Der verlorene Geldbeutel - Grundschule Waldbreitbach

Der verlorene Geldbeutel
Der Zeitdieb Teil 2
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Der verlorene Geldbeutel
Der Zeitdieb Teil 2
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Der verlorene Geldbeutel
Der Zeitdieb Teil 2
[Zusammengestellt von der AG „Wir schreiben ein
Buch“ GTS Deutschherren Grundschule
Waldbreitbach.
Kursleiterin Margarita Atzl
[2013/2. Halbjahr]
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AUTOREN :
NAIKA ANDERS
SEBASTIAN WITT
MAIK MITZEL
LETIZIA SIEBERTZ
SELINA OPITZ
VANESSA SCHUHMANN
JAN SCHULTHEISS
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1. Inhaltsverzeichnis
2.
Vorwort ............................................................................ 11
3.
Der verlorene Geldbeutel................................................... 13
(Autoren: alle Kinder der AG und Sebastian Witt)....................... 13
4.
Der verlorene Geldbeutel................................................... 17
(Autoren: alle Kinder der AG und Letizia Siebertz) ...................... 17
5.
Der verlorene Geldbeutel................................................... 27
(Autoren: alle Kinder der AG und Naika Anders)......................... 27
6.
Der verlorene Geldbeutel................................................... 45
(Autoren: alle Kinder der AG und Maik Mitzel.).......................... 45
7.
Der verlorene Geldbeutel................................................... 53
(Autoren: alle Kinder der AG und Vanessa Schuhmann).............. 53
8.
Der Zeitdieb Teil 2 ............................................................. 61
(Autorin: Selina Opitz) ............................................................... 61
9.
Hoch hinaus ...................................................................... 69
(Autorin: Heike Noll) aus dem Buch „Die Wackelpudding-Bande“
Margarita Atzl, Heike Noll 2013 .................................................... 69
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2. Vorwort
Liebe Leser/innen. Die Geschichte "Der
verlorene Geldbeutel" entstand nach den Ideen
von Jan-Phillip, Maik, Sebastian, Letizia, Vanessa,
Selina und Naika. Der Beginn der Geschichte
wurde zunächst gemeinsam erarbeitet. Dann
äußerten die Kinder den Wunsch, die Geschichte
in verschiedenen Versionen zu schreiben. So
kommt es, dass unter dem Titel „Der verlorene
Geldbeutel,“ verschiedene Geschichten erzählt
werden. Der Beginn jeder Geschichte ist
identisch und zur besseren Zuordnung vor jeder
einzelnen Version fett gedruckt. Lassen Sie sich
von den Geschichten überraschen.
Selina hat sich für die Fortsetzung ihrer
Geschichte „Der Zeitdieb“ und gegen eine eigene
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Version der Geschichte „Der verlorene
Geldbeutel“ entschieden.
Am Ende des Buches finden Sie eine
Kurzgeschichte der Kinderbuchautorin Heike
Noll, die mit der Veröffentlichung einverstanden
ist. Im Internet finden Sie ihre eBook
Kinderbuchreihe IGEL-Team unter:
http://igelteam.jimdo.com/
Beim Lesen der Erzählungen wünschen wir Ihnen
viel Spaß.
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3. Der verlorene Geldbeutel
(AUTOREN: ALLE KINDER DER AG UND
SEBASTIAN WITT)
Max,
Tom, Jan, Vanessa, Letizia, Selina und
Sebastian wohnen in einem der modernen
Hochhäuser mitten in Frankfurt. Sebastian ist
der Dickste von allen und hat oft Hunger.
Auch am Freitag als das Abenteuer begann,
bekam er plötzlich Hunger. Deshalb rief er
alle Freunde an und fragte, ob sie mit ihm in
ein Restaurant gehen wollten. Er kannte ein
gutes italienisches Restaurant in der
Innenstadt. Die Freunde freuten sich über die
Einladung. So machten sie sich gemeinsam auf
den Weg. Endlich hatten sie die Pizzeria Verdi
erreicht. Durch die große Tür betraten sie
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den gemütlichen Raum. Eine nette Frau führte
die Freunde an einen runden Tisch. Sie
bestellten eine große Portion Gnocchi-Auflauf
mit Tomatensoße und eine große Salami-Pizza
für alle. Zum Nachtisch gab es Gelati. Also
ein Eis. Sie hatten sich für Erdbeereis mit
Sahne entschieden.
Nachdem alle zufrieden und satt waren, rief
Sebastian die nette Frau, die sie an den Tisch
geführt hatte, um das Essen zu bezahlen. Er
fühlte, wie ihm erst heiß und dann ganz kalt
wurde. Der braune Geldbeutel, den er in die
rechte Jackentasche gesteckt hatte, war weg.
Obwohl er auch ganz tief unten suchte, blieb
der Beutel verschwunden. Er suchte auch in
der linken Tasche, aber er konnte ihn einfach
nicht finden. Vielleicht hatte er den Beutel
auf dem Weg ins Restaurant verloren. Aber
eigentlich konnte das ja nicht sein. Er hatte
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doch die Tasche fest verschlossen. Was
sollten sie nur tun?
Sie beschlossen, Hinweise zu suchen. Aber leider
fanden sie keine. Doch dann fand Selina einen
kleinen Zettel, der aus Sebastians Jackentasche
gefallen war. „Wir sind die Schwarzen Vier“, las
sie vor. „Mehr kann ich nicht entziffern, die
Schrift ist so klein“, sagte sie. „An meinem
Schlüsselbund ist eine Lupe. Vielleicht geht es
dann besser.“ Sie kramte den Schlüssel aus ihrer
Tasche. Dann rief sie: „Hier steht Hilfe drauf.
Und dann noch etwas in ganz kleiner Schrift. Das
kann ich mit meiner Lupe nicht lesen. Wir müssen
zu meinem Opa gehen. Der hat eine große Lupe.
Vielleicht können wir damit etwas erkennen.“
Sie machten sich auf den Weg zu Selinas
Großeltern. Die Oma öffnete ihnen die Tür. Alle
redeten durcheinander. Oma brachte die
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Freunde zu Opa, der sich die Geschichte in Ruhe
anhörte. Dann holte er seine Lupe.
Alle glotzten auf den Zettel, während Selina
vorlas, was sie erkennen konnte. „Hilfe!!! Ich bin
Maik. Ich bin 15 Jahre alt und brauche Hilfe. Ich
wurde gefangen.
Die Autonummer ist HAU-BE 10.
Die schwarzen Männer sind auch hier. Ihr müsst
die Polizei rufen.“
Selina begriff sofort. Sie rannte zum Telefon
und wählte die Nummer der Polizei. Denen
erzählte sie alles. Die Polizei stoppte das dunkle
Auto und nahm die schwarzen Männer fest. Sie
befreiten Maik aus dem Kofferraum. Sebastians
Geldbeutel lag neben ihm. Die schwarzen Männer
kamen ins Gefängnis und Sebastian hatte endlich
seinen Geldbeutel zurück.
The End
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4. Der verlorene Geldbeutel
(AUTOREN: ALLE KINDER DER AG UND
LETIZIA SIEBERTZ)
Max,
Tom, Jan, Vanessa, Letizia, Selina und
Sebastian wohnen in einem der modernen
Hochhäuser mitten in Frankfurt. Sebastian ist
der Dickste von allen und hat oft Hunger.
Auch am Freitag als das Abenteuer begann,
bekam er plötzlich Hunger. Deshalb rief er
alle Freunde an und fragte, ob sie mit ihm in
ein Restaurant gehen wollten. Er kannte ein
gutes italienisches Restaurant in der
Innenstadt. Die Freunde freuten sich über die
Einladung. So machten sie sich gemeinsam auf
den Weg. Endlich hatten sie die Pizzeria Verdi
erreicht. Durch die große Tür betraten sie
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den gemütlichen Raum. Eine nette Frau führte
die Freunde an einen runden Tisch. Sie
bestellten eine große Portion Gnocchi-Auflauf
mit Tomatensoße und eine große Salami-Pizza
für alle. Zum Nachtisch gab es Gelati. Also
ein Eis. Sie hatten sich für Erdbeereis mit
Sahne entschieden.
Nachdem alle zufrieden und satt waren, rief
Sebastian die nette Frau, die sie an den Tisch
geführt hatte, um das Essen zu bezahlen. Er
fühlte, wie ihm erst heiß und dann ganz kalt
wurde. Der braune Geldbeutel, den er in die
rechte Jackentasche gesteckt hatte, war weg.
Obwohl er auch ganz tief unten suchte, blieb
der Beutel verschwunden. Er suchte auch in
der linken Tasche, aber er konnte ihn einfach
nicht finden. Vielleicht hatte er den Beutel
auf dem Weg ins Restaurant verloren. Aber
eigentlich konnte das ja nicht sein. Er hatte
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doch die Tasche fest verschlossen. Was
sollten sie nur tun?
Vanessa und Letizia schlichen sich aus dem Lokal.
In der Zwischenzeit bestellte Sebastian noch
einen Nachtisch.
Die Kellnerin sah ihn an und fragte: „Bist du nicht
schon ein bisschen dick? Passt in deinen Bauch
noch mehr rein?!!“
Sebastian ärgerte sich und rief motzig: „Ja, in
meinen Bauch passt noch viel mehr!!!“
Doch kommen wir wieder zu Letizia und
Vanessa. Die waren schon bis zum großen REWEMarkt an der Ecke gelaufen. Die Geldbörse
hatten sie noch nicht gefunden. Aber am Markt
sahen sie einen Mann in einem schwarzen Mantel,
der verdächtig aussah.
„Er war`s“, sagten die beiden im Chor.
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Der Mann hatte wohl zugehört, denn er rannte
los, packte sich Letizia und verschwand um die
Ecke. Vanessa lief sofort zurück ins Restaurant.
Aufgeregt erzählte sie den anderen, was passiert
war.
Sebastian schob sich noch schnell den EisLöffel in den Mund. Dann rannten sie los. Als
Sebastian den Tisch vorschob, fiel sein Glas um.
Die Scherben flogen durch die Luft und knallten
laut auf den Boden. Die anderen Gäste guckten
zu ihnen. Das war ganz schön peinlich. Doch dann
mussten sie lachen.
Die Kellnerin kam zu ihnen und pflaumte
Sebastian an: „Man kann auch aufpassen oder?“
Sebastian wurde rot. Schnell rannten sie aus
dem Restaurant. Die Kellnerin lief erst hinterher.
Nach 500 Metern gab sie auf und blieb stehen.
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Sebastian holte sein Navi raus. „Los ihr
Streifenhörnchen. Lasst uns weiterlaufen.“
Das Streifenhörnchen-Team folgte den
Anweisungen des Gerätes. Sie kamen zu einem
schicken Hochhaus. Auf dem Klingelschild der
vorderen Parterrewohnung stand „Herr
Hoffmann“. Vanessa und Sebastian schauten ins
Fenster. Sie sahen Letizia. Sie saß festgebunden
auf einem Stuhl.
Max fragte Sebastian: „Was könnt ihr sehen?“
Vanessa antwortete zuerst. Sie schrie laut:
„Wir können Letizia sehen. Sie ist
festgebunden.“
Tom ging in den Hausflur und überlegte, was sie
tun konnten. Da sah er, dass die Wohnungstür
einen Spalt weit offen stand. Er sagte es den
Anderen. Vorsichtig schlichen sie in die
Wohnung. Zum Glück war Herr Hoffmann nicht
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da. Ganz schnell befreiten sie Letizia. Dann
holten sie den Geldbeutel, der in der Diele auf
einem Tisch lag. Neben dem Geldbeutel stand das
Telefon und daneben sahen sie einen Zettel, auf
dem die Adresse und Telefonnummer von Herrn
Hoffmann stand.
Hoffmann
Erlenstraße 9 Parterre
60325 Frankfurt
Telefon 069-979379
Tom steckte den Zettel ein. Dann liefen sie zur
Polizeistation. Zu ihrer Überraschung war Herr
Hoffmann schon festgenommen worden, weil er
beim Stehlen erwischt worden war.
Das war ein großes Happy End!!!
Sie klatschten und feierten noch bis ins Ende
der Geschichte.
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S TECKBRIEFE DES S TREIFENHÖRNCHENT EAMS:
Tom
Alter: 20 Jahre
Wohnort: Frankfurt
Aussehen: sportlich
Merkmale: Tattoo, Piercing
Freunde: alle aus seinem Team
Sebastian
Alter: 10 Jahre
Wohnort: Frankfurt
Aussehen: dick
Merkmale: nett
Freunde: Vanessa, Tom, Letizia
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Letizia
Alter: 13 Jahre
Wohnort: Frankfurt
Aussehen: hübsch
Merkmale: hübsch
Freunde: Selina, Vanessa, Max, Tom, Sebastian,
Maik, Jan
Vanessa
Alter: 9 Jahre
Wohnort: Frankfurt
Aussehen: dünn
Merkmale: lange Wimpern
Freunde: Sebastian, Letizia
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Maik
Alter: 18 Jahre
Wohnort: Frankfurt
Aussehen: Brille
Merkmale: nett
Freunde: alle aus dem Streifenhörnchen-Team
und seine feste Freundin
Jan
Alter: 7 Jahre
Wohnort: Frankfurt
Freunde: alle aus dem Streifenhörnchen-Team
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Max
Alter: 13 Jahre
Wohnort: Frankfurt
Aussehen: hübsch
Merkmale: blaue Augen
Freunde: Letizia
Selina
Alter: 18 Jahre
Wohnort: Frankfurt
Freunde: Maik
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5. Der verlorene Geldbeutel
(AUTOREN: ALLE KINDER DER AG UND
NAIKA ANDERS)
Max,
Tom, Jan, Vanessa, Letizia, Selina
und Sebastian wohnen in einem der
modernen Hochhäuser mitten in Frankfurt.
Sebastian ist der Dickste von allen und hat
oft Hunger. Auch am Freitag als das
Abenteuer begann, bekam er plötzlich
Hunger. Deshalb rief er alle Freunde an und
fragte, ob sie mit ihm in ein Restaurant
gehen wollten. Er kannte ein gutes
italienisches Restaurant in der Innenstadt.
Die Freunde freuten sich über die
Einladung. So machten sie sich gemeinsam
auf den Weg. Endlich hatten sie die
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Pizzeria Verdi erreicht. Durch die große
Tür betraten sie den gemütlichen Raum.
Eine nette Frau führte die Freunde an einen
runden Tisch. Sie bestellten eine große
Portion Gnocchi-Auflauf mit Tomatensoße
und eine große Salami-Pizza für alle. Zum
Nachtisch gab es Gelati. Also ein Eis. Sie
hatten sich für Erdbeereis mit Sahne
entschieden. Nachdem alle zufrieden und
satt waren, rief Sebastian die nette Frau,
die sie an den Tisch geführt hatte, um das
Essen zu bezahlen. Er fühlte, wie ihm erst
heiß und dann ganz kalt wurde. Der braune
Geldbeutel, den er in die rechte
Jackentasche gesteckt hatte, war weg.
Obwohl er auch ganz tief unten suchte,
blieb der Beutel verschwunden. Er suchte
auch in der linken Tasche, aber er konnte
ihn einfach nicht finden. Vielleicht hatte er
den Beutel auf dem Weg ins Restaurant
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verloren. Aber eigentlich konnte das ja
nicht sein. Er hatte doch die Tasche fest
verschlossen. Was sollten sie nur tun?
Sebastian beschloss, draußen nach der
Geldbörse zu suchen. Als er das Restaurant
verließ, sah er, wie zwei Männer, die auf der
anderen Straßenseite standen, ihn anstarrten.
Beide trugen eine schwarze Brille und schwarze
Kleidung. Bevor er begriff, was die Männer
wollten, waren sie schon zu ihm gerannt. Er
zitterte und schlotterte, als die dunkel
gekleideten Männer ihn in ihr Auto verschleppen
wollten. Sie hatten das schwarze Auto im
Hinterhof des Restaurants geparkt. Sebastian
war froh, dass er so dick war. Die Männer waren
zu schwach und konnten ihn nicht tragen.
Sie flüsterten: „Wie sollen wir ihn ins Auto
tragen? Er ist viel zu schwer.“
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Sie zerrten an Sebastian, der gerade sein
Handy aus der Tasche holen wollte. Vor lauter
Aufregung und vom Gezerre war es ihm aus der
Hand gefallen.
Er sagte leise: “Was bin ich nur für ein
Dummkopf!“
Dann hörte er die Stimmen. Es waren seine
Freunde. Sie waren ihm nachgegangen. Sofort
ließen die schwarzen Männer Sebastian auf den
Boden fallen und verschwanden in der Dunkelheit.
Die Freunde lachten: „Du bist nicht dumm. Hast
du wirklich gedacht, dass wir dich einfach alleine
suchen lassen?“
Sebastian war noch immer zittrig. Doch er war
heilfroh, dass die Freunde da waren. „Wie habt
ihr euch denn raus gemogelt?“, fragte er.
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„Wir haben uns nicht rausgemogelt. Wir müssen
gleich noch die Teller waschen. Aber zuerst
gehen wir deine Geldbörse suchen.“
Jetzt musste Sebastian lachen. Die Freunde
hatten wirklich ein Opfer gebracht, um ihm zu
helfen. Er rief: „Kommt, wir müssen die Männer
finden. Vielleicht haben sie die Geldbörse
gestohlen.“
Alle machten sich auf den Weg. Es war schon
dunkel und sie hatten Angst. Nur Sebastian
nicht. Der aß einen leckeren Keks. Dann fragte
er: „Warum habt ihr denn Angst gekriegt? Esst
doch auch einen Keks. Der schmeckt lecker
oder?“
Die Freunde flüsterten: “Sebastian ist dumm,
dass er Kekse isst, wo er doch gerade entführt
werden sollte. Wir müssen doch den Geldbeutel
finden.“
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Sebastian hatte zum Glück nicht gehört, was
die Freunde über ihn gesagt hatten. Er war
immer noch mit seinem Keks beschäftigt.
Plötzlich hörten sie ein Geräusch. Jetzt hatte
auch Sebastian Angst. Sie zitterten und wussten
nicht, was sie jetzt machen sollten. Da hörten sie
die Stimme von Vanessa, die sehr ängstlich klang.
Sie flüsterte: „Selina, hast du dein Handy
dabei?“
Selina erschrak zuerst. Dann sah sie in ihrer
Tasche nach. „Nein. Leider nicht. Ich habe es
vergessen.“
Alle sahen Sebastian an. Der flüsterte: „Was
guckt ihr mich alle an? Ich hab kein Handy, weil
ich es nicht brauche. Und überhaupt hat meine
Mutter gesagt, dass ich es nur für Notfälle
nehmen darf.“
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Die anderen starrten ihn an. Dann sagte Max:
„Sebastian, das ist ein Notfall.“
Der sah auf den Boden und sagte: „Nein, das
finde ich nicht. Ihr sagt immer, dass ich so dick
bin. Ihr seid nicht meine Freunde und deshalb ist
es auch kein Notfall.“
Die Freunde starrten ihn immer noch an. Dann
sagte Tom: „Aber das meinen wir doch nicht so.“
Letizia fuhr fort. „Sebastian, wir glauben, dass
die schwarzen Männer die dich überfallen haben,
auch deinen Geldbeutel gestohlen haben. Deshalb
brauchen wir dein Handy. Wir müssen die Polizei
anrufen.“
Sebastian überlegte und antwortete: „Mein
Handy ist auch nicht da. Ich glaub, ich hab es
verloren, als die Männer mich geschnappt haben.“
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Jan, der bisher gar nichts gesagt hatte,
flüsterte: „Na toll, wir stecken ziemlich in der
Patsche.“
Letizia antwortete:“ Du hast recht. Wir
stecken ziemlich in der Patsche.“
Vorsichtig schlichen sie weiter durch die dunkle
Stadt. Sie waren schon eine Stunde lang
unterwegs und die Füße taten ihnen weh.
Sebastian jammerte vor sich hin.
Plötzlich sagte Jan: „Wo wir gerade von Füßen
reden. Ich habe Fußspuren gefunden. Scheinbar
ist es von großen Füßen. Bestimmt mindestens
Schuhgröße 44. Und es sind frische Spuren.“
Selina freute sich. „Endlich haben wir einen
Hinweis gefunden. Jetzt müssen wir nur noch die
schwarzen Männer finden. Dann holen wir uns die
Geldbörse und dann verklagen wir sie.“
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„Und danach gehen wir nach Hause. Oder …
hmm.“
Alle stöhnten: „Dann kriegen wir ja riesigen
Ärger.“
„Na und“, sagte Selina. „Wir kriegen so oder so
Ärger. Wir waren doch zu lange beim Essen.“
„Ja, du hast recht“, antwortete Vanessa. „Wir
kriegen eh Ärger. Von daher haben wir nichts zu
verlieren. Kommt, Leute. Wir müssen los. Wir
haben einen Fall zu klären“.
Sie gingen weiter und sahen die Männer am
Ende der Straße. „Da hinten sind sie ja. Wir
müssen ihnen folgen. Oder. Nein, ich habe eine
andere Idee,“ sagte Maik.
„Was ist das für eine Idee?“, fragte Jan.
„Wir stellen denen eine Falle,“ antwortete Maik.
„Das geht doch nicht“, sagte Jan. „Wir haben
doch keine Falle.“
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„Stimmt“, antwortete Maik.
„Wir gehen den Männern hinterher. Aber, wo
sind sie denn jetzt? Wir haben ein Problem. Wo
waren sie denn zuletzt?“
„Das hab ich gesehen“, sagte Letizia aufgeregt.
„Sie sind auf der anderen Straßenseite. Da, wo
der Schmuckladen ist.“
Sebastian sah Letizia an. „Stimmt“, antwortete
er. „Aber ich habe Hunger und ich will nach
Hause.“
Auch Selina jammerte vor sich hin. „Ich will
wissen, wo die Männer stecken. Ich kann nicht
mehr länger gehen. Mir tun die Füße weh.“
Jan sagte: „Ich glaube, das geht uns allen so.“
Sebastian überlegte einen Moment. Dann fragte
er: „Hat jemand von euch Geld?“
„Ja“, sagte Vanessa. „Warum willst du das
wissen?“
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„Ich habe nämlich eine Idee“, sagte Sebastian.
„Wir könnten die Männer mit Geld bestechen.“
Maik lachte. „Na klar, die geben uns direkt die
Geldbörse zurück. Nein, das ist die schlechteste
Idee, die wir bisher hatten. Bist du verrückt?
Wir bestechen sie mit Geld, damit sie uns die
Börse wiedergeben? Wir wissen ja nicht mal, ob
sie die Geldbörse gestohlen haben. Wir müssen
die Leute fragen. Sonst kommen wir ja nicht
weiter.“
Das sahen alle ein. „Los geht´s“, riefen alle
gleichzeitig.
„Und wo fangen wir an?“, fragte Vanessa.
„Ich glaube im Laden auf der anderen Seite“,
sagte Letizia.
Das fanden alle gut. „Wie spät ist es?“ Jan sah
ungeduldig auf die Uhr. „Es ist genau halb elf.“
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Vanessa wurde unruhig. “Oh, nein, wir haben
schon halb elf? Ich habe meiner Mutter gesagt,
dass ich um zehn Uhr zu Hause bin. Sie hat
gesagt, ich muss spätestens um zehn wieder
zurück sein.“
Selina beruhigte ihre Freundin. „Nur ne halbe
Stunde zu spät. Da reißen uns doch unsere Eltern
nicht den Kopf ab. Und die Polizei rufen sie
bestimmt auch nicht.“
Sebastian hatte die Straße beobachtet. Er
fragte: „Warum steht da vorne ein Polizeiauto?“
Die Freunde starrten ihn an. „Du Dummkopf,
warum hast du das nicht vorher gesagt. Sei froh,
dass sie uns noch nicht gefunden haben,“ schrie
Maik aufgeregt.
Letizia grinste. „Ich wusste gar nicht, dass du
da bist, Maik. Du warst so still.“
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Maik war ein bisschen sauer und schrie Letizia
an. Die wurde ernst und flüsterte: „Sei still,
sonst hören die uns. Gut, dass wir auf die andere
Straßenseite gegangen sind. Sonst hätten sie uns
bestimmt gefunden.“
„Stimmt“, antwortete Jan. „Wir müssen los,
sonst finden wir die schwarzen Männer nie.“
Plötzlich runzelte er die Stirn. „Was ist das für
ein großes Loch?“
Fast gleichzeitig antworteten die anderen: „ Ein
Loch sagst du? Wo denn?“
„Da hinten, hinter dem Laden. Wir wollten doch
in den Laden gehen. Lasst uns das jetzt machen.“
Sebastian schüttelte den Kopf. „Warum gehen
wir nicht zuerst in die Höhle? Das wäre doch viel
schlauer.“
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Vanessa zögerte. Dann sagte sie: „Na gut. Dann
gehen wir mal. Aber das Loch ist ziemlich
dreckig.“
Sebastian antwortete: „Vanessa, das ist doch
eine Höhle.“
Sie nickte. „Ja, aber eine Höhle, wo ganz viele
Würmer drin sind.“
„Stell dich nicht so an“, sagte Sebastian, bevor
er sich durch das Loch zwängte. Die anderen
gingen ihm nach und Sekunden später waren alle
drinnen.
„Stop“, flüsterte Maik. „Ich höre Stimmen.“
Langsam gingen sie an der Wand entlang.
Vanessa flüsterte: „Ich sehe schwarze Typen.“
„Typen?“, antwortete Maik. „Haben sie auch
schwarze Brillen an?“
„Ja, ich glaube schon.“
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„Haben sie auch eine Waffe?“
„Nein, aber sie haben Stöcke. Die sind
bestimmt sehr hart.“
Sebastian sagte leise: „Sollen wir doch die
Polizei holen?“
„Vergiss es. Wir haben doch vor den Männern
keine Angst, oder?“, antwortete Selina.
Jan, der Schlauste, hatte schon ein bisschen
Angst. Sebastian hatte auch Angst. Aber nur ein
bisschen. Maik, der Mutigste von allen, hatte eine
Idee.
„Hat jemand ne Taschenlampe?“, flüsterte er
leise.
Selina hatte eine in ihrer Tasche. „Eine Lampe.
Warte mal. Was willst du denn damit machen?“
Maik sah Selina an und antwortete: „Wie soll ich
das nur sagen?“
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Selina hörte zu. Dann rief sie schnell: „Sei
leise.“
Jan hatte auch einen Vorschlag: „Wir könnten
uns als Polizisten verkleiden.“
Die Idee fand Letizia besonders gut. „Wo sollen
wir denn die Sachen herbekommen?“, fragte sie.
Vanessa war eine sehr gute Designerin. Maik
fragte sie: „Kannst du das in zwanzig Minuten
schaffen?“
„Vielleicht“, antwortete Vanessa. „Ich überlege
gerade, wo wir den Stoff kaufen können. Ich
glaube, meine Mutter kauft die Stoffe in dem
kleinen Handarbeitsladen. Es ist nicht weit weg.“
„Ich weiß auch wo“, rief Maik.
So schnell er konnte, lief er vor bis zur
nächsten Kurve und blieb vor der schmalen
Sackgasse stehen. Er sah sich um. „Oh nein, das
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ist die falsche Straße. Wir müssen weiter
geradeaus gehen und dann nach rechts.“
Er ging wieder vor, und diesmal fanden sie den
kleinen Laden sofort. Die Freunde blieben vor
dem Geschäft stehen. Sie hatten große Angst
und ihre Beine zitterten. Hoffentlich merkte die
Verkäuferin nichts.
Maik ging rein und die Frau fragte: „Suchst du
etwas, junger Mann?“
Maik nickte. „Ja, wir brauchen Stoff für eine
Polizeiuniform.“
Die Frau dachte einen Moment nach. Dann sagte
sie: „Ich habe auch Anzüge.“
Maik dachte nach. Dann fragte er: „Was kostet
es?“
Die nette Dame antwortete: „Weil du ja ein Kind
bist, kostet es nur 7 Euro.“
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Maik wühlte in der Hosentasche. „Gut, ich habe
alles hier. Bitteschön.“
Er legte das Geld auf die Ladentheke. Dann ging
er raus und rannte so schnell er konnte zu den
Freunden. Alle waren froh, als sie ihn sahen.
Er sagte: „Kommt, wir gehen uns verkleiden.“
Alle nickten. Als sie die Kostüme anhatten,
gingen sie zu den Räubern. Nur Sebastian lief in
die andere Richtung. Als die Männer die
Uniformen sahen, gerieten sie in Panik. Sie
rannten weg. Die Geldbörse ließen sie liegen. Die
Freunde wollten den Geldbeutel gerade
aufheben, als sie Sebastian sahen. Er war zur
Polizeiwache gelaufen und hatte die echte Polizei
geholt. Schnell verfolgten die Polizisten die
Männer und konnten sie auch festnehmen. Die
Räuber waren jetzt endlich gefangen und
Sebastian hatte seine Geldbörse zurück
bekommen. Alles war wieder gut. Fast alles. Denn
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sie bekamen großen Ärger, weil sie viel zu spät
nach Hause kamen.
Ende
6. Der verlorene Geldbeutel
(AUTOREN: ALLE KINDER DER AG UND MAIK
MITZEL.)
Max,
Tom, Jan, Vanessa, Letizia, Selina und
Sebastian wohnen in einem der modernen
Hochhäuser mitten in Frankfurt. Sebastian ist
der Dickste von allen und hat oft Hunger.
Auch am Freitag als das Abenteuer begann,
bekam er plötzlich Hunger. Deshalb rief er
alle Freunde an und fragte, ob sie mit ihm in
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ein Restaurant gehen wollten. Er kannte ein
gutes italienisches Restaurant in der
Innenstadt. Die Freunde freuten sich über die
Einladung. So machten sie sich gemeinsam auf
den Weg. Endlich hatten sie die Pizzeria Verdi
erreicht. Durch die große Tür betraten sie
den gemütlichen Raum. Eine nette Frau führte
die Freunde an einen runden Tisch. Sie
bestellten eine große Portion Gnocchi-Auflauf
mit Tomatensoße und eine große Salami-Pizza
für alle. Zum Nachtisch gab es Gelati. Also
ein Eis. Sie hatten sich für Erdbeereis mit
Sahne entschieden.
Nachdem alle zufrieden und satt waren, rief
Sebastian die nette Frau, die sie an den Tisch
geführt hatte, um das Essen zu bezahlen. Er
fühlte, wie ihm erst heiß und dann ganz kalt
wurde. Der braune Geldbeutel, den er in die
rechte Jackentasche gesteckt hatte, war weg.
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Obwohl er auch ganz tief unten suchte, blieb
der Beutel verschwunden. Er suchte auch in
der linken Tasche, aber er konnte ihn einfach
nicht finden. Vielleicht hatte er den Beutel
auf dem Weg ins Restaurant verloren. Aber
eigentlich konnte das ja nicht sein. Er hatte
doch die Tasche fest verschlossen. Was
sollten sie nur tun?
Sebastian wollte nach dem Geldbeutel suchen.
Aber er wusste nicht, wie er das machen sollte.
Dann hatte er eine Idee. Er schlich sich zur
Hintertür, um dort das Restaurant zu verlassen.
Aber er hatte Pech. Zwei Mitarbeiter, die
gerade im Hinterhof waren, sahen, wie er sich
fortschleichen wollte. Sofort brachten sie ihn
zurück an den Tisch. Doch was nun? Sebastian
gab nicht auf. Als die Pause der Mitarbeiter zu
Ende war und sie zurück in die Küche mussten,
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versuchte er es noch einmal. Und diesmal hat er
es geschafft. Er lief den Weg, den sie gegangen
waren zurück. Da er die Geldbörse auf dem
Boden suchte, sah er nicht den Mann im
schwarzen Mantel, der plötzlich vor ihm
aufgetaucht war.
Bevor Sebastian um Hilfe rufen konnte, hatte
der Mann ihn schon geschnappt und in sein Auto
gezerrt.
Die Freunde warteten darauf, dass Sebastian mit
dem Geldbeutel zurückkommen würde. Als es
immer später wurde, erzählten sie der netten
Kellnerin von dem verlorenen Beutel und
versprachen, das Essen später zu bezahlen. Dann
machten sie sich auf die Suche nach Sebastian.
Aber der war verschwunden. Sie ahnten, dass
Sebastian entführt worden war. Traurig
überlegten sie, wie sie Sebastian helfen konnten.
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Dann hatte Tom eine Idee. „Wir sollten Maik
anrufen. Der weiß bestimmt wie wir Sebastian
helfen können.“
Die anderen lachten erleichtert. Ja, an Maik
hatten sie gar nicht gedacht. Er war schon
achtzehn Jahre alt, aber trotzdem ein guter
Freund. Max lief zurück zur Pizzeria. Dort
durfte er das Telefon benutzen, um Maik
anzurufen. Der hatte schon den Führerschein
gemacht. Mit seinem kleinen Auto fuhr er oft
durch die Stadt. Tom und Sebastian hatte er
sogar in die Schule gefahren, als sie den
Schulbus einmal verpasst hatten. Die
Klassenkameraden hatten gestaunt, als Tom und
Sebastian aus dem bunten Auto gestiegen waren.
Auch jetzt war das kleine Auto schon von
Weitem zu sehen. Die Freunde durften
einsteigen und sie fuhren durch die ganze Stadt.
Doch Sebastian war nirgendwo zu sehen. So
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kamen sie auch nicht weiter. Maik brachte die
anderen nach Hause. Dann fuhr er zurück zu
seiner Wohnung. Er dachte lange nach. Dann
hatte er eine Idee. In der Stadt gab es ein
Labor. In den Ferien hatte er als Paketbote
gearbeitet und eine Lieferung in dieses Labor
gebracht. Dabei war ihm aufgefallen, dass es
viele dunkle Ecken und Nischen dort gab. Einige
der Zimmer waren abgeschlossen gewesen und er
hatte komische Geräusche gehört. Damals war er
froh gewesen, dass er das Paket so schnell wie
möglich abgeben konnte. Vielleicht wurde
Sebastian in einem der unheimlichen Räume
gefangen gehalten. Maik beschloss, sofort
nachzusehen.
Er machte sich auf den Weg. Als er das dunkle
Haus vor sich sah, begann er zu zittern. Leise
schlich er sich an das Kellerfenster. Er hatte
Glück. Es ging ganz leicht auf, als er an dem
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Gitter rüttelte. Vorsichtig quetschte er sich
durch das schmale Fenster in den schmutzigen
Kellerraum. Von dort führte eine steile Treppe in
den Hausflur. Als er die Tür öffnete, quietschte
sie und er hielt vor Schrecken den Atem an. Dann
hörte er ein lautes Stöhnen aus dem Zimmer
neben der Haustür. Leise schlich er sich zur Tür,
die einen Spalt weit offen stand. Er sah durch
die Ritze und erschrak. Sebastian saß
angebunden auf einem Stuhl. Seine Augen waren
starr vor Angst und er stöhnte leise. Es sah aus,
als ob er gefoltert worden war. Von den
Entführern war nichts zu sehen. Maik rannte zu
Sebastian. Vorsichtig band er ihn los. Plötzlich
sah er die drei Männer. Bevor die reagieren
konnten, hatte er sie gepackt und auf den Boden
geschubst. Dabei fiel einem der Männer das Glas
mit dem Betäubungs-Gas aus der Hand und
zersprang. Die giftige Flüssigkeit verteilte sich
im Raum. Maik sah noch, wie die Männer nach
51
Luft schnappten, bevor sie wie tot liegen blieben.
Maik schnappte sich den Geldbeutel, der neben
einem der Männer lag. Dann liefen Sebastian und
Maik so schnell sie konnten aus dem Haus. Sie
rannten um die Ecke, wo das kleine Auto auf sie
wartete. Maik fuhr sofort los und Sebastian sah
in dankbar an.
„Das war Rettung in letzter Minute“, sagte er.
„Lass uns zu den Freunden fahren. Sie müssen
unbedingt hören, was passiert ist.“
Als die Freunde die beiden sahen, redeten alle
durcheinander auf Sebastian ein und umarmten
ihn vor Freude. Alle waren froh, dass Sebastian
wieder da war. Während Maik die Polizei anrief,
machten die anderen sich auf den Weg in die
Pizzeria. Sie bezahlten die Rechnung. Dann
gingen sie nach Hause, um den Eltern von ihrem
Abenteuer zu erzählen.
Ende
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7. Der verlorene Geldbeutel
(AUTOREN: ALLE KINDER DER AG UND
VANESSA SCHUHMANN)
Max,
Tom, Jan, Vanessa, Letizia, Selina und
Sebastian wohnen in einem der modernen
Hochhäuser mitten in Frankfurt. Sebastian ist
der Dickste von allen und hat oft Hunger.
Auch am Freitag als das Abenteuer begann,
bekam er plötzlich Hunger. Deshalb rief er
alle Freunde an und fragte, ob sie mit ihm in
ein Restaurant gehen wollten. Er kannte ein
gutes italienisches Restaurant in der
Innenstadt. Die Freunde freuten sich über die
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Einladung. So machten sie sich gemeinsam auf
den Weg. Endlich hatten sie die Pizzeria Verdi
erreicht. Durch die große Tür betraten sie
den gemütlichen Raum. Eine nette Frau führte
die Freunde an einen runden Tisch. Sie
bestellten eine große Portion Gnocchi-Auflauf
mit Tomatensoße und eine große Salami-Pizza
für alle. Zum Nachtisch gab es Gelati. Also
ein Eis. Sie hatten sich für Erdbeereis mit
Sahne entschieden.
Nachdem alle zufrieden und satt waren, rief
Sebastian die nette Frau, die sie an den Tisch
geführt hatte, um das Essen zu bezahlen. Er
fühlte, wie ihm erst heiß und dann ganz kalt
wurde. Der braune Geldbeutel, den er in die
rechte Jackentasche gesteckt hatte, war weg.
Obwohl er auch ganz tief unten suchte, blieb
der Beutel verschwunden. Er suchte auch in
der linken Tasche, aber er konnte ihn einfach
54
nicht finden. Vielleicht hatte er den Beutel
auf dem Weg ins Restaurant verloren. Aber
eigentlich konnte das ja nicht sein. Er hatte
doch die Tasche fest verschlossen. Was
sollten sie nur tun?
Vanessa und Letizia entschlossen sich, die
Geldbörse zu suchen. Als sie das Restaurant
verließen, war es schon fast dunkel. Sie
erschraken, als plötzlich ein schwarzer Mann vor
Vanessa stand. Sofort stellte sich Letizia hinter
den Mann. Der schwarze Mann packte Vanessa
und schubste sie in sein Auto. Dann sprang er
hinterher und fuhr weg.
Schnell rannte Letizia zu den Jungs, um ihnen
alles zu erzählen. „Da, da war ein schwarzer
Mann. Der hat sich Vanessa geschnappt und ist
mit seinem Auto weggefahren.“
55
Sebastian starrte sie an. „Wo ist er
hingefahren?“
„Ich weiß nicht“, rief Letizia.
Die Jungs schrien der Kellnerin zu: „Wir
bezahlen nachher. Wir müssen weg.“
Dann rannten sie zusammen aus dem Restaurant
auf die Straße. Letizia sah, wie ein schwarzes
Auto mit blauen Fenstern am Ende der Straße um
die Ecke fuhr.
„Da ist es!“, rief sie aufgeregt.
So schnell sie konnten, liefen sie dem Auto nach.
Doch es war zu spät. Vanessa war weg.
Sebastian, der vom Essen einen fetten Bauch
hatte und kaum Luft bekam, sagte: „Wir finden
sie nie mehr.“
Die Anderen antworteten fast gleichzeitig: „Wir
werden Vanessa trotzdem weiter suchen.“
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Die nette Kellnerin sagte: „Ich helfe euch. Steigt
in mein Auto. Wir fahren hinterher.“
Die Freunde quetschten sich in das Auto. Sie
hatten wenig Platz. Sebastian hatte heimlich den
restlichen Kuchen mitgenommen und schnell
aufgegessen. Dadurch war er noch schwerer als
sonst und brauchte viel Platz. Das schwarze Auto
fuhr auf die Autobahn. Die nette Kellnerin folgte
ihm. An einer Raststätte fuhr das schwarze Auto
ab. Die Kellnerin fuhr sofort hinterher. Aber das
Auto war nirgendwo zu sehen. Sie parkten auf
einem freien Parkplatz. Was nun? Als Letizia aus
dem Fenster sah, konnte sie den Mann sehen, der
Vanessa auf den Arm genommen hatte und mit
ihr hinter der Tür des Motels verschwunden war.
„Schnell, alle raus!“, rief sie.
Doch das ging nicht so leicht. Sie hatten ein
Problem. Weil Sebastian so fett war, blieb er in
der Tür hängen. Sie kamen nicht aus dem Auto.
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Gemeinsam drückten die Freunde so lange von
hinten, bis Sebastian endlich aus dem Auto
rutschte. Jetzt konnten sie dem Entführer
folgen. Doch wie sollten sie in das Motel
kommen? Die Tür wurde bewacht.
Tom sagte: „Jetzt hab ich vergessen, worüber
ich nachdenken wollte.“ Er dachte nach und
sagte: “Vielleicht können wir die Wäscheleine
holen, um hoch zu klettern.“
Letizia schüttelte den Kopf. „Ich habe
Höhenangst. Aber ich hab eine andere Idee.
Sebastian kann das hintere Fenster einrennen.“
Die Idee fanden alle gut. Sebastian rannte, so
schnell er konnte. Wie der Blitz sprang er durch
das Fenster und landete im Badezimmer. Da
stand gerade eine Frau unter der Dusche, die die
Freunde entsetzt anstarrte. Alle fanden das
ziemlich peinlich. Dann schrie die Frau laut um
Hilfe. Sebastian lief, so schnell er konnte aus
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dem Bad. Die anderen rannten hinter ihm her,
während die Frau noch immer um Hilfe rief.
Sie liefen in den Aufzug und fuhren in den
neunundzwanzigsten Stock. Als die Tür sich
öffnete, erstarrte Sebastian. Denn vor dem
Aufzug stand der schwarze Mann, der Vanessa
geschnappt hatte.
Selina rief: „Schnell, alle auf die Treppe!
Sebastian, ruf die Polizei an.“
„Nicht nötig“, sagte Max. „Die Polizei ist schon
da.“ Er zeigte auf die Männer, die gerade den
schwarzen Mann festhielten, um ihm
Handschellen anzulegen.
„Aber wieso ist die Polizei schon da?“, fragte
Selina.
Max grinste. „Ich habe sie angerufen, als
Sebastian das Fenster eingerannt hat.“
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Die Freunde waren froh. Sie liefen die Treppe
hoch und beobachteten, wie der Mann abgeführt
wurde. Dann gingen sie zu Vanessa.
Die hielt den Geldbeutel in der Hand und lachte.
„Ich dachte schon, ihr kommt gar nicht mehr.
Kommt, lasst uns nach Hause gehen.“
„Aber vorher müssen wir ins Restaurant unsere
Rechnung bezahlen“, sagte Selina.
Vanessa nickte: „Ja, du hast recht. Das machen
wir.“
Sie lachten sich an: „Was für ein Glück, dass der
schwarze Mann gefangen wurde.“
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8. Der Zeitdieb Teil 2
(AUTORIN: SELINA OPITZ)
Ben und Anna sind jetzt endlich 12 und 13 Jahre
alt. Die beiden leben immer noch in dem kleinen
Häuschen Nahe der großen Stadt Berlin.
Dieser Tag vor einer Woche war nicht wie jeder
andere, denn sie hatten Geburtstag. Sofort nach
dem Aufstehen gingen die beiden gemeinsam
runter in die Küche. Anna wunderte sich, dass die
Eltern nicht da waren.
Sie fragte Ben: „Ben, wo sind denn Mama und
Papa?“
Der sah sich erstaunt um. Dann antwortete er:
„Das weiß ich auch nicht. Eigentlich müssten sie
hier sein. Sie stehen doch sonst immer in der
Küche, um uns zu gratulieren.“
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Ben und Anna sahen sich erschrocken an. Ob die
Eltern den Geburtstag vergessen hatten? Oder
mussten sie noch ein Geburtstagsgeschenk
kaufen? Aber das konnte doch nicht sein? Mama
und Papa hatten ja am selben Tag Geburtstag.
Deshalb gratulierten sie sich immer gleichzeitig
und feierten die Geburtstage mit der ganzen
Familie. Plötzlich sah Ben einen Schatten hinter
der Küchentür.
Dann riefen Mama und Papa gleichzeitig:
„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag für
Anna und Ben.“
Dann sagte Mama: „Heute dürft ihr eine
Geburtstagsfeier machen. Wenn ihr wollt, könnt
ihr schon um neun Uhr anfangen. Anna und Ben
freuten sich. Das würde ein schöner Tag werden.
Es war noch sehr früh. Gerade mal acht Uhr. Um
neun Uhr sollte die Feier dann beginnen.
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Papa sagte: „Ihr habt noch eine Stunde Zeit, um
euch fertigzumachen.“
Ben nickte. „Ist OK!“
„Abflug, ihr beiden“, antwortete Papa.
Anna und Ben rannten die Treppe nach oben in
ihre Zimmer. Sie zogen ihre coolsten Klamotten
an. Dann liefen sie ins Badezimmer, kämmten sich
die Haare und putzten sich die Zähne. Sie waren
kaum fertig, als es schon an der Tür klingelte. Es
waren die Zwillinge Marvin und Laura. Sie wohnen
schräg gegenüber und haben im selben Monat
Geburtstag wie Anna und Ben. Nur zwei Tage
später würden sie dreizehn Jahre alt werden.
Ben und Anna begrüßten ihre Freunde.
Da nun die Gäste da waren, konnte die Feier
beginnen. Zuerst spielten sie das Versteckspiel.
Danach kamen Mama und Papa. Sie versteckten
etwas in ihren Händen.
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Ben fragte: „Was habt ihr in der Hand
versteckt?“
Papa grinste und antwortete: „Das sind eure
Geburtstagsgeschenke.“
Anna freute sich. Damit hatte sie nicht
gerechnet. Vorsichtig machte sie ihr Päckchen
auf. Darin lag eine Armbanduhr. Auf dem
Uhrblatt war eine tanzende Ballerina zu sehen.
Das Uhrband war mit Blumen und Herzen
bedruckt. Auch Ben hatte eine Uhr bekommen.
Auf dem Armband waren ein Boxsack und
Boxhandschuhe abgebildet. Er freute sich auch
über sein Geschenk. Gemeinsam mit den
Freunden feierten sie noch bis zum Abend.
Nachdem sie alle Spiele gespielt und auch Kuchen
gegessen hatten, wurden die Freunde von ihren
Eltern abgeholt.
Papa sagte: „Ich glaube, der Tag war anstrengend
für euch. Deswegen geht ihr jetzt mal ins Bett.“
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Mama sah Papa an und nickte. Dann sagte sie:
„Genau.“
Da wussten die beiden, dass es wirklich Zeit war,
schlafen zu gehen. Fast gleichzeitig antworteten
sie: „OK. Gute Nacht Mama, gute Nacht Papa.“
Dann liefen sie die Treppe nach oben. Mama und
Papa riefen noch hinterher: „Und vergesst das
Zähneputzen nicht.“
„Ja“, rief Anna.
Dann ging sie zu Ben, der nicht gehört hatte, was
die Eltern gerufen hatten. Nach dem
Zähneputzen wünschten die beiden sich schnell
noch eine gute Nacht, bevor jeder in seinem
Zimmer verschwand, um ins Bett zu gehen. Anna
merkte zuerst, dass etwas nicht stimmte. Sie
spürte, dass jemand in ihrem Zimmer war.
Vorsichtig öffnete sie die Augen. Vor ihrem Bett
65
stand ein Mann, der ihre Armbanduhr in der
Hand hielt und sie verstellte.
Ben hatte Geräusche gehört. Leise war er
aufgestanden und in Annas Zimmer gegangen. Er
wollte nachsehen, woher die Geräusche kamen. Er
sah den Mann genau in dem Moment, als Anna die
Augen öffnete.
So kam es, dass Ben und Anna gleichzeitig laut
um Hilfe schrien. Schnell sprang der Mann aus
dem Fenster und verschwand.
Mama und Papa kamen sofort. Papa lief in Annas
Zimmer und Mama zuerst in Bens Zimmer. Als sie
Ben nicht in seinem Bett finden konnte, lief sie
rüber in das Zimmer von Anna. Dort waren alle.
Anna lag im Bett. Ben stand neben ihr.
Papa stand am offenen Fenster und sah dem
Mann nach. Er fragte: „Wer ist das?“
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Anna und Ben antworteten gleichzeitig: „Das ist
doch der Zeitdieb.“
Ungläubig schüttelte Mama den Kopf. „Aber …
der Zeitdieb ist doch im Gefängnis?!“
Anna hatte sich wieder beruhigt und sagte leise:
„Ja. Ich wundere mich auch.“
„Wir klären das morgen“, sagte Papa. „Jetzt wird
geschlafen.“ Er schloss das Fenster und zog die
Gardine zu. Dann verriegelte er die Haustür.
„Hier kann keiner mehr rein“, murmelte er leise.
Anna nickte. Kaum hatte sie die Augen
geschlossen, war sie auch schon eingeschlafen.
Ben brauchte etwas länger. Mama musste noch
einige Zeit neben seinem Bett sitzen. Als es aber
immer später wurde, konnte auch Ben die Augen
nicht mehr offen halten.
Am nächsten Morgen sattelten Ben und Anna die
Pferde. Dann machten sie sich auf die Suche
67
nach dem Zeitdieb. Sie ritten gerade am Kiosk
vorbei, als die Pferde scheuten. Die Tiere hatten
den Zeitdieb erkannt. Der Zeitdieb stand am
Kiosk. Er hatte Anna und Ben nicht bemerkt.
Anna ritt schnell zur Polizeistation. Der Dieb
musste unbedingt wieder eingesperrt werden.
Ben stieg leise vom Pferd und schlich sich von
hinten an. Er warf das Lasso, das er immer bei
den Reiterfestspielen benutzte, über den Mann
und zog es fest an. So war der Mann gefangen.
Ben band den Zeitdieb am Laternenpfahl fest.
Dann sah er auch schon Anna, die mit dem
Polizeiauto gekommen war. Die Polizei hatte die
Flucht des Zeitdiebes schon gemerkt. Jetzt
waren alle froh, dass der Dieb gefunden wurde.
Die netten Polizisten brachten den Mann wieder
in den Knast. Dort musste er noch einige Jahre
bleiben, um seine Strafe abzusitzen.
Ende.
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9. Hoch hinaus
(AUTORIN: HEIKE NOLL)
AUS DEM
BUCH „DIE WACKELPUDDING-
BANDE“ MARGARITA ATZL, HEIKE NOLL
2013
69
Lena rannte wie ein
Wirbelwind in der
Küche umher, dass ihre
blonden Zöpfe tanzten.
Sie konnte es kaum
noch erwarten, bis ihre
beiden
Klassenkameraden Tim und Justus endlich kamen.
70
Heute wollten sie ein schönes Picknick machen,
mit allem, was dazugehört. Immer wieder sah sie
aus dem Fenster hinaus, wo die Frühlingssonne
den sattgrünen Rasen und die bunt blühenden
Pflanzen des Vorgartens zum Leuchten brachte.
Die Neunjährige wurde immer kribbeliger.
„Warum wartest du nicht draußen, Lena?“,
fragte die Mutter.
Lena und ihre beiden Freunde waren neun Jahre
jung und gingen in dieselbe Klasse. Sie
verstanden sich auf Anhieb und verbrachten viel
Zeit außerhalb der Schule miteinander. Sie
nannten sich die Wackelpuddingbande. Aber
nicht, weil sie Wackelpudding aßen, sondern, weil
sie sich immer durch Schütteln lockerten, um so
Stress und Anspannung abzubauen. Dabei
atmeten sie tief ein und aus, damit sie durch die
vermehrte Sauerstoffaufnahme besser denken
konnten. So hatten sie es von ihrer Lehrerin
71
gelernt und es hat ihnen tatsächlich in einigen
brenzligen Situationen schon sehr geholfen. So
sollte es auch an diesem Tag kommen, was sie zu
diesem Zeitpunkt aber noch nicht ahnte.
„Soll ich den Picknickkorb mit rausnehmen?“,
fragte Lena und zerrte den schweren Korb von
der Eckbank.
Die Mutter schüttelte den Kopf. „Lass ihn
stehen, den können Tim oder Justus nachher
holen.“
„Okay“, rief Lena, setzte ihre Schildmütze auf
und flitzte nach draußen.
Gerade als sie am Gehweg angekommen war,
kamen Justus und Tim schnellen Schrittes um die
Ecke marschiert. Die beiden Jungen trugen
Schildmützen auf dem Kopf, was das
Markenzeichen der Wackelpuddingbande war,
weil die leuchtend grellen Farben sehr an
72
Wackelpudding erinnerten. Tim trug eine blaue,
Justus eine grüne und Lena eine rote
Schildmütze.
„Hallo, Lena“, grüßten die Jungen wie aus einem
Mund.
„Hallo, Justus, hallo Tim. Könnt ihr den
Picknickkorb holen?“, bat Lena zum Haus zeigend.
„Klar“, antwortete Tim, ging ins Haus und kam
Sekunden danach mit dem Korb wieder heraus.
„Der ist ganz schön schwer. Was ist da drin?
Backsteine?“, stöhnte er.
Justus lachte. „Nein. Sie hat bestimmt Bücher
mitgenommen.“
Lena winkte amüsiert ab. „Unsinn. Das ist
unsere Picknickausrüstung. Eine Decke,
Traubensaft, Äpfel und Käsebrote.“
„Hey, das klingt lecker“, freute sich Justus,
„können wir nicht einfach hier auf der Wiese
73
unser Picknick machen?“, scherzte er, worauf
Lena und Tim lachten.
Schließlich wanderten sie los. Erst durch die
Ortschaft, danach in Richtung Feldwege.
Schon bald war ein herrlicher Picknickplatz auf
einer bunt blühenden Blumenwiese gefunden. Er
lag zwischen einem Baum und einem kristallklaren
Bächlein. Sie breiteten die Picknickdecke aus,
ließen sich darauf nieder und genossen die
wohltuende Wärme, den wunderschönen Gesang
der Vögel und das leise Gluckern des Bächleins.
Urplötzlich ertönte ein klagendes Miauen. „Was
war das?“, stutzte Lena entsetzt.
Justus sah sich verwundert um. „Ich glaube, das
kam aus dem Baum?!“
Blitzschnell rannten sie zum Kastanienbaum und
lugten hinauf ins Blätterdach. Es raschelte, die
74
dichten Blätter bewegten sich, als auf einmal
zwei große Augen herabblickten.
„Eine Katze“, rief Lena aufgeregt, als sie das
schwarze Kätzchen mit den großen grünen
Kulleraugen erblickte.
„Wir müssen sie retten. Sie kommt nicht mehr
vom Baum“, vermuteteTim.
Justus sprang immer wieder hoch und
versuchte vergeblich, den unteren Ast zu
erklimmen. „Ich komme nicht ran. Was sollen wir
tun?“
Tim versuchte ebenfalls sein Glück. Da er aber
nicht größer als Justus und Lena war, scheiterte
auch sein Versuch. Das Miauen des Kätzchens
wurde immer fürchterlicher und ging durch Mark
und Bein.
Aufgeregt hasteten die Kinder um den Baum
herum und wussten nicht, was sie tun sollten.
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„Moment, Jungs!“, rief Lena plötzlich und die
Jungen verharrten.
„Was ist? Hast du eine Idee?“, drängte Justus
nach der Antwort.
„Wir sind die Wackelpuddingbande, schon
vergessen?“, erinnerte Lena zufrieden lächelnd.
Auf Tims Stirn bildeten sich senkrechte Falten.
„Ja und?“
„Was tut die Wackelpuddingbande?“, fragte
Lena belehrend.
Den Jungen fiel es wie Schuppen von den Augen.
Natürlich. Sie müssen sich lockern und
entspannen, um einen klaren Gedanken fassen zu
können. Sie stellten sich mit Lena in einer Reihe
auf. Dann vollführten sie den Wackelpuddingtanz,
wobei sie von dem verwirrten Kätzchen neugierig
beobachtet wurden. Nach dem Tanz nahmen sie
ein paar tiefe Atemzüge. Dann war die Aufregung
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verschwunden und die Kinder wirkten ruhig und
besonnen.
„Wir machen eine Räuberleiter“, riefen alle wie
aus einem Mund.
Tim lehnte sich mit dem Rücken an den
Baumstamm und faltete die Hände zu einer
Räuberleiter ineinander. Justus half Lena, die
über Tims Räuberleiter nach oben stieg, den
unteren Ast des Baumes zu erreichen. Lena
umklammerte den Ast, zog sich hoch und nahm
das Kätzchen, das sich sofort schnurrend an sie
schmiegte. Wohl behütet brachte sie es nach
unten, wo es ihr vom Arm sprang und mauzend
weglief.
„Aktion erfolgreich beendet“, rief Tim
triumphierend.
„Das war wieder einmal ein echtes Abenteuer“,
schwärmte Lena.
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„Ja, es war eine gelungene Rettungsaktion. Doch
jetzt lasst uns endlich unser Picknick machen“,
drängte Justus.
Entspannt und zufrieden lagen sie in der Sonne
und genossen ihr Picknick sehr. Sie unterhielten
sich über die neue Tat, die sie als
Wackelpuddingbande vollbracht hatten. Sie
freuten sich auch schon auf weitere Taten, die
ganz gewiss noch folgen würden.
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ENDE
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