Herstellung eines synthetischen Biomaterials - Ruhr

13. Kurzzusammenfassung: Synthese und Charakterisierung von Knochenmineralähnlichen Calciumphosphaten – Herstellung eines synthetischen Biomaterials-
Inhalt der Dissertation war die Herstellung und Charakterisierung von unterschiedlichen
Calciumphosphat-Phasen.
unterschiedliche
synthetisierten
Hierbei
(Kristallinität;
Phasen
wurden
in
einer
Carbonatanteil)
wurden
mittels
kontinuierlichen
Calciumphosphate
Infrarotspektroskopie,
Fällungsanlage
hergestellt.
Die
Thermogravimetrie,
Rasterelektronenmikroskopie, Röntgenpulverdiffraktometrie und Transmissionselektronenmikroskopie untersucht.
Durch Veränderung der Fällungsparameter (Zeit, Konzentration, pH, Volumen, Zulaufrate,
Temperatur, usw...) konnten gezielt und reproduzierbar unterschiedliche CalciumphosphatPhasen hergestellt werden. Röntgenamorphe Calciumphosphate konnten bei niedrigen
Temperaturen und kurzen Reaktionszeiten erhalten werden, während kristallinere
Calciumphosphate bei hohen Temperaturen und langer Reaktionszeit hergestellt wurden.
Durch die variable Einbringung von Carbonat konnten Knochenmineral-ähnliche (Carbonat-,
Wassergehalt und Kristallinität) Calciumphosphat-Phasen synthetisiert werden. Durch kaltisostatisches Verpressen wurden daraus mechanisch stabile Formteile mit zuvor vorgegebener
Geometrie (in nahezu unbegrenzter Menge) produziert. Die Porosität spielt in der
Biomaterialentwicklung eine entscheidende Rolle. In dieser Arbeit wurde ein neuartiges
Konzept vorgestellt, dabei wurden Polyvinylalkohol Fäden in Kombination mit Kochsalz und
Calciumphosphat-Pulver gemischt und anschließend in einem temperaturgestuften Ablauf in
Wasser ausgewaschen, um am Ende porös-interkonnektierende Formteile zu bekommen.
Entzündungen im Knochenraum stellen heutzutage immer noch ein immenses Problem dar.
Hier
wurden
unterschiedliche
Möglichkeiten
zur
Einbringung
von
Gentamycin
(Antibiotikum) in Calciumphosphat-Formteile vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass ein
gewünschtes und gefordertes Freisetzungsprofil über 7-10 Tage erzielt werden konnte. Das
hier erzielte Freisetzungsprofil zeichnet sich zunächst durch einen sogenannten initialen Burst
aus, bei dem eine hohe initiale Dosis des Wirkstoffs freigesetzt wird. Anschließend werden
konstante Mengen des Wirkstoffs über den gesamten Freisetzungszeitraum von 10 Tagen
abgegeben.
Um
die
physikalisch-chemischen
Knochenersatzmaterialien
unterschiedliche
zu
Unterschiede
natürlichen
Knochenersatzmaterialien
oder
Gleichheiten
Knochenproben
mittels
von
gängigen
aufzuzeigen,
wurden
Infrarotspektroskopie,
Röntgen-
pulverdiffraktometrie, Rasterelektronenmikroskopie und Thermogravimetrie untersucht.
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Dabei stellte sich heraus, dass alle Proben gleichen Ursprungs und vergleichbarer
Herstellungsbedingungen geringe bis keine Unterschiede zeigten. Dabei zeigten z.B. alle
Tricalciumphosphat-Proben bis auf eine Probe einen geringen Anteil an Fremdphasen. Die
Knochenersatzmaterialien bovinen Ursprungs, die einem Sinterprozess unterzogen wurden,
waren alle hochkristalline Keramiken. Bei den Proben,
die einem chemischen
Aufreinigungsprozess unterzogen wurden, zeigte sich, dass der Aufbereitungsprozess zu
keinen
Veränderungen
an
der
physikalisch-chemischen
Zusammensetzung
des
Knochenminerals führte.
Im dritten Teil der Arbeit wurden Haftfestigkeiten von orthodontischen Materialien auf
synthetischen Calciumphosphat-Oberflächen überprüft. Es zeigte sich, dass für gängige
Kompositkleber gute Haftfestigkeitswerte (im Bereich von Werten von natürlichen Zähnen)
erreicht
werden
konnten.
Bei
Glas-Ionomer-Zementen
konnten
nur
geringe
Haftfestigkeitswerte erzielt werden.
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