Macht Tippen doof? - Faber

1|2015
Unser Haus – Global · Regional · Lokal
Manuelles Schreiben und Zeichnen
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handschrift
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Macht Tippen doof?
Auch wenn Computerfans die Vorzüge des Digitalen loben – Neurowissenschaftler warnen: Die Abkehr von der Handschrift könnte die Lese- und Lernfähigkeit
beeinträchtigen.
Z
das Festhalten an der geschwungenen Schreibschrift
weifelsohne haben Sie in den letzten Tagen
für eine romantische Verklärung. Die Druckschrift sei
eine Einkaufsliste notiert, ein Post-It für Ihren
klarer und besser lesbar und für viele ebenso schnell
Kollegen geschrieben, das Hausaufgabenheft
zu schreiben wie die traditionelle. Dagegen beharrt der
Ihres Kindes korrigiert oder bei einem MeeBundesstaat Indiana beispielsweise auf der Lehre der
ting schnell ein paar Notizen hingekritzelt. Aber Hand
Schreibschrift, sonst könne bald
aufs Herz: Wann haben Sie das
niemand mehr die Grußkarten
letzte Mal einen längeren Brief
der Großeltern lesen oder den
per Hand geschrieben?
Originaltext der Unabhängig Eines ist sicher: Die neuen
keitserklärung.
digitalen Möglichkeiten erlau
Es spielt doch eigentlich keiben uns gerade im Berufsleben,
ne Rolle – so sollte man meinen
Texte mit einer derartigen Ge– welches Werkzeug der Mensch
schwindigkeit zu produzieren,
zum Schreiben benutzt – Hauptdass sie die Handschrift mehr
sache die Qualität des Textes
und mehr ersetzen. Die USA hastimmt. Die Experten jedoch
ben daraus bereits Konsequensind anderer Meinung, denn
zen gezogen und die sogenannte
Stift und Tastatur aktivieren unSchreibschrift aus dem staatenterschiedliche kognitive Muster.
übergreifenden Lehrplan, dem
Edouard Gentaz,
„Die Handschrift erfordert eine
Common Core Curriculum
Universität Genf
komplexe Gestik, die gleichzeiStandards, verbannt.
Verpflichtend für amerikatig sensorische, motorische und
nische Schüler ist seit 2013 die
kognitive Impulse setzt“, erklärt
Edouard Gentaz, wissenschaftlicher Leiter der franzöBenutzung der Tastatur sowie das Erlernen der versischen Forschungsorganisation CNRS und Entwickeinfachten Druckschrift. Seither tobt in den Staaten
lungspsychologie-Professor an der Genfer Universität.
ein Glaubenskrieg. Die Los Angeles Times pries diese
Reform als einen entscheidenden Fortschritt und hält
> weiter auf Seite 5
„Die Handschrift
erfordert eine komplexe
Gestik, die gleichzeitig
sensorische, motorische
und kognitive Impulse
setzt.“
Tippen oder Schreiben?
Pen of the Year 2015
Seite 6
Seite 10
Farbe erleben – Shop in Shop
Konzept für Art & Graphic Seite 12
Vor 80 Jahren:
Faber-Castell und Osmia
Seite 14
0 2 | U m w e l t &
S o z i a l e s
Klimaschutz im Fokus
Faber-Castell wirtschaftet weltweit klimaneutral
S
eit 2009 ermittelt Faber-Castell den sogenannten
Carbon Footprint, den jährlichen CO2-Ausstoß der
Faber-Castell Gruppe. Dazu werden in einer großangelegten Evaluation Informationen über den Verbrauch
der einzelnen Werke gesammelt. Die Daten reichen vom
Energieverbrauch bis zur Müllproduktion uvm. In der
neuesten Erhebung für das Geschäftsjahr 2012/13 fließen
nun auch Emissionen durch Güter- und Personentransport mit ein. Ziel ist es, Möglichkeiten zur Reduzierung
der Emissionen zu identifizieren und so den Carbon Footprint der Gruppe langfristig zu mindern.
Auch bei der Stiftproduktion setzt Faber-Castell auf
Klimaschutz. Die Ressource Holz spielt bei Faber-Castell
seit jeher eine wichtige Rolle. Um die hohe Qualität
der Produkte zu sichern und sich von schwankenden
Setzlinge des Typs Pinus Caribaea
in Brasilien
Zum Schutz der Artenvielfalt hat FaberCastell verschiedene Biodiversitätsprogramme initiiert.
Holzpreisen unabhängig zu machen, wurde vor rund 30
Jahren ein einmaliges Aufforstungsprojekt im Südosten
Brasiliens gestartet. Rund 10.000 Hektar Fläche wurden
mit Millionen von Setzlingen bepflanzt. Das FSC®-zertifizierte Holz aus diesen Wäldern dient heute der Versorgung des weltgrößten Werks in São Carlos. Im Jahr 2015
rücken die Wälder wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Eine wissenschaftliche Studie des TÜV
Rheinland hat ergeben, dass sie den Carbon Footprint um
ein vielfaches kompensieren. Anders als viele Firmen, die
ihre Klimabilanz durch den Zukauf von Emissionszertifikaten lediglich rechnerisch neutralisieren, kann sich Faber-Castell als weltweit erstes Unternehmen der Schreibwarenbranche als vollständig klimaneutral bezeichnen
und leistet einen echten Beitrag zum Klimaschutz.
0 3 | U m w e l t &
S o z i a l e s
Sozialaudit in Kolumbien
Delegation überprüft Einhaltung der Faber-Castell Sozialcharta
M
it der Unterzeichnung der weltweit gültigen Sozialcharta
im Jahr 2000 hat Faber-Castell sich verpflichtet, in allen
Gesellschaften der internationalen Unternehmensgruppe
Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, wie sie
von der Internationalen Arbeitsorganisation ILO empfohlen werden. Die Einhaltung der Sozialcharta wird regelmäßig vor Ort überprüft.
Im Jahr 2014 besuchte Gisbert Braun, Leiter Qualitätsmanagemenz und Nachhaltigkeit bei Faber-Castell, mit Vertretern der
internationalen Firmengruppe, der deutschen IG Metall und der
internationalen Gewerkschaft BHI (Bau- und Holzarbeiter Internationale) das Werk in Bogota sowie die aufgeforstete Gmelina-Plantage mit einer Fläche von fast 2.000 Hektar und das neue Sägewerk
am Rio Magdalena im Norden des Landes. Ein Betrieb übrigens, in
Beim Kontrollritt durch die Plantage
sind Pferde den motorisierten Fortbewegungsmitteln in vieler Hinsicht
überlegen. Sie sind daher auch die erste
Wahl von Gisbert Braun (Leiter Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit)
und David Varga (Bereich Forst und
Holz in der Faber-Castell Unternehmensgruppe) .
dem – anders als in Kolumbien bis dato üblich – nach europäischen
Sicherheits- und Umweltschutzstandards gearbeitet wird und der
dadurch landesweit eine Ausnahmestellung einnimmt. Norbert Feder von der Faber-Castell’schen Forstverwaltung hatte die Arbeiter
vor Ort nach dem Vorbild der firmeneigenen Wälder im fränkischen
Dürremhembach eigens geschult. Die Delegation kontrollierte in Kolumbien nun die Einhaltung
der Arbeitsbedingungen und überzeugte sich u.a. von der ergonomischen Beschaffenheit der Arbeitsplätze. Abschließend wurden
in Gesprächen mit den Mitarbeitern praktische Lösungsansätze
erarbeitet, um die Beschäftigungsbedingungen weiterhin nachhaltig optimieren zu können. So wird es künftig z.B. mehr Erste-Hilfe-Trainings geben, und die Schutzausrüstung der Forstarbeiter soll
qualitativ noch besser werden.
Mitarbeiter des neuen Sägewerks am
Rio Magdalena im Norden Kolumbiens
0 4 | U m w e l t &
S o z i a l e s
Preisübergabe: V.l.n.r.:
Martin Oldeland (Vorstandsmitglied B.A.U.M. e.V.),
Anton-Wolfgang Graf von
Faber-Castell (Vorstandsvorsitzender Faber-Castell AG),
Prof. Dr. Maximilian Gege
(Vorsitzender B.A.U.M. e.V.),
Dieter Brübach (Vorstandsmitglied B.A.U.M. e.V.)
B.A.U.M.-Umweltpreis für Lebenswerk
Anlässlich der 30. Jahrestagung des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. wurde
Graf von Faber-Castell im September 2014 der B.A.U.M. Umweltpreis für sein Lebenswerk verliehen. Der Verein zeichnet jedes
Jahr Menschen aus, die „den Spagat zwischen Ökonomie und Ökologie meistern“. In ihrer Begründung würdigte die achtköpfige
Jury das langjährige Engagement des Unternehmers für nachhaltige Waldbewirtschaftung und umweltgerechtes Produzieren. Faber-Castell kultiviert nicht nur seit 1984 eigene Forste zur Bleistiftproduktion, sondern legt darüber hinaus in der gesamten Produktionskette Wert auf sozial und ökologisch verträgliche Verfahren. Jüngst bescheinigte der TÜV Rheinland dem Unternehmen
einen durchweg CO2-neutralen Fußabdruck: Die firmeneigenen Wälder absorbieren demnach über 900.000 Tonnen Kohlendioxyd
– weit mehr, als die eigenen Fabriken weltweit emittieren (s. auch Seite 2, „Klimaschutz im Fokus“).
Aktionstag im Wald: Tschechische Grundschüler begeisterten sich für die Ressource Holz.
Grünes Klassenzimmer
Faber-Castell Tschechien initiiert Waldprojekt für Kinder
U
m Kinder für einen respektvollen Umgang mit
der Natur zu sensibilisieren und ihnen den Wert
der Ressource Holz nahezubringen, lehrte die
tschechische Stiftung „Holz fürs Leben“ im September
2014 rund 100 Grundschüler aus Hluboka und Vltavou in
einem nahe gelegenen Wildpark das Einmaleins des Waldes. Unter Anleitung von Experten durften sie sich einen
Tag lang als Förster versuchen – bei der Aufforstung helfen, den Waldbestand kennzeichnen, Tiere versorgen etc.
Zum Abschluss demonstrierten die Kollegen von Faber-Castell Tschechien, wie eigentlich die Mine in den
Holzbleistift kommt, den ein Schüler täglich im Unterricht benutzt – und jeder durfte vor Ort seinen eigenen
Stift herstellen. Ein unvergessliches Erlebnis!
So kommt die Mine in den Stift: Die Kinder
lernten, wie man einen Holzstift kreiert.
0 5 | I n t e r n a t i o n a l
Au s z e i c h n u n g e n
Türkei
Creativity
Awards 2014
Tastatur versus Schrift
> Fortsetzung von Seite 1
Die Amerikaner Pam Mueller und Daniel Oppenhei
Mit der Tastatur arbeite das Kind nicht in derselben
Art und Weise. Statt einen Buchstaben nach seinem
mer untersuchten eine Gruppe von 300 Studenten der
visuellen Gedächtnis gemäß seiner feinmotorischen
Universität Princeton und der Universität von KaliFähigkeiten zu zeichnen, drückt es eine Taste – ein
fornien und stellten fest, dass diejenigen Studenten,
Bewegungsablauf, der unabhängig vom Buchstaben
die handschriftliche Notizen während den Vorlesunimmer identisch verläuft. Zudem sind die graphischen
gen machten, leichter auf komplexe Fragenstellungen
Möglichkeiten begrenzt: Mit dem Computer kann man
zum Stoff antworten konnten als diejenigen, die einen
weder rückwärts schreiben,
Computer zum Mitschreiben
noch Ränder überschreiten,
benutzten. Die WissenschaftSchriften überlagern oder deler haben darauf eine einfache
formieren; man kann das Papier
Antwort: In der manuellen
nicht ausschneiden, zerknüllen
Mitschrift wird der Stoff beund zerreißen – kurzum – sich
reits gedanklich verarbeitet,
dessen Dreidimensionalität frei
schließlich muss der Text
bedienen. Auch mit dem fertivon Beginn an sinnvoll zugen Text enden die Unterschiesammengefasst werden. Die
de nicht: Der Computer liefert
Tastatur-Benutzer dagegen
nur das Endresultat, Stift und
neigten dazu, viel mitzutipPapier hingegen spiegeln sichtpen und wörtliche Transkripbar den langen Arbeitsprozess
tionen abzufassen, was eine
mit all seinen Korrekturphasen
reflektierte Kopfarbeit verwider.
hindert.
Die amerikanische Journa Dennoch sind Wissenlistin Anne Trubek beschwört
schaftler vorsichtig, aus diein einem Artikel die Vorzüge
sen ersten Erkenntnissen alldes Computerschreibens, ja,
»Die Tastatur erlaubt uns,
gemeingültige Rückschlüsse
des „kognitiven Automatiszu ziehen: „Es gibt derzeit
mus“, der es möglich mache, so
schneller zu sein – nicht
noch keine Studie, die einschnell wie möglich zu denken,
deutig beweist, dass die Bebefreit von Schreibzwängen,
weil wir wollen, dass alles
nutzung von Stift oder Tasdie uns gerne mal mitten im
tatur unser Textverständnis
Entstehungsprozess den Faden
schneller geht – sondern
oder unsere Denkstrukturen
verlieren lassen.
verändert“, so Edouard Gen Einige Experten der Neuaus dem gegenteiligen
taz. Trotz der Omnipräsenz
rowissenschaftler sind hingedes Computers glaubt er jegen skeptisch. Sie schätzen,
Grund: Wir wollen mehr
doch nicht an ein Verschwindass die Abkehr von der Handden der Handschrift. Er hält
schrift Folgen im Hinblick auf
Zeit zum Denken haben.«
die Tastatur des Computers
die Leselernfähigkeit haben
für ein Übergangsphänomen:
wird. Marieke Longschamp
Anne Trubek, US-Schriftstellerin
„Touch-Screen und Stylus
und Jean-Luc Velay, beide Neuwerden der Gestik ein Reviro-Wissenschaftler des CNRS
val bescheren“.
und der Universität Aix-Marseille, haben in einer
Das Handgeschriebene und -gezeichnete, so die
Studie mit Drei- bis Fünfjährigen nachgewiesen, dass
Wissenschaftler des CNRS, sei im Übrigen gegenwärKinder, die Buchstaben nachzeichnen, diese besser
tiger als vielen bewusst ist. Graphikdesign, Illustratiund schneller wiedererkennen als die Vergleichsgruponen und Kalligraphie sind angesagter denn je. Auch
pe, die beim Erlernen von Buchstaben ausschließlich
die zweistelligen Umsatzsteigerungen im Bereich Art
die Tastatur benutzte. Dasselbe Ergebnis ergab eine
& Graphic bei Faber-Castell sprechen eine deutliche
Studie mit Erwachsenen, die bengalische oder tamiliSprache und zeugen von der wachsenden Begeistesche Schriftzeichen erlernen sollten. Wissenschaftler
rung der Menschen, Individuelles von Hand zu proEdouard Gentaz spricht von einem „körperlichen Geduzieren. Vielleicht liegt das einfach daran, dass das
dächtnis“. Die Idee des Sich-Erinnerns durch Bewemanuell Gefertigte der drögen Tastatur etwas entgegung hat im Übrigen auch die Pädagogik von Maria
genzusetzen hat. Wie das? Das Manuelle erreicht uns
Montessori stark beeinflusst.
auf emotionaler statt auf sachlicher Ebene: Es kom Manche Wissenschaftler gehen sogar noch einen
muniziert mit Charme, Persönlichkeit und beabsichSchritt weiter. Sie gehen davon aus, dass nicht nur die
tigter Imperfektion.
Lesefähigkeit leidet, sondern auch die Lernfähigkeit.
Nach Anne Chemin, Le Monde
Der Computer liefert
nur das Endresultat,
Stift und Papier
hingegen spiegeln
sicht bar den langen
Arbeitsprozess.
> Weitere Meinungen zum Titelthema auf Seite 6-7
Großer Erfolg für Adel
Kalemcilik: Die Kollegen unseres türkischen
Partnerunternehmens in
Istanbul gewannen mehrere bedeutende Marketingpreise, alleine drei
davon auf dem Crystal
Apple Festival, der wichtigsten Veranstaltung der türkischen Werbebranche.
So wurde Adel u.a. für sein kreatives Event-Marketing für Kinder
ausgezeichnet. Das Konzept: In einem Kino bastelten Jungen und Mädchen unmittelbar vor Filmbeginn
mit den Connector-Filzstiften von
Faber-Castell lustige Figuren. Während die Kleinen dann im Kinosaal
saßen, entwarfen Adel-Mitarbeiter
Filmplakate und setzten dabei die
gerade geschaffenen Kunstwerke der
Kinder in Szene. Und die waren natürlich begeistert, als sie ihre eigenen
Kreationen beim Verlassen des Kinos
auf Postern in beleuchteten Schaukästen entdeckten! Der Clip dazu ist
online auf Youtube zu sehen unter
„Faber-Castell Colorful Directors“.
Außerdem überzeugte die Gestaltung eines Bleistift-Radierer-Sets:
Der Verband der türkischen Verpackungsindustrie prämierte die grafischen Designs in Jeans-, Streifen- und
Rennfahrer-Optik. Wir gratulieren!
Indonesien
Marketing Award 2014
Eine weitere große Anerkennung
für Faber-Castell International Indonesien: Das Unternehmen hat den
Marketing Award 2014 in den Kategorien „Marketinginnovation“, „Erlebnismarketing” sowie für die Rolle
als Markt bestimmender Impulsgeber bekommen. Die Jury, bestehend
aus indonesischen Akademikern,
Beratern und Werbefachleuten, ehrt
damit die ebenso kreativen wie erfolgreichen Marketingstrategien von
Faber-Castell International Indonesien im heimischen Markt. Herzlichen
Glückwunsch!
Zum Thema
0 6 | I n t e r n a t i o n a l
handschrift
Tippen oder
Schreiben?
Wir haben einige
Meinungen
zusammengetragen:
»Von Hand Geschriebenes ist
gedanklich und inhaltlich besser
strukturiert und lässt sich nachweisbar
besser lernen und merken als
Getipptes. Aber auch die neuen
Technologien des Schreibens müssen
methodisch richtig platziert und dosiert
gelehrt werden. Es bleibt: Schreiben
und Zeichnen mit der Hand ist
Basiskompetenz für vieles, u.a.
auch für das Tippen!«
»Schreibschrift ist
eine Kulturtechnik,
die erhalten bleiben
muss.«1
Mathias Brodkorb,
Bildungsminister Mecklenburg-Vorpommern
»Ich schwelge in der Schönheit
des Handgemachten, und nichts ist
befriedigender als ein feiner Stift und
die Kunst der Kalligraphie. Ich bin eine
von denen, die von der Handschrift
eines Menschen auf seinen Charakter
schließt.«
Stephanie I. Müller,
Kunst- und Medienpädagogin,
Bildungsexpertin
Mediastep-Institut, Nürnberg
Mira Nair, indische Regisseurin
Dave Broadway,
Geschäftsführer
Docmail
»Die Qualität unserer
Kommunikation und
unserer Ausdrucksweisen
werden immer von
Bedeutung sein. Die
Handschrift behält ihren
sentimentalen Wert,
wird aber unvermeidbar
verdrängt, wenn es darum
geht, effizient zu sein.«2
Dear, Dear Diary
I wanna tell my secrets
‚Cause you‘re the only one
That I know willl keep them
Dear, Dear Diary
I wanna tell my secrets
I know you‘ ll keep them
This is what I‘ve done *
»Die Abkehr von
der Schreibschrift
wäre der Kniefall
vor der
fortschreitenden
motorischen
Verarmung unserer
jungen Leute.«3
HA
ND
Josef Kraus,
Präsident des Deutschen
Lehrerverbands
abcdefghijklmnopqrstuvwxyzabcdefghijklmnopqrstuvwxyz
»Das Erlernen der Handschrift ist
notwendig zur Verinnerlichung
des Alphabets, denn es erlaubt die
Verbindung von Buchstabenform und
Handbewegung. Diese Assoziation ist
mit der Tastatur nicht möglich: Die
Geste des Tippens hat absolut nichts
mit der Buchstabensilhouette zu tun«4
Jean-Luc Velay, Neurowissenschaftler,
u.a. an der Universität Aix-Marseille
* Aus dem Song “Dear Diary“ von Pink. Text: Alecia Moore, Linda Perry. ©Pink Panther Music/Emi-april, Stuck In The Throat Music, Sony/ATV Harmony.
ABC
0 7 | I n t e r n a t i o n a l
»Im digitalen Zeitalter tut es gut zu
wissen, dass es nach wie vor Leute
gibt, die das Schreiben von Hand
wertschätzen.«
»Ich hasse
Computer! Die
Handschrift
verrät alles, was
man über eine
Person wissen
möchte!«
Edouard Gentaz, Professor
für Entwicklungspsychologie
an der Universität Genf
»Es gibt derzeit noch keine Studie,
die eindeutig beweist, dass die
Benutzung von Stift oder Tastatur
unser Textverständnis oder unsere
Denkstrukturen verändert.«5
Alan Cumming,
britischer Schauspieler
Kenny Glenaan,
britischer Regisseur
aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa
Write
»Das sorgfältige Schreiben von Hand wird zum Abbild des sorgfältigen Denkens
im Kopf. Es fordert Konzentration, Haltung in Körper und Kopf. Es zwingt zum
Denken und Sitzen in einem Guss, an einem Stück. Nicht umsonst dient die
Kalligraphie den Zen-Mönchen als ein Mittel, den Geist zu beruhigen.«6
Simona Pfister, Journalistin, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Mit dem
handgeschriebenen
Manuskript nähert
man sich der Intimität
des Schreibers mehr
als beim Lesen des
gedruckten Werks.
[…] Jede Schrift
entspringt einer eigenen,
emotionalen Gestik
und besitzt einen
individuellen Charme.«7
Barnaby Thompson,
britischer Filmproduzent
»Das Herzstück
eines jeden tollen
Films ist ein gut
geschriebenes
Drehbuch, und das
wichtigste Werkzeug
dafür ist ein toller
Stift.«
»Die persönliche
Handschrift ist das
größte Geschenk
im Leben.«
xxx
Frank Kessler,
deutscher Schauspieler
»Mit Stift und Papier verschwindet
nichts: Man konserviert die
materiellen Spuren seiner Arbeit.
Die Fehler, Korrekturen, Kritzeleien
und Kollagen sind wie eine physische
Erinnerung, so sichtbar wie greifbar.
Es sind diese unterschiedlichen
Momente, die die Schrift prägen.«8
Roland Jouvent,
Psychiater am Hospital
Pitié-Salpetrière, Paris
Claire Bustarret, Handschriften-Expertin
am Forschungszentrum CNRS, Paris
1, 3: Nürnberger Zeitung, 14.1.15 | 2: Pressemeldung Docmail vom 25.6.12 | 4, 5, 7, 8: Le Monde, 15.11.14 | 6: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.1.15
0 8 | K u n s t
Werkzeug der Kreativen
Z
eichnen ist eine der ältesten Kulturtechniken des
Menschen. Grundlegendes Werkzeug dabei bis
heute: der einfache Stift, meist ein Bleistift. Welche eigenständigen Wege ein vielversprechender junger
Künstler damit gehen kann, beweisen die für die Unternehmenssammlung Faber-Castell erworbenen Arbeiten
des in Berlin lebenden Fiete Stolte (*1979) aus einer Werkreihe, die sich mit dem bildnerischen Material Graphit
beschäftigt: Die Skulptur „Drawing into Space“ ist ein
präziser Abguss der Hand des Künstlers im Maßstab 1:1.
Da sie aus Graphit besteht, lässt sie sich theoretisch auch
als Zeichenwerkzeug nutzen, und zwar so lange, bis das
Material verbraucht ist. Das heißt, Stolte überträgt den
ursprünglichen Verwendungszweck des Graphits auf das
Artefakt, also die Hand, um sie auf poetische Art und
Weise sich selbst wieder auflösen zu lassen. Und genau
das tat der Künstler: Er benutzte die Graphithand zum
Zeichnen, bis sich am Zeichenfinger durch den Abrieb
des Materials eine polierte Fläche bildete, in der er
sich nach getaner Arbeit spiegeln konnte. Mit diesem
flüchtigen Selbstbildnis führt Stolte die Tradition der
Selbstportraits in der Kunstgeschichte fort: Beim Zeichnen überträgt die Hand die künstlerische Idee aus dem
Kopf unmittelbar aufs Papier. Sie ist ein Werkzeug, die
Schnittstelle zwischen Geist und Materie und steht daher
sinnbildlich für die künstlerische Genialität.
Fiete Stolte
Fiete Stolte,
Drawing into Space,
2014, Graphit,
Holz, 60 x 40 x 46
cm, Unikat (Sammlung Faber-Castell),
c Fiete Stolte
0 9 | K u n s t
Die ganze Welt aus Graphit
D
as Ergebnis einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit von Faber-Castell mit einer Künstlerin war kürzlich in Marseille
zu sehen: Der Graphitglobus von Marie Reinert (*1971) war
bis 28. Februar 2015 in der Einzelausstellung „Défense Yokohama“
im Museum des französischen Regionalfonds für zeitgenössische
Kunst (FRAC) ausgestellt.
Die französische Video-, Performance- und Objektkünstlerin
war 2011 an den Hersteller ihres Lieblingsstifts, des legendären
CASTELL 9000 in Härtegrad 7B, herangetreten, um ein Kunstwerk
zu entwickeln, das diesen ins Zentrum ihrer Arbeit rückt.
Grundlegend für die Idee war ihre Auseinandersetzung mit
dem industriellen Fertigungsprozess in der Minenfabrik in Stein.
Harald von Godin, bei Faber-Castell zuständig für die Minenentwicklung, begleitete den kreativen Prozess mit seinem technischen
Know How. Die Herausforderung bestand darin, ein keramisches
Material zu entwickeln, dessen Blöcke trotz der Größe stabil und
handhabbar genug waren für eine anschließende mechanische
Bearbeitung. Im August 2014 konnte endlich eine 290kg schwere
Ladung ins Berliner Atelier der Künstlerin geliefert werden: die
größten jemals gebrannten CASTELL 9000 7B Minen mit einem
Umfang von 11 x 18 x 26 cm.
Die raue Oberfläche und die graue Farbe des Objekts erinnern
an einen Gegenstand kosmischen Ursprungs, an einen Kleinplaneten etwa. Die fragile Struktur kann jederzeit auseinanderbrechen;
dennoch lädt er den Betrachter ein, die Oberfläche mit dem Auge zu
bereisen und eine fremde Welt zu entdecken.
c Marie Reinert, Globus, 2014, 12 Blöcke (Graphitgemisch 7B), 45
cm, Holztransportkiste 79 x 70 x 70 cm, Assistant Elia Kragerud,
Technical design Ivan Lacaze, Coproduction Faber-Castell © JC
Lett/ FRAC Provence Alpes Côte d‘Azur.
Geschüttelt
und gespitzt
I
m schicken Londoner Stadtteil
Mayfair gilt das „Sketch“ als echter
Hot-Spot für kulinarische Genüsse in
extravagantem Ambiente. Sterne-Restaurant und diverse Bars warten
mit einzigartigem Raumdesign auf,
dessen Flair Szenegänger gerne bei
einem kühlen Drink vor dem Dinner
genießen.
Seit November 2014 ist die East
Bar in „Sketch“ um eine Attraktion reicher: Mehr als 650 Colour
GRIP Buntstifte aus dem Hause Faber-Castell, farblich perfekt abgestimmt auf die Flaschen der edlen
Tropfen, schmücken als dauerhafte
Installation den gläsernen Tresen.
Das sieht nicht nur fantastisch aus,
sondern offenbart gleichzeitig eine
Gemeinsamkeit zwischen Stiften
und Flaschen: sie sind alle Handwerkszeug von Kreativen. So gesehen positioniert sich also auch das
professionelle Bar-Mixen als eine Art
Kunstform. Cheers!
Zum Thema
1 0 | I n t e r n a t i o n a l
handschrift
Grüner Chrysopras als Wandverkleidung im Neuen Palais
König Friedrich II. (1712-1786)
Sanssouci, Potsdam
Lieblingsschloss des Preußenkönigs: das Neue Palais in Potsdam-Sanssouci
Pen of the Year 2015
D
ie faszinierende Architektur des Neuen
Palais von Sanssouci, erbaut nach Plänen von Friedrich II. (1712-1786), war
Inspiration für die neue limitierte Edition Pen
of the Year. Vier grüne schlesische Serpentine und ein russischer Rauchquarz, von Hand
geschliffen und poliert, zieren den platinierten
Schaft und die Kappe. Die Sonderedition kombiniert eine 24-Karat-Vergoldung mit grünem
Serpentin und einem seltenen Chrysopras,
dem Lieblingsnaturstein Friedrichs des Großen. Die traditionsreiche Edelsteinmanufaktur
Herbert Stephan aus Idar Oberstein stellt mit
der Kreation dieses Pen of the Year ihr Können
eindrucksvoll unter Beweis.
Das Neue Palais von Sanssouci lässt Friedrich II. nach dem Siebenjährigen Krieg (17561763) als Zeichen seines Sieges über die mächtige Habsburger Monarchie errichten. Die
Festsäle des Prunkbaus suchen in Europa ihres
gleichen: Die Wandverkleidungen bestehen aus
wertvollen dekorativen Natursteinen, über die
Preußen mit der Eroberung von Schlesien in
reichem Maße verfügt, darunter verschiedenfarbiger Marmor, Jaspis, Amethyst, Serpentin
und schließlich Chrysoprase – Steine, die mit
ihrer smaragd- bis apfelgrünen Färbung als
wertvollste Quarzvarietät gelten.
1 1 | R e t a i l
Luxus am Neuen Wall
Graf von Faber-Castell Store eröffnet in Hamburg
„Handmade
in Germany“
auf Weltreise
D
ie Schreibgerätemarke Graf von Faber-Castell ist nun auch
in Hamburg mit einem eigenen Store vertreten. Am Neuen
Wall, einer der europaweit führenden Geschäftsstraßen für
internationale Luxusmarken, öffnete der Laden am 29. November
2014 seine Pforten. Frank Schleicher, Retail Geschäftsführer bei
Faber-Castell, ist hoch erfreut über den neuen Standort: „Die Tradition des Neuen Walls als gehobene Einkaufsstraße, das hochwertige
Markenumfeld und die internationale Klientel, die uns hier in Hamburg erwartet, sind einzigartig. Hamburg passt zu uns!“
Liebhaber der hohen Kunst des Schreibens finden auf 30 m² das
Sortiment exklusiver Schreibgeräte und Accessoires der Graf von
Faber-Castell Collection. Die Schreibkultur aus gräflichem Hause
zeichnet sich durch ihre klassische und elegante Formgebung aus
und erhält durch die handwerkliche Verarbeitung von Edelhölzern
und Edelmetallen ihre Unverwechselbarkeit.
In Hamburg gibt es zusätzlich ausgewählte Produkte, die exklusiv in den Graf von Faber-Castell Stores erhältlich sind: feines
Briefpapier, abgestimmt auf die Schreibfarben der Tintenkollektion, sowie die Graf von Faber-Castell Holzkassette, gefüllt mit 36
hochwertigen Farbstiften aus kalifornischem Zedernholz. Außerdem empfiehlt sich hier das neue Lieblingsstück der Collection: die
Damenhandtasche aus italienischem Kalbsleder.
Weltweit lancierte das Unternehmen seither 13 eigene Geschäfte und mehr als 300 Shop-in-Shops. Der erste Graf von Faber-Castell
Store wurde im Jahr 2013 im Düsseldorfer Kö-Bogen eröffnet.
Graf von Faber-Castell
tourt mit handwerklich
gefertigter Collection
D
Graf von Faber-Castell Store, Neuer Wall 42, Hamburg
Shoppen in Sihlcity
Im renommierten Züricher Einkaufszentrum Sihlcity hatte die Schweizer
Kundschaft im Dezember 2014 einen Grund mehr zum ausgiebigen Shoppingbummel: Bereits das dritte Jahr in Folge konnten dort im eigens installierten Kiosk zur Vorweihnachtszeit stilvolle Geschenkideen aus dem Hause Faber-Castell erstanden werden: hochwertiger Künstlerbedarf, Mal- und
Zeichenutensilien für Kinder sowie allerhand Funktionelles und Schönes für
Uni und Büro. Eine erfolgreiche Verkaufsaktion, auf die sich die Eidgenossen
auch Ende dieses Jahres wieder freuen dürfen!
Kugelschreiber AMBITION OpArt Black Sand
ie Graf von Faber-Castell Collection, Inbegriff höchster Schreibkultur und eine der wichtigsten
deutschen Luxusmarken¹, zeigt international Flagge: Als Mitglied der
Initiative Deutsche Manufakturen
(IDM) präsentierte sie sich gemeinsam mit anderen traditionsreichen
deutschen Herstellern im September 2014 zum „Tag der Deutschen
Manufakturen“ auf dem Gelände
der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) in Berlin.
Auch in Russland hieß es „Handmade in Germany“: Die gleichnamige
Designausstellung gastierte im September in St. Petersburg und wird
innerhalb der kommenden Jahre in 14
weiteren internationalen Metropolen
in Asien, Afrika und dem mittleren
Osten zu sehen sein. Nächste Ziele
sind Moskau (ab 20. Februar 2015)
und Shanghai (ab 1. Mai 2015).
Als eine von 100 ausgewählten
Manufakturen gehört die Graf von
Faber-Castell Collection zu den teilnehmenden Botschaftern deutscher
Handwerkskunst, die weltweit zeitgenössische Qualitätsprodukte vorstellen. Veranstalter und Initiator der
Tournee ist das Direktorenhaus Berlin. Übrigens: Die Tour selbst ist inspiriert von der so genannten „Walz“,
der Gesellenreise, die zukünftige
Handwerksgesellen nach Abschluss
ihrer Lehrzeit unternehmen – eine
deutsche Tradition, die bis heute fortlebt. http://handmade-worldtour.com
¹ Quelle: Ranking der Agentur Brand Rating
im Auftrag des Magazins WirtschaftsWoche
(Ausgabe 34/2009)
Zum Thema
1 2 | I n t e r n a t i o n a l
handschrift
Farbe Erleben
Neues Shop-in-Shop Konzept für das Künstlersortiment Art & Graphic
F
rischer Wind am POS: Seit Mitte
letzten Jahres ist das neue Shopin-Shop Konzept für das Art &
Graphic Sortiment im Einsatz. Es zeichnet sich aus durch die Flexibilität seiner
Module und kann individuell an den
Kundenwunsch angepasst werden. Als
erster Fachhändler hat Kaut-Bullinger
in der Münchner Rosenstraße die neue
Wand installiert, die den Premium-Anspruch von Faber-Castell unterstreicht:
Das ganze Farbspektrum des Künstlerbedarfs präsentiert sich hier eindrucksvoll
auf fünf Metern. Zwischen Einzelstiften
und Etuis informieren eigens integrierte
Bildschirme über die mannigfachen Anwendungsmöglichkeiten der Produkte;
darüber hinaus kommuniziert das Modul
Wissenswertes aus der mehr als 250-jährigen Firmengeschichte des Traditionsunternehmens.
Ein ganzheitliches Markenkonzept,
das beim Kunden ankommt, wie uns
Kaut-Bullinger bestätigt. Nach der offiziellen Präsentation des neuen Shop-inShops im Rahmen der Frankfurter Fachmesse Paperworld im Januar 2015 läuft
nun der internationale Roll-Out des Systems an.
1 3 | I n t e r n a t i o n a l
Gesichter
Dr. Thomas Knäble
Malaktion zum Kindertag in China
Produktkonzepte für die Bildung
Faber-Castell steuert weltweit Aktivitäten für Lehrer und Erzieher
W
enn es uns gelingt, Pädagogen von der Qualität unserer Produkte zu überzeugen, dann
empfehlen sie diese vielen Eltern zum Kauf. Dieser Multiplikatoren-Effekt ist in allen
Märkten ein wichtiger Faktor, um mit unserem Sortiment Spielen und Lernen langfristig erfolgreich zu sein. Deshalb sind wir nicht nur auf vielen Bildungsmessen und -kongressen präsent,
sondern wir gehen auch direkt in die Kindergärten und Schulen. Ob Seminare mit Kunstprofessoren in Peru, Workshops für Kindergartenerzieher in Indonesien oder Mal-Events zum Kindertag in China – die Faber-Castell Teams stellen weltweit tolle Aktivitäten auf die Beine, um Pädagogen und damit auch Eltern und Kinder für unsere Mal- und Schreibprodukte zu begeistern.
Workshop für Kindererzieherinnen
in Indonesien
Nach mehr als 13 Jahren verließ Dr. Thomas Knäble Ende Oktober 2014 das Unternehmen in den wohlverdienten Ruhestand.
Der ehemalige Geschäftsführer, der bereits
vor seiner Karriere bei Faber-Castell in der
Branche tätig war, wurde 2001 zunächst
als Berater für Ressourcen und technische
Entwicklung vom Unternehmen engagiert.
Von Beginn an war er weltweit unterwegs:
Seine erste Reise führte ihn nach Costa
Rica, wo er ein Holzprojekt strategisch begleitete und realisierte. Später erschloss er
Rohstoffquellen für die Holzstiftproduktion auf den exotischen Salomonen, einem
Inselstatt im Südwesten des Pazifiks. Sein
Fokus lag stets auf der Erschließung von
nachhaltigen Ressourcen. So initiierte er
2008 in Kooperation mit örtlichen Farmern den Anbau von Gmelina-Pflanzen
auf eigenen Plantagen in Kolumbien. 2011
wurde er zum technischen Geschäftsführer berufen. In dieser Funktion führte er
u.a. die Software SAP in der Faber-Castell
Vertrieb GmbH ein und setzte das Logistikzentrum in Frauenaurach um.
Bei seinem Abschied verzichtete Dr.
Knäble auf Geschenke und bat stattdessen um Spenden für den Graf von Faber-Castell Kinderfonds. Die runde Summe von 500 Euro kam sozialen Projekten
für die Kleinsten zugute. Wir bedanken
uns herzlich und wünschen alles Gute für
den neuen Lebensabschnitt!
Trends im
Bildungswesen
Gute Perspektiven für Kreativität
D
ie Bildungsausgaben steigen weltweit, sowohl im privaten
als auch im öffentlichen Bereich, und davon können auch
wir profitieren. In den sogenannten Entwicklungs- und
Schwellenländern nimmt die Zahl der Kinder, die Zugang zu Kindergarten und Schule haben, kontinuierlich zu. Parallel dazu wird
„Lebenslanges Lernen“ immer wichtiger, berufsbegleitend und bis
ins hohe Alter hinein.
Neue Technologien und das Internet bieten viele Möglichkeiten, den Lernprozess individuell auf den Lernenden abzustimmen.
Eine Umfrage unter 1.500 Unternehmern aus 60 Ländern und 33
verschiedenen Branchen hat gezeigt, dass Kreativität als wichtigste Fähigkeit von erfolgreichen Führungskräften gesehen wird. Gute Perspektiven für Faber-Castell, denn alle unsere Mal- und
Schreibprodukte sind Werkzeuge von Kreativen – ob im schulischen, künstlerischen oder beruflichen Kontext. Gute Perspektiven auch für die Akademie Faber-Castell mit den Schwerpunkten
„Lebenslanges Lernen“ und „Kreativität“ (s. auch Seite 17).
Jürgen Brückner
„Sollte ich je wieder in die Industrie zurückkehren, dann zu Faber-Castell.“ So
lautete Jürgen Brückners Beschluss in
den zurückliegenden Jahren seiner Selbstständigkeit als Unternehmer im Bereich
Wohnaccessoires und Geschenkartikel.
Zuvor war er mehr als 20 Jahre in leitender
Funktion bei einem bekannten Porzellanhersteller in Oberfranken angestellt. Nun
ging sein Wunsch in Erfüllung: Seit dem
1. September 2014 ist Jürgen Brückner
Vertriebsleiter der Premium-Marke Graf
von Faber-Castell für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Privat entspannt er
beim Malen mit Produkten aus dem Faber-Castell Art & Graphic-Sortiment. Wir
wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!
1 4 | H i s t o r i e
Zum Thema
handschrift
1935 – 2015
Der mit seinem 1927 erschienenen
Roman “Der Steppenwolf“ bekannt
gewordene deutsche Schriftsteller
Hermann Hesse (1877-1962) schrieb
gerne mit einem Osmia Supra
Füllhalter.
Vor 80 Jahren:
Faber-Castell
und Osmia
K
urz nach Ende des Ersten Weltkrieges gründeten die Brüder
Georg und Hermann Böhler in Dossenheim bei Heidelberg
einen Betrieb zur Fertigung von Füllfederhaltern und Drehbleistiften. Sie nannten ihre Firma Osmia, abgeleitet von der Edelmetall-Legierung Osmi-Iridium, die sie als eine der ersten Produzenten
für die Herstellung der Schreibfederspitzen verwendeten. Bald entwickelte sich ein florierender Betrieb, und die Marke Osmia wurde
zum Begriff für hochwertige Füllhalter-Produkte. Dennoch geriet das
Unternehmen in Absatzschwierigkeiten. 1928 wurde es an den renommierten amerikanischen Füllfederhalterproduzenten Parker verkauft
und 1929 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, doch auf Grund
der Weltwirtschaftskrise zog sich Parker bereits 1930 wieder zurück.
Der ursprüngliche Mitbegründer Georg Böhler übernahm erneut die
Firmenleitung.
In diesen wirtschaftlich schwierigen Jahren führte A.W. Faber-Castell zwar bereits ein populäres Sortiment an Sicherheitsfüllfederhaltern, doch verfügte man über keinen eigenen Fertigungsbetrieb.
Um diesen Produktionszweig zu stärken, erwarb Roland Graf von Faber-Castell 1935 die Aktienmehrheit an der Osmia A.G. Das Angebot
an Füllhaltern wurde erweitert, die Technik ständig verbessert und die
Silhouette dem Zeitgeist entsprechend zunehmend stromlinienförmig.
Zunächst führte man den erfolgreichen Produktnamen Osmia neben
Castell als Füllhaltermarke weiter und warb für die Zuverlässigkeit
des nicht klecksenden Schreibgerätes mit dem Slogan: Osmia – Der
Füller mit den guten Manieren. Doch bald trat die Marke Osmia in
den Hintergrund, bis schließlich nur noch unter A.W. Faber-Castell
produziert wurde. Damit war der Name Osmia nach wechselvoller Geschichte vom Markt verschwunden.
Werbeplakat für den Osmia Füller aus
den 1950er Jahren
1 5 | H i s t o r i e | F a m i l i e
Auch im Ausland renommiert das elegante
Paar mit dem treuen Begleiter: statt niedlichem
Hündchen ein Füllhalter von Faber-Castell.
Ein Liebesbrief entsteht: natürlich
aus der Feder eines Füllhalters von
Faber-Castell.
Ganz ladylike: Der neue, praktische
Kugelschreiber, der jetzt in keiner
Handtasche fehlen darf.
Mit Faber-Castell und Wespentaille
W
erbung ist nicht nur ein probates Mittel zur Verkaufsförderung, sondern immer auch ein aussagekräftiger
Beleg für die Vorlieben und Idealvorstellungen der Gesellschaft. An der Auswahl der Motive und ihrer Darstellung
lässt sich der jeweils herrschende Zeitgeist ablesen. Ein
Blick auf die Schreibgerätewerbung von Faber-Castell aus
den 1950er Jahren veranschaulicht das Frauenbild
der Wirtschaftswunderzeit: Die Dame von Welt
schmückt sich mit eleganten Schreibgeräten von Faber-Castell, keine Frage – jedenfalls suggeriert die
Werbung diese Botschaft. In adretter Kleidung, mit
Wespentaille und in zierlicher Pose bezeugen diese
anmutigen Damen die Bedeutung des in jeder Situation
passenden Schreibgeräts: Es ersetzt das Hündchen als
treuen Begleiter, ist die erste Wahl beim Schreiben eines
Liebesbriefs und auch unterwegs für schnelle Notizen jederzeit griff bereit.
Nachrufe
Georg Graf von Wedel und
Johann-Friedrich Fürst zu
Castell-Rüdenhausen
Georg Graf von Wedel
A
m 11. Juli 2014 verstarb Karl-Georg Lothar Graf von
Wedel überraschend nach kurzer schwerer Krankheit
im Alter von 58 Jahren. Er war der älteste Sohn von Edzard
Graf von Wedel und Gräfin Heidi, einer Schwester von Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell. Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde er auf Schloss Gödens, seinem Landsitz in Ostfriesland, beigesetzt.
Graf von Wedel hatte als Unternehmer und Grundbesitzer großes Ansehen erworben. Besonders lag ihm der Erhalt
seines barocken Wasserschlosses am Herzen, auf dem er an
Pfingsten und in der Weihnachtszeit beliebte Großveranstaltungen organisierte. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei erwachsene Söhne.
Johann-Friedrich Fürst zu Castell-Rüdenhausen
A
m 30. Oktober 2014 verstarb nach schwerer Krankheit Johann-Friedrich Fürst zu Castell-Rüdenhausen mit
66 Jahren in seinem Jagdschloss auf dem Friedrichsberg im Landkreis Kitzingen. Der Vater von zwei Söhnen
und zwei Töchtern war verheiratet mit Maria Fürstin zu Castell-Rüdenhausen, Gräfin von Schönborn-Wiesentheid.
2007, nach dem Tod seines Vaters, übernahm Johann-Friedrich als fünfter Fürst zu Castell-Rüdenhausen die
Geschicke des Unternehmens und des Hauses. Aus dieser Familie stammt der Großvater von Anton-Wolfgang Graf
von Faber-Castell – Graf Alexander, der 1898 durch seine Eheschließung mit Freiin Ottilie von Faber die neue
Linie der Grafen von Faber-Castell gründete. Manto Graf zu Castell-Rüdenhausen zum Tode seines Bruders: „Als Mitinhaber der Fürstlich Castell’schen Betriebe war es seine ruhige, überlegende und besonnene, insbesondere aber auch menschliche Art,
die Entscheidungen nicht ausschließlich auf das Wachstum des Unternehmens auszurichten, sondern immer auch
die Menschen, die Mitarbeiter und Geschäftspartner in den Vordergrund zu stellen. All sein Handeln und seine
Überlegungen waren ausnahmslos von seiner Fürsorge für andere Menschen und seinem großen Verantwortungsbewusstsein gegenüber seiner Familie und seiner Mitarbeiter geprägt.“
1 6 | I n t e r n a t i o n a l
Handgemachte
Freude schenken
Spitzenpositionen beim Vertrauensindex
der WirtschaftsWoche
Virales Video weltweit erfolgreich
Faber-Castell erzielt höchstes Kundenvertrauen
B
I
n Brasilien sollte ein ganz besonderes Faber-Castell
Experiment dabei helfen, das perfekte Geschenk zu
finden: Die Teilnehmer sollten die Beziehung zu einer geliebten Person in einem Brief oder einer Zeichnung
beschreiben, und eine Expertin würde daraufhin das perfekte Präsent für diese Person aussuchen.
Beim Auspacken erlebten die Teilnehmer eine Überraschung: Statt der erwarteten materiellen Gaben enthielt
das Paket genau den Brief oder die Zeichnung, die die andere Person kreiert hatte. Die Freude bei den Beschenkten war immens, und auch in den sozialen Netzwerken
sorgten die von Herzen kommenden Kreationen für große Emotionen. Das bewegende Video zum Experiment
wurde rund 3,5 Millionen Mal angesehen, und viele der
Zuschauer äußerten ihre Rührung in Kommentaren. Das
Video kann auf der Faber-Castell Facebook-Seite angesehen werden: facebook.com/fabercastell
eim erstmalig erhobenen Vertrauensindex des
deutschen Magazins WirtschaftsWoche (WiWo)
wählten die Verbraucher Faber-Castell zur vertrauensvollsten Marke bei den Schreibgeräten sowie unter
die Top drei der 863 bewerteten Unternehmen. In Zusammenarbeit der WirtschaftsWoche mit einem Kölner
Beratungsunternehmen und der Universität Frankfurt
waren rund 250.000 Konsumenten in 54 Kategorien online zu ihren Prioritäten befragt worden. Das Ergebnis
ist der deutschlandweit erste Vertrauensindex, der widerspiegeln soll, welche Marke bei Verbrauchern die größte
Glaubwürdigkeit besitzt bzw. welcher sie die größte Loyalität entgegen bringen.
Faber-Castell punktet in dem Index auf ganzer Linie: Das Traditionsunternehmen mit Sitz in Stein bei
Nürnberg schnitt hervorragend ab und landete branchenübergreifend in den Top drei – neben den erst- und
zweitplatzierten Firmen Bosch und Lufthansa. Unter den
Schreibgeräteherstellern rangiert Faber-Castell sogar auf
Platz eins.
Laut WirtschaftsWoche lässt sich der Erfolg der Marke nicht nur auf die lange Historie zurück führen, sondern auch auf das Bestreben, seinen Kunden ein Lebensbegleiter sein zu wollen: Das Sortiment bietet Produkte
für alle Altersgruppen, und wer sich schon früh von den
Vorzügen der qualitativ hochwertigen Schreib- und Zeichengeräte überzeugt hat, wird der Marke auch künftig
treu bleiben.
Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt beim Vertrauen eine tragende Rolle: Die führende Position, die
Faber-Castell bei sozialen und ökologischen Aspekten einnimmt – zum Beispiel durch umweltfreundliche Waldbewirtschaftung und Aufforstung – wird vom Verbraucher honoriert.
Mehr Informationen online unter: http://www.wiwo.de
Füllhalter im
Dienste der
Wissenschaft
Nobelpreisträger Stefan Hell nutzt
Faber-Castell Schreibgerät
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Stefan Hell
Füllfederhalter e-motion aus dunkelbraunem Birnbaumholz
So etwas geschieht nicht alle Tage: Stefan Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, hat mit zwei weiteren Wissenschaftlern den Nobelpreis 2014 für Chemie erhalten. Hell hat
ein Verfahren der Mikroskopie erfunden, das kleinste
Strukturen in lebenden Zellen sichtbar macht. Dadurch
können Forscher besser erkennen, wie Krankheiten entstehen. Als die große Neuigkeit in der Tagesschau verbreitet wurde, saßen auch Faber-Castell Mitarbeiter vor
den Bildschirmen. In einer Einspielung sah man da den
Göttinger Professor bei der Arbeit – mit einem Füllfederhalter aus der Serie e-motion. Faber-Castell gratuliert doppelt: zu Preis und Schreibwerkzeug! Mögen mit
dessen Hilfe noch möglichst viele geniale Erkenntnisse
gewonnen werden!
Impressum
Verantwortlich: Sandra Suppa, [email protected] (Ltg.); Antje Röder, [email protected]
Redaktion: Dr. Siegfried Bloß, Ulrike Hammad, Antje Haußner, Dr. Renate Hilsenbeck, Verena Kern, Carlotta Lein,
Antje Röder, Heidrun Schoppelrey, Sandra Suppa, Zhoan Tasdelen, Hanne Warning
Fotos/Illustrationen:
B.A.U.M. e.V., Frank Boxler, Gisbert Braun, Oliver Braun, Claire Bustarret, Faber-Castell, Faber-Castell
Akademie, Kamila Gaj, Edouard Gentaz, Getty Images, Melissa Gräfin von Faber-Castell, Martin Joppen,
Roland Jouvent, Josef Kraus, Stefanie Lang, Elko Laubeck, Uwe Mühlhäußer, Stephanie Müller, Andrea Pisapia,
Bernd Schuller/Max-Planck Institut, Anna Seibel, Sketch Bar, London, Succomedia/Ralf Succo, Sandra Suppa,
Ullstein Bild, Jean-Luc Velay, Verlagsgruppe Passau/Menschen in Europa, Pia Vogel, Andreas Zimmerli-Landolt,
Zopf Photography
Produktion: Andrea Ließmann
Grafik/Lithos/Technik: Pia Vogel, vogelsolutions.com Druck: Osterchrist, Nürnberg
FOLGEN SIE UNs AUF:
Faber-Castell AG · Nürnberger Straße 2
90546 Stein/Nürnberg
Telefon +49 911 9965-0 · Fax +49 911 9965-5586
Zum Thema
1 7 | A k a d e m i e
Seminarprogramm
Auszüge 1. Halbjahr 2015
Experimentelles Zeichnen
16. bis 19. April
Fotorealistisches Zeichnen
mit Farbstiften
8. bis 10. Mai Portraitmalerei
25. bis 28. Juni
Skulpturales Gestalten
10. bis 14. Juli
Einführung in den Siebdruck 25. bis 26. Juli
handschrift
Kreativität
erlernen
Akademie Faber-Castell mit
neuem Seminarprogramm
R
eges Interesse registrierte die Akademie Faber-Castell am neuen Hochschulstudium Grafik-Design (wir berichteten in Ausgabe 2/2014): Über 20 Studenten haben im Herbst 2014 ihr Studium
aufgenommen. In sieben Semestern absolvieren sie eine Kombination aus Fernstudien, Online-Seminaren und -tutorien sowie
Präsenzstudien und werden so zum akademischen Grad des Bachelor of Arts (B.A.)
geführt und können anschließend einen weiterführenden Masterstudiengang beginnen.
Akademierektor Professor Uli Rothfuss
freut sich über das Interesse an dem neuen
Bachelor-Programm, das in Kooperation mit
der staatlich anerkannten Diploma-Hochschule Bad Sooden-Allendorf angeboten
wird. Weitere akkreditierte Studiengänge
sollen folgen: „Wir planen zusätzlich ein
weiterbildendes Studium in Literarischem
Schreiben und Kulturjournalismus.“ Das
praxisnah orientierte Ausbildungsangebot
auf Master-Niveau mit Online-Betreuung
und kompakten Seminarphasen ermöglicht
auch Studierenden aus räumlich größeren
Entfernungen die Teilnahme. Als Konsequenz der Neuausrichtung der Akademie
zum Kompetenzzentrum für lebenslanges
Lernen sind alle Studiengänge berufsbegleitend studierbar. „Das ist in der Kombination mit Hochschulstudien in Deutschland im
Kreativbereich ein Alleinstellungsmerkmal
unserer Akademie und eine attraktive Möglichkeit, sich ohne berufliche Unterbrechung
und ohne Altersbegrenzung weiterzubilden“,
so Rothfuss.
Auch für Kinder und Jugendliche hält
die Akademie ein spannendes Programm bereit: In den Ferienkunstwochen z.B. erarbeiten junge Kreative in kindgerechten Schritten über fünf Tage hinweg Themen, wobei
jeder seinen Schwerpunkte selbst wählen
und gestalten kann.
Außerdem bietet die Akademie Faber-Castell ein umfassendes Seminarprogramm für Erwachsene. In zwei- bis sechstägigen Kursen werden sämtliche Themen der
bildenden Kunst gelehrt: von „Kunst- und
Designgeschichte“, „Portraitzeichnen“, „Bildanalyse“ über „Analytisches- und Objektzeichnen“ bis hin zu „Collage“ und „Holzschnitt“. Hier finden Künstler sowie solche,
die es werden wollen, sicherlich genau das
richtige Angebot!
1 8 | D e u t s c h l a n d
Der Wert des Originals
„Produktfälschungen sind kein Kavaliersdelikt!“
SICHERT KINDERN
ARBEITSPLÄTZE.
WWW.PLAGIATE-SHOP.DE
K
leines Kunstledertäschchen von „Channel“ gefällig? Oder ein Edelstift von „Farmer Castle“?
Alles viel günstiger als das Original! Erhältlich
hier: www.plagiate-shop.de. Doch wer gierig auf der Seite surft, wird spätestens beim „Jetzt kaufen“-Button belehrt, warum Plagiate keine Alternative sind.
Der deutschen Industrie entsteht jährlich ein wirtschaftlicher Schaden von geschätzten 50 Milliarden Euro
durch Markenpiraterie – Tendenz steigend. Allein fünf
Prozent mehr Produktfälschungen im Luxussegment
würden die EU weitere 98.000 Arbeitsplätze kosten, so
eine Studie.
Mit einem Mediavolumen von über 500.000 Euro
hat sich der Meisterkreis e.V. für eine provokative Aufklärungskampagne entschieden, die „eine breite Debatte
über den Schutz des geistigen Eigentums und die Wertschätzung der kreativen Leistung anstoßen soll“, so der
Vorsitzende Clemens Pflanz. Die im Meisterkreis zusammengeschlossenen Markenunternehmen, zu denen renommierte Brands wie Chanel, Dior, Condé Nast Verlag,
Rolex und Faber-Castell gehören, schalten in Print- und
Online-Medien Plagiate-Anzeigen mit aufmerksamkeitsstarken Slogans wie „Sichert Kindern Arbeitsplätze“
oder „Zertifiziertes Qualitätsverbrechen“.
Mit Luxusgüter-Fakes begnügen sich Fälscherbanden
längst nicht mehr – auch Alltags- und Investitionsgüter
werden immer hemmungsloser kopiert. Faber-Castell bekommt das deutlich zu spüren: In den letzten fünf Jahren
ließ das Unternehmen allein in China fast drei Millionen
Plagiate und Fälschungen von Schreibgeräten (Blei- und
Farbstifte, Kugelschreiber) sowie von Radierern und
Spitzern beschlagnahmen. In manchen asiatischen Märkten gehen Faber-Castell so in „Spitzenjahren“ schätzungsweise bis zu 25% des Umsatzes verloren. „Wer unwissentlich eine minderwertige Fälschung kauft, hat im
schlimmsten Fall das Vertrauen in die Marke verloren“,
so Graf von Faber-Castell. „Und wer es wissentlich tut,
macht sich zum Komplizen krimineller Fälscherbanden“,
sagt der Meisterkreis-Vorsitzende Pflanz. Der Meisterkreis erhofft sich mit dieser Kampagne
auch eine Sensibilisierung derjenigen Käuferschichten,
die einerseits zunehmend wertebewusster und nachhaltiger konsumieren, andererseits auf Schnäppchen-Shopping nicht verzichten wollen. „Diese Werteschizophrenie
wollen wir deutlich machen“, so Pflanz. „Produktfälschungen sind kein Kavaliersdelikt!“
Provokativer Slogan: Anzeigenmotiv der
Aufklärungskampagne von Meisterkreis e.V.
Menschen in Europa
Familienunternehmer im Gespräch über Wertekultur
M
enschen in Europa“ ist der Name einer höchst
erfolgreichen Veranstaltungsreihe, die von
der Verlagsgruppe Passau alljährlich realisiert wird. „Es waren schon fast alle da, außer der Papst
und Obama“, erklärt der stolze Verlagsleiter Alexander
Diekmann. Tatsächlich gaben sich in der bezaubernden
Dreiflüssestadt in den vergangenen Jahren bereits Größen wie Angela Merkel, Karl Lagerfeld oder der Dalai
Lama die Ehre. Gäste aus ganz Deutschland lauschen
den hochkarätigen Podiumsdiskussionen und Vorträgen
über die wirtschaftlichen und politischen Brennthemen
unserer Zeit.
Der November 2014 stand ganz im Zeichen der Familienunternehmer. Zur Talkrunde waren Dr. Michael Otto
(Otto Group), Frau Dr. Simone Bagel-Trah (Henkel Aufsichtsratsvorsitzende) sowie Graf von Faber-Castell geladen. Souverän und charmant moderiert von ZDF-Nachrichtensprecherin Petra Gerster ging es um Frauenquote
und generationsübergreifende Erfolgsstrategien, um
wirtschaftliche Unabhängigkeit und persönliche Leitmotive. Was er einem Start-Up-Unternehmer als Tipp mit
auf den Weg geben würde, wollte ein Zuhörer vom Grafen wissen. Dieser brauchte nicht lang zu überlegen: „Wer
stolpert, muss wieder aufstehen.“ Hartnäckigkeit in der
Sache und Charakterfestigkeit seien wichtiger als Fachwissen. „Die Dinge laufen eben nicht immer so, wie man
es sich wünscht.“
BU
Podiumsdiskussion: V.l.n.r.: Anton-Wolfgang Graf von
Faber-Castell, Dr. Simone Bagel-Trah (Aufsichtsratsvorsitzende Henkel), Petra Gerster (Moderatorin und
ZDF-Nachrichtensprecherin) und Dr. Michael Otto
(Aufsichtsratsvorsitzender Otto Group)
Angelika Diekmann, Gesellschafterin
der Verlagsgruppe Passau und Initiatorin der Veranstaltungsreihe „Menschen
in Europa“, im Gespräch mit A.-W. Graf
von Faber-Castell
Zum Thema
1 9 | E u r o p a
handschrift
Thomas Pfister (Geschäftsführer Faber-Castell Schweiz,
links) mit Charles Graf von Faber-Castell
Geschäftsführer Andreas Zimmerli-Landolt (links) mit Charles Graf von Faber-Castell und dessen
Ehefrau Melissa
Pen of the Year Premierenfeier
Kundenempfang bei Zürcher Papeterie Landolt-Arbenz
I
n der Zürcher Bahnhofstraße, einer der bedeutendsten
Einkaufsstraßen weltweit, gilt die Papeterie Landolt-Arbenz seit mehr als 130 Jahren als erste Adresse für gehobene
Schreibkultur, Lederaccessoires und Grußkarten. Martina
und Andreas Zimmerli-Landolt, die das Geschäft in fünfter
Generation führen, luden im November 2014 gemeinsam
mit Charles Graf von Faber-Castell zu einem Event ganz im
Zeichen zweier traditionsreicher Familienunternehmen, die
seit Jahrzehnten erfolgreich zusammenarbeiten: Kunden
und Pressevertretern präsentierten sie neue Schreibgeräte
und Accessoires aus der Graf von Faber-Castell Collection. Die Gäste genossen individuelle Beratung bei der Wahl
des passenden Stifts oder des besonderen Geschenks und
hatten Gelegenheit, die neuen Tintenfarben auf exklusiven
Papierqualitäten zu testen. Höhepunkt war schließlich die
Präsentation der limitierten Füllfederhalter-Edition Pen of
the Year 2015, die an diesem Abend ihre Premiere in der
Schweiz feierte.
Mailänder Schreibkunst
Faber-Castell Italien präsentiert den Pen of the Year 2015
D
Prachtvolles Ambiente: Die Räumlichkeiten des Palazzo
Cusani im Louis-Seize-Stil
er traditionsreiche Palazzo Cusani in Mailands Brera-Viertel, heute Sitz der Mailänder Militärvertretung, bildete im Oktober 2014 den stilvollen Rahmen für
den Launch des Pen of the Year 2015 in Italien. Unter den
zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
begrüßte Marco Colombo, Geschäftsführer Faber-Castell
Italien, u.a. Peter Dettmar, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, und Ulrich Braess, Leiter des Mailänder
Goethe Instituts.
Neben dem exklusiven Luxusfüllfederhalter, der inspiriert ist vom Neuen Palais Sanssouci von Friedrich II.
(s. Seite 10), fand auch die eigens engagierte Kalligraphin
große Beachtung, die mit den feinen Schreibgeräten aus
der Graf von Faber-Castell Collection die Kunst des Schönschreibens eindrucksvoll zelebrierte und den Gästen jene
Schrift nahe brachte, die zur Zeit Friedrichs II. besonders
beliebt war: die historische Fraktur-Schrift.
Marco Colombo, Geschäftsführer
Faber-Castell Italien, bei seiner
Begrüßungsansprache
2 0 | D e u t s c h l a n d
Zum Thema
handschrift
Jubiläumsempfang: Rolf Schifferens (Geschäftsführer Faber-Castell Europa) begrüßte die Gäste im Store im
Frankfurter Steinweg.
Farbe erleben: Die grüne Treppe führt in
das Kreativ-Atelier im Obergeschoss.
Flagship Store in Feierlaune
10 Jahre Faber-Castell in Frankfurt
Z
um 10-jährigen Bestehen des Faber-Castell Stores in Frankfurt lud Firmenchef Anton-Wolfgang
Graf von Faber-Castell zusammen mit den Geschäftsführern Rolf Schifferens und Frank Schleicher
im Dezember 2014 zum Jubiläumsempfang. Der Startschuss für das Pilotprojekt eines Markenstores war im
November 2004 in Frankfurt gefallen: Am Rathenauplatz
und damit in bester Citylage eröffnete Faber-Castell sein
erstes eigenes Ladengeschäft und präsentierte dort Geschenkideen aus dem Kreativ- und Luxussegment.
Visuell getrennte Verkaufsbereiche verdeutlichten
die Eigenständigkeit der Marken Faber-Castell und Graf
von Faber-Castell. Ein Erfolgskonzept, das auch seit dem
Umzug in den Frankfurter Steinweg im Dezember 2013
wegweisend bleibt: Die luxuriöse Graf von Faber-Castell
Collection und das Sortiment Fine Writing erwartet die
Kunden dort im Erdgeschoss, während sich im luftig gestalteten Atelier im Obergeschoss das ganze Farbspektrum des Art & Graphic Künstlerbedarfs sowie kreative
Kinderprodukte befinden.
Neue Fachmesse: Insights-X in Nürnberg
V.l.n.r.: Sebastian Schwanhäußer (Geschäftsführer Stabilo International GmbH), Axel Marx (Geschäftsführer
Staedtler Mars GmbH & Co. KG), Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell und Ernst Kick (Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Spielwarenmesse eG)
Ab Herbst 2015 trifft sich die Branche für Papier-, Büro-, und Schreibwaren einmal jährlich auf der neuen Fachmesse Insights-X in
Nürnberg. Die Spielwarenmesse eG veranstaltet die Expo vom 8. bis 11. Oktober 2015
und bringt dort Einkäufer und Fachhändler
mit Anbietern von Sortimenten für Schule und Büro sowie den Hobby- und Künstlerbedarf zusammen. Mit Faber-Castell,
Staedtler und Schwan-Stabilo unterstützen
führende Markenhersteller aus Mittelfranken die Insights-X. „Seit Jahrzehnten arbeiten wir erfolgreich mit der Spielwarenmesse eG zusammen und sind überzeugt, dass
die neue Messe der gesamten PBS-Branche
zukunftsweisende Impulse geben wird“, so
Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell.
2 1 | L o k a l
Ausgezeichnet!
Das ist spitze: Der ganze Faber-Castell
Azubi-Abschlussjahrgang des Schuljahrs 2013/2014 hat seine Abschlussprüfung mit Auszeichnung bestanden. Die
vier frisch gebackenen Industriekaufleute glänzten mit einem Notendurchschnitt von 1,25 bis 1,50. Während der
offiziellen Feierstunde der Ludwig-Erhard-Berufsschule Fürth und dem
IHK-Gremium Fürth wurden die Absolventen für ihre besonderen Leistungen
mit der Staatsurkunde der Regierung
Mittelfranken ausgezeichnet. Wir gratulieren dem Nachwuchs herzlich und
wünschen allen weiterhin viel Erfolg im
Berufsleben bei Faber-Castell!
V.l.n.r.: Rebecca Ritter, Antje Haußner,
Julian Stahl, Melanie Ohmer
Bleistift SPARKLE weiß
Ausbildung
Wir wünschen unseren neuen Auszubildenden einen guten Start in das
Berufsleben! Obere Reihe: v.l.n.r.:
Dominik Simon (Industriemechaniker), Kristina Dauphin (Industriekauffrau) und Jonas Engelhardt (Industriekaufmann). Untere Reihe: v.l.:
Sophia Kübler (DH-Studentin) und
Stina Sommer (Industriekauffrau)
Zum Thema
handschrift
Neue DHStudentin
Sophia Kübler
I
Kindertag bei Faber-Castell
W
enn am Buß- und Bettag alljährlich viele Betreuungseinrichtungen und Schulen geschlossen sind, während Mama und
Papa arbeiten müssen, sind die Sprösslinge bei den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Personalbereich und den Azubis von Faber-Castell in Stein in den besten Händen. So auch im November 2014. Unter dem Motto „Der
Herbst wird farbig“ wurden 44 Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren betreut. Während sich die Kleinen in der Kinderkrippe
„Gräfin Katharina“ austobten, ließen die Großen ihrer Kreativität in der Akademie Faber-Castell freien Lauf. Am Nachmittag
wurde dann der Schlosspark erobert: Auf der Schlosswiese durfte Fußball gespielt werden. Bei Kakao und Kuchen fand ein
bunter Tag seinen fröhlichen Abschluss.
m September 2014 hat Sophia Kübler das Duale Studium zum Bachelor of Arts mit Fachrichtung International Management begonnen. Im
dreimonatigen Wechsel wird ihr an
der Dualen Hochschule Heidenheim
Theoriewissen vermittelt. Praxiserfahrung sammelt die Studentin bei
Faber-Castell u. a. in den Bereichen
Marketing, Vertrieb, Controlling oder
auch dem Personalwesen.
Darüber hinaus kann Frau Kübler
im Zuge eines Auslandseinsatzes in
einer der Faber-Castell Tochtergesellschaften wertvolle Kontakte knüpfen
und den persönlichen Horizont erweitern. Wir wünschen ihr dabei viel Erfolg!
2 2 | L o k a l
Lothar von Fabers Vision
eines geeinten Europas
A
Außerdem forderte er, die Produkte laufend zu verbessern, da sich die einheimische Industrie zunehmend
der internationalen Konkurrenz stellen müsse. Aus diesem Grund sollten auch Wissenschaft und Industrie in
ständigem Kontakt zueinander stehen, was durch ein
Polytechnikum und eine Universität am Standort Nürnberg gewährleistet wäre. Das (1869 von ihm mitbegründete) Gewerbemuseum fungiere als Bindeglied zwischen
Schulen und Gewerbe und müsse weiter ausgebaut werden.
Lothar von Faber dachte stets global. Sein Unternehmen umspannte bereits im 19. Jahrhundert die damals zugängliche Welt. Die Ursache für die Unruhen in Europa
führte er ausschließlich auf die kriegerischen Auseinandersetzungen der Großmächte zurück. Deshalb plädierte
er für ein europäisches Parlament, das sich aus den europäischen Großmächten und insgesamt 108 Abgeordneten zusammensetzen und ein vernünftiges Miteinander
garantieren sollte. Grenzveränderungen durch Gewalt
wären damit ausgeschlossen, und allen Staaten müssten
Unabhängigkeit und Freiheit garantiert werden. Die Folge dieser politischen Ausgewogenheit wäre das ökonomische Gleichgewicht innerhalb Europas.
nlässlich des Europatags am 9. Mai 2014 und der
darauf folgenden Europawahlen fand in der Alten Kirche in Stein die Veranstaltung „Vereintes
Europa – Spurensuche in Stein“ statt, organisiert von der
Agenda 21 der Stadt Stein. Im Fokus standen dabei die
Visionen Lothar von Fabers, der bereits im 19. Jahrhundert umfassende Vorschläge dazu verfasst hatte:
Im Jahr 1879 wandte er sich mit einer Schrift an die
Bürger Nürnbergs, die Zukunftsperspektiven für seine
Heimatstadt aufzeigte. Sein Bestreben war es, an die alte
Glanzzeit der Reichsstadt anzuknüpfen und Handel und
Gewerbe zu neuer Blüte zu bringen. Dabei äußerte er sehr
moderne Gedanken: Es sei zunächst von grundlegender
Bedeutung, die Ausbildung junger Menschen zu verbessern und den aktuellen Herausforderungen anzupassen.
So müsse im Zuge der fortschreitenden Internationalisierung den modernen Fremdsprachen im Lehrplan mehr
Raum gegeben werden, um Sprachbarrieren abzubauen
und internationale Geschäftsbeziehungen zu erleichtern.
Lothar von Faber selbst hatte durch seinen Aufenthalt in
Frankreich entscheidende Impulse für den Auf bau seines
Unternehmens erhalten und empfahl aus eigener Erfahrung jedem jungen Menschen, seine Lehrzeit auch im
Ausland zu verbringen.
Freiherr Lothar von Faber (1817–1896) leitete von
1839 bis 1896 in der 4. Generation das Unternehmen.
»Hoffen wir, dass vor Allem die Völker der 6 europäischen
Grossmächte sich zu einem Modus vereinigen, durch welchen
in dauernder Weise ein gesicherter Rechtszustand für alle Nationen ermöglicht wird. Ein europäisches oder internationales
Parlament (...) wäre wohl am Ehesten geeignet (...), eine solche
internationale Rechtsordnung zu schaffen. (...) Das europäische
politische Gleichgewicht wäre dadurch geschaffen und das ökonomische würde sich alsdann von selbst finden.«
2 3 | L o k a l
Würdenträger
mit Adelstitel
Wolfram Quante
ist König einer Bürgergilde
W
olfram von Faber-Castell: So lautet der Name
des Königs der Bürgergilde im Schleswig-Holsteinischen Meldorf. Nein, der Name steht nicht für
ein bislang unbekanntes Mitglied der gräflichen Familie. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich Wolfram
Quante, der vielen Mitarbeitern von Faber-Castell
ein Begriff sein dürfte:
Quante war lange Jahre in unterschiedlichen
Management-Positionen des Hauses aktiv. Nach
dem Ende seiner Berufslauf bahn zog er mit seiner
Frau Wiebke 2009 von Franken in den hohen Norden
und wurde in Meldorf Mitglied im ältesten sozialen
Netzwerk: der Bürgergilde, deren Anfänge bis ins
Jahr 1571 zurückreichen.
Beim Gildefest küren die Gildebrüder jährlich
ihren neuen König, und im Sommer 2014 wurde diese Ehre Wolfram Quante zuteil, nach nur fünf Jahren
Mitgliedschaft. Dass Quantes Gildename auf seine
Jahre bei Faber-Castell anspielt, ist kein Zufall: „Für
Faber-Castell war ich in der ganzen Welt unterwegs.
Meine Geschäftsreisen führten mich nach Europa,
Lateinamerika und Asien, und dabei habe ich viele interessante Menschen kennengelernt. Besonders
gerne erinnere ich mich aber an meine regelmäßigen Besprechungen mit Anton-Wolfgang Graf von
Faber-Castell.“ Bis August 2015 darf Quante seinen exquisiten Namen noch tragen. Dann wird der
nächste Gildekönig gewählt.
Ein besonderer Begleiter
„Adnan für Anfänger –
mein Deutschland heißt Almanya“ ist im
Buchhandel erhältlich. Verlag: Blanvalet,
ISBN-13: 978-3-7645-0519-6, 245 Seiten,
gebunden, Preis: 14,99 €.
Schauspieler Adnan Maral, u.a. bekannt aus dem Kinofilm „Türkisch für Anfänger“, präsentierte im November 2014 in Nürnberg sein Buch „Adnan für Anfänger
– mein Deutschland heißt Almanya“. Mit viel Humor
blickt er darin auf 40 Jahre deutsch-türkisches Zusammenleben zurück. Ebenfalls im Gepäck: der Graf von
Faber-Castell Classic Anello Tintenroller, mit dem er
sein neues Werk signierte. Kein Zufall, denn der Schauspieler ist bekennender Fan des Hauses: „Faber-Castell
hat tolle Produkte – auch meine Kinder sind begeistert“,
so der Vater von drei Sprösslingen. Adnan Maral, der im
Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland kam, ist auch ein gern gesehener Gast bei Diskussionen um das Thema Migration und Integration. So war
er z.B. zum Auftakt seiner Buchvorstellung im Bayerischen Landtag, und 2006 hatte er Bundesaußenminister
Frank-Walter Steinmeier als Kulturbotschafter im Rahmen der Ernst-Reuter Initiative nach Istanbul begleitet.
Trachten-Träger
B
eim Erntedankumzug in Fürth entdeckt und
für FC Aktuell „verhaftet“: das Ehepaar Faff in
Tracht der Siebenbürger Sachsen. Die beiden Faber-Castell Mitarbeiter engagieren sich seit 15 Jahren im Kreisverband Nürnberg für die Brauchtumspflege der Siebenbürger, nachdem sie in den 80er
bzw. 90er Jahren als Vertriebene von Mediasch in
Rumänien nach Franken auswanderten.
Die Siebenbürger sind stolz auf ihre Volkstänze,
Trachten und Bräuche, zu denen auch das Winteraustreiben gehört: Als maskierte „Urzeln“, Schneefrauen und Hexen mischen sie alljährlich beim ältesten
Faschingsumzug der Welt in der Nürnberger Altstadt
mit. Auch beim Trachtenumzug am Dinkelsbühler
Heimattag im Mai kann man Melitta und Gerhard
Faff vielleicht in der Menge entdecken …
Zum Thema
handschrift
Adnan Maral mit dem Anello Tintenroller
2 4 | L o k a l
Tag des offenen Denkmals in Stein
D
er Tag des offenen Denkmals, der jedes Jahr europaweit am zweiten Septembersonntag gefeiert wird, stand
2014 unter dem Motto „Farbe“. Für den
Landkreis Fürth eröffnete Landrat Matthias Dießl diesen Tag im Heimatmuseum der
Stadt Stein mit den Worten: „Beim Thema
Farbe tun wir uns leicht – schließlich haben
wir ein namhaftes Unternehmen vor Ort,
das Farbe ins Spiel bringt: die Firma FaberCastell“.
Tatsächlich zeigt deren breite Produktpalette für Kunstschaffende ebenso die Hingabe für Farbe wie die Fassaden der zum
Teil denkmalgeschützten Fabrikgebäude.
Prof. Uli Rothfuss, Leiter der Akademie Faber-Castell, erläuterte den zahlreichen Besuchern in seinem Eröffnungsvortrag, was
diesem Farbkonzept zugrunde liegt: Vor
über zwanzig Jahren hatte Künstler Werner
Knaupp, damals Professor an der Kunstakademie Nürnberg, die farbige Gestaltung
speziell für Faber-Castell geschaffen. Auf
Johann Wolfgang von Goethe geht die Anordnung der Regenbogenfarben in einem
Kreis zurück; von Paul Klee und Johannes
Itten, einem Lehrer Professor Knaupps, wurde das Konzept vervollkommnet.
Criminale 2014: Mord im Schloss
B
ei Schlossführungen wird von Besuchern am Ende oft die
Frage gestellt, ob es denn auch einen Schlossgeist gebe. Die
Antwort lautet neuerdings immer: ein Gespenst leider nicht,
aber wenigstens eine Leiche! Verantwortlich für die „Untat“ ist
die Hamburger Autorin Regula Venske, die zur „Criminale Nürnberg-Fürth 2014“ einen Kurzkrimi über Stein, Faber-Castell und
das Schloss beigesteuert hat, inspiriert von einem Rundgang über
die Faber-Castell’schen Liegenschaften mit einer Werksführerin.
Bei einer Lesung im Steiner Rathaus im Mai 2014 hat Frau
Venske die Geschichte vorgestellt: Ein bekannter (und arroganter) Comic-Autor soll einen Preis für sein Lebenswerk erhalten
und mit dem „Goldenen Bleistift“ ausgezeichnet werden. Die
Ehrengäste sind schon in den Festräumen des Schlosses versammelt, nur der Preisträger fehlt
noch. Bis auch er auftaucht – als
bleiche Leiche hinter dem Vorhang zu einer der Poussier-Nischen des Ballsaals, gemeuchelt
mit einem spitzen … Tja, womit
genau sowie alles über die düsteren Hintergründe, die zu der
Tat führten, muss jeder selbst
herausfinden! Nachzulesen ist es
in der Anthologie „Nicht nur der
Hund begraben …“, die 2014 im
Cadolzburger Verlag Ars Vivendi erschienen ist.
Fiktiver Tatort? Die Poussier-Nische (links) im Ballsaal des Graf von Faber-Castell’schen Schlosses