Eine Handreichung zur interkulturellen Begegnung in der Schule

Eine Handreichung zur
interkulturellen Begegnung
in der Schule
Für
nen
Schülerin r
le
und Schü
ab der
7. Klasse
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Inhalt
Vorwort3
Fluchtursachen – kritisch nachgefragt
4
Asylmechanismen6
Ein Perspektivwechsel
8
Interkulturelles Lernen
9
Spielregeln: Interkulturelles Mau-Mau / Hägar
19
Die Arbeit Don Boscos mit jungen Flüchtlingen in Deutschland
23
Impressum
Herausgeber:
Don Bosco Mission Bonn, 2016
Sträßchensweg 3
Telefon: +49 (0) 228-53965-20
E-Mail: [email protected]
www.donboscomission.de
V.i.S.d.P: Dr. Nelson Penedo
Redaktion: Benedict Steilmann, Cynthia Cichocki
Text: Benedict Steilmann
Gestaltung: Don Bosco Medien GmbH, München
Druck: Don Bosco Druck und Design, Ensdorf
Bildnachweis:
Titelseite: Umkehrer/iStockphoto.com; S. 4: fotopool/shutterstock.com;
S. 5, 15, 20: Raoul Kowolik/ Don Bosco Mission Bonn S. 13: skynesher/iStockphoto.com
Grafik „Wartesaal Deutschland“: Miriam Pyttel, Don Bosco Volunteers
Alle weiteren Fotos: Don Bosco Mission Bonn
Wir danken Myriam Pyttel, Katharina Stumpf, Veronika Schröter (StR),
David Bockhoff (StR), Dr. Susanne Franke und Jens Röskens für ihr Knowhow,
ihre guten Ratschläge und das Feedback.
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Liebe Pädagoginnen
und Pädagogen,
seit Monaten ist Flucht das vorherrschende Thema in deutschen
Medien. Waren es zunächst noch Zeitungsmeldungen und Nachrichten, die uns auf die steigende Zahl von Neuankömmlingen
hinwiesen, so gerieten doch bald die Flüchtlinge selbst in unser
Blickfeld. Leer stehende Gebäude in der Nachbarschaft oder eine Turnhalle wurden als
Unterkünfte umfunktioniert. Freunde und Nachbarn schalteten sich in die lokale Hilfe ein.
Sportvereine machten sich stark. Das Thema berührt die gesamte Gesellschaft.
Jetzt kommen auch immer mehr Kinder und Jugendliche in den Schulen an. Ohne
Deutschkenntnisse. Sie und ihre Eltern haben nicht nur ein anderes Konzept von Schule als wir. Sie sind auch andere Lebensweisen gewohnt – für ihre neuen Lehrerinnen,
Lehrer, Mitschülerinnen und Mitschüler ist das eine Herausforderung. Für einen sensiblen Umgang mit den neuen Mitschülerinnen und Mitschülern ist es wichtig, mehr über
die Menschen zu wissen, die nun bei uns leben, und ihre Situation besser zu verstehen.
Diese Arbeitshilfe unterstützt Sie darin, mit Ihren Schülerinnen und Schülern über
Flucht zu sprechen. Es geht um Perspektiven von Flüchtlingen, um Fluchtursachen
und um bürokratische Hürden, die Flüchtlinge in Deutschland nehmen müssen.
Vor allem aber möchten wir Ihnen einige Methoden aus dem interkulturellen Lernen
nahebringen, die Ihnen helfen sollen, Ihre Schülerinnen und Schüler für interkulturelle
Begegnungen zu sensibilisieren. Wir haben
diese Übungen und Modelle selbst vielfach in der Vorbereitung für junge Auslandsfreiwillige oder in Schulklassen angewendet. Sie machen Spaß und bereichern.
Wir wünschen Ihnen viel Freude, Erfolg
und spannende Begegnungen.
Ihr
Benedict Steilmann
Don Bosco macht Schule
Bildungsreferent
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Brückenbauer: Annäherung
durch Verständigung –
Don Bosco International
Youth Conference 2015
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Fluchtursachen
Fluchtursachen –
kritisch nachgefragt
Aylan hieß der Junge, der Anfang September 2015 tot an den Strand gespült wurde.
Er ertrank auf der Flucht nach Europa. Sein Foto führte uns das ganze Ausmaß einer
stillen Katastrophe vor Augen. Menschen nehmen ungeheure Gefahren in Kauf, weil
sie ihre Heimat als noch gefährlicher einschätzen. Für eine Perspektive der Sicherheit
setzen sie alles aufs Spiel. Viele scheitern. Das geschieht seit Jahren. Aber erst im
vergangenen Sommer rückte es in das öffentliche Blickfeld.
Wenn wir heute von der Flüchtlingskrise sprechen, meinen wir damit meist die Herausforderung für unsere Gesellschaft. Die darf in ihrem Ausmaß nicht unterschätzt werden. Aber ist es nicht zuerst die Krise der Menschen, die auf der Flucht sind? Warum
fliehen sie? Wie entsteht Armut? Warum führen Menschen heute Krieg und warum
gibt es immer noch Regimes, die Menschen unterdrücken und verfolgen?
Buchstäblich barfuß in ein neues Leben –
Flucht nach Europa
4
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Fluchtursachen
In unserer globalisierten Welt geschieht kaum noch etwas isoliert vom
Rest der Welt. Auch wir müssen unsere
Rolle überprüfen. Haben wir nicht
Anteil an Armut und Ungerechtigkeit,
wenn europäisches Gemüse auf Märkten im Senegal billiger ist als das einheimische? Was sagen wir dazu, wenn
der Milchüberschuss aus EU-Ländern
Europa unterbietet afrikanische Bauern.
in Pulverform in Burkina Faso unterm
Preis verkauft wird und lokale Bauern und Molkereien in den Ruin treibt? Darf man kongolesischen Rebellen Tropenholz abkaufen, die mit dem Erlös einen Bürgerkrieg finanzieren? Wo kommen die Waffen her, die Menschen in Syrien töten oder in die Flucht
treiben? Oder zugespitzt: Wie kann es sein, dass 62 Menschen soviel Geld besitzen wie
die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung?1
Angenommen, wir tragen Mitverantwortung an der Flüchtlingskrise – wie gehen wir
Bürger damit um? Mit Papst Franziskus heißt Solidarität, das Gemeinschaft wichtiger
ist als der Reichtum einiger Weniger. Es heißt, die Ursachen von Armut und Ungleichheit zu bekämpfen. Und es ist ein Weg, Geschichte zu gestalten.2 Ist Solidarität nicht
der Weg, die Vision einer gerechten Gesellschaft umzusetzen?
Ehrenamtliches Engagement, um Flüchtlingen – Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen
– ihren Neuanfang in Deutschland zu erleichtern, hilft nicht nur den Betroffenen. Es ist
auch ein authentisches Zeichen an alle, die anders denken, eine Gegenbewegung zu
den Akteuren am rechten Rand. Was wir aber tun müssen, um Geschichte zu gestalten,
ist eine andere Frage. Ein Anfang könnte es daher sein, unsere neuen Nachbarn kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Wer sie versteht, versteht auch
etwas mehr von der Welt – und kann danach handeln.
Diese Zahl veröffentlichte Oxfam im Januar 2016. Im Vorjahr waren es noch 80 Einzelpersonen,
die genauso viel besaßen, wie die ärmere Hälfte der Menschheit.
1
Papst Franziskus vor den TeilnehmerInnen am Welttreffen der sozialen Bewegungen
in der alten Synodenaula in Rom, am 28. Oktober 2014. Zitiert nach Fendel, Kern, Ramminger:
„Tun wir nicht so als sei alles in Ordnung!“, Münster 2014, S. 148.
2
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Asylmechanismen
Asylmechanismen
Asylmechanismen
6
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Asylmechanismen
7
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Ein Perspektivwechsel
„Mit der Zeit bin ich deutscher geworden –
ich halte mich jetzt mehr an Regeln.“
Hossein Zadeh, Afghanistan3
Ein Perspektivwechsel
Die öffentliche Debatte über Flüchtlinge in Deutschland dreht sich meistens darum,
wie wir den Ansturm bewältigen. Wie jedoch die Leute, die bei uns eine neue Heimat
suchen, die Unsicherheit über ihren Status und die vielen neuen Eindrücke bewältigen,
wird weitaus seltener berichtet. Ein Freiwilliger von Refugees Emancipaton in Berlin
erzählte uns im November 2015, dass sich jemand in seiner Unterkunft das Leben
genommen habe, weil er die Angst vor der Abschiebung nicht mehr aushielt. Erst im
Januar 2016 verübte ein junger Afghane in Zwickau Selbstmord, angeblich wegen
persönlicher Probleme.4
Es gibt zum Glück auch viele positive Beispiele, wie die folgenden Quellen zeigen (alle
zuletzt besucht am 21. Januar 2016). Einige machen aber auch nachdenklich und geben
Einblick in die Herausforderungen, mit denen Flüchtlinge in Deutschland zu kämpfen
haben oder lassen auf ihr Leben vor der Flucht schließen.
1. h
ttp://www.deutschlandfunk.de/fremde-neue-heimat.2552.de.html
„Fremde neue Heimat“ – Schlagwortartige Portraits von Flüchtlingen jeden Alters
2. h
ttps://www.tagesschau.de/inland/reportage-eindruecke-deutschland-101.html
„Andere Länder, andere Sitten“ – Kurzportraits (Fluchtgründe und die Wahrnehmung von Deutschland)
3. h
ttp://www.bento.de/politik/fluechtlinge-zeigen-gegenstaende-aus-deutschland-19447/
„Flüchtlinge zeigen, was sie mit Deutschland verbinden“- Was typisch deutsch ist
Vorgehen:
3
4
•
Diskutieren Sie mit Ihren SuS positive und negative Aspekte, die von den
portraitierten Menschen genannt wurden. Was könnte Flüchtlinge außerdem
herausfordern oder vor Probleme stellen?
•
Lassen Sie Ihre SuS erzählen, welche Erfahrungen Sie bereits gemacht haben.
Vielleicht fühlen sich SuS, die ebenfalls eine Fluchtgeschichte haben, ermutigt,
ihre eigenen Eindrücke beizusteuern.
•
Wenn aus der Klasse wenig Input kommt, ziehen Sie die Grafik über die
Asylmechanismen hinzu (S. 6/7). Überlegen Sie, was hinter diesen regulierten
Abläufen steckt.
Zitiert nach „Andere Länder, andere Sitten“, tagesschau.de vom 22.9.2015
www.wochenendspiegel.de/selbstmord-asylbewerber-17-liess-sich-ueberfahren/, zuletzt besucht am 21. Januar 2016.
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Interkulturelles Lernen
Interkulturelles Lernen – kulturelle
Stolpersteine aus dem Weg räumen
Misstrauen gegenüber Angehörigen fremder Völker ist tief in unserer Kultur
verwurzelt. „Die Taxifahrer in … fahren immer Umwege.“ Oder: „Die Straßenhändler
schlagen immer was drauf.“
Wenn Kinder oder Jugendliche ohne Deutschkenntnisse plötzlich in der Klasse
auftauchen, werden Toleranz und Akzeptanz auf die Probe gestellt. Auf beiden Seiten.
Häufig geht es trotzdem gut. Die kulturellen Stolpersteine fallen gar nicht weiter auf.
Die „Neuen“ sind erst mal da und laufen einfach mit. Die Klasse geht offen und
gelassen auf sie zu. Und vielfach gibt es ja bereits Mitschüler mit Migrationshintergrund, die es auch irgendwie geschafft haben. Aber genauso oft hakt es. Das liegt
dann in der Regel daran, dass beide Seiten irritiert sind. Und sei es nur über die Art
und Weise, aus einer Flasche zu trinken.
Im Folgenden stellen wir Ihnen zwei Übungen und zwei Modelle vor, die zeigen, wie
vielschichtig Kulturen sind, inklusive der eigenen. Die Übungen machen sensibel für
den Umgang mit Fremdheit und eben den Fremden und bieten sogar Chancen für
Konfliktlösungen.
1. „Hägar“: Interkulturelles Mau-Mau
im Spielsalon der Begegnung
In diesem Kartenspiel werden die Spielerinnen und Spieler auf das kulturelle Glatteis
geführt. Ohne es zu wissen spielen die SuS an fünf verschiedenen Spieltischen nach
fünf verschiedenen Regeln Mau-Mau. Sobald ein Spieler den Tisch wechselt, gerät
seine Welt aus den Fugen. Und das ist die Erfahrung, um die es in dieser Übung geht:
Was zuhause als sicher und bekannt gilt, hat anderswo keine Bedeutung mehr. Kumuliert führen solche Momente in der Wirklichkeit zum Kulturschock.
•
Zeitaufwand:
E
ine Doppelstunde
inklusive Nachbereitung
Material:
•
•
•
•
•
ünf Tische und Stühle
F
gemäß der Klassenstärke
Fünf Kartenspiele (Skatblatt)
Kopien mit Spielregeln (s. Seite 19-22)
Vier bis fünf Stellwände
Streichhölzer oder Holzperlen
9
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Interkulturelles Lernen
Stellen Sie fünf Tische im Raum auf. Teilen Sie die Anzahl der SuS gleichmäßig auf diese
Tische auf. Bestimmen Sie außerdem 4-5 Beobachter für den Hintergrund. Wenn irgendwie möglich setzen Sie Stellwände als Raumtrenner zwischen den einzelnen Tischen ein.
(Es verstärkt die Wirkung, wenn die SuS zwar alles hören können, aber nicht sehen.)
Anmoderation und Spielverlauf:
„Herzlich willkommen im Spielsalon der Begegnung. Ihr seid hier zum
Kartenspielen eingeladen. Das ist eine jahrhundertealte Spielform,
die immer schon für Kontaktaufnahme und Kommunikation zwischen
den Völkern stand.
Ihr reist gleich von Tisch zu Tisch und trefft immer wieder auf
fremde Leute, die ihr beim Spielen näher kennenlernt.
Auf den Tischen liegen Streichhölzer, die ihr als Punkte ausgeben könnt.
Ihr habt zehn Minuten Zeit, euch warmzuspielen. Danach werden die Regeln
eingesammelt und es geht los. Dann darf keiner mehr reden. Ihr dürft nur
noch ein einziges Wort verwenden: „Hägar“.
Ihr spielt eine gute halbe Stunde. Ich sage an, wenn jemand zu einem
anderen Tisch reist.
Verteilt euch auf die Spieltische, sodass überall gleichviele sind.
Sobald ihr an den Tischen sitzt, verteile ich die Spielregeln.
Nach dem Spiel machen wir eine Pause.
Danach werten wir gemeinsam aus.“
Sagen Sie nicht mehr! Die Spielerinnen und Spieler dürfen jetzt auf keinen Fall erfahren,
dass jeder Tisch nach eigenen Regeln spielt. Wenn jemand fragt, müssen Sie leider
flunkern. Am besten wiegeln Sie ab: „Ja, das ist fast wie Mau-Mau, aber vorrangig geht‘s
darum, dass ihr einfach von Tisch zu Tisch zieht und immer wieder neue Leute trefft.“
Sammeln Sie nach den ersten zehn Minuten Probespielen die Regeln unauffällig und
beiläufig ein. Wenn sich jemand beschwert, blocken Sie das resolut ab. („Wieso, das
habe ich doch angekündigt.“) Wenn Sie das nicht tun, verpufft der Effekt, sobald ein
Neuankömmling das Blatt in die Finger bekommt.
Unterbrechen Sie den Spielverlauf regelmäßig, sobald alle Tische wieder ein oder zwei
Spiele durchgebracht haben. Schicken Sie die Gewinner jedes Spieltisches einen Tisch
weiter. Im Uhrzeigersinn. Lassen Sie insgesamt vier Mal wechseln.
Nach den Wechseln sind Sie immer wieder gefordert, das Sprechverbot durchzusetzen.
Nämlich dann, wenn die ersten begreifen, dass etwas falsch läuft. „Hägar“ kann dabei
je nach Gesichtsausdruck, Betonung und Lautstärke zahlreiche Bedeutungen erhalten
und Gesten unterstreichen. Und es sorgt für Komik.
Die Spielregeln finden Sie als Kopiervorlage auf Seite19-22.
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Interkulturelles Lernen
Auswertung (im Plenum):
1. (An die Spieler und gesondert an die Beobachter:) Was war seltsam?
2. (An die Spieler und gesondert an die Beobachter:) Was war gut?
3. Wie habt ihr reagiert, als etwas komisch war?
4. Was hat euch geholfen, um mit der Situation zurechtzukommen?
5. Hat sich jemand ganz bewusst eine Strategie überlegt, um klarzukommen?
Für den Transfer:
6. W
as könnte ähnlich ablaufen, wenn sich Menschen
aus verschiedenen Kulturen begegnen?
7. Habt ihr schon mal einen „Hägar-Moment“ erlebt?
8. W
elche der Erfahrungen und Reaktionen, die ihr genannt habt,
lassen sich wohl finden, wenn Menschen aus verschiedenen Kulturen
zum ersten Mal aufeinander treffen?
9. W
elche von euren Strategien nützen vielleicht bei einer Begegnung
zwischen Kulturen?
2. Typisch Deutsch – Eine Wertehierarchie
Kultur ist niemals homogen. Diese kleine Übung zeigt, dass es „den Deutschen an sich“
nicht gibt. Und ergo auch nicht „den Afghanen, den Syrer, den Serben oder den Eritreer“.
•
Zeitaufwand:
C
a. 20-25 Minuten
Ablauf:
•
L
assen Sie die folgenden Werte von den SuS in eine Reihenfolge nach ihrer
Wichtigkeit bringen. Entschuldigungen gelten nicht. Jeder Schüler muss
zu einer eindeutigen Entscheidung kommen.
Hilfsbereitschaft,
Ordnung, Selbstvertrauen,
Gehorsam, Bescheidenheit,
Familienbindung, Disziplin,
Selbständigkeit, Respekt
vor dem Alter, Ehrlichkeit,
Gute Manieren, Religion,
Gastfreundschaft
•
eder vergibt auf einer Liste
J
individuell Punkte von 1-13. Jede
Zahl darf nur einmal vergeben
werden. Fragen Sie anschließend
reihum die Ergebnisse ab und
halten Sie an der Tafel die Punkte
fest, notieren Sie aber auch die
Spannen in der Punktevergabe.
z. B. Platz 3:
Freundschaft =
213 Punkte gesamt
Spanne: 4 bis 10 Punkte
11
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Interkulturelles Lernen
Auswertung:
Diskutieren Sie das Ergebnis mit Ihren SuS. Es zeigt erstens, dass es keine absolute
Einigkeit über die Wertehierarchie gibt und zweitens, wie unterschiedlich hoch selbst
innerhalb einer vergleichsweise kleinen Gruppe die einzelnen Werte angesehen sind.
Im Anschluss erfolgt die Transferleistung auf fremde Kulturen.
3. Die Analogie des Eisbergs5
Vorschnelle Urteile über Fremde sind mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Je besser
wir eine fremde Kultur kennenlernen, desto mehr verstehen wir sie auch.
Kultur besteht aus sichtbaren und unsichtbaren Merkmalen. Sichtbar sind zum Beispiel
Begräbnissitten oder Hochzeitsrituale. Unsichtbar sind der Umgang mit Trauer oder
das Verständnis von Partnerschaft. Die entscheidenden Kulturelemente liegen unsichtbar unter der Wasseroberfläche. Edward T. Hall6 vergleicht Kultur deswegen mit einem
Eisberg. Wer sich nur an den sichtbaren Teilen orientiert, dem droht der Zusammenstoß.
Bekannte Bereiche
Kulturelle Ebenen,
deren wir uns relativ
bewusst sind
Äußeres Verhalten,
Handlungsweisen,
Sitten und Gebräuche,
Sprache, Geschichte
Emotionell
wichtige
Bestandteile
Unbekannte Bereiche
Kulturelle Elemente,
deren wir uns weniger
bewusst sind
Werte, Annahmen,
Weltanschauungen,
Denkweisen
Emotionell
sehr wichtige
Bestandteile
Emotionell
extrem wichtige
Bestandteile
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Interkulturelles Lernen
Gleiches tun
heißt nicht, dass
alle das Gleiche
verstehen.
Praktische Entsprechungen für die bekannten Bereiche sind zum Beispiel:
Literatur, Theater, Klassische Musik, Unterhaltungsmusik, Folklore, Volksfeste, Spiele,
Sport, Essen, Kleidung, Begräbnissitten, Umgang mit Haustieren und andere Rituale.
Praktische Entsprechungen für die unbekannten Bereiche sind zum Beispiel:
Schamgefühl, Schönheitsideal, Erziehungsideale, Verhältnis zu Tieren, Frauenbild, Definition von Sünde, „Balzverhalten“, Verständnis von Gerechtigkeit, Arbeitsmotivation,
Selbstkonzept, Bedeutung von Mimik und Gestik, Zeitwahrnehmung, Verpflichtungen,
Sauberkeitsbegriff und Respekt.
Ein interessanter Nebenaspekt dieses Modells ist, dass ähnliche Grundwerte bei
unterschiedlichen Lebensbedingungen anderes Verhalten nach sich ziehen. Sparsamkeit führt in wasserarmen Gegenden zu einem anderen Waschverhalten. In Kulturen,
die nicht von Wassermangel geprägt sind, wirkt dieses Waschverhalten unsauber oder
ungepflegt. Die Notwendigkeit, Wasser zu sparen, ist nicht geläufig. Gleichwohl gilt
aber auch hier Sparsamkeit als wichtige Tugend, sodass eigentlich mehr Nähe
vorhanden ist, als auf den ersten Blick sichtbar.
Vorgehen:
rklären Sie das Prinzip und überlegen Sie mit den SuS, was Fremde von
• E
der deutschen Kultur sehen können und was nicht. Die SuS füllen den leeren
Eisberg (z. B. an der Tafel, am Overhead-Projektor) mit Inhalten.
uS führen sich Beobachtungen bei Kulturen (z. B. im Urlaub, bei Nachbarn)
• S
vor Augen und spekulieren, was zugrunde liegen könnte, immer unter der
Prämisse des Nicht-Wissens. Beziehen Sie dabei SuS mit Migrationshintergrund
ein und lassen Sie sie ggf. erklären, welche Unterschiede sie bei
Verwandten und Bio-Deutschen wahrnehmen.
Es besteht eine ganze Reihe von Kulturmodellen, die unterschiedliche Aspekte von Kultur und interkultureller Begegnung beleuchten. Wir möchten an dieser Stelle auf die Kulturdimensionen nach Geert
Hofstede verweisen, die Mentalitäten auf grundlegende menschliche Verhaltensmuster zurückführen.
Das Konzept ist jedoch komplex. Deutlich einfacher und anschaulicher ist das Eisbergmodell, das auf den
amerikanischen Kulturwissenschaftler Edward T. Hall zurückgeht.
5
Vgl. z. B. in: Gesa Krämer und Stephanie Quappe, Interkulturelle Kommunikation mit NLP – Einblick in
fremde Welten, Berlin 2006
6
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Interkulturelles Lernen
4. Das Werte- und Entwicklungsquadrat
nach Schulz v. Thun –
Die zwei Seiten einer Medaille
Dieses Modell bietet die Chance, es an der Praxis zu erproben: Es geht um das Infrage
stellen des Selbstbildes und das Umdeuten von Konfliktsituationen. Mit dem Wertequadrat lässt sich die andere Seite einer jeden Medaille zeigen.
Die Theorie7:
Jeder Tugend steht eine Schwesterntugend zur Seite, ohne die es zu einem Ungleichgewicht käme. Zwischen diesen beiden Tugenden besteht ein Spannungsverhältnis,
das ausgehalten werden muss. Sonst verkommt eine der beiden Tugenden zu seiner
entwerteten Übertreibung.
Bei Schulz v. Thun beinhaltet das Modell noch einen Entwicklungsaspekt. Ist eine
Untugend zu sehr ausgeprägt, müsse sich der Betreffende in die Richtung der
Schwesterntugend entwickeln. (Pfeile)8 Ein Beispiel: Aus Sparsamkeit würde Geiz,
wenn sie nicht durch Großzügigkeit ausgeglichen würde. Umgekehrt verkäme der
Großzügige zum Verschwender, hielte ihn die Sparsamkeit nicht davon ab.
Wir selbst sehen uns gerne als Träger von Tugenden an, unser Gegenüber aber, insbesondere im Konfliktfall, als Träger von Untugenden. Sind wir selbst vorsichtig, werten
wir die Kühnheit des anderen als Leichtsinn ab. Im tiefsten Unterbewusstsein fürchten
wir uns allerdings selbst davor, feige zu sein.9
Regenbogen-Qualitäten
(durch Integration der Gegensätze)
Tugend A
komplementärer Gegensatz
Schwestertugend B
Entwicklungsrichtung
des Guten zuviel
Untugend infolge
Übertreibung A
7+8
des Guten zuviel
diametraler Gegensatz
Untugend infolge
Übertreibung B
http://www.schulz-von-thun.de/index.php?article_id=72
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Interkulturelles Lernen
Das Modell leistet zweierlei:
1. E
s führt uns vor Augen, welches Konfliktpotenzial in interkulturellen Begegnungen
vorhanden ist. Besonders, wenn wir auf Fremdes ablehnend und geringschätzig
reagieren, ohne zu ahnen, dass auch wir kritisch beäugt werden.
Ein Beispiel: Unsere schon sprichwörtliche deutsche Genauigkeit wird bei Menschen
anderer Völker schnell zur verbissenen Pedanterie, während die aus deutscher Sicht
vielleicht abschätzig betrachtete Ungenauigkeit oder Nachlässigkeit in südlichen
Ländern genauso gut auch große Flexibilität und Gelassenheit bedeuten kann.
2. D
as Wertequadrat ist ein Instrument, um Konflikte zu lösen. Wenn wir definieren,
was uns stört, und es umdeuten, erreichen wir eine andere Kommunikationsebene
und erzielen eine Chance auf Verständigung.
Sparsamkeit
Goßzügigkeit
Geiz
Verschwendung
Das bedeutet nicht, dass eine Untugend
nicht auch mal genau das sein kann, was
sie ist: ein unangenehmer, störender
Charakterzug. Im Regelfall braucht ein
Konflikt aber mindestens zwei Parteien,
eine Lösung erfordert Dialog.
Nein, sie streiten
nicht. Aber Lösungen
werden im Dialog
gefunden.
Diese kluge Beobachtung stammt nicht von uns. Wir entdeckten sie bei
http://www.lehrer-online.de/446965.php, zuletzt besucht am 21. Januar 2016.
9
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Interkulturelles Lernen
Weitere Beispiele, gerade im interkulturellen Bereich, sind:
Ehrlichkeit
Takt und
Sensibilität
Fleiß
Das Leben
genießen
Brutale
Offenheit
Höfliche
Fassade
Verbissenheit und
Überforderung
Faulheit
Pünktlichkeit
Flexibilität
Organisationstalent
Improvisationstalent
Verkrampftheit
Ohne jedes
Zeitgefühl
Kontrollwahn
Chaotisch
Zurückhaltung
Freundlichkeit
Skepsis
Offenheit
Verschlossenheit
Überschwang und
Distanzlosigkeit
Ablehnung
Naivität
Pflichtbewusstsein
Gelassenheit
Zielstrebigkeit
Gelassenheit
Besessenheit
Völlig
unzuverlässig
„Karrieregeilheit“
Tagträumerei
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Interkulturelles Lernen
Kopiervorlage
„Ihr Deutschen wisst nicht,
wie man feiert.“10
Karoline Meyer leitet die Theater-AG an einer Gesamtschule im Ruhrgebiet.
Die 12 Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 16 Jahren haben in den
letzten Wochen hart geprobt und drei tolle Aufführungen gespielt. Deswegen
lädt Frau Meyer alle kurzerhand zu sich nach Hause ein, um den Erfolg zu feiern.
„Ich sorge für die Getränke, ihr für das Essen“, hat sie der Gruppe gesagt.
Verena und Anna sind die ersten. Sie bringen die Kartoffelchips mit der extrascharfen Geschmacksrichtung und eine große Tafel Schokolade mit, die sie sehr
lecker finden. Bilal und Mehmet kommen als nächste und schleppen eine riesige
Tupperdose mit Sigara Börek an. Als Frau Meyer erstaunt fragt, ob sie die selber
gemacht haben, sagt Bilal: „Ja, bei uns in der Küche, es riecht noch alles nach
Bratfett.“ Jekaterina hat mindestens genauso viele Piroschki gemacht, Sakis balanciert eine große Schüssel mit einem bunten griechischen Salat und von Leyla
kommen Baklava zum Nachtisch.
Julia hat einen Schoko-Kuchen aus einer Fertigmischung gebacken. Paul hat zwei
Tüten Paprika-Chips mit und Alina und Agnes haben zuhause im Rausgehen noch
Butterkekse und Erdnussflips eingepackt. Jonas ist viel zu spät und hat gar nichts
dabei.
Als alles auf dem Wohnzimmertisch steht, sagt Mehmet ärgerlich: „Ihr Deutschen
seid so stinkfaul. Ihr habt echt keine Ahnung, wie man richtig feiert.“ Und Jekaterina ergänzt: „Das ist schlechtes Benehmen, hier mit…“, sie verzieht angewidert
das Gesicht, „…mit Butterkeksen und Backmischungen aufzutauchen.“ Leyla
grinst: „Woanders können sogar die Jungs Essen machen, bei deutschen Mädels
reicht es gerade noch zum Einkaufen.“
Jonas zuckt mit den Schultern und nimmt sich von den Börek. Agnes ist sauer:
„Na und? Das ist doch keine Hochzeit hier.“ „Was müsst ihr auch so ‘ne Welle
machen?“, ruft Paul. „Bleibt doch mal locker!“ Julia zischt böse: „Erstickt doch an
eurem Zeug. Muss ja keiner von dem Kuchen essen.“
Die Stimmung ist am Boden. Alle gehen früh nach Hause.
10
Nach einer wahren Begebenheit.
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Interkulturelles Lernen
Arbeitsvorschlag (gemäß der Methode des Forumtheaters)11:
• Lassen Sie den Konflikt im letzten Absatz szenisch darstellen.
Nur die Sprechrollen und Jonas sind aktiv.
berlegen Sie mit den SUS, welche Tugenden und Untugenden
• Ü
hier gegeneinander stehen.
• Nehmen Sie im Plenum mithilfe des Wertequadrates eine Umdeutung vor.
• Fordern Sie die SuS auf, sich zu überlegen, was die Protagonisten
des Konfliktes besser machen könnten.
tarten Sie einen zweiten Durchgang, bei dem jeder der SuS die Möglichkeit hat,
• S
einen der Schauspieler zu ersetzen, um die Szene zu verändern. Hier dürfen
auch Frau Meyer und die anderen Personen auftauchen und sich einschalten.
ie Regel dazu lautet: Wer einsteigen will, klatscht einmal laut und löst
• D
die betreffende Person auf der Bühne ab. Dann geht die Geschichte weiter.
Arbeitshilfen (gemäß der Methode des Forumtheaters):
Sicher lassen sich noch andere Aspekte in dieser Anekdote finden.
Wir haben als Hilfestellung diese Wertequadrate entwickelt:
Gutes Benehmen
Ungezwungenheit
Liebe zum Detail
praktisch
Gezwungenheit,
Verkrampftheit
Schlechtes
Benehmen
übereifrig
faul
stolz
bescheiden
Herzlichkeit
Zurückhaltung
selbstgefällig
befangen,
gehemmt
überwältigend
kühl, abweisend
Ergänzend:
Fragen Sie nach Konflikten aus dem Erfahrungsschatz der SuS,
die hier exemplarisch auf gleiche Weise behandelt werden können.
Eine Methode aus dem Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal.
Mehr Informationen z. B. unter http://sowi-online.de/praxis/methode/forumstheater.html_0.
11
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Spielregeln
Spielregeln im Spiel-Salon
der Begegnung!
„Hägar!“
– Auslandsfreiwillige
in der Vorbereitung
auf den
Einsatz
Kopiervorlage
01. Jede/r Mitspieler/In erhält fünf
Karten.
02. Eine Karte wird offen auf den Tisch
gelegt, der restliche Stapel verdeckt daneben.
03. Wie bei „Mau-Mau“ können Karten abgelegt werden:
Farbe auf Farbe (z.B. Kreuz auf
Kreuz...) und Bild auf Bild
(z.B. sieben auf sieben, Dame auf
Dame...).
Dann nimmt wiederum der/die
nächste zwei Karten auf.
07. Wenn eine Zehn gelegt wird,
darf der/die Spieler/In
zwei Karten an eine/n Mitspieler/
In freier Wahl abgeben.
08. Wer keine passende Karte ausspielen kann, nimmt die
oberste Karte vom verdeckten
Stapel. Kann auch diese nicht
gespielt werden, setzt der/die
Spieler/in eine Runde aus.
04. Der/Die kleinste Spieler/In fängt an.
05. Wird ein König gespielt, setzt der/ 09. Ist der Stapel der verdeckten
die nachfolgende Spieler/In eine
Runde aus.
06. Wird ein Bube gespielt, muss der/
die nachfolgende Spieler/In
eine Karte aufnehmen, es sei denn,
er/sie kann einen weiteren Buben
ausspielen.
Karten verbraucht, werden die
bereits gespielten Karten – außer
der zuletzt gespielten – gemischt
und wieder verdeckt auf den Tisch
gelegt.
10. Es gewinnt, wer als Erste/r nur
noch eine Karte auf der Hand hat.
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Spielregeln
Kopiervorlage
01. Jede/r Mitspieler/In erhält fünf Karten. 07. Wird ein König gespielt, wird das
Spiel in umgekehrter Richtung
02. Eine Karte wird offen auf den Tisch
gelegt, der restliche Stapel verdeckt
daneben.
03. Wie bei „Mau-Mau“ können Karten
abgelegt werden: Farbe auf Farbe
(z.B. Kreuz auf Kreuz...) und Bild auf
Bild (z.B. sieben auf sieben, Dame auf
Dame...).
04. Der/Die Spieler/In mit den hellsten
Augen fängt an.
05. Wenn eine Dame gespielt wird, darf
der/die nachfolgende Spieler/In eine
Karte freier Wahl spielen.
06. Wird ein Ass gespielt darf der/die
Spieler/In zwei Karten unter den Stapel zurückschieben.
gespielt.
08. Wer keine passende Karte ausspielen kann, nimmt die oberste
Karte vom verdeckten Stapel.
Kann auch diese nicht gespielt
werden, setzt der/die Spieler/in
eine Runde aus.
09. Ist der Stapel der verdeckten
Karten verbraucht, werden die
bereits gespielten Karten – außer
der zuletzt gespielten –
gemischt und wieder verdeckt
auf den Tisch gelegt.
10. Es gewinnt, wer zuerst seine/ihre
zweitletzte Karte ausspielt.
Interkulturelles
Lernen durch
Interaktion:
Junge Erwachsene
aus Deutschland,
Ägypten und
Vietnam
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Spielregeln
Kopiervorlage
01. Jede/r Mitspieler/In erhält fünf Karten.
02. Eine Karte wird offen auf den Tisch
gelegt, der restliche Stapel verdeckt
daneben.
03. Wie bei „Mau-Mau“ können Karten
abgelegt werden: Farbe auf Farbe (z.B.
Kreuz auf Kreuz...) und Bild auf Bild (z.B.
sieben auf sieben, Dame auf Dame...).
04. Der/Die älteste Spieler/In fängt an.
05. Wenn eine Dame gespielt wird, muss
der/die Spieler/In zwei Karten ziehen, es
sei denn, er/sie kann eine weitere Dame
ausspielen. Dann nimmt der/die nächste vier Karten auf.
06. Wird ein König gespielt, darf der/die folgende Spieler/In keine Karte ausspielen.
07. Wird ein Bube gespielt, darf der/die
Spieler/In direkt noch eine Karte
freier Wahl ausspielen.
08. Wer keine passende Karte ausspielen kann, nimmt die oberste Karte
vom verdeckten Stapel. Kann auch
diese nicht gespielt werden, setzt
der/die Spieler/in eine Runde aus.
09. Ist der Stapel der verdeckten
Karten verbraucht, werden die
bereits gespielten Karten – außer
der zuletzt gespielten – gemischt
und wieder verdeckt auf den Tisch
gelegt.
10. Es wird solange gespielt, bis der/
die erste Spieler/In keine Karten
mehr auf der Hand hat. Wer dann
noch die meisten Karten hat, hat
gewonnen!
Kopiervorlage
01. Jede/r Mitspieler/In erhält fünf Karten.
02. Eine Karte wird offen auf den Tisch
gelegt, der restliche Stapel verdeckt
daneben.
03. Wie bei „Mau-Mau“ können Karten
abgelegt werden: Farbe auf Farbe (z.B.
Kreuz auf Kreuz...) und Bild auf Bild (z.B.
sieben auf sieben, Dame auf Dame...).
04. Der/Die Spieler/In links von dem/der
Kartengeber/In fängt an.
05. Wenn ein Bube gespielt wird, wird das
Spiel in umgekehrter Richtung fortgesetzt.
06. Wird eine Dame gespielt, darf der/die
Spieler/In sich eine/n Mitspieler/In aussuchen und von ihm/ihr zwei Karten ziehen.
07. Wird eine Zehn gespielt, setzt der/
die nachfolgende Spieler/In eine
Runde aus.
08. Wer keine passende Karte ausspielen kann, nimmt die oberste Karte
vom verdeckten Stapel. Kann auch
diese nicht gespielt werden, setzt
der/die Spieler/in eine Runde aus.
09. Ist der Stapel der verdeckten Karten verbraucht, werden die bereits
gespielten Karten – außer der
zuletzt gespielten –
gemischt und wieder verdeckt auf
den Tisch gelegt.
10. Es gewinnt, wer als Erste/r keine
Karte auf der Hand hat.
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Spielregeln
Kopiervorlage
01. Jede/r Mitspieler/In erhält fünf
Karten.
02. Eine Karte wird offen auf den Tisch
gelegt, der restliche Stapel verdeckt
daneben.
03. Wie bei „Mau-Mau“ können Karten
abgelegt werden: Farbe auf Farbe
(z.B. Kreuz auf Kreuz...) und Bild auf
Bild (z.B. sieben auf sieben, Dame
auf Dame...).
04. Der/Die Spieler/In rechts
von dem/
der Kartengeber/In fängt an.
05. Wenn eine Sieben gespielt wird, muss
der/die Spieler/In zwei Karten ziehen,
es sei denn, er/sie kann eine weitere
Sieben ausspielen. Dann nimmt der/
die nächste vier Karten auf.
06. Wird ein Ass gespielt darf der/die
Spieler/In eine Karte unter den Stapel
zurückschieben.
07. Wird ein König gespielt, darf der/
die Spieler/In direkt noch eine Karte gleichen Symbols ausspielen.
08. Wer keine passende Karte
ausspielen kann, nimmt die
oberste Karte vom verdeckten
Stapel. Kann auch diese
nicht gespielt werden, setzt der/
die Spieler/in eine Runde aus.
09. Ist der Stapel der verdeckten
Karten verbraucht, werden die
bereits gespielten Karten – außer
der zuletzt gespielten – gemischt
und wieder verdeckt auf den Tisch
gelegt.
10. Es wird solange gespielt, bis der/
die erste Spieler/In keine Karten
mehr auf der Hand hat. Wer dann
noch die wenigsten Karten auf der
Hand hat, hat gewonnen!
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Die Arbeit Don Boscos mit jungen Flüchtlingen in Deutschland
Die Arbeit Don Boscos mit
jungen Flüchtlingen in Deutschland
Junge Menschen, die ihre Heimat verlassen und vor Hunger, Krieg und
Verfolgung oder Naturkatastrophen fliehen, sind in vielerlei Hinsicht
benachteiligt und gefährdet. Sie brauchen hierzulande Menschen, die
sich ihrer annehmen und sie begleiten. In verschiedensten Projekten
und Einrichtungen in ganz Deutschland bieten die Salesianer Don
Boscos jugendlichen Migranten, Asylbewerbern und Flüchtlingen, die ohne ihre Familie
nach Deutschland kommen, Hilfe bei der Organisation und Bewältigung ihres Alltags in
fremder Umgebung. Dazu gehören:
nterstützung bei der Klärung von rechtlichen Fragen (Statusklärung)
• U
• Hilfen beim Ausfüllen von Anträgen, bei Behördengängen und beim Erlernen
der deutschen Sprache
• Begleitung bis zum Erreichen eines Schulabschlusses
• Vermittlung von Praktikums- und Ausbildungsstellen sowie sonstigen
Qualifizierungsmaßnahmen
• pädagogische und seelsorgliche Begleitung
• Aufbereitung der Fluchterlebnisse mit therapeutischer Hilfe
• Gesundheitserziehung
Mit ihrer Arbeit führen die Salesianer Don Boscos und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Auftrag ihres Ordensgründers, des italienischen Priesters und Erziehers Johannes Bosco (1815 – 1888) fort, dessen Anliegen es war, junge Menschen ganzheitlich
zu begleiten und mit ihnen Perspektiven für eine gelingende Zukunft zu entwickeln.
Unser
Tipp!
Auf der zentralen Website der Salesianer Don Bosco in Deutschland
erhalten Sie einen Überblick über die aktuelle Arbeit des Ordens für junge
Flüchtlinge und Informationen zu unseren Qualitätsstandards und Leitlinien. www.donbosco.de/umf
Weitere Angebote von Don Bosco macht Schule:
lucht und Migration (Klasse 7-10)
• F
eltklasse: Zuflucht Bildung (Hg: Globale Bildungskampagne Deutschland,
• W
für alle Klassen)
röhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen! – Leben und Werk
• F
des Heiligen Don Bosco (Klassen 1-6)
ie Don Bosco – Mit den Füßen auf der Erde und dem Herzen im
• W
Himmel (Klassen 7-10)
www.donbosco-macht-schule.de
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Für die Jugend dieser Welt
Die Salesianer Don Boscos sind ein katholischer Orden, gegründet 1859 von dem italienischen Priester Johannes Bosco (1815 – 1888).
In 132 Ländern unterstützt die Ordensgemeinschaft Straßenkinder und Jugendliche aus
ärmsten Verhältnissen durch Schulunterricht,
Berufsbildung und Jugendarbeit. Um die
15.300 Salesianer und 148.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter (z.B. Lehrer und Sozialarbeiter) betreuen rund 16 Millionen Mädchen
und Jungen in 1.800 Niederlassungen weltweit.
In Deutschland setzen sich die Salesianer in 33
Ausbildungs- und Jugendzentren, Schulen und
Jugendbildungsstätten für Kinder und Jugendliche am Rande der Gesellschaft ein.
Don Bosco Mission mit Sitz in Bonn ist eine
Einrichtung des Ordens der Salesianer Don
Boscos. Wir vertreten die internationalen Anliegen des Ordens in Deutschland, koordinieren
dabei die Hilfsmaßnahmen und fördern das
Engagement für Kinder- und Jugendprojekte
weltweit. Im Fokus unserer Arbeit stehen be-
nachteiligte Kinder und Jugendliche. Weltweit
fördern wir jährlich ca. 500 Projekte für junge
Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, Glauben und sozialem Status. In Schulen, Ausbildungsstätten, Pfarreien
und Straßenkinderzentren arbeiten wir mit den
Salesianern Don Boscos vor Ort mit den betroffenen Jugendlichen zusammen. Die Sorge um
und die Anwaltschaft für junge Menschen in
Not- und Risikolagen stehen dabei im Vordergrund. Dabei orientieren wir uns an Don Bosco
und seiner Pädagogik der Vorsorge.
Mit unserer Arbeit möchten wir die Menschen
in Deutschland für die Belange von benachteiligten Kindern und Jugendlichen weltweit
sensibilisieren. Für Schulen bieten wir deshalb kostenlose Unterrichtsmaterialien an, mit
denen Schülerinnen und Schüler Kompetenzen
entwickeln können, um sich in der globalisierten Welt von heute zu orientieren und ihre
Verantwortung für eine gerechtere Gesellschaft
wahrzunehmen.
Spendenkonto | Konto 22378015 | Pax Bank Köln | BLZ 37060193 | IBAN DE92 3706 0193 0022 3780 15 | BIC GENODEDIPAX
ist ein Angebot von
www.donbosco-macht-schule.de
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Don Bosco Mission
Sträßchenweg 3 | 53113 Bonn
Tel. 0228-53965-20 | Fax 0228-53965-65
[email protected]
www.donboscomission.de
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