Praktika an der Sonnenlugerschule 2015

Mittwoch, 1. Juli 2015
Schwäbische Zeitung
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Kurz berichtet
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Räte sprechen über Kindergartendach
HOHENTENGEN (sz) - Die nächste öffentliche Sitzung des Gemeinderats
findet am Donnerstag, 2. Juli, um 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses
statt. Sie wurde um einen Tag nach hinten verlegt, um Verwaltung und
Gemeinderäten zu ermöglichen, die Konversionsveranstaltung in Sigmaringen zu besuchen. Nach einer Bürgerfragestunde und Bekanntgaben steht
die Sanierung des bestehenden Kindergartengebäudes St. Maria mit einem
Sachstandsbericht des Architekten und der Beratung über den Austausch
der Kiesschicht auf dem Flachdach auf der Tagesordnung. Außerdem soll
über Bauvorhaben und die Fortsetzung der Bezuschussung der Schülerbeförderung zur Göge-Schule gesprochen werden.
Nabu ruft zum Arbeitseinsatz auf
MENGEN (sz) - „Der Hochwasserkanal von der Ablach zur Donau bei Blochingen entwickelt sich dank seiner Eigendynamik zu einem wilden Gewässer in einem an sich schon schönen Naturraum“, heißt es in einer Pressemitteilung des Nabu. „Leider breitet sich auch da das indische Springkraut stellenweise flächendeckend aus und verdrängt die einheimische
Pflanzengesellschaft.“ Mit Sichel und Sense oder Hacke wollen die NabuMitglieder am Samstag, 4. Juli, diese pflanzlichen Invasoren an diesem
Gewässerabschnitt beseitigen. Der Arbeitseinsatz beginnt um 8 Uhr und
dauert bis 12 Uhr. Es kann während dieser Zeit gleitend begonnen und
aufgehört werden. Alle Mitbürger sind dazu eingeladen. Nach gemeinsamer Arbeit sind alle Helfer zu einem gemeinsamen Essen eingeladen.
Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter Telefon 07572/
76 74 39 oder [email protected] gebeten.
Albverein fragt Interesse an Wanderung ab
MENGEN (sz) - Eine gemeinsame Bergwanderung mehrerer Ortsgruppen
des Schwäbischen Albvereins soll am Samstag, 25. Juli, stattfinden. Zwei
Wanderführer aus Sigmaringendorf bieten jeweils eine Wanderung um den
Hochgrat bei Steibis an. Geplant ist eine anspruchsvolle Bergwanderung
mit einer Gehzeit von etwa sechs Stunden und eine Familienwanderung
mit Kindern. Die Anfahrt nach Steibis wäre mit dem Bus, Kosten rund 16
Euro pro Person. Interessierte werden gebeten, sich bis zum 5. Juli beim
Vorstand zu melden.
Christian Eberle zeigt seinem Praktikanten Baris Karagülle, wie die Mechanik zum Antrieb der Glocken funktioniert.
FOTO: JENNIFER KUHLMANN
Der Knopf, der Glocken zum Läuten bringt
Der 13-jährige Baris Karagülle macht ein Praktikum beim Turmuhrenspezialisten
Entwicklungskonzept zur
Konversion wird vorgestellt
Interessierte Bürger aus den betroffenen Gemeinden
sind heute Abend nach Sigmaringen eingeladen
MENGEN (sz) - Die Überraschung
war groß, als im Oktober 2011 im
Rahmen der Bundeswehrstrukturreform bekannt wurde, dass die Bundeswehrstandorte Mengen/Hohentengen und Sigmaringen geschlossen
werden. Mit gleich zwei Schließungen traf die Entscheidung des Verteidigungsministeriums den Landkreis
besonders hart. Um die Folgen der
Reform für die Raumschaft genauer
zu untersuchen, wurde aus den zehn
am stärksten betroffenen Städten
und Gemeinden ein gemeinsamer
Konversionsraum gebildet. Vertreter
aus Sigmaringen, Mengen, Hohentengen, Beuron, Bingen, Inzigkofen,
Krauchenwies, Scheer, Sigmaringendorf und Veringenstadt haben in ei-
nem Lenkungsausschusses unter
Vorsitz des Landkreises ein Kommunales Konversions-Entwicklungskonzept (KEK) im Landkreis Sigmaringen erarbeitet. Dabei wurden die
jeweiligen Standortstärken und
-schwächen beleuchtet und unterschiedliche Potenziale herausgearbeitet. Wesentlicher Bestandteil war
dabei die Beteiligung von Bürgern,
Wirtschaftsakteuren, Vereinen und
Verbänden. Zwischenzeitlich konnte
die rund zweijährige Arbeit in einen
Abschlussbericht mit Projektkonzeptionen münden. Diese Ergebnisse werden am heutigen Mittwoch um
19.30 Uhr in der Stadthalle in Sigmaringen vorgestellt. Interessierte Bürger sind dazu eingeladen.
Von Jennifer Kuhlmann
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MENGEN - Hoch hinaus geht es bei
Baris Karagülle während seines
Schulpraktikums. Der 13-jährige
Schüler der Sonnenlugerschule verbringt zwei Wochen im Handwerksbetrieb von Christian Eberle. Am
Dienstag hat er den Elektroinstallateurmeister auf den Turm der Martinskirche begleitet, um Zustand und
Funktion der Turmuhrenanlage zu
überprüfen. Eberle hat sich auf den
Einbau und die Wartung solcher Anlagen spezialisiert.
Baris ist ganz fasziniert von dieser
Arbeit und hört ganz genau hin, als
Eberle ihm erklärt, dass die Anlage
mit neuester Technik einen 40 Jahre
alten Elektromotor steuert und die
Glocken der Kirche nach der richtigen Programmierung ganz von alleine läuten. „Ich finde das total interessant“, sagt der 13-Jährige. Dass er als
Muslim gerade Ecken der katholischen Martinskirche sieht, die manches Gemeindemitglied nie zu Ge-
sicht bekommt, nimmt er gelassen
zur Kenntnis. Dabei hat ihm Eberle
gerade gezeigt, welcher Knopf an der
Anlage die Glocken auch ohne Programmierung läuten lässt. „Das ist
für Beerdigungen oder besondere
Gottesdienste notwendig“, erklärt
Eberle. Schließlich will er nicht für
jedes Läuten außer der Reihe extra
einbestellt werden. So könnte ein
Ministrant unkompliziert das passende Knöpfchen drücken.
Baris lernt, dass die Martinskirche erst im Zuge der Sanierung mit
dieser Technik ausgestattet wurde.
Christian Eberle hat sich besonders
gefreut, dass er diesen Auftrag übernehmen durfte. „Als Kirchengemeinderat ist es schon etwas Besonderes,
wenn man in der eigenen Kirche so
eine Anlage einbauen kann“, sagt er.
Die Geschichte der Martinskirche
kennt er ziemlich genau. „Natürlich
habe ich nicht die Zeit, mich über jede Kirche so gut zu informieren“, gesteht er. Sein Interesse für Turmuhren stammt aus seiner eigenen
Schulzeit in Laupheim. „Damals fand
ich es total spannend, dass die große
Uhr an unserer Schule durch ein
kleines Kästchen im Haus des Hausmeisters gesteuert wurde.“ So habe
er sich später auf diese Anlagen spezialisiert.
Ausbilder vermittelt Praktikum
„Ich wusste gar nicht, dass es so ein
Unternehmen in Mengen gibt“, gibt
Klassenlehrer Krischan Hillenbrand
zu. Dabei kommen die Lehrer der
Sonnenlugerschule beim Besuch der
Praktikanten ganz schön herum. Vermittelt hat das Praktikum übrigens
nicht die Schule, sondern Joachim
Treiber, der als Ausbilder den Bereich Elektrotechnik bei der Bildungsakademie in Tübingen vertritt.
Zwei Wochen lang haben die Achtklässler der Sonnenlugerschule im
April unterschiedliche handwerkliche Berufe kennengelernt. „Weil mir
das so viel Spaß gemacht hat und die
Übungen gut geklappt haben, hat er
mir geraten, mein Praktikum hier in
Mengen zu machen“, sagt Baris Karagülle. Seine Eltern seien zwar zunächst ähnlich ungläubig gewesen
wie sein Klassenlehrer, hätten ihn
aber dann zum Praktikum ermuntert. „Sie meinten, ich soll das auf jeden Fall ausprobieren.“
Abgesehen von der Besteigung
des Kirchturms hat ihm noch etwas
anderes besonders gut gefallen:
„Gestern haben wir in einem alten
Haus einen kompletten Zähler ausgebaut“, erzählt er. Auch Technik, die
in jedem Gebäude zu finden ist, interessiert ihn. „Im Moment könnte ich
mir schon vorstellen, Elektriker zu
werden“, sagt er. „Aber das dauert ja
noch einige Zeit.“
Dass Mathe sein Lieblingsfach ist
und er vorhat, auch die zehnte Klasse
zu besuchen, sind dabei gute Voraussetzungen. „Aber bei einem künftigen Auszubildenden wäre mir handwerkliches Geschick und Verständnis wichtiger, als ein Abschlusszeugnis“,
sagt
Christian
Eberle
ermunternd.
Torwartlegende Jens Lehmann besucht Schunk
Der Markenbotschafter überrascht viele Mitarbeiter direkt am Arbeitsplatz
MENGEN (sz) - Erstaunte und begeis-
SZ und Ehoch4 verlosen
einen Platz im Zeppelin
MENGEN (jek) - Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Europäischen Erlebnis- und Gewerbeparks für erneuerbare Energien
(Ehoch4) in Hohentengen und der Deutschen Zeppelin Reederei
Friedrichshafen bietet die Schwäbische Zeitung am Samstag, 4. Juli,
zwei Zeppelinfahrten über Mengen an. Wer beim Gewinnspiel mitmacht, hat sogar die Chance, umsonst mitzufliegen. Der erste Start ist
um 9 Uhr, der zweite um etwa 9.35 Uhr. Der Zeppelin wird jeweils mit
elf Passagieren 30 Minuten über Mengen fliegen. Um am Gewinnspiel
teilzunehmen, muss folgende Frage richtig beantwortet werden: Wie
heißt die ehemalige Kaserne, auf deren Gelände sich jetzt der Ehoch4Park entwickelt? Die richtige Antwort muss heute unter Telefon
01379/88 62 14 (legion, 50 Cent/Anruf aus dem Festnetz der DTAG)
genannt werden. Das Los entscheidet, der Gewinner wird telefonisch
benachrichtigt. Wer kein Glück hat, kann für 210 Euro einen regulären
Platz im Zeppelin buchen. Dies ist unter Telefon 07541/590 00 oder im
FOTO: PRIVAT
Internet unter www.zeppelin-nt.de möglich.
terte Gesichter gab es in der vergangenen Woche bei den Mitarbeitern
der Firma Schunk in Mengen. Zu einem Symposium über smarte Fertigungsprozesse hatte der Entwickler
und Hersteller von Spanntechnik
und Greifsystemen auch seinen Markenbotschafter, die Torwartlegende
Jens Lehmann, nach Mengen eingeladen.
Was die Mitarbeiter nicht wussten: Jens Lehmann war nicht nur zu
der exklusiven Kundenveranstaltung, sondern auch zu einem in der
Geschichte des Werks Mengen einmaligen Mitarbeiterevent gekommen. In einer von Sky Champions
League Chefreporterin Jessica Kastrop moderierten Talkrunde berichtete der Weltklassetorhüter vor dem
versammelten Schunk-Team aus
Mengen von seiner Karriere, vom legendären Spickzettel im WM-Viertelfinale gegen Argentinien, von seinen Erfahrungen als Markenbotschafter und von seinem Verhältnis
zur Technik.
Sportler beantwortet Fragen
Spätestens als Lehmann voll Anerkennung den Pokal in der Hand hielt,
den das Team aus Mengen erst kürzlich bei einem Fußballturnier der gesamten Schunk-Unternehmensgrup-
pe nach Oberschwaben holte, war
klar, dass Jens Lehmann ein Star zum
Anfassen ist. Bei einem Rundgang
durch den Betrieb überraschte der
sympathische Sportler viele Mitarbeiter unmittelbar an ihrem Arbeitsplatz, gab Autogramme, ließ sich gemeinsam mit ihnen fotografieren
und beantwortete individuelle Fra-
gen. In der anschließenden Talkrunde auf dem Kundensymposium unterstrich Jens Lehmann, dass er als
Markenbotschafter sehr gerne ein
Teil des weltweiten Schunk-Teams
sei.
Immer wieder habe er feststellen
können, dass die Mitarbeiter bei
Schunk eine starke Identifikation mit
Die Torwartlegende Jens Lehmann besucht das Team von Schunk in Mengen.
ihrem Unternehmen zeigten, betonte Lehmann und erinnerte sich an
seine Fußballkarriere: „Die Mannschaften, die eine hohe Identifikation mit ihrem Club gezeigt haben, waren immer besonders erfolgreich.“
Man darf also gespannt sein, welchen Titel das Familienunternehmen
als Nächstes nach Hause bringt.
FOTO: PRIVAT
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