Johann Sebastian Bach Georg Böhm François Couperin Josef

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Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
Georg Böhm
(1661-1733)
François Couperin
(1668-1733)
Josef Gabriel Rheinberger
(1839-1901)
Präludium und Fuge C-Dur
BWV 547
Partita
„Ach wie nichtig, ach wie flüchtig“
Offertoire sur les Grands Jeux
(La Messe de Paroisse)
Sonate Nr. 3 G-Dur op. 88
1. Pastorale. Con moto
2. Intermezzo. Andante con moto
3. Fuge. Non troppo allegro
Johann Sebastian Bach /
Sigfrid Karg-Elert
(1877-1933)
Adagio (Air célèbre)
„Air“ aus der Orchester-Suite
D-Dur BWV 1068
Percy E. Fletcher
(1879-1932)
Festival Toccata
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Erläuterungen zu den Werken
Johann Sebastian Bachs Satzpaar Präludium und Fuge C-Dur BWV 547 entstand in Leipzig,
vermutlich in den späten 1730er Jahren, es handelt sich in mehrfacher Hinsicht um eine
außerordentliche Komposition. Eine Kette von vier Motiven bildet das Ritornell des festlich im
(eher ungewöhnlichen) 9/8-Takt schwingenden Präludiums. Diese konzertieren in ständig
wechselnden Kombinationen über einem rhythmisch prägnanten, den Ablauf gliedernden
Bassmotiv. Die Fuge mit ihren über fünfzig (!) Themeneinsätzen ist eine der großartigsten
Orgelfugen Bachs. Zunächst wird das Thema manualiter in den drei Oberstimmen durchgeführt,
wo es zuerst in seiner Originalgestalt, dann auch in der Umkehrung und Engführung erscheint. Auf
dem Höhepunkt der kontrapunktischen Verdichtung tritt grandios das Pedal hinzu: es führt das
Thema in der Vergrößerung und anschließend deren Umkehrung zum krönenden Abschluss.
Der Choral "Ach wie flüchtig, ach wie nichtig" von Michael Franck (1650) ist unter dem direkten
Eindruck des 30-jährigen Krieges entstanden. Die Melodie besteht nur aus sechs Tönen eines
Hexachords von e – c. Diese sind angeordnet in zwei aufsteigenden halben, einer absteigenden
und drei bogenförmigen ganzen Phrasen und stehen zweifellos für das Auf und Ab des Lebens.
In Georg Böhms siebenteiliger Partita wird dies besonders deutlich in der vierten Variation mit sich
verfolgenden auf- und absteigende Tonleitern in 16teln. Georg Böhm gehört zu den bedeutenden
Meistern der Norddeutschen Orgelschule, er studierte in Jena, wirkte von 1693 bis 1697 in
Hamburg und von 1698 bis zu seinem Tod in Lüneburg. Sein bedeutendster Schüler war der junge
Johann Sebastian Bach, der von 1700-1702 Schüler der Partikularschule des Michaelisklosters in
Lüneburg war.
François Couperin (le Grand) ist der bedeutendste französische Musiker seiner Zeit. Leider hat er
nur seine erste veröffentlichte Sammlung (1690) der Orgel gewidmet, sie enthält zwei Messen, die
erste „à l’usage ordinaire des paroisses, pour les fêtes solennelles“ (zum gewöhnlichen Gebrauch
der Pfarrkirchen für die feierlichen Feste), die zweite „pour les convents“ (für die Klöster). Die
Ordinariumssätze (Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus Dei) sind in der Alternatim-Praxis vertont (Orgel
und Schola im Wechsel), das Offertoire (zur Gabenbereitung) ist ein eigenständiges Orgelstück.
Das „Offertoire“ aus der Messe für die Pfarrkirchen weitet sich zu einem dreigliedrigen
Charakterstück aus, welches nach feierlichem Eingang in C-Dur und elegischem Zwischenspiel in cMoll in die kanonischen Dialoge und die C-Dur Jubelrufe des Schlussteils münden. Couperins
Offertorium bildet bis heute das „Flaggschiff“ der altfranzösischen Orgelmusik.
Der aus Vaduz in Liechtenstein stammende Josef Gabriel Rheinberger war in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts eine Größe von europäischem Rang: Gesucht als Kompositionslehrer und
geschätzt als Komponist, war der Professor am Münchner Konservatorium und bayerische
Hofkapellmeister prägend für eine Generation von Musikern. Trotz hoher musikalischer Qualitäten
gerieten allerdings viele seiner Werke nach seinem Tod im Jahre 1901 in Vergessenheit. Im
Bewusstsein blieb Rheinberger vor allem als Komponist von Orgelmusik und von geistlichen
Werken, darunter sein berühmtes Abendlied Bleib bei uns op. 69,3.
In seiner 3. Sonate G-Dur op. 88 verwendet er den 8. Psalmton als eine Art Cantus firmus. Der
erste Satz (Pastorale) – er gab dem Werk den Beinamen „Pastoral-Sonate“ – zitiert den Psalmton
im Pedal und in der Oberstimme, der Mittelsatz (Intermezzo) bildet ein ruhiges Zwischenspiel zum
imposanten dritten Satz, einer schwungvollen Fuge mit einer Wiederaufnahme des 8. Psalmtones,
der nun mit dem Fugenthema kombiniert wird.
Eines der bekanntesten und berühmtesten Stücke von J. S. Bach ist seine „Air“ aus der
Orchestersuite D-Dur. Sigfrid Karl-Elert, geboren in Oberndorf/Neckar, transponiert das Stück nach
C-Dur und legt die bekannte Melodie in den Tenor, das Ergebnis ist ein dunkler, weicher und
inniger Sound, der die Bearbeitung zum eigenständigen Stück macht.
Percy Eastman Fletcher ist eine bedeutende Musikerpersönlichkeit der englischen Orgelromantik.
In seiner Festival Toccata erzielt er mit einfachen Mitteln eine grandiose Wirkung.