Gehör schenken Leggero Enso Brüggli-Kita

unterwegs
Die Mitarbeiter- & Kundenzeitschrift von Brüggli
Ausgabe Nummer 34, November 2015
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www.unterwegs.brueggli.ch
Gehör schenken
Brüggli-Kita
Leggero Enso
Was heisst es, nichts zu hören –
und was tut Brüggli für Betroffene?
Brüggli ruft eine Kindertagesstätte
ins Leben – warum und für wen?
Wie wandelt sich der Markt – und was
bedeutet der Schweizer Design Preis?
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Editor ia
Inhalt
l
28-37
Unterwegs für die Arbeit
Gehör schenken
Brüggli lässt sich auch von der Gehörlosigkeit
nicht behindern. Betroffenen soll der Alltag
möglichst leicht gemacht werden. Wie funktioniert das? Was bedeutet es überhaupt, gehörlos
zu sein? Und was hält der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS von Brügglis Engagement?
Was heisst es, nichts mehr zu hören? Wir haben
es in einem Experiment ausprobiert; es ist die
Grundlage unserer Berichterstattung zum Thema
Gehörlosigkeit (Seite 28). Mit dem Hörvermögen
ist es wie mit dem unerschöpflichen Trinkwasser,
dem freundlichen Dorflädeli oder der geduldigen
Lebenspartnerin: Wir merken erst, was wir hatten,
wenn wir es nicht mehr haben. Im Vorwärtsstreben
laufen wir Gefahr, nur zu sehen, was uns noch fehlt
– und übersehen dabei all das Gute, das uns bereits
umgibt.
Umso grösser ist das Vakuum, wenn es plötzlich
weg ist. Ist das mit der Arbeit auch so? «unterwegs»
beleuchtet regelmässig den Stellenwert von sinnstiftender Arbeit – diesmal mit Alessandro Ruberti,
der bei der Schule Bottighofen Spuren hinterlässt
(Seite 4), mit Mark Lampert, unserem Olympia-Sieger aus dem Drucksaal (20), oder Josef Koch, der in
der Gastronomie Usblick (10) Gäste begeistert und
Lernende inspiriert.
Leggero Enso
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Brüggli-Kita
Integrationsarbeit ohne gute Arbeit – das ist wie
Klatschen mit einer Hand. Gute Arbeit (wie etwa
dank der Eigenmarke Leggero, Seite 24) ist der
Schlüssel zu Selbstbestimmung, Zufriedenheit und
Entfaltung.
Integrationsarbeit ohne
gute Arbeit – das ist wie
Klatschen mit einer Hand.
Brüggli fördert diese Hilfe zur Selbsthilfe
seit 28 Jahren mit einer
beispielhaften Vielfalt.
Das ist alles andere als
selbstverständlich. Es will täglich aufs Neue verdient sein durch Wandlungsbereitschaft, Fortbildung und Marktnähe mit offenen Ohren und mit
Händen, die anpacken können.
Soviel ist gewiss: Brüggli wird nicht ruhen.
ichael Haller
M
Leiter Unternehmenskommunikation
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Internationale Ehre und zweimal Schweizer Silber
für Brügglis Unternehmenskommunikation
Impressum
Idee, Konzept, Redaktion : Michael Haller
Mitarbeit :
Daniel Köppel, Marlen Hämmerli
Layout-Konzept, Satz:
Regina Furger
Bild :
Regina Furger, Noemi Antonazzo, Andy Joseph
Titelbild :Arrangiert von Regina Furger
Fotos :
Fotostudio Bühler, Michael Haller, Shutterstock und Private
Druck, Auflage :
Brüggli Medien, 3 000 Ex.
Herausgeber :
Brüggli, 8590 Romanshorn
www.brueggli.ch, www.unterwegs.brueggli.ch
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Schule Bottighofen leistet wertvolle Integrationsarbeit
Nachgefragt: Wie läuft’s im ersten Lehrjahr?
Brügglianer: 10 Fragen an …
Logistik: Voll einsetzbar dank vollem Einsatz
Zufrieden im Usblick: Josef Koch
Arbeit ist Lebensschule
Der Olympia-Sieger aus dem Drucksaal
Ist anders wirklich anders?
Mein Brüggli – diesmal mit Heinz List
Die saubere Schweiz littert
Campus+: Gitarren der Marke Eigenbau
Denkstop: Wie die Worte schöner fliessen
mha. Brügglis Unternehmenskommunikation gewinnt eine internationale sowie zwei Schweizer
Auszeichnungen:
Die European Association for Internal Communication FEIEA würdigt das Magazin «unterwegs» mit
dem Sonderpreis «Best practice in internal magazine supporting a social Project», verliehen in Rom.
Die Jury-Experten aus dreizehn der FEIEA angehörenden Ländern haben mehrere hundert Eingaben
evaluiert. Brüggli fällt mit «unterwegs» unter Europas Besten auf.
Zudem erhält Brüggli dieses Jahr gleich zweimal
eine «Silberne Feder» des Schweizerischen Verbandes für interne Kommunikation SVIK verliehen. Zum
einen ehrt der SVIK das Magazin «unterwegs» in
der Kategorie Personalmagazine für das Layout, die
Bildsprache und den journalistischen Anspruch.
Zum anderen erhält Brüggli in der Kategorie «Konzepte und Strategien der internen Kommunikation» eine «Silberne Feder» für das neugeschaffene
Kommunikationsforum «Denkstop».
Ein Dank allen, die
uns den Rücken freihalten und unsere
Arbeit mit Leidenschaft unterstützen.
Mit diesen Auszeichnungen ist Brügglis Unternehmenskommunikation einmal mehr in bester Gesellschaft mit erfolgreichen Grossunternehmen
aus der Schweiz und ganz Europa. So
gesehen sind diese Erfolge
mehrfach wertvoll: Sie
würdigen die Arbeit
eines kleinen Teams und
sind zugleich ein Symbol
für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit: Brüggli
steht mittendrin und nicht
am Rande.
Wort und Bild bewirken Grosses
Unser Partner: Blaues Kreuz Schweiz
Rätsel: Wer findet die fünf Unterschiede?
Jubilarinnen und Jubilare
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cht
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Aussens
Schule Bottighofen leistet
wertvolle Integrationsarbeit
Alessandro Ruberti fühlt
sich wohl bei der
Primarschule Bottighofen.
Wie vielfältig die Praktikumseinsätze bei unseren Partnerbetrieben sind, zeigt die
Zusammenarbeit mit der Primarschulgemeinde Bottighofen. Alessandro Ruberti, Praktikant
Betriebsunterhalt, hat hier auch gelernt, seine Schüchternheit zu überwinden.
Alessandro Ruberti ist auf dem Weg zu seinem ersten Arbeitstag in der Primarschule Bottighofen. Es
ist nicht sein erstes Praktikum und dennoch ist er
aufgeregt. Was erwartet
ihn am neuen Arbeitsplatz? Wie sind die Mitarbeiter in seinem Team?
Es ist ein kleines Team,
anders als bei Brüggli, wo er mit vielen zusammenarbeitet. Wird er mit den Primarschülern zu tun
haben; wenn ja, wie werden sie auf ihn reagieren?
Werden ihm die Arbeiten Freude bereiten; kann er
sie bewältigen?
Primarschulalter habe ich kein Problem; sie haben
mich sofort als neuen Mitarbeiter akzeptiert. Ich
habe es genossen, in einem kleinen Team mitarbeiten zu können. Meine
anfängliche Schüchternheit konnte ich durch
die rasche Integration ins
Team gut überwinden.»
Auch das Wissen, dass sein Jobcoach als Anlaufstation in der Nähe ist, gibt ihm Sicherheit.
Es ist eine
Zusammenarbeit, die
allen etwas bringt.
Gut, dass das Ortsschild mit der Aufschrift «Bottighofen» erscheint und die Fragen sich erübrigen.
Alessandro Ruberti steigt aus und wirft noch einen
Blick auf den Bodensee, der ihm vertraut ist. Dann
geht er zur Schule, wo er Roger Blaser trifft, seinen
Vorgesetzten. Ihn kennt er bereits vom Vorstellungsgespräch. Das Praktikum beginnt.
Er gehört dazu
Die Aufgaben gestalten sich vielfältig. Alessandro
Ruberti reinigt unter anderem die Duschen in der
Turnhalle oder die Schulzimmer und hat so auch
Kontakt zu den Primarschülern. «Mit Kindern im
Bewährte Partnerschaft
Sein Vorgesetzter, der leitende Hauswart Roger
Blaser, lobt die positive Grundeinstellung, das
Engagement, die Fachkenntnisse sowie das gute
Verhältnis von Alessandro
Ruberti zu seinen Teamkolleginnen sowie zu
Lehrern und Schülern. Für
Roger Blaser ist es der elfte Praktikumseinsatz, den
er mit Jobcoach Michael
Graupner vorbereitet hat. Vor fast vier Jahren fragte
der Coach ihn, ob er sich vorstellen könne, Lernenden der Technischen Dienste von Brüggli einen
Einblick in die Arbeit in einer Schule zu gewähren.
Roger Blaser erklärte sich gerne bereit, den
jungen angehenden Berufsleuten eine
Chance zu geben, wichtige Erfahrungen für ihr Vorankommen zu sammeln.
Gerne wieder
«Die Einsätze verliefen positiv und brachten verwertbare Arbeitsergebnisse», sagt Roger Blaser.
Sein Anspruch sei, das Arbeitsangebot jeweils so
zusammenzustellen, dass es zum jeweiligen Lernenden passe. Dadurch kann dieser seine Fachkompetenzen erweitern. Der Hauswart schätzt die
gründliche Vorbereitung seitens Brüggli. Dies sei
eine Voraussetzung für einen konstruktiven und
erfolgreichen Verlauf der Einsätze. Mit Jobcoach
Michael Graupner arbeite er unkompliziert zusammen. Das schätze er, ebenfalls die Motivation
und Einsatzbereitschaft der Lernenden. Und so
bekundet Roger Blaser
gerne: «Ich bin immer
bereit, Unterstützung zu
leisten.»
Solche Arbeitseinsätze sind
wichtig für das Vorankommen junger Berufsleute.
Unternehmen, die sich
ebenfalls
engagieren
möchten, nehmen unverbindlich Kontakt auf mit
Markus Kümin, Leiter Arbeitsassistenz, Telefon 071
466 94 19.
oris Schütz
D
Mitarbeiterin Arbeitsassistenz
Rund 160 Schulkinder
Von Brüggli zur Primarschule
Bottighofen: Alessandro Ruberti
hat Arbeit, die ihm gut tut.
pd. Bottighofen liegt am Bodensee und befindet
sich in direkter Nachbarschaft von Kreuzlingen.
Die Schulgebäude bieten Platz für zwei Kindergarten- und sieben Primarschulklassen mit rund 160
Kindern. Hier ist Roger Blaser Hauswart in leitender
Funktion und verantwortlich für die Reinigung und
Instandhaltung des Kindergartens, der Primarschu-
le, der Sportanlage und der Turnhalle. Auch bildet
er erfolgreich Lernende als Fachleute Betriebsunterhalt aus. Die vielfältigen Aufgaben erledigt er
zusammen mit seinem Team. Dazu zählen eine weitere Hauswartin, eine Mitarbeiterin und ein Lernender. Hin und wieder ergänzt eine Praktikantin oder
ein Praktikant von Brüggli die Truppe.
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Nachge
agt
Brüggli
aner
Wie läufts im 1. Lehrjahr?
Diesen Sommer starteten rund 60 Lernende
ihre Ausbildung bei Brüggli. Ihre Arbeitsalltage
unterscheiden sich, doch allen gefällts.
Leon Odermatt
Drucktechnologe EFZ
Als Nidwaldner verstand ich den Thurgauer Dialekt schnell. Ich startete gut, fand
viele Kollegen und bin zufrieden. Bereits
konnte ich einfarbig drucken. Arbeiten
ist amüsant und abwechslungsreich.
Immer wieder habe ich andere Probleme
wie etwa farbige Hände. Ich wohne im
Campus+ und koche ab und zu. Das gibt
immer eine Sauerei, die wieder so schnell
weg ist, wie sie da war.
Selina Ritter
Praktikerin PrA Logistik
Nach dem Start fiel ich wegen einer
Zehenoperation recht lange aus. Ich
durfte bis vor Kurzem keine geschlossenen Schuhe mehr tragen und half
deshalb bei der internen Post mit. Das
war auch interessant. Seit klein auf
hatte ich mich gefragt: «Wie kommt der
Brief vom Briefkasten zum Empfänger?»
Bei der Arbeit läuft es sonst gut und
ich bin mit Lehre und Job zufrieden.
otiert : Marlen Hämmerli
N
Praktikantin Unternehmenskommunikation
Bilder: Yannick Müller, Martina Odermatt,
Natasha Larocca
Yaël Berweger
Kauffrau EFZ E-Profil
Es macht wirklich Spass, im Verkauf zu
arbeiten. In der Schule muss ich noch
Stoff aufholen, da ich nicht zusammen mit
den anderen begann, sondern erst in der
Abklärung war. Ich habe oft Kundenkontakt
und verkaufe die Leggero-Kinderfahrradanhänger. Es macht Freude, bei Problemen
wie «Welche Kupplung passt zu meinem
Velo?» helfen zu können.
Kristina Jankovic
Kauffrau EFZ, B-Profil
Es läuft sehr gut. Trotz meiner
Gehörlosigkeit fühle ich mich gut
aufgehoben und respektvoll behandelt. Meistens erledige ich Routinearbeiten. Weil diese aber abwechslungsreich sind, schätze ich sie sehr.
Ich bediene etwa die Kasse. Dort ist
mündliche Kommunikation wichtig,
was herausfordernd ist. In die Schule
gehe ich sehr gerne. Sie ist
interessant und zugleich fordernd.
10 Fragen an :
Natascha Rennie
Lernende Restaurationsangestellte EBA
Nach der Schule war ich drei Jahre arbeitslos. Meinen Traumberuf Bäckerin-Konditorin konnte ich wegen einer Mehlallergie
nicht lernen. Hier erhalte ich nun eine
zweite Chance. Und es läuft gut, besser
als erwartet. Ich fühle mich wohl, wurde
gut aufgenommen und es gefällt mir. Ich
merke auch, dass ich selbst aufgehe.
Seraina Schnell, Lernende
Restaurationsangestellte EBA
Mir gefällt es. Die Lehre ist extrem spannend, die Arbeit gut und
ebenfalls interessant. Ich begegne
immer neuen Herausforderungen. Wie
bedient man etwa einen Blinden? Die
Lehrmeister erklären die Arbeit so,
dass wir verstehen, weiterkommen
und sie richtig machen. Das Team ist
auch nett. Ich erhalte die Möglichkeit,
eine gute Lehre abzuschliessen.
Dashmire Dauti
Praktikerin PrA Nähen Industrie
Ich habe nette Mitarbeiter und Vorgesetzte, die mir gerne helfen. Mir gefällt
die Arbeit und ich merke, wie ich beim
Nähen Fortschritte mache, was auch
mein Ziel ist. Jetzt gerade schweisse ich
Bestandteile von FREITAG-Taschen, die
nicht genäht, sondern gefaltet werden.
Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ein
von mir genähtes Stück gut aussieht.
Mihriban Zeybekoglu
Praktikerin PrA Nähen Industrie
Es gefällt mir hier. Bereits seit dem Kindergarten wollte ich Näherin werden, denn
die Arbeit mit der Nähmaschine gefällt mir,
die Tätigkeit an sich. Bis jetzt nähte ich
verschiedene Übungsstücke wie Tischsets,
Kissenanzüge oder eine Kochschürze.
Die Schule macht mir Spass, die Lehrer
sind sehr nett und ich habe auch
bereits Kollegen gefunden.
Sabrina Strub
Fotofachfrau EFZ
Ich habe gut angefangen. Es ist viel Stoff zu
lernen. In der Praxis ist viel Grundwissen zur
Kamerabedienung oder Studiobeleuchtung nötig.
Wir haben hier viele Freiheiten, was gut ist für
mich. Ich will mich selbstständig machen und
brauche viel Übung im Planen und Umsetzen.
Konzentrieren möchte ich mich noch mehr auf
Menschen und Naturfotografie.
Danielle Gmür und
Lea Trunz
An dieser Stelle lernen Sie jeweils zwei Brüggli-Leute etwas
näher kennen. Diesmal Danielle Gmür, Teamleiterin FRW,
und Lea Trunz, Fachleiterin Einkauf.
Ein Geruch, auf den Du sofort
reagierst:
Danielle: Frischer Kaffee.
Lea: Flüssige Schokolade, da
kann ich nicht mehr klar denken.
Eine Sportart, bei der Du gerne
zusiehst:
Danielle: Fussball; mitfiebern, mitfeiern,
mittrauern – Emotionen pur.
Lea: Hallen- und Beachvolleyball,
Springreiten.
Ein Gebäude oder Wahrzeichen, das Du gerne von Deinem
Schlafzimmerfenster aus sehen
würdest:
Danielle: Ein Bergpanorama mit einem See.
Lea: Ein Gebäude muss es nicht sein,
aber die Sicht aufs Meer mit Klippe wäre
nicht schlecht.
Wann warst Du zum letzten Mal richtig
glücklich?
Danielle: Es gibt jeden Tag Situationen und
Momente, in denen ich glücklich bin.
Lea: Das letzte Mal richtig bewusst in den
Sommerferien beim Sonnenuntergang am
Meer – kitschig, aber wahr.
Der Sänger, die Sängerin oder die Band,
die Du momentan am häufigsten hörst:
Danielle: Ich höre Verschiedenes gerne,
z.B. Ed Sheeran, Imagine Dragons, John
Legend, Marteria oder Die Toten Hosen.
Lea: «Freedom» by Anthony Hamilton &
Elayna Boynton, Dave Matthews Band und
natürlich immer wieder Bon Jovi.
Welchen Wunsch möchtest Du Dir unbedingt erfüllen?
Danielle: Ranch-Ferien in Kanada.
Lea: Mit Pferd, Zelt und Cowboyhut durch
Südamerika reisen.
Wenn Du einen Tag die Welt regieren
könntest, was würdest Du dann ändern?
Danielle: Das Geld so aufteilen, dass jeder
gleich viel hat, und alle Waffen vernichten.
Lea: Die Einstellung einiger Regierungsleute,
damit der Fokus weg von Geld und Macht, dafür
vermehrt auf Mensch und Umwelt gelegt wird.
Wenn Du einen eigenen Fernsehsender hättest, was würde darauf laufen?
Danielle: Serien! Am liebsten Revenge, Grey’s
Anatomie, The Big Bang Theory, Castle,
Bones, The Mentalist.
Lea: Ein paar unterhaltsame Serien, Musikvideos meines Geschmacks und Dokus über
Land und Leben.
Was ist das beste Gerücht, das Du über
Dich gehört hast?
Danielle: Bis jetzt ist noch keines bis zu
mir gelangt.
Lea: Kenne leider keines, bin offen, falls
jemand eins mit mir teilen möchte.
Beschreibe Dich in drei Worten:
Danielle: Geduldig, einfühlsam, pflichtbewusst.
Lea: Spontan, aufgestellt, humorvoll.
Notiert: mha
Bild: Roger Nigg
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Logistik
Voll einsetzbar dank vollem Einsatz
Ein Logistiker ohne
Stapler ist wie ein KVLernender ohne Computer.
Ohne Stapler-Fahrausweis ist ein Logistiker nur halb einsetzbar. Die Ausbildung zum
Praktiker PrA Logistik sieht aber keine Staplerausbildung vor. Dank Offenheit und Teameinsatz
haben nun trotzdem vier Lernende von Brüggli den Ausweis in der Tasche.
Ein Lagerist nimmt mit dem ungeladenen Stapler
die Rechtskurve zu schnell. Die Fliehkraft wird dem
erfahrenen Arbeiter zum Verhängnis. Das Gefährt
kippt. Mit einem Sprung will sich der Arbeiter retten, gerät aber dadurch unter den Stapler und wird
zerquetscht.
Gefährliches, aber zentrales Arbeitsinstrument
Ein Unfallbeispiel der SUVA, das zur Realität werden kann. Die Verletzungsgefahr bei Unachtsamkeit
oder Unwissen ist hoch. Einen Stapler fahren darf
nur, wer eine entsprechende Ausbildung absolviert
hat. Diese ist fester Bestandteil im Ausbildungsprogramm der Logistiker EFZ und EBA, nicht hingegen
bei der Ausbildung zum Praktiker PrA Logistik.
Obwohl es ein klares Bedürfnis ist. «Ein Logistiker, der keinen Stapler bedienen kann, ist wie ein
KV-Lehrling ohne Computer», sagt Pascal Cattilaz,
Teamleiter Logistik. Als vier Lernende PrA Logistik
den Wunsch äusserten, die Prüfung zum Staplerfahrer zu machen, lehnten er und Sandra Reichen,
Leiterin Agogik Logistikbereiche, dies deshalb nicht
grundsätzlich ab. Pascal
Cattilaz: «Wenn man die
Ausbildung zum Logistiker macht, ist es nur natürlich, dieses Bedürfnis
zu haben.»
schen Prüfung. Schulungen bietet unter anderen
die Schweizerische Vereinigung für die Berufsausbildung in der Logistik (SVBL) an. Normalerweise
haben diese 20 Teilnehmer und die vier Kurstage
finden in derselben Woche statt. Doch für Brüggli ging der SVBL neue
Wege und richtete einen
speziellen Kurs aus. «Sie
verstanden, wie wichtig
es für die berufliche Integration der Lernenden ist, offen für Lösungen zu
sein», erklärt Sandra Reichen. Die vier angehenden
Staplerfahrer konnten so zwei Kurstage besuchen
und dann eine Woche Pause einlegen. «Der Logistikerverband ermöglichte uns, gezielt vor Ort in
Brüggli ermöglicht vier
Logistik-Praktikern die
Staplerfahrprüfung.
Schwieriger als man meint
Einfach war es aber nicht, den Wunsch der Lernenden zu erfüllen. Sandra Reichen und Pascal Cattilaz
sind sich einig: «Man unterschätzt Staplerfahren.»
Die SUVA-anerkannten Kurse sind intensiv und
enden mit einer praktischen und einer theoreti-
Goldach zu üben», erzählt Sandra Reichen. Dank
diesen zusätzlichen Trainingseinheiten mit Pascal
Cattilaz und einem zweiten Brüggli-Leiter erhielten die Lernenden genügend Zeit, das Gelernte zu
verarbeiten. Danach folgten die restliche Schulung
und die finale Prüfung. Welche alle vier bestanden.
«Ich war im Fitness auf dem Crosstrainer, als ich die
gute Nachricht erhielt», erinnert sich Sandra Reichen. Die Freude sei gross gewesen. «Es war viel
Aufwand, es waren viele Emotionen. Aber unter
dem Strich resultiert ein Plus.» Ein grosses Dankeschön spricht Sandra Reichen dem SVBL und den
Leitern aus: «Für all den Einsatz und die Offenheit.»
Alleine hätte sie dies nicht geschafft. «Es brauchte
das gesamte Team.»
Ein Gewinn für die Integration
Der Stapler-Fahrausweis ist für die vier Lernenden
von grosser Bedeutung. Ohne ihn könnten sie im
Beruf nicht vollumfänglich eingesetzt werden wie
die Logistiker EFZ und EBA. «Dies erleichtert vor allem auch die Praktikumssuche», meint Sandra Reichen. «Ich glaube, wir sind bis jetzt weitherum die
Einzigen, die den Lernenden PrA Logistik die Staplerfahrprüfung ermöglichten.» Ob dies nochmals
geschehen wird, bestimmen die jeweiligen Fähigkeiten und Fertigkeiten der PrA-Lernenden im zweiten Lehrjahr. «Wir werden dies individuell abklären.
Sofern ein Lernender die nötigen Fertigkeiten aber
mitbringt, werden wir ihn fördern.» Auch für die
vier Lernenden ist der Lernprozess noch nicht zu
Ende. Übung macht den Meister.
arlen Hämmerli
M
Praktikantin Unternehmenskommunikation
Bilder: Felicitas Markhoff, Roger Nigg
Yavan Thevarasan
Jessica Isenring
Giovanni Esposito
Auch beim Wareneingang können die vier Lernenden Praktiker PrA Logistik
Milos Petkovic, Yavan Thevarasan, Giovanni Esposito und Jessica Isenring
nun voll mithelfen. Links: Pascal Cattilaz, Teamleiter Logistik
Mut und Zeit
Diese Chance hätte ich nicht erwartet. Unsere
Chefs nahmen sich Zeit. Die brauchte ich
auch. Das Ziel erreichten wir dank dieser
Zeitinvestition. Nun müssen wir nicht mehr
jedes Mal jemanden um Unterstützung bitten,
sondern wir können die Geräte selber führen.
Schwer ist das Staplerfahren wegen der fehlenden Routine, etwa wie man lenken muss.
Und es braucht Mut, das Gaspedal hinunterzudrücken. Dass ich bestehe, hätte ich selber
nicht erwartet. Ich war mega nervös und
wenn man nervös ist, macht man mehr Fehler.
Ich machte acht von acht. Als ich das sah,
dachte ich erst «das war’s.» Aber ich bestand!
Riesenchance
Als ich von der anstehenden Prüfung hörte,
wurde ich nervös. Ich wusste nicht, was auf
mich zukommt, wie der Ablauf ist. Tipps eines
Arbeitskollegen halfen. Er gab mir auch das
Theoriebuch, es ist ziemlich dick, und erklärte,
worauf ich achten muss. Staplerfahren braucht
mega viel Konzentration. Es hat überall Knöpfe. Man muss auf so vieles achten. Manchmal
wäre es schön, im Hinterkopf auch zwei Augen zu haben. Ich dachte, ich schaffe es nicht,
war so nervös. Aber ich lernte täglich. Denn
für uns ist das eine Riesenchance. Als wir das
Resultat erfuhren, schrie ich vor Freude!
Vertrauen gespürt
Ohne die Unterstützung unserer Chefs hätten
wir nicht bestanden. Sie gaben uns Hinweise,
Beispiele und wiederholten die Inhalte immer
wieder. Anfangs hatte ich Angst vor den
Geräten und ihrer Bedienung, jetzt habe ich
es gelernt. Schwer ist, immer konzentriert und
aufmerksam zu sein. Beim Probetest hätten
wir bereits bestehen können. Aber ich war zu
schnell und machte zwei Fehler zu viel. Ich
bekam den Hinweis, dass ich mir die nötige
Zeit nehmen kann. Das half. Bei den Übungen
spürte ich: Herr Cattilaz vertraut mir. An der
Prüfung stärkte mich dieses Vertrauen.
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omie
Gastron
Usblick
Josef Koch ist rundum zufrieden
als Gastgeber und Ausbildner.
Bilder: Michael Haller
Im Usblick können sich die Lernenden in Küche
und Service einbringen. Josef Koch sorgt dafür,
dass sie gute Arbeit und gute Kontakte haben.
«Es könnte nicht besser sein»
«Wenn wir so
weitermachen, liegt
noch viel drin.»
«In der Gastronomie bist du nur richtig, wenn du mit Leidenschaft rangehst»,
sagt Josef Koch, Chef de Restaurant im Usblick. Er fordert von seinen Lernenden
nichts, was er nicht auch selbst mitbringt.
Josef, Du warst als Lehrmeister des Jahres für
den Award «Zukunftsträger 2015» nominiert
und kamst auf den zweiten Platz. Was bedeutet
Dir diese Anerkennung?
Josef Koch: Eine Lernende hat mich angemeldet. Sie
hat viel gelernt bei uns. Vor allem geht es um die
Freude, auf die Gäste zuzugehen. Das habe ich ihr
vermitteln können. Das ist unser Job hier. Mir geht’s
darum, dass die Leute etwas lernen bei uns.
Wie hat Dein Umfeld auf die Nomination reagiert?
Josef Koch: Ich wurde ein paar Mal darauf angesprochen, ansonsten hat sich nichts verändert. Es
ist alles wie es war – und das ist gut so.
Ist es Dir unangenehm, im Mittelpunkt zu stehen?
Josef Koch: Ich bin stolz, natürlich, aber letztlich
machen wir hier alle einfach unseren Job: Wir sorgen dafür, dass unsere Leute mit guter Arbeit etwas
lernen.
Es fällt auf, wie oft Du die Wörter «uns» und
«wir» brauchst.
Josef Koch: Es geht nur, wenn wir zusammenarbeiten. Das versuchen wir auch unseren Lernenden
beizubringen.
Wie erlebst Du euer Team?
Josef Koch: Wir arbeiten recht zuverlässig zusammen. Hin und wieder gibt’s Lernende, die Schwie-
rigkeiten haben, das liegt in der Natur unserer
sozialen Mission, aber insgesamt läuft es sehr gut;
wir sind gut aufeinander eingespielt. Es gibt wenig
Ausfälle. Gerade auch an den Abend- und Wochenendveranstaltungen erhalten wir viel Bestätigung
dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
pe mit mehr Leuten als angekündigt erscheint. Ein
guter Ausbildner – wie auch ein guter Gastgeber –
versteht es, auf Kleinigkeiten einzugehen. Denn
sie machen den Unterschied und helfen, dass man
aus der Masse heraussticht.
Was macht einen guten Ausbildner aus?
Josef Koch: Er versteht es, zu zeigen, dass der Job
Spass machen kann. In der Gastronomie bist du nur
richtig, wenn du mit Leidenschaft ran gehst. Wer
das nicht kann, macht besser etwas anderes. Flexibilität ist sehr wichtig, um gut auf die Gäste einzugehen. Das gilt auch bei kurzfristigen Anpassungen
und Umstellungen, wenn zum Beispiel eine Grup-
Was macht einen guten
Lernenden aus?
Josef Koch: Interesse und
Freude. Die Feinheiten
kann man lernen; das ist auch eine Frage der Routine. Aber das grundlegende Interesse und die Freude am Umgang mit Gästen, das muss man einfach
haben, das gehört zur Grundausstattung. Wenn das
gegeben ist und Leidenschaft dazukommt, dann ist
alles möglich. Mir ist ein Lernender lieber, der Interesse und Freude zeigt, aber in der Schule vielleicht
noch etwas Mühe hat, als einer, der den Schulstoff
gut beherrscht, sich
aber nicht wohl fühlt als
Dienstleister.
«Es freut mich, wie viele
unserer Gäste regelmässig
wiederkehren.»
Du arbeitest seit bald
sechs Jahren im Usblick. Was war Dein
schönstes Erlebnis bisher?
Josef Koch: Es freut mich, dass ich auch anspruchsvolle Abend- und Wochenendveranstaltungen mit
Lernenden betreuen kann. Ich erinnere mich, wie
das EW Romanshorn mit mehr als 350 Gästen zu
Apéro, Versammlung und Abendessen kam. Wir hatten die gesamte Veranstaltung mit unseren eigenen
Leuten begleiten können – und es lief sehr gut. Das
EW Romanshorn kommt seither regelmässig zu uns;
wir sind stolz und freuen uns. Überhaupt freut es
mich, wie viele unserer Gäste regelmässig wiederkehren. Usblick geniesst einen guten Ruf – ich bin
stolz darauf.
Was war Dein schlechtestes Erlebnis im Usblick?
Josef Koch: Es gab vor rund drei Jahren eine Zeit,
da hatte ich Angst um meinen Job. Die Gastronomie
stand damals unter einer anderen Centerleitung als
heute und es herrschten Willkür und Uneinigkeit.
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Gastron
Usblick
Kita
Brüggli eröffnet eine Kita
Das Angebot an ausserfamiliärer Kinderbetreuung deckt die grosse
Nachfrage nicht. Bedarf nach Betreuungsangeboten ist auch bei Brüggli
vorhanden. Ein guter Grund, eine eigene Kita ins Leben zu rufen.
Josef Koch sorgt dafür, dass sich die Gäste im
Usblick wohl fühlen – bei einer Tasse Kaffee genauso
wie bei einer Tagung mit mehrgängigem Bankett.
Die Geschäftsleitung von Brüggli reagierte rasch
und schaffte neue Strukturen. So haben wir heute
eine starke Führung und sind ein stabiles Team. Es
könnte nicht besser sein.
Unregelmässige Arbeitszeiten, schlechte Löhne,
Konkurrenz aus dem Ausland: Die Gastrobranche
hat nicht den besten Ruf. Wie siehst Du die Attraktivität der Schweizer Gastrobranche?
Josef Koch: Man hat so viele Möglichkeiten. Wenn du
jung bist, kannst du dir die Welt anschauen und bekommst überall Arbeit. Wo ich schon war ... auf dem
Schiff in Griechenland, im Wintersportort in Österreich, auf Kreuzfahrten- über die Weltmeere. Wenn
man Freude daran hat, kann man in der Gastrobranche aus dem Vollen schöpfen. Natürlich muss man
auch mit den unregelmässigen Arbeitszeiten und
der hohen Dynamik der Branche umgehen können.
Im Usblick haben wir es auch diesbezüglich schön.
Wir haben spannende Abend- und Wochenendveranstaltungen, haben gleichzeitig aber auch klar geregelte Öffnungszeiten. So ist es bei uns nicht ganz
so unberechenbar wie in anderen Gastrobetrieben,
zugleich aber alles andere als langweilig. Ich finde, wir haben einen richtig guten Mix. Dabei dürfen
wir nicht vergessen: Wir sind ein Gastrobetrieb – da
gehört Flexibilität einfach dazu. Wenn einer anruft
und sagt, er würde morgen mit 20 Leuten kommen,
dann müssen wir das hinkriegen. Wenn man die
Chance hat, weitere Gäste zu gewinnen, dann tut
man etwas dafür. Jeder
zufriedene Gast empfiehlt uns weiter.
Birgt das auch die Gefahr einer Überforderung
eurer Lernenden?
Josef Koch: Die richtige Balance ist ein Thema. Wir
brauchen gute Anlässe und gute Arbeit, um die Lernenden wirtschaftsnah
auszubilden. Es ist unsere Aufgabe, die Leute
zu fordern, aber nicht zu
überfordern. Wir kennen
sie und können genau
auf sie eingehen.
«Wir sind ein Gastrobetrieb
– da gehört Flexibilität
einfach dazu.»
Du bist Österreicher.
Mancher
Schweizer
sagt, die Österreicher
seien die besseren Gastgeber. Kannst Du das
nachvollziehen?
Josef Koch: Nein. Es gibt hier gute, es gibt da gute ...
Ich halte nicht viel von solchen Klischees. Naja, die
Österreicher sind vielleicht etwas lockerer und haben zuweilen ein etwas anderes Mundwerk (lacht).
Wie siehst Du die Zukunft der Gastronomie Usblick?
Josef Koch: Sehr positiv. Wenn wir so weitermachen,
liegt noch viel drin. Die Tagungen, Seminare und
Abendveranstaltungen haben grosses Potenzial und
bringen uns Gäste, die gerne wiederkehren.
Lisa und Sara leben in Romanshorn. Beide arbeiten.
Beide haben ein zweijähriges Kind. Doch in einem
Punkt unterscheiden sie sich: Lisas Kind ist in einer Kindertagesstätte untergebracht, jenes von Sara
nicht. Lisa arbeitet nach wie vor. Sara hat kürzlich
ihre Kündigung eingereicht: «Ich versuchte es. Aber
es ist unmöglich, gleichzeitig meiner Kleinen und
der Arbeit gerecht zu werden.» Verzweifelt habe sie
eine Betreuung für ihre Tochter gesucht. Doch: «Die
Wartelisten sind überall seitenlang.»
Bedarf ist ausgewiesen
Der Bedarf nach einer Kinderbetreuung ist bei Brüggli und den umliegenden Industriebetrieben ebenfalls vorhanden. Eine interne Umfrage bekräftigte
diesen Eindruck. Deswegen startet Brüggli nun in
einem ehemaligen Wohnhaus an der Arbonerstrasse 50 eine Kindertagesstätte. Die Öffnungszeiten
richten sich nach den Arbeitszeiten von Brüggli.
Von 7.30 bis 17.30 Uhr ist die Kita offen. Bei Bedarf
ist ein Ausbau möglich.
Angebot klein, Nachfrage gross
Zahlreichen Schweizer Müttern dürfte es ähnlich
ergehen wie Lisa und Sara. Eine Studie des Forschungs- und Beratungsbüros Infras kam 2013 zum
Schluss: Das Angebot an Vollbetreuungsplätzen
reicht durchschnittlich für 11 Prozent aller Kinder bis
drei Jahre. Im internationalen Vergleich sei dies tief,
schreiben die Studienverfasser. 2002 empfahl der
Europäische Rat den EU-Mitgliedsstaaten, bis zum
Jahr 2010 eine Quote von 33 Prozent zu erreichen.
Besonders schlecht ausgebaut ist das Angebot in
der Ostschweiz.
Die Kinder sind in guten Händen
Im Mittelpunkt der Brüggli-Kita stehen das Wohlbefinden und die gesunde Entwicklung der Mädchen
und Buben. Die Kinder sollen sich wohl fühlen.
Und die Eltern wissen, ihre Kleinen sind gut untergebracht. Eine fundierte pädagogische Arbeit, ein
kindergerecht strukturierter Tagesablauf und eine
liebevoll gestaltete Infrastruktur schaffen die Voraussetzung dafür. Ziel ist, die Kinder altersgerecht
zu fördern und sie in ihrer Selbstständigkeit und
der Entwicklung ihrer Sozialkompetenzen zu unterstützen. Auf eine ausgewogene Ernährung wird
ebenfalls Wert gelegt.
Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Betreuungsangeboten schweizweit ungebrochen, wie kibesuisse,
der Verband der Kinderbetreuung Schweiz, und das
Netzwerk Kinderwerk schreiben. Dabei lohnt sich
ausserfamiliäre Kinderbetreuung für die Wirtschaft.
2013 evaluierte das Bundesamt für Sozialversicherungen die Nachhaltigkeit der Anstossfinanzierung
neuer Betreuungsplätze. Ergebnis: Ohne den Platz
in der Kita müssten zwei Drittel der befragten Eltern
ihre Arbeit aufgeben oder reduzieren.
Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Wer neugierig
geworden ist oder mehr erfahren möchte, kann sich
an Monika Hinder, Telefon 079 420 77 30, monika.
[email protected] wenden.
arlen Hämmerli
M
Praktikantin Unternehmenskommunikation
Kita-Leiterin Monika Hinder (links) und
Praktikantin Lena Bruderer freuen sich,
für die Kinder da zu sein.
Wie geht’s Dir selbst im Usblick?
Josef Koch: Ich fühle mich absolut wohl. Ich könnte
es mir nicht anders vorstellen. Ich habe viel Freude
mit den Lernenden und ebenso mit unseren Gästen. Ich war viel unterwegs, habe viel gesehen,
und bin nun angekommen; ich wohne ja nur 500
Meter entfernt vom Usblick; so verbunden fühle ich
mich (lacht). Es macht mir Spass, auf die Wünsche
unserer Gäste einzugehen und jungen, motivierten
Berufsleuten eine gute Ausbildung zu ermöglichen.
Ja, es ist einfach gut so wie es ist.
ichael Haller
M
Leiter Unternehmenskommunikation
unterwegs 1115 |
13
Kita
Rat und Tat für Kinder und Eltern
Wenn es den Kindern gut geht, geht es auch ihr gut: Kita-Leiterin
Monika Hinder freut sich, Mädchen und Buben individuell zu begleiten.
Der direkte Draht zu den Eltern ist ihr besonders wichtig.
Frau Hinder, Sie sind Brügglis Kita-Leiterin. Was
reizt Sie daran?
Monika Hinder: Es ist einfach schön, mit Kindern
den Tag gestalten zu können. Ich begleite sie im
Lernen und Wachsen und bin mit Rat und Tat für
sie da. Ich habe während sechs Jahren eine Kita im
Rheintal geleitet und als ich den Stellenausschrieb
von Brüggli sah, sagte ich mir: Da musst du dich
melden. Das hat auch praktische Gründe: Ich wohne mit meinem Freund in Romanshorn und gleich
hier meinen Traumberuf ausüben zu können, das
ist ideal – auch im Hinblick auf meine eigene Familienplanung. Vor allem aber freue ich mich darauf,
etwas Neues von Anfang an zu
prägen. Es ist alles ganz frisch;
ich kann meine Erfahrung
einfliessen lassen ins Kita-Konzept, in die Ausstattung, Einrichtung
und Umgebung – es
macht mir Freude.
Wie erleben Sie Brüggli als Arbeitgeber?
Monika Hinder: Offen und fair. Ich kann mich richtig einbringen und spüre viel Vertrauen und Zuversicht. Toll ist auch die Infrastruktur; ich kann
viele Synergien nutzen.
Im Wohnhaus Campus+,
zum Beispiel, steht uns
der Mehrzweckraum für
Spiel und Bewegung zur
Verfügung. Und viele Arbeiten an der Kita-Infrastruktur konnten mit eigenen Ressourcen verwirklicht werden – von der Umgebungsgestaltung über
das Malen bis hin zu den Beschriftungen und zur
Promotion.
Vorerst beginnen Sie mit 16 Vollzeit-Kita-Plätzen.
Monika Hinder: Ja. Das erscheint mir sinnvoll. Wir
wollen es ja massvoll angehen, gewissenhaft. Ich
freue mich auf die Kinder. Auch das Einrichten und
Vorbereiten machen mir
Spass. Ich sehe die Kita
mit Kinderaugen sowie
mit den Augen von Erwachsenen.
Wenn wir zwei Jahre vorausschauen:
Wie sehen Sie die Brüggli-Kita?
Monika Hinder: Ich höre Kinderlachen,
ich habe Wartelisten und frage mich
vielleicht sogar, ob eine Erweiterung
des Kita-Angebots sinnvoll wäre.
Kleinkinder und grössere Kinder, die schon zur
Schule gehen: Geht das alles auf einmal?
Monika Hinder: Ja, natürlich. Diese Durchmischung
ist wertvoll, weil die Kinder voneinander lernen. Wir
lenken die Aktivitäten so, dass alle Kinder, egal wel-
«Ich kann mich einbringen
und spüre viel Vertrauen
und Zuversicht.»
Welches Alter haben
die Kinder, die Sie aufnehmen?
Monika Hinder: Wir sind für Kinder ab drei Monaten
bis zur Schulreife parat. Die Vorschriften sehen es
vor, dass maximal zwei Kleinkinder dabei sind.
«Die Elternarbeit ist das A und O.
Ich werde die Eltern bei jeder
Gelegenheit miteinbeziehen.»
chen Alters, ihren Bedürfnissen entsprechend gefördert werden. Wir haben unser Ziel erreicht, wenn
wir sehen: In der Brüggli-Kita hat’s aktive Mädchen
und Buben, die gefördert werden, die Freude haben am Ausprobieren und Entdecken und die sich
hier einfach wohlfühlen.
Kritische Stimmen sagen, es sei nicht klug, Kinder unter drei Jahren in eine Kita zu geben, weil
ihnen dort eine Bezugsperson fehle.
Monika Hinder: Wichtig ist die Eingewöhnung; da
ist viel Sorgfalt nötig.
Es gibt Kleinkinder, die
rasch dabei sind und
den Kita-Alltag geniessen. Andere brauchen
etwas länger, um anzukommen. Das ist völlig
normal. Ganz entscheidend ist der direkte Kontakt
zu den Eltern. Die Elternarbeit ist das A und O. Ich
werde die Eltern bei jeder Gelegenheit miteinbe-
ziehen; das kann bedeuten, dass wir auch mal zusammen etwas Basteln, zum Beispiel.
Wie erleben Sie das Bedürfnis nach Kindertagesstätten?
Monika Hinder: Berufe und Familie in Einklang zu
halten, ist eine Herausforderung. Ich denke besonders auch an alleinerziehende Mütter oder Väter.
Auch Arbeitgeber sind interessiert daran, dass sich
ihre Angestellten nicht entweder für den Beruf oder
für das Kind entscheiden müssen, sondern sich
sowohl der Karriere als
auch dem Nachwuchs
widmen können. Das ist
ein Trend, nicht nur in
der Schweiz. Unternehmen, die sich mit einem guten Angebot auf
dieses Bedürfnis einstellen, tragen dazu bei, dass
ihnen gute Fachkräfte erhalten bleiben. So gesehen
schreitet Brüggli mit gutem Beispiel voran.
«Unser Ziel ist erreicht,
wenn wir sehen: Die Kinder
fühlen sich hier wohl.»
Was sagen Sie Müttern oder Vätern, die unsicher
sind, ob sie ihr Kind in die Brüggli-Kita geben
sollen?
Monika Hinder: Kommt schauen, macht euch selbst
ein Bild – von mir, von der Einrichtung, vom Angebot und von den Möglichkeiten. Nehmt Kontakt mit
mir auf und kommt vorbei. Mir sind kritische Eltern,
die genau hinschauen, viel lieber als solche, die
einfach nur froh sind, wenn ihre Kinder aus dem
Hause sind.
ichael Haller
M
Leiter Unternehmenskommunikation
Bilder: Roger Nigg, Leila Schumacher
Entdecken und Ausprobieren:
Monika Hinder legt Wert auf
Abwechslung und Individualität.
Monika Hinder ist mit Herz und
Seele Kitaleiterin.
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Kita
Brüggli-Leute helfen beim Aufbau mit
was möglich ist, selbst. Den Aufbau der Kita erlebe
ich deshalb als ein schönes Miteinander.
Ich finde es mega schön, dass Brüggli eine Kita
eröffnet. Die Brüggli-Leute werden dadurch
noch mehr unterstützt und sie wissen ihr
Kind in ihrer Nähe. Es ist eine gute Sache.
Deshalb war ich auch sofort bereit, beim
Aufbau der Kita mitzuhelfen. Angefragt
wurde ich, weil ich als Profi in der Kinderbetreuung gelte. Denn ich arbeitete zehn
Jahre lang als Fachfrau Betreuung mit Fachrichtung Kind.
Ich bin auch noch an einer Tastwand für die Kinder
dran. Eine Wand, auf die ich alltägliche Materialien
klebe: Knöpfe, Stecker, Pinsel. Die Kinder fühlen auf
ihr ganz bewusst die Unterschiede. Dies stärkt ihren
Tastsinn und fördert die kognitiven Fähigkeiten. Mit
meiner Mutter zusammen nähe ich die blaue Stofffigur. Jene, die auf dem Flyer drauf ist. Das ist toll.
Mega toll finde ich, dass Brüggli-Leute überall
beim Aufbau mithelfen. Sie putzen, malen, bauen
einen Zaun, richten den Garten her und kümmern
sich auch um den Strom. Es werden nicht immer
Externe gerufen. Stattdessen erledigt Brüggli alles,
Sehr gut vorstellen könnte ich mir, mein Kind Monika Hinder, der Kita-Leiterin, anzuvertrauen. Sie
ist eine ganz liebe, sympathische und aufgestellte
Person. Und sie hat mega viel Erfahrung! Ja, ich bin
sicher: Es kommt gut mit der Kita.
Romina Biasi, Mitarbeiterin IM
Wie die Kita grün und gelb wurde
mhä. Bevor die Brüggli-Kita eröffnete, fielen einige Bauarbeiten an. Wichtige Beiträge leisteten die
Technischen Dienste. Dazu zählen die Malerarbeiten
– mit sichtbarem Effekt.
mal unterbrechen und in die Pause gehen.» Diese Einstellung und sein Fachwissen gibt er den
Lernenden des Technischen Dienstes, wenn
immer es die Arbeiten zulassen, weiter.
Scheinbar nichts kann Roger Winkler, Lernender
Fachmann Betreuung EFZ, von seiner Arbeit ablenken. Konzentriert
führt er den Farbroller über die
Kante der Holztür. Dies sei auch
wichtig. Ein Werkteil müsse
am Stück beendet
werden, erklärt
Roger
Winkler. «Man kann
nicht einfach
In der Kita sei sein Ziel, das Gebäude sauber
instand zu stellen. Dabei gehe es um Werterhaltung, Wertsteigerung, aber auch den
optischen Effekt. Für diesen sorgen in der Kita
zwei hellgrüne und zwei sonnengelbe Wände.
Bei der Farbwahl für die Wände spielte Roger
Winkler eine wichtige Rolle. Denn er sehe das Resultat von Beginn an. «Halte ich ein Farbmuster an
unterschiedliche Wände, habe ich eine Vorstellung
von der optischen Wirkung.» Sagt es und wendet
sich wieder seiner Arbeit zu.
Stimmen zur Brüggli-Kita
«Höchste Zeit», «Eine gute Idee», «Ich würde sie
auch nutzen»: Viele Mitarbeitende von Brüggli erachten
die Kindertagesstätte als sinnvoll.
Claudia Köhler
Mitarbeiterin Brüggli Medien
Ich finde es eine gute und umsetzbare
Idee, dass es die Möglichkeit gibt, sein
Kind in die Kita zu bringen. Für junge
Frauen ist es sicher auch gut. Ich selber
brauche die Kita nicht. Meine Tochter ist
bereits gross und erwachsen. Aber ich
würde das Angebot nutzen, hätte ich
noch ein kleines Kind.
Yvonne Masiero
Büroangestellte Brüggli Medien
Grundsätzlich ist meine Idee: Wenn ich
ein kleines Kind hätte, würde ich bei
ihm zu Hause sein. Nur wenn es aus
finanziellen Gründen nötig wäre, würde
ich das Kind in die Kita bringen.
Und da ich bei Brüggli arbeite, würde
ich das Kind auch hier in die Kita
bringen. Grundsätzlich finde ich
es eine gute Idee, dass Brüggli eine
Kita eröffnet.
Lidia Veser
Praktikerin PrA Hauswirtschaft
Ich finde es eigentlich eine sehr gute
Idee. Gerade für Eltern ist es eine gute
Sache. Etwa damit sie auch Zeit für sich
haben. Persönlich nutze ich die Kita nicht
und kenne gerade niemanden, der sie
nutzen würde. Wäre dies der Fall, würde
ich ihnen aber sicher vorschlagen, sich
bei der Brüggli-Kita zu melden.
Marlis Brühllhardt
Praktikerin PrA Restauration
Ich finde es sehr gut. Gerade dass das
Angebot auch für ganz kleine Kinder
gilt, finde ich gut. So können Eltern,
die ihre Kinder in die Kita bringen,
arbeiten. Ich selber würde die Kita
auch nutzen. Die Kinder sind dort den
ganzen Tag gut versorgt und werden
auch verpflegt.
Louis Kruijthof
Teamleiter Lernbüro
Es ist eine gute Sache. So haben
Arbeitnehmer mit Kindern die
Möglichkeit, ihrem Job nachzugehen. Gleichzeitig haben sie praktisch
hausintern, also sehr nahe, eine
Betreuungsmöglichkeit. Hätte ich
Kinder, würde ich mein Kind
hinbringen. Ich weiss gerade
niemanden, der das Angebot nutzt,
aber es gibt intern viele, die Kinder
im geeigneten Alter hätten.
Urs Buschor
Teamleiter Mechanik
Es war Zeit, dass man eine Kita ins
Leben rief. Es gibt ja verschiedene
Argumente. Gerade im Leiterbereich
hat es Frauen, die gerne weiterarbeiten und ihr Kind in die Kita bringen
würden. Zurzeit weiss ich niemanden, kenne aber aus der Vergangenheit solche Situationen. Auch für
junge Frauen in Ausbildung ist die
Kita wichtig und Externe finden so
vielleicht einen Platz.
otiert : Marlen Hämmerli
N
Praktikantin Unternehmenskommunikation
Bilder: Yannick Müller, Martina Odermatt,
Natasha Larocca
Urs Seehawer
Teamleiter Druckerei
Ich privat benötige die Brüggli-Kita
nicht. Aber es gibt bestimmt Leute,
die das Angebot gebrauchen können.
Etwa berufstätige oder gerade auch
alleinstehende Frauen. Für sie ist es
eine gute Sache, damit sie den beruflichen Anschluss nicht verpassen.
Nicole Hostettler
Mitarbeiterin Textil
Ich kenne niemanden, der sein Kind in die
Kita bringt und täte es selbst auch nicht in die
Kita geben. Denn bei mir könnte meine Mutter
darauf aufpassen. Ihr geht es auch gesundheitlich noch gut. Ich finde es aber toll, denn
manche Leute haben niemanden, der ihr Kind
hüten könnte und so erhalten sie doch noch
eine Möglichkeit, weiterzuarbeiten.
Sina Mirsch
Sozialarbeiterin in Ausbildung
Ich finde es ein gutes Angebot für die Mitarbeitenden und auch sonst alle. Es gibt nichts, das
gegen die Kita spricht. So kann man etwa Leute
Teilzeit anstellen und sie können ihr Kind unterbringen, wenn niemand da ist. Ich bin noch zu
jung für ein Kind, finde es aber super. Ich würde
die Kita sicher in Anspruch nehmen.
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z
assisten
Arbeits
Arbeit ist Lebensschule
Wir haben nie ausgelernt. So einfach das klingen mag – es gilt
mehr denn je. Wer sich seiner eigenen Ressourcen bewusst ist,
wird flexibler und erhält mehr Handlungsspielraum.
Roman Fisch besucht die Sonderschule und mag
nicht mehr lernen. Seine Motivation ist im letzten
Schuljahr eingebrochen. In ihm steckt vielmehr
ein Praktiker. Dies zeigt
sich bei einem längeren
Schnupperpraktikum in
einer
Autospenglerei
sofort: Die Mitarbeitenden der Autospenglerei
stellen bereits bei der
Begrüssung am ersten Arbeitstag fest: Roman ist
freundlich und interessiert. Er arbeitet gewissenhaft und exakt, fragt nach und nimmt das Werkzeug intuitiv richtig in die Hand. Bereits nach zwei
Wochen stellt ihm die Spenglerei einen Ausbildungsplatz in Aussicht. Damit eröffnet sich
Roman Fisch die Chance, die Ausbildung als
Praktiker PrA Spengler zu machen.
künftigen Lehrbetrieb mit und sagt: «Die Arbeit
macht mich richtig glücklich.»
auch Einkommen ohne Arbeit vielfach Diskriminierung statt Perspektive.
Anerkennung beflügelt
Arbeit erhält uns am Leben, mit ihr verdienen wir
unseren Lebensunterhalt.
Arbeit hält aber auch die
Gesellschaft zusammen.
Denn nicht nur der Lohn
ist wichtig, sondern auch die Tätigkeit an sich. Arbeit hat einen sozialen Wert: Wer arbeitet, ist anerkannt, erhält Bestätigung von Kolleginnen, Vorgesetzten und Eltern und wird
geschätzt in der Gesellschaft. Ohne
sie erlebt man Ausgrenzung. Die
Tagesstruktur fehlt, soziale Kontakte gehen verloren. Deshalb bedeutet
Ein nie abgeschlossener Prozess
Früher erlernte man einen einzigen Beruf. Diesen
übte man sein ganzes Leben lang aus, häufig in
ein und demselben Betrieb. In den Lehrjahren und
den daran anschliessenden Arbeitsjahren erwarb
man die dafür nötigen Fähigkeiten und nicht mehr.
Die Arbeit hält uns in
Bewegung – ein stetiger
Lernprozess.
Der Jobcoach der Arbeitsassistenz
erledigt alle Formalitäten. Die verbleibende Zeit bis zum Ausbildungsstart nutzt Roman Fisch. Während
der Schulferien arbeitet er in seinem
Das hat sich grundlegend geändert. Wer heute eine
Ausbildung macht, erlernt neben dem Fachwissen
seines Berufes Sozialkompetenz. Dazu gehören
Fähigkeiten wie Zuverlässigkeit, Organisationsgeschick und vernetztes Denken. Von den Lernenden
erfordert das hohe Flexibilität, Kreativität und Lernbereitschaft. Bei guter wie bei schlechter Auftragslage, bei langer wie bei verkürzter Arbeitszeit. Dies
befähigt die Lernenden, sich im Laufe ihres Lebens
zu verändern, sich weiterzubilden und unterschiedliche Tätigkeiten bei verschiedenen Arbeitgebern auszuüben. Man entdeckt neue Ressourcen
und entfaltet sein Potenzial. Man wächst, während
man arbeitet.
Neue Aufgaben, neue Lösungen
Arbeiten heisst heute immer häufiger Probleme
lösen. Dafür reicht es aber nicht, nur das bisher
Gelernte anzuwenden. Um das Problem zu lösen,
benötigen wir neue Fähigkeiten, welche wir erst
erlernen müssen. Der Wert der Arbeit liegt damit
im Lerneffekt. Denn das neu erworbene berufliche
Wissen befähigt uns wiederrum, neue Probleme zu
lösen. Arbeit und Lernen sind direkt miteinander
verknüpft.
Lernen ist also mit der Ausbildung nicht abgeschlossen. Danach ist man nicht «fertig», sondern
für den Anfang gerüstet. Die heutige Ausbildung
muss deshalb neben den
fachlichen Kenntnissen
noch mehr vermitteln:
Lernfähigkeit und Problemlösungsfähigkeit. Der
Auszubildende lernt, für
neue Aufgaben neue Lösungen zu entwickeln. Was Jugendliche lernen, ist
die Ausübung einer professionellen Arbeit als ständigen Lernprozess.
Gegen den Stillstand
Um die beste Lösung für ein Problem zu erarbeiten,
wird es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Das bedeutet heute vielfach, dass Fachleute unterschiedlicher Bereiche in
Projektgruppen zusammenarbeiten. Dies setzt
aber wiederrum Kooperation und Teamfähigkeit
voraus. Soziale Intelligenz
ist gefragt.
ständig anpassen und erweitern. Die eigene Ausbildung geht auch nach dem Lehrabschluss weiter.
Wir sind unsere eigenen Bildungsunternehmer. Wir
wachsen mit unseren Aufgaben und lösen neue,
schwierigere Aufgaben.
Arbeit macht uns zufrieden, gibt uns Struktur
und Anerkennung, sichert
unser Einkommen, lässt
uns Wünsche erfüllen.
Ohne Arbeit erlebt man
Ausgrenzung. Struktur und
Kontakte fehlen.
Wer arbeitet, entwickelt sich ständig weiter, passt
sich den sich ändernden Bedingungen an. Auch
die steigende Nachfrage
nach
Weiterbildungen
zeigt dieses Bedürfnis.
Bildung fördert gleichzeitig unsere Lernfähigkeit.
Wer lernt, lernt zu lernen.
Dies ist die Ressource der
Zukunft. Denn die Berufsbezeichnungen umfassen
nicht mehr alle Fähigkeiten, die ein Mensch für seine Arbeit benötigt. Wer arbeitet, muss sein Wissen
Lernen führt zu neuen
Möglichkeiten und stärkt
die eigenen Ressourcen.
Ein Lernender, der entdeckt, was er kann und welche Talente und Fähigkeiten in ihm stecken, wird
flexibler und erhält mehr Handlungsspielraum.
Nutzt er diese Möglichkeiten, kann er sein volles
Potenzial entfalten. Mit einem klaren Ziel vor Augen
ist er in der Lage, sein Leben selbst in die Hand zu
nehmen.
C ornelia Wäger
Jobcoach
Wir sind unsere eigenen
Bildungsunternehmer. Wir wachsen
mit unseren Aufgaben.
Bild: Shutterstock
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ut
t
Was gut
Der Olympia-Sieger
aus dem Drucksaal
Im Beruf braucht er geschickte
Hände. Davon profitiert
er auch als Goalie.
Mit olympischem Gold in der Hosentasche kehrt Mark Lampert
aus Los Angeles zurück. Bei den Special Olympics World Games
belegt er zusammen mit der Unified Fussballmannschaft von
Special Olympics Liechtenstein den ersten Platz.
Mit 5:4 gewann die Unified Fussballmannschaft
von Special Olympics Liechtenstein das Finalspiel
gegen Tschechien und erlangte damit olympisches
Gold. Das war am Schweizer Nationalfeiertag, am
1. August – und die Freude klingt noch lange nach.
Mark Lampert erinnert sich: «In der letzten Minute schoss Tschechien noch ein Goal zum 5:4. Sie
hofften wohl, aufholen zu können.» In der letzten
Minute könne immer alles passieren. Entsprechend
gross war die Anspannung während der gesamten
Special Olympics World Games und besonders vor
dem Finalspiel. Aber Mark Lampert wusste mit dieser Anspannung umzugehen. Sein Rezept: «Musik
hören und schlafen».
Ein zurückhaltender Kollege
Im Drucksaal heisst es, Mark Lampert sei ein ruhiger,
zurückhaltender Typ. Von seinem Erfolg erfährt man
nur auf Nachfragen. «Es braucht ein Weilchen, bis
man mit ihm in Kontakt kommt», sagt sein Arbeitskollege Michél Ambort.
Gehe es um das gemeinsame Hobby «Let’s Play»,
das gleichzeitige Spielen
und Kommentieren eines Computerspiels, sei
er «Feuer und Flamme».
Sobald ihn aber das Gesprächsthema nicht mehr interessiere, bleibe Mark Lampert für sich. Das ist nicht
negativ gewertet. Denn auf den eher stillen Schaffer ist Verlass. Sein Ausbildner Urs Seehawer sagt:
«Wenn es bei der Arbeit vorwärtsgehen muss, geht
es vorwärts. Am richtigen Ort eingesetzt, kann Mark
Lampert seine Stärken ausspielen und ein Team mit
zum Erfolg führen.»
beim Spiel sei, Gegner und Ball genau im Auge zu
behalten, um im richtigen Moment «dazwischen zu
gehen». Urs Seehawer sieht da eine Parallele zur
Arbeit: «Er braucht den Überblick, um gut arbeiten
zu können. In der Verteidigung sieht er den Ball
auf sich zukommen.»
Bei der Arbeit analysiere
der Printmedienpraktiker
erst die Situation, erstelle dann einen Plan, um
schliesslich zur Tat zu
schreiten.
Mark Lampert ist im Alltag
Printmedienpraktiker, in
der Freizeit Fussballheld.
Die richtige Position
Den Sieg der Liechtensteiner Fussballmannschaft überrascht deshalb weniger. «Ich habe
das durchaus erwartet»,
sagt Urs Seehawer. Als Verteidiger sei Mark Lampert an der richtigen Position. Dies sieht auch der
18-jährige Printmedienpraktiker so: «Ich bin lieber
Verteidiger.» Obwohl er im Goal «ziemlich gut» sei.
«Als Goalie profitiere ich von der Handfertigkeit, die
ich mir beim Arbeiten angeeignet habe.» Wichtig
Das Finale
Zur Tat schritt Lampert auch beim finalen Spiel gegen Tschechien – in der ersten Halbzeit als Verteidiger, in der zweiten als Goalie. Den verdienten Sieg
in Los Angeles genoss er zusammen mit seinem
Team. «Auf dem Siegerpodest hat man mega Freude. Man ist stolz auf die Mannschaft, die gut zusammengearbeitet hat.» Das
Zusammenspielen beim
Fussball, der Zusammenhalt und der Teamgeist
sind Mark Lampert «extrem wichtig». Der Sieg
bedeute ihm deswegen
vor allem für das Team viel. Ganz selbstverständlich
sagt er: «Fussball ist ein Mannschaftssport.»
Ob im Fussball oder im
Drucksaal: Das gute Zusammenspiel bringt den Erfolg.
arlen Hämmerli
M
Praktikantin Unternehmenskommunikation
Bilder: Roger Nigg
Mark Lampert hat als Goalie eine Schlüsselposition
auf dem Spielfeld. Diese erfordert Konzentration und
Entscheidungsfreude.
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21
ut
t
Was gut
Verlosu
n
g
Ihre Illustration
Was sind …
mhä. Neben den Special Olympic World Games gibt
es eine Reihe anderer Sportveranstaltungen für
Menschen mit einer Behinderung. Alle sind vom
Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt und haben eine bessere Anerkennung
und die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zum Ziel.
Paralympics entstanden 1948, als erstmals parallel
zu den Olympischen Spielen Wettkämpfe für Rollstuhlsportler organisiert wurden. Lange Zeit blieben
die Weltspiele für Menschen mit einer körperlichen
Behinderung eher unbeachtet. 2012 änderte sich
dies durch eine breitere mediale Abdeckung der
Paralympischen Spiele in London.
… die Special Olympics World Games
Die Special Olympics World Games sind globale Wettkämpfe, die von Special Olympics
organisiert werden. Während täglich überall
auf der Welt regionale und nationale Wettkämpfe ausgetragen werden, sind die Special Olympics
World Games das Aushängeschild der Sportbewegung. Dadurch sollen die Fähigkeiten der Sportler
und Sportlerinnen mit einer geistigen Behinderung
weltweit anerkannt werden. Wie bei den originalen
Olympischen Spielen finden alle zwei Jahre abwechselnd Sommer- und Winterspiele statt. Insgesamt werden Wettkämpfe in 32 Disziplinen
angeboten.
… die Deaflympics
Die Deaflympics sind ein alle vier Jahre stattfindender Wettkampf für Gehörlose. Die Spiele werden
vom International Committee of Sports for the Deaf
organisiert und sind vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt. Bisher nehmen
Gehörlose nicht teil an den Paralympics. Die Deaflympics finden jeweils ein Jahr nach den Olympischen Spielen statt. Abgewechselt wird ebenfalls
zwischen Sommer- und Winterspielen.
Wollen Sie auch ein solches Portrait von sich? Machen Sie mit:
«unterwegs» verlost in jeder Ausgabe eine Illustration,
verwirklicht von Luca Ammann, der bei uns Grafiker lernt.
mha. Die Verlosung im letzten «unterwegs» gewinnt Werner Helfenstein,
Mitarbeiter Logistik. Nun geht es in
die nächste Runde: Es können wiederum alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter von Brüggli teilnehmen. Einzige Bedingung: Wer
gewinnt, hängt seine Illustration am Arbeitsplatz auf.
Unsere Leserinnen und Leser
von auswärts bitten wir ausnahmsweise um Nachsicht;
diese Verlosung ist Brügglis
Mitarbeitenden vorbehalten.
Gemäss eigenen Angaben ist
Special Olympics die weltweit
grösste Sportbewegung für
Menschen mit einer geistigen
Behinderung. Das Internationale Olympische Komitee anerkannte die Bewegung 1988
offiziell und gestattete die Bezeichnung «Olympics». 1968
entstanden, entwickelten sich
bis heute in 170 Ländern eigenständige Ableger von Special Olympics. Diese bieten für insgesamt 4,5 Millionen
Sportler und Sportlerinnen Trainingsmöglichkeiten
und Wettkämpfe. Ziel ist die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit einer geistigen Behinderung mittels Sport.

… die Paralympics
Die Paralympics finden drei Wochen nach den
Olympischen Spielen am selben Ort statt. Seit 1992
sind die Weltspiele für Sportler und Sportlerinnen
mit einer körperlichen Behinderung organisatorisch mit den Olympischen Spielen verbunden.
Angestrebt wird die Gleichbehandlung von Sportlern mit und ohne körperliche Behinderung. Die
Werner Helfenstein gewinnt
ein Portrait von sich. Nun steht die
nächste Verlosung an.
Ja, ich will mein eigenes Portrait gewinnen.
Vorname
Name
Abteilung/Bereich
Die Gewinnerin oder der
Gewinner wird im April 2016
benachrichtigt.
Senden Sie diesen Talon vollständig ausgefüllt per interner Post an:
Michael Haller, Unternehmenskommunikation
Teilnahmeschluss: 31. März 2016
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23
Industr
ie
Neue Kräfte, neue Leggeros
Auf den Strassen sind immer mehr E-Bikes unterwegs. Auch Leggero
wird von dieser Entwicklung beeinflusst. Die Fahrradanhänger sowie
einzelne Teile wurden weiterentwickelt und verstärkt.
Mit hoher Geschwindigkeit fährt das E-Bike die
Strasse entlang. Im Fahrradanhänger sitzen zwei
Kinder. Plötzlich bremst der Familienvater ab,
zieht eine Kurve und steuert fadengerade auf ein
Treppchen zu. Die zwei Tritte sind für das E-Bike
ein Klacks. Der Anhänger hat mehr Mühe. Die Räder krachen gegen den ersten Tritt, schlagen dann
heftig auf dem zweiten auf. Die Kinder schüttelt es
durch, doch solche Manöver sind sie sich inzwischen gewohnt.
Run auf E-Bikes
Das Geschilderte ist keineswegs Fantasie, sondern
die pure Realität, wie Adrian Hungerbühler, Centerleiter von Brüggli Industrie, erklärt. Gut jedes
fünfte Fahrrad ist heute ein E-Bike. Dies zeigt ein
Blick in die Neuverkaufszahlen von velosuisse, dem
Verband der Schweizer Fahrradlieferanten. E-Bikes
ermöglichen, was mit einem normalen Rad unmöglich ist. Sie sind schnell und kraftvoll. Trifft ein Elektrofahrrad gegen eine Bordsteinkante, entsteht eine
enorme Wucht. Bisher undenkbare Kräfte wirken.
Sowohl das Fahrrad als auch der Anhänger werden
viel mehr beansprucht, besonders auch was die Beschleunigungskräfte betrifft.
Massive Verstärkung
Auf diese Entwicklung stellte sich Leggero früh ein.
Bereits vor zehn Jahren, als die ersten E-Bikes aus
Japan auf den Markt kamen, startete die Forschung.
Und spätestens, als 2012 E-Bike-Fahrer vermehrt
nachfragten, ob es möglich sei, Leggero-Anhänger mit dem E-Bike zu nutzen, reagierte Leggero.
Eine neue Deichsel wurde entwickelt, verstärkt mit
zusätzlichen Rippen; die Konstruktion wurde mit
anderen Radien und dickeren Wandstärken verbessert. Doch es war noch mehr nötig, wie Adrian Hungerbühler sagt:
«Wir verstärkten den
gesamten Unterbau und
entwickelten massivere
Kupplungen.»
liche Versionen notwendig. Doch: Die Leggero-Anhänger passen in neun von zehn Fällen ans Fahrrad. Eine Universalkupplung würde vieles vereinfachen, sagt Adrian Hungerbühler. Dafür müssten
sich aber die drei Marktführer einigen. «Es ist
schwierig. Aber ich habe
weiterhin die Vision, eine Kupplung zu entwickeln,
die für alle funktioniert.»
Leggero hat sich früh
genug für den
E-Bike-Markt gerüstet.
Die Vielfalt an Kupplungen ist eine weitere Folge der E-Bikes. Reichten früher zwei oder drei Kupplungen, um alle Fahrradtypen
und -marken abzudecken, sind heute elf unterschied-
TÜV-Test mit Bravour bestanden
Den TÜV für Geschwindigkeiten bis 25 km/h bestand
der Leggero Enso dieses Jahr ohne jegliche mechanischen Beanstandungen. Dies sei sicherlich auch
den eigenen Anpassungen an den E-Bike-Markt zu
verdanken. Denn auch der TÜV passte seine Prüfkriterien an die Anforderungen der E-Bikes an und
liess diese umgehend in die Prüfspezifikationen
einfliessen; so wurde zum Beispiel ein neuer Deichseltest eingeführt. Mit einer Belastung von beinahe
200 Kilogramm wird die Deichsel 100 000 Mal hin
und her bewegt. So wird die Bruchsicherheit ge-
Der Leggero Enso hat zahlreiche
Tests hinter sich – beim TÜV wie auch
im Prüfstand von Brüggli (Bild).
Bilder: Roger Nigg
Quelle: Bundesamt für Energie, 2014
E-Bike-Nutzung
Rentnerinnen und Rentner
Arbeitstätige Bevölkerung (Personen bis 65)
Eher kürzere Distanzen als Personen bis 65 Jahre
Eher längere Distanzen als Personen bis 65 Jahre
Fahrradtouren
Arbeitsweg
Einkauf und Freizeit
Einkauf und Freizeit
Nutzung bei schlechtem Wetter
Deutlich weniger
Weniger
Nutzung im Winter
Deutlich weniger
Weniger
Durchschnittliche Distanzen
Hauptzweck
Weitere Nutzungszwecke
unterwegs 1115 |
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Immer mehr unterschiedliche Velotypen
erfordern immer mehr verschiedene
Kupplungen (Bild links). Die E-Bikes
haben auch zu stärkeren Deichseln
(Bild rechts) geführt.
e
i
Industr
Die TÜV-Tests zeigen:
Leggero bietet Qualität
und Sicherheit.
testet. Die Qualität überprüft Leggero auch selber
laufend. In der hauseigenen Testanlage können alle
Leggero-Modelle mit Geschwindigkeiten bis zu 15
km/h über eine simulierte Buckelpiste geprüft werden. Des Weiteren führen die Entwickler mit einem
E-Bike immer wieder Feldtests durch.
Sicher mit E-Bike und Anhänger
Ab und an ist Adrian Hungerbühler selber mit dem
E-Bike unterwegs. Aufgrund seiner Erfahrungen rät
er, bei Kurven auf die angepasste Geschwindigkeit
zu achten und vorsichtiger zu fahren. Auch solle
man das eigene Verhalten zum Beispiel beim Zufahren auf Kreuzungen und Kreisel prüfen und abrupte
Bremsmanöver vermeiden.
gerbühler. Wer mit seinem E-Bike die Treppe hochfahre, tue dies wie bis anhin auf eigenes Risiko.
Mit den E-Bikes wirken
ganz andere Kräfte auf die
Anhänger-Konstruktion.
Und vor allem: den Kindern den Fahrradhelm
aufsetzen, sie immer
anschnallen und sicher
gehen, dass die Gurte
gut sitzen. Doch egal wie
stabil ein Anhänger sei, am Ende zähle eben auch
der gesunde Menschenverstand, sagt Adrian Hun-
arlen Hämmerli
M
Praktikantin Unternehmenskommunikation
Der Fahrradmarkt im Überblick: Immer mehr E-Bikes
2006
3 181
57 613
107 253
86 626
188 852
E-Bikes
Sportvelos
Freizeit-/Alltagsvelos
Leggero Enso gewinnt
Design Preis Schweiz
2014
181 669
Total: 299 286 Fahrräder
Total: 325 908 Fahrräder
Quelle: Bundesamt für Energie, 2014
Sozioökonomisches Profil der E-Bike-Nutzenden
Alter: 53,5 Jahre
Frauen: 46 %
Männer: 51 %
Ausbildung: abgeschlossene Berufslehre
Erwerbstätigkeit: 40 % arbeiten Vollzeit, 32 %
Teilzeit, 24 % sind pensioniert
Erwerbseinkommen: 6 001 bis 10 000 Franken
Haushaltsgrösse: 45 % zwei Erwachsene, 33 %
Familien mit Kindern
Wohnort: 45 % leben in einem Dorf, 24 % am
Stadtrand
Wertvorstellungen: Harmonie, gesunder Lebensstil, Sicherheit, Genuss, Umweltbewusstsein
Sportlichkeit: 36 % treiben zwei bis drei Mal pro
Woche Sport
Fahrradbesitz: 71 % besitzen ein weiteres Fahrrad
E-Bike: 85 % kauften ein neues E-Bike, 62 % sind
City E-Bikes
Gründe: Spass und Genuss beim Fahren, Erhalten
und/oder Verbessern der körperlichen Gesundheit
Wichtige Auswahlfaktoren: Reichweite, Akkusystem, Serviceleistungen
Weiterempfehlung: 79 % würden E-Bike-Fahren
weiterempfehlen, 93 % taten dies bereits
Brüggli gewinnt mit dem Leggero Enso beim Design Preis Schweiz den ersten Platz. Der multifunktionale Fahrradanhänger für Kinder hat auf
der ganzen Linie überzeugt: «Funktional, technisch ausgeklügelt, grundsolide konstruiert,
langlebig, präzise verarbeitet und smart zu bedienen», urteilt die Jury.
mha. Hinter dem Fahrradanhänger, Kinderwagen und
Sportjogger in einem steckt
noch mehr als Technik und
Design. Es sind Menschen mit
körperlichen oder psychischen
Schwierigkeiten, die massgeblich am Erfolg des neuen Leggero Enso beteiligt sind: Sie
wirkten am Prototyp mit, nähten
in der Textilabteilung das Regenverdeck oder gestalteten und
druckten die passende Broschüre
dazu.
2015/16
r
e
n
n
i
W
t
E xcellen
Swis s
Design
Dank dem Leggero
Enso erleben Menschen mit psychischen
oder körperlichen Schwierigkeiten eine sinnstiftende Beschäftigung, spannende Ausbildung sowie Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit.
Alles ideale Voraussetzungen, um wieder Fuss im
ersten Arbeitsmarkt zu fassen. Mit dem Leggero
Enso erfahren sie gute Arbeit, Stolz und Erfüllung
– und das ist wesentlich für den Integrationserfolg.
Die Publikation «Taten statt Worte» zeigt die Zusammenhänge, stellt unseren Partner Tribecraft vor
und rückt die Menschen hinter dem Leggero Enso
ins Rampenlicht.
Als Download: www.brueggli.ch >> Media >> Geschichten >> Geschichte zum Leggero Enso
In gedruckter Version: zu bestellen bei Brüggli,
Ressort Unternehmenskommunikation, mha@
brueggli.ch
www.designpreis.ch, www.leggero.com
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ut
t
Was gut
«Erklärt es mir nicht nur mit
Worten, sondern zeigt es mit Gesten,
schreibt es auf, beschreibt es.»
«Gut aufgehoben»
Ich fühle mich bei Brüggli gut aufgehoben und
werde mit Respekt behandelt. Die Kommunikation
ist für mich natürlich nicht immer einfach, dennoch
gebe ich mein Bestes, um die Leute zu verstehen,
und versuche mich so gut als möglich zu verständigen.
Meine Kolleginnen und Vorgesetzten sind in der Regel gut informiert, wie man mit Menschen mit Hörbeeinträchtigung umgeht. Nach der anfänglichen
Zurückhaltung können wir uns gut verständigen.
Wenn es um ein komplexes Thema oder wichtige
Ereignisse wie Termine und Gespräche geht, schreiben wir es manchmal lieber auf.
«Langsam sprechen»
Einander Gehör schenken
Kristina Jankovic verständigt sich mit
ihrer Aubildnerin Lucia De Martino.
Bilder: Melissa Frei, Roger Nigg
Bei Brüggli arbeiten auch Menschen mit Hörbeeinträchtigung.
Mehrere Leitende haben sich mit einer Fortbildung in Gebärdensprache auf ihre Bedürfnisse eingestellt.
«Einfach versuchen»
mha. «Es geht um die Symbolik», sagt Luigi Berini, agogischer Leiter von Brüggli, «ein Zeichen
der Wertschätzung und zugleich ein Zeichen für
Brügglis Professionalität». Es gehört zu Brügglis Anspruch, allen Menschen – ungeachtet ihres
Handicaps – eine Chance mit guter Arbeit zu bieten. Und so ist es ein konsequenter Schritt,
dass mehrere Leitende eine Fortbildung in
Gebärdensprache absolviert haben. Ein
Kollege hat sogar eine fortführende Ausbildung als «Kommunikations-Assistent
in Gebärde» besucht, die ihn befähigt,
als Sprachvermittler und Begleiter
für Hörbehinderte zu agieren. Der
Schweizerische Gehörlosenbund SGBFSS begrüsst dieses Engagement und
spricht von einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Brüggli (siehe Interview
mit Gabriela Uhl auf Seite 36/37).
Was aber halten Direktbetroffene bei Brüggli
davon? Wie erleben sie ihren Berufsalltag als
Menschen mit Hörbeeinträchtigung? Was läuft gut
– und was ist allenfalls noch zu verbessern? Wir haben drei Betroffene gefragt.
Ich verstehe zwar vieles noch nicht, aber alle bei
Brüggli sind sehr hilfsbereit und verständnisvoll.
Unter den Lernenden habe ich leider noch nicht viel
Anschluss, aber ich hoffe, dass sich das mit der Zeit
ändern wird. Der Beginn der Ausbildung ist für alle
eine Herausforderung – und für mich besonders.
Bitte sprecht langsam mit mir, lasst mir Zeit zu antworten. Erklärt es mir nicht nur mit Worten, sondern
zeigt es mit Gesten, schreibt es auf, beschreibt es.
Ich lerne einfacher, wenn ich es sehen kann. Dann
kann ich auch Abläufe besser erkennen und das
macht mich sicherer.
Bei Fragen und Problemen habe ich immer einen
Ansprechpartner. Der Austausch mit den Vorgesetzten und Lehrern ist sehr gut. Es wäre schön, wenn
es mehr Personen gäbe, die gebärden könnten.
Es hilft mir, wenn Sie langsam und deutlich in
Hochdeutsch und in normaler Lautstärke mit mir
sprechen. Es wäre auch gut, wenn Sie Blickkontakt
herstellen könnten, damit Menschen mit einer Hörbehinderung Ihre Lippen besser ablesen können.
Wenn ich Sie nicht verstehe, wiederholen Sie einfach das Gesagte oder schreiben Sie es auf.
Von meinem Umfeld wünsche ich mir, dass man
keine Hemmungen hat, mit mir zu sprechen oder
Fragen zu stellen. Ich möchte gerne darauf aufmerksam machen, dass bei Menschen mit Hörbeeinträchtigung das Hörvermögen sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Es lohnt sich, Betroffene nach
ihrer bevorzugten Kommunikationsform zu fragen.
Die Menschen sollen kein Mitleid mit den Gehörlosen
haben. Mitleid bringt uns nichts. Wir haben andere
Wege, um zu hören. Ich nehme Musik zum Beispiel
wahr, indem ich meine Hände auf die Stereoanlage
lege und so die Vibrationen im Körper spüre.
Es geht gut mit der Arbeit in der Textilabteilung. Ich
arbeite seit 16 Jahren hier. Nähen ist mein Traumberuf. Die Kolleginnen und Vorgesetzten akzeptieren
mich so wie ich bin.
Schön wäre es, wenn noch mehr Menschen die Gebärdensprache könnten; das würde vieles einfacher
machen. Wichtig ist, dass man deutlich und hochdeutsch mit mir spricht. Ich muss die Lippen sehen
können; Gesprächspartner sollten also ihre Hände
nicht vor den Mund halten.
Die Leute sollten keine Hemmungen haben. Versucht es einfach, kommt auf mich zu, habt Mut.
Sprecht mich bitte von vorne an, damit ich euch gut
sehe.
Sabine Marti, Mitarbeiterin Textil
Sabrina Graf, lernende Betriebspraktikerin PrA
Kristina Jankovic, lernende Kauffrau EFZ
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t
Was gut
Fakten zum Hören
Wie tickt
das Ohr?
Lautstärken in Dezibel (dB)
Feinster Ton
0 dB
Raschelnde Blätter
40 dB
Lauter Donner,
Rasenmäher
110 dB
Ticken einer Uhr
Atemgeräusche
10 dB
Pianospiel,
normale Unterhaltung
Wahlton Telefon,
lautes Radio
60 dB
Rockband,
Bohrmaschine
Gehörmuschel
30 dB
Start eines Düsenjets
120 dB
90 dB
Laute Rockmusik
140 dB
Gehörschnecke
Geräusche wie ein Autohupen oder Musik
sind genau genommen Schallwellen. Sie
sind das Resultat von schnell und langsam vibrierenden Druckwellen. Langsame Vibrationen erzeugen tiefe, schnelle
Vibrationen hohe Töne. Die Schallwellen
werden von der Gehörmuschel, die ähnlich
wie ein Trichter funktioniert, aufgefangen
und von dort aus in den Gehörgang weitergeleitet, dessen röhrenartige Form wichtige
Laute verstärkt.
Stadtverkehr,
Cello, Geige
80 dB
Gehörknöchelchen
Gehörnerv
Das Ohr ist eine verstärkende Kettenreaktion, ein Orchester von
Impulsen und blitzschnellen
Übertragungsleistungen.
Geflüster
20 dB
Ovales Fenster
Gehörgang
Am Ende des Gehörgangs trifft der Schall auf das
Trommelfell im Mittelohr. Dieses beginnt im gleichen Rhythmus wie der Schall zu schwingen. Mit
dem Trommelfell ist das erste der drei Gehörknöchelchen, der Hammer, fest verwachsen. Schwingt
das Trommelfell, gerät auch er in Bewegung und
leitet die Schwingung an Amboss und Steigbügel
weiter. So gelangen die Laute ins Innenohr und
werden weiter verstärkt.
Abhebende Rakete
150 dB
180 dB
Quelle: Pro Audito Schweiz
Wer hört wie gut?
Quelle: www.only-one-world.de
Delfin
Fledermaus
Hund
Elefant
Mensch
Fisch
200 000 Hz
16 - 150 000 Hz
15 - 50 000 Hz
1 - 20 000 Hz
20 - 20 000 Hz
200 - 400 Hz
Dort befindet sich die Cochlea, die Gehörschnecke. Sie ist im Prinzip eine Knochenkapsel, durch
die sich ein dünner Schlauch windet. Wie das
gesamte Innenohr ist auch dieser Schlauch mit
Flüssigkeit gefüllt. Hier befindet sich das Herzstück
des Ohrsystems: die Tausenden von kleinen Haarsinneszellen. Sie wachsen entlang der gesamten
Gehörschnecke und sind nach verschiedenen Tonhöhen angeordnet. Direkt zu Beginn finden sich
jene Haarzellen, die für die hohen Töne zuständig
sind. Zuhinterst werden die tiefsten Töne wahrgenommen. Die Spitze der Sinneszellen ragen in die
Flüssigkeit des Innenohrs hinein. Unten haben sie
Kontakt zum Hörnerv.
Der Steigbügel schwingt im Rhythmus der Schallwelle und kippt immer wieder in das mit Flüssigkeit gefüllte Innenohr. Dadurch gerät in der Gehörschnecke die Flüssigkeit in Bewegung, und mit ihr
bewegen sich die Spitzen der Haarsinneszellen.
Je nach Höhe des Tones ist der Ausschlag am Anfang oder Ende der Gehörschnecke am stärksten.
Aussenohr
Dementsprechend werden
andere Haarsinneszellen angeregt, worauf diese einen Botenstoff freisetzen und am Hörnerv
einen elektrischen Impuls auslösen.
Mittelohr
Innenohr
Trommelfell
Eustachische Röhre
Quellen: Pro Audito Schweiz, Hörplus.de
Infografik: Regina Furger
Der Impuls gelangt über mehrere Schaltstationen zur Hörrinde im Grosshirn. Dort
wird das empfangene Signal mit bereits gespeicherten Mustern verglichen und der hörende
Mensch erkennt das Hupen als Hupen oder die
Musik als Musik.
Je nachdem, wo in dieser Kette ein Defekt auftritt,
entsteht eine spezifische Form von Hörverlust. Diese kann entweder zu einer leichten Beeinträchtigung führen oder auch schwerwiegend sein und
einen völligen Hörverlust zur Folge haben. Man
unterscheidet im Wesentlichen drei Arten von
Hörverlust, abhängig davon, ob das Aussen-, Mittel- oder Innenohr betroffen ist.
arlen Hämmerli
M
Praktikantin Unternehmenskommunikation
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Was gut
Was heisst es, nichts zu hören?
Unter der Taucherglocke
Wenn man ein hermetisch verschlossenes Einmachglas öffnet, macht es plop oder klack. Das hat
mit dem Druckunterschied zu tun. Ähnliches erlebe
ich an diesem Abend, am Ende eines Experiments:
Ich lege den Lärmschutz ab, pelle die Ohrpfropfen
raus – und plop und klack: Da sind sie wieder, die
Stimmen, das Tastaturen-Stakkato, die Laufschritte,
die Kopierer-Auswürfe, das Elektronik-Gefiepe – all
die Klänge, die wir als Grundrauschen unseres zivilisierten Daseins wahrnehmen.
Probieren geht über Studieren: Im Ressort Unternehmenskommunikation haben
vier Personen einen Tag lang konsequent gehörlos gearbeitet, abgeschottet
mit Ohrenpropfen und Lärmschutzkopfhörern, beobachtet von einem Kollegen,
der sich als einziger Hörender ziemlich seltsam vorkam.
Alleine unter Leuten
Alle kleinen Nebengeräusche sind verstummt: das
Geplauder, das Klicken der Computermäuse. Und
doch höre ich vieles. Dumpf hallen meine Schritte
im Körper wider. Das Telefon klingelt nach wie vor
schrill und penetrant. Gleichzeitig fühle ich mich
isoliert, abgeschottet. Ich bin alleine mit meinen
Gedanken, völlig zurückgeworfen auf mich selbst.
Zusammensitzen fällt schwer. Lockeres Geplauder
ist verunmöglicht, Kommunikation umständlich. Etwas aufzuschreiben dauert eine gefühlte Ewigkeit.
Man fasst sich kurz und präzise. Unwichtig erscheinende Dinge oder Details lässt man weg. So bleibt
wenig, das sich aufzuschreiben lohnt. Was bleibt,
ist das Bedürfnis sich mitzuteilen. Am liebsten würde ich mich völlig abkapseln. Zum ersten Mal fällt
mir auf, wie viele Worte wir normalerweise fliegend
austauschen. Unser Geplapper füllt in Sekunden
Seiten und wir bemerken es nicht.
Ich versinke in der Arbeit. Mich zu konzentrieren
fällt mir wie immer leicht. Nur der Lärmschutz
drückt nach einiger Zeit schmerzhaft. Nun verstehe
ich, warum manche Bauleute trotz starkem Lärm
ohne Gehörschutz arbeiten.
Einmal fragt mich jemand, was wir eigentlich machen. Ich höre ihn sehr gut, denn er steht nahe
bei mir. Doch normal zu antworten wäre seltsam.
So strecke ich ihm bloss die Karte entgegen, welche um meinen Hals hängt: Darauf steht,
dass ich an einem Experiment mitmache. Er habe sich so etwas
Ähnliches bereits gedacht,
meint der Fragende und
geht weiter seines Weges.
Es ist als hätte ich eine Taucherglocke abgelegt, das Vakuum mit Leben gefüllt. Die
auditiven Reize überfluten
mich, vermengen sich mit
den visuellen Reizen, denen während des ganzen
Tages die Begleitmusik
gefehlt hat. Ich fühle mich
wieder komplett, unversiegelt und habe viel angestaute Energie. Am liebsten würde
ich jetzt gleich Musik hören; sie
versöhnt mich mit dem Alltag, inspiriert
mich, bringt Zerstreuung und Ablenkung; sie hat
mir sehr gefehlt.
te ins Freie, nehme den knallblauen Lärmschutz
ab und die gelben Ohrpfropfen raus. Die schmerzenden Ohrläppchen reibend frage ich mich: Höre
ich besser? Schlechter? Schwer zu beurteilen. Das
Verkehrsrauschen stört mich immer. Vielleicht ist es
nun noch extremer.
Erst am nächsten Tag merke ich den Unterschied. Ich
reagiere sensibler auf all diese kleinen Nebengeräusche. Nehme mehr wahr als sonst. Das Experiment
hat sich definitiv gelohnt. Vielleicht setze ich
den Lärmschutz wieder mal auf.
Marlen Hämmerli
Praktikantin Unternehmenskommunikation
Das Telefon fehlt mir während des Experiments
nicht. Zwangsläufig kommt es zu weniger Sitzungen und weniger trivialen Diskussionen. Die Verlagerung der Kommunikation auf Handschriftliches
oder Mail bedingt eine Vorbereitung, ein Überlegen, und das führt zu einer Konzentration der
Worte. Wir sagen mit weniger mehr. Wir kommen
Der Tag neigt sich dem
Ende entgegen. Ich tre-
rascher auf den Punkt, weil es aufwändiger ist, sich
mitzuteilen, werden direkter, haben aber weniger
Platz für Ironie und Worte zwischen den Zeilen. Dafür spricht der Körper mehr: ein Lächeln hier, ein
in die Höhe gereckter Daumen da. Was mir auch
auffällt: Die Zeit vergeht anders, langsamer, weil wir
nicht so viel aufs Mal machen.
Die Ohrpfropfen kombiniert mit den Hörschützern
schotten das Ohr ab, dass es wie ein Klangkörper
wirkt. Ich höre meinen Puls und die Bewegungen
der Gelenke und Muskeln – quasi Stimmen aus
dem Innern. Sogar meine Augenlider machen Geräusche, mit jedem Blinzeln. Ich höre nichts mehr
und doch viel.
Am Mittagstisch frage ich mich, ob ich wie eine
Dampflokomotive schnaufe und ob ich sonst noch
Geräusche von mir gebe. Es fehlt die Resonanz.
Das Essen ist rasch vom Teller; bin froh, wenn ich
mich zurückziehen kann. All die fragenden Blicke
aus dem Stummfilm, der mich umgibt. Mittendrin
allein. Ein Statist, der sich nur mit Hand und Fuss
oder dem Schreibblock zu verstehen geben kann.
Mir gegenüber sitzt Dominik, der den ganzen Tag
unsere Telefone hütet und zwischen den Welten
vermittelt. Er hört wie immer. Ich frage mich, wer
der Ausgegrenzte ist: er oder ich.
Am Abend bin ich froh, das Experiment gemacht zu
haben – und dankbar und glücklich, dass ich hören
kann.
ichael Haller
M
Leiter Unternehmenskommunikation
Kein Tag wie jeder andere
Es ist kurz nach halb acht. Etwas nervös betrete ich
das Büro in Erwartung dessen, was da wohl auf
mich zukommt. Nebst einer Instruktion per SMS
tags zuvor, dass ich für einen Tag das Ohr der Abteilung sein werde, hatte ich keine Informationen.
Schnell wird mir klar, dies wird ein anstrengender
Tag. Aber weniger für mich als mehr für Marlen
Hämmerli, Regina Furger, Predrag Jurisic und Michael Haller. Denn wie sich im Laufe des Tages noch
zeigen wird, werden sie sich je länger je schwerer
mit ihrer temporären Bürde tun.
Als dürften sich die Blicke nur kreuzen und nicht
begegnen – das ist einer meiner ersten Eindrücke.
Das kann daran liegen, dass sich die Probanden
etwas blöd vorkommen mit ihren schlumpfblauen
Lärmschützen. Die neue Situation bringt nicht bloss
Stille mit sich, sondern auch Unsicherheit.
Dieses Phänomen weicht nach einiger Zeit dann
wieder der Normalität: Wir blicken einander in die
Augen, wenn Gedankengut ausgetauscht wird.
In der Pause setzen wir uns gemeinsam mit
Schreibzeug und ausreichend Papier an den Besprechungstisch. Und nach den ersten Minuten
wird klar: Smalltalk übers Wetter wird’s heute wohl
nicht geben. Etwas anders gestaltet sich dann auch
das Mittagessen, nicht ausschliesslich wegen der
vielen fragenden Blicke unserer Arbeitskollegen.
Ich sitze allein als Hörender mit vier vorübergehend Gehörlosen am Tisch und komme mir doch
glatt als Aussenseiter vor. Wie schnell sich so etwas
doch ändern kann.
Eine weitere, sehr interessante Beobachtung kann
ich bezüglich der Gestik und Mimik machen. Mir
war bis anhin gar nicht bewusst, welchen Stellenwert diese bei unserem täglichen Austausch
einnehmen. Es lassen sich erstaunlich viele Dinge
auch ohne Worte regeln.
Schliesslich galt das Experiment um 17 Uhr als offiziell beendet. Das Abnehmen der schlumpfblauen
Lärmschütze und Herausnehmen der Ohrpfropfen
schien von aussen betrachtet etwa so wie eine er-
folgreiche Landung nach einem überaus turbulenten Flug. Befreiend.
Dominik Widmer, lernender Mediamatiker
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33
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Was gut
Gebärdend sprachlos
Wie ein Eskimo im Iglu
Ich habe mich gefreut auf das Experiment. Einen Tag
lang schön in Ruhe, konzentriert und ganz ohne
akustische Ablenkungsmanöver der Arbeit nachgehen. Klingt gut. Doch nun klingt nichts mehr,
es rauscht in meinem Kopf. Mächtig laut sogar. Als
Erstes werde ich auf meine Atmung aufmerksam.
Schnaufe ich so laut? Hören das die andern? Ich
höre das eigene Blinzeln und meine Schritte dröhnen wie ein aufgedrehter Bass. Rasch werde ich
unruhig, da ich das Gefühl nicht loswerde, das sich
jemand geräuschlos anpirscht und mich erschreckt.
Schnell vermisse ich die vertrauten Stimmen meiner
Arbeitskollegen.
Es kostet mich Energie, nichts zu hören. Erste Nachrichten trudeln in Form von eilig bekritzelten Zettelchen bei mir ein. Was steht da genau? Soll ich dies
nun in langwierigem Hin und Her herausfinden?
Ich ertappe mich beim Versuch, den Austausch
über gewisse Dinge auf morgen zu verschieben.
Ist doch einfacher, rasch darüber zu sprechen. Ei-
nige Leute sind
froh, mich bald wieder loszuhaben, um
mein Pantomimenspiel
nicht länger entschlüsseln
zu müssen. Nichts zu hören ist
anstrengend und fordert Geduld – von mir und
meinen Kommunikationspartnern. Meine anfängliche Freude auf Ruhe verkommt rasch zur inneren
Zerreissprobe. Ich wünsche mir eine Zeichensprache. Beim Mittagessen kracht der Salat im Kopf, es
matscht das Brot. Irgendwie schmeckt das Essen
heute nicht besonders, die Zermahlgeräusche irritieren mich.
Die Kommunikation beschränkt sich auf das Wesentliche und Nötige. Klare und knackige Botschaften, fokussiert und zielgerichtet. Das gefällt mir.
Gestik, Mimik und Blicke gewinnen an Bedeutung,
ich schaue bewusster in die Gesichter und auf die
Lippen, wenn mein Gegenüber mir etwas erklären
möchte. Ich versuche unbeabsichtigt,
mehr Emotionen in meine Gesten zu
bringen, in der Hoffnung, schneller verstanden zu werden. In der Pause einfach zusammen zu sitzen und nichts sagen zu müssen,
erlebe ich positiv.
Nachmittags fühle ich mich irgendwie allein. Abgeschottet wie ein Eskimo im Iglu, mit dicker Kapuze
über den Ohren, in der einsamen, stillen Arktis.
Werde es bald 17 Uhr, bitte. Ich schaue vermehrt
nach links, nach rechts. Geht es den andern auch
wie mir? Mich beschäftigt der Gedanke, wie es
wäre, ohne Musik leben zu müssen; zu singen ohne
Stimme und die eigenen Gitarrengriffe nur über die
Vibration der Saiten wahrzunehmen – ein niederschmetternder Gedanke. Nur noch fünf Minuten
durchhalten.
R egina Furger
Teamleiterin Grafik
Im Gang winke ich den Kollegen zu. Ich lächle. Mehr
als sonst. Ist es vielleicht ein Reflex, um nicht aufzufallen? Beim Wasserholen werde ich auf meine
Kopfhörer angesprochen. Ich lächle wieder und
verweise auf die Karte, auf der das Experiment erklärt ist. Ich ernte wohlwollende Zustimmung. Und
ein Like, kein virtuelles, sondern ein reales. Schöne
Gegensatzerfahrung.
Wieder zurück am Schreibtisch falle ich in eine fast
schon meditative Stimmung. Ich fühle mich entspannt. Ausser dem ungewohnten Druck auf den
Ohren. Ein Rauschen manifestiert sich in meinem
Kopf, das ich nicht einordnen kann: Ist es mein Gehörsinn, der sich da bemerkbar macht? Oder das
Blut in meinem Kopf? Fragen über Fragen, die wir
im Team am Pausentisch klären. Schriftlich. Präzis.
Ohne Blabla. Meine Welt ist nach innen gerichtet:
kein Telefon, kein Gespräch, keine Sitzung. Dafür
mehr Konzentration und Fokus.
Es ist Mittagszeit. Im Team gehen wir zum Restaurant. Blicke streifen uns. Tuscheleien gehen
los. Keine Ahnung, was die Menschen um mich
sagen. Am Salatbuffet geht's dann ruckzuck. Möglichst schnell den Teller füllen und hin zur Kasse:
Fragende Gesichter. Ich verweise erneut auf meine Karte zum Experiment. Wieder Anerkennung.
Dann das Essen. Blattsalat zuerst. Er ist nicht knackig wie in der Werbung beschrieben. Der knirscht
mehr wie frisch gefallener Schnee. Zwiebeln dagegen explodieren förmlich im Mund, während die
Wir sitzen im Speisesaal der Jugendherberge
und wagen kaum zu sprechen. Der Raum ist voller Menschen, die miteinander sprechen, doch es
ist mucksmäuschenstill.
Lebhaft wird gestikuliert,
das Gesicht verzogen
und diskutiert. Meine
Gruppe und ich fühlen
uns isoliert und fragen
uns im Flüsterton: «Was
läuft da?» An der Rezeption erwartet uns die Antwort in Form eines Schildes: Deutscher Gebärdensprachkongress.
Im Verborgenen wurde aber weitergebärdet. Nach
über hundert Jahren wurde das Verbot aufgehoben
und seit den 1980er-Jahren wird die Gebärdensprache erforscht.
Gebärdensprache ist eine
visuelle Sprache aus
komplexen Äusserungen.
Mönche erfanden die «Affensprache»
Vor 200 Jahren nahmen sich Mönche als Erste der
Bildung von Gehörlosen an. Um die Kommunikation
zu erleichtern, nutzten sie Gebärden. So entstanden
die ersten Gehörlosenschulen in der Schweiz, welche schnell zu Treffpunkten wurden. Dies förderte
die eigenständige Entwicklung der Gebärdensprache sowie den kulturellen und meinungsbildenden
Austausch. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts geriet
die Gebärdensprache jedoch zunehmend in Verruf.
Sie galt als primitive Affensprache und Hindernis
beim erzwungenen Lernen der Lautsprache. 1880
wurde sie schliesslich, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Gehörlosen, europaweit verboten.
Wenn der Salat wie Schnee knirscht
Kurz vor acht betrete ich das Büro. Ungewohnte
Stille empfängt mich. Ich winke allen zu und gehe
an meinen Platz. Das Experiment mit Ohrpfropfen
und Lärmschutz beginnt. Den Computer eingeschaltet setze ich mich an den Tisch und tippe
mein Passwort ein. Das gewohnte Klacken der Tasten bleibt aus. Dafür spüre ich den Druck meiner
Fingerbeeren, wenn diese die Tasten zum Schreiben antreiben. Ich fühle plötzlich mein Inneres: die
Schluckreflexe, die Atmung und den Herzschlag. All
das, was ich sonst nicht wahrnehme, erscheint mir
auf einmal wahnsinnig laut. Beim Gehen wandern
die Tritte bis zu meinem Kopf, als ob mein Körperwasser im Hirn hin- und herschwappt.
Dass die Gebärdensprache gesellschaftlich akzeptiert ist und auch
erforscht wird, ist eine neue Entwicklung. Über hundert Jahre lang war sie
europaweit verboten und die Gehörlosen gebärdeten im Verborgenen.
Weitere Fremdsprache
Die Gebärdensprache ist
eine vollständige Sprache wie jede Lautsprache
auch. Sie setzt sich aus
komplexen Äusserungen zusammen, die gleichzeitig über Gesicht und Hände produziert werden.
Die Orientierung von Gesicht, Oberkörper und Händen hat vor allem eine grammatikalische Funktion.
Bereits kleine Unterschiede in der Ausdrucksform
verändern die Aussage.
Damit ist die Gebärdensprache ebenso leicht
oder schwer erlernbar
wie andere Fremdsprachen.
Internationale und regionale Grenzen
In jedem Land entwickelte sich eine eigene Gebärdensprache. Die jeweiligen gesellschaftlichen,
kulturellen und historischen Gegebenheiten prägten die Gesten mit. So beschreibt ein Süddeutscher
den Sonntag, indem er seine Hände vor der Brust
zusammenlegt und den Kirchgang symbolisiert. Ein
Norddeutscher hingegen streicht sich über Brust
und Bauch seinen feinen Sonntagsanzug glatt. In
der Schweiz gibt es fünf regionale Dialekte: Zürich,
Basel, Bern, Luzern und St.Gallen. Sie unterscheiden sich je nach Region und Gehörlosenschule. In
der Romandie und im Tessin werden ebenfalls andere Gebärdensprachen benutzt.
Die Sprachbarrieren zwischen den Ländern sind
weniger hoch als bei den
Lautsprachen. Den internationalen Austausch erleichtert eine künstliche
Gebärdensprache: die
American Sign Language. Dabei handelt es sich um
keine eigene Sprache, sondern leicht verständliche,
oft bildhafte Gebärden.
Der Raum ist voller diskutierender Menschen, doch es
ist mucksmäuschenstill.
In Kursen wird erst ein Bewusstsein für die eigene Körpersprache entwickelt und Lockerheit geübt.
Denn Gebärdensprachler setzen den Körper sichtbarer ein. Die Sprache wirkt lebhafter. In einem zweiten Schritt lernt man erste Vokabeln. Die räumliche
Grammatik sollte man möglichst früh üben.
arlen Hämmerli
M
Praktikantin Unternehmenskommunikation
weissen Bohnen wie Sand
zwischen den Zähnen
durchsieben. Mein ganzer Kopf scheint sich zu bewegen. Meine Zähne zermalmen das Essen, und die
Zunge wischt es von links nach rechts und umgekehrt. Mein Unterkiefer tanzt. Das ist mir vorher nie
aufgefallen. Ich merke, wie andere Sinne in den
Vordergrund rücken: Das Essen schmeckt intensiver.
Auch schaue ich mehr um mich herum und suche
den Kontakt zum Gesicht meines Gegenübers, um
zu deuten, was die Person mir mitteilen will.
Ich war einen Tag lang gehörlos. Einen Tag auf
mich statt die Aussenwelt konzentriert. Einen Tag
ohne Musik. Was mir gefehlt hat, waren die Gespräche mit dem Team. Sonst war es ruhig. Zu ruhig.
u
n
t
e
r
w
e
g
s
P redrag Jurisic
Fachleiter PR
unterwegs 1115 |
35
ut
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Was gut
Niemanden ausschliessen
«Unser Zugang zur Welt der Hörenden
wächst. Wir kämpfen dafür, dass es
auch am Arbeitsplatz vorangeht.»
Mehr Mut und weniger Berührungsängste: Das wünscht sich
Gabriela Uhl vom Schweizerischen Gehörlosenbund SGB-FSS.
Sie freut sich, dass Brüggli mit gutem Beispiel vorangeht.
Brüggli hat mehreren Leitenden eine Fortbildung
in Gebärdensprache ermöglicht. Was halten Sie
davon?
Gabriela Uhl: Das ist einfach gut. Die Kommunikation
mit den Mitarbeitenden ist wichtig, und da Brüggli auch Mitarbeitende mit Hörbeeinträchtigung beschäftigt, ist eine Fortbildung in Gebärdensprache
sehr sinnvoll. Es ist ausserdem ein Symbol: Brüggli
zeigt, dass hier auch Menschen mit Hörbeeinträchtigung ganz selbstverständlich in den Arbeitsprozess integriert sind. Brüggli schreitet mit gutem
Beispiel voran.
gibt’s zum Beispiel das Restaurant «Blinde Kuh»,
wo man blind einkehrt – super. Denn so erlebt man,
was es heisst, blind zu sein. Mit der Gehörlosigkeit
verhält es sich genau
gleich. Es geht um die
Empathie, ums Mitfühlen. Und mitfühlen kann
man am besten, wenn
man selber erfährt, was
es heisst, nichts mehr zu
hören.
Die Gehörlosigkeit ist eine unsichtbare Behinderung. Das bringt mit sich, dass man sich schwer
tut, sie zu sehen und zu verstehen.
Gabriela Uhl: Dieser Umstand ist ein Teil des Problems. Darum setzt sich der Gehörlosenbund dafür
ein, auch auf politischer Ebene mehr Einfluss zu
bekommen. Wir wollen
im Parlament vertreten
sein, und wir wollen,
dass die Rechte von
Menschen mit einer
Hörbehinderung
respektiert und umgesetzt
werden.
«Habt keine Angst, geht auf
die Gehörlosen zu, klopft an
und lasst sie teilhaben.»
Wir haben zu viert einen Tag lang konsequent gehörlos gearbeitet. Es war ein Experiment, das Teil
unserer umfangreichen Berichterstattung zum
Thema Gehörlosigkeit ist. Wie finden Sie das?
Gabriela Uhl: Ich bin sehr gespannt auf eure Erfahrungsberichte. Es ist gut,
dass Hörende in die Welt
der Gehörlosen eintauchen und so besser mitfühlen können. Wir vom
Schweizerischen Gehörlosenbund erklären die
Zusammenhänge, wir zeigen Bilder, wir vermitteln
– und wenn da noch Erlebnisse am eigenen Leibe
dazukommen, dann ist das sehr interessant. Ich finde euer Experiment sehr gut.
Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen
bei der Ausbildung und beruflichen Integration
von Menschen mit Hörbeeinträchtigung?
Gabriela Uhl: Ich habe es selbst erlebt: Man ist
rasch isoliert. In der Pause, zum Beispiel, sind
die Gehörlosen aussen vor. Und oft erhalten sie
wichtige Infos nicht oder zu spät. Das lässt sich
mit Dolmetschern vermeiden. So können alle Mitarbeitenden dieselben Infos zum selben Zeitpunkt
erhalten – es wird niemand ausgeschlossen. Kurse
in Gebärdensprache sind ebenfalls sinnvoll. Und
generell hilft es, wenn Unternehmen sich mit der
Kultur der Gehörlosen
auseinandersetzen – so
wie Brüggli das aktuell
tut. Vorträge von betroffenen Fachleuten dienen
der Sensibilisierung. So
gesehen, ist die grösste
Herausforderung einfach die Auseinandersetzung
mit dem Thema – offen, unverkrampft. Der Schweizerische Gehörlosenbund bietet hierbei vielfältige
Unterstützung.
Kann man ein solches Experiment auch als Anbiederung oder Betroffenheitskitsch interpretieren?
Gabriela Uhl: Nein, gar nicht; ich finde es einfach
wertvoll, weil es das Verständnis fördert. In Zürich
Was können Hörende tun, um Betroffenen die
Arbeit und den Alltag zu erleichtern?
Gabriela Uhl: Ideal ist es, wenn möglichst viele Leute die Gebärdensprache beherrschen. Aber auch,
Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Brüggli?
Gabriela Uhl: Es ist ein Wow-Erlebnis. Die Kursteilnehmer von Brüggli sind motiviert; sie machen
mit; man merkt, dass es ihnen wichtig ist. Und man
merkt: Brüggli kümmert sich um alle Mitarbeitenden.
wenn ihr sie nicht beherrscht: Habt keine Angst,
geht auf die Gehörlosen zu, klopft an und lasst sie
teilhaben, mit Respekt und ohne Berührungsängste. Das gibt Betroffenen
ein gutes Gefühl: Ich
gehöre auch dazu. Im
Weiteren empfehle ich,
für wichtige Informationen einen Dolmetscher
beizuziehen.
«Brüggli zeigt, wie Gehörlose in den Arbeitsprozess
integriert werden können.»
«Die Kursteilnehmer von
Brüggli sind motiviert. Ich
merke: Es ist ihnen wichtig.»
Was wünschen Sie sich im Namen des Gehörlosenbundes von der Öffentlichkeit?
Gabriela Uhl: Es gehört zu den Zielen des Schweizerischen Gehörlosenbundes, die Akzeptanz und
Förderung von Gehörlosen in Beruf und Bildung
voranzubringen und Betroffenen ein barrierefreies Leben zu ermöglichen. Am Arbeitsplatz
heisst das, dass die Chefetage auch
Gehörlosen eine Chance gibt; hierbei
wünsche ich mir mehr Mut und Probierfreude – es ist noch viel mehr möglich.
Es ist wenige Jahrzehnte her, da war die Gebärdensprache verpönt und gar verboten, besonders an Schulen.
Gabriela Uhl: Ich habe es selbst erlebt
in meiner Schulzeit. Wir Gehörlosen
haben uns in der Pause versteckt
und heimlich gebärdet. In der
Berufsschule gabs keine Dolmetscher; wir mussten uns selber
helfen. Heute läuft das zum
Glück besser. Betroffene Kinder haben bessere Chancen,
einen erfolgreichen Weg
einzuschlagen.
Was funktioniert sehr gut?
Gabriela Uhl: Die Kommunikation wird
immer einfacher, viel besser als früher. Die Untertitel im Fernsehen, die
Möglichkeiten mit Smartphone, FilmChats und SMS ... Es hat sich einiges
getan; unser Zugang zur Welt der
Hörenden wächst und wächst. Schule und Bildung funktionieren immer
besser. Es gibt aber noch viel zu tun,
vor allem, dass wir Informationen in
Gebärdensprache erhalten. Der Gehörlosenbund kämpft auch weiter dafür,
dass es am Arbeitsplatz vorangeht und
Gehörlose gleichbererechtigt ihren Beitrag leisten können.
Was war Ihr schlimmstes Erlebnis als Gehörlose?
Gabriela Uhl: Ich
war auf der Notfallstation im Spital. Ich hatte keine
Zeit mehr gehabt,
einen Dolmetscher
zu bestellen und ich
Gabriela Uhl, Soziokulturelle Sachbearbeiterin beim Schweizerischen Gehörlosenbund. Bei ihr besuchen mehrere Leitende
von Brüggli eine Fortbildung in Gebärdensprache.
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konnte dem Arzt nicht erklären, was mir fehlte. Der
Arzt verstand es nicht; er verlor sichtlich die Nerven.
Dann kann zum Glück ein Bekannter von mir dazu,
der vermitteln konnte. Ein weniger dramatisches,
aber doch bezeichnendes Beispiel vom Bahnhof: Es
gibt kurzfristig einen Fahrplan- oder Gleiswechsel,
der nur via Lautsprecher
mitgeteilt wird, derweil
die lesbaren Infos noch
nicht aktualisiert sind –
und schon ist der Zug für
mich abgefahren.
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Was war Ihr schönstes Erlebnis als Gehörlose?
Gabriela Uhl: Es sind nicht unbedingt einzelne Erlebnisse, sondern einzelne Entwicklungen, die mich
insgesamt freuen. Der technische Wandel erlaubt
uns Gehörlosen, uns einzubringen und auszutauschen. Und die Durchmischung der Völker bringt
mit sich, dass sich Menschen mit verschiedenen
Sprachen begegnen. Da kann man nicht einfach
davon ausgehen, dass man vom Gegenüber schon
verstanden wird. Es ist interessant, wie einfach die
Konversation zwischen Gehörlosen und Ausländern
funktioniert. Die Ausländer, eine Minderheit wie die
Gehörlosen, gehen auch davon aus, dass man sie
nicht versteht – und schon bewegen sich beide
Gesprächsteilnehmer auf derselben Ebene. Für uns
Gehörlose ist es oft einfach, mit Ausländern in Kontakt zu kommen.
Einfach, weil die Ausländer gar nicht erst davon ausgehen, dass sie problemlos verstanden
werden?
Gabriela Uhl: Ja, das führt zu einem unverkrampften
Miteinander. Man versucht es einfach, auch mal mit
Gesten – und staunt oft, wie gut man sich trotz aller
Differenzen versteht.
I nterview: Michael Haller
Leiter Unternehmenskommunikation
Bild: SGB-FSS
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Was gut
Ist anders wirklich anders?
Brüggli ist nicht wie jeder andere Betrieb. Brüggli ist anders. Wer die
Hintergründe nicht kennt, neigt zu Vorurteilen. Was immer man von der
sozialen Einrichtung halten mag: Brüggli bewegt die Menschen.
Brüggli soll anders sein? Ich behaupte ja. Schade
nur, dass Anderssein im Volksmund mit Begriffen
wie «auffällig sein» oder
«im Abseits stehen»
assoziiert wird. Denn
Brüggli bietet Arbeitsplätze für Menschen mit
einem Handicap und
engagiert sich für deren Integration. Dies wirkt auf viele befremdend.
Es sind Ängste, die uns alle betreffen und zuerst
abgebaut werden müssen, damit Integration eine
Chance hat.
diese Wut der ganzen Welt zeigen zu wollen, ist
ihnen am Morgen im Bus oder am Abend am Bahnhof abzulesen. Dann
können auch mal raue
Töne angeschlagen werden. Töne, die eine Wut
im Bauch verraten, aus
dieser leistungsorientierten Gesellschaft ausbrechen zu wollen. Und im selben Atemzug ertönt der
Hilfeschrei, von derselben Gesellschaft angenommen zu werden. Ich habe oft den Eindruck, dass
sich diese Ohnmacht bei vielen auch in der Arbeit
widerspiegelt. Man will zuerst als gleichwertiger
Mensch wahrgenommen werden,
bevor Arbeit und Leistung überhaupt möglich sind.
«Krankheit ist
nichts Verkehrtes
oder Endgültiges.»
Was heisst hier andersartig?
Nach meiner mehrjährigen
Tätigkeit bei Brüggli kann
ich mit gutem Gewissen
sagen: Ja, Brüggli ist anders. Zum Glück. Damit
meine ich nicht, dass sich
Brüggli jenseits der Realität bewegt. Im Gegenteil.
Die Andersartigkeit lässt es
zu, mit weniger Druck, aber
unter ähnlichen Arbeitsbedingungen zu arbeiten, wie
dies in der freien Wirtschaft
der Fall ist. Für die Lernenden
und die Mitarbeiter geht es
hier nicht darum, acht Stunden am Tag auf dem höchsten Level funktionieren zu
müssen und dabei die eigene
Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Es geht nicht darum, im
Leistungsranking ganz oben
zu stehen und einem Bild zu
entsprechen, das sie von ihren
Möglichkeiten weiter entfernt,
als dass sie es ihrem Potenzial näher bringt. Lässt
sich diese Haltung mit den Realitäten in der freien
Wirtschaft auf einen Nenner bringen?
Integration betrifft uns alle
Bei Brüggli bewege ich mich in einem Alltag, der
sich von seiner menschlichsten Seite zeigt. Ecken
und Kanten haben hier ihren Platz, persönliche
Grenzen liegen manchmal auf dem Prüfstein. Dies
erfordert sowohl für die Klienten als auch für die
Leiter ein hartes Stück Arbeit, damit das gemeinsame Ziel «Integration» erreicht wird. Integration
erfolgreich zu gestalten bedeutet für mich, die persönlichen Anteile und Fähigkeiten eines Menschen
wahrzunehmen und diese in einen Arbeitsprozess
als Teil eines Ganzen einzubinden. Es sind Schritte, die von allen Beteiligten vollzogen
werden müssen, um
auf eine gemeinsame
Ebene zu kommen.
Die Suche nach dieser Ebene prägt in
«Sind Wirtschaftlichkeit
und Menschlichkeit
unvereinbar?»
meinen Augen das Arbeitsklima bei Brüggli. In dieser Auseinandersetzung bietet sich für beide Seiten
– für die Klienten und
die Vorgesetzten – die
Chance, sich kennen zu
lernen und das gegenseitige Verständnis und
Vertrauen zu fördern.
nicht zu übersehen. Für einmal im Mittelpunkt zu
stehen, mit der Aussicht, das öffentliche Interesse auf sich zu lenken,
vermag bei vielen Berge
zu versetzen. Auf jeden
Fall sind es Momente,
wo sich scheinbar disqualifizierte Menschen
von ihrer besten Seite
zeigen. Die neugewonnene Sicherheit lässt ihre
Schranken fallen und sie zu Menschen werden, die
vor Energie sprühen.
«Ecken und Kanten
haben bei
Brüggli Platz.»
Blockaden lösen
Wenn ich für die Umfragen des Firmenmagazins
«unterwegs» die Lernenden befrage, treten mir
oft Menschen gegenüber, die ein anderes, mir bis anhin unbekanntes Gesicht
zeigen. Ihre Dankbarkeit darüber, dass
ihre persönliche Meinung zu einem
bestimmten Thema
gefragt ist und diese
in einem Magazin
öffentlich wird, ist
auch zu spüren, wie gross die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten sind, wenn wir ihnen Raum
geben. Das gibt Hoffnung und die Erkenntnis, dass
«Krankheit» im Grunde nichts Verkehrtes oder Endgültiges ist, sondern vielmehr eine Ansammlung
verschiedener Ungereimtheiten, an denen wir
wachsen, wenn wir sie erkennen.
aniel Köppel
D
Mitarbeiter Unternehmenskommunikation
Collage: Regina Furger
Das eigene Potenzial erkennen
Begegnungen dieser Art berühren mich und gehen
mit der eigenen Auseinandersetzung oft Hand in
Hand. Das Gefühl, der Anstoss
für etwas Gutes gewesen
zu sein, löst eine tiefe
Zufriedenheit aus. Aber
Wenn das Herz schreit
Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit lassen sich
leider kaum mehr vereinbaren. Wenn ich die Lernenden im Brüggli-Alltag beobachte, werde ich
den Eindruck nicht los, dass es da draussen sehr
kalt sein muss. Ihre Unzufriedenheit steht ihnen oft
ins Gesicht geschrieben. Aber auch die Botschaft,
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s
Auch da
noch
Mein Br
üggli
«Einfach ersetzen das Zeugs»
B: «Ersetzen, einfach ersetzen. Reparieren lohnt
sich nicht.»
A: «Echt? Der Geschirrspüler ist erst sieben Jahre
alt.»
B: «So ist das heute. Viel Elektronik. Wenn die futsch
ist …»
A: «Gopf; jetzt hab ich dann bald alle Haushaltsgeräte innert sieben Jahren erneuert: den Kühlschrank, die Waschmaschine, den Wäschetrockner und nun auch noch den Geschirrspüler.»
B: «Sieben Jahre ist schon nicht lange, ja.»
A: «Und?»
B: «Einfach ersetzen das Zeugs. Die heutigen Geräte
brauchen viel weniger Strom.»
A: «Das klingt, als wären die Geräte schon 20 Jahre
alt. Bei einem Computer oder Handy sind sieben
Jahre eine Ewigkeit. Aber bei einem Geschirrspüler?»
B: «Einfach ersetzen das Zeugs.»
A: «Das einzig Unerschütterliche heutzutage ist die
menschliche Dummheit. Die hält und hält und
hält.»
B: «Das waren eh schwierige Geräte, die Sie da hatten.»
A: «Wir reden hier von einem etablierten Schweizer
Hersteller.»
B: «Aber halt alt.»
A: «Ich stand hier, auf diesem Massivholzboden, an
diesem Chromstahl-umrandeten, glanzlackierten
Verkaufstresen, als ich mich für diese Geräte entschied. Ihr Unternehmen hat sie mir vor sieben
Jahren in den höchsten Tönen empfohlen.»
B: «Ja, damals. Heute ist halt heute.»
A: «Ach so. Dann ist eine Empfehlung immer nur
eine Momentaufnahme. Was gestern gut war,
kann heute ein Seich sein. Ja, das kann ich nachvollziehen.»
B: «Ja.»
A: «Ja.»
B: «Und nun?»
A: «Ich schau mir die Testberichte im Internet an
und bestell das neue Gerät dann online mit
grösstmöglichem Rabatt. Das Zeugs hält ja eh
nicht lange.»
ichael Haller
M
Leiter Unternehmenskommunikation
Faszination Feilen
Brüggli besteht seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Es besticht durch eine grosszügige, helle und transparente Architektur
– so ähnlich wie die Menschen gebaut sind,
die dort ein- und ausgehen. Dies ist wohl der
erste Eindruck, den viele Ankommende empfinden, wenn es heisst: «Willkommen bei
Brüggli».
Eine Oase
Für mich ist es zudem seit fast einem Vierteljahrhundert eine Oase, ein Ort, wo sich verschiedenste
Menschen treffen, die unterwegs sind. Wo auch
Reibungen und Wärme entstehen, wie es beim
Feilen in einer Lehrwerkstatt immer wieder der Fall
ist. Ein Schmelztiegel von Charakteren, Individuen,
vielfältigen Kulturen, mannigfaltigen Wünschen
und Erwartungen. Ein
äusserst interessanter
Ort für eine Oase, wo
sich die grosse Welt im
Kleinen wiederfindet, wo
der lernende Mechaniker
mit Feilen beginnt und
sich mit dem fertigen Lehrstück einer Karawane im
weiten Feld von Arbeitsmöglichkeiten anschliesst.
Genügend erquickt in der grosszügigen Oase. Dann
kann er Gelerntes aus dem Effeff, also etwas nicht
nur der Form nach beschreiben, sondern auch die
Funktionsweise erklären – wer hätte das gedacht,
dass dahinter die Faszination steckt. Nicht nur die
Faszination für das Feilen im Falle des Mechanikers.
rufsalltag seinen festen
Platz. Dort gibt es natürlich
unterschiedliche
Verhaltensweisen und Wünsche und
schnell werden Zwischentöne gehört. In der Lehrwerkstatt tönt das
zum Beispiel so: «Ist ja nicht normal,
dieses ewige Feilen.» Der Begriff «Normal» im allgemeinen Sinn kann überall
und doch nirgends richtig korrekt eingesetzt werden. Im Duden wird «normal» als
der Norm entsprechend, vorschriftsgemäss,
so wie es sich die allgemeine Meinung als das
Übliche,
Richtige
«vorstellt», beschrieben.
Bei Brüggli feilen wir
nicht nur am Rohling.
Es geht um viel mehr.
Was heisst schon «normal»?
Es sind wohl vor allem der Kontakt und die Zusammenarbeit auf verschiedenen Plattformen und
Ebenen, welche mich stets aufs Neue beeindrucken
und mein Leben in der Oase der Faszination bereichern, ganz besonders in der Mechanischen Lehrwerkstatt. Im Orchester des Lebens hat auch der Be-
Das ist einige Jahre her.
Unverändert gross ist Heinz Lists
Faszination fürs Feilen.
An derselben Werkbank
So gesehen und speziell
aus der Sicht des zukünftigen Mechanikers
ist Feilen das Normalste, was es zum Karrierestart
gibt, zugegeben manchmal mit mehr oder weniger
Faszination. Nun wissen Lernender und Lehrmeister
endgültig: Wir stehen miteinander an der gleichen
Werkbank und ganz bestimmt miteinander in Zusammenhang.
Im Prinzip wird nicht nur am metallischen Rohling
gefeilt, sondern auch ... und das darf jetzt der geneigte Leser selbst weiterdenken ...
Ich jedenfalls habe immer eine kleine Feile in der
Tasche.
einz List
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Teamleiter Mechanik
«Mein Brüggli» ist Ihres
In der Rubrik «Mein Brüggli» kommen Mitarbeitende von Brüggli zu Wort, die sagen, was ihnen
Brüggli bedeutet. Es ist ihr Brügli, ihre Ansicht,
ihre Haltung. Hier sind differenzierte Betrachtungen willkommen – weit über das Unternehmen
und unsere Arbeit hinaus. Wer dem Beispiel von
Heinz List folgen will, ist
herzlich willkommen:
[email protected]
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n
Auf eine
Blick
2.4 Mio.
17.1 Mio.
12.5 Mio.
50.6 Mio.
26.7 Mio.
52.5 Mio.
7.1 Mio.
11.4 Mio.
Zeitungen, Flyer
Littering-Kosten nach Produkten
Diverses
Take-Away-Verpackungen
Zigaretten
Getränkebehältnisse
7.3 Mio.
4.3 Mio.
Infografiken: Regina Furger
Bilder: Leila Schumacher
Quelle: Bundesamt für Umwelt, 2011
Gemeinden
Öffentlicher Verkehr
Die saubere Schweiz littert
Schnell ist der Zigarettenstummel weggeschnippt oder die Energy-Drink-Dose vergessen.
Littering – neudeutsch für fallen oder liegen gebliebenen Abfall – begleitet uns Schritt für Schritt
durch den Alltag. Welche Folgen die kollektive Verschmutzung hat, bleibt häufig unbeachtet.
Reinigungsbedingte Littering-Kosten
ÖV: 48 Mio. Franken
Beinahe 200 Millionen Franken kostet das Aufräumen des liegengebliebenen Abfalls. Dies zeigt eine
2010 durchgeführte Studie des Bundesamtes für
Umwelt. Knapp ein Viertel der Kosten entfiel auf
den öffentlichen Verkehr (öV). Am meisten Abfall
blieb in den Bahnhofarealen und im von den SBB
bestellten Fernverkehr liegen. Es ist zu vermuten,
dass die SBB deshalb am stärksten unter den Reinigungskosten leiden. Diese schlagen im Fernverkehr
mit 11 Millionen zu Buche, was einem Viertel der im
öV anfallenden Kosten entspricht. Insgesamt verursachen Getränkebehältnisse im öV am meisten Kosten. Dies dürfte unter anderem mit den Nachtzügen
und -bussen zusammenhängen.
Wir alle müssen zahlen
Die Gemeinden bezahlten für die Beseitigung des
liegen gebliebenen Abfalls insgesamt 144 Mio.
Franken. Auf jeden einzelnen Schweizer Einwohner macht das 18.50 Franken oder einen Kinoeintritt. Besonders durch Littering belastet sind städtische Gemeinden wie Basel oder Rapperswil. Mit
96 Millionen Franken zahlen die Steuerzahler dort
zwei Drittel aller in Gemeinden anfallenden Reinigungskosten. Weniger aufwenden müssen touristische oder industrielle Gemeinden wie Bad Ragaz
und Baar. Das einkommensstarke Zollikon an der
Zürcher Goldküste oder die ländliche Gemeinde
Oberkulm im Aargau sind am allerwenigsten von
Littering betroffen.
Wiederverwenden statt wegwerfen
Dabei handelt es sich bei den liegen gelassenen
Abfällen um wertvolle Materialien. Je nach Nachfrage und Qualität zahlen Altstoffhändler für die Tonne
Alteisen 230 bis 300 Franken und für die Tonne PET
250 bis 300 Franken. Zusätzlich spart Recycling Energie. Eindrücklich ist die Bilanz beim Alu: Die Wiederverwertung spart 95 Prozent der Herstellungsenergie.
Was sowohl in den Gemeinden als auch in den
Bahnhofarealen am häufigsten gesammelt wurde,
ist auch am giftigsten. Gelöst in einem Liter Wasser,
können bereits die Chemikalien eines Zigarettenstummels Fische töten, wie eine Studie der San Diego State University zeigte. Verschluckt ein Kleinkind
bereits eine bis drei Zigaretten, zeigt es Symptome
von Vergiftung wie Durchfall oder Erbrechen.
Künftig könnte Littering schweizweit mit bis zu 300
Franken gebüsst werden.
arlen Hämmerli
M
Praktikantin Unternehmenskommunikation
Strassenmüll
21 Mio.
Gemeinden: 144 Mio. Franken
96 Mio.
Peripheriezentren
Bahnhofareale
58 %
Regionalverkehr: 6 Mio.
Nahverkehr: 9 Mio.
Fernverkehr: 11 Mio.
Bahnhofareale: 21 Mio.
touristische, industrielle Gemeinden: 20 Mio.
ländliche, landwirtschaftliche Gemeinden: 28 Mio.
Städte, Peripherizentren: 96 Mio.
Erhoben wurden die zusätzlichen Leistungen
und direkten Kosten für das Entfernen
der Littering-Abfälle (Aufräumen, Sammlung, Transport).
Zigaretten
Quelle: Bundesamt für Umwelt
Wirkung von Zigarettenstummeln
Strassenmüll in europäischen Grossstädten
Zigaretten: 58.3 %
Kunststoffe: 11.6 %
Organische Abfälle: 9.8 %
Papier, Karton: 8.8 %
Glas: 7.3 %
Metall: 3.9 %
Quelle: Vogel 2003
Diverses: 0.5 %
Fünf Gramm Zigarettenabfall ensprechen ca. 0.19 mg
Nikotin und rund 0.002 mg Arsen
(ca. Nassgewicht von 9.4 Kippen)
Annahme:
2004 weltweit 5.53 Billionen produzierte Zigaretten
83 % Filterzigaretten
= Potenzial über 90 Tonnen Nikotin und etwas mehr
als eine Tonne Arsen an die Umwelt abzugeben
(Hochrechnung)
Giftigkeit:
Eine bis drei verschluckte Zigarettenkippen können
bei Kleinkindern deutliche Symptome einer Vergiftung, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, hervorrufen.
Experiment mit Wasserflöhen
Nach 48 Stunden waren alle Wasserflöhe tot, die
einer Konzentration von zwei benutzten Zigarettenfiltern pro Liter Wasser ausgesetzt waren.
Bei der Verwendung unbenutzter Filter lag die
Sterblichkeit auch bei der höchsten verwendeten
Konzentration von 16 Filtern pro Liter Wasser unter
50 Prozent.
Studie der San Diego State University
Die Chemikalien aus nur einer Zigarettenkippe, in
einem Liter Wasser gelöst, können Fische töten.
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
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Glas
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Gitarren der Marke Eigenbau
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Im Campus+ ist die Musik zu Hause. Angehende Gitarrenvirtuosen
hatten sogar die Chance, unter professioneller Anleitung ihr eigenes
Instrument zu bauen.
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PET, div. Kunststoffe
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Verweildauer von Wertstoffen in der Natur
Quellen: Pro Natura Plakat,
Wikipedia, IGORA, VetroSwiss
Selber machen macht Freude
Im Wohnhaus Campus+ wird der Traum zum Plan.
Und aus dem Plan wird ein Workshop, angeleitet
von Joza Tadic und Rolf
Bürkler, die selbst das
Gitarrengewitter und die
Saitenakrobatik lieben.
Während mehrerer Wochen haben angehende
Gitarrenvirtuosen
die
einzigartige Gelegenheit, sich eine E-Gitarre oder
einen E-Bass zu bauen. Dazu stehen ihnen fünf
verschiedene Bausätze zur Verfügung, und die jungen Instrumentenbauer können sich auch bei der
Farbgestaltung einbringen. Der Klangkörper aus
massivem Holz, der feingeschliffene und sauber
lackierte Hals, die präzise gespannten Saiten, die
filigrane Technik: Eins fügt sich zum anderen – hier
wird wahr, wovon andere träumen. Das macht Spass
und stolz.
ichael Haller
M
Leiter Unternehmenskommunikation
Inspiriert und motiviert
«Alle sind hochmotiviert dabei», sagt Joza Tadic,
der selber viel Erfahrung in Musikbands und im Instrumentenbau hat. Mit seiner Leidenschaft hat er
nicht zum ersten Mal die jungen Leute im Campus+
angesteckt: Im Sommer gab die «Workshop-Band»
ein Konzert mit Coversongs, wobei eine Zusammenarbeit mit dem Profimusiker Matthias Aeberhard (er
ist einer der Tenöre von «I Quattro») zum Tragen
gekommen war.
Nun stehen den angehenden Gitarrenvirtuosen sogar eigene Instrumente zur Verfügung.
Gut möglich, dass wir die
Gitarren und Bässe zu
sehen und hören bekommen. Wir freuen uns auf
messerscharfe Gitarrenriffs und hämmernde Bässe,
die uns den Soundtrack zum Brüggli-Alltag liefern.
Eine eigene elektrische
Gitarre bauen:
ein Traum wird wahr.
Müllobjekte an Küsten weltweit
Zigaretten: 25.4 Mio.
Tüten (Papier, Plastik): 9.7 Mio.
Deckel, Verschlüsse: 9.4 Mio.
Lebensmittelverpackungen: 9.2 Mio.
Tassen, Teller, Besteck: 7.4 Mio.
Getränkeflaschen (Plastik): 5.7 Mio.
Getränkeflaschen (Glas): 5 Mio.
Getränkedosen: 4.8 Mio.
Strohhalme, Rührer: 4.5 Mio.
Seile: 2.2 Mio.
Eine handgefertigte Gitarre, in Form und Technik
exakt abgestimmt auf die Bedürfnisse des Musikers:
Das ist etwas, das für gewöhnlich Rockstars und
ambitionierten Profis vorbehalten bleibt, die mit
ihrem personalisierten Instrument ihre Individualität unterstreichen. Solche sogenannten «Costummade»-Gitarren sind natürlich viel teurer als ein
Instrument aus der Massenproduktion. Der Traum
einer persönlichen Gitarre bleibt darum für viele
Musiker ein Traum.
Zigaretten
Das nötige Rüstzeug werden die jungen Talente in
einem Einsteigerkurs erhalten. Die musikalische
Entdeckungsreise im Campus+ geht also weiter.
Selbst gemacht klingts am besten: Lernende bauen
unter fachkundiger Anleitung ihre eigene Gitarre.
Bilder: Andrea Graf
25.4 Mio.
Quelle: UNEP 2009
PET
Rückgabe von 12 PET-Getränkeflaschen = Energie,
um Laptop 64 Stunden laufen zu lassen
Pro Kilogramm rezykliertes PET werden in der
Schweiz mehr als drei Kilogramm an Treibhausgasen wie CO2 eingespart, denn PET ist zu 100 Prozent
rezyklierbar.
2013 konnte der Ausstoss von 124 000 Tonnen
Treibhausgasen (hauptsächlich CO2) verhindert
werden. Das entspricht dem Ausstoss aller Personenwagen des Kantons Schaffhausen während
eines Jahres.
Bussen
Thurgau
1. Inhalt eines Aschenbechers: Fr. 80.–
2.Einzelne Kleinabfälle wie Dosen, Flaschen,
Papier, Verpackungen, Zigarettenstummel,
Kaugummi, Essensreste: Fr. 50.–
3.Kehrichtsäcke oder Kleinabfälle in grösseren
Mengen: Fr. 250.–
Appenzell Innerrhoden: Fr. 100.–
St.Gallen: Fr. 50.–
Schweiz: künftig bis zu Fr. 300.–
Quelle: Carbotech AG, PET-Recycling Schweiz
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Wie die Worte schöner fliessen
Prof. Dr. Nicole Rosenberger von der Zürcher
Hochschule für Angewandte Wissenschaften
vermittelte am «Denkstop»-Schreibseminar
praktische Tipps, die das Schreiben beflügeln.
Macht weiter so
Als externe Teilnehmerin wurde ich offen wie herzlich empfangen. Wieder mal vor Ort zu sein, auch
wenn in einem etwas anderen Kontext als üblich,
habe ich sehr geschätzt. Prof. Nicole Rosenberger
erlebte ich nah bei uns Teilnehmenden. Sie hat
verstanden, aus der Vielfalt der Themen
für mich wichtige Aspekte zu vermitteln.
Die Werkzeuge kann ich in meiner Arbeit
sofort anwenden. Auf «Denkstop» wurde
ich im Magazin «unterwegs» aufmerksam.
Hier erhalte ich mehr Einblick in die Themen von Brüggli – das ist für mich wissensund lesenswert. Die Ideen zu «Denkstop»
sprechen mich sehr an. Querdenken mit viel
Praxisbezug und das alles innerhalb zweier
Stunden – ideal. Ich komme gerne wieder.
Macht weiter so!
Wie schreibt man besser und lieber? Im Rahmen
eines «Denkstop»-Forums gingen wir dieser Frage
mit Prof. Dr. Nicole Rosenberger auf den Grund.
Schreiben ist mühsam, zeitraubend, eine Last. «Ich
denke zu viel nach. Alles soll schon beim ersten
Versuch perfekt sein.» Oder: «Ich schreibe und
verliere jedes Mal den Überblick.» Mit solchen und
weiteren Problemen betraten die Teilnehmenden
des Schreibseminars den Seminarraum. Und mit
handfesten Strategien und Tipps, voller Vorfreude
darauf, den nächsten Text zu schreiben, verliessen
sie ihn wieder. Was war geschehen?
Strategien von und für Schreibprofis. «Wir haben
meistens Probleme beim Schreiben, wenn wir rationales und kreatives Denken vermischen», erklärte
Nicole Rosenberger. Logik und Kreativität beissen
sich. Wer einen flüssigen Text schreiben will, in dem
ein Wort das nächste gibt, kann nicht ständig jedes
Wort hinterfragen. Wer hingegen einfach drauflos
schreibt, ohne Planung wild in die Tastatur haut,
verliert sich beim Schreiben.
Chaos oder Kontrolle oder beides?
Der neueste «Denkstop» war geschehen. Wieder
mit hochkarätigem Inhalt, diesmal vermittelt von
Prof. Dr. Nicole Rosenberger. In 90 Minuten vermittelte die Dozentin für Organisationskommunikation
der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften den 20 Teilnehmenden Tipps, Tricks und
Praktische Tipps
Wie aber weder zu rational noch zu kreativ sein?
Beides voneinander trennen, ohne das eine zu vernachlässigen und dem anderen zu viel Gewicht geben? Nicole Rosenberger gab den Teilnehmenden
eine Reihe von Strategien zur Hand. Es gebe nicht
nur ein einziges richtiges Vorgehen. «Vielleicht hilft
bereits eine einzige Technik. Vielleicht entwickeln
Sie neue Techniken», sagte Nicole Rosenberger. Sie
sei überzeugt, jeder und jede finde für sich Tricks
und Tipps. Und die Dozentin ermunterte alle, eine
der Strategien das nächste Mal auszuprobieren, sich
aber auf keinen Fall zu überfordern. Denn: «Kontrollwahn verhindert kreatives Schreiben.» Besser
auf etwas und nicht auf alles achten.
Und plötzlich gelingt der oft als frustrierend empfundene Schreibprozess mühelos.
arlen Hämmerli
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Praktikantin Unternehmenskommunikation
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Was ist «Denkstop»?
«Denkstop» ist das Kommunikationsforum von
Brüggli im Sinne der Unternehmenskommunikation und -kultur. Vor einem Jahr geboren, hat «Denkstop» bereits mehrere handfeste Veranstaltungen
initiiert und Themen gesetzt, die fürs ganze Unternehmen relevant sind. Wer mehr darüber erfahren will, ist herzlich willkommen: michael.haller@
brueggli.ch, Telefon 586.
Überfall-Test
Erzählen Sie Ihre Geschichte einer Kollegin oder
einem Kollegen. Gehen Sie danach mit dem Erzählten zurück an den Computer und schreiben
Sie es genauso nieder. Worte und Formulierungen
finden Sie in Plauderstimmung leichter als in der
ungewohnten Schreibposition. Täglich erzählt man
Bekannten irgendwelche Anekdoten, aber selten
schreibt man das Erlebte nieder.
Aufbau planen: Finger-Technik
Bevor Sie den ersten Buchstaben schreiben, zählen Sie die Hauptaussagen des
Textes an den Fingern einer Hand ab, im Kopf,
nicht auf Papier. Denn Sie und Ihre Leser können
sich nicht mehr als drei bis fünf Aussagen merken.
Durch das Abzählen legen Sie sich im Kopf einen
groben Plan fest. Dies entlastet beim Schreiben und
lässt Sie auch im Text Ihr Ziel finden.
Michèle Frei
Sachbearbeiterin Investitionsbeiträge, Sozialamt
Departement für Finanzen und Soziales, Frauenfeld
Strategisch zum guten Text
mhä. Farbig und spannend beschreiben und
gleichzeitig alle wichtigen Fakten im Kopf behalten? Kreativität und Rationalität vertragen sich
scheinbar schlecht. Doch beides ist Bedingung für
einen guten Text, für einen optimalen und effizienten Schreibprozess. Wie aber erreicht man diesen
Zustand, in dem sich assoziatives und rationales
Denken die Waage halten? Die Schreibspirale zeigt,
wo im Schreiben Kreativität und wo Kontrolle gefragt ist. Acht Schreibstrategien helfen dabei, das
Gelernte sogleich anzuwenden und eigene Schwächen auszumerzen.
Schreibspirale
Ein Text entsteht grob besehen in vier Phasen:
1.Vorwiegend assoziativ die Gedanken auf ein Ziel
hin bündeln
2.Vorwiegend rational den Aufbau planen
3.Vorwiegend assoziativ den Schreibprozess steuern und zugleich dem Schreibfluss folgen
4.Vorwiegend rational den Text überdenken
Schreibstrategien
Ziel finden: Schreibtisch-Technik
Eigene Notizen und Unterlagen nicht
am Bildschirm sichten, sondern links neben dem
Computer ordnen. Notizblock und Schreibstift
rechts neben den Computer legen. Dort können
Sie spontane Ideen für Wendungen oder Pointen
festhalten. Der Computer zeigt einzig ein leeres
Dokument, alle anderen Fenster sind geschlossen.
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Skizzen-Technik
Klären Sie schwere Zusammenhänge vor dem
Schreiben. Schreiben oder skizzieren Sie wichtige
Akteure und Bezüge auf. Danach arbeiten Sie an der
Skizze so lange, bis nur noch das Allernotwendigste
drauf ist. Das und nicht mehr gehört in den Text.
Diese Vorarbeit entlastet das Gehirn beim Schreibprozess. Müssen Sie Ihre Gedanken während des
Schreibens klären, verlieren Sie sich in wortreichen,
für den Leser schwer verständlichen Erläuterungen.
Warum das alles? Das Hirn knüpft Gedanken an
Orte. Ordnen Sie die Recherchematerialien, Planungsnotizen und den Text örtlich voneinander,
schaltet das Hirn einfacher um und nimmt den roten Faden schneller wieder auf.
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Unte
Konkrete Tipps erhalten
Mir hat das Schreibseminar mega gefallen. Es war
überhaupt nicht langweilig und Nicole Rosenberger hat sehr frei erzählt. Meine Hoffnung, konkrete Tipps zu erhalten, wurde erfüllt und die Finger-Technik konnte ich bereits anwenden. Für mich
ist dieser der beste Tipp. Es half mir, sehr strukturiert
zu schreiben. Anhand von drei Punkten schrieb ich
drauflos, pro Punkt einen Absatz. Anfangs bremste
mich dieses Vorgehen. Ich kam nicht weiter. Aber
ich lerne, die Tipps umzusetzen, ohne in meiner
Kreativität gebremst zu werden. Kreativität ist meine
Stärke, aber ich glaube, alle Texte brauchen etwas
Rationalität. Ausser vielleicht Liebesbriefe. Genau
die Info, dass sich im Schreibprozess rationales und
kreatives Denken mischen, fand ich sehr wichtig. Es
hilft dabei, das eigene Schreiben zu reflektieren.
Romina Biasi
Mitarbeiterin Integrationsmassnahmen
Spannend und beeindruckend
Ich fand es unglaublich spannend und beeindruckend. Die Präsentation von Nicole Rosenberger
war erfrischend, ansprechend und nie langweilig.
In der Art und Weise, wie ich an Texte herangehe,
fühlte ich mich in vielem bestätigt. Aber manche
Tipps für Strukturmöglichkeiten waren mir neu.
Etwa der Ratschlag mit den fünf Fingern. Eindruck
gemacht hat mir auch der Ratschlag, das Aussehen des Texts abzuändern, um nicht betriebsblind
zu werden. Ein kleines Hilfsmittel, das aber Abstand zum Text schafft. Alles waren so praktische
Hinweise: nicht abgehoben, sondern gut in den
Arbeitsalltag integrierbar. Für den Beruf habe ich
nun das Rüstzeug. Einzig für Schreibblockaden
bei offenen Themen muss ich noch eine Lösung
finden.
Die Lust am Schreiben geweckt
Das Seminar hat mir sehr gut gefallen. Denn wenn
man schreibt, ist einem nicht bewusst, auf was
man alles achtet. Mir wurde klar, welche Punkte
und Schreibtechniken ich bereits unwissentlich
befolge. Gleichzeitig erfuhr ich Neues. Erhofft hatte ich, in meine sehr sachlichen, kaufmännischen
Texte Eleganz, Beschwingtheit hineinzubringen.
Und ich glaube, es hat etwas gebracht. Denn
einfach drauflos schreiben, ist sonst nicht meine
Art. Das Schreibseminar weckte aber die Lust zu
schreiben in mir. Noch auf dem Heimweg schrieb
ich im Zug den Bericht zum Ausflug der Arbeitsassistenz. Den Stolper-Test finde ich am nützlichsten.
Da habe ich, anders als beim blossen Gegenlesen,
beides: Tipps vom Gegenüber und das eigene
Empfinden, wo der Text holpert. Insgesamt glaube
ich, es ist wichtig, sein Schreiben immer wieder zu
reflektieren.
Gudrun Knab-Topka
Leiterin Campus+
Doris Schütz
Mitarbeiterin Sekretariat Arbeitsassistenz
Ein originelles Forum
Brüggli hat ein tolles Mitarbeitermagazin und
geht in der Kommunikation innovative Wege
– beispielsweise mit Veranstaltungen wie
«Denkstop». Ich finde es ein originelles
und wertvolles Forum, in dem sich Brüggli-Mitarbeitende begegnen und über
verschiedenste Themen austauschen können. Es
war ein intensives und spannendes Seminar mit
reger Beteiligung der Teilnehmenden. Ich fand es
toll, dass die Teilnehmer ihre persönlichen Schreiberfahrungen einbrachten und ich daran anknüpfen
konnte. Ich habe das Publikum als sehr interessiert,
offen und motiviert erlebt.
Prof. Dr. Nicole Rosenberger
Institut für Angewandte Medienwissenschaft
ZHAW
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Schreibfluss steuern: Etappen-Technik
Plötzlich wissen Sie nicht mehr weiter,
kommen ins Stocken. Lesen Sie nun immer wieder
die letzten beiden Sätze, bis Sie den roten Faden
wiedergefunden haben. So knüpfen Sie an den
letzten Aussagen an. Auf keinen Fall beginnen Sie
oben mit korrigieren.
Quellen:
Schreibseminar mit Prof. Dr. Nicole Rosenberger,
«Denkstop»
Buch: Daniel Perrin, Nicole Rosenberger:
Schreiben im Beruf.
E-Mail-Technik
Wenn Sie überhaupt nicht mehr weiterkommen,
wechseln Sie in ein leeres E-Mail-Fenster und
damit in eine lockere Kommunikationssituation.
Schreiben Sie Ihrem Freund oder Ihrer Freundin,
was Sie in Ihrem Text bereits gesagt haben, was
Sie noch sagen wollen und warum Sie nicht mehr
weiterwissen.
4
4. Text überdenken: Typo-Test
Ändern Sie Schrift, Zeichengrösse und
Zeilenabstand. Ein neues Layout verfremdet den
Text und Sie lesen ihn neu. So erkennen Sie Fehler
und Unstimmigkeiten.
Stolper-Test
Ein gut verständlicher Text liest sich rasch und
flüssig. Geben Sie den Text jemandem und lassen
Sie die Person vorlesen. Hören Sie auf jene Stellen,
wo der Leser stockt. Diese müssen Sie ausbessern.
Alternativ verändern Sie das Layout des Textes, drucken ihn aus und lesen ihn sich selbst vor.
Wort und Bild bewirken Grosses
Die Unternehmenskommunikation von Brüggli bewegt mit wenig viel.
Einiges ist sichtbar, manches geschieht im Verborgenen. Als Praktikantin war
ich Teil der Vielfalt von Brüggli und blickte tief in eine faszinierende Arbeit.
Elf Wochen dauerte mein Praktikum bei der Unternehmenskommunikation von Brüggli. Elf Wochen
pendelte ich nach Romanshorn. Und ich tat es
voller Freude, auch wenn mir im Zug nur grimmige Mienen und Gesichter, verborgen hinter aufgeschlagenen Gratiszeitungen, begegneten. Ich
freute mich am Sonntagabend auf den Montagmorgen.
der neuen noch namenlosen «Zeitung» von
Brüggli Medien zu lesen sein.
Werbung lockt ins Kino
Dass die Unternehmenskommunikation auch
Agentur ist und externe Aufträge annimmt, wirkt
sich ebenfalls auf meine Arbeit aus. Ideen
für einen Kinospot von
Curaviva, dem Schweizer Verband der Heime
und Institutionen, sind
gesucht. Wir diskutieren
über bisherige Werbekampagnen und Vorschläge.
Ich mache mir Gedanken und prompt entscheidet
sich Curaviva für eine abgeänderte Variante meiner Idee. Beinahe ein Grund, einzig und allein
für diesen Werbespot ins Kino zu gehen.
Ich erlebte
und lernte
unheimlich viel.
Spannende Arbeit
Dies verdanke ich nicht
nur, aber vor allem der
Vielfalt und Einzigartigkeit von Brüggli: einem Unternehmen, das sozial handelt, vier Geschäftsbereiche unter einem Dach vereinigt und gleichzeitig
Dienstleistungen für sich und für externe Kunden
erbringt. Diese Vielfalt spiegelte sich in meinen Arbeiten, machte sie spannend und abwechslungsreich. Ich erhielt Einblicke in die klassische Unternehmenskommunikation wie auch in die Arbeit
einer Werbeagentur. Doch es blieb nicht nur bei
den blossen «Einblicken» …
Und jetzt?
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt meiner Erlebnisse bei der Unternehmenskommunikation von
Brüggli, denn ich erlebte und lernte unheimlich
viel. Das verdanke ich
auch der ausserordentlich guten Betreuung.
Ich zog viel aus den
Gesprächen mit den drei
kreativen Köpfen der
Unternehmenskommunikation. Fragen, Vorschläge und auch kritische
Gedanken stiessen hier nicht auf
Ablehnung,
sondern
wurden gutgeheissen
und diskutiert. Man nahm
sich Zeit für mich, obwohl
immer eine Menge Kommunikationsarbeit darauf wartete, getan zu werden.
Unter anderem deshalb beeindruckt mich die
hier geleistete Arbeit. Die Unternehmenskommunikation ist ein wichtiger Bestandteil von
Brüggli. Sie ist etabliert und akzeptiert. Und
mit kleinen Ressourcen bewegt sie Grosses.
Ich freue mich am
Sonntagabend auf den
Montagmorgen.
Einzigartig bunt
Elf Wochen sind eine
kurze Zeit, aber ich
hinterlasse bleibende
Spuren. Wer einen Text
im Internet, im Intranet,
in diesem Magazin oder in einem Newsletter liest,
liest häufig einen Text von mir. Die Themen wechseln und ich sehe in beinahe alle Bereiche. Vier
Lernende Praktiker PrA Logistik bestehen die Staplerfahrprüfung, im Drucksaal arbeitet ein Olympiasieger und die Website von Brüggli wartet auf
News über die Technischen Dienste.
Aus dem Malerberuf wird mehr
So besuche ich die neue Kindertagesstätte und
spreche zwischen grünen und gelben Wänden mit
einem Maler, der mir erklärt, warum seine Arbeit
ein Kunsthandwerk ist. Daraus wird mehr: Ein Beitrag fürs Intranet, ein Newsletter und ein Text fürs
«unterwegs». Für den Brüggli-Medien-Newsletter
lasse ich mir die neue Papierschneidstrasse erklären. Einem Printmedienverarbeiter gucke ich über
die Schulter und frage ihn über den Druckprozess
aus. In der Druckvorstufe schildert ein Polygraf mir,
wie er den ersten Brüggli-Kalender kreierte und
zeigt seine Entwürfe. Der Beitrag darüber wird in
arlen Hämmerli
M
Studentin in Öffentlichkeitsarbeit &
Journalismus ZHAW
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as
Dies & D
Bilder: Andrin Maurer
Bild: Roger Nigg
Mehr als nur Papier zuschneiden
Technische Dienste im vollen Einsatz
mhä. Die Technischen Dienste reinigen nicht nur
das Innere, sie kümmern sich auch um das Äussere
von Brüggli.
Von Weitem sichtbar ist der Brüggli-Schriftzug auf
dem Dach des Hauptgebäudes. Zwei lernende Fachpersonen Betriebsunterhalt EFZ und ein Schnupperlehrling haben die Buchstaben poliert. «Die Leute
waren begeistert bei der Arbeit», erzählt der zuständige Leiter Arnold Wiesmann. Das Team arbeite in
der luftigen Höhe gut gesichert. «Einige Lernende
sagen, solche Reinigungsarbeiten seien besser als
eine Achterbahnfahrt im Europa-Park.»
Auch der Eingang an der Hofstrasse 3 präsentiert
sich in neuer Frische. Bepflanzte Metallschiffchen
schirmen die Fahrradständer ab und sorgen dafür,
dass die Fahrradfahrer nicht quer durch den Eingangsbereich fahren. Die Arbeit war vielseitig und
machte Spass: «Jedes Mal wenn ich vorbeigehe,
sehe ich das Resultat», sagt Franceso Ruberti, Allrounder bei den Technischen Diensten. Der Weg zu
diesem Resultat war wortwörtlich steinig. Pflastersteine mussten entfernt oder neu zugeschnitten
werden. Beim Wiedereinsetzen der Steine passte
genau der letzte nicht mehr. «Bei diesem Stein fehlte ein Stückchen», erinnert sich Francesco Ruberti.
Man habe dann einen anderen extra zugeschnitten.
mhä. «Wie ein neues Auto» sei die neue Schneidstrasse für die Lernenden und Mitarbeiter im Drucksaal. «Grösser, schneller und komfortabler», erklärt
Urs Seehawer, Fachleiter und Ausbildner bei Brüggli
Medien. Den Kunden biete dies mehr Effizienz.
Im Gegensatz zur alten Schneidmaschine handelt es
sich bei der Polar N115 um eine ganze Schneid-Strasse. Man kann nicht nur grössere Papiere zuschneiden, wie die Bezeichnung N115 bereits sagt. Weitere Funktionen vereinfachen und beschleunigen die
Arbeit. In einem ersten Schritt stösst der Rüttler das
Papier auf, dann schneidet die Schneidmaschine
das Papier aufs gewünschte Format. Zuletzt lädt ein
automatischer Ablader die schweren Papierstapel
auf die Palette ab. Dies ermöglicht gesundes und
ergonomisches Arbeiten. «Mit der Schneidstrasse
sind wir technisch auf dem neuesten Stand», sagt
Urs Seehawer. Sie entspreche den Standards anderer Firmen, was für eine gute Ausbildung wichtig
sei. «Die Lernenden haben Freude, an der Maschine
zu arbeiten.»
Brüggli fürs Handgelenk
mhä. «Waisch no?» Ein Blick auf die Brüggli-Uhr
und es kommen Erinnerungen auf. Die Brüggli-Uhr
ist die Gelegenheit, sich ein exklusives Stück Brüggli
zu kaufen. Sie ist in limitierter Auflage erschienen
und wurde speziell für die Mitarbeiter von Brüggli
gefertigt. Die besondere Uhr besticht durch Schweizer Qualität und Einmaligkeit. Wer kann schon von
sich behaupten, so viele Geschichten am Handgelenk zu tragen?
Die Brüggli-Uhr ist für 35 Franken bei Alois Schütz,
Centerleiter Brüggli Medien, [email protected], erhältlich.
Bilder: Martina Odermatt
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g
schla
Brücken
Rätsel
Wer findet die 5 Unterschiede?
Zweimal dasselbe Bild – mit fünf kleinen Unterschieden. Wer findet alle ? Kreisen Sie die entsprechenden Stellen ein und senden Sie den Talon vollständig ausgefüllt per interner Post an :
• Michael Haller, « unterwegs », Unternehmenskommunikation
Wenn Sie nicht im Brüggli tätig sind, senden Sie
Ihren Talon in einem frankierten Kuvert an :
Unser Partner:
Blaues Kreuz Schweiz
Philipp Frei, Kommunikationsleiter des Blauen
Kreuzes, arbeitet gerne mit Brüggli Medien
zusammen. Das Blaue Kreuz ist besonders auch
in der Jugendarbeit engagiert – zum Beispiel
mit Streetdance-Angeboten.
Bilder: zVg.
• Brüggli, Rätsel « unterwegs »,
Hofstrasse 3 + 5, 8590 Romanshorn
Das Blaue Kreuz Schweiz, eine Dachorganisation für
Alkohol- und Suchtfragen, arbeitet mit Brüggli Medien zusammen.
Kommunikationsleiter Philipp Frei erklärt warum.
Verlosung unter allen richtigen Einsendungen :
3 × 1 Brunch-Gutschein à CHF 32.50
von der Gastronomie Usblick
Herr Frei, danke, dass das Blaue Kreuz mit
Brüggli zusammenarbeitet. Wie gestaltet sich
die Zusammenarbeit?
Philipp Frei: Brüggli wurde für uns innert kürzester
Zeit zu einem verlässlichen Partner. Das engagierte
Team, die angenehm unkomplizierte Zusammenarbeit und die pragmatische Art sind für uns sehr
wertvoll. Bei umfangreichen Projekten wie der
Gestaltung eines Handbuchs zur Problematik von
Alkoholkonsum und häuslicher Gewalt oder dem
Entwickeln des Auftritts für ganze Angebote leistet
das Team Hervorragendes. Speziell die Lernenden
überzeugen mit ihrer Arbeit und in ihrem Auftreten;
punkto Kundenfreundlichkeit könnte mancher Profi
von ihnen lernen.
Philipp Frei: Ich hatte über meine frühere Arbeit in
der Jugendarbeit viel Kontakt zu verschiedenen Arbeitsintegrationsprogrammen für jungen Menschen.
Das Brüggli hebt sich auf den ersten Blick allein
durch seine Grösse von anderen ab. Bei näherem
Hinsehen ist es aber vor
allem die professionelle
Arbeit mit den Lernenden
und das grosse Engagement der Mitarbeitenden,
die mich beeindrucken.
Die Lernenden arbeiten
in einem wirtschaftsorientierten Umfeld und werden gefordert und gefördert – und dürften damit
gut gerüstet sein für den Arbeitsmarkt.
Welches sind die grössten Herausforderungen
für das Blaue Kreuz?
Philipp Frei: Die Solidarität mit Suchtkranken nimmt
ab, der Spardruck von Bund und Kantonen im Sozialbereich nimmt zu und das Parlament scheint
unwillig, den Suchtproblemen mit echten Lösungen zu begegnen. Für
das Blaue Kreuz heisst
das, dass wir an mehreren Fronten kämpfen
müssen: in der Politik für
griffige Massnahmen und finanzielle Mittel und in
der Gesellschaft für mehr Solidarität mit Suchtbetroffenen und deren Familien.
Sehen Sie Parallelen zwischen der Arbeit des
Blaues Kreuzes und der Arbeit von Brüggli?
Philipp Frei: Wie auch das Blaue Kreuz will Brüggli
Menschen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes
und erfülltes Leben unterstützen. Dabei arbeiten wir
beide mit Menschen, die eine bewegte Geschichte
mit sich bringen.
Was ist Ihre persönliche Motivation, sich beim
Blauen Kreuz einzusetzen?
Philipp Frei: Ich war selber auf Unterstützung von
aussen angewiesen, um meinen Weg im Leben zu
finden. Im Blauen Kreuz fand ich eine Organisation,
in der ich Menschen in ähnlichen Situationen unterstützen kann – zuerst als Projektleiter und Berater, heute als Kommunikationsleiter. Auch wenn ich
heute nicht mehr direkt mit Betroffenen arbeite, es
ist wichtig dass Suchtkranke und deren Angehörige
durch uns eine Stimme in der Gesellschaft erhalten.
Haben Sie Pläne und Ziele, bei denen Sie Brüggli
unterstützen kann?
Philipp Frei: Das Blaue Kreuz wird seine Kommunikationsarbeit in den nächsten Monaten und Jahren
professionalisieren und ausbauen. Dazu brauchen
wir verlässliche und innovative Partner, die uns unterstützen.
Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz
geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine
Barauszahlung des Gewinnes.
Suchtkranke und Angehörige erhalten durch uns eine
Stimme in der Gesellschaft.
I nterview: Michael Haller
Leiter Unternehmenskommunikation
Gewinner der Verlosung im letzten «unterwegs»:
Corina Preisig, Mitarbeiterin Mechanik
Mirella Zendron, Mitarbeiterin Qualität & Service
Antonella Ruberti Fersino, Mitarbeiterin Lingerie
Vorname
PLZ / Ort
Name
Telefon
Strasse / Nr.
Brüggli-Mitarbeiter / -in ja
nein

Welchen Eindruck hatten Sie, als Sie zum ersten
Mal mit Brüggli in Kontakt kamen?
Einsendeschluss : 31. März 2016
Die Gewinner/-innen werden im April 2016
persönlich benachrichtigt.
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Jubiläe
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Peter Schmid
g
Manfred Bätti
egg
Ewald Rü
Jubilarinnen und Jubilare
Juli bis Dezember 2015
Andrea
s Oberh
änsli
25 Jahre
15 Jahre
Herzlichen Glückwunsch!
Ewald Rüegg, Mitarbeiter Qualität & Service, 6.8.2015
Kurt Iller, Mitarbeiter Montage, 3.9.2015
Andreas Oberhänsli, Mitarbeiter Mechanik, 1.12.2015
Die Geschäftsleitung von Brüggli dankt allen Genannten
für ihre Treue und ihren Einsatz. Alles Gute für die Zukunft.
Und weiterhin viel Freude bei Brüggli.
20 Jahre
10 Jahre
Peter Schmid, Leiter Personalwesen, 1.7.2015
Manfred Bättig, Mitarbeiter Mechanik, 7.8.2015
Rebekka Häni, Fachleiterin Bildung, 1.7.2015
Cornelia Wäger, Fachleiterin Arbeitsassistenz, 1.7.2015
Dominik Zimmermann, Fachleiter Informatik, 1.7.2015
Urs Regenass, Fachleiter Druckvorstufe, 8.8.2015
Rolf Gerber, Mitarbeiter Montage, 1.9.2015
Marion Rüesch, Mitarbeiterin Qualität & Service, 1.11.2015
Marion Rüesch und Kurt Iller möchten ihr Jubiläum in Stille
gewürdigt wissen; darum zeigen wir hier kein Foto von ihnen.
Rolf Gerber
Rebekka Häni
ass
n
Urs Rege
Cornelia
n
erman
ik Zimm
Domin
Wäger
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Die Druckerei mit
sozialem Mehrwert.
www.brueggli-medien.ch
BRÜGGLI MEDIEN | Hofstrasse 3 + 5 | CH-8590 Romanshorn | T +41 71 466 94 94 | F +41 71 466 94 95