2.Filmtag gegen den Krieg - Oldenburger Friedensbündnis

Militärpropaganda
auf dem Rathausmarkt
Am 24. August 2015 findet zum 5. Mal ein Propagandatag der Bundeswehr auf dem Rathausmarkt statt. Tagsüber wirbt der „Karriere-Truck“ der BW, abends gibt es
warme Worte für die Truppe, begleitet von uniformem
Big Band Sound.
Schirmherr des Ganzen ist der lokale Miltärlobbyist
Thomas Kossendey, Ehrenpräsident der „Gesellschaft
für Wehr- und Sicherheitsplitik“. OB Krogmann assistiert beim Spenden sammeln für „Die Bundeswehr hilft
Kindern in der 3.Welt“, einem perfiden Imageprojekt
der Bundeswehr.
Veranstaltungstermin
Donnerstag, 27. August 2015, 20.00 Uhr
Kein Werben fürs Sterben
Film:
Ausgedient
D 2014, 80 Min.
Regie: Michael Richter
„Ausgedient“ ist die Geschichte von deutschen Soldaten, die aus dem Krieg kommen und so traumatisiert
sind, dass sie weder ihren Einsatz fortführen noch so
weiterleben können wie vorher.
2.Oldenburger
Filmtag
gegen den Krieg
Ort:
IBIS - Interkulturelle Arbeitsstelle
Klävemannstraße 16, Oldenburg
Eintritt: 6 €, erm. 4 €
Aktionen gegen die BW beim Hessentag in Hofgeismar 2015
Foto: Zgoll
Als Präsident der Oldenburgischen Landschaft bietet
sich Kossendey eine volksnahe Bühne, die er für sein
Engagement als Militarist ohne Uniform nutzen kann.
In einem Interview sagte er dazu: „In einigen Bevölkerungsgruppen gibt es - teils auch irrationale-Vorbehalte
gegen den offensiven Gebrauch militärischer Mittel“.
Daneben ist er seit 2014 Sprecher des „Beirats innere
Führung“ der BW beim Verteidigungsministerium. Von
der Leyen sagte beim Überreichen der Ernennungsurkunde: „Wir haben gewaltige Aufgaben vor uns - sowohl nach Innen, wie auch nach Außen“.
Kossendeys Büroleiter zu seiner Zeit als Staatssekretär im Verteidigungsministerium war Brigadegeneral
Johann Langenegger. Er ist Kommandeur der 1. Panzerdivision, deren Stabskompanie 2015 von Hannover
nach Oldenburg umzieht. Als „Eingreifdivision“ steht
sie für die Beteiligung der BW an Auslandseinsätzen.
Die Planungen dafür werden zukünftig auch von Oldenburg ausgehen. Die Stadt hat bereits eine Partnerschaft mit der Stabskompanie in die Wege geleitet.
Ein Projekt von:
Film: Ausgedient
Oldenburger Friedensbündnis
in Kooperation mit:
Donnerstag, der 27. August 2015
IBIS-Saal Klävemannstraße 16
Kontakt: www.filmriss-oldenburg.de
2.Oldenburger Filmtag
gegen den Krieg
Kriege mit Beteiligung der Bundeswehr sollen Normalität werden. Das ist die Politik von Bundespräsident
Gauck, Ministerin von der Leyen oder dem Oldenburger Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium
Thomas Kossendey.
Doch die Bevölkerung ist mehrheitlich gegen die Beteiligung an Auslandseinsätzen. Denn diese haben
nichts mit dem Schutz der Menschen in Deutschland,
aber viel mit wirtschaftlichen und geostrategischen
Interessen zu tun.
(Nie) Wieder Krieg
Von Deutschland geht wieder Krieg aus!
Bewaffnete Drohnen für die BW installieren den juristisch nicht zu ahndenden Mord. Deutschland als
weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur stabilisiert
autoritäre Regime wie Saudi-Arabien oder Algerien.
Offensive Bewerbung der BW an Schulen, in Arbeitsämtern, Stadien, im TV etc. soll Akzeptanz produzieren
und Rekruten für den mörderischen Job anwerben.
Dem dient seit 2015 auch der „Tag der Bundeswehr“,
bei dem Kinder kugelsichere Westen ausprobieren
oder auf Panzern herumklettern dürfen.
Donnerstag, 27. August, 20.00 Uhr
Film:
Ausgedient
D 2014, 80 Min.
Regie: Michael Richter
Aktuelle NATO-Militärmanöver unter Beteiligung der
BW in Polen und der Ukraine verschärfen die Krise mit
Russland.
Ob in Afghanistan, Kosovo oder Sudan – beteiligt
sich die Bundeswehr an Auslandseinsätzen, kommen
deutsche SoldatInnen zum Einsatz. Ihre Erlebnisse erreichen uns nur periodisch über die Medien. Doch wie
ergeht es ihnen nach den Einsätzen? Wie gehen die
Betroffenen mit den Militäreinsätzen ganz persönlich
um? Wieviel bleibt vom Einsatz im Kopf, wenn der Körper schon lange unversehrt zurückgekehrt ist?
Michael Richter lässt diese Fragen von denen beantworten, für die sie existenziell geworden sind. Im
Gegensatz zu denen, die sich auf ihren Dienst in Afghanistan vorbereiten, kommen jene zu Wort, deren
Traumata nie nachbereitet wurden. Vier Männer berichten von den Bildern, Geräuschen und Gerüchen,
die sie nicht loslassen und von der Gesellschaft, in die
sie sich nicht mehr einfügen können. Und sie berichten
auch, wie die Gesellschaft, die sie zunächst ausgesandt
hat, ihnen jetzt die Hilfe verweigert die sie bräuchten
– jetzt wo sie ausgedient haben.
Innerhalb der neu aufgestellten „NATO-Speerspitze“, einer Eingreiftruppe mit 5000 SoldatInnen, spielt
Deutschland neben den Niederlanden die führende
Rolle.
Regisseur Michael Richter dreht als Autor und Regisseur seit fünfzehn Jahren Reportagen und Dokumentationen fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen. Er lebt in
Hamburg.
Proteste gegen ein Bundeswehrcamp in Talokan im Norden
Afghanistans 2011. Die BW erschoss mehrere Menschen. (Reuters)
In Afghanistan hat die Eigendynamik des Militärischen
dazu geführt, dass die Bundeswehr mit gesuchten Verbrechern, Milizen und Warlords kooperierte und ihnen
vor dem Abzug die lokale Macht in die Hände legte.
Während der 12 Jahre andauernden Kampfeinsätze in
Afghanistan sind nicht etwa demokratische Kräfte gestärkt, sondern ethnische Konflikte geschürt und autoritäre Gewaltverhältnisse zementiert worden.
Aktionen gegen das Konzert der Bigband der BW beim Hafengeburtstag 2014 in Hamburg. Das Konzert musste abgebrochen werden.
Der “2. Filmtag gegen den Krieg“ legt mit „Ausgedient“
das Augenmerk auf die traumatischen Folgen des
Kriegseinsatzes bei den SoldatInnen. Dies korrigiert
das verharmlosende Bild, das die Werbung der BW
vermittelt.
„Mutter der Kompanie im Zelt-Einsatz“ (Bild-Zeitung). Von der
Leyen beim 1. Tag der Bundeswehr am 13.6.2015. (dpa)