NEWSLETTER 2/2015 SEITE 1 DES MÄRKISCHEN JUGENDSINFONIEORCHESTERS Saxophon + Sinfonieorchester = „Unter Dampf“? Das Saxophon ist ein recht junger Vertreter im Instrumentenkanon. 1845 suchte der belgischer Flötist, Klarinettist und Instrumentenbauer Adolphe Sax nach einer Verstärkung der Holzbläser. Diese waren im tieferen Register bislang hauptsächlich durch das Fagott und die Bassklarinette vertreten. An den Erfinder des Saxophons erinnert bis heute sein Name: Sax(o) + phon (Klinger). Von Anfang an hatte Sax im Sinn, das Saxophon für sämtliche Register zu bauen. So existieren Saxophone in der Größe vom winzigen Sopranino- bis hin zum beeindruckend großen, in nur äußerst geringen Stückzahlen gebauten Subkontrabasssaxophon. Vor allem die Vertreter Bariton, Tenor, Alt und Sopran haben es zu größerer Verwendung gebracht. Seinem Äußeren nach erweckt es wenig den Anschein, ein Holzblasinstrument zu sein. Dass es nichtsdestoweniger zu jenen zählt, liegt an seiner Tonerzeugung, welche – wie bei der Klarinette – mithilfe eines einfachen Rohrblattes funktioniert. Etwa parallel zur Erfindung des Saxophons begann man Querflöten aus Metall zu bauen. Blechblasinstrumente wurden ebenfalls in dieser Zeit stark weiterentwickelt. Auch in Bezug auf das stark industriell geprägte Motto der MJO-Sommerphase 2015 („Unter Dampf“), welches u.a. suggeriert, ein Orchester als maschinelle Anordnung zu verstehen, drängt sich der Verdacht auf, ob es einen Zusammenhang zwischen Instrumentenmaterial (Metalllegierungen statt Holz) und der industriellen Revolution in Zentraleuropa geben könnte. Anekdotenhaft ist überliefert, dass Richard Wagner vom warmen Klang der Saxophone sehr angetan war und sogar erwog, sie in seinen Werken zu besetzen. Ein persönliches Zerwürfnis mit Herrn Sax soll aber das Ende dieses Gedanken gewesen sein. Im Sinfonieorchester konnte sich das Saxophon nie wirklich etablieren. Kammermusikalische Werke in Quartettbesetzung (4 Saxophone) gab es im 19. Jahrhundert hin und wieder. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es immer häufiger eingesetzt. Die Neue Musik setzte das Saxophon ab etwa 1930 als Soloinstrument und in Ensembles stärker ein. Auch die Spieltechnik wurde virtuos weiterentwickelt. Parallel zu dieser Entwicklung fand das Saxophon seinen Einsatz zunächst in der Militärmusik und vor allem im Jazz, wo es in größeren Big Band- wie intimeren ComboBesetzungen nicht wegzudenken ist. Üblich ist es für Saxophonisten, mehrere Vertreter der Saxophonfamilie zu beherrschen. Unser Solist, Xavier Larsson Paez, wird für das Solokonzert von Alexander Glasunow zum Altsaxophon greifen. Lebenslauf von Xavier Larsson Paez Xavier Larsson Paez (*1991 in Ciudatella de Menorca, Spanien) studierte Violine und Saxophon zuerst in seiner Heimatstadt, später dann in Palma de Mallorca und Barcelona. Zurzeit studiert er bei Prof. Daniel Gauthier (Konzertexamen) und bei Prof. David Smeyers (Master of Neue Musik) als Mitglied des Fukio Ensembles an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Als Solokünstler ist er erster Preisträger zahlreicher sowohl nationaler als auch internationaler Wettbewerbe, u.a.: X Intermusica competition (Österreich 2014), VIII Michal Spisak competition (Polen 2014), 2nd International Competition Lodz (Polen 2012), Kritikpreis El primer Palau (Barcelona 2010), 71º Convocatoria Concurso Permanente de Joves Intérpretes de Juventudes Musicales de España (Spanien 2009), Certamen Nacional de Interpretación Intercentro Melómano (Spanien 2008). NEWSLETTER 2/2015 SEITE 2 DES MÄRKISCHEN JUGENDSINFONIEORCHESTERS Zusammen mit dem Fukio Ensemble (Saxophonquartett) erzielte er u.a. folgende erste Preise: Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Hochschulwettbewerb (Berlin 2014), OOP Music Awards & Antonio Bertolini (Mailand 2014), Karlsruher Wettbewerb für Zeitgenössische Musik (Karlsruhe 2014), Medaille d‘or- UGDA Chamber Music Competition (Luxemburg 2012). Foto: Alvaro Anglada Als Solist trat er mit Orchestern wie dem Orquesta de RTVE, Orquesta Simfónica de Chamartín, Orquestra Nacional d‘Andorra, Thailand National Orchestra, Zabrze Philharmonic Orchestra in Konzerthäusern wie dem Teatro Monumental de Madrid, Auditorio Nacional de Música, Palau de la Música Catalana auf. Letztes Jahr durfte er als Saxophonist in der Jungen Deutschen Philharmonie unter namhaften Dirigenten wie Jonathan Nott und Vimbayi Kaziboni spielen. Foto: Alvaro Anglada Xavier Larsson Paez ist Musikstipendiat der Märkischen Kulturkonferenz 2015. Termine Sommerphase 2015 Arbeitsphase in der JH Nottuln (31.07. - 09.08.2015) öffentliche Generalprobe: Samstag, 08.08.2015, 18.00 Uhr Gymnasium Nottuln Konzerte Freitag, 14.08.2015, vormittags Schulkonzert, Realschule Halver (geschlossene Veranstaltung) Samstag,15.08.2015, 19.00 Uhr, Lok-Schuppen, Herscheid-Hüinghausen Sonntag, 16.08.2015, 19.00 Uhr, Aula der Firma Turck, Halver Samstag, 22.08.2015,20.00 Uhr, Leonhard-Gläser-Saal in der Siegerlandhalle, Siegen Sonntag, 23.08.2015, 18.00 Uhr, Kulturhaus, Lüdenscheid Samstag,12.09.2015, 19.00 Uhr, St. George‘s School, Duisburg Jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn wird eine Konzerteinführung angeboten. NEWSLETTER 2/2015 SEITE 3 DES MÄRKISCHEN JUGENDSINFONIEORCHESTERS ...Unter Dampf... Maschinen und Industrie sind Themen eindeutig außermusikalischer Natur, welche viele Komponisten trotzdem immer wieder zu raffinierten, kreativen Einfällen inspiriert haben. Disharmonischer Lärm, maschinelle Kraft und Gewalt, monotone Rhythmik und ungeheure Geschwindigkeit, all diese nicht natürlich gegebenen und übermenschlichen Eigenschaften finden sich auf unterschiedliche Weise in den Werken des MJO-Sommerprogramms 2015 wieder. Maschinen und Industrie sind Themen eindeutig märkischer Natur. Der MÄRKISCHE KREIS als Wirtschaftsstandort ist u.a. für produzierendes Gewerbe aus den Bereichen der Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Elektrotechnik bekannt. Die oftmals als Familienunternehmen gegründeten Firmen sind als Teil der märkischen Geschichte beispielsweise im Deutschen Drahtmuseum oder in der Luisenhütte zu besichtigen. Als ausdrücklich regionales Orchester kann das MJO mit dem diesjährigen Sommerprogramm an diese Tradition anknüpfen. Die Kooperation zwischen MJO und der Firma Turck ist nur ein Beispiel für die Verbindung von Kultur und Industrie im MÄRKISCHEN KREIS. Erleben Sie das MJO ...unter Dampf...! Nachruf Werner Turck Mit großer Bestürzung erfuhren wir vom Tode Werner Turcks († 25.04.2015). In den vergangenen Jahren hat das MJO zweimal in den Räumen der Firma Turck gastieren dürfen. Auch in diesem Sommer dürfen wir erneut für ein Konzert auf die Großzügigkeit der Firma Turck und in Andenken an seinen Mitbegründer Werner Turck zählen. Herr Turck hat sich bei jedem unserer Konzerte als ein sehr musikinteressierter Mensch gezeigt, dem die Bewahrung der klassischen Musik ein Herzensanliegen war. Insbesondere für die Förderung von Talenten aus der Region setzte er sich ein. Seinen warmen, herzlichen Umgang mit den Menschen, wofür man ihn in seinem Unternehmen und darüber hinaus rühmte und schätzte, konnten wir dort erleben. Unser Konzert am 16. August 2015 in der Aula der Firma Turck wird im Zeichen unserer Dankbarkeit für ihn stehen. Unsere Gedanken sind bei seiner ganzen Familie. (Stephan Quandel, im Namen des Orchesters) NEWSLETTER 2/2015 SEITE 4 DES MÄRKISCHEN JUGENDSINFONIEORCHESTERS Aussicht Winterphase 2015/16 30.12.2015 – 05.01.2016 (JH Wipperfürth) „Böhmische Knödel“ Deftig geht es zu, wenn in der kommenden Winterphase 2015/16 „böhmische Knödel“ serviert werden. Zwei tschechische Komponisten stehen auf dem Programm, die nicht nur eine auf gemeinsame Wurzeln zurückgreifende Musik geschrieben haben, sondern auch verschwägert waren: Antonín Dvořák und sein Schwiegersohn Josef Suk. Letzterer eröffnet das MJO-Winterprogramm mit seinem virtuosen „Scherzo fantastique“, Dvořáks bekannte und viel gespielte „achte Sinfonie“ bildet das gewichtige Hauptwerk am Ende des Programmes. Es zählt zu Dvořáks reifen Kompositionen und zeichnet sich durch eine Fülle an frischen Ideen, einem nicht zu überhörenden böhmischen Kolorit und rhythmischer Prägnanz aus. An zweiter Stelle wird ein Werk für Akkordeon und Orchester stehen, welches der Musikstipendiat der MKK für 2016 gemeinsam mit dem MJO bestreiten wird. Bei Redaktionsschluss stand die aufzuführende Komposition noch nicht fest. Änderungen vorbehalten! 04.01.2016 18.00 Uhr : öffentliche Generalprobe Alte Drahtzieherei Wipperfürth 08.01.2016 vormittag: Schulkonzert Ev. Gymnasium Meinerzhagen 08.01.2016 19.30 Uhr: Sinfoniekonzert Festsaal Riesei Werdohl 09.01.2016 Sinfoniekonzert Gymnasium An der Stenner Iserlohn Interessierte können sich ab sofort bei Inge Kohlgrüber melden: MÄRKISCHER KREIS Der Landrat Fachdienst Kultur und Tourismus Inge Kohlgrüber Bismarckstr. 15 58762 Altena Tel.: 02352 966-7044 [email protected] www.maerkischer-kreis.de Texte/Inhalt: Linda Marie Bauer, Stephan Quandel
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