Vorstellung des neuen Toyota 1,2 Liter ESTEC D-4T Reihen

Energieeffiziente Antriebssysteme
Vorstellung des neuen
Toyota 1,2 Liter ESTEC D-4T Reihen-4-Zylinder-Motor
Gliederung
1. Einführung
2. Verbrennungskonzept
3. Abgassystem und Turbolader
4. Volllast-Performance
5. Kraftstoffverbrauch
6. Fahrdynamik
7. Zusammenfassung
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Philip Tillmann
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1. Einführung
Toyota 1,2 Liter ESTEC D-4T Reihen-4-Zylinder-Motor
Bezeichnung:
8NR-FTS (basiert auf 2,0 Liter 8AR-FTS)
1,2 Liter:
Soll ab Mai 2015 bisherige 1,6 und 1,8 Liter Saugmotoren ersetzen
Downsizing mit Turboaufladung
ESTEC:
Economy with Superior Thermal Efficient Combustion (ein Konzept)
D-4T:
reine Direkteinspritzung (ohne Saugrohreinspritzung)
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2. Verbrennungskonzept
Ziel: Schnelle und intensive Verbrennung durch hohe Einlassströmungsgeschwindigkeiten
und große Zylinderturbulenz (Tumble)
Umsetzung: 1. Verbesserte Direkteinspritzung
2. Optimierung des Kolbenbodens
Außerdem: Optimierung des PCV-Ventils (Positiv Crankcase Ventilation)
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2.1 Verbesserte Direkteinspritzung
- Schmalerer Schlitz feinere
Zerstäubung kürzerer Strahl (23%) &
bessere Homogenität
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- Kleinerer Einspritzwinkel geringere
Benetzung der Bohrungswände und der
Einlassventile Ölverdünnung
vorgebeugt
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2.2 Optimierung des Kolbenbodens
Ergebnisse:
Tumble ratio und
Strömungsgeschwindigkeiten
steigen ( Turbulenz)
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3. Abgassystem und Turbolader
1. Im Zylinderkopf integrierter Abgaskrümmer
kleinerer Bauraum und
reibungsloseres Abgasströmungsprofil
2. Katalysator direkt hinter dem Turbolader
Bessere Kaltstarteigenschaften des Katalysators
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3. Abgassystem und Turbolader
3. Single-scroll Turbolader
Eigenschaften:
- geringes Trägheitsmoment
- Aktives Wastegateventil (vakuumbetrieben) hohe Flexibilität
- hocheffizient über weite Drehzahlbereiche
- wassergekühlt Schutz gegen Überhitzen
- zahlreiche Verbesserungen (konstruktiv und materialtechnisch) in Richtung
Gegendruckverringerung und Hitzeresistenz
Drehmomenterhöhung bei niedrigen (und auch hohen) Drehzahlen
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4. Volllast-Performance
Schlüssel: Beladung optimieren mithilfe variabler Ventilsteuerzeiten. Dafür muss ESZeitpunkt möglichst nahe UT sein!
Problem: Abgasrückströmung wegen
Überschneidung der Ventilöffnungszeiten
im OT (Residual gas rate steigt)
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4. Volllast-Performance
Lösung: Verkürzung der Auslassventilöffnungsdauer von 240 auf 210°KW.
Ergebnis: Pulsieren des Auslassdrucks abgeschwächt und Abgasrückströmung verhindert
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4. Volllast-Performance
Die volumetrische Effizienz steigt durch
den dargestellten Lösungsansatz wie
berechnet im unteren Drehzahlbereich
deutlich an
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4. Volllast-Performance
Die Neigung zur Vorentflammung bei geringen Drehzahlen (low-speed pre-ignition LSPI)
wird durch gezielte Einspritzzeiten auf ein unschädliches Maß verringert:
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4. Volllast-Performance
- Verbesserung der Wasserkühlung des
Zylinderkopfes und damit auch Kühlung des
Abgaskrümmers verbessert
= 1 Bereich
vergrößert
- Verringerung der Kühlleistung möglich
Leistungssteigerung des Turboladers bei
geringen Abgas-Temperaturen
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4. Volllast-Performance
Ergebnis:
-Drehmoment von 185 Nm ab einer
Drehzahl von 1500 rpm vorhanden
-Maximale Leistung von 85 kW (bei
= 0,89)
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5. Kraftstoffverbrauch
Einflussfaktor: Ladungswechselverluste bei geringer Teillast
Lösung: Atkinson-Kreisprozess durch variable Ventilsteuerzeiten (variable valve timing
intelligent wide = VVT-iW), bisher nur der Einlassventile!
Problem: Negative Überschneidung der Öffnungszeiten beider Ventile im OT (beide Ventile
geschlossen)
Brennstoffverbrauch soll noch weiter verbessert werden!
Lösung: Überschneidung vergrößern durch zusätzliche Verschiebung der
Auslassventilöffnungszeiten
Problem: Auslassventil öffnet teilweise erst nach dem UT
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Pumpverluste, Verbrauch steigt
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5. Kraftstoffverbrauch
Links: Ladungswechselschleife bleibt
auch nach Veränderung der
Ventilsteuerzeiten relativ groß…
Rechts: Atkinson-Effekte sind bei verkürzter
Auslassventilöffnungsdauer verringert. Die
geringste Verschlechterung findet sich im
dargestellten „Best Point 210°CA“.
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5. Kraftstoffverbrauch
Variation der Einspritzzeitpunkte:
Geringe Last: Kraftstoffeinspritzung im Verdichtungstakt, um brennbares Gas um die
Zündkerze zu erzeugen
Mittlere Last:
Einspritzung nahe UT, um
Turbulenz wieder zu
erhöhen schnellere
Verbrennung
Zeitpunkte sind abhängig
von der
Motortemperatur (siehe
Folie 18)
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5. Kraftstoffverbrauch
Variation der Einspritzzeitpunkte:
Bei kaltem Motor ist Gebiet von A vergrößert, um die Aufheizung zu beschleunigen.
Vergrößerung in Richtung höherer Drehzahlen, nicht höherer Lasten.
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5. Kraftstoffverbrauch
Start-Stop-Strategie:
- Kurz vor Stop: Drossel öffnet weit viel Luft
- Halten eines Kolbens bei 90°KW vor OT
- Bei Re-Start: Drehen der KW + Einspritzung +
verzögerte Zündung
- Ergebnis:
- Re-Start-Zeit um 200ms verkürzt
- ruckelfreieres Anfahren (Shock reduction)
Verbessertes Wärmemanagement:
- Wärmeaustausch vom Kühlmittel zum Öl jetzt
möglich Ölkühler entfällt
- Regelbarer Kühlmittelfluss + integrierter
Abgaskrümmer Kaltstarteigenschaften
verbessert und = 1Bereich vergrößert!
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5. Kraftstoffverbrauch
Weitere reibungsminimierende
Maßnahmen:
- Offset Kurbelwelle+ leichter
- Bessere Materialien
- Neue Steuerkette
- Neue Ölpumpe
- …
Ergebnis siehe Fig. 22:
Minimaler spez. Kraftstoffverbr.:
236 g/kWh
Thermischer Wirkungsgrad
= 36,2%
Kraftstoffverbrauch um 25%
reduziert gegenüber 1,8 Liter
Saugmotor
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6. Fahrdynamik
Einsatz eines Scavenging controls zur bestmöglichen Beseitigung des sog. „Turbolochs“
Funktionsweise:
Bewusste Vergrößerung der
Überschneidungsdauer der
Öffnungszeiten von Ein- und
Auslassventil
Temporär bessere Füllung des
Turboladers (+Nachverbrennung
möglich!)
Erhöhung des Ladedrucks
Bessere Füllung …
Außerdem: Unabhängiger WasserLadeluftkühler bessere und
flexiblere Kühlung der Ladeluft
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6. Fahrdynamik
Motor ist mit einem stufenlosen Getriebe
(continuously variable transmission CVT)
kombinierbar
Verbrauchsreduktion (Betrieb des
Motors im optimalen Drehzahlbereich)
Nachteile: verzögerte Beschleunigung und
ungewohntes „Aufheulen“ des Motors
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6. Zusammenfassung
1. Highspeed-Verbrennung durch Erhöhung der Turbulenz mithilfe einer neuen
Direkteinspritzung ohne Saugrohreinspritzung, Schichtladung und neuer
Kolbenbodengeometrie
2. Maximales Drehmoment bereits ab 1500 rpm durch Single-scroll Turbolader, kurze
Auslassventilöffnungsdauer und scavenging control
3. Vergrößerung des = Bereichs durch bessere Kühlung des Abgaskrümmers im
Zylinderkopf
4. Einsatz einer Start-Stop-Strategie und verbessertes Wärmemanagement tragen zur
Verbrauchsreduktion bei
5. Deutliche Verbesserung der thermischen Effizienz (36,2%) und damit des
Kraftstoffverbrauchs (25% geringer)
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6. Zusammenfassung
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
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