober 1941. Mehr als 300 000 Menschen fielen
bis zum Kriegsende der Vernichtungsmaschinerie und dem Terror der Nazis zum Opfer.
Die meisten von ihnen waren Juden.
Kann eine Reality-TV-Show dem Ernst der Geschichte gerecht werden? Kritiker haben
Zweifel. Die Zeitung «Lidove noviny» aus Prag meint, die ständige Todesgefahr der
damaligen Zeit lasse sich einfach nicht künstlich nachbilden. «Die vielen dramatischen
Szenen erinnern am ehesten noch an Amateurtheater», schreibt das Blatt.
Es sei ein interessanter Einfall, merkt die Zeitung «MF Dnes» an, beklagt aber mangelnde
Spannung. «Ab der dritten Folge soll es wohl härter zugehen - bislang wirkt es eher wie
eine Reklame für den Agrotourismus», meint deren Kritikerin. Wichtigstes Zugpferd sei
die Großmutter, der deutschsprachige Ansagen aus dem Radio bis heute einen Schrecken
einjagen würden.
Wenn die Familie bis zum Ende durchhält, lockt eine finanzielle Belohnung. Immerhin
eine Million Kronen können die sieben Reality-TV-Mitspieler unter sich aufteilen. Das sind
rund 36 000 Euro und in Tschechien viel Geld. Inspiration fanden die Produzenten des
öffentlich-rechtlichen Senders im Ausland, bei «Wartime Farm» der britischen BBC oder
der SWR-Sendung «Schwarzwaldhaus 1902».
Die Macher versprechen bis zum Finale starke Gefühle. Die Familie habe die Zeit «sehr
intensiv» durchlebt, meint Cejnkova. Zwei harte Monate in einer abgelegenen Bergregion
zu überleben heißt eben auch: kaltes Wasser aus dem Brunnen holen, die Kuh «Marina»
regelmäßig melken, Hühner, Schweine und Kaninchen füttern. Ein «praktischer
Leitfaden» erklärt den Teilnehmern alles Wichtige. Nur eines ist streng verboten: das
tragbare Mikrofon abzunehmen.
© DNN-Online, 26.05.2015, 11:28 Uhr
27.05.2015
DNN
27.05.2015
Sächsische Zeitung
Verein will Bildung über Grenzen hinweg fördern
Vor Pfingsten trafen sich Pirnaer und Dresdner zur Gründung eines Vereins, der gezielt
für die Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen in Tschechien tätig werden will.
Erster Kooperationspartner wird das Roma-Zentrum in Pirnas Partnerstadt Decin sein,
teilen die Initiatoren, Peter Goebel aus Königstein und Klaus Fiedler aus Pirna, mit. Dort
ist ein Bildungsprojekt für die Roma-Minderheit geplant. Die Eintragung des Vereins ist
auf den Weg gebracht, für den 26. September ist die erste Mitgliederversammlung
geplant. (SZ)
28.05.2015
Prager Zeitung
29.05.2015
SZ
Die Boote können kommen
Nordböhmens Kohlelandschaft wandelt sich in ein
Erholungsgebiet. Den Anfang macht der See Milada bei Usti.
Von Steffen Neumann
Fast 20 Jahre nach dem Ende des Tagebaus
übergibt Petr Kubis vom Brennstoffkombinat den
neuen See bei Usti nad Labem (Aussig) der
Öffentlichkeit. Ab Sonnabend darf in dem klaren
Wasser gebadet und getaucht sowie am Ufer
gezeltet werden. Die Umgebung lädt zu
Wanderungen und Radtouren ein.
© Petr Spanek
Zukunft grüßt Vergangenheit. Eben noch ging die Fahrt auf
der Autobahn Dresden–Prag an Fabrikgebäuden und
Schornsteinen vorbei. Minuten später hält der
Geländewagen an einem klaren See namens Milada, nur
wenige Kilometer von der Industriestadt Usti nad Labem
(Aussig) entfernt. Die Wasserfläche ist von leicht
ansteigenden Höhenzügen umgeben. Unzählige
Baumreihen werden bald für einen dichten Mischwald
sorgen. Enten und Schwäne fühlen sich längst zu Hause,
über den Köpfen kreist ein Greifvogel. Im Wasser schiebt
sich ein Hecht durch Fischschwärme. Es ist ein beinahe unberührtes Niemandsland.
Der Blick von Petr Kubis wird wehmütig. Der See ist der bislang größte geflutete Tagebau
Tschechiens. Für das Brennstoffkombinat Usti hat er jahrelang dessen Sanierung und
Rekultivierung mitverantwortet. Nun gibt er sein Werk zurück. Am Sonnabend wird das
Badeverbot offiziell aufgehoben. Imbissstände werden den Kieselstrand säumen,
Hüpfburgen aufgebaut und Boote bereitstehen. Die Einwohner der umliegenden Städte
feiern ihr neues Erholungsgebiet.
Dabei sollte der nach dem nahen Chabarovice (Karbitz) benannte Tagebau eigentlich
noch bis 2016 Kohle liefern und die Kleinstadt wegbaggern. „Sie sollte 1997 abgerissen
werden“, erzählt Kubis. Die Samtene Revolution 1989 verhinderte das. Die Wut der
Bevölkerung über die brutale Zerstörung der nordböhmischen Kulturlandschaft war so
groß geworden, dass die neue demokratische Regierung bereits 1991 beschloss, dass nie
wieder Einwohner ihre Häuser für den Kohleabbau verlassen müssen. Gleichzeitig wurde
angeordnet, den Tagebau Chabarovice zu schließen. „Das war eine Art Bauernopfer. Wir
waren der kleinste Tagebau und sollten so ermöglichen, dass in den größeren weiter
Kohle gefördert werden kann“, erzählt Kubis. Und das, obwohl noch 100 Millionen
Kubikmeter Kohle unter der Erde liegen.
Das Brennstoffkombinat Usti wandelte sich nach 1991 von einer Bergbaufirma in ein
Unternehmen, das sich mit Altlastensanierung und Rekultivierung beschäftigt. Nur der
Name blieb – und auch der staatliche Eigentümer. Denn die umgerechnet 200 Millionen
Euro, um die Mondlandschaft in Natur zurückzuverwandeln, steuerte größtenteils der
Staat bei.
Doch was wie Natur aussieht, ist ein sensibles künstliches Gebilde. „Wir müssen das
Grundwasser dauerhaft niedriger halten“, nennt Kubis ein Beispiel. Denn nachdem Mitte
des 19. Jahrhunderts begonnen wurde, das Grundwasser für den Bergbau abzusenken,
ging die Bautätigkeit in den umliegenden Städten erst richtig los. Häuser wurden an
Orten errichtet, wo sie nie hätten stehen dürfen. Das zeigte sich, nachdem der Spiegel
des Grundwassers wieder angehoben wurde. „Auf einmal stand in alten Mietshäusern im
nahen Trmice (Türmitz) das Wasser im Keller“, erzählt Kubis. Da die Häuser nicht einfach
abgerissen werden können, werden die Pumpen wohl noch lange weiterlaufen.
Gleichzeitig wurde der See gegen das Grundwasser abgedichtet, um den Zufluss
kontrollieren zu können. Denn der See ist immerhin 24 Meter tief und hat zugleich weder
einen natürlichen Zu- noch Abfluss. Das Grundwasser schwappt über den Umweg eines
Bohrlochs dosiert in den See. Damit es gemeinsam mit Regenwasser den Wasserspiegel
nicht zu sehr ansteigen lässt, gibt es im Südosten einen Überfluss in den Elbe-Nebenfluss
Bilina (Bilin).
„Eine weitere Herausforderung war die starke Neigung der Hänge, vor allem nach
Norden“, nennt Kubis ein drittes Beispiel. Um Erdrutsche zu verhindern, wurden
Entwässerungsgräben gezogen und insgesamt drei Trennwände aus Beton gebaut, die
auch oberirdisch zu sehen sind. Und dann ist da noch die alte Halde des Chemiewerks
Spolchemie, die nördlich des Sees liegt. „Die Halde ist absolut dicht“, wie Kubis
versichert. Aber sie zeigt, wie kompliziert es ist, ein Industriegebiet in eine Oase der
Erholung zu verwandeln.
Image verbessern
Dass das trotzdem gelingt, darauf setzt Marta Saskova, die für die Stadt Usti den
Zweckverband „Milada“ koordiniert. Hier bündeln Usti und die Nachbarstädte Trmice und
Chabarovice sowie die Großgemeinde Rehlovice ihre Aktivitäten. Mit dem See verbindet
sie die Hoffnung, dass er das Image der Region verändern wird. „Die Umwelt ist neben
der hohen Arbeitslosigkeit einer der zwei Hauptgründe, warum Menschen unsere Region
verlassen. Milada soll dazu beitragen, diese Entwicklung aufzuhalten“, sagt Saskova.
Doch Pläne wie ein Sportbootanleger, ein Hotel und ein Zeltplatz sind vorerst
Zukunftsmusik. Dafür fehlt schlicht das Geld. Usti ist ja schon darauf stolz, in diesem
Jahr 7 300 Euro zusätzlich für Veranstaltungen auszugeben. Von den kleinen Städten sei
noch weniger zu erwarten, so Saskova. Deshalb plädiert sie dafür, die Rekultivierung der
Tagebaue, die im Prinzip das gesamte Erzgebirgsvorland umfasst, dem Bezirk Usti zu
unterstellen. Das würde auch aus Gründen der Vermarktung Sinn machen.
Aber bis die anderen Tagebaue so weit sind, wird noch viel Zeit vergehen. Petr Kubis
hofft deshalb lieber auf das neue Bergbaugesetz. Sein Betrieb wäre dann auch für die
Ankurbelung des Tourismus verantwortlich. Projekte wie Pontons und Stege, ausreichend
Parkplätze sowie ein Radwegnetz, das den See umspannt und mit den umliegenden
Städten verbindet, liegen schon in der Schublade.
Der Vorteil der neuen Zuständigkeiten: Dafür könnten dann Staatsgelder genutzt
werden. Das wäre für Kubis nur logisch: „Tschechien hat Jahrzehnte von Nordböhmens
Bodenschätzen gelebt, das ist das land der Region einfach schuldig.“
30./31.05.2015
SZ