Standpunkt

Standpunkt
Magazin zur Gesundheits- und Unternehmenspolitik
der Helsana-Gruppe Nr. 3 / September 2015
S. 3 → Gesundheitskosten
S. 6 → Health Technology
S. 8 → Innovative
S. 12 → Pharmazeutische
Anreize für effizientes
Assessment
Medikamente
Betreuung
Handeln helfen zu sparen
Nur eine breit abgestützte
Sie erfordern neue, adäquate
Sie senkt die Medikamenten-
Lösung hat Chance auf Erfolg
Preisbildungsmechanismen
kosten im Pflegeheim
Kosten steigen weiter an
Es ist leider ein Fakt: Die Krankenversicherungsprämien werden auch im kommenden Jahr steigen. Der
Trend stetig steigender Gesundheitskosten ist ungebrochen. Das Kostenwachstum hat sich sogar wieder
etwas beschleunigt. Besonders stark steigen in letzter
Zeit die Kosten bei den Spezialisten (Seite 3).
Ein weiterer wichtiger Grund für das anhaltende
Kostenwachstum ist die kontinuierliche Erweiterung des Leistungskatalogs der Grundversicherung.
Sie findet in Kombination mit einer teilweise eklatanten Überversorgung statt, beispielsweise in der
Radiologie. Um die Finanzierbarkeit einer qualitativ
hochstehenden Gesundheitsversorgung auch in
Zukunft zu sichern, braucht es eine permanente
Überprüfung des Leistungskatalogs mittels sogenannter Health Technology Assessments (Seite 6).
Sinkende Kosten und Transparenz hatte man sich
von der neuen Spitalfinanzierung erhoff t. Doch die
Hoff nung war vergebens, der Kostentrend ist ungebrochen. Die Prämien im Spitalzusatzversicherungsbereich müssen wieder angehoben werden.
Deshalb streben wir eine nachhaltige Verbesserung
des Preis-Leistungsverhältnisses mittels 360°-Spitalbeurteilung an, die einen gesamtheitlichen Blick
auf die Spitäler fördern soll (Seite 10).
Inhalt
3 Die Kosten können beeinflusst werden
Ungebrochener Trend stetig steigender Gesundheitskosten
6 Nur breit abgestützte Lösung hat Chance auf Erfolg
Mit HTA die Gesundheitsversorgung sichern
Gefahr droht auch bei den Medikamenten. Die Preise neuer, innovativer Medikamente, insbesondere
auch von Kombinationstherapien, sind horrend. So
sehr der medizinische Fortschritt zu begrüssen ist,
ohne adäquate Preisbildungsmechanismen drohen
Rationierung und eine massive finanzielle Mehrbelastung unserer Kunden (Seite 8).
8 Es braucht neue, adäquate Preisbildungsmechanismen
Preise für innovative Medikamente explodieren
10 Preis-Leistungsverhältnis gezielt verbessern
Spitalzusatzversicherung
12 Modell verdient Ausweitung auf weitere Kantone
Dass es auch anders geht, zeigt die Medikamentenversorgung in Pflegeheimen. Im Kanton Wallis helfen gemeinsame Empfehlungen von Apothekern,
Hausärzten und Pflegepersonal, die Kosten bei gleicher Versorgungsqualität zu senken (Seite 12).
Pharmazeutische Betreuung senkt Kosten im
Pflegeheim
Die Devise lautet offensichtlich immer noch «Maximum vor Optimum». Das ist aber falsch; das muss
sich ändern. Wir setzen uns weiterhin dafür ein,
dass die Qualität der medizinischen Versorgung
hoch und für alle zugänglich bleibt. Aber das kriegt
man auch für weniger Geld.
Wolfram Strüwe, Leiter Gesundheitspolitik
Impressum
Herausgeber:
Helsana-Gruppe
Kommunikation
Postfach, 8081 Zürich
Telefon +41 43 340 64 11
Telefax +41 43 340 02 10
[email protected]
helsana.ch/standpunkt
Der «Standpunkt» wird
mehrmals jährlich in Deutsch und
Französisch herausgegeben.
Empfänger sind Personen, die
sich mit gesundheitspolitischen
Fragen beschäftigen.
Redaktion:
Stefan Heini
Redaktionsschluss:
Ende Juli 2015
Bildquelle:
Titelseite Getty Images
Ungebrochener Trend stetig steigender Gesundheitskosten
Die Kosten können beeinflusst
werden
Die Krankenversicherungsprämien steigen Jahr für Jahr.
Geschmälerter Anreiz zur Übernahme von
Eine Folge des medizinisch-technischen Fortschritts, der
Eigenverantwortung
Alterung und unserer Ansprüche. Aber nicht nur: Richtig
gesetzte Anreize können die Kosten ohne Qualitätseinbusse senken.
Wolfram Strüwe
Leiter
Gesundheitspolitik
Ende September kommuniziert der Bundesrat die
Krankenversicherungsprämien des Folgejahres.
Ohnmächtig stellen Öffentlichkeit und Medien jeweils fest, dass diese scheinbar unaufhaltsam steigen. Letztlich sind die Prämien das Abbild der Leistungskosten – und diese liegen im mehrjährigen
Durchschnitt deutlich über der allgemeinen Teuerung. Für nächstes Jahr rechnet die Branche mit
einem Prämienanstieg von über 3 Prozent; der Kostentrend hat sich gegenüber der letzten Jahre wieder
etwas beschleunigt. Die Gründe für den Kostenanstieg sind vielfältig und bekannt. Griffige Massnahmen lassen sich im politisch geprägten und
massiv regulierten Gesundheitsmarkt nur schwer
durchsetzen; weitere Faktoren, die zum Kostenanstieg beitragen, sind die Konsequenz gesellschaftlicher und medizinischer Entwicklungen.
Wir werden immer älter
Dank medizinisch-technischem Fortschritt, Innovationen und neuen Medikamenten leben wir im
Durchschnitt immer länger. Auch wenn wir alle
diesen Fortschritt sowie bessere Heilungschancen
und eine steigende Lebensqualität nicht missen
möchten, so ist doch nicht von der Hand zu weisen,
dass diese Effekte auch einen wesentlichen Einfluss
auf die Kostenentwicklung haben. Wenn dies der
alleinige Grund für steigende Kosten wäre, könnte
man nichts dagegen einwenden.
Helsana Standpunkt 3·15
Ein klassisches Beispiel für «Moral Hazard»: Wer
Leistungen in Anspruch nehmen kann, ohne dafür
selber aufkommen zu müssen, nimmt tendenziell
mehr Leistungen in Anspruch. In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) führt dieser Effekt zu unvorsichtigem Verhalten oder zur
Inanspruchnahme unnötiger Leistungen zu Lasten
der Allgemeinheit. Um diesem Verhalten entgegenzuwirken, kennt die OKP eine Kostenbeteiligung in
Form von Selbstbehalt und Franchise. Diese Finanzierungsbeteiligung des Einzelnen an den Gesundheitskosten soll helfen, zu vermeiden, dass Unnötiges zu Lasten aller in Anspruch genommen wird.
Irgendwann aber endet diese individuelle Zahlungsverpflichtung und die Versicherung greift .
Dann ist der Preis einer medizinischen Leistung für
die Betroffenen null und das Moral-Hazard-Phänomen taucht wieder auf.
Umso schwerer wiegt die von Bundesrat Berset
angekündigte Streichung einzelner Wahlfranchisen (1000 Franken und 2000 Franken) sowie die
beabsichtigte Rabattkürzung bei den verbleibenden
Wahlfranchisen (1500 Franken und 2500 Franken).
So wird der beschriebene Effekt nur verstärkt.
Wenn diese Verordnungsänderung wirklich
kommt, werden Anreize zur Kostendämpfung
gemindert, mit den entsprechenden Folgen für die
Prämien. Ganz erheblich werden dies aber die
Versicherten ab 2017 zu spüren bekommen; es drohen happige Prämienaufschläge von teilweise über
20 Prozent1.
1 Bei einer Wahlfranchise von 2500 Franken und einer durchschnittlichen Monatsprämie von 170 Franken wird der Rabatt
um 440 Franken pro Jahr gekürzt.
3
Fehltarifierung führt zu Überkapazitäten
Die Krankenversicherer unterliegen dem Vertragszwang. Das heisst, sie sind nicht frei in der Wahl der
Leistungserbringer, mit denen sie zusammen arbeiten wollen. Die zwischen den Tarifpartnern ausgehandelten Tarifstrukturen (z. B. der ambulante
Tarif TARMED) sind teilweise dermassen veraltet,
dass sie massiv übertarifiert sind. Die Folge sind
Überkapazitäten.
Ein Beispiel dafür gibt Abbildung 1 (siehe unten).
Sie zeigt die Kostenveränderungen der letzten Jahre
im ambulanten Bereich. Bei den Grundversorgern
sind nur geringe Kostensteigerungen zu beobachtenden. Auffällig ist hingegen, dass sich das Kostenwachstum offensichtlich verlagert hat, von den
Spitalambulatorien hin zu den Spezialisten im
praxis-ambulanten Bereich. Es ist zu bezweifeln,
dass die entsprechenden Kapazitäten in den Spitälern abgebaut werden.
Und welche Kapazitäten werden verlagert? Abbildung 2, Seite 5, legt den Schluss nahe, dass es technische Leistungen sind, vor allem radiologische
Leistungen. Seit 2012 steigt der Kostenanteil massiv
an, der im praxisambulanten Bereich anfällt, im
Vergleich zu den gesamthaft erbrachten radiologischen Leistungen.
Dass die radiologischen Leistungen finanziell
sehr attraktiv sind, zeigt das Beispiel Stadtspital
Triemli2: Der Businessplan für ein zweites MRI2 Gemäss Businessplan aus Kreditantrag Stadtspital Triemli
vom 23. März 2011: www.gemeinderat-zuerich.ch/Geschaefte/
detailansicht-geschaeft/Dokument/571d738e-882a-4d22a242-b9c969b3b774/2011_0088.pdf.
Veränderung Bruttoleistungen
8,0 %
7,0 %
6,0 %
5,0 %
2011/2012
4,0 %
2012/2013
3,0 %
2013/2014
2,0 %
1,0 %
0,0 %
spital-ambulant
Grundversorger
Spezialisten
Abb. 1: Veränderung Bruttoleistungen zum Behandlungsbeginnzeitpunkt pro Versicherten nach Wohnkanton (2011–2014);
Helsana-Abrechnungsdaten hochgerechnet ganze Schweiz.
4
Helsana Standpunkt 3·15
Verschiebung Radiologie in die freie Praxis
32,0 %
31.5 %
31,0 %
30,5 %
30,0 %
29,5 %
29,0 %
28,5 %
28,0 %
27,5 %
27,0 %
26,5 %
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Abb. 2: Kostenanteil freipraktizierender Radiologen an Gesamtkosten Radiologie; Helsana-Abrechnungsdaten 2009–2014.
Gerät sah vor, dass gemäss Erwartungsrechnung
eine Umsatzrendite von 55 Prozent für 2017 allein
mit dem Einsatz im ambulanten Bereich erzielt werden soll. Der stationäre Einsatz ist also noch nicht
einmal miteingerechnet, trotzdem würde sich diese
4-Millionen-Franken-Investition spielend amortisieren: Nach Abzug der Betriebskosten ist ein jährlicher Nettogewinn von über 2 Millionen Franken
kalkuliert.
Die Radiologie steht nicht allein für Fehltarifierungen, sie ist aber zum Symbol dafür geworden. Die
Kapazitäten im Gesundheitswesen müssen sich
aber an den Versorgungsnotwendigkeiten der Bevölkerung ausrichten, nicht an der finanziellen Attraktivität bestimmter Disziplinen. Daher ist eine
Revision des ambulanten Tarifs TARMED dringend
geboten.
Duale Finanzierung behindert die Weiterentwicklung der integrierten Versorgung
Ärztenetzen mit Budgetmitverantwortung, die in
eine gute Prävention und Betreuung investieren,
gelingt es regelmässig, Spitalaufenthalte zu verhindern und so eine kostengünstige Versorgung sicher
zu stellen. Gelingt es einem Ärztenetz, durch seine
Helsana Standpunkt 3·15
Steuerungsbemühungen stationäre Kosten, d.h.
einen Spitalaufenthalt, einzusparen, fliesst ein Teil
der Einsparung an den Kanton. Denn der stationäre
Bereich wird anders als der ambulante Bereich – wo
die Krankenversicherung alleiniger Kostenträger
ist – durch Versicherer und Kantone gemeinsam
finanziert. Diesen Systemfehler gilt es zu beseitigen, um die integrierte Versorgung zu fördern. Daher setzt sich Helsana für die monistische Finanzierung durch die Krankenversicherer ein.
Fazit: Anreize für effizientes Handeln helfen zu
sparen – ohne Qualitätseinbusse
Die Schweiz hat eines der besten, aber auch der
teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Wir müssen uns daher immer wieder die Frage stellen, ob
das Kosten-Nutzen-Verhältnis noch stimmt. Die
mannigfachen Fehlanreize legen den Schluss nahe,
dass wir das Gleiche auch günstiger haben können.
Indem wir also gegen Fehlanreize vorgehen, gewinnen wir den notwendigen Spielraum, um unvermeidbare Kostensteigerung wie beispielsweise in
Folge der Alterung der Gesellschaft auffangen zu
können. Immer einfach nur mehr Geld hineinstecken ist kein Konzept, sondern Ausdruck von Hilflosigkeit. |
5
Mit HTA die Gesundheitsversorgung sichern
Nur breit abgestützte Lösung
hat Chance auf Erfolg
Der kontinuierliche Ausbau des Leistungskatalogs bringt
das Gesundheitssystem an die Grenze der Finanzierbarkeit. Eine langfristig hochstehende Gesundheitsversor-
sionen, wie etwa jüngst im Zusammenhang mit der
kostspieligen medikamentösen Therapie von Hepatitis C.
gung erfordert eine Leistungsbeschränkung auf das not-
Nur was WZW-konform ist, sollte aufgenommen
wendige Mass gemäss WZW.
werden
René Kühne
Ökonomie und Politik
Die Schweiz verfügt ohne Zweifel weltweit über
eines der besten Gesundheitssysteme, worauf wir
mit Recht stolz sein können. Die medizinische Versorgung ist auf einem hohen Niveau und das Versicherungsobligatorium, kombiniert mit einer solidarischen Finanzierung, sichert allen Einwohnern
in unserem Land einen weitgehend uneingeschränkten Zugang zu medizinischen Leistungen.
Klingt wunderbar, nicht? Es wäre zu schön, wenn
das die ganze Geschichte wäre. Ist es aber leider
nicht.
Wenn unsere Gesundheitsversorgung auch in Zukunft für alle zugänglich und finanzierbar bleiben
soll, ist Handlung geboten. Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) verlangt seit seiner Einführung
– also seit bald 20 Jahren! – für sämtliche Leistungen den Nachweis von Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaft lichkeit (WZW). Die Überprüfung von WZW erfolgt jedoch bis heute nur
rudimentär mit entsprechenden Folgen für den
Leistungskatalog der obligatorischen Grundversicherung.
Abhilfe schaffen Health Technology
Assessments (HTA)
Gesundheitssystem allmählich am Anschlag
Der kontinuierliche Leistungsausbau und die damit
verbundenen Kostensteigerungen bringen die
schweizerische Gesundheitsversorgung allmählich
an ihre Finanzierbarkeitsgrenze. Und in gewissen
Bereichen wie etwa der Radiologie beobachten wir
eine fast schon groteske Überversorgung: Die
Schweiz weist eine der höchsten Dichten an Magnet-Resonanz-Tomographie- und Computertomographie-Geräten auf. Radiologische Institute spriessen wie Pilze aus dem Boden und generieren mit
ihren teuren Apparaten zunehmend unnötige
Untersuchungen. Diese belasten nicht nur das
Portemonnaie der Steuer- und Prämienzahler, sondern auf Grund der Strahlenbelastung sind die
Untersuchungen in der Röhre auch gesundheitlich
nicht unbedenklich. Und immer wieder geben teure Behandlungen Anlass zu Rationierungsdiskus-
6
Die Schweiz braucht deshalb ein national institutionalisiertes aber unabhängiges Health Technology Assessment (HTA), welches bestehende und neue
Leistungsangebote konsequent auf den Prüfstand
nimmt. Mit einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Abwägung unter Beachtung der Versorgungssicherheit kann dem unnötigen, ausufernden Leistungsausbau Einhalt geboten werden.
Den dringenden Handlungsbedarf hat auch der
Bund erkannt und 2009 in seiner Qualitätsstrategie
festgehalten. Doch seither hat sich kaum etwas bewegt. Zwar hat das Innendepartement (EDI) einen
Entwurf zu einem Qualitätsinstitutsgesetz vorgelegt, dieser hat jedoch in der Vernehmlassung 2014
Schiff bruch erlitten. Und nach der anschliessenden
Konsultation der Anspruchgruppen im Dezember
letzten Jahres hat Bundesrat Berset das HTA kurzerhand aus der Vorlage gestrichen.
Helsana Standpunkt 3·15
Ein staatliches HTA ist unausgewogen und nicht
tragfähig
Die 5 Prozessschritte des Health
Der Bund beabsichtigt zwar weiterhin, HTA substantiell auszubauen und plant dafür auch zusätzliche Bundesmittel im Umfang von 10 Millionen
Franken jährlich bereit zu stellen. Die zu erwartende, staatliche Lösung ist jedoch abzulehnen, weil sie
dem Prinzip der Gewaltentrennung nicht Rechnung trägt, intransparent bleibt und insbesondere
die Stakeholder nicht in die Entscheidungsprozesse
einbeziehen wird. Denn nach den Vorstellungen
von Bundesrat Berset und seinem Bundesamt für
Gesundheit (BAG) soll das HTA mit Bundesgeldern
finanziert und der gesamte Prozess allein innerhalb
des EDI abgewickelt werden. Der Einbezug der Stakeholder wird bestenfalls im bisherigen Rahmen
auf die eidgenössischen Kommissionen beschränkt
bleiben. Die Umsetzung von HTA verlangt zwar
nach institutionell verbindlich verankerten Strukturen und Prozessen. Jedoch ist der steuernde Einfluss der Stakeholder, namentlich der Versicherer
und Leistungserbringer, zur Entwicklung und Umsetzung von HTA für eine ausgewogene Lösung
unabdingbar.
Technology Assessment (HTA)-Verfahrens
Das Assignment geht dem eigentlichen HTA
voraus und liegt in der Kompetenz des Bundes.
Hier erfolgt die Bewirtschaftung und systematische Bewertung sowie die Priorisierung der
Themen. Aus dem Assignment erfolgt ein Leistungsauftrag an die HTA-Institution.
Im sogenannten Scoping wird die HTA-Problemstellung eingegrenzt und operationalisiert, das heisst, es werden die für das Assessment nötigen Rahmenbedingungen definiert.
Dem Scoping folgt das Assessment, die formale Klärung der vorhandenen Evidenz anhand
operationalisierter WZW-Kriterien (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit). Mit
der Durchführung des Assessments können
geeignete Institutionen beauftragt werden.
Im anschliessenden Appraisal werden die
Ergebnisse aus dem HTA evaluiert und nach
Eine breit abgestützte, nationale Stiftung ist
rechtlichen, ethischen und sozialen Kriterien
erfolgsversprechender
bewertet und gewichtet. Es wird eine abschlies-
Ein guter Lösungsansatz könnte eine nationale Stiftung mit Leistungsauft rag des Bundes sein. Eine
breit abgestützte Finanzierung über Bundesgelder
und Prämien sichert den Auft rag und die Stakeholder werden paritätisch über die Stift ungsorganisation eingebunden. Dem Stift ungsinstitut obliegt im
Wesentlichen die Prozessführung, während mit
den eigentlichen Assessments wann immer möglich bestehende in- oder auch ausländische Institutionen beauft ragt werden. Die abschliessende Entscheidungskompetenz sollte beim Bund respektive
beim BAG liegen.
sende Empfehlung zu Handen der Entscheidungsinstanz formuliert.
Auf Basis der Empfehlungen aus dem Appraisal entscheidet schliesslich das Bundesamt für
Gesundheit in der Decision über die Bedingungen einer Aufnahme der evaluierten Leistung
in den Leistungskatalog oder verfügt eine
Abweisung.
Ziel und nicht zuletzt auch gesetzlicher Auft rag
(WZW) ist eine systematische Evaluation und Bewirtschaft ung des Leistungskatalogs. Damit HTA
also nicht auf eine alleinige Kosten-Nutzen-Betrachtung der Leistungen beschränkt bleibt, müssen den
Empfehlungen aus dem HTA-Prozess verbindliche
Umsetzungsmassnahmen folgen. Für ein unabhängiges Institut ist eine solche Legitimation der Verbindlichkeit heute nicht gegeben und muss mit
entsprechenden Anpassungen auf Gesetzes- und
Verordnungsebene erst noch gesetzlich verankert
werden. |
Helsana Standpunkt 3·15
7
Preise für innovative Medikamente explodieren
Es braucht neue, adäquate
Preisbildungsmechanismen
Die Pharmaindustrie entwickelt laufend innovative Medi-
Fragwürdige Preispolitik
kamente, die Behandlungserfolge versprechen. Aber sie
Geschickt hatte Gilead hohe Preise antizipiert und
den neuen Wirkstoff für 11 Milliarden Dollar eingekauft ; die Entwicklung des Medikaments kostete
angeblich «nur» 200 Millionen Dollar2. Bereits im
ersten Jahr (2014) konnte die Firma Gilead die Investition amortisieren – der Patentschutz dauert
jedoch 10 Jahre. In Anbetracht der ursprünglichen
Entwicklungskosten ist der Preis des Medikaments
somit rund 500 Mal zu hoch angesetzt.
sind exorbitant teuer. Gesundheitssysteme kommen an
ihre finanzielle Schmerzgrenze. Es braucht taugliche
Preisbildungsmechanismen.
Guido Klaus
Leiter Ökonomie und
Politik
Die Preise für neue, innovative Medikamente sind
in den letzten Jahren buchstäblich explodiert. Diese
Entwicklung wird mittelfristig nicht nur das Gesundheitswesen der Schweiz, sondern auch andere
Länder vor ernsthafte Probleme stellen. Auffälliges
und eklatantes Beispiel sind die neuen Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C: Bis vor Kurzem
kostete die Standardtherapie zur Behandlung von
Hepatitis C je nach Therapiedauer einige zehntausend Franken. Die Patientinnen und Patienten litten
aber zum Teil an erheblichen Nebenwirkungen.
Nun gibt es eine Reihe neuer Medikamente, die
durch eine höhere Ansprechrate und deutlich weniger Nebenwirkungen überzeugen. Aber sie sind
ausserordentlich teuer. Der Preis von Sovaldi wurde
vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu einem
gegenüber der bisherigen Standardtherapie um
rund 70 Prozent höheren Wert festgesetzt. Beim
noch besseren Nachfolgeprodukt Harvoni – wie
Sovaldi durch die Firma Gilead entwickelt – kostet
die Monatspackung über 20 000 Franken. Trotz der
deutlich kürzeren Behandlungszeit gegenüber der
alten Standardtherapie kosten die neuen Therapien
ein Vielfaches. Die Therapie über 12 Wochen kostet
über 60 000 Franken, jene über 24 Wochen 120 000
Franken.1
1 Die Meldung, dass das BAG die Preise für Hepatitis-C-Medika-
mente senken wird, erreichte uns nach Redaktionsschluss.
8
Alleine in der Schweiz werden 80 000 Hepatitis CInfizierte vermutet. Wollte man die hochansteckende Krankheit flächendeckend behandeln und bekämpfen, müsste man alle diese Patienten innerhalb von zwei Jahren behandeln. Das würde jedoch
vorübergehend zu einer Mehrbelastung der Grundversicherung und zu einem Prämienanstieg von
rund 10 Prozent führen. Fakt ist: Preise auf diesem
extrem hohen Niveau verunmöglichen die Ausrottung der Krankheit, was wiederum im Interesse der
Pharmaindustrie ist.
Inzwischen kamen weitere neue Hepatitis C-Medikamente auf den Markt, andere sind in Sichtweite.
Das ist gut für die betroffenen Patientinnen und
Patienten und führt zu einem Wettbewerb unter
den verschiedenen Anbietern. Doch die Preise bilden sich leider nicht im Wechselspiel von Angebot
und Nachfrage, sondern sind staatlich fixiert: Das
undurchsichtige Regelwerk sieht nicht vor, dass bei
neuen Anbietern die Preise sinken; ebenso wenig ist
vorgesehen, dass die Firmen bei Mengenausweitung und Mehrumsatz die Preise senken müssen.
Das BAG hat zwar jüngst mit einem Anbieter eines
2 Gastkommentar zur Rationierung von P. Strupler, Direktor BAG,
in der NZZ am 30.10.2014
Helsana Standpunkt 3·15
Hepatitis-C-Medikaments eine Preissenkung von
26 Prozent verhandelt, doch angesichts des horrenden Ausgangsniveaus ist diese Senkung ein Tropfen
auf den heissen Stein.
Preisspirale nach oben
Nicht nur am Beispiel von Hepatitis C wird deutlich, dass die Medikamentenpreise nach oben tendieren. Wer die Preise von Neuzulassungen über
längere Zeit verfolgt, stellt eine klare Entwicklung
fest: Neue, teure Therapien lösen alte, deutlich preisgünstigere ab. Auch wenn die neuen Innovationen
einen Nutzen bringen, so ist doch der medizinische
Fortschritt mit erheblichen Kosten verbunden. Dies
ist auch an den stetig steigenden Prämien abzulesen.
Die untenstehende Grafik zeigt den aktuellen Publikumspreis und das entsprechende Aufnahmedatum pro Medikamentenpackung auf der Spezialitätenliste (SL). Auch wenn sich mit der Darstellung
reiner Packungspreise weder Kosten noch Nutzen
von Therapien ermitteln lassen, so lässt sich doch
der Trend der steigenden Preise eindrücklich darstellen.
Es braucht adäquate Preismechanismen für
Kombinationstherapien
Es stellt sich die Frage, wie lange der Anteil der
Medikamentenkosten an den Gesamtausgaben des
Gesundheitswesens noch stabil bleibt und wie lange sich die Gesundheitssysteme diese Innovationen
noch leisten können. Andere Länder, die über weniger Ressourcen verfügen, greifen zum Teil zu drastischen Mitteln: So hat beispielsweise Indien den
Patentschutz für Sovaldi aberkannt – womit das
Hepatitis-C-Medikament in Indien zu einem Bruchteil der hiesigen Kosten produziert und angeboten
werden kann.
Das Unterlaufen des Patentschutzes darf aber nicht
Schule machen, denn es wäre das Ende des medizinischen Fortschritts. Die Pharmaindustrie ist gefordert, Hand zu bieten für Preise, die den Marktgegebenheiten gerecht werden und langfristig bezahlbar sind. Helsana sucht deshalb momentan mit
der Industrie in einem Pilotprojekt nach Lösungen
für adäquate Preisbildungsmechanismen im Falle
teurer Kombinationstherapien. Betroffene Patientinnen und Patienten sollen auch weiterhin vom
medizinischen Fortschritt profitieren und Rationierung verhindert werden. Dafür setzen wir uns
ein. |
Preis pro Packung über die Zeit
30 000
25 000
20 000
15 000
10 000
5 000
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998
1997
1996
1995
0
Preis pro Medikamentenpackung auf der SL im Zeitverlauf (Quelle: www.spezialitätenliste.ch, SL-Datenstamm vom 31.7.2015)
Helsana Standpunkt 3·15
9
Spitalzusatzversicherung
Preis-Leistungsverhältnis
gezielt verbessern
Von der neuen Spitalfinanzierung erhoffte man sich
Transparenz, sinkende Kosten und tiefere Spitalzusatzversicherungsprämien. Doch der Kostentrend ist unge-
steigerung war man von Einsparungen ausgegangen und folglich sinkenden Spitalzusatzversicherungsprämien.
brochen. Helsanas 360°-Spitalbeurteilung soll das Preis-
Kosten im Spitalzusatzversicherungsbereich
Leistungsverhältnis verbessern.
steigen wieder an
Dr. Michael Willer
Leiter Kundenservice
und Leistungen
Seit dem 1. Januar 2012 gilt die neue Spitalfinanzierung. Seither werden die stationären Spitalbehandlungen über eine fixe, leistungsbezogene Pauschale
pro Behandlungsfall, die Fallpauschale, abgerechnet. Die gesamte medizinische Leistung wird pauschal pro Behandlung vergütet – egal, wie lange der
Patient im Spital liegt. Das Ziel: Gleiches Geld für
gleiche Leistung und schweizweit vergleichbare
Behandlungskosten.
Die Kantone sind mit der neuen Spitalfinanzierung
verpflichtet, allen öffentlichen und privaten Spitälern auf der Spitalliste den kantonalen Anteil an
den Kosten von medizinischen Behandlungen der
Patientinnen und Patienten zu bezahlen. Eingerechnet in die Pauschalen aller Listenspitäler sind neu
auch die Investitionskosten. Vor 2012 trugen sie die
Kantone alleine bei den öffentlichen Spitälern. Die
neue Spitalfinanzierung definiert zudem einen neuen Kostenteiler zwischen Kantonen und Krankenversicherungen. Neu sollen die Kantone mindestens 55 Prozent und die Krankenversicherungen
höchstens 45 Prozent der Kosten tragen.
Vor 2012 haben die Spitalzusatzversicherten mit
ihren Prämien die Grundversicherung quersubventioniert. Mit dem neuen System fällt diese weg. In
die Zusatzversicherungen gehören nur noch Leistungen, die von der Grundversicherung nicht gedeckt sind, die Hotellerie – etwa ein Doppel- oder
Einzelzimmer – sowie die Arztwahl. Auf Grund
dieser Änderung und der zu erwartenden Effizienz-
10
Es zeigt sich nun aber, dass die Hoff nung auf eine
Umkehr der Kostenentwicklung oder gar sinkende
Kosten im Spitalzusatzversicherungsbereich vermutlich verfrüht war. Die Kosten steigen wieder
und damit müssen die Prämien wieder angehoben
werden.
Doch die Spitalzusatzversicherungsprämien sind
bereits für viele Versicherte nahe der Schmerzgrenze oder sogar darüber. Diese Entwicklung erstaunt
wenig, angesichts der Tatsache, dass allein schon
die Prämienbelastung im halbprivaten Spitalzusatzversicherungsbereich bald jener in der Grundversicherung entspricht, jene bei privaten Deckungen die Prämie der Grundversicherung sogar übertriff t.
Um die Attraktivität der Versicherungen im Spitalzusatzversicherungsbereich zu steigern, um Kunden zu gewinnen und das Abwandern von Kunden
zu verhindern, streben wir eine nachhaltige Verbesserung des Preis-Leistungsverhältnisses an.
360°-Spitalbeurteilung als Wegweiser für den
Kunden
Dies wollen wir mittels 360°-Grad Spitalbeurteilung
erreichen. Die zwischen Helsana und den Spitälern
vereinbarten Preise sollen noch leistungsgerechter
und Versicherte mittels Transparenzschaff ung in
der Spitalwahl unterstützt werden. Um nachhaltige
Erfolge zu erzielen, müssen wir die Komfortzone
verlassen und auch die Spitäler müssen sich bewegen und transparenter werden.
Helsana Standpunkt 3·15
Die 360°-Grad Spitalbeurteilung besteht aus sechs
Elementen (siehe Grafik) und ermöglicht eine integrale Sichtweise, die für alle Akteure im Gesundheitswesen von Bedeutung ist:
– Im Rahmen der Spitalaustrittsbefragung befragt
Helsana ihre Versicherten nach Zufriedenheit
und – nach dem Eingriff – Weiterempfehlung.
Nach der erfolgreichen Pilotphase wird die Spitalaustrittsbefragung künft ig ganzjährlich und
schweizweit durchgeführt.
– Die Ergebnisqualität soll verstärkt mit den Spitälern thematisiert werden und letzten Endes auch
einen Einfluss auf die Preisverhandlungen
haben. Sie soll auch zu einer erhöhten Transparenz gegenüber den Kunden und Patienten führen, insbesondere vor einer Behandlung oder
Operation.
– Die Wirtschaft lichkeit nimmt bei Helsana einen
besonders hohen Stellenwert ein. Seit der Einführung des SwissDRG sind Vergleiche unter den
Spitälern in der OKP unumstritten. Sie müssen
auch im Bereich der Spitalzusatzversicherung
möglich sein.
– Die Qualität der Zusammenarbeit ist für Helsana
ein zentrales Kriterium für eine nachhaltig gute
Partnerschaft . Wir beurteilen die Abwicklung
und den Datenaustausch sowie die Kooperation
bezüglich ihrer Kunden- und Lösungsorientierung.
– Die Sichtweise der zuweisenden Ärzte gibt Aufschluss über die Entscheidungskriterien für die
Zuweisung von Patientinnen und Patienten an
die jeweiligen Spitäler.
– In der Spitalbefragung nimmt Helsana die Spitalleistungen, die medizinischen Leistungen und
die Hotellerie unter die Lupe. Die mittels Fragebogen erhobene Eigenbeurteilung der Spitäler
und Kliniken wird mittels neutralem Audit verifiziert.
Ziel: Gesamtheitlicher Blick auf die Spitäler
fördern
Mit diesem Instrument der ganzheitlichen Spitalbeurteilung wird die notwendige Transparenz geschaffen, die uns in den Tarifverhandlungen mit
Kliniken die Grundlage liefert, um eine leistungsgerechte Vergütung zu vereinbaren. Eine grössere
Transparenz gibt Kliniken Anreize, effizienter zu
arbeiten und die Qualität der Leistung zu verbessern. Vor allem die Versicherten, unsere Kunden,
profitieren von dieser Transparenz, denn sie können
Ihre Entscheidung für oder gegen ein Spital auf
Basis klarer Kriterien fällen. Längerfristig sollte
sich so das Preis-Leistungsverhältnis der Spitalzusatzversicherungsdeckung Schritt für Schritt verbessern. |
Die Elemente der 360°-Beurteilung
Spitalaustrittsbefragung
Ergebnisqualität/
Reputation
Spitalbefragung
360°Spitalbeurteilung
Zuweiserbewertung
Wirtschaftlichkeit
Qualität
Zusammenarbeit
Helsana Standpunkt 3·15
11
Pharmazeutische Betreuung senkt Kosten im Pflegeheim
Modell verdient Ausweitung auf
weitere Kantone
Analysen von Helsana zeigen, dass das Modell der pharmazeutischen Betreuung die Wirtschaftlichkeit der Medikamentenversorgung in Pflegeheimen des Kantons Wallis
steigert. Weitere Kantone sollten deshalb seine Einführung prüfen.
In den Kantonen Freiburg, Wallis und Waadt wird
das Modell der pharmazeutischen Betreuung im
Pflegeheim seit Jahren umgesetzt. Apotheker, Hausärzte und Pflegepersonal erarbeiten Empfehlungen
für eine bessere Medikamentenversorgung in gemeinsamen Qualitätszirkeln und setzen diese in der
Praxis um. Ziel ist eine sichere, kostengünstige und
qualitative gute Medikamentenversorgung.
Annette Jamieson
Ökonomie und Politik
Pharmazeutische Betreuung senkt
Medikamentenkosten
Gemäss Walliser Vertrag wird seit 2009 jährlich ein
Medikament vereinbart, das durch eine günstigere
Alternative ersetzt wird. Mit Erfolg: Das Projekt im
Kanton Wallis konnte die Medikamentenkosten
pro Pflegeheimtag seither jedes Jahr senken.
Helsana hat die Medikamentenkosten von Versicherten im Pflegeheim für 13 Kantone1 ausgewertet. Die untenstehende Grafi k zeigt die durchschnittliche Kostenentwicklung von 2007 bis 2014:
Der Kanton Wallis schneidet mit einer durchschnittlichen, jährlichen Kostensenkung von 2,8 Prozent am besten ab.
Weitere Analysen zeigen, dass das Walliser Modell
auch unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren
wie Alter, Geschlecht, Region und Mortalität Kosten einspart2: Die Walliser Pflegeheime starteten
2009 mit rund 7 Prozent höheren Medikamentenkosten als der Durchschnitt. Bereits drei Jahre später waren sie um 9 Prozent niedriger als der Durchschnitt der Vergleichskantone.
Breitere Anwendung pharmazeutischer Betreuung ist angezeigt
Medikamentenkosten im Pflegeheim, durchschnittliche jährliche
Entwicklung 2007–2014
6%
SH
5%
4%
Diese Resultate zeigen deutlich auf, dass die pharmazeutische Betreuung einen Beitrag zu einer wirtschaft licheren Medikamentenversorgung in Pflegeheimen leistet und damit bei konstant hoher Versorgungsqualität Kosten einspart. Sie sollte deshalb
auch in anderen Kantonen eingeführt werden. |
3%
GL
OW
1%
0%
UR
BL
GR
SG
SO
TG
GE
VS
BS
VD
–1 %
–2 %
–3 %
–4 %
1 Vergleichskantone: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Genf,
Glarus, Graubünden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Uri, Waadt, Wallis. Kantone mit Medikamentenpauschalen konnten in der Analyse nicht berücksichtigt werden.
2 Quelle: Masterarbeit Annette Jamieson: «Collaborative
approach for medication of Swiss nursing home residents:
does it pay off?». Datenquelle für die Analyse waren die anonymisierten Abrechnungsdaten von Helsana.
SH = Schaffhausen, GL = Glarus, UR = Uri, OW = Obwalden, SG = St. Gallen, SO = Solothurn, GR = Graubünden, TG = Thurgau, BL = Basel-Landschaft, GE = Genf, VS = Wallis, BS = Basel-Stadt, VD = Waadt
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HEL-00449-de-0815-0029-33196
2%