Bericht zur Jahreshauptversammlung 2016

gegründet 1888
Bericht zur Jahreshauptversammlung 2016
am 10. Januar 2016 im Gasthof zur Post in Warngau
- Presseinformation Insgesamt 947 Einsatzstunden im Jahr 2015. Das ist die Bilanz, die Kommandant
Alfred Woehl bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr
Warngau zog. Davon entfielen 427 Stunden auf technische Hilfeleistung, 353 auf
Sicherheitswachen und 121 auf Verkehrsabsicherungen. Brandeinsätze schlugen
lediglich mit 46 Stunden zu Buche. Mit Blick auf das geleistete Einsatzspektrum
schlug Kreisbrandinspektor Andreas Schwabenbauer eine Umbenennung der
Warngauer Feuerwehr vor.
Dieser Vorschlag war freilich nicht ganz ernst gemeint, aber ein nur noch
zehnprozentiger Anteil von Brandeinsätzen zeige deutlich, wie viel auf den
Straßen passiere, so Schwabenbauer. „Ich hoffe, dass die bevorstehende
Tieferlegung der B 318 und die damit verbundenen Baumaßnahmen für eine
Beruhigung sorgen und euch nicht noch mehr Unfälle bescheren“, sagte der
Kreisbrandinspektor.
Noch frisch in Erinnerung waren der aktiven Mannschaft vor allem zwei Dinge:
Orkan Niklas zum Frühjahrsanfang und eine beispiellose Unfallserie auf der B 318
im Herbst. Der Sturm steuerte von den insgesamt 54 Einsätzen des Jahres ganze
sieben an einem Tag bei (31. März): Umgeworfene Anhänger, zerfetzte Zelte und
umgestürzte Bäume. Auf den Straßen zwischen Warngau und Piesenkam,
Warngau und Sufferloh und zuletzt auch auf der B 318 zwischen der Holzkirchner
Spinne und Fichtholz drosch Niklas mit einer derartigen Gewalt auf die
Waldstücke ein, dass Einsätze nur noch unter Lebensgefahr abgearbeitet werden
konnten. Später vorgenommene Vollsperrungen verhinderten hier weiteres
Unglück.
Zwischen Oktober und Dezember rückte die Warngauer Wehr zu nicht weniger
als sechs Verkehrsunfällen auf der B 318 im Gemeindebereich aus. Jeweils waren
bis zu drei Pkw ineinander gefahren, stets aber kamen die Unfallbeteiligten
glücklicherweise glimpflich davon. Vor allem Ende November, als ein erneuter
Sturm einen Pkw-Anhänger bei Lochham erfasste, ihn in der Luft um 180 Grad
drehte und auf ein entgegenkommendes Taxi warf.
Doch gab es aus 2015 auch viel Positives zu berichten: 21 neue Mitglieder
konnte der Verein binnen Jahresfrist gewinnen, darunter neun neue
Einsatzkräfte. Zwei von ihnen waren weiblich, womit jetzt insgesamt vier Frauen
in Warngau ihren Dienst verrichten. Bürgermeister Klaus Thurnhuber freute sich
angesichts der vielen jungen Menschen, die zu der Versammlung gekommen
waren: „Das ist die nächste Generation, das ist die Zukunft.“ Thurnhuber war
auch dankbar dafür, dass die Feuerwehr regelmäßig einen respektablen Anteil
von neu angeschafften Ausrüstungsgegenständen in Eigenleistung finanziere. „In
den letzten sechs Jahren hat der Verein 60.000 Euro beigesteuert“, rechnete
Vorstand Sepp Gschwendtner vor. Um diesen Beitrag auch zukünftig leisten zu
können, sei man freilich auch auf Spenden aus der Bevölkerung und von
ansässigen Firmen angewiesen. 2015 waren über derartige Zuwendungen rund
5.000 Euro in die Vereinskasse geflossen.
Wie üblich gab es in der Jahreshauptversammlung neben diversen Rückblicken
auch einen Ausblick auf das neue Jahr: Bereits im ersten Quartal 2016 soll der
Digitalfunk im Landkreis Miesbach eingeführt werden. Auch in Warngau liegen die
neuen Funkgeräte zum Einbau in die Fahrzeuge bereit. Für die Aktiven ändere
sich im Großen und Ganzen wenig, versprach Andreas Schwabenbauer, doch
änderten sich viele Kleinigkeiten. Um diese den Einsatzkräften näher zu bringen,
schule der Landkreis derzeit insgesamt 150 Feuerwehrleute pro Woche.
Die Versammlung schloss mit den Ehrungen der langjährigen Mitglieder. Unter
ihnen war August Socher, der der Feuerwehr Warngau seit inzwischen 70 Jahren
die Treue hält. Besonderer Dank galt auch Leonhard Rottmüller, der sich bis zur
gesetzlichen Obergrenze von 63 Lebensjahren aktiv bei der Wehr engagiert hat –
über 40 Jahre lang. Als kleine Anerkennung überreichten ihm Kommandant
Woehl und Vorstand Gschwendtner eine eigens zu diesem Anlass gravierte
Flasche mit hochprozentigem Inhalt.
Warngau, 18. Januar 2016
Stefan Markl
Schriftführer