Ali Ahmad Said (Adonis) erhält den Erich-Maria

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Ali Ahmad Said (Adonis) erhält den
Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2015
Sonderpreis für Giusi Nicolini, Bürgermeisterin von Lampedusa
27.08.2015. Seit 1991 verleiht die Stadt Osnabrück alle zwei Jahre den
nach dem weltbekannten, in Osnabrück geborenen Schriftsteller Erich
Maria Remarque benannten Friedenspreis. In diesem Jahr wird die
Auszeichnung zum 13. Mal vergeben.
Den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis
erhält der syrisch-libanesische Lyriker und Essayist Ali Ahmad Said, der
unter seinem Künstlernamen Adonis veröffentlicht, um sein Eintreten für
die Trennung von Religion und Staat, die Gleichberechtigung der Frau-
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en in der arabischen Welt sowie für eine aufgeklärte arabische Gesell-
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schaft zu ehren. Zudem gilt Adonis als der bedeutendste arabische
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Dichter der Gegenwart.
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Verliehen wird der Preis gerade auch im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen in Nahost. Ganz im Sinne Remarques soll Mut gemacht
werden, trotz aller Verzweiflung über die Zustände an die Zukunft Arabiens zu glauben.
Die Mitglieder der Jury betonen, Adonis setze sich kritisch mit der Rolle
der Religionen auseinander und für eine demokratische Willensbildung
ein. Unter dem literarischen Aspekt biete er Zugang zum Verständnis
der unterschiedlichen Kulturhintergründe, die Lektüre seiner Schriften
verdeutliche zudem die Bedeutung der Poesie im arabischen Raum. So
gelte Adonis als ein wichtiger Vermittler zwischen arabischer und westlicher Kultur.
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Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giuseppina „Giusi“ Maria Nicolini,
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erhält den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis für ihr Eintreten für ein
neues europäisches Asyl- und Einwanderungsrecht. Ebenso soll mit der
Preisvergabe das Engagement der Bürger Lampedusas angesichts der
Herausforderungen, die sich durch die Flüchtlingsströme über das Mittelmeer für die Insel ergeben, gewürdigt werden.
Die Preisverleihung findet statt am Freitag, 20. November, um 11 Uhr im
Friedenssaal des historischen Rathauses der Stadt Osnabrück.
„Der Dichter muss stets jenseits des Üblichen stehen und es ist seine
Pflicht, den Wind der Freiheit und Gleichheit zu unterstützen, der Gesellschaften antreibt“, schrieb Adonis, als er von der Verleihung des
Remarque-Friedenspreises erfuhr. Er spricht damit ganz im Sinne Re-
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marques, dessen Worte „man kann nur sich hinsetzen, und sein kleines
bißchen tun, damit Fortschritt möglich ist“ das dichterische Wirken Ado-
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nis‘ und das persönliche Engagements Giusi Nicolinis bezeichnend be-
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schreiben.
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Adonis wurde 1930 als Ali Ahmad Said Esber in Qassabin (Nordsyrien)
geboren und studierte Philosophie in Damaskus. 1955 wurde er wegen
politischer Aktivitäten inhaftiert. Danach ließ er sich mit seiner Frau in
Beirut nieder, wo er unter seinem Künstlernamen Adonis die avantgardistische Literaturzeitschrift Schi'r (Poesie) herausgab – die zu einer der
wichtigsten Stimmen für die Neubegründung der arabischen Lyrik wurde. 1960 nahm er die libanesische Staatsbürgerschaft an und graduierte
an der Université Saint-Joseph, wo er noch zu Beginn des Libanesischen Bürgerkrieges 1975 lehrte. 1980 emigrierte er nach Paris, wo er
bis heute lebt. Adonis gilt als der bedeutendste arabische Dichter der
Gegenwart. Er versucht, die Offenheit der klassischen arabischen Lyrik
neu zu beleben, indem er Tabus bricht und Religion hinterfragt. Gerade
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auch durch seine kritischen Essays erregt er immer wieder Aufsehen in
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der arabischen Welt.
Giuseppina Maria Nicolini, 1961 in Lampedusa geboren, wurde in ihrem
Heimatort bereits mit 23 Jahren stellvertretende Bürgermeisterin. Schon
früh setzte sie sich für den Umweltschutz ein, war Mitglied in der kommunistischen Jugend und wurde wegen ihres Engagements in ihrer
Heimat häufig angefeindet – bis hin zu Brandanschlägen. Im Mai 2012
wurde sie zur Bürgermeisterin von Lampedusa und Linosa gewählt.
Kurz darauf schrieb sie einen offenen Brief, in dem sie die EUFlüchtlingspolitik scharf kritisierte. Nach der Flüchtlingstragödie vor
Lampedusa am 3. Oktober 2013 hielt sie eine Rede während des EUGipfels, in der sie ein neues europäisches Asyl- und Einwanderungsgesetz forderte.
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Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis wird im Sinne seines Na-
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mensgebers für belletristische, journalistische oder wissenschaftliche
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Arbeiten vergeben, die sich mit Themen des inneren und äußeren Frie-
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dens auseinandersetzen, sowie für beispielhaftes Engagement für Frieden, Humanität und Freiheit.
Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück, gehören der Jury Prof. Dr. Heribert Prantl, Prof. Dr.
Rita Süßmuth, Dr. Johano Strasser, Dr. Hubert Winkels, Jutta Sauer
sowie Prof. Dr. Tilman Westphalen als Vertreter der Erich-MariaRemarque-Gesellschaft und Dr. Thomas Schneider als Leiter des Erich
Maria Remarque-Friedenszentrum an sowie als Vertreter der Stadt Osnabrück Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und der städtische Pressesprecher Dr. Sven Jürgensen.
Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis wurde bisher vergeben an
Lew Kopelew (1991), Hans Magnus Enzensberger (1993), Uri Avnery
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(1995), Ludvik Vaculik (1997), Huschang Golschiri (1999), Swetlana
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Alexijiwitsch (2001), Prof. Dr. Dan Bar-On und Mahmud Darwisch
(2003), Leoluca Orlando (2005), Prof. Dr. Tony Judt (2007), Henning
Mankell (2009), Tahar Ben Jelloun (2011) sowie Abdallah Frangi und
Avi Primor (2013).
Sonderpreise erhielten Anja Lundholm (1991), Dörte von Westernhagen
(1993), Milijenko Jergovic (1995), die Gemeinsame deutsch- tschechische Historikerkommission (1997), das Gründungskomitee des Verbandes iranischer Schriftsteller (1999), die Internationale Gesellschaft für
historische Aufklärung, Menschenrechte und soziale Fürsorge MEMORIAL (2001), Juri Andruchowytsch (2005), Grigori Pasko (2007), Lukas
Bärfuss (2009), die Menschenrechtsorganisation PRO ASYL (2011) und
die Initiative EXIT-Deutschland (2013).
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