Neue Befunde der Haustierforschung

Pressemitteilung des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg
Hamburg, 12.November 2015
Neue Befunde der Haustierforschung
Vortragsreihe „Domestikation“: Abstammung, Gehirn,
Kognition, Tierhaltung
Neueste Erkenntnisse rings um jene Tiere,
die uns am nächsten sind
Der Naturwissenschaftliche Verein in Hamburg lädt ein zu seiner
traditionellen jährlichen Vortragsreihe.
Die etablierte und immer gut besuchte Veranstaltung wendet sich dieses Jahr in vier spannenden Vorträgen äußerst vertrauten Tieren zu, die teils in unserer unmittelbaren Nähe leben und uns teils sehr großen Nutzen bringen – über die wir aber noch erstaunlich wenig
wissen. Es geht um Haustierforschung. Woher stammen Hund, Katze, Pute, Rind und
Schwein? Wie haben sich ihre Gehirne verändert? Welche kognitiven Fähigkeiten haben sie
erworben? Und: Wie können wir das Tierwohl in der Landwirtschaft verbessern?
Haustiere haben für menschliche Gesellschaften eine große Bedeutung. In deutschen Haushalten
leben mehr als 11 Millionen Katzen, nahezu 7 Millionen Hunde und 6 Millionen Kleintiere. Zudem werden hierzulande über 28 Millionen Schweine, 13 Millionen Rinder, über 11 Millionen Puten und 38
Millionen Legehennen gehalten. Heimtiere bereichern häufig wie geliebte Familienmitglieder unser
Leben, aber wir bedienen uns ihrer auch für vielfache Hilfsleistungen. So genannte „Nutztiere” sind für
die Fleischproduktion und unsere Ernährung unabdingbar. Ohne Haustiere wäre der Mensch wohl nie
über das Jäger- und Sammlerdasein hinaus gekommen.
Eher unbemerkt vom breiten Publikum interessiert sich die Wissenschaft für die Abstammung der
Haustiere von ihren wild lebenden Ahnen sowie für Fragen von Bau und Leistung ihrer Gehirne, ein
Gebiet, dessen Bedeutung bis in die Tierethik hineinreicht. In der breiten Öffentlichkeit wird vor dem
Hintergrund unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessen diskutiert und gestritten, wie die Haltung
von Nutztieren ethischen Maßstäben genügen kann. Die Umstände ihres kurzen Lebens sind häufig
nicht akzeptabel.
In diesem Zusammenhang hat der Naturwissenschaftliche Verein in Hamburg wieder exzellente und
kompetente Referenten eingeladen und möchte mit seiner diesjährigen Vortragsreihe „Domestikation”
vier grundlegenden Fragen nachgehen:
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Gibt es neue Erkenntnisse zur Abstammungsgeschichte unserer Haustiere? Welche Beiträge
liefern insbesondere die modernen Verfahren der Molekulargenetik?
Haben sich beim Wandel der Wildarten zu Haustieren außer z.B. der Veränderung der Körpergröße auch die Gehirne verändert? In welchen Hirnbereichen gibt es Veränderungen und was bedeuten sie?
Wie beurteilt die moderne Kognitionsbiologie Intelligenz und Problemlösefähigkeit von Haustieren? Gibt es sogar Ähnlichkeiten mit menschlichen Denk- und Verhaltensweisen?
Wie sollte sich unsere Gesellschaft in der Erkenntnis, dass unsere Nutztiere über hoch entwickelte, den unsrigen ähnelnde Gehirne verfügen, dass sie also leidensfähig sind, zu ihrer industriellen
Haltung stellen? Wie halten wir es mit der Tierethik und welche Lösungen strebt die Politik an?
Die Termine im Überblick
19. November 2015, 19.30 Uhr: Prof. Dr. Harald Schliemann, Hamburg
Unsere Haustiere – neue Methoden und neue Erkenntnisse zur Domestikation ihrer wilden Stammformen
26. November 2015, 19.30 Uhr: Prof. Dr. Dieter Kruska, Kiel
Hirngrößen bei Säugetieren im Wandel während evolutiver Radiation und in der Domestikation
Pressemitteilung des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg
Hamburg, 12.November 2015
3. Dezember 2015, 19.30 Uhr: Prof. Dr. Ludwig Huber, Wien
Früchte vom Baum der Erkenntnis: Vergleichende Kognitionsforschung und Mensch-Tier-Beziehung
10. Dezember 2015, 19.30 Uhr: Miriam Staudte, MdL Niedersachsen, Hannover
Aktuelle politische Debatten zum Tierwohl im Agrarland Niedersachsen
Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.
Ort: Großer Hörsaal des Centrums für Naturkunde (CeNak), Martin-Luther-King-Platz 3, 20146 Hamburg. Veranstalter ist der Naturwissenschaftliche Verein in Hamburg. Weitere Details entnehmen Sie
bitte dem angehängten Programm sowie den Internetseiten des Vereins: http://nwv-hamburg.de
Der Naturwissenschaftliche Verein in Hamburg wurde im Jahre 1837 gegründet und gehört
damit zu den ältesten wissenschaftlichen Vereinigungen in Deutschland. Er hat fünf Jahre nach
seiner Gründung das erste naturhistorische Museum in Hamburg aufgebaut, das heute in Form der
diversen naturwissenschaftlichen Sammlungen und Schausammlungen der Universität Hamburg weiterlebt. Wegen seiner Verdienste um die frühzeitige Begründung naturwissenschaftlicher Forschung in
Hamburg und in Anerkennung seiner fortgesetzten Öffentlichkeitsarbeit werden dem Verein die Nutzung staatlicher, vor allem universitärer Räumlichkeiten (Hörsäle, Geschäftszimmer) sowie Druckkostenzuschüsse seitens der Stadt Hamburg gewährt. Neben der Organisation zahlreicher Veranstaltungen und Exkursionen veröffentlicht er wissenschaftliche Zeitschriften und vieles mehr. Die Mitgliedschaft ist für jeden möglich.
Ein detailliertes Veranstaltungsprogramm sowie weitere Informationen zum Verein finden Sie im Internet unter http://nwv-hamburg.de
Naturwissenschaftlicher Verein in Hamburg
Geschäftsstelle im Centrum für Naturkunde (CeNak)
Martin-Luther-King-Platz 3, 20146 Hamburg
Tel: +49 40 42838 5635
Fax: +49 40 42838 3937
Email: [email protected]
Ansprechpartner zu den Vorträgen und für die Vermittlung von Interviews:
Prof. Dr. Harald Schliemann
1. Vorsitzender und Organisator der Veranstaltungsreihe
c/o Centrum für Naturkunde (CeNak)
[email protected]
[email protected]
Tel. 040-42838-3917
Tel. privat: 040-7610 1445
Mobil: 0172-453 6573
Dr. rer. nat. Peter Spork
Vorstandsmitglied und Ansprechpartner Presse
Gneisenaustr. 34
20253 Hamburg
[email protected]
www.peter-spork.de
Tel.: 040-4291 2986