Pressemitteilung - Landkreis Sächsische Schweiz

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Pressemitteilung
Nr. 088 / 2015 - 1. Dezember 2015
Der Arbeitsmarkt im November 2015
Saisonanstieg der Arbeitslosigkeit auf dem lokalen Arbeitsmarkt
-
Arbeitslosenquote steigt auf 6,6 Prozent
-
Jugendarbeitslosigkeit geht erneut deutlich zurück
-
Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohen Niveau
I. Überblick
Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist im
November aus saisonalen Gründen wieder etwas gestiegen. Aktuell sind rund
8.500 Frauen und Männer in der Region arbeitslos gemeldet, rund 200 Personen
mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,6
Prozent. Im November letzten Jahres gab es im Agenturbezirk Pirna fast 900
Arbeitslose mehr und die Arbeitslosenquote lag bei 7,3 Prozent.
Die Arbeitskräftenachfrage bleibt trotz Saisonschwäche auf einem hohen Niveau.
Allein im November wurden rund 600 neue Stellen beim Arbeitgeber-Service
gemeldet. Der Bestand an Arbeitsstellen liegt damit weiterhin deutlich über dem
Vorjahr, rund 1.500 sind aktuell registriert.
GSt Sebnitz
GSt Freital
6,4 %
2.717 Arbeitslose
457 Stellen
GSt
Dippoldiswalde
7,6 %
1.011 Arbeitslose
133 Stellen
GSt Pirna
7,1 %
3.801 Arbeitslose
690 Stellen
4,8 %
970 Arbeitslose
194 Stellen
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„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Monat kam nicht überraschend. Der
Landkreis ist saisonal geprägt und im November regelmäßig von steigender
Arbeitslosigkeit betroffen. Ein großer Anteil der Bewerber kamen aus Tourismus-,
Hotel- und Gaststättenberufen, die sich nun nach Saisonende arbeitslos melden
mussten“, kommentiert Gerlinde Hildebrand, Vorsitzende der Geschäftsführung der
Agentur für Arbeit Pirna, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen.
„Außerdem steht der Winter vor der Tür und neben der Gastronomie ist auch der
Baubereich ein beschäftigungsstarker Wirtschaftszweig in der Region. Die hiesigen
Unternehmen des Baugewerbes sowie des Garten- und Landschaftsbaus sollten in
den Wintermonaten das „Saison-Kurzarbeitergeld“ im Auge behalten. Das
Instrument hat sich seit Jahren bewährt und sichert qualifizierte Fachkräfte im
Unternehmen während wetterbedingter Beschäftigungspausen“, erklärt die
Agenturchefin weiter.
II. Bewegung am Arbeitsmarkt
Im November meldeten sich 887 Frauen und Männer nach einer Beschäftigung auf
dem ersten Arbeitsmarkt arbeitslos. Das waren 346 mehr als im Oktober (541).
Seit Jahresbeginn gab es im Vergleich zum Zeitraum Januar bis November 2014
6,3 Prozent weniger Arbeitslosmeldungen Beschäftigter.
Im November wurden 532 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit zugunsten einer
Beschäftigungsaufnahme auf dem ersten Arbeitsmarkt registriert. Im aktuellen
Berichtsmonat konnten somit mehr Arbeitslose als im Oktober durch die Aufnahme
einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit beenden
(plus 45).
Insgesamt 394 Arbeitslose begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung.
III. Ausgewählte soziale Gruppen
Langzeitarbeitslose
Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind 3.607 Bürgerinnen und
Bürger bzw. 42,4 Prozent aller Arbeitslosen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.
Gegenüber dem Vormonat wurden 90 Fälle weniger registriert (-2,4 Prozent). Im
Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl der Langzeitarbeitslosen deutlich
zurück (-275 bzw. -7,1 Prozent).
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Bestand an Langzeitarbeitslosen
Agentur für Arbeit Pirna
November 2015
3.882
3.607
3.501
381
Insgesamt
3.302
305
SGB III
November 2014
SGB II
November 2015
Jugendliche
Nur 6,2 Prozent aller Arbeitslosen sind unter 25 Jahre alt. Die
Jugendarbeitslosigkeit ging im letzten Monat nochmals zurück (-6,8 Prozent).
Aktuell gibt es im Landkreis 524 arbeitslose Jugendliche. Im Vormonat wurden
noch 38 Fälle mehr registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die
Jugendarbeitslosigkeit überdurchschnittlich um 14,2 Prozent bzw. 87 gesunken.
Ältere
41 Prozent aller Arbeitslosen sind 50 Jahre und älter. Aktuell wurden 3.487
arbeitslose Männer und Frauen Ü50 registriert. Binnen Monatsfrist stieg die Zahl
um 99 bzw. 2,9 Prozent. Im Vergleich zum November 2014 ist die Zahl älterer
Arbeitsloser ebenfalls deutlich zurückgegangen (minus 452 bzw. minus 11,5
Prozent).
IV. Agentur und Jobcenter im Vergleich
SGB III
Die Arbeitsagentur Pirna zählt aktuell 2.373 Arbeitslose aus dem Rechtskreis der
Versichertengemeinschaft. Im Vergleich zum Vormonat wurden 284 Arbeitslose
mehr gezählt (plus 13,6 Prozent). Innerhalb des letzten Jahres ist die
Arbeitslosigkeit jedoch erheblich zurückgegangen (minus 330 Arbeitslose bzw.
minus 12,2 Prozent).
Saisonal bedingt meldeten sich im November deutlich mehr Frauen und Männer als
im Oktober bei der Arbeitsagentur neu oder erneut arbeitslos (995). Konkret waren
es 309 bzw. 45 Prozent mehr als im Vormonat und 17 mehr als im Vorjahr.
308 Kunden der Arbeitsagentur beendeten im November ihre Arbeitslosigkeit und
nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf. 160 begannen eine
Qualifizierung oder Ausbildung.
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SGB II
Der überwiegende Anteil aller Arbeitslosen im Landkreis gehören zum Rechtskreis
SGB II und werden vom Jobcenter Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betreut. Hier
ist die Arbeitslosigkeit in diesem Monat nochmals leicht zurückgegangen.
6.126 Männer und Frauen ohne Job wurden aktuell gezählt, 86 weniger als im
Oktober (minus 1,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren im
Jobcenter 563 Arbeitslose weniger gemeldet (minus 8,4 Prozent).
Im November mussten sich 971 Menschen beim Jobcenter neu oder erneut
arbeitslos melden, 85 mehr als im Vormonat und 16 mehr als vor einem Jahr.
224 vom Jobcenter betreute Frauen und Männer nahmen im November eine
Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf und konnten so ihre Arbeitslosigkeit
beenden. 234 begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.
V. Blick auf die Geschäftsstellen
Der Arbeitsagenturbezirk Pirna gliedert sich in vier Geschäftsstellenbereiche. Diese
sind unterschiedlich stark von saisonalen Schwankungen betroffen. Die mit
Abstand niedrigste Arbeitslosigkeit mit einer aktuellen Quote von 4,8 Prozent (plus
0,1 %-Pkt. zum Vormonat) besteht in der Region Dippoldiswalde. Die städtischen
Bereiche Pirna und Freital sind ebenfalls weniger betroffen zu dieser Jahreszeit.
Der Sebnitzer Raum hatte in diesem Monat saisonal bedingt den höchsten Anstieg
zu verzeichnen (plus 0,7 %-Pkt. zum Vormonat) und mit aktuell 7,6 Prozent im
lokalen Vergleich die höchste Arbeitslosenquote.
Im Vorjahresvergleich wurde in Sebnitz und Pirna der stärkste Rückgang der Quote
um 0,9 Prozentpunkte registriert.
Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen)
Agentur für Arbeit Pirna
November 2015
8,5
7,4
7,3
6,4
6,6
6,8
7,1
7,6
6,9
7,1
6,6
6,4
4,9
AA Pirna
GSt Pirna
November 2014
GSt Sebnitz
Oktober 2015
GSt Freital
4,7
4,8
GSt Dippoldiswalde
November 2015
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VI. Stellenangebote
Die Arbeitskräftenachfrage in der Region bewegt sich nach wie vor auf einem sehr
hohen Niveau. Der Bestand liegt aktuell bei 1.474 zu besetzenden Arbeitsstellen.
Im Vergleich zum November 2014 sind das 387 mehr freie Arbeitsstellen, die zur
Verfügung stehen.
Allein im November meldeten Arbeitgeber aus dem Landkreis 602 neue Stellen.
Das waren 108 mehr als im Vormonat und 252 mehr als vor einem Jahr.
Rund die Hälfte aller neuen Stellen wurden bereits frühzeitig gemeldet, sind jedoch
erst in naher Zukunft zu besetzen. Neue Arbeitsstellen gibt es vor allem im
Gesundheits- und Sozialwesen (105 Stellen), im Verarbeitenden Gewerbe (94
Stellen), im Dienstleistungsbereich (57 Stellen), im Bereich Handel/Kfz (53 Stellen),
im Gastgewerbe (50 Stellen) sowie in der Zeitarbeit (129 Stellen).
96 Prozent aller gemeldeten Arbeitsstellen sind sozialversicherungspflichtige
Angebote (1.416). Freie Stellen gibt es vor allem in den tragenden
Wirtschaftsbereichen des Landkreises: Gesundheits-und Sozialwesen (270
Stellen), Verarbeitendes Gewerbe (215 Stellen), Handel/Kfz (128 Stellen),
Gastgewerbe (125 Stellen), Baugewerbe (118 Stellen) sowie in der Zeitarbeit (280
Stellen).
Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen
(ungeförderte Arbeitsstellen ohne selbstständige/freiberufliche
Tätigkeiten und ohne Stellen der privaten Arbeitsvermittlung)
Agentur für Arbeit Pirna
November 2015
1.502
1.474
1.087
350
Bestand
494
602
Zugang
November 2014
Oktober 2015
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VII. Unterbeschäftigung
Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die Unterbeschäftigung. In der
Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch
Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen, Vorruhestandsregelungen und
arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung
(ohne Kurzarbeit) lag im November 2015 bei 11.139. Die Unterbeschäftigungsquote
stieg proportional zur Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent.
VIII. Beschäftigung
Im März 2015* waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 74.295
Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs
von 567 hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei
einem Plus von 0,8 Prozent.
Das
Verarbeitende
Gewerbe
verzeichnete
erneut
den
kräftigsten
Beschäftigungsaufbau (plus 308). Auch in den Wirtschaftsbereichen Heime und
Sozialwesen (plus 304) sowie im Gesundheitswesen (plus 135) gab es einen
deutlichen Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Das
Gastgewerbe registrierte mit einem Plus von 113 ebenfalls mehr Beschäftigte.
* letzter Quartalsstichtag mit gesicherten Angaben
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