- Evangelische Kirchengemeinde Eglosheim

Ausgabe 2/2015
Hast du heute schon gelebt?
Wenn du nicht sicher bist, dann rate ich dir:
Mache ein paar Fehler mehr als bisher,
damit du dein Gewissen spürst.
Versuche, nicht so schrecklich perfekt sein zu wollen,
damit du nicht auf andere herabblicken musst.
Entspanne dich mehr;
Damit du genießen lernst.
Nimm vieles nicht mehr so ernst,
dass du ausgelassener und verrückter sein kannst.
Mache dir nicht mehr so viele Sorgen,
damit du die Leichtigkeit des Lebens entdeckst.
Besteige noch mehr Berge
und durchschwimme noch mehr Flüsse und Seen,
damit du die Höhen und Tiefen des Lebens spürst.
Und beobachte noch mehr Sonnenaufgänge;
damit deine Gefühle nicht erkalten.
Iss noch mehr Eiscreme und noch größere Tüten davon,
und gehe barfuß, damit du spürst,
dass du trotz allem Boden unter den Füßen hast.
Umarme die Menschen,
die du magst, und sage ihnen das.
Denn du bist ein Segen
Und trägst den Segen
des Allerhöchsten in die Welt.
(Walter Baßler, Gran Canaria)
2
Liebe Gemeindeglieder,
liebe Leserinnen und Leser,
gerade die Ferien- und Urlaubszeit
im Sommer kann eine solche Zeit sein,
in der man mehr Leben wagen kann.
Wo man nicht in den Konventionen
des Alltags hängt, sondern sich Mußestunden und Tätigkeiten genehmigen kann, zu denen man sonst nicht
kommt. Oder ein Gespräch am Zaun
auch mal länger dauern kann und man
merkt, wie einen das innerlich aufbaut.
Das kann im Urlaub so geschehen,
das ist aber auch zu Hause möglich:
Einen Gottesdienst besuchen und zur
Ruhe kommen. Bei einem schönen
Konzert zuhören und die Gedanken
zur Musik wandern lassen. Ein schönes Vesper anrichten und genießen.
Zu einer Feier Freunde einladen und
alte Geschichten erzählen. Mit den
Kindern und Enkeln Zeit verbringen,
die nicht schon von vornherein begrenzt ist. Einfach in den Tag hineinleben und schauen, was er bringt.
Gut, dass es so Zeiten gibt, in denen
wir uns füllen lassen können und Gott
bitten: "Fülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich
sein unser Leben lang." (Ps 90, 14).
Möge Gott uns viele solcher Füllezeiten schenken, die wir in uns tragen
und die trockeneren Zeiten mit diesem
Schatz im Gepäck anreichern können!
In diesem Sinne wünscht Ihnen eine
gesegnete und erlebnisreiche Sommerzeit
Ihre Pfarrerin Andrea Mattioli
Sommerserenade
Der Chor der Katharinenkirche Eglosheim lädt am Sonntag, 12.Juli, herzlich
zur alljährlichen Sommerserenade ein, in der diesmal Kompositionen von Felix
Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) auf dem Programm stehen. Zusammen
mit Caroline Oestreich erarbeitet der Chor zwei Psalmvertonungen - die
Hymnen "Hör mein Bitten" nach einer englischen Paraphrase des 55. Psalms
und "Herr, wir trau'n auf Deine Güte" nach Psalm 13. Beide Werke sind für
Chor, Solostimme und Orgelbegleitung komponiert. Dazu erklingen
Instrumentalwerke von Mendelssohn für verschiedene Besetzungen. Freuen
Sie sich auf einen abwechslungs- und farbenreichen Abend in der
Katharinenkirche. Konzertbeginn ist um 18.00 Uhr, der Eintritt ist frei.
3
Sommerserenade
Konzert in der Katharinenkirche am 30. August um 18.00 Uhr
Text Text Text Text Text Text
In
einem
überText
einen
Streichquartettabend aus dem Jahr 1784 heißt
Text
TextBericht
Text Text
Text
es:
"
…
die
Spieler
waren
passabel
und keiner von ihnen brillierte auf seinem
Text Text Text Text Text Text
Instrument,
aber
es
herrschte
ein
gewisses
Kennertum unter ihnen. Und das
Text Text Text Text Text Text
mag
man
glauben,
wenn
ich
ihre
Namen
nenne:
Haydn, Dittersdorf, Mozart
Text Text Text Text Text Text
und
Vanhall,
ein
größeres
oder
bemerkenswerteres
Vergnügen konnte man
Text Text Text Text Text Text
sich
nicht
vorstellen".
Text Text Text Text Text Text
Text diesem
Text Text
Text
Text Text
Von
illustren
Musikerkreis
ist möglicherweise auch Joseph Haydns
Text
Text
Text
Text
Text
Text
berühmtes "Quintenquartett" Opus 76, Nr.2 uraufgeführt worden,
Textim
Text
Text TextSommerkonzert
Text Text
das
Eglosheimer
von
Text
Text
Text
Text
TextIlzig
Text(Viola)
Text Text Text Text
Friederike und KristinText
HessText
(Violinen), Frank
Text
Text
Text
Text
Text
Text
Text
Text
Text Text Text Text
und Martin Hess (Cello) interpretiert wird.
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Textweiteren
Text Text
Textdes
TextKonzertprogramms
Text
Textsind
Text Text Text Text Text
Die
Werke
Text
Text
Text
Text
Text
Text
Text
zwei Zyklen, die ihre Komponisten der JugendText Text Text Text Text
Text Text Text
Text
Text
Text
Text39Text Text Text Text Text
geschuldet
haben:
das
"Kinderalbum"
Opus
Text
Text
Text
Text
Text
Text
Text Text Text Text Text Text
von Peter Tschaikowsky und die "Kinderszenen"
Text
Text
Text
Text
Text
Text
Text Text Text Text Text Text
Opus 15 von Robert Schumann. Beide Zyklen
Text
Text
Text
Text
Text
Text
sind ursprünglich Klavierkompositionen, Text Text Text Text Text Text
TextfürText
Text Text Text
Text
Text Text Text Text Text Text
die
Streichquartett
umgeschrieben
wurden.
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
TextEintritt
Text Text
Text
Text Text
Der
für das
Konzert
Text Text Text Text Text Text
Text Text
Text Text Text
beträgt
12,-Text
Euro.
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
n
ichte
hr Text TextNText
UText
Text Text Text Text Text Text
achr Text
Text
0
0
r
:
8
ime
ng: r 2015 1Text
Text Text Text Text Text
Text
nText Text
loshe Text
tionText
guText
i
g
a
e
d
E
b
m
n
gebe
r
n
ü
e
em
geText
fo Text
dText
v
t
e
o
n
Text Text TextVoText
Text
n
Text
Text Text
R
i
rank Text
n
N
r
n
a
.
u
e
bek
ag 1 nText
eText
ert z en werd Text
z
d
.
Text Text TextSText
Text
Text
Text Text
onnt Text
m
o
i
erk rmation gloshe
e
o
ammText
Text Text Text KText
Text
f
Text
Text
Text
Text
Text Text
e
n
ere I ww.kirch
Weit Text
Text Text Text Text
Text
Text
Text
Text
Text
Text
Text
w
auf
und Text Text
Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
Text Text Text Text Text Text
4
Fortsetzung des Kirchenjahres
vom letzten Gemeindebrief
Der 10. Sonntag nach Trinitatis ist
besonders dem Verhältnis von Juden
und Christen gewidmet. Die biblischen
Texte an weiteren Sonntagen zeigen
u.a. das Beispiel von Pharisäern und
Zöllnern, das Vorbild des barmherzigen Samariters oder sie fragen nach
den Ordnungen Gottes oder dem Leben als Kirche in der Welt.
Johannis und Michaelis sind weniger häufig begangene Gedenktage.
Um etwa ein halbes Jahr versetzt rufen
sie die beiden großen Feste des Kirchenjahres in Erinnerung, deren liturgisches Weiß auch hier aufscheint.
Am 24. Juni, auf der Höhe des Jahres,
weist die Geburt Johannes des Täufers über sich hinaus auf Jesus, den
kommenden Messias. Johannes kann
sich ihm gegenüber in seiner Bedeutung zurücknehmen: "Er muss wach-
sen, ich aber muss abnehmen."
(Johannes 3) Am 29. September, im
beginnenden stürmischen Herbst, gibt
es mit dem Fest "Michael und alle
Engel" einen Rückbezug auf Ostern,
auf den mit der Auferstehung Christi
errungenen Sieg. Die gottgewirkte
Überwindung letzter Bedrohung vergewissert dem Leben letzte Bewahrung durch Gott. Engel sind in der
biblischen Tradition Boten Gottes, die
seinen guten Willen vergegenwärtigen. Das mag kämpferischhelfend
sein wie mit Michael (Offenbarung
12) oder verkündigend-tröstlich wie
mit Gabriel (Lukas 1) oder heilsam
und schützend wie mit Rafael (Tobias
12). Als "dienstbare Geister" stehen
Engel für die persönliche Nähe Gottes
ein, von der Dietrich Bonhoeffer
schrieb: "Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost,
was kommen mag. Gott ist bei uns
am Abend und am Morgen und ganz
gewiss an jedem neuen Tag."
Erntedank wird auf dem Lande wie
auch in der Stadt gefeiert, denn es
geht um mehr als das Ernten auf Feldern, in Weinbergen und Hausgärten.
Auch wenn der Altar zumeist mit geernteten Früchten geschmückt wird,
zeigt das Erntedankfest den Zusammenhang menschlicher Arbeit und
Anstrengung mit dem empfangenen
Segen, über den nur Gott verfügt.
"Es geht durch unsre Hände, kommt
aber her von Gott." (Matthias Claudius)
Das wird im Blick auf die Nahrung,
die wir brauchen, und die Natur, von
5
der wir in hohem Maße abhängig sind,
besonders deutlich. Die zur Kirche
gebrachten Gaben anschließend bedürftigen Menschen weiterzugeben,
verbindet Dankbarkeit und Teilen als
praktizierte Nächstenliebe. "Gutes zu
tun und mit anderen zu teilen, vergesst
nicht, denn solche Opfer gefallen
Gott." (Hebräer 13) In den letzten Jahren ist der Wunsch nach einem eigenen Tag der Schöpfung laut geworden; nicht nur, um den Auftrag
zur Bewahrung der Schöpfung zu unterstreichen, sondern um eine Frömmigkeit zu entwickeln, in der die
staunende Dankbarkeit über die Wunder der Schöpfung deutlicher betont
wird. "Herr, wie sind deine Werke so
groß und viel! Du hast sie alle weise
geordnet, und die Erde ist voll deiner
Güter." (Psalm 104)
hervorgehoben an den Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober
1517 an der Schlosskirche in Wittenberg erinnert. Das Reformationsfest
betont Gnade und Glaube und die
Berufung auf das "Evangelium" in der
Bibel als Quelle und Maßstab der Verkündigung. Es zeigt so das "evangelische" Profil, ohne die ökumenische
Verpflichtung zu vergessen und den
Schmerz über die Trennungen der
Christenheit zu verdrängen. Noch weitere Gedenktage besinnen sich auf
die "eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche" und bedenken, was
es heißt, als Christ zur "Gemeinschaft
der Heiligen" (Glaubensbekenntnis)
zu gehören und von einer "Wolke von
Zeugen" des Glaubens (Hebräer 12)
umgeben zu sein. So werden da und
dort noch Aposteltage wie Petrus und
Paulus am 29. Juni begangen oder
Märtyrertage wie Stephanus am 26.
Dezember; auch an Glaubenszeugen
der älteren und neueren Geschichte
kann gedacht werden. Ebenso erinnert das Kirchweihfest (oft im Oktober)
Christen an ihren Auftrag. "Als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Haus und zur heiligen
Priesterschaft." (1. Petrus 2) Rot als
Farbe des Heiligen Geistes verbindet
die Feste der Kirche.
„Ewigkeit in die Zeit leuchte hell hinNicht nur ein Datum in der Geschichte,
sondern eine bleibende Aufgabe ist
nach dem Selbstverständnis der evangelischen Kirche die Reformation
der Kirche. Dazu wird beispielhaft und
6
ein", so singt ein Lied am Ende des
Kirchenjahres. Das Ende lässt Christen in zweifache Richtung schauen:
hoffnungsvoll hinaus auf eine Vollendung, wo "weder Tod noch Leid noch
Geschrei noch Schmerz mehr sein
wird“ (Offenbarung 21), und zugleich
prüfend zurück auf dies begrenzte
Leben mit der Frage Jesu: "Was habt
ihr getan?" (Matthäus 25) Der Friedenssonntag und der Buß- und Bettag
stellen nicht nur ethische Fragen zur
persönlichen Lebensgestaltung, sondern auch zum Auftrag der Weltverantwortung des Glaubens, Erfahrungen des Versagens, Scheiterns
und der Schuld begegnet die Zusage
von Vergebung und Neuanfang. Am
Letzten Sonntag im Kirchenjahr werden oft die Namen der Verstorbenen
im Gottesdienst genannt. Die Hoffnung
des ewigen Lebens eröffnet einen Horizont, vor dem Christen Abschied neh-
men können. Selbst angesichts
dunkler Zeiten gibt es Zuversicht und
Ermutigung. Entsprechend steht in
unserem Gesangbuch die Vision:
"Gloria sei dir gesungen / mit Menschen- und mit Engelzungen, / mit
Harfen und mit Zimbeln schön. / Von
zwölf Perlen sind die Tore / an deiner
Stadt; wir stehn im Chore / der Engel
hoch um deinen Thron. / Kein Aug
hat je gespürt, / kein Ohr hat mehr
gehört / solche Freude. / Des jauchzen
wir / und singen dir / das Halleluja
für und für." (Philipp Nicolai)
Herausgeber: Evangelisches Medienhaus GmbH, Stuttgart | Texte: Reinhard Brandhorst, Helmut Liebs
Ökumenischer Gottesdienst beim 40. Kelterplatzfest
7
Eglosheims Wahrzeichen
Geht Ihnen das auch so? Man kommt
über die Autobahn, die B 27 oder
mit der S-Bahn von einer Reise oder
einem Ausflug zurück und fühlt sich
erst dann wieder richtig zuhause angekommen, wenn der Turm unserer
Katharinenkirche in den Blick gerät.
Es dürfte auch vielen alten (und uralten) Eglosheimern so gegangen sein.
Schließlich ist unser Kirchlein, auf einer natürlichen Anhöhe gelegen, weithin und aus allen Richtungen als
Landmarke sichtbar. Und das bereits
seit fast 1000 Jahren.
Die erste Kirche dürfte allerdings als
Landmarke noch nicht so markant gewesen sein. Wir würden sie heute
möglicherweise auf den ersten Blick
gar nicht als Kirche wahrnehmen. Es
muss ein kleiner, einfacher Holzbau
gewesen sein, vielleicht mit einem
schlichten Kreuz am Giebel. Ein erster
schriftlicher Nachweis einer Kirche
in Eglosheim (oder "Hegolvesheim",
wie der Ort in dieser Zeit hieß) stammt
aus dem Jahr 844. Stadt und Schloss
Ludwigsburg ließen noch gute 800
Jahre auf sich warten.
Etwa 250 Jahre später, um das Jahr
1100 - anderswo in Europa brach man
auf zu den Kreuzzügen - wurde das
bisherige Kirchlein durch einen Steinbau ersetzt. Noch immer aber sah
die Kirche anders aus, als wir sie heute
kennen. Die Kirche war jetzt größer
als ihr Vorgängerbau, hatte einen
rechteckigen Chor (‚Chor' nennt man
den Bauteil einer Kirche, in dem oder
vor dem sich der Altar befindet und
der in früheren Zeiten dem Kirchenpersonal, insbesondere den Sängern
der Liturgie, vorbehalten war) und einen Turm, der sich - anders als heute
- direkt über dem Chor erhob.
8
Weitere 200 Jahre gehen ins Land,
bis der nächste Schritt auf dem Weg
zu unserer heutigen Kirche erfolgt.
In der Baukunst vollzieht sich in dieser
Zeit der Wechsel von der Romanik
mit ihren Rundbogen-Fenstern, massiven, festungsartigen Mauern und
Tonnen- oder Kreuzgratgewölben zur
Gotik mit den leichteren, erhabeneren
Bauelementen, den größeren spitzbogigen Fenstern und den nach außen
verlegten Strebepfeilern.
An unsere Kirche (die übrigens noch
nicht "Katharinenkirche" heißt, sondern "Unser lieben frouwen zu Eglessen" - sozusagen "Notre Dame von
Egelse") wird in dieser Zeit (um 1300)
ein polygonaler (vieleckiger) Chor angebaut, der den bisherigen Chor mit
seinem Turm ersetzt. Der Kirchturm
stand damals wahrscheinlich auf der
Südseite, also dem "Kirchenbuckel"
zugewandt.
1440 dem Einfluss des Hauses Württemberg zugeschrieben, da sich dessen Wappen - die drei Hirschstangen
- in der Sakristei findet. Dieser neue
Chor wurde höher und größer als sein
Vorgänger von etwa1300 - und passte
damit nicht mehr zum bestehenden
Langhaus. Daher wurde in der zweiten
Hälfte des 15. Jh. das Langhaus zumindest in der Breite an den Chor
angepasst. Dass der Chor immer noch
höher ist als der Rest der Kirche, ist
sowohl von außen wie auch von innen
leicht zu erkennen.
Wie jeder schwäbische Häuslebauer
weiß, kosten Um- und Anbauten Geld.
Woher die Mittel für die Kirchenerweiterung kamen, ist nicht gesichert.
Wahrscheinlich stammte das Geld aus
dem Hause der Grafen Württemberg,
die im Jahre 1308 das halbe Dorf Eglosheim den Grafen von Tübingen-Asperg abkauften. Den Grafen von
Württemberg hat unser Kirchlein wohl
noch entscheidende weitere Lebensphasen zu verdanken. So wird der
Neubau des Chores und der "Umzug"
des Turms von der Straßen- auf die
Friedhofsseite der Kirche im Jahre
9
Dieser Eindruck ist gar nicht so falsch.
Der ursprüngliche Turm auf der Nordseite hatte wahrscheinlich ein schlankeres, spitzeres Dach als unser
heutiger Turm - ähnlich dem Dach
z.B. der Stuttgarter Leonhardskirche.
Die Ansätze sind an den Turm-Ecken
ja noch zu erkennen. Wie kam es dazu,
dass wir heute auf einem viereckigen
Ebenfalls mit diesem Anbau kamen
auch die Glasfenster und die seitlichen
Türen. Bis dahin gab es nur eine Eingangstüre im Westen. Reste dieser
Tür sind heute noch zu sehen
Ab 1497/98 sah die Kirche fast so
aus, wie wir sie heute kennen.
Aber eben nur fast. Würden wir die
Kirche in der damaligen Form sehen,
würde uns bestimmt etwas am Gebäude fremd oder ungewohnt vorkommen. Der uns so vertraute und
markante Turm mit seinem Fachwerk
sah nicht immer so aus. Wer sich
den Turm anschaut, stellt fest, dass
der Glockenstuhl nicht so richtig zum
Turm passt und aufgesetzt wirkt.
10
Turm einen achteckigen Glockenstuhl
haben? Was ist mit dem ursprünglichen Turm geschehen?
Die alten Eglosheimer hätten sicher
auch gerne den damaligen Turm behalten, hatten sie doch das Glück,
dass Kirche und Turm im 30jährigen
Krieg kaum zerstört wurden. Aus alten
Chroniken weiß man recht genau, welches Schicksal der Turm erlitt: am
14. 2. 1652 tobte ein Gewitter über
Eglosheim und der Blitz schlug in den
Turm ein. Blitzableiter waren noch
unbekannt (die wurden erst knapp
100 Jahre später erfunden) und so
nahm das Unheil seinen Lauf: der
Turm geriet in Brand. Dabei schmolzen
auch die Glocken ein, die im Turm
hingen. Für den Wiederaufbau des
Turms und für neue Glocken griff man
zu einem auch heute noch (zumindest
bei den Regierenden) beliebten Mittel
zur Geldbeschaffung: es wurde eine
Steuer erhoben. Allerdings war die
Bevölkerung so kurz nach dem
30jährigen Krieg bettelarm und durch
Seuchen und Krankheiten stark dezimiert und konnte diese Brandsteuer
kaum bezahlen. Daher reichte das
Geld nur für einen Notturm, der in
seiner wesentlichen Gestalt unserem
heutigen Turm entspricht und der unserer Kirche ihr charakteristisches
Aussehen verleiht.
(Quellen: Seizinger, Alfred:
Die Katharinenkirche in Eglosheim.
2. Aufl.. Freiberg: Druckerei Memminger, 2011
Burkhardt, Hermann: "Kirche und der
Ort Eglosheim". In: Evang. Kirchengemeinde Eglosheim (Hg.): 500 Jahre
Katharinenkirche Eglosheim 1498 1998. Ludwigsburg: em-Druck Müller,
1998, S. 12-20)
Barbara Bopp
Fortsetzung folgt …
Einfach himmlisch!
Eglosheimer Kinderbibeltage vom 9.-12. April 2015
In den Osterferien ging es im Gemeindehaus in der Tat himmlisch zu. Über
80 Kinder waren zusammen mit gut
30 jugendlichen und erwachsenen
Mitarbeiter/innen auf den Spuren von
Jesus unterwegs. Sie hörten seine
spannenden Geschichten, erfuhren,
wie er mit Menschen umgeht und was
für gute Ideen er dabei hat.
So wurde für die Kinder ein Stück
Himmel auf Erden erfahrbar - bei Theater, Musik, Basteln und einem bewegten Stationenspiel.
Zuerst ging es um Jesu Gleichnis vom
Verlorenen Sohn. Der wurde ja von
seinem Vater mit offenen Armen wieder aufgekommen, als er zurück nach
Hause kam. Obwohl er vorher echt
Mist gebaut hatte und schließlich ganz
am Ende war. Doch der Vater liebt
ihn und vergibt ihm deshalb. Und auch
der eifersüchtige brave große Bruder
soll sich freuen und seinem heimgekehrten Bruder vergeben.
Mit dieser Geschichte zeigt Jesus:
Gottes Reich ist gelebte Vergebung,
ist eine Wirklichkeit, wo man mit Gott
versöhnt ist. Zugleich ist Gottes
Reich dort lebendig, wo Menschen
einander vergeben und so aus
Gottes Vergebung leben.
11
Unser Symbol dafür bei den Kinderbibeltagen waren die Hände, die wir
einander reichen und mit denen wir
einander vergeben und uns versöhnen können.
Am Freitag haben wir uns mit Jesu
Gleichnis vom Senfkorn beschäftigt:
Gottes Reich, sein Wirken unter uns
ist wie ein Senfkorn. Erst ist es so
klein, dass man es kaum erkennen
kann. Doch es wächst und wird immer
größer. Auch wenn wir Menschen dabei oft nicht genug mit Gott zusammenarbeiten. Gottes Reich breitet sich
trotzdem aus. Darauf können wir hoffen und vertrauen. Oder anders gesagt: Trau dich, Gott was zuzutrauen!
Am Samstag dann ging es um Jesu
Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Ein Weinbergbesitzer geht in
dieser Geschichte ja zu unterschiedlichen Tageszeiten auf den Marktplatz
und heuert Arbeiter für seinen Weinberg an. Am Ende des Tages erhalten
12
alle denselben Lohn,
auch wenn sie verschieden lange gearbeitet haben.
So können alle ihre Familien ernähren und
keiner muss Mangel
leiden. So ist das auch
in Gottes Reich, also
da, wo Gott wirkt und
erfahrbar wird und
Menschen ihr Leben
nach Gott richten. Wo
sie mit Gottes Augen
schauen und mit seinem Maßstab urteilen. In diesem Reich, in dieser Herrschaft Gottes bekommt jeder, was
er zum Leben braucht. Keiner kommt
hier zu kurz, jede kommt zum Zug.
Und es wird nicht gegeneinander aufgerechnet.
So wird durch Vergebungsbereitschaft
und Großzügigkeit das Leben reicher
- und wir selbst werden klüger und
weiser und uns wird leichter ums Herz.
Beim Abschlussgottesdienst am 12.
April füllten Jung und Alt die Katharinenkirche. Hier stand die Kindersegnung Jesu im Mittelpunkt und seine
Botschaft an Große und Kleine: Werdet wie die Kinder! Begegnet Gott
also offen und vertraut ihm, dann lernt
ihr ihn erst richtig kennen. Nehmt seine
Liebe wie ein Geschenk an. Wenn
ihr dieses Geschenk auspackt, erkennt
ihr, wo er in eurem Leben wirkt. Und
das wird euch verändern.
Pfarrerin Susanne Matthies
13
Unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden
Ende April hat der Konfikurs 2015/16 begonnen. Mit dabei sind: Marcus Andres, David Beckert,
Alex-David Dippel, Kira Dominik, Saskia Grubich, Sabrina Hahn, Philipp Hofmann, Sophia Huober, Max
Lipinski, Fabian Müller, Philipp Mutschler, Torben Parnitzke, Hannah-Sophie Rachwalski, Anna Julia
Rieber, Leonie Schindler, Nathalie Schneider, Marvin Weimer.
Übrigens: Am 26.7. stellen sich die neuen Konfis im Gottesdienst der Gemeinde vor und
bekommen ihre Bibel überreicht.
Herzliche Einladung!
Mitarbeiterabend „Mach’s nochmal Martin
- ein Reformator kehrt zurück! - “
Impressum:
Herausgeber:
© Evangelische Kirchengemeinde Eglosheim
Schriftleitung:
Pfarrerin Andrea Mattioli
Katharinenstraße 40, 71634 Ludwigsburg
Telefon 0 71 41 / 31 89 7
Email: [email protected]
Redaktionsteam:
Ulrich Bauer, Barbara Bopp, Andrea Mattioli
und Verena Weik
Fotos:
Ulrich Bauer, Waltraud Binder, Barbara Bopp,
Jürgen Enders, Alexander Leukhardt, Susanne
Matthies, Andrea Mattioli, Verena Weik
14
Rückblick Kelterplatzfest
Wir bedanken uns bei allen
KuchenspenderInnen ganz herzlich. Damit konnten wir an beiden
Tagen des Kelterplatzfestes ein
reichhaltiges Kuchenbuffet anbieten.
Dank auch an alle Helferinnen und
Helfer, die tatkräftig mit angepackt
haben.
Freitag, 02. Oktober 2015
Gemeindehaus
Fischbrunnenstraße 5
Beginn 20 Uhr
Einlass 19 Uhr
Eintritt Abendkasse: € 8,00
Bewirtung durch die
evangelische
Kirchengemeinde
15
Kirchentag in Stuttgart, Eglosheim ist dabei
beim Abend der Begegnung
beim Abschlussgottesdienst
Ein großes Dankeschön
Einige unserer Gäste und Gastgeber
ien
us W
a
e
t
Gä s
An alle GastgeberInnen!
Im Namen des Privatquartierteams danken wir
allen ganz herzlich, die Gäste des
Ev. Kirchentags bei sich zu Hause aufgenommen haben. Fast 50
Schlafgelegenheiten wurden in Eglosheim zur Verfügung gestellt. Dabei
kamen auch so einige KirchentagsbesucherInnen aus Österreich zu
uns - bestimmt wird es da bald mal
den einen oder anderen Gegenbesuch geben, z.B. im schönen Wien.
Andere haben außerdem Gäste aus
der eigenen Familie oder dem Freundeskreis aufgenommen und mit ihnen gemeinsam den Kirchentag
genossen.
Unser Dank gilt auch dem Privatquartiersteam selbst, das seit Mitte Januar
unermüdlich nach "Gräbele" und anderen Übernachtungsmöglichkeiten
für den Kirchentag gesucht hat.
aus Ber
lin
aus Korea
Wir danken allen Gastgebenden für
ihre Gastfreundschaft und hoffen, Sie
haben gute, spannende und vielleicht
auch weiterreichende Erfahrungen
mit Ihren Kirchentagsgästen gemacht.
17
Bestattungen
Theodor Steiner, 72 Jahre
Fred Storz, 73 Jahre
Max Gerst, 90 Jahre
Günter Bommer,
74 Jahre
Rosemarie Rösch,
geb. Zilling, 80 Jahre
Else Riedl,
geb. Mayer, 87 Jahre
Oleg Djomotschkin, 35 Jahre
Werner Schörnig, 65 Jahre
August Schwaberland, 71 Jahre
Taufen
Tom Reichert
Gisela Neysters, geb. Nitschke,
67 Jahre
Lukas Frank
Wörner
Edda Landt, geb. Zintz, 92 Jahre
Lina Kristin
Hauser
Elise Pfuderer, geb. Löckle,
89 Jahre
Lina Heuchert, geb. Bechthold,
101 Jahre
Chris Brenner
Emelie Brenner
Bodenbild aus dem Ostermontags-Familiengottesdienst
18
Deine Tage segne Gott
Er gebe
Deinen Füßen weiten Raum
Neue Reinheit deinem Herzen
Deinem Geist die wahre Freiheit
Deiner Seele einen Traum
Deine Tage segne Gott
Er gebe
Deiner Freude große Kraft
Neue Gründe deiner Sanftmut
Gegen Angst viel mehr Vertrauen
Deinen Sorgen gute Nacht
Deine Tage segne Gott
Er gebe
Dir Gelegenheit zu nehmen
Was dein Leben wertvoll macht
Christopher Reichert
19
Gemeindefest
im und ums Gemeindehaus Fischbrunnenstraße 5
Sonntag, 26. Juli 2015
10.00 Uhr Gottesdienst
mit Vorstellung der neuen Konfirmandinnen
und Konfirmanden in der Katharinenkirche
Anschließend:
Mittagessen
im Gemeindehaus (Fleischküchle und Kartoffelsalat)
Musik mit der Oldieband
Kaffee und Kuchen
Buntes Programm für Jung und Alt
Büchermarkt für Leseratten mit Schmökerkaffee
Kreativbasar