canicross—aktuell 2 - Laufhundesport Austria

www.canicross.at
1 / 2008
CANICROSS
CANICROSS—
—AKTUELL 2
MAGAZIN FÜR CANICROSS, BIKEJOERING, SCOOTERJOERING UND DOGTREKKING
FOTO EM
© fire-on-ice
© FSCL Fédération Sport et Loisir Canins
Aus dem Inhalt dieser Ausgabe:
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EDITORAL
DAS WAR DIE ECF-EM 2007
BERICHT ORDENTLICHE ECFHAUPTVERSAMMLUNG 2007
NACHLESE ÖM-2007
WAS IST CANICROSS?
WÄSSERN
VERANSTALTUNGSBERICHTE
DOGTREKKING QUO VADIS?
WIENERWALD DOGTREKKING
AM WOLFSPFAD 2007
WINTERDOGTREKKING
SNOWRUNNERS EBBS
TIERSCHUTZ IN GRÖNLAND
LACKENHOF-ERLEBNISSE
NACHLESE & VORSCHAU
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EDITORAL
(cv) Ein paar Gedanken:
Laufhundesport – das bedeutet Rasanz
und Explosivität in der Bewegung von
Mensch und Hund, technische Brillianz
auf dem Mountainbike oder dem Scooter, explosive Starts und dynamische
Endspurts, wenn die Ziellinie in Sichtweite kommt. All das konnte man bei
den Rennen des heurigen Canicross
Austria Cups beobachten. Darüber hinaus bietet der Laufhundesport all jenen
Menschen ein wunderbares Betätigungsfeld, die als Team mit ihren Hunden etwas für ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit tun wollen, die Bewegung und
Spaß mit ihren vierbeinigen Lieblingen
als wichtiges Bindeglied in ihrer
Mensch-Hund-Beziehung sehen.
Viele Bedürfnisse kann der Laufhundesport mit seinen Sprintdisziplinen Canicross, Bikejoering und Scooterjoering
befriedigen, ein Aspekt fristet jedoch
ein wenig beachtetes Dasein: die Bedürfnisse nach Abenteuer, nach der
Herausforderung durch das Herantasten an die Grenzen des eigenen Durchhaltevermögens und nach intensivem
Naturerlebnis auf langen, abwechslungsreichen Trails.
Die Antwort darauf ist Dogtrekking, ein
Verwandter des Laufhundesports und
trotzdem grundverschieden dazu. Wer
stunden-, vielleicht sogar tagelang mit
seinem vierbeinigen Teampartner durch
die Natur gezogen ist, wer Wind und
Wetter, Sonne, Regen und jegliche
Temperaturschwankungen als Rahmenbedingungen eines Long-DistanceRennens erlebt und gemeistert hat, der
wird von dieser Faszination noch lange
schwärmen. Der primäre Reiz des
Dogtrekkings liegt für mich im Archaischen dieser Sportart: Unsere Vorfahren mussten – ebenso wie die Vorfahren
unserer Hunde, die Wölfe – auf der Suche nach Nahrung unglaubliche Strecken mit Durchhaltevermögen und Zähigkeit zurücklegen. Dafür ist unsere
Physis konzipiert und deshalb macht
diese Sportart wie kaum eine andere
den Kopf frei und lenkt den Blick auf
die wirklich wichtigen Dinge des Lebens
– auf die Wiederentdeckung der Einfachheit, auf die Wichtigkeit gegenseitiger Achtung und Unterstützung
(zwischenmenschlich und den Tieren gegenüber) und auf die pure Freude über
die eigenen körperlichen und mentalen
Leistungen.
Dieses Lebensgefühl möglichst vielen
Menschen erfahrbar zu machen erscheint mir ein Gebot der Stunde zu
sein, ganz unabhängig davon, welche
Vorerfahrungen im (Hunde-)Sport da
sein mögen – gemäß dem chinesischen
Sprichwort:
Es führen viele Wege zum Gipfel eines
Berges, doch die Aussicht bleibt die
gleiche.
Chris
IMPRESSUM:
„Canicross-Aktuell“ ist das Magazin des
„Canicross-Bikejoering-Austria Verband für
Rennsport mit Hund“ (CBA), sowie der Vereine
LaufHundeSport-Austria, Dogtrekking & More
und der Interessensgemeinschaft
LaufHundeSport.de
Medieninhaber u. Herausgeber:
Canicross-Bikejoering-Austria
Mondseestrasse 6
A4866 Unterach am Attersee
Redaktion:
Birgit Szendi (gitte), Christian Vajk (cv),
Marian Formanek (mf), Thomas Szendi (thom),
Markus Mayer (mm), Reinhard Monschein (reini),
Bettina Metzler (bm) lic.rer.pol. / frei Publ.
Claudia Gugglberger (cg)
Fotos:
K. Zelinka , M. Formanek, Ch. Vajk, B. Metzler,
B.&T. Szendi, R. Monschein, Claudia Gugglberger,
A. Astelbauer, M. Löcker
Grundlegende Richtung:
Information für Hundehalter welche mit ihren Hunden Sport im Team Mensch + Hund ausüben. Für unverlangt eingesendete Manuskripte sowie Satz– u.
Druckfehler wird keine Haftung übernommen.
Texte: soweit nicht anders angegeben © CBA
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Das war die ECF-EM 2007
10. Europameisterschaften in Völklingen IFSS WM in Italien: die ECF Mitgliedsländer hatten die
Möglichkeit Starter zu entsenden.
Deutschland vom 5. bis 7. Oktober 2007
(gitte)
Thom und ich sind am Mittwochabend angereist. Am Freitag Nachmittag fand dann die Generalversammlung der European Canicross Federation statt. Tschechien und United
Kingdom haben sich um die Aufnahme in den ECF beworben,
beide Länder wurden einstimmig aufgenommen. Ein Punkt
der Versammlung lautete „Abstimmung über die Aufnahme
der Disziplin“1-Hunde-Scooterjoering“: es wurden Argumente für und dagegen von den Mitgliedern abgegeben. Bei
der Abstimmung lautete das Ergebnis mit schwacher Mehrheit nein. Es wird somit vorerst keine Scooterkategorie bei
den nächsten Europameisterschaften geben. Weiters wurde Änderungen des Rennreglements beschlossen und ein
neuer Strafenkatalog wird schriftlich bis zur nächsten GV
vorgelegt.
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Es wurde auch besprochen wie in Zukunft der Selektionsmodus der Starter aussehen soll. Die nächste Hauptversammlung wird Ende März in Decin (CZ) stattfinden.
Am Freitag Abend war unser österreichisches Starterfeld
komplett. Nach erfolgreich absolvierten Vetcheck, fand
die Eröffnungszeremonie statt. Es kamen 294 Starter aus
13 europäischen Ländern, um sich im Canicross und Bikejoering, zu messen. Auch fand ein Demobewerb in der Kategorie Scooterjoering -1Hund statt.
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Für die Durchführung der Europameisterschaft 2008 hat
sich Tschechien beworben, sie wird in Decin stattfinden.
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Der erste Start erfolgte am Samstag um 9 Uhr, welche
viele Starter als zu spät empfanden, mit der Bikejoering
Kategorie Herrn. Fritz mit Roxy stürzte, aber zum Glück
ist den beiden nichts passiert! Die Strecke war relativ
schnell, leicht kupiert mit vielen technisch anspruchsvollen
Kurven. Die Hunde mussten dadurch sehr kommandosicher
sein. Leider waren auch einige Leute auf der Strecke, da es
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leider nicht möglich war die Strecke für öffentliches Pub- dann der Massenstart in der Kategorie Canicross Damen,
likum zu sperren und musste so manches Team um die Frei- wo einige Starterinnen leider zu Sturz kamen.
gabe der Strecke bitten.
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Am Nachmittag konnte die Schlittenhundemesse sowie ein
Vortrag über Hundetraining von Uwe Radant (Weltmeister
4-Hunde Sprint) besucht werden.
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Auch Caroline mit Border Collie Hündin Kate hatte es erwischt, doch sie lief tapfer samt Abschürfungen die 5,3
km lange Strecke mit einer tollen Zeit zu Ende!
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Am Abend wurde gemeinsam gegessen und über das Rennen geplaudert, so mancher war zufrieden, die eine oder
andere kleine Enttäuschung konnte man vernehmen, aber
im Großen und Ganzen waren die Platzierungen des ersten
Tages sehr gut.
Der Sonntag begann wieder mit der Kategorie Bikejoering,
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Kurz vor Beginn des Starts der Staffelbewerbe, diskutierten Sebastian, Markus und Caroline noch ob sie überhaupt starten sollen, da eine Mixstaffel leider nicht gewertet wird. Sie entschlossen sich dann doch dazu und
verteidigten Österreichs Ehre mit Bravour! Als letztes
fand der zweite Lauf zum Demobewerb Scooter statt, bei
dem Sebastian mit der Huskyhündin Sweety startete und
den 10 Platz erringen konnte.
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Mit der Siegerehrung endete die Europameisterschaft
2007, gleichzeitig begann jeder von uns neue Hoffnung auf
einen guten Platz bei der nächsten EM 08 zu schöpfen.
Liebe Kollegen in Tschechien, wir freuen uns bei der
nächsten ECF-EM in Decin antreten zu dürfen!
Vielen lieben Dank, an Euch Alle die mitgefahren sind, für
das nette Miteinander.
Birgit Szendi
Fotos © fire-on-ice A. Astelbauer
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Bericht der ordentlichen ECF-Hauptversammlung
vom 5. Oktober 2007 in Völklingen, Deutschland
Acht Mitgliedsländer von neun waren anwesend oder wurden repräsentiert.
Folgende Entscheide wurden gefällt:
Beitritte
a) Grossbritannien
Der Canicross Verband von Grossbritannien "CaniX" wurde von seinem Präsidenten Herrn Richard Cook vertreten und als neues Mitglied beim ECF aufgenommen.
b) Tschechien
Der Canicross und Bikejöring Verband aus Tschechien "Sokol Maxicky" wurde
von seinem Präsidenten Herrn Petr Toncar vertreten und als neues Mitglied
beim ECF aufgenommen.
c) Frankreich
Das Aufnahmegesuch der FFST Fédération Française des Sport de Traîneau
« FFST » wurde einstimmig abgelehnt. Die ECF hat nur einen Partner pro
Land.
IFSS Weltmeisterschaften 2007
Die IFSS hat der ECF insgesamt 36 Wildcards zur Verfügung gestellt. Die
Mitgliedsländer der ECF sind gebeten ihre Sportler bis spätestens 15. Oktober 2007 bei der Sekretärin zu melden.
ECF Europameisterschaften 2008
Die ECF Europameisterschaften 2008 werden durch "Sokol Maxicky" in Decin
in Tschechien vom 10.-12. Oktober 2008 organisiert.
Integration der Kategorie 1-Hund Roller in den ECF Disziplinen
Die Integration der Kategorie 1-Hund Roller wurde mit der Mehrheit der
Stimmen abgelehnt.
ECF Rennreglement
Das Rennreglement wurde überarbeitet. Die neue Version V1.3 wird in Kürze
auf der ECF Internetseite www.ecf.cc verfügbar sein.
ECF European Canicross
and Bikejöring Federation
Willy Charmillot
Präsident
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Nachlese ÖM 2007 in Stetten / NÖ
(cv) Stetten subjektiv – die Österreichische Meisterschaft im Laufhundesport aus
der Vajk-Perspektive:
Was braucht man um eine für alle Aktiven
interessante Veranstaltung zu organisieren? Fleiß? Glück? Effektive Werbung? Reibungsloses Teamwork? All das kann jedes
Event zu etwas Faszinierendem machen, Arbeitsabläufe vereinfachen, Aufmerksamkeit
erregen, eine glänzende Hülle für Außenstehende schaffen, keine Frage. Letzten Endes
wirklich befriedigend macht es eine Sportveranstaltung meines Erachtens nach aber
nicht. Für ein wirklich gelungenes Event ist
- so sehe ich das – die Zufriedenheit der
Teilnehmer und deren Spaß an der Sache
am wichtigsten. Dafür ist eine Basis zu
schaffen, man muss sich in die Lage der
SportlerInnen versetzen können, die
(gerade bei einer international ausgeschriebenen Veranstaltung) oftmals weite Anfahrtswege und einen nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand auf sich genommen haben um an den Start gehen zu können. Kurz
gesagt: Das Herz kommt vor dem Hirn, Begeisterung vor der Fähigkeit zu rechnen.
Die Location der heurigen ÖM im Canicross,
Bike- und Scooterjoering war ein Glücksgriff, das kann ohne Übertreibung gesagt
werden. Als Organisator vor Ort spürte ich
den stets präsenten Druck eine Infrastruktur und einen Trail zu schaffen, der mit den
arrivierten Rennorten Loosdorf und Lackenhof im Zuge einer Cupwertung mithalten
konnte. Doch ich war – genauso wie der Rest
des Teams – von Anfang an zuversichtlich,
dass wir eine interessante, neue Alternative
zu bieten hatten. Zusätzlich zur großartigen Unterstützung aller zuständigen regionalen Stellen war es eine reine Freude, wie
uns die Funktionäre des Sportvereins Stetten entgegenkamen. Diese waren von Anfang an sehr am Laufhundesport interessiert und so wurde uns volles Vertrauen
entgegengebracht und große Freiheit in der
Benützung der Anlagen des „Alpenstadions“
gewährt.
Auf dieser Basis war es uns natürlich ein
Leichtes ein interessantes Rennwochenende
zu gestalten. Bei der Auswahl des Trails
war mir wichtig Mensch und Hund körperlich und geistig zu fordern, die Strecke
sollte landschaftlich attraktiv, abwechslungsreich und technisch anspruchsvoll sein.
So wechselten sich auch lange Steigungen
mit schnellen Abfahrten, weiche Waldwege
mit steinigen Abschnitten ab, enge Kurven
mussten ebenso gemeistert werden wie gerade Sprintstrecken.
Besonders am ersten Renntag wurde die Bo-
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© Karl Zelinka
denbeschaffenheit durch den ersten
Schneefall des heurigen Jahres für alle
Läufer und Fahrer noch um eine Spur
schwieriger. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – waren die AthletInnen durch
die Bank vom Trail begeistert. Es waren an
beiden Tagen trotz der schwierigen Bedingungen teilweise unglaubliche Zeiten zu verzeichnen, die diese ÖM wirklich zu einer
herausragenden Veranstaltung machten.
Viele der angereisten SportlerInnen waren
durch die Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Deutschland in Topform und
dementsprechend interessant gestalteten
sich die Durchgänge für die Zuschauer an
beiden Tagen.
Benda konnte auch den Bikejoering-Bewerb
gemeinsam mit seinem Hund Spike für sich
entscheiden, allerdings gefolgt von einer
starken Riege österreichischer Athleten:
Nur knapp abgeschlagen waren der Niederösterreicher Wolfgang Koch und der Oberösterreicher Thomas Szendi. Auch ein Korneuburger – also ein Sportler aus der Region - fuhr in die vorderen Ränge: Hannes
Lutz konnte mit seinem Hund Lobo eine persönliche Bestzeit und den vierten Platz erzielen. Den Bikejoeringbewerb der Damen
gewann Jana Tomaskova aus Tschechien vor
Birgit
Szendi aus Oberösterreich. Ebenso wie
beim Canicross dominierte auch beim Scooterjoering Martina Stepankova mit Pinky
klar das Feld. Die schnellste Österreicherin
war die Tirolerin Claudia Gugglberger mit
ihrem Hund Nero auf Platz vier. Bei den
Herren gewann Patrick Zupanic aus Slowenien vor dem Wiener Markus Mayer und
dem Linzer Erwin Payreder.
© Karl Zelinka
© Karl Zelinka
Beim Canicross dominierte bei den Damen
klar die Tschechin Martina Stepankova das
Starterfeld, die erste Österreicherin, Caroline Schnabel aus Niederösterreich, erreichte Platz vier. Bei den Herren ließ der
Slowake Martin Benda mit seinem Hund
Scooby Doo alle Konkurrenten hinter sich.
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Deutlich sah man in der freien Zeit am
Samstag Nachmittag, dass Sport nicht nur
völkerverbindend wirkt, sondern auch, dass
das Vereinshaus des SV Stetten den Kindern der Aktiven eine großartige Spielfläche bot, Langeweile kam auch bei den
Kleinsten erst gar nicht auf. Bei den Schulkindern wurde das im Unterricht so mühsam
erlernte Englisch erstmals sinnvoll genutzt
um sich ohne Rücksicht auf Staatsangehörigkeit beim Spielen verständigen zu können, ein Anblick, der wirklich Freude machte. Auf dieser Basis funktionierte die Völkerverständigung
wohl
am
unverkrampftesteten und kreativsten. Auch
waren die verschiedenen Hunderassen der
Teams keine Sekunde ein Diskussionspunkt,
ganz im Gegenteil: Man plauderte über die
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Hunde, erweiterte seinen Horizont und
freute sich über die unverkrampfte und liebevolle Art und Weise, wie ausnahmslos alle
SportlerInnen mit ihren Tieren umgingen.
den und vielen Erinnerungsgeschenken belohnt wurde – abgesehen davon, dass sie
hierbei endlich einmal hoch offiziell und
teilweise in Begleitung ihrer Eltern so richtig schön schlammig werden konnten.
© Karl Zelinka
© Karl Zelinka
In der Küche des Vereinshauses wurden am
Abend für alle Spaghetti gekocht, es wurde
gemeinsam gegessen sowie bis spät in die
Nacht hinein geplaudert und gescherzt.
Dieser Aspekt der Veranstaltung war für
mich persönlich ein äußerst wichtiger, denn
dieses Wochenende sollte ja nicht gnadenhalber geopfert werden, sondern Erholung
und interessante Erfahrung für die TeilnehmerInnen sein, auch wenn es um den österreichischen Meistertitel ging.
Selbstverständlich hatte es im Laufe dieses
Wochenendes Unzulänglichkeiten gegeben,
ebenso wie Situationen, in denen rasches
Improvisieren gefragt war, aber diese
Punkte sehen wir als Chancen uns zu
verbessern und bei der nächsten Veranstaltung noch professioneller agieren zu können
– ohne natürlich auf die eingangs erwähnte
Liebe zur Sache zu vergessen, dem Um und
Auf einer gelungenen Laufhundesportveranstaltung. Unser aller Begeisterung für einen
wunderbaren Sport, der in Zukunft immer
populärer werden wird, kann ja nur positiv
© Karl Zelinka
wirken: auf uns Organisatoren, auf die AkNach einer stimmungsvollen – wenn auch et- tiven und letzten Endes auf das Bild, das
was verspäteten - Siegerehrung im Festsaal der Laufhundesport nach außen zeigt.
des Sportplatzgebäudes, der hierfür ideal
geeignet war, traten die Aktiven wieder den
Christian Vajk
(oftmals langen) Heimweg an. Das Team von
„Laufhundesport Austria“ machte sich an
die Aufräumarbeiten, die beinahe einen weiteren halben Tag in Anspruch nahmen, gemeinsam bewältigt aber in entspannter Atmosphäre abliefen, was ich als äußerst angenehm empfand.
© Karl Zelinka
© Karl Zelinka
Da auch im Laufhundesport die Nachwuchsarbeit wichtig ist, folgte an die Erwachsenenbewerbe ein Kinder-Canicross, der den
jüngsten SportlerInnen (aufgeteilt in mehrere Alterskategorien) nicht nur Spaß
machte, sondern auch mit Medaillen, Urkun-
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Was ist Canicross?
(bm + mm)
Begrifferklärung:
Canicross
Canidae ist der Hund
Crosslauf ist eine Variante des Laufsports, bei der das schnelle Durchlaufen von profiliertem Gelände abseits befestigter Wege im Vordergrund steht. Crosslauf ist gegenüber dem Straßenlauf oder dem Laufen auf der Bahn koordinativ anspruchsvoller.
Canicross ist die Disziplin des Laufhundesports (LHS), die mit geringsten finanziellen Aufwand und die fast überall
(Stadt o. Land) zu bewerkstelligen ist. Es ist ein enger Teamsport Mensch-Hund, der Läufer ist mit dem Bauchgurt über eine Leine mit Ruckdämpfer mit seinem Hund verbunden. D.h. der Hund gibt das Tempo vor, der Läufer lenkt ihn mit
Kommandos in die jeweilige Richtung. Es ist ein Sport speziell für Einhundebesitzer, wobei es hier keine Einschränkung
auf die Hunderasse gibt, d.h. jeder Rassehund oder Mischling ist erlaubt.
LUZL = Laufen Unter Zug Last
Die Methode des LUZL ist in allen Disziplinen des LHS, Dogtrekking, Canicross, Bikejoering, Scooterjoering und Skijoering/Pulka gemein, denn Mensch und Hund sind über eine Leine mit Ruckdämpfer verbunden.
Entstehung:
Entstanden ist Canicross in Frankreich, erfunden im Jahre 1988 von einigen französischen Veterinärstudenten, welche
einen Sport für sich und ihre Hunde gesucht haben. Der Sport hat sich dann in und um Frankreich schnell verbreitet.
Der europäische Dachverband ECF (European Canicross Federation), mit seinem Hauptsitz in der Schweiz, wurde im
Jahr 2004 gegründet. Österreich ist seit dem Jahr 2005 Mitglied beim ECF, genau so lange gibt es schon den Verband
Canicross Bikejoering Austria (CBA) und seit dem Jahr 2007 den Verein Laufhundsport Austria (LHSA). Die ersten Canicross-Rennen wurden im Jahre 2004 in der Schweiz über die Schlittenhundeszene anlässlich der alljährlichen Wagenrennen im Herbst organisiert. Inzwischen kristallisiert sich insbesondere in der Welschschweiz (französisch sprachigen
Schweiz) immer mehr der eigentliche LAUFHUNDESPORT heraus. Die ersten Laufhundesport-Wettkämpfe einer Saison
beginnen Ende März (sobald die Schlittenhunde-Events enden) und die letzten, reinen Laufhundesport-Veranstaltungen
finden meist Ende Oktober statt, also dann, wenn normalerweise das Herbsttraining und die neue Saison der Schlittenhundesportler und die neue Saison beginnt. Somit kann man CaniCross inzwischen das ganze Jahr hindurch wettkampfmäßig betreiben. Mehr darüber unter „Wettkämpfe“.
Rennregeln:
Die genauen Rennregeln sind unter www.canicross.at nachzulesen, wir möchten hier aber die wichtigsten kurz anführen.
◦Es gibt keine Einschränkung der Hunderassen, d.h. es sind alle Hunde, egal ob Mischling oder Hunde mit meterlangem
Stammbaum erlaubt.
◦Der Hund darf bei den Rennen nicht am Halsband geführt werden, sondern muss ein passendes Zuggeschirr tragen.
◦Es ist beim Rennen nur ein Hund pro Läufer erlaubt.
◦Die max. Streckenlänge beträgt 6 km und das Rennen findet in der Regel an zwei hintereinander folgenden Tagen
statt. Einmal Massenstart, wenn es die Strecke zulässt, und einmal Einzelstart. Beim Massenstart starten jeweils die
einzelnen Kategorien (Herren Allgemein, Herren Jugend, Damen Senioren,…), wenn weniger Starter gemeldet sind, ist es
auch möglich das alle Läuferinnen und Läufer am Massenstart teilnehmen.
◦Der Hund gibt das Tempo an
◦Der Hund darf nicht gezogen werden, höchstens bei heiklen Passagen (Brücken, Wasserstellen etc.), bis der Hund das
Objekt um- oder überwunden hat.
Die Ausrüstung:
Canicross ist die günstigste Laufhundesport-Kategorie und es ist keine besondere Ausrüstung notwendig. Man benötigt
nur Laufschuhe sowie Sportbekleidung für den Menschen, ein dem Hund genau passendes Zuggeschirr, eine Zugleine mit
integriertem Ruckdämpfer oder separatem Ruckdämpfer und einen Bauchgurt oder Klettergurt.
Laufschuhe: Bei diesen ist darauf zu achten, dass sie für den zu belaufenden Untergrund geeignet sind (z.B. Strasse oder Gelände). Wenn man diesen Sport wirklich regelmäßig ausüben möchte, können wir nur empfehlen einen speziellen
Laufschuh Shop zu besuchen, da dort eine genaue Analyse für den persönlichen Lauftyp gemacht wird.
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Bekleidung: Sollte jeder selbst entscheiden, ob kurz, lang, dick, dünn. Am Besten womit man sich am wohlsten fühlt. Bekommt man in jedem Sportfachgeschäft.
Hundezubehör: Zugleinen mit integriertem Ruckdämpfer sind speziell für das Laufen mit Hund gemachte Leinen. Der
Ruckdämpfer hat genau die richtige Dämpfung für einen Hund. Man kann auch Leinen mit separatem Ruckdämpfer verwenden. Da könnte man ein Modell wählen, um z.B. im Training mit zwei Hunden laufen zu können und immer noch genügend Dämpfung zu haben.
Beim Zuggeschirr gibt es mehrere Möglichkeiten. Da wäre zum einen das X-Back aus der Schlittenhundeszene, welches
sich als sehr gut bewährt hat. Dann gibt es noch, das H-Back, V-Back und für Hobbyläufer, wo der Hund kaum zieht, genügt auch ein einfaches Brustgeschirr. Doch Achtung, in einem Wettkampf sind die meisten Hunde übermotiviert und
ein Hund der im Training kaum bis gar nicht zieht, kann bei einem Rennen zur Zugmaschine werden. Da es sehr viele verschiedene Körpergrößen, sowie Körperformen bei Hunden gibt, und es sich hier sehr schwer erklären lässt, für welchen
Hund welches Zuggeschirr genau passt, ohne den Hund in seiner Bewegung zu behindern, ist es am besten eines bei einem Fachhändler zu probieren. (www.manmat.at oder www.huskyshop.at)
Bauchgurt: Hier gibt es auch sehr viele verschiedene Modelle. Am Besten hat sich ein Gurt mit zwei gleich langen
Schlaufen, auf deren Ende jeweils ein Ring aufgenäht ist, an dem die Zugleine oder der Ruckdämpfer angehängt wird,
bewährt. Der Vorteil liegt ganz klar auf der Hand, beim Zug des Hundes kann sich der Bauchgurt durch die zwei parallel
laufenden Schlaufen nicht verschieben und somit kommt es während des Laufes nicht zu einer Behinderung des Läufers.
Zusätzlich gibt es ein dünneres Band mit einem Plastikklick das verhindert, dass der Gurt nach unten rutschen kann. Eine weitere Möglichkeit ist ein Bauchgurt mit einem Netz, dies kann man sich so vorstellen, dass man diesen wie eine kurze Hose anzieht und der Zug des Hundes nicht nur auf den Rücken, sondern auch über das Gesäß wirkt, was bei stark
ziehenden Hunden sicher angenehmer ist. Ein Klettergurt funktioniert nach dem gleichen Prinzip, welcher aber noch den
Vorteil hat, dass sich die Position der Befestigungsschlaufe für die Zugleine nicht seitlich verschieben kann. Wobei dieses Problem beim Laufen nicht so groß ist. Der Nachteil ist, dass es durchaus unangenehm sein kann die Beinschlaufen zu
spüren. Den klassischen Bauchgurt bekommt man z.B. bei www.manmat.at oder www.huskyshop.at den Netzgurt bei
http://gensdelamontagne.ifrance.com und den Klettergurt in jedem guten Sportfachhandel.
© C. Vajk www.dogtrekking.at
© C. Vajk www.dogtrekking.at
© Gitte & Thom
Wettkämpfe:
Es finden in Österreich laut LaufHundeSport Austria (LHSA) Reglement ca. drei Mal im Jahr Wettkämpfe, alleine unter
dem Veranstalter LaufHundeSport Austria oder in Korporation mit einem anderen Verein statt. Diese werden jedes
Jahr erweitert. Die Streckenlängen sind in der Regel ca. 5km lang und auch die Beschaffenheit des Bodens variiert
sehr, von einer flachen Asphaltstrecke bis zu einer steilen Kuhweide ist alles möglich. Ja sogar Wasserdurchquerungen
sind erlaubt, wobei es solche Passagen sehr selten gibt. Die Rennen finden immer an einem Wochenende und an diesem,
immer an einem Samstag und Sonntag statt. Wenn es die Strecke zulässt gibt es an einem Tag einen Massenstart und
am zweiten einen Einzelstart. Die Rennen starten in der Regel an beiden Tagen am Vormittag und am Samstag findet am
Abend
immer
ein
Gemeinschaftsessen
in
einer
gemütlichen
Umgebung
statt.
Auf www.laufhundesport.de wird regelmäßig unter „EVENTS“ über „Le Championnat Suisse“ aus der Welschschweiz berichtet. Die Meisterschaft im LaufhundeSport wird von der Vereinigung ASCS ausgetragen. ASCS ist das Kürzel für
Association Sportive Cynophile Suisse, dahinter steht “la Fédération suisse de canicross et bike-joring”, der Schweizer
CaniCross-Verband. Die Schweizer Meisterschaft im Laufhundesport, „Le Championnat Suisse“ gliedert sich in acht
Rennen, verteilt auf acht Monate während der Monate März bis Oktober. Die Rennen finden immer zweitägig, an
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Wochenenden statt. Höhepunkt des Ganzen ist “La Coupe Suisse“, bei welchem dann der Gesamtsieger der Meisterschaft gekürt wird. Sicherlich für jeden Teilnehmer angenehm ist die Tatsache, dass die Startzeiten für alle Teilnehmer innerhalb eine bestimmten time-ranges liegt, samstags in der Regel von 15 bis 18 Uhr, sonntags vormittags innerhalb von drei Stunden. Somit kann jeder Teilnehmer individuell zu der Zeit starten, welche für ihn und seinen Hund am
Besten passt! Eine Regelung, die sowohl für die Hunde als auch für die Sportler zu einem lockeren und familiären Ereignis ohne Zeitdruck und Stress am Start führt – eben typisch französisch! Weitere Informationen dieser interessanten
Rennserie sind auf der Website von www.canicross.ch zu finden.
Jedes Jahr findet in einem anderen Mitgliedsland des ECF eine Europameisterschaft statt.
Es finden auch unter anderen Veranstaltern, Rennen mit Hund statt.
Zum Beispiel:
Wien diesen Lauf veranstaltet der Verein TAT (Tiere als Therapie)
Hartberg in einem Rahmenprogramm des Steirischen Gesundheitslauf
Wien wird der Silvesterlauf vom Veranstalter LCC Wien an jedem 31.12. um 11h Vormittag angeboten
Training:
Hierbei sollte man zwischen reiner Freizeitbeschäftigung und Training für Wettkämpfe unterscheiden.
Freizeitbeschäftigung:
Das soll aber nicht heißen, dass man mit einer Freizeitbeschäftigung keine Wettkämpfe bestreiten kann oder soll. Bei
dieser Form des Trainings, benötigen allerdings weder Läufer noch Hund Vorkenntnisse. Man besorgt sich die richtige
Ausrüstung und schon kann man losstarten. Am Besten man entscheidet sich gleich von Anfang an, was der Hund während des Laufens darf und an welcher Position er laufen soll. Mit „was der Hund während dem Laufen darf“ ist gemeint,
schnuppern, stehenbleiben, sein Geschäft erledigen, links rechts laufen, schneller, langsamer u.s.w.. „An welcher Position“ soll heißen, ob hinter dem Läufer nicht empfehlenswert, da man nicht, sieht was der Hund als nächstes vor hat),
neben dem Läufer (ist eine gute Alternative für den Trainingsbeginn, da der Hund noch nicht genau weiß, was er zu tun
hat), vor dem Läufer (ideale Position, da man den Hund immer im Blick hat und es bei engen und schwierigen Passagen
leichter ist, den Hund zu lenken). Diese Position ist von dem her auch allen anderen vorzuziehen, da diese bzgl. der
Wettkampfordnung vorschriftsmäßig ist – der Hund (!) ist der Schrittmacher. Die Streckenlängen unbedingt immer der
eigenen und der Leistung des Hundes anpassen. Der Sport soll in erster Linie Spaß machen und eine Möglichkeit sein,
sich selbst und auch dem Hund Bewegung zu verschaffen. Es ist natürlich auch eine Möglichkeit aus einer Gassi Runde,
eine Trainingsrunde zu machen, ohne mehr Zeit als notwendig dafür aufzuwenden. Der Hund lernt sehr bald, dass sobald er das Zuggeschirr angezogen bekommt, er schnell sein Geschäft erledigen soll, um dann voller Freude mit seinem
Partner laufen zu können.
Wettkampftraining:
Es kann schnell aus einer Freizeitbeschäftigung ein Wettkampftraining werden. Der Unterschied liegt im konsequenteren und zeitlich aufwändigeren Training. Das Training kommt in erster Linie sehr stark auf den Läufer an, welcher sich
am Besten schon im Vorfeld mit dem Laufen beschäftigt haben sollte, da der Hund sehr schnell die gewünschte Strecke und Geschwindigkeit des Läufers bewältigt. Außerdem ist es leichter für einen Läufer mit etwas mehr Kondition,
den Hund an das Training heranzuführen, als wenn er bei jedem Kommando um Luft ringen muss. Im Vordergrund sollte
aber immer noch der Spaß für Hund und Läufer stehen, auch wenn man sich schon mal einen Trainingsplan machen
erstellen sollte. Bei diesem Training ist es zwingend notwendig, so konsequent wie möglich zu sein, da der Hund nicht
unterscheiden kann, ob er bestimmte Dinge einmal darf (Training), und beim nächsten Mal (Wettkampf) nicht mehr
(z.B. Pinkelpausen). Aus diesem Grund, muss darauf geachtet werden, dass der Hund sich vor dem Training entleert, da
man ansonsten während eines Wettkampfs unnötig Zeit verliert. Es ist außerdem empfehlenswert dem Hund so schnell
wie möglich beizubringen, vor dem Läufer zu laufen, um diesen mit dem gewünschten Ziehen zu unterstützen. Es gibt
Hunde, die sich im Training immer der Geschwindigkeit des Läufers anpassen und kaum ziehen, doch im Wettkampf so
motiviert sind, dass sie die ganze Wettkampfstrecke über voll ziehen. Also ist es für den Wettkampf wichtiger, den
Läufer zu trainieren, als seinen Vierbeiner, da Hunde ohnehin leichter Leistung aufbauen.
Ist man sehr ehrgeizig und möchte man „ganz vorne“ mit dabei sein, dann sollte der Läufer also unbedingt seine eigene
Kondition optimieren. An Events werden kurzzeitig sehr hohe Tempi gelaufen – für den Hund ist dies ein „Klacks“ - der
Läufer hingegen muss einen Sprint erst einmal „stehen“! Ein Intervalltraining hat sich dabei sehr gut bewährt, dies
allerdings erst ca. vier Wochen vor dem Wettkampf. Zuvor ist es wichtig, dass sich Läufer und Hund ideal als TEAM
aufeinander einstellen und aneinander auf jede Situation gewöhnen.
Wichtig ist, dass Überholen zu trainieren, bzw. zu wissen, wie der eigene Hund reagiert, wenn er vorbeizieht bzw. wenn
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er überholt wird. In der Regel bietet das überholt werden, das größere Problem. Denn der Hund darf keinen anderen
Hund behindern oder gar rüberschnappen. Faires Verhalten zeigt sich darin, dass man notfalls selbst innehalten
(anhalten und Hund zu sich nehmen) muss, um das schnellere Team vorbeiziehen zu lassen.
Kommandos:
Wenn der Hund vor einem läuft, sollte man ihn mit der Stimme beeinflussen können. Folgende Begriffe sind zu empfehlen (deutsch/ international):
rechts/ gee und links/ haw (Richtungswechsel), gerade aus/ onby, vorbei/ trail (anderen Hunden oder beim Überholen),
links vorbei und rechts vorbei/ go side (an verschieden Gegenständen oder Passanten), rechte und linke Seite / side
(bei breiten Wegen auf der linken oder rechten Seite laufen), ein Kommando zum Beschleunigen/ hike (z.B. beim Bergauf laufen) und Langsamer werden/ easy (z.B. beim Bergab laufen). Zum Erlernen eines neuen Kommandos, ist es für
den Hund am einfachsten, zuerst das Tempo zu reduzieren, um den Hund bei der geplanten Aktion zu führen. Dabei
dem Hund einmal das entsprechende Kommando geben, und ihn bei gewünschtem Verhalten sofort, am Besten nur mit
Stimme, zu loben. Man sollte dabei die Geschwindigkeit nicht verändern, da der Hund sonst glauben könnte, dass er bei
entsprechendem Begriff immer schneller bzw. langsamer werden soll.
Trainingsstrecken:
Die Strecke ist jedem selbst überlassen ob er nur auf Asphalt, Waldboden, Feldwegen, Bergen oder nur im Flachen
trainiert. Es ist nur im Sommer darauf zu achten, dass der Hund die Möglichkeit hat Wasser zu trinken, um nicht zu
überhitzen. Ja es wird das ganze Jahr trainiert, egal bei welchem Wetter, es ist eine reine Gewohnheit, für Mensch
und Tier.
Bettina Metzler & Markus Mayer
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Wässern! Wie? Wann? Warum?
(reini) Wasser ist das lebensnotwendige Lösungsmittel im
Körper von Säugetieren. Ca. 50 -70% des Körpers eines
Hundes besteht aus Wasser, je nach Alter, Rasse und Geschlecht.
Der genau geregelte Wassergehalt des Körpers ist das Ergebnis einer ausgeglichenen Wasserbilanz: Gleichgewicht
aus Wasserzufuhr und Wasserabgabe.
Die Wasserzufuhr erfolgt über Nahrung und Getränk, die
Wasserabgabe über Harn, Kot und Lunge, bei letzterer
spielt das Wasser auch eine wichtige Rolle in der Abgabe überschüssiger Wärme aus dem Körper (hecheln!)
Vom Gesamtkörperwasser sind ca.
66% Wasser in den Zellen gespeichert (intrazelluläre Flüssigkeit)
24% Wasser zwischen den Zellen (Interzellulärraum)
8% Wasser im Plasma (im Blut befindliches Wasser)
2% transzelluläres Wasser, das ist jenes Wasser, das
sich z.B. im Darm befindet
Gesteuert wird der Wasserhaushalt und damit eng gekoppelt auch der Salzhaushalt maßgeblich über die Nieren, jene wiederum unterliegen einem feinen Steuermechanismus
von Hormonen (Adiuretin, Renin-Angiotensin-Aldosteron
System)
Auf akute Flüssigkeitsnot reagiert der Körper mit zwei
Mechanismen:
Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, dadurch wird
möglichst viel Wasser, welches noch in den Blutgefäßen verfügbar ist, bereitgestellt. ABER: es
führt dieser Mechanismus auch zu einer starken
Erhöhung der Herzfrequenz, Abkühlen der Extremitäten und Muskelschwäche.
Aktivierung der hormonellen Steuermechanismen des
RAAS (Renin-Angiotensin-Aldosteron System) Das
Endergebnis ist unter anderem, dass nur noch sehr
wenig, hoch konzentrierter Harn ausgeschieden
wird – erkennbar am dunkelgelben Harn der Hunde.
Wenn nicht sehr schnell wieder Wasser zugeführt
wird, verfällt das Tier in einen „hypovolämischen
Schock“
Die Schnelligkeit der Wasserzufuhr in die Blutbahn
und in weiterer Folge in die Zellen ist abhängig von der
Art der Zufuhr und der Art der Flüssigkeit. Die Art
der Zufuhr kann durch Trinken oder im medizinischen
Notfall auch durch Infusionen erfolgen (schnellere
Aufnahme in die Zellen). Dir Art der aufgenommenen
Flüssigkeit kann die Geschwindigkeit der Aufnahme beeinflussen (z.B. isotonische Getränke)
einem angemessenen Zeitraum vor der Belastung Flüssigkeit zuführen sollte. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass
das Wässern eine gute Stunde vor der erwarteten Leistung zum optimalen Ergebnis führt. Nach etwa 45 Minuten wird die erste große Harnmenge abgesetzt, was auch
bedeutet, dass sich die aufgenommene Flüssigkeit nicht
mehr im Magen-Darm-Trakt befindet. Ab diesem Zeitpunkt ist der Hund optimal mit Flüssigkeit versorgt – für
einen Zeitraum der hauptsächlich von Leistung, Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und individuellen Faktoren
abhängt. Ich gebe den Rüden (ca. 23 kg) 1 Liter Flüssigkeit, den Hündinnen (ca. 20 kg) 0,75 Liter. Optimal wäre
reines Wasser, jedoch nehmen das die Hunde natürlich
nicht in der erforderlichen Menge in diesem kurzen Zeitraum auf, daher verwende ich faschiertes Rindfleisch (1
kg auf 20 Liter Wasser) als „Lockmittel“. Ich verwende
keine anderen Zusätze oder aufgeweichtes Trockenfutter, da ich kein annähernd so gutes Ergebnis erzielte wie
beim Wässern mit Fleisch.
Ich biete den Hunden ganz kurz vor dem Einsatz nochmals einen kleine Menge (1/4 Liter Flüssigkeit) an, auf
keinen Fall mehr. Dies muss aber bei kurzen Sprintdistanzen nicht unbedingt sein, denke ich.
Wie schon erwähnt, verliert der Hund Wasser über Harn,
Kot, Hecheln und minimal auch über sie Pfoten
(„Schwitzen“). Bei Feldversuchen (z.B. Yukon Quest) kam
man zu dem Ergebnis, dass Hunde bei schwerster Arbeit
etwa 4 Liter Wasser pro Tag brauchen!
Unmittelbar nach dem Laufen, biete ich den Hunden einen guten viertel Liter Flüssigkeit zum Trinken an, nicht
mehr, da es sonst sehr leicht vorkommen kann, dasss die
Hunde sich ,durch das gierige trinken in Verbindung mit
der geleisteten Anstrengung, übergeben. Wichtig ist,
dass man den Hunden hierbei Maltodextrin , Glycocharge usw. zuführt, damit die Glycogenspeicher im Hund
wieder aufgefüllt werden.
Ich gebe dies beim ersten Wässern nach der erbrachten
Leistung bei.
Wenn die Hunde dann abgehechelt haben, können sie
trinken soviel sie wollen.
In der Praxis zeigt es sich daher, dass man dem Hund in
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1.Steirische Gesundheitslauf mit eigener Hundewertung
(mm) Am 15.09.07 fand der 1.Steirische Gesundheitslauf
mit eigener Hundewertung am Ökopark in Hartberg statt.
Bei leicht bewölktem trockenen Wetter und angenehmen
Temperaturen nahmen bei der sehr gut organisierten, tollen ersten steirischen Veranstaltung, „Laufen mit Hund“ 10
Teilnehmer mit Hund teil.
Der anspruchsvolle Rundkurs mit einer Gesamtlänge von
5km war sehr abwechslungsreich und hatte alles zu bieten,
Asphalt, Waldboden, Gefälle und Steigungen. Dementsprechend anstrengend war die Strecke auch zu bewältigen,
doch es schafften alle Teilnehmer mit einem lächeln ins
Ziel zu laufen um dort sofort Ihre Finisher Medaille in
Empfang zu nehmen.
Nach dem Lauf wurde die Wartezeit auf die Siegerehrung
mit einer Vorführung vom Sportwart Markus Mayer des
Laufhundesport Austria in Kooperation mit der Sprecherin
Heidi Lachner des Mushing Austria, über die aktuellen
Laufhundesportarten in Österreich vorgeführt. Das Publikum war sichtlich interessiert und es wurde danach, auf
jede persönliche Frage zu dem Thema eingegangen.
Die ersten Drei in der Kategorie Herren waren:
1. Platz Mayer Markus Laufhundsport Austria 19:59min.
2. Platz Posch Roman Das Beste Vom Posch 0:22:20min.
3. Platz Jasinski Christian Birkfeld 0:23:17
Die ersten Drei in der Kategorie Damen waren:
1.Platz Bernhart Eva Graz 0:24:05
2.Platz Jasinski Bianka Birkfeld 0:24:39
3.Platz Felberbauer Sandra Holz Bau Weiz 0:29:59
© www.gesundheitslauf.at
Alle weiteren Ergebnisse findet man unter:
http://87.106.24.147/_pentek-timing.com/results/show_
results_db.php?veranstnr= 10431&racenr=1
Wir gratulieren allen Teilnehmern und bedanken uns recht
herzlich bei dem Veranstalter pro mente Steiermark, besonders Hrn. Wildbacher für die Einladung und freuen uns
schon auf die nächste Veranstaltung.
Links:
www.laufhundesport.at
www.mushing-austria.at
www.gesundheitslauf.at
© www.gesundheitslauf.at
CANICROSS AKTUELL 1/2
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4. TAT—PartnerInnenlauf „Mensch und Hund“
Am 16.09.07 fand der 4.TAT (Tiere als Therapie)
PartnerInnenlauf "Mensch und Hund" in der Prater
Hauptallee in Wien statt. Bei strahlend schönem
Wetter und angenehmen Temperaturen nahmen bei
der sehr gut organisierten und tollen Veranstaltung
viele Teilnehmer sowie auch einige Promis teil.
Das Rennen fand mitten im grünen Herzen Wiens, in
der Pater Hauptallee statt. Die Strecke war eine
flache sehr schnelle Asphaltstrecke. Es gab insgesamt 4 Bewerbe bei denen unterschiedliche Streckenlängen bewältigt werden mussten. Eine Runde
hatte eine Gesamtlänge von 2,5km und als erstes
stellten sich die VIP der 2,5km langen Laufstrecke.
Anschleißend waren die Laufbewerbe 5km sowie
10km dran und zu guter Letzt gab es noch die Möglichkeit für die Walker mit ihren Hunden sich in einem Wettkampf auf einer 2,5km langen Runde zu
messen. Alle kamen mit einem lächeln ins Ziel, die
einen mehr die anderen weniger.
Nach den Laufbewerben wurde die Wartezeit auf
die Siegerehrung mit einigen Vorführungen vertrieben. Eine davon wurde vom Sportwart Markus Mayer
des Laufhundesport Austria in Kooperation mit der
Sprecherin Heidi Lachner des Mushing Austria, über
die aktuellen Laufhundesportarten in Österreich
vorgeführt. Das Publikum war sichtlich interessiert
und es wurde danach, auf jede persönliche Frage zu
dem Thema, beim eigens eingerichteten Infostand
eingegangen.
Die ersten Drei in der Kategorie VIP waren:
1. Platz Gsandtner Hermann + Arcov 6:30min.
2. Platz Sima Ulli + Rocco 6:31min.
3. Platz Schäfer-Elmayer Thomas + Rex 6:31min.
© Gitte & Thom
Die ersten Drei in der Kategorie Walking waren:
1.Platz Hauser Kurt Lauftreff Scharnstein
17:33min.
2.Platz Mat. Helczmanovszki Andreas + Schnucki
17:48 min.
3.Platz Kern Bettina + Laila 18:52 min.
Alle weiteren Ergebnisse findet man unter:
http://87.106.24.147/_pentek-timing.com/results/
show_results.php?veranstnr=10455
Wir gratulieren allen Teilnehmern und bedanken uns
recht herzlich bei dem Veranstalter TAT, besonders
Die ersten Drei in der Kategorie 5km waren:
bei Fr. Widder für die Einladung und freuen uns
1. Platz Mayer Markus + Blaze Laufhundsport Austria schon auf die nächste Veranstaltung.
19:30min.
2. Platz Gelosky Moritz + Samson 19:40min.
Links:
3. Platz Schnabel Clemens + Kate 19:44min.
www.laufhundesport.at
www.mushing-austria.at
Die ersten Drei in der Kategorie 10km waren:
www.tierealstherapie.org
1.Platz Mühlberger Franz + Laura 43:59min.
2.Platz Ing. Kallauch Andreas Gerasdorf bei Wien
45:02 min.
3.Platz Schmidmayer Mathias Lc Ösv 46:30min.
CANICROSS AKTUELL 1/2
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Silvesterlauf 2007 in Wien
(mm) Am 31.12.07 fand der 31. internationale Silvesterlauf des LCC-Wien auf der gesamten Wiener
Ringstrasse mitten in Wien statt. Es wurde wieder
zum Highlight der österreichischen Silvesterläufe.
Bei teilweise Schneeregen nahmen an die 4000 Teilnehmer die prachtvolle Ringstraße laufender weise in
Besitz und zeigten einmal mehr, warum diese Veranstaltung zu den größten und schönsten Läufen in
ganz Europa zählt. Aber nicht nur die große Masse
jener Läufer war beeindruckend, die diese Veranstaltung für einen sportlichen Jahresausklang nützten, sondern vor allem einige bekannte Laufprofis
drückten der Veranstaltung einen hochsportlichen
Stempel auf.
Natürlich freuten sich auch wieder die teilnehmenden Hunde über die Wurstkränze im Ziel, dem Anlass
entsprechend wurden die besten Kostüme geehrt
und die Männer über 90kg und die Frauen über 80kg
(sofern das bei der Anmeldung verraten wurde…)
kamen in die Schwergewichtswertung. Es waren insgesamt 49 Menschen-Hunde Teams am Start und alle
bewältigten die 5,325km lange Strecke.
Laufzeiten unter:
http://87.106.24.147/_pentek-timing.com/results/
show_results.php?veranstnr=10520
Vortrag an der Vet.Med. Universität in Wien
(mm) Am 13.11.2007 fand für TAT (Tiere als Therapie) ein Vortrag in einem Hörsaal am Gelände der
Vet. Med. Uni in Wien statt. Den Vortrag hielt der
Sportwart des Vereins Laufhundsport Austria mit
Unterstützung von seinem Hund Blaze. Der Hörsaal
war sehr groß und wir freuten uns schon auf die vielen begeisterten Zuhörer. Nach der Vorbereitung
der Ausrüstung und der Unterlagen, begann pünktlich der Vortrag. Als erstes wurden mit Hilfe eines
Beamers einige Bilder von Veranstaltungen gezeigt
und erklärt, damit die Zuhörer auch wissen um was
es bei dem Sport geht. In diesem Zuge wurde auch
gleich näher auf die unterschiedlichen Kategorien
eingegangen und die wichtigsten Rennregeln erläutert. Anschließend wurde die Ausrüstung vorgeführt
und näher erklärt. Danach gab es die Möglichkeit den
CANICROSS AKTUELL 1/2
Sport in der Praxis auf dem Gelände der Vet Med.
Uni vorzuführen. Es wurde von den Zuschauern auch
gleich die Möglichkeit genutzt, die Sportarten selbst
mit ihren Hunden auszuprobieren. Nach einer angenehmen Vorführung im Freien wurden dann noch Fragen beantwortet. Es war eine schöne Veranstaltung
und es hat sichtlich allen gut gefallen.
Wir bedanken uns recht herzlich bei dem Verein
TAT, besonders bei Fr. Widder für die Einladung und
freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung.
Links:
www.laufhundesport.at
www.tierealstherapie.org
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JANUAR 2008
DOGTREKKING QUO VADIS?
(cv) Dogtrekking ist eine junge Sportart, die demzufolge noch laufend Veränderungen unterworfen ist – auch in
Ländern, die in dieser Disziplin als Vorreiter bezeichnet werden können.
In Tschechien - dem aktivsten
Dogtrekking-Land - brodelt seit längerem ein Konflikt, der in neuester Zeit
sozusagen eskaliert. Dadurch, dass ich
in den letzten Monaten an zwei tschechischen Rennen teilgenommen habe,
weiß ich durch Erzählungen und Beobachtung, dass das Lager der Veranstalter sich gerade in zwei Fraktionen
aufteilt:
Auf der einen Seite stehen die
"Traditionalisten", für die dieser
Sport aus wirklichem Langstreckenwandern besteht, unterbrochen von
Plaudereien mit anderen Teilnehmern,
dem Testen der regionalen kulinarischen Besonderheiten und dem Genießen der Landschaft. Sie sind nach wie
vor dem Gedankengut des Begründers
dieser Sportart, Jaroslav „Monte“
Kvasnica, verhaftet.
Auf der anderen Seite gibt es die
"Läufer", die jede Veranstaltung wie
einen Ultramarathon bestreiten, mit
minimalem Gepäck und unglaublichen
Zeiten den Trail hinter sich bringen,
"Kurz-"Dogtrekkings über etwa 40 Kilometer organisieren, die Siegerehrungen aller Veranstaltungen dominieren
und dementsprechend angefeindet
werden.
Ein Miteinander dieser beiden Fraktionen wird immer seltener und schwieriger. Jene Entwicklung ist in ihrer Entstehung nur zu logisch, da es sich beim
Dogtrekking um Rennen handelt, die
nun mal der/die Schnellste gewinnt.
Und Schnelligkeit zu Fuß bedeutet zu
laufen. Über kurz oder lang würde sich
auch bei uns eine kleine Gruppe von
Langstreckenläufern beständig an die
Spitze der Dogtrekkings setzen, böses
Blut und Eifersüchteleien (wie jetzt
schon bei den Tschechen) wären in unserem Land mit Sicherheit ebenso die
Folge - das ist wohl nur zu menschlich.
Was also ist zu tun? Als intelligente
CANICROSS AKTUELL 1/2
Wesen sollten wir in der Lage sein aus
Erfahrungen unserer Nachbarn zu lernen und dementsprechende Konsequenzen zu ziehen, denke ich. In Belgien,
einem Land, in dem dieser Sport ebenso im Aufbau begriffen ist wie bei uns,
hat man sich zu genau jener Problematik ebenfalls Gedanken gemacht uns ist
auf folgende Lösung gekommen:
Bei einem Dogtrekking kann man sich in
einer von zwei Kategorien anmelden –
als „Runner“ oder als „Walker“. Erstere Teilnehmer werden zeitlich gewertet, zweitere nicht, für sie zählt nur
der Genuss der Tour, das „Ich habe es
geschafft“. Das ist sicher ein guter
Ansatz, Mario und ich aber wollen noch
weiter gehen.
Nachdem unseres Erachtens nach das
Dilemma in Tschechien primär darin
begründet liegt, dass es unmöglich ist,
die Naturverbundenheit und Urigkeit
einer bodenständigen Wandertour mit
dem Leistungsdruck zu verbinden, der
sich aus einer Zeitmessung und einer
daraus resultierenden Wertung ergibt,
möchten wir den nächsten logischen
Schritt setzen:
Dogtrekking soll einerseits auch in Österreich über die üblichen Distanzen
von 80 bis 120 Kilometer inklusive Biwak gehen, auch die Zeiten der teilnehmenden Teams sollen genommen
werden, allerdings werden diese nicht
für eine Reihung herangezogen - dem
Trekking soll der Leistungsdruck genommen werden. Zeitenvergleiche unter den Trekkern wären legitim, von
Veranstalterseite her würde es aber
keine Reihung geben. Lediglich ein
Zeitlimit wäre vorgegeben um einen organisatorischen Rahmen zu gewährleisten. Jeder Finisher ginge mit Urkunde
und kleinen Geschenken sowie mit der
Erinnerung an ein schönes, forderndes
sportliches Erlebnis mit seinem/n
Vierbeiner(n) nach Hause. Um die begeisterten Wettkämpfer aber nicht zu
benachteiligen, würden wir eine Alternative mit Zeitnehmung und herkömmlicher Wertung einrichten – „Canicross
long“ oder (was mir persönlich aus eini-
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gen Gründen besser gefällt) „Canicross
extreme“ genannt. Diese Wettkämpfe
würden eine Streckenlänge aufweisen,
die einem herkömmlichen „Dogtrekking
mid“ entspräche (etwa 40 bis 50 Kilometer). Hierbei wäre jedem Sportler
bewusst, dass es um Geschwindigkeit
geht. Man hätte als reiner Wanderer
keine Chance in die vorderen Ränge zu
kommen – böses Blut wäre a priori
sinnlos, man würde wissen, worauf man
sich einlässt. Dies wäre der klar definierte Wettkampf ohne besondere Philosophie oder Romantik, allerdings in
der Kulisse eines möglichst fordernden
Geländes. Könnte dieses Reglement ein
Schutz gegen Zustände sein, wie sie
sich momentan in der Tschechischen
Republik entwickeln? Sollten wir einen
eigenständigen „Austrian Way of
Dogtrekking“ einschlagen oder uns auf
das existierende Reglement Tschechiens einlassen? Diese Entscheidung
erscheint mir äußerst wichtig, denn gerade jetzt ist der Zeitpunkt um die
Entwicklung dieser Sportart in Österreich in die eine oder eben in die andere Bahn zu lenken. Nachdem ich genau
diese Fragen in zwei HundesportInternetforen gestellt habe, haben
sich viele Menschen an der Problematik
interessiert gezeigt und sehr interessante Anregungen und Vorschläge gebracht, die der Vorstand von Dogtrekking and more“ nun in einer Sitzung
aufgreifen und daraus ein für unsere
Veranstaltungen gültiges Reglement
erarbeiten wird. Wie jenes im Detail
aussehen und welche Auswirkungen
dies genau auf die Long-DistanceVeranstaltungen der kommenden Saison haben wird, soll in der nächsten
Nummer dieses Magazins dargelegt
werden. Nach wie vor aber sind kreative Leser dieser Ausgabe aufgerufen
ihre Vorschläge zu einem attraktiven
Dogtrekking-Reglement an
[email protected] zu senden. Ich
denke, man darf mit Recht auf die Ergebnisse dieses Denk- und Entscheidungsprozesses gespannt sein!
C. Vajk
JANUAR 2008
1. Wienerwald-Dogtrekking
(cv) - Bei großteils idealem Wanderwetter fand am 15. September dieses
Jahres das allererste DogtrekkingRennen in Österreich statt. Etwa 42
Kilometer waren von den TeilnehmerInnen im nördlichsten Teil des Wienerwaldes unter Zuhilfenahme von
Karte und Wegbeschreibung zurückzulegen, wobei die Schönheit vieler Streckenabschnitte (Naturpark Eichenhain,
Hagenbachklamm u.v.m.) die Strapazen
dieser langen Wanderung – die ja noch
dazu auf Zeit gegangen wurde - in den
Hintergrund treten ließen. Von jedem
war ein gewisses Maß an Pflichtgepäck
mitzuführen, was vor allem die ausreichende Versorgung des jeweiligen
Vierbeiners garantieren sollte.
Die Mensch-Hund-Teams waren trotz
der einen oder anderen Widrigkeit
dermaßen motiviert, dass es keinen
einzigen Ausfall gab: Alle StarterInnen konnten das doch recht anspruchs-
CANICROSS AKTUELL 1/2
volle Rennen bis zum Ende gehen und VerfolgerInnen deutlich distanzierte,
sich so den Titel eines offiziellen Fi- auch wenn es über weite Teile der
Strecke ganz anders aussah – kurz
nishers sichern.
gesagt: Die Spannung blieb den ganzen
Tag über erhalten, vor allem, da das
letzte Team erst nach über zwölf
Stunden Gehzeit im Zielbereich eintraf.
Die stimmungsvolle Siegerehrung in
Der Rundkurs beinhaltete drei Checkpoints, die den DogtrekkerInnen jeweils die Möglichkeit geboten hätten,
das Rennen zu unterbrechen, was – wie
bereits erwähnt – von niemandem in einem gemütlichen, nahe gelegenen
Lokal ließ – vor allem in Kombination
Anspruch genommen wurde.
mit einem hervorragenden, wohl verdienten Abendessen, die Anstrengungen des Tages in weite Ferne rücken.
Jede(r) TeilnehmerIn ging mit vielen
praktischen und nützlichen Geschenken der Sponsorfirmen „Happy
Dog“
(Tiernahrung)
und
„ManMat“ (Hundesportequipment), die
diese wegweisende Veranstaltung
durch ihre großzügige Unterstützung
erst möglich gemacht hatten, nach
Hause.
Sowohl die Organisatoren als auch die
Aktiven waren sich einig: Schon nächsDer Erstplatzierte, der erst sech- tes Jahr soll es wieder ein Dogtrekzehnjährige Christopher Vajk aus Nie- king im Wienerwald geben, denn bederösterreich, beendete den Bewerb reits das heurige war ein wunderbarer
in der hervorragenden Zeit von fast Erfolg und ein unvergessliches Erlebgenau sieben Stunden, womit er seine nis für alle TeilnehmerInnen!
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JANUAR 2008
Stezkou Vlka 2007 – unser tschechisches Dogtrekking-Abenteuer
(cv) - So, wie Dogtrekking in Österreich noch in den Kinderschuhen steckt, so ist es in der Tschechischen Republik
bereits ein nicht zu übersehender Faktor im Sportgeschehen geworden. Kämpft man als Veranstalter hierzulande
noch um eine Handvoll Starter bei den Dogtrekkings, so
sind dort weit über 100 Teams pro Rennen keine Seltenheit.
Um die Atmosphäre eines solchen Events und auch die Leute, die hinter diesen Veranstaltungen stehen, kennenzulernen meldeten sich Christopher und ich gemeinsam mit Mario Formanek – der schon über einschlägige Erfahrung verfügte – bereits vor geraumer Zeit zum oben genannten
Dogtrekking-Rennen an. Dieses sollte insgesamt einen
Zeitraum von vier Tagen umfassen: die Anreise am Donnerstag, dem 30.8.2007, das Rennen selbst am 31.8. und
1.9.2007 sowie die Abreise am Sonntag, dem 2.9.2007.
gegen. Danach übergaben wir die Impfpässe unserer Hunde dem Tierarzt, der für die Zeit der Veranstaltung
durchgehend zur Verfügung stand. Hierbei wartete die
nächste – kleine – Aufregung auf uns: Zwar war der Veterinär mit den Einträgen in Rashkas und Ronjas Impfässen
zufrieden, bei Marios Hunden Yuma und Roxy allerdings
kam es zu einer Beanstandung, die durch eine Intervention
des Veranstalters allerdings schnell gegenstandslos wurde.
Nachdem wir die Hunde versorgt hatten, bezogen wir unser Zimmer und setzten uns in die Gaststube. Dort fand
eine Präsentation über das Dachstein-Probedogtrekking
statt, das einige Wochen zuvor stattgefunden hatte. Vladimir Paral, der Organisator des Stezkou VlkaDogtrekkings, hatte mit einigen seiner Landsleute daran
teilgenommen und trat an diesem Abend als begeisterter
Botschafter dieser Gegend und der dort geplanten Veranstaltung auf. Das gab uns natürlich erneut Motivation das
Dachstein-Dogtrekking zu einem ganz besonderen Event
werden zu lassen. Tatsächlich war und ist diese österreichische Veranstaltung in aller Munde, viele tschechische
Dogtrekker wollen unbedingt im Jahr 2008 daran teilnehmen.
Bereits die Anreise barg die erste Aufregung: Als Christopher und ich Mario in seiner Heimatgemeinde Neudorf bei
Staatz abholen wollten, erfuhren wir von seiner Frau, dass
er mit dem Rad losgefahren sei – direkt vor dem Aufbruch
sei seine Hündin Yuma auf und davon, was schon des öfteren zu Schafs- und Hühnerverlusten in der Nachbarschaft
geführt hatte. Besonders ärgerlich war der Umstand ihres
Verschwindens, war sie doch einer der beiden Hunde, die
Mario bei dem Rennen einsetzen wollte. Langsam fuhren
wir die Feldwege der Umgebung ab, in der Hoffnung ihm
zumindest telefonisch mitteilen zu können, wo Yuma gelieben sei. Die Aktion war allerdings letzten Endes umsonst,
denn gerade als wir vom Auto auf Fahrräder mit vorgespannten Hunden umsatteln wollten um Marios Hündin neugierig zu machen und so anzulocken, spazierte sie seelenruhig und freundlich um die Ecke, ließ sich anstandslos
© C. Vajk www.dogtrekking.at
einfangen und bereitwilligst im Auto verstauen. Das AbenNach einem ausgiebigen Abendessen (während dem Mario
teuer konnte nun also wirklich beginnen.
unermüdlich die tschechische Wegbeschreibung für ein
Die weitere Anreise verlief komplikationslos und staufrei, polnisches Pärchen ins Englische übersetzte) folgten viele
lediglich ein kurzer Zwischenstopp bei einem Bankomaten nette Kontakte zu den einheimischen Dogtrekkern, wofür
war notwendig. Nachdem Tschechien sich hunderte Kilome- Marios Übersetzungsdienste die Basis bildeten. Tschechiter durchwegs flach und für uns Weinviertler sehr ver- sche Spezialitäten wurden verkostet, man teilte sich ditraut gezeigt hatte, erhoben sich kurz vor unserem Ziel verse (stärkende) Getränke und irgendwann – natürlich
doch durchaus nennenswerte Berge, Teil des Grenzgebir- unvernünftig spät oder besser früh – fielen wir dann geges zu Polen, eine Gegend, die erst langsam den Tourismus meinsam mit unseren Hunden in die Betten.
für sich entdeckt, anders als der Süden des Landes.
Der Start sollte am nächsten Tag ab acht Uhr erfolgen,
Nach kurzem Suchen und Durchfragen erreichten wir am gestartet wurde im Minutentakt. Nach unserer Berechfrühen Abend das Camp bei der Pension Annin in Kouty nad nung waren wir drei Österreicher kurz vor neun Uhr dran,
Desnou, wo die Anmeldeformalitäten bereits in vollem Gan- wir frühstückten also etwas bei den Fahrzeugen, wässerge waren. Wir zahlten die Startgebühr von 300 Kronen ten die Hunde und überprüften die Ausrüstung. Dabei
(das entspricht etwa elf Euro) und nahmen etwas Werbe- musste bereits ein Riemen von Christophers Rucksack ausmaterial und Kostproben der Futtermittelfirma, die das gebessert werden, was aber schnell geschehen war. Die
Rennen sponserte, sowie Kartenmaterial der Gegend ent- Nervosität stieg, je näher der Starttermin rückte.
CANICROSS AKTUELL 1/2
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JANUAR 2008
In dieser Nacht wurden eine Menge Teilnehmer aufgelesen
und zum Biwak gebracht, andere brachen die Regel, schliefen irgendwo auf dem Trail und trafen wirklich erst im
Morgengrauen auf dem Biwakplatz ein. Wir stärkten uns
mit Suppe und Bier bzw. Kofola, die Hunde mit dem mitgeführten Futter und Wasser, plauderten noch ein bisschen
und hörten der wirklich ausgezeichneten und unermüdlich
spielenden Band zu, bevor Christopher und ich im Biwaksack und Mario unter seiner Plane in die Schlafsäcke krochen. Pünktlich zum Schlafengehen begann es zu regnen,
erst zaghaft, dann immer stärker, bis der Hinweis des
Veranstalters kam, dass man auch unter dem Zeltvordach
des nahen Restaurants schlafen könne. Mario nahm das
Angebot mit seinen Hunden an, Christopher und ich blieben
mit unseren auf der Wiese, der Biwaksack bot genug
Schutz und unsere Hunde schliefen trotz des Regens bereits.
© C. Vajk www.dogtrekking.at
Um sechs Uhr stand ich auf, holte die Hunde und setzte
mich mit ihnen unter das Vordach eines im Bau befindlichen Gebäudes in der Nähe, das andere Teilnehmer in der
Nacht als Notunterkunft verwendet hatten. Christopher
schlief noch eine Stunde lang selig, bevor wir gemeinsam
die Hunde fütterten und unsere Rucksäcke packten. Die
Regenwolken hingen träge in dem Tal und es wirkte so, als
ob es den kommenden Tag konstant weiter regnen würde.
ter war regnerisch und viele Dogtrekker hatten nur wenig
Schlaf durch verspätetes Eintreffen am Biwakplatz bekommen. Die Optionen waren ein Abbruch des Rennens
oder – sollte sich das Wetter bessern – eine Verkürzung
der zweiten Tagesetappe. Dies sollten aber nur diejenigen
auf sich nehmen, die hundertprozentig sicher waren nicht
auszuscheiden, denn auf dem unwegsamen Trail der zweiten Etappe war kein Abholen möglich. Die Besprechung
wurde unter dem Zeltvordach des Restaurants abgehalten,
das nach einer Nacht des Dauerregens nun bereits unter
der Last des sich angesammelten Wassers kippte und dadurch scheinbar einen Beitrag zu Entscheidungsfindung
bringen wollte. Kurz darauf allerdings blitzte das erste
Stück blauen Himmels durch die Wolkendecke, bald klarte
es ganz auf und es wurde deutlich: Das Rennen würde
(verkürzt) fortgesetzt werden.
Wir bekamen das Angebot uns zum Camp führen zu lassen,
allerdings fühlten wir uns mittlerweile wieder ausgeruht
genug um diesen Weg (allerdings so direkt wie möglich) zu
Fuß zurückzulegen, was wir auch taten. Dort angekommen
versorgten wir die Hunde und ließen sie in den Autos ein
wenig schlafen, während wir duschten und uns umzogen.
Anschließend machten wir einen Besuch auf einem in der
Nähe stattfindenden kleinen Markt, auf dem die örtlichen
Holzschnitzer ihre beeindruckenden Skulpturen präsentierten, aßen gemütlich zu Mittag und gönnten uns einen
kleinen Nachmittagsschlaf in unserem Zimmer.
Das war gut, denn die abendliche Siegerehrung dauerte
lang, war hervorragend organisiert und ein wirklich herzlicher, netter Abschluss der Veranstaltung. Es wurde eine
Diashow der letztjährigen Rennen gezeigt, eine Startnummern-Tombola bescherte uns Fressnäpfe für die Hunde
und eine Großpackung Nutella für Marios Kinder, die Erinnerungsgeschenke für die Teilnehmer (auch die ausgeschiedenen) waren sehr nett ausgesucht; ein gravierter
Glasbriefbeschwerer, diverse Futterproben, Taschenmesser, jeder Dogtrekker, ob Finisher oder nicht, ging schwer
bepackt nach Hause. Auch dieser Abend wurde natürlich
lang (sowie feucht-fröhlich) und gipfelte in einem Tischfußball-Ländermatch Tschechien-Österreich, das – Gott
sei Dank – unentschieden endete.
Auch wenn die Streckenführung vielen Teilnehmern (uns
eingeschlossen) schwer zu schaffen gemacht, auch wenn
das Wetter Teile der Veranstaltung etwas getrübt hatte,
letzten Endes bleibt ein sehr, sehr positiver Eindruck von
einer großartigen Veranstaltung, deren familiäre Atmosphäre trotz des großen Teilnehmerfeldes jederzeit spürbar war. Für uns steht außer Zweifel: Wir lernen aus unseren Fehlern (die besonders im Ausrüstungsbereich und in
der Zeiteinteilung lagen) und kommen wieder. Wir freuen
uns schon auf den nächstjährigen Pfad des Wolfes – den
Stezkou Vlka!
© C. Vajk www.dogtrekking.at
Nun wurde beratschlagt, wie das Rennen fortzusetzen sei:
Etwa die Hälfte der Starter hatte aufgegeben, das Wet-
CANICROSS AKTUELL 1/2
Seite 21
C. Vajk
JANUAR 2008
Einige Minuten vor neun Uhr trafen wir im Startbereich brachen bald erneut auf.
ein und ließen von den Organisatoren unsere Pflichtausrüstung (Startkarte, Schlafsack, Matte, Stirnlampe, Hundefutter, Hundeschüssel, Wasser, Proviant und Wanderkarte) überprüfen. Zeitlich wurde dies allerdings etwas knapp,
wodurch zumindest mein Rucksack beim Start nur halb so
gut gepackt war wie noch einige Minuten zuvor.
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Schon auf den ersten paar Metern riss dann auch ein Riemen an meinem Rucksack – aber auch dieses Problem war
schnell behoben. Es folgten einige Minuten Wanderung
durch die Ortschaft, wobei wir drei Österreicher uns wieder zusammenfanden um den restlichen Weg gemeinsam zu
gehen; mit einer ausschließlich tschechischen Wegbeschreibung und nur einem dieser Sprache Kundigen war das
auch kaum anders möglich, auch wenn das Reglement maximal zwei Teams zusammen vorsieht. Die ersten acht Kilometer legten wir verhältnismäßig flott zurück. Sie führten
uns stetig bergauf in das Schigebiet der Region, das im
Spätsommer natürlich recht verlassen wirkte. Dort wurde
eine kurze Rast eingelegt, die wir zum Wässern der Hunde
und uns von selbst nutzten. Auf jener Bergkuppe war es
bereits deutlich kühler als im Tal, was den Hunden gefiel
und uns half die Pausen zu verkürzen (wer friert schon
gerne und sieht seinem Hund zu, wie er immer munterer
und abenteuerlustiger wird?). Ein langer, erst angenehm
flacher, dann äußerst steiler und rutschiger Abstieg
brachte uns zum ersten Checkpoint, der an einem Andachtsort mitten im Wald errichtet war. Dort wurde auf
den Startkarten die erste Zwischenzeit eingetragen, wir
wurden mit Süßigkeiten und Tee (mit und ohne Rum) gelabt
und nahmen uns ein paar Minuten Zeit uns zu setzen, die
Füße auszustrecken und etwas zu plaudern.
Nach einem erneuten Abstieg auf einem einfach zu begehenden Waldweg gelangten wir über eine Straßenbaustelle
und im unangenehm stärker werdenden Regen zu einem
Gasthaus, in dem eine kleine Mittagspause einzulegen vorgesehen war. Wir aßen etwas, stärkten uns mit Kofola
(einer köstlichen tschechischen Limonade, deren Geschmack eigentlich nicht wirklich zu beschreiben ist) und
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Der weitere Weg schlängelte sich durch ein romantisches
Waldstück, das nach einer Abzweigung sehr bald steil anstieg und uns quasi in der Diretissima den nächsten Berghang hinaufführte. Zwar konnten wir im Verlauf der Wanderung feststellen, dass die Wanderwege in Tschechien
bewundernswert sorgfältig markiert sind (dafür ist dortzulande ein Verein zuständig, der äußerst gewissenhaft
und aktiv zu sein scheint), allerdings weisen sie auch die
Eigenart auf ohne Rücksicht auf die Geländebeschaffenheit möglichst direkt zu ihrem Ziel zu führen – was für
Wanderer mit nennenswertem Gepäck interessante Situationen ergeben kann. Im gegenständlichen Fall kämpften
wir uns unter Aufbietung all unserer Kraftreserven in den
Oberschenkeln und mit tatkräftiger Zughilfe unserer Hunde einen felsigen, selbst für österreichische Verhältnisse
äußerst steilen Pfad auf einen Vorgipfel des Berges Vozka
hinauf. Dabei überholten wir auch andere Dogtrekker, die
wir später auf dem Trail nicht mehr antrafen, sie dürften
auf dieser Passage aufgegeben haben.
Nach einer kurzen Verschnaufpause, in der wir den Rundblick von einer wildromantischen Felsformation aus genossen, wanderten wir über eine sumpfige, durch den einfallenden Nebel äußerst mystisch wirkende Hochebene, auf
der wir durch einige Latschenfelder kamen, weiter. Es ging
angenehm sanft wellig dahin, der Untergrund der Wege
war trotz des Nebels und des teilweise durch Moorgebiet
führenden Pfades verhältnismäßig trocken. Bald aber folgte ein weiterer recht steiler Anstieg durch ein Waldstück
zum Gipfel des Vozka auf knapp 1400 Metern Seehöhe.
Auch hier legten wir eine kurze Verschnaufpause ein, die
mittlerweile selbst die Hunde zu schätzen wussten.
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Der folgende Abstieg auf einer angenehm zu begehenden
Forststraße, später auf einem hübschen Waldweg ließ unsere Stimmung wieder steigen und wir kamen recht flott
voran. Die melancholischen Reste einer ehemals durch dieses Gebiet führenden Eisenbahnlinie, die seit ihrer Demontage sukzessive von der Natur zurückerobert wurde, wirkten in der mittlerweile einsetzenden Dämmerung besonders romantisch.
giges Gelände bis zum Biwakplatz vor uns hatten. Nachdem
er aber versicherte, dass er es schaffen würde, beschlossen wir nach einer kleinen Stärkung und dem Wässern der
Hunde weiterzugehen. Wir wussten, dass noch genug
Dogtrekker hinter uns lagen und waren daher wild entschlossen den vorgegebenen Weg zu Ende zu gehen, auch
wenn wir bereits mehr als zwölf Stunden unterwegs waren.
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Es sollte allerdings anders kommen: Nachdem wir uns in
der Nacht um weitere fünf Kilometer vergangen hatten,
die wir hätten umkehren müssen um dann noch immer etwa
zehn Kilometer vor uns zu haben, beschlossen wir kurz
nach Mitternacht ebenfalls aufzugeben und uns an der
nächsten Straße abholen zu lassen. Es war wohl die richtige Entscheidung: Selbst wenn wir uns bis zum Biwakplatz
durchgekämpft hätten, wären wir wahrscheinlich am
nächsten Tag nicht in der Lage gewesen, das Rennen fortzusetzen, da wir voraussichtlich erst in den Morgenstunden angekommen wären.
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Unser Weg führte uns nun durch eine urtümliche Klamm
auf die Kuhweiden oberhalb des Ortes Branná. Zu diesem
Zeitpunkt war die Orientierung nach der Wegbeschreibung, die großteils auf Markierungshinweisen basierte,
durch die Dunkelheit (trotz unserer Stirnlampen) äußerst
schwierig geworden. So sahen wir auf den weiten Weideflächen auch keine Chance dem vorgegebenen Weg haargenau zu folgen und beschlossen, ab hier nach Gefühl nach
Branná abzusteigen. Unter uns sahen wir die Lichter des
Ortes. Wir wussten, dass irgendwo dort unten der zweite
Checkpoint war, den wir bis spätestens 22.00 Uhr erreichen mussten – und es war mittlerweile bereits 21.00 Uhr.
Unser Orientierungssinn verließ uns aber Gott sei Dank
nicht und so trafen wir nach dem Überwinden eines elektrischen Weidezaunes (Roxy meinte ihn unbedingt auf seine
Funktionstüchtigkeit testen zu müssen) nach kurzer Zeit
des Suchens wieder auf den markierten Wanderweg.
In Branná erfuhren wir, dass zu diesem Zeitpunkt bereits
viele Teilnehmer aufgegeben hatten, und auch wir spielten
kurz mit dem Gedanken, vor allem, da Christopher bereits
auf den zuletzt passierten Kuhweiden zweimal umgeknöchelt war und wir noch etwa 15 Wegkilometer durch gebir-
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Lysohorsky - Dogtrekking – Mid 2007
Nach dem „Pfad des Wolfes“ schien die
Dogtrekking-Saison – zumindest, was Rennen
anging – für uns beendet zu sein. Wir hätten
nicht gedacht heuer noch einmal nach Tschechien zurückzukehren um mit Gepäck und
Hunden irgendwelche abstrus langen Strecken in unwirtlichen Gegenden auf Zeit zu
durchwandern. Und doch, eine Gelegenheit
bot sich uns noch: die Weltmeisterschaft im
Gebirgs-Dogtrekking, die in den Beskiden,
also im östlichsten Teil der Tschechischen
Republik, direkt an der Grenze zur Slowakei,
stattfinden sollte.
Eingeladen wurden wir dazu vom Organisator
dieser Veranstaltung, Roman Balaz, einem in
der Szene legendären Extremsportler, dessen Bekanntschaft wir bereits bei unserem
letzten Dogtrekking gemacht hatten. Das
wettertechnisch riskante Datum (Ende November), die reizvolle Landschaft und damit
die Aussicht auf ein ganz besonderes Abenteuer ließen uns nicht lange zögern: Mario
Formanek, Christopher und ich beschlossen
schnell uns für dieses Rennen anzumelden.
Bald darauf schloss sich uns auch Markus
Mayer an, der erfolgreiche Canicross- und
Scooterjoering-Athlet, der einmal die Atmosphäre eines Dogtrekkings kennenlernen
wollte (und anschließend erwartungsgemäß
begeistert war).
Zu dieser Veranstaltung würden DogtrekkerInnen aus der Tschechischen Republik, aus
Polen, der Slowakei und eben wir Österreicher anreisen, knappe fünfzig Menschen und
ihre Hunde würden am Start stehen, unter
ihnen die absolut schnellsten Athleten, die
dieser Sport aufzuweisen hat.
Unser Ziel war diesmal nicht zu hoch gegriffen: Wir wollten das Rennen einfach regulär
beenden.
Dazu hatten wir einige Änderungen in Bezug
auf Taktik und Ausrüstung vorgenommen –
das Gepäck war deutlich handlicher dimensioniert (dabei kam uns die geringere Länge
des Trails natürlich sehr entgegen), wir
wählten trotz des angekündigten kalten, in
tieferen Regionen nassen Wetters leichteres Schuhwerk, Pausen für uns und die Hunde wollten wir kürzer, aber regelmäßiger
halten und besonders in flacheren Teilen
oder bergab wollten wir statt zu gehen locker laufen. Es war ein Experiment, aber ein
lohnendes, wie uns schien.
Am Freitag, dem 23. November 2007, brach
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also das Team Österreich gemeinsam mit
seinen Hunden Blaze, Yuma, Rashka und Ronja nach Ostravice, dem Veranstaltungsort,
auf. Nach einer recht abenteuerlichen Fahrt
(inklusive eines Autobahnstaus, der Suche
nach einem Bankomat und der Orientierung
in entlegenen Gebirgstälern) gelangten wir
bei weitem später als geplant im Hotel an,
bezogen unsere Zimmer und erledigten die
Anmeldeformalitäten für den nächsten Tag.
In einem anderen Lokal im Ort bekamen wir
kurz vor der Sperrstunde sogar noch etwas
zu essen und konnten letzte Pläne für das
Rennen schmieden. Vernünftigerweise gingen
wir verhältnismäßig früh schlafen um gestärkt durch eine ruhige Nacht und ein ausgiebiges Frühstück am Samstag frisch und
ausgeruht zu sein. Immerhin erwartete uns
eine Strecke, die nicht nur der Distanz eines
Marathonrennens entsprach, sondern darüber hinaus auch noch im Gebirge sowie in
Schnee und auf Eis zurückzulegen war. Eine
kurze Sportlerbesprechung nach dem Frühstück und das Einzeichnen der Strecke auf
unseren Karten stimmten uns auf die bevorstehenden Stunden ein. Die Hunde waren
gewässert, wir hatten gegessen, die Ausrüstung war gecheckt und alle waren umgezogen
– es war so weit: Um kurz nach zehn Uhr
erschienen wir im Startbereich vor dem Hotel. Unsere Anspannung war spürbar geringer
als beim letzten Dogtrekking-Rennen, obwohl
(oder weil) diese Veranstaltung mit einem
Massenstart beginnen sollte. Um zehn Uhr
zehn (zwanzig Minuten nach dem Start der
Damen) setzte sich der Pulk der männlichen
Dogtrekker in Bewegung und auf dem ersten
Kilometer, der noch durch bewohntes Gebiet
führte, erschien das Feld äußerst homogen.
Erst mit der Zeit und zunehmender Steigung
des Trails zog sich die Gruppe auseinander
und bereits nach etwa einer Viertelstunde
gab es keinerlei Platzprobleme auf dem Weg
mehr. Bald war die Wanderroute, auf der wir
uns bewegten, nur mehr als ausgetretener
Pfad im Schnee erkennbar, der direkt auf
den Lysa Hora, den dominierenden Gipfel des
Rennens (1323m Seehöhe) führte. Die Hunde
arbeiteten – schon aufgrund der winterlichen Witterungsbedingungen - hervorragend
und so war es unserer Viergruppe möglich
eine Menge Konkurrenten hinter uns zu lassen; nach etwa fünf Kilometern überholten
wir auch schon die ersten Dogtrekkeringen
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die ja immerhin einen nicht zu unterschätzenden Vorsprung gehabt hatten. Der Tag
begann gut für uns, das war nicht zu übersehen. Am anstrengendsten in dieser Phase des
Rennens war wohl das Überholen der Konkurrenten beziehungsweise das Ausweichen,
wenn Wanderer den Berg herunter kamen
(diese waren teilweise in Begleitung frei laufender Hunde). Nach einem zirka 75minütigen Anstieg und dem Zurücklegen von
etwa 740 Höhenmetern auf 7,6 Kilometern
Wegstrecke gelangten wir zum ersten
Checkpoint, der Berghütte auf dem Gipfel
des Lysa Hora. Dort stempelten wir in der
überfüllten Gaststube unsere Startkarten
ab, boten den Hunden Wasser an (das sie
allerdings verächtlich ablehnten) und machten uns nach einem äußerst kurzen Stopp
daran die Schipisten des Gebietes bergab zu
laufen. Nach etwa zwei Kilometern lockeren
Trabens überdehnte ich mir durch einen
unglücklichen Schritt in eine Spur im tiefen
Schnee abseits der Pisten schmerzhaft die
Wade des linken Beines. Aufgrund des stechenden Schmerzes, der mit einem deutlich
wahrnehmbaren, schnalzenden Geräusch einhergegangen war, dachte ich zuerst an einen
Muskel- oder Sehneneinriss. Auch war es mir
in den ersten Minuten kaum möglich einen
wirklichen Schritt zu tun. Nach erst zehn
zurückgelegten Kilometern aufzugeben ließ
mein Stolz aber nicht zu. Ich saß in einer
emotionalen Zwickmühle. Das einzig Zielführende schien eine Entscheidung „aus dem
Bauch heraus“ zu sein: Ich forderte die anderen auf, ihr Tempo beizubehalten und
mich vorerst zurückzulassen. Mein Körper
war trainiert genug um mir den Unterschied
zwischen echter Verletzung und vorübergehendem Schmerz glaubhaft mitzuteilen, davon war ich überzeugt. Und tatsächlich: Im
Verlauf der nächsten zwei- bis drei Kilometer gewöhnte ich mich beinahe an das Stechen in meiner Wade und mich beruhigte die
Tatsache, dass der Schmerz ein wenig abklang und keine Schwellung zu ertasten war,
nur eine leichte Verhärtung des Gastrocnemius. Mein Ehrgeiz lag zu diesem Zeitpunkt
allein darin die restlichen rund dreißig Kilometer des Trails - egal in welcher Zeit –
hinter mich zu bringen. Glücklicherweise
bestanden die nächsten acht Wegkilometer
aus so unwegsamem Gelände (steile An- und
Abstiege, Eisplatten, Tiefschnee), dass an
ausgiebigeres Laufen nicht zu denken war.
Dies war mein Vorteil, denn so konnte ich
auch humpelnd knapp hinter meinen drei
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Teamkollegen vorankommen, mit denen ich
bereits beim zweiten Checkpoint im urtümlichen Waldgebiet direkt an der slowakischen
Grenze wieder zusammentraf. Dort kam es
zu Problemen am Checkpoint, da eine Hüttenwirtin sich nach einer gewissen Anzahl
Teilnehmer, die ihr Lokal zum Abstempeln
der Startkarten betreten hatte, weigerte
weitere Teilnehmer einzulassen (obwohl das
von den Organisatoren im Vorfeld abgesprochen worden war). Nach einer kurzen Stärkung - vor der Hütte - nahmen wir den Weg
wieder gemeinsam auf. Nach einem nicht
allzu schwierigen Anstieg gelangten wir auf
gemütlich zu begehende Gebirgsstraßen, was
auch meinem Bein gut tat, sodass ich bald,
zumindest bergab, wieder zu laufen im Stande war. Die Stimmung stieg, wir fühlten uns
stark und noch gut ausgeruht, obwohl wir
bereits mehr als die Hälfte des Rennens
hinter uns gebracht hatten. Beim dritten
Checkpoint, dem einsam gelegenen Gasthaus
Charbulak, ließen wir die Hunde in den bereit
gestellten Wasserkübeln saufen und genehmigten uns selbst jeder eine kleine Flasche
Kofola (ein tschechischer Softdrink, dessen
Geschmack schwierig zu beschreiben, aber
äußerst interessant ist). Das musste nach 26
zurückgelegten Kilometern einfach sein, die
verlorene Zeit würden wir locker durch unsere erholte Physis wieder gut machen. Auf
lange Pausen verzichteten wir gerne, da ein
längerer Aufenthalt nicht nur Zeit, sondern
auch Körperwärme kostete – immerhin waren
wir von der Bewegung erhitzt und die winterlichen Temperaturen waren durch die
hohe Luftfeuchtigkeit in diesen bereits
recht tiefen Lagen äußerst unangenehm.
Durch Kofola also typisch dogtrekkermäßig
gestärkt waren wir bereit den letzten Teil
der Strecke (noch etwa 16 Kilometer) in Angriff zu nehmen. Dieser führte uns zuerst
über äußerst steile, sehr rutschige Schipisten bergab (die Hunde mussten teilweise
ohne Zug „bei Fuß“ gehen, sonst wäre es zu
schlimmen Stürzen gekommen), später durch
eine dicht bewaldete Klamm, in der wir erneut einige DogtrekkerInnen auf einem vereisten Weg überholen konnten. Bald gelangten wir zu einem großartigen Stausee, dessen Uferverlauf wir auf einer etwas erhöhten Straße folgten. Mein linkes Bein begann
zu diesem Zeitpunkt erneut Schwierigkeiten
zu machen, sodass ich etwas zurück fiel,
dieses Manko aber durch besonders flotte
Bergabläufe
wieder
wettzumachen
trachtete, was mir dank der Hilfe meiner
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vierbeinigen Teampartnerin auch recht gut gelang. Bald
schon trabten wir in Richtung Ostravice, also dem Ziel des
Rennens entgegen. Mittlerweile – es war etwa 16.00 Uhr –
begann es zu dämmern. Wir wussten: Um spätestens 16.30
Uhr wäre es, besonders im Wald, stockdunkel. Die letzten
zwei Kilometer hatten wir zwischen dichtem Baumbestand
zurückzulegen, was uns beinahe gezwungen hätte, die mitgeführten Kopfleuchten zu verwenden. Wir kamen aber
mit nur einer von vieren gut aus (zum kurzen Kartenlesen
war sie hilfreich), denn nach einer geringen Zeitspanne
trafen wir bereits auf den erleuchteten Zufahrtsweg zum
Hotel, in dessen Eingangsbereich das Ziel lag. Müde, nass,
aber euphorisch gaben wir simultan unsere Startkarten bei
den Organisatoren ab: Das Team Österreich hatte damit
trotz aller Widrigkeiten der vergangenen sechseinhalb
Stunden, der schwierigen Geländebedingungen und 42 abenteuerlicher Wegkilometer geschlossen gefinisht! Unser
Ziel war erreicht und darüber hinaus waren wir aufgrund
der Wetter- und Geländebedingungen stolz auf
unsere und die Leistung unserer Hunde. Meine linke Wade
war zwar eine einzige verkrampfte Fleischmasse, Mario
spürte schmerzhaft seine Knie und die Erschöpfung war
uns allen deutlich anzusehen, aber wir waren fröhlich, lachten viel und posierten stolz für ein Teamfoto, das einer
unserer Konkurrenten, der knapp vor uns mit seinem
Wolfshund ins Ziel gekommen war, freundlicherweise von
uns machte.
Nachdem die Tiere versorgt (gefüttert und gewässert, die
Pfoten kontrolliert, das Fell abgerieben und in den Boxen
zur Ruhe gelegt) waren, gönnten auch wir menschlichen
Teammitglieder uns etwas Erholung unter der heißen Dusche und bei einem ausgezeichneten, (bis auf die Sachertorte) typisch tschechischen Abendessen, das etwas üppiger als üblich ausfiel – doch wer konnte uns das nach diesem Tag verdenken? Es sollte noch etwa dreieinhalb Stunden dauern, bis die letzten DogtrekkerInnen im Ziel eintrafen, wir hatten also noch mehr als genug Zeit zum Plaudern, Lachen, Essen und Trinken mit unseren KonkurrentInnen, sodass wir die feierliche Siegerehrung um etwa 21
Uhr entspannt genießen konnten.
Es war ein schöner Erfolg, den wir als Team mit nach Hause nehmen durften: Neben guten Einzelergebnissen
(sechste und neunte Plätze) erreichten wir in der Teamwertung den zweiten Rang, was uns Österreicher zur
zweitbesten Dogtrekking-Nation (nach der Tschechischen
Republik) erhebt.
Darüber hinaus konnten erneut sehr nette Kontakte geknüpft und gemeinsame Pläne geschmiedet werden, die auf
eine äußerst erfreuliche Zukunft des Dogtrekkings in Österreich hoffen lassen.
Christian Vajk
Ihr Komplettausstatter an technisch hochwertiger Outdoor-Bekleidung zum
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Anfang der 90er Jahre haben sich eine kleine Gruppe von Bergsteigern Gedanken zu Ihrer Ausrüstungen gemacht. Bei dieser mangelte
es oft am Material oder auch an nützlichen Kleinigkeiten wie z.B. Schnallen an Rucksäcken, eine Tasche für die Isomatte bei den
Schlafsäcken, Zugbänder bei den Jacken oder aber auch ein Schneekragen für festen Halt bei eisigen oder steinigen Untergrund bei
den Zelten. Da dies kein Hersteller zu vernünftigen Preisen anbieten konnte, entwickelte sich schnell die Idee zu einer eigenen Produktion. Die ersten fertigen Produkte wurden dann bei kleineren und größeren Expeditionen getestet. Auf Grund der dadurch gewonnenen Erfahrung, wurden diese in der Funktionalität ständig verbessert, bis es den hohen Ansprüchen gerecht wurde. Danach wurde
am Design und der Optik gearbeitet unter dem Motto: Sportler brauchen etwas sportliches, Extrem Sportler brauchen etwas extrem
Sportliches! Jetzt wurden sehr schnell Freunde und andere Sportler auf die Produkte aufmerksam. Man begann mit der ersten Produktion. Die später speziell entstandene HUSKY Technology Abteilung arbeitet ständig an neuen, widerstandsfähigen leichten Materialien. Bevor diese in den Verkauf kommen, werden sie auch von extrem Sportlern auf Expeditionen getestet. Seit 5 Jahren wird durch
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HUSKY-Produkte nicht nur bei über 150 Händlern in Frankreich oder der Tschechischen Republik ein Begriff, sondern seit 2006 auch
im deutsch-sprachigem Raum mit HUSKY OUTDOOR und durch das unschlagbare Preis-Leistungsverhältnis, durch die neuen eingesetzten Technologien, Materialien und der Vielzahl an Modellen und Farben, bei immer mehr Bergsteigern ...Wintersportlern ... Bikern ...Familien ...Campern ... ... und bald auch bei Ihnen. Überzeugen Sie sich selbst!
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gibt’s natürlich auch in Druckform!
Ihr Kontakt:
Klaus Selgrad, Waldstraße 22, 4421 Aschach an der Steyr
Mobil: 0664/8445700, mailto: [email protected]
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SNOWRUNNERS EBBS
(cg) Der Snowrunners Verein wurde mit 22.11.2005
gegründet, um eine Plattform für Schlittenhundebesitzer und allen Freunden der nordischen Hunderasse zu schaffen. Wir treffen uns regelmäßig um unsere Erfahrungen auszutauschen, machen gemeinsame
Ausfahrten mit dem Schlitten oder Trainingswagen
und leisten Aufklärungsarbeit für unsere Rasse.
© C. Gugglberger
© C. Gugglberger
Im Winter haben wir den Gästen unserer Region außerdem Hundeschlittenfahrten, Vollmondfahrten
oder Wanderungen mit dem Hund angeboten. Hundeschlittenfahrten für Gäste werden aufgrund der Übernahme des Raritätenzoos Ebbs durch unsere Obleute Marion Mayr und Rudi Otto nur noch in diesem
Winter angeboten.
© C. Gugglberger
gend aus zweiter oder dritter Hand. Die Gründe warum ein Husky zu uns kommt sind vielfältig. Auszugsweise seien hier genannt: Trennung, Aufgabe des
Schlittenhundesports, Tod bzw. Erkrankung oder
Überforderung des Besitzers. Wir setzen uns außerdem dafür ein, in Not geratenen Hunden einen guten
Platz zu vermitteln und stellen dafür Platz für Inserate auf unserer Homepage und in unserem Forum
zur Verfügung.
Dogtrekking, Wagensport, Canicross und Scooterjöring:
© C. Gugglberger
Der Verein besteht aus 19 Mitgliedern und insge- Um mehr Menschen auf unseren Sport und unsere
samt 20 Hunden. Die Tiere im Verein sind überwie- Rasse aufmerksam zu machen, wurde im Juni 2007
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das Snowrunners Forum ins Leben gerufen. Alle Hundebesitzer, egal welcher Rasse, die mit ihrem Hund/
ihren Hunden Hundeschlittenfahrten, Skijöring, Bikejöring/Scooterjöring, Canicross (Laufhundesport) oder Dogtrekking betreiben bzw. betreiben wollen,
sind herzlich eingeladen in diesem Forum über Haltung, Fütterung, Training, Gesundheit, uvm. zu diskutieren! Inzwischen haben sich bereits über 40 engagierte und erfolgreiche Hundesportler registriert,
die in einer kollegialen Atmosphäre über alle wichtigen Themen im Laufhundesport diskutieren. Wir
freuen uns sehr, eine Tierärztin und eine Tierphysiotherapeutin unter uns zu haben!
Thom Szendi vom Canicross Austria Verband trug
maßgeblich dazu bei, dass das Snowrunners Forum in
der Laufhundesport-Szene bekannt wurde und verlinkte uns zusätzlich auf der Vereinshomepage
www.laufhundesport.at.
Thom, vielen Dank für Deine Unterstützung!
SNOWRUNNERS EBBS - FORUM:
www.snowrunners.at/forum/index.php
© C. Gugglberger
Claudia Gugglberger
snowrunners ebbs
Herzlich willkommen beim Schlittenhundeverein Snowrunners Ebbs! Der Verein wurde
mit 22.11.2005 gegründet, um eine Plattform für Schlittenhundebesitzer und allen
Freunden der nordischen Hunderasse zu schaffen. Wir treffen uns regelmäßig um unsere Erfahrungen auszutauschen, machen gemeinsame Ausfahrten mit dem Schlitten oder
Trainingswagen und leisten Aufklärungsarbeit für unsere Rasse.
Unser Ziel ist es in Not geratenen Hunden zu helfen und ihnen ein gutes zu Hause zu
geben und nicht eine Zucht zu unterstützen (weitere Vermehrung der Rasse gegen Entgelt). Die Tiere im Verein sind zwar fast alle reinrassig, jedoch überwiegend aus zweiter oder dritter Hand. Die Gründe warum ein Husky zu uns kommt sind vielfältig. Auszugsweise seien hier genannt: Trennung, Aufgabe des Schlittenhundesports, Tod bzw.
Erkrankung oder Überforderung des Besitzers.
Die Schlittenhunde im Verein werden großteils zumindest zu zweit gehalten, da sich ein
allein gehaltener Husky nicht 100%ig wohl fühlt. Der Husky ist ein typisches Rudeltier,
genießt das Leben in Gesellschaft von Artgenossen und entwickelt nicht zuletzt aufgrund der artgerechten Haltung ein ausgeprägtes soziales Verhalten. Beim Ziehen von
Schlitten oder Trainingswagen müssen die Hunde ein gutes Team bilden. Da die Tiere
vorwiegend im Freien, nicht aber in getrennten Zwingern gehalten werden sind sie sehr
robust und gesund.
Aktuell gehören dem Verein 19 Mitglieder und 20 Hunde an.
www.snowrunners.at
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Vom Leben und Sterben der Grönländer.
Gastbeitrag von Marion Löcker
Weitgehend unbekannt:
Das Leiden der Schlittenhunde in Grönland.
Fällt der Name Grönland, wird dies mit Abgeschiedenheit,
Naturverbundenheit, traditionellem Leben der Inuit verbunden, Tiere und Menschen teilen sich die größte Insel
der Erde im gegenseitigen, harten aber respektvollen Überlebenskampf.
Weit gefehlt: In Grönland leben an die 21 000 Schlittenhunde unter katastrophalen Umständen. Es herrscht ein
flächendeckendes Grauen mit ständig angeketteten Schlit© M. Löcker www.tierschutzverein.at
tenhunden, die ohne Wasser und Futter dahinvegetieren.
Eine Mitarbeiterin des Österreichischen Tierschutzvereins machte sich im August alleine auf nach Ostgrönland,
Oft konnten die Mütter nicht zu den Welpen, weil die Ketum das Leid der Hunde zu dokumentieren.
ten schon so verwickelt waren, dass sich die Hunde nicht
Ankunftsziel war Tassilaq in der Kommune Ammassalik, ein einmal einen halben Meter bewegen konnten.
buntes Städtchen mit Holzhäusern, in rot, gelb, grün, blau,
rosa, Eisberge schwammen im Meer herum, trotz Sommerwetter und für grönländische Verhältnisse warmen Temperaturen.
© M. Löcker www.tierschutzverein.at
© M. Löcker www.tierschutzverein.at
Die Tierschützerin traf vor Ort die für den Schlittenhundedistrikt zuständige Tierärztin, eine von zwei Tierärzten,
die für alle Schlittenhunde in ganz Grönland zuständig sind
- in dieser Region war sie vor drei Jahren zum letzten Mal.
Gleich am ersten Abend begann man mit der Kontrolle und
fand unvorstellbare Zustände vor. Einsame Hunde an Ketten, Hunde ohne Wasser, skelettierte Hunde mit zusammengebunden Beinen, den Strick, der als Halsband fungierte, noch um den Hals. Überall an den steilen Hängen waren
Hunde angekettet, manche entdeckte man erst auf den
zweiten Blick.
Die Welpen mußten am nackten Boden liegen auch im Regen, Welpenhütten sind zwar gesetzlich vorgeschrieben,
doch es hält sich niemand daran. Schlimm ist, dass die Ketten der Muttertiere ganz knapp neben den Welpen befestigt sind, läuft die Mutter auf und ab, scheuert die Kette
über die Kleinen, diese schreien jedesmal auf vor Schmerzen, doch das kümmert niemand.
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Ein Hund war völlig fertig, die Tierärztin verlangte vom
Besitzer (der Richter der Stadt!), dass er den Hund entweder gesund pflegt oder ihn töten zu lassen. Der Besitzer weigerte sich den Dogshooter, der in jedem Ort vorhanden ist, noch am Abend holen zu lassen, der Hund lag
völlig krank im Regen. Die Tierärztin machte sich noch mit
der Tierschützerin abends auf den Weg und schläferte ihn
ein. Am nächsten Tag obduzierte sie ihn, er hatte statt an
die 45 kg nur 21 kg, im Darm war nur Erde, der Hund hatte
an einer hochgradigen Lungenentzündung gelitten, leider
kein Ausnahmefall.
© M. Löcker www.tierschutzverein.at
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Gerade bei Regen ist die Situation für die Hunde besonders schlimm, man sieht ihnen an, wie unglücklich sie sind,
das nasse Fell, kein Unterschlupf für ihre Welpen, wenigstens sammelt sich manchmal in einer Pfütze etwas Wasser,
denn das ist rar für diese Hunde.
Zwar stehen überall Eimer oder Bottiche, doch zumeist
leer. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass mehr als
90% der Tiere kein Wasser haben, oder zumindest nur
sehr selten, viele Hunde sind vor Durst schon fast
wahnsinnig und das obwohl manchmal sogar Wasser in Rinnsalen an ihnen vorbeifließt, doch sie können es nicht erreichen, weil die Ketten zu kurz sind…
die sich irgendwie befreit hatten, Hunde, die nach Kontrolle der Tierärztin so krank sind, dass nur mehr der Tod
Erlösung bringt, denn eine medizinische Versorgung gibt es
nicht oder besser gesagt niemand würde Geld dafür ausgeben.
© M. Löcker www.tierschutzverein.at
© M. Löcker www.tierschutzverein.at
In den entlegenen Dörfern, die man nur mit dem Boot erreicht, wird das Ausmaß der Tragödie erst so richtig
sichtbar. In jedem Dorf leben mindestens 150 Hunde, alle
unter widrigsten Umständen, angekettet, manche bis zur
fast völligen Unbeweglichkeit mit den Ketten verwickelt,
ohne Wasser, ohne Futter. Denn Futter gibt es im Sommer
nur alle 3-4 Tage maximal, oft nur einmal pro Woche und
dann nur Eingeweide von Robben, ab und zu etwas Fisch.
Warum auch? Es werden dauernd junge Hunde geboren,
auch wenn viele der Welpen sterben, bleiben doch noch
immer genug über. Die jungen Hunde müssen schon im Alter von sechs Monaten den Schlitten ziehen, egal wie sehr
ihnen das in der Wachstumsphase schadet, nach zwei Jahren werden sie sowieso erschossen. Und nur aus diesem
Grund hält man sich die Hunde, zum Schlittenziehen im
Winter, wenn die Inuit auf Jagd gehen. Hier macht sich
aber bereits der Klimawandel bemerkbar, das Eis wird immer dünner und die Jäger fahren immer öfter auch im
Winter mit dem Boot zur Jagd.
© M. Löcker www.tierschutzverein.at
© M. Löcker www.tierschutzverein.at
Die Hunde sind völlig ausgemergelt, was man leider nicht
immer sofort wegen des Fells erkennen kann, und total
mangelernährt. Dabei würde es schon reichen, wenigstens
ab und zu eine ganze Robbe dazu zu verfüttern, damit wäre der Nährstoffbedarf schon gedeckt. Statt dessen verwesen Robben ungenutzt neben den Häusern, gefangen nur
um des Fanges willen.... In jedem Dorf wartet schon der
Dogshooter mit geschultertem Gewehr, er ist nur dazu da
und wird auch dafür bezahlt, Hunde zu erschießen, Hunde,
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Leider werden viele Hunde auch rein aus Traditionsgründen gehalten, diese Hunde haben nicht einmal die seltene,
wenn gleich auch kräfteraubende Abwechslung des Schlittenziehens, sie bleiben immer angehängt. Nicht selten wird
nur ein Hund gehalten, er ist der „Entsorger“ für Küchenabfälle, beachtet wird auch er nie, wie all die anderen ebenfalls nicht. Hunde haben nach Meinung der Inuit keine
Seele, Frauen fürchten sich vor den Hunden, die Kinder
ärgern sie nur. Man ist der Meinung, solange der Hund atmet, sich bewegt, mit dem Schwanz wedelt, geht es ihm
gut, dass er täglich Wasser braucht, Futter und
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haben die Besitzer strafen, es kann bei mehrmaligem VerZuwendung stößt auf völliges Unverständnis.
Unglaublich daher, wie freundlich dennoch diese Hunde gehen sogar zu einem Hundehalteverbot kommen.
sind, alle wedeln, lecken einem die Hand, springen an einem
hoch, wollen spielen. Manche lassen sich sofort am Bauch
kraulen, so gut wie keiner zeigte sich aggressiv. Der Anblick der Hunde läßt einem die Tränen in die Augen steigen, selten ist so viel Hundelend geballt zu sehen. Und man
sieht auch wie traurig die Hunde sind, man erkennt ihre
Verzweiflung in ihren Augen, man kennt ihre Trauer am
Hängen der Ohren, selbst die Welpen haben bereits einen
traurigen Gesichtsausdruck.
© M. Löcker www.tierschutzverein.at
Doch wie man sieht ist auch in Grönland Papier geduldig,
die Gesetze, die Wasser, Futter, Welpenhütten und eine
Kettenlänge von mindestens drei Meter vorschreiben, werden ohne Sanktionen ignoriert.
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Alle sitzen sie sitzen auf Felsen, in Müllhalden, zwischen
Glasscherben, Dreck und Getränkedosen. Mutterhündinnen
versuchen mit letzter Kraft für ihre Welpen ein Nest aus
Grasbüscheln zu bauen, Hunde winseln und schreien verzweifelt um Hilfe, wenn sie jemand sehen, von dem sie meinen, er würde Ihnen helfen.
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Der Österreichische Tierschutzverein startet nun eine
Kampagne, um das Leben der Schlittenhunde in Grönland
zu verbessern.
Was kann man tun? Zunächst müssen die Touristen aufgeklärt werden, worauf sie achten sollen, wenn sie eine
Schlittenhundefahrt in Grönland buchen und schlimmstenfalls die Tour nicht durchführen, wenn sie sehen, wie
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Bei jeder Kontrolle werden Hunde erschossen, manchmal
bis zu 60 Tiere, Hunde, die ganz leicht gesund zu pflegen
wären, denn die Grönlandhunde sind äußerst zäh. Die Tierärztin erzählte, manchmal wird den Hunden die Zähne eingeschlagen, damit sie sich nicht losbeißen können.
Viele werden während des Sommers auf Inseln ausgesetzt,
und sich selbst überlassen, sie ernähren sich von ihren
toten Kameraden. Diejenigen, die überleben, werden vor
Wintereinbruch wieder geholt. Die Tierärztin notierte
zwar akribisch alles was falsch war und schrieb einen Report für Polizei, diese sollte letztendlich, wenn sie Lust
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die Hunde tatsächlich vor Ort leben müssen und dafür ist
es wichtig, die Reiseveranstalter mit ins Boot zu holen.
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Ein Aufklärungsvideo wird für die kleinen Inuit in den
Schulen vom Österreichischen Tierschutzverein produziert werden. Die Tierärztin will darüber mit der Regierung sprechen und bei der Gelegenheit gleich das Videomaterial, das von der Tierschützerin in Grönland gedreht
wurde, präsentieren. Denn auch in Grönland sitzen die Ver- © M. Löcker www.tierschutzverein.at
antwortlichen weit weg vom Elend und schenken Schilderungen alleine keinen Glauben.
Wer mehr über die Kampagne erfahren, ein Video über das
Leben der Schlittenhunde haben möchte oder wer mithelfen will, den Hunden zu helfen der wendet sich an den Österreichischen Tierschutzverein unter:
01/8973346,
www.tierschutzverein.at
Marion Löcker
Österreichischer Tierschutzverein
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Christkindl für zwei Gröni-Welpen!
(thom) Für zwei Welpen war es ein verfrühtes Weihnachtswunder, als das Christkind in der Gestalt von Marion
die beiden mit nach Österreich nahm.
Marion war Anfang Dezember mit Mitarbeitern des Fernsehsenders PRO7 in Grönland. Die beiden Welpen streunten in einer grönländischen Ortschaft ohne Elterntiere
herum. Nachdem alle Dorfbewohner beteuerten, dass ihnen
diese Hunde nicht gehören wäre die nächste Station in dem
kurzen Leben der Beiden der Dogshooter gewesen.
Marion nahm mit Hilfe des PRO7—Teams die beiden GröniWelpen mit nach Österreich. Sie hatte schon vor der Reise
Kontakt mit potentiellen Adoptiveltern aufgenommen, welche bereit sind Grönlandhunde bei sich aufzunehmen und
auch in der Lage sind diese artgerecht zu halten.
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© Gitte & Thom
© Gitte & Thom
Die beiden leben nun schon einige Wochen bei Andrea im
Salzkammergut. Andrea und ihr Freund Roland haben schon
einige Jahre Grönländer, welche sie artgerecht halten und
bewegen.
Wir werden über den weiteren Lebensweg von Aput und
Siku in den kommenden Ausgaben von Canicross-Aktuell
berichten.
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Lackenhof - Erlebnisse aus der
Sicht des Zeitnehmers Reini M.
(reini) ich möchte euch mit einigen zeilen erfreuen, wie ich lackenhof erlebt habe:
start zu hause, ausgerüstet mit nem brandneuen navi, das mich bei
eingabe von lackenhof rot unterlegt fragte, ob ich auch nichtasphaltierte wege benutzen möchte ...wahrscheinlich, weil ich mich
auf einem unbefestigtem weg befand, und so gab ich dem navi
mein ja wie zu nem pfarrer bei der hochzeit. so fuhr ich los und
begab mich in die hände des engels, der aus dem lautsprecher
sprach ...mal links, rechts und überhaupt ... so fuhr ich nach lackenhof in vollstem vertrauen zu der weiblichen stimme, auf wegen, die nur die einheimischen, gott und der engel an bord kannten. ich kann euch sagen, die anreise war ein abenteuer:
verschneite strässchen durch die wälder, wo des toyotas allrad
fast nicht mehr ausreichte um vorwärts zu kommen, steil rauf und
runter im schneckentempo, supi landschaft in winterlicher pracht,
befahren am rande der physik, so stand auf kleinen schildchen ...mal diese alm, mal jene ...und ich lechzte nach bestätigung
meines süßen engels, dass ich noch auf dem rechten wege sei ...was
mich etwas störte, war das ...fahren SIE ...wieso ist das mädel
noch immer per sie mit mir, i versteh des ned ...ein du und ein
streichler zur beruhigung wären mir lieber gewesen. ab und zu
kam ein anruf von eric an, der mich fragte, wo ich denn sei ...sagte
auf irgendeiner alm ...
also, ich kam nach lackenhof, das letzte stück, wo alle ketten anlegten, war die reinste erholung für mich und toyota.
am stakeout angekommen, ein bisschen später als geplant, gabs
dann viel hallo und grinsende gesichter, keine fechtduelle mit
stakeout-stangen um parkplätze, was mich sehr erfreute. conny,
die die undankbarste aufgabe an einem rennort über hatte, das
einweisen der hundetransportfahrzeuge, hatte die nerven bewahrt und einen supi job gemacht, was natürlich auch den netten
teilnehmern zuzuschreiben war, die ihrem bitten und flehen folge
leisteten. natürlich kam es durch dunkelheit, sichtbehinderung
durch dichten schneefall, verdeckten löchern im schnee, wo ein
halber sprinter reinpasste, zu stockungen, die nur mehr durch nen
grossen allradtraktor nach einiger zeit bereinigt werden konnten.
trotz dieses missgeschicks , dem untergang der grünen titanic ,
war die stimmung ausgesprochen gut und es wurden verschiedenste rettungsversuche vorweg unternommen um das auf grund gelaufene schiff zu bergen. danach ging ich in die wirtschaft, schlürfte
genüsslich einen kaffee aus einem riesigen häferl und es war
recht lustig rundum. mein zelt hatte ich in der zwischenzeit hinterhalb-oberhalb von charlis dogtruck aufgestellt, es war ein
recht schönes, ebenes platzerl und ich hatte sogar drei stufen im
schnee zum leichteren aufstieg zu meinem palazzo, die charlis
handler aus dem schnee gemeißelt hatte.
so gegen 11.30 pm, kroch ich dann in den schlafsack. nachdem ich
den schlafsack ein bissi angewärmt hatte, hab ich alle hüllen fallen lassen und so lag ich dann wie ein embryo, zwar etwas größer
und mit a bissal fell in der warmen hülle, dachte an dies und das ,
genoss zu lauschen wie der schnee aufs zelt fällt und hörte dem
wind zu, wie er zeitweise den schnee weghauchte....schön wars.
der erste renntag:
scheppernde futterschüsseln und das fröhliche schlappern von
charlis hunden, die frühstückten, erweckten mich aus tiefem
schlaf und ich dachte an meine hunde zuhause und über-
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haupt ...also raus aus dem warmen schlafsack und rein in die starren klamotten, die ich achtlos weggelegt hatte des nachts und
schnell zum wirten auf die toilette getrippelt, denn der tank war
voll vom bier und dem zirbenschnaps. danach kafee, a bissi smalltalk mit den kumpanen und rauf zum starthäuschen um die zeitnehmung aufzubauen, die ich zusammen mit eric die zwei renntage
bediente. nachdem michi ein neues kabel organisiert hatte - das
andere war der fräse des pistenbullis zum opfer gefallen - funktionierte alles reibungslos. heidi hatte in der zwischenzeit ihr mikrofon ausgepackt und eine sprechprobe folgte der anderen, es ist
mir unbegreiflich wie heidi den ganzen tag reden kann, ich denke
es ist schon etwas dran an dem spruch: ein mann ein wort, eine
frau ein wörterbuch. alles lief reibungslos und ich sah nur fröhliche gesichter bei den teilnehmern, naja, vielleicht war einer nicht
fröhlich, vielleicht auch ein anderer nicht ...aber das hab ich nicht
gesehen ...höhöhö!
dann gings zum musherabend und auch hier war echt gute stimmung und so dauerte der abend für den kern bis in die morgenstunden, der wirt hatte schon erbarmen und servierte ripperln in
knoblauch, honig, speck und käse und nachdem kein zirbenschnaps
mehr vorrätig war, stieg man auf birne um ...so eine wilde bande!!
( ich war auch dabei ) damit ichs euch berichten kann. so schlüpfte ich mit etwas unkontrollierten bewegungen in meinen cocon um
sehr schnell zu schlafen. diesmal hörte ich den schnee nicht fallen, hatte mit mir selbst viel zu tun, musste ich doch meine augenlider mit den händen runterklappen.
mein sonntäglicher gang in die kirche und der anschließende frühschoppen fielen diesmal aus, denn ich stand mit eric wie am vortag
in der starthütte um die zeiten der teilnehmer zu nehmen. alles
klappte wieder hervorragend , obwohl mich heidis lautsprecherstimme anfänglich doch an die vergangene nacht erinnerte. michi
brachte heissen tee und ich dachte kurz daran mir die teebeutel
auf die augen zu legen, aber es war kein kamillentee und zeit für
beauty war auch keine, denn die starter kamen nun am laufenden
band mit hallo ins ziel.
es herrschte eine fröhliche und entspannte stimmung unter den
teinehmern, ich wünsche mir, dass dem immer so wäre.
besonders hat mich auch die rege teilnahme in der happydogkategorie gefreut. es hat allen sehr viel spaß gemacht, hund wie
mensch, und ich finde die idee einfach klasse.
es war auch für mich ein sehr schönes wochenende und danke an
alle teilnehmer für ihr faires, freundschaftliches verhalten auf
dem trail und im fahrerlager.
last but not least danke auch an nightingale und ebony, die mir
daheim die hunde versorgten, sonst hätte ich nicht nach lucky hof
fahren können.
reini
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Nachlese &
Vorschau
CANICROSS-AKTUELL 3
(thom) 2007 war für den Laufhundesport ein sehr ereignisreiches Jahr.
Mit Anfang Jänner nahm der neu gegründete Verein LaufHundeSportAustria seine Arbeit auf.
Mitte des Jahrs folgte dann der Verein Dogtrekking&More. Beide Vereine
haben sich zum Ziel gesetzt, Sport im
Team Mensch+Hund zu fördern. Während LHSA mehr die Sprinter unter
den Laufhundesportlern ansprechen
will, möchte D&M den Mittelsdistanzund Langstreckensportlern Veranstaltungen bieten.
Es wurden 2007 auch schon einige Rennen veranstaltet. Mitte September
fand rund um Klosterneuburg das erste
Wienerwald-Dogtrekking statt. Eine
Woche später veranstaltete der befreundete Verein Mushing-Austria das
Eröffnungsrennen des CanicrossAustria-Cups 2007 in Loosdorf. Anfang
Oktober dann das Highligt der Saison:
die ECF-Europameisterschaft in Völklingen, welche vom deutschen CBVD
ausgerichtet wurde. CanicrossBikejoering Austria entsendete acht
Teams zu dieser EM.
Ende Oktober dann die Internationale
Österreichische Meisterschaft und
zweiter Lauf zum Canicross-AustriaCup 2007 in Stetten. Zu dieser Veranstaltung kamen etliche Spitzensportler
aus dem benachbarten Ausland. Das Finale des Canicross-Austria-Cup 2007
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fand aufgrund der Wetterkapriolen anstatt in Lackenhof wieder in Losdorf
statt. Ich möchte mich auf diesem
Wege noch einmal für die gute Zusammenarbeit bei MA bedanken. Das erste
Schneerennen der Saison fand Mitte
Dezember unter der Regie von MA mit
Unterstützung des MSVÖ in Lackenhof
statt. Bei diesem Rennen starteten
viele Laufhundesportler aus dem Inund Ausland in den Kategorien Skijoering bzw. HappyDog (Skijoering).
Bei der ECF-EM in Völklingen trafen
wir die Vorstandsmitglieder des ungarischen Canicross-Verbands MSCE.
Mit den ungarischen Canicrossern haben wir schon einige Zeit gute Beziehungen. Wir vereinbarten in Zukunft
die österreichische bzw. ungarische
Meisterschaft gemeinsam zu veranstalten. Heuer in Ungarn, nächstes
Jahr in Österreich. Wir freuen uns
schon sehr auf diese gemeinsamen Veranstaltungen.
Einen großen Teil der 2. Ausgabe nimmt
der Bericht von Marion Löcker über die
Grönlandhunde ein. Sie war 2007 mehrere Male mit einer einheimischen
Tierärztin in Grönland unterwegs. Uns
erschütterte ihr Bericht über das Leid
der Hunde in Grönland, und wir beschlossen mit unseren bescheidenen
Mitteln zu helfen. Wir hoffen, dass
Marions Bericht in unserem Magazin
etwas bewirkt. Über die beiden Grönis
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Aput und Siku werden wir in kommenden Ausgaben öfter berichten.
Sehr gefreut haben wir uns über das
große Interesse an unserer ersten
Ausgabe Canircoss-Aktuell 1. Mit mehr
als 4000 Downloads innerhalb eines
Monats übertraf dies unsere Erwartungen bei weitem. Einen nicht unbedeutenden Anteil an der Verbreitung
unseres Magazins haben Franziska Bobard (ECF-Sekretärin) und K.H. Raubuch, welche mittels email bzw. der HP
www.schlittenhund.de Canicross-Akuell
1 verbreiteten. Auch durch die indirekte Bewerbung einen Monat nach Erscheinen von Canicross-Aktuell 1 in einen österreichischen OnlineMitteilungsblatt, wurden innerhalb von
drei Tagen noch einmal
über 200
Downloads durchgeführt!
Der Schwerpunkt der nächsten Ausgabe Canicross-Aktuell 3 wird die gemeinsam mit dem MSVÖ ausgearbeitete „Gemeinsame CBA–MSVÖTierschutzordnung“ sein. Auch das
neue ECF-Reglement und das dazu angepasste CBA-Rennreglement sowie
ein Dogtrekking-Reglement werden
vorgestellt. Wir hoffen dann schon alle
Termine für 2008 bekannt geben zu
können.
Viel Erfolg in der kommenden Canicross-Saison wünscht
Thom Szendi
CBA– / LHSA-Sekretariat
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