Vom Kienspan zur Glühlampe

Vom Kienspan zur Glühlampe
Eine der ältesten künstlichen Lichtquellen war der Kienspan. Das war ein Stück
Holz, das mit Baumharz durchtränkt war. Der Name kommt vom Wort „Kienföhre“.
So wurde früher die Kiefer genannt.
Kienholz entsteht durch eine Verletzung der Baumrinde. Der Baum schließt diese
Wunde mit Harz.
Die Menschen der Steinzeit schnitten das verharzte Holz in Späne, steckten es in
Felsritzen und zündeten es an. So hatten sie eine Lichtquelle, die einige Minuten
hell leuchtete. Aus dem Kienspan wurde die Fackel. Man umwickelte ein Holzscheit
am oberen Ende dick mit Pflanzenfasern und tränkte es mit Harz, Pech oder Teer.
Der Wind konnte die Fackel nicht so leicht ausblasen. Man konnte sie mit ins Freie
nehmen und die Nacht erhellen.
Öllampen gab es schon vor vielen Tausend Jahren. Als Brennstoff dienten verschiedene pflanzliche und tierische Fette und Öle. Das Öl befand sich in einem
getöpferten Gefäß. Es stieg in einem Docht hoch und brannte mit gleichmäßiger
und ruhiger Flamme. Das Feuer war gezähmt und reguliert.
© Cornelsen
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und Textverstehen in der Zweitsprache
Seit etwa 150 Jahren gibt es Petroleumlampen. Sie werden bis zum heutigen Tag
hergestellt. Petroleumlampen haben einen Docht, in dem das Petroleum nach
oben steigt. Petroleum ist eine brennbare Flüssigkeit, die aus Erdöl gewonnen wird.
Man kann den Docht höher oder niedriger drehen und damit mehr oder weniger
Licht erzeugen. Ein Glaszylinder wird über die Flamme gestülpt.
Er stützt die Flamme und verteilt das Licht gleichmäßig.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Gas als Brennstoff eingesetzt. Die Karbidlampe
hatte unten eine Kammer mit Karbidgestein, darüber war ein Wasserbehälter.
Wenn das Wasser auf das Karbid tropfte, bildete sich ein Gas, das durch eine Düse
strömte und mit heller Flamme brannte. Einen Docht brauchte man nicht. Karbidlampen hatten einen gekrümmten Spiegel, ähnlich wie unsere Taschenlampen.
Er bündelte das Licht zu einem hellen Strahl, der weit leuchtete. Die Karbidlampen
wurden zur Beleuchtung von Höhlen, im Bergbau, als Autoscheinwerfer, Fahrradlampen und Handlaternen genutzt. Für Wohnungen eignete sich das Licht nicht,
weil das Gas unsauber verbrannte und übel roch.
Vor 150 Jahren experimentierten viele Erfinder mit einer Lampe, die aus einem
Glühfaden bestand.
Durch ihn schickten sie elektrischen Strom. Der dünne Draht glühte hellrot. Aber
niemand brachte eine solche Lampe länger als ein paar Sekunden zum Leuchten.
Man probierte es mit Glühdrähten aus den verschiedensten Materialien. Sie brannten jedoch immer wieder schnell durch. Das kam durch den Sauerstoff in der Luft.
Darum schloss man den Glühfaden in eine Glaskugel ein und saugte die Luft
heraus. Die Idee der Glühlampe war geboren.
50 Fachtexte in der Grundschule
Sachtext aus: TINTO Lesebuch, Klasse 4 © Cornelsen Verlag, Berlin 2008, 76 f.
Webcode: LZ051793-001