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19.02.2016
Der Standard / Rondo
Erscheinungsland: Österreich | Auflage: 87.473 | Reichweite: 401.000 (5,5%) | Artikelumfang: 77.942 mm²
Seite: 14
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Thema: HELGA
Autor: Alex Stranig
Limo Dance
Junge Unternehmer wollen den österreichischen Getränkemarkt mit ihren Kreationen aufmischen
Dafür greifen sie unter anderem zu Algen, Grünem Kaffee und Hibiskus.
TEXT ALEX STRANIG
egriffe wie regional, nachhaltig und healthy werden einem nicht nur von innovativen Spitzenköchen und einfallsreichen Lebensmittelproduzenten entgegengeworfen. Auch immer mehr Geträn-
kehersteller haben erkannt, dass sich ihr Produkt besser
verkaufen lässt, wenn es mehr kann, als wachzumachen
oder picksüß zu schmecken. Während die großen Konzerne
hier noch etwas hinterherhinken, gibt es immer mehr
Kleinstproduzenten, die ihren Traum vom eigenen Getränk
verwirklichen und damit die Welt ein bisschen besser machen wollen. In einem Punkt sind sich allerdings alle einig:
Reich wird man als kleiner Getränkehersteller nicht. Aber
wer will das schon?
Bei uns stand der Nutzen im Vordergrund. Wir wollten
ein Getränk auf den Markt bringen, das völlig ohne Zucker
oder Süßungsmittel auskommt, nach was schmeckt und die
Kraft der Pflanzen mit transportiert", sagt Sonja Goblirsch.
Gemeinsam mit ihrem Mann vertreibt sie Ohnly", einen
Bio-Eistee, der ohne künstliche Zusatzstoffe auskommt und
allerhand positive Eigenschaften haben soll. Hierzu bedient
sich das Ehepaar unterschiedlicher Kräuter und Gewürze.
Eigentlich eine gute Idee, wenn man bedenkt, dass es sich bei
dem Kaltgetränk lediglich um aufgebrühtes Wasser handelt.
Was den besonderen Geschmack ausmacht? Laut Goblirsch sind es die unterschiedlichen Brühzeiten und die besondere Zusammensetzung der Zutaten. Denn obwohl der
Eistee, den es mit und ohne Kohlensäure gibt, keine Kalorien hat, ist er überraschend schmackhaft. Bis er Geld abwirft, wird es aber noch dauern. Es ist eine Illusion, zu glauben, dass man mit einem Getränk in kurzer Zeit reich wird.
Das Getränkebusiness ist ein Volumenbusiness", ist Goblirsch überzeugt.
Es braucht also schon eine große Begeisterung für das Produkt. Genau diese Begeisterung ist es, die die beiden Niederösterreicher Lukas Renz und Martin Paul antreibt. Die AbAnfragen für weitere Nutzungsrechte an den Verlag
solventen der Tourismusschule sind gerade einmal über
2 1D
Jahre jung und vertreiben ein Getränk namens Bämstein.
Dass man ihren Drink noch kaum wo kennt, stört sie nicht.
Von kindlicher Naivität kann aber keine Rede sein, wissen
die Jungunternehmer doch ganz genau, was sie wollen. Wir
hatten schon immer dieses Unternehmerfeuer in uns und
wussten, dass wir etwas Besonderes machen wollen. Der Getränkemarkt ist übersättigt. Es gibt keine wirklichen Innovationen mehr, sondern nur noch Variationen", sagt Renz
und verkündet stolz die Abfiillmenge der letzten Woche.
Wir haben mit 7000 Flaschen begonnen. Die letzte Abfüllung lag bei 54.000 Flaschen. Das ist zwar noch immer
nicht viel, aber trotzdem total aufregend für uns". Dass die
beiden Neogetränkehersteller überhaupt einen Kredit für
die Umsetzung ihrer Idee bekommen haben, liegt an ihrem
Verkaufstalent und am vorgelegten Businessplan. Als Alleinstellungsmerkmal haben sie in ihrem Erfrischungsgetränk nicht ganz typische Zutaten miteinander vermischt.
Neben Hibiskus und Holunderblüte finden sich darin auch
Dirndln (Kornelkirschen) und die Essenz von Grünem Kaffee, den Renz bei einem Auslandsauftenhalt in Bahrain ken-
nengelemt hat. BeigemengterVerjus, der Saftunreifer Trauben, verleiht dem Getränk seine angenehme Säure.
Neben einem schmackhaften Produkt, den finanziellen
Mitteln und einem klaren Ziel müssen Getränkehersteller
aber auch garantieren, dass ihr Drink sicher" ist. Anders als
bei Arzneimitteln darf das Getränk keine Wirkung haben. Ansonsten handelt es sich nicht mehr um ein Lebensmittel. Der
Hersteller trägt dafür die Verantwortung", sagt Oskar Wawschinek von der LVA GmbH in IClosterneuburg. Das Unternehmen ist auf die Überprüfung der vorgeschriebenen Kennzeichnungspflicht und die Analytik der Inhaltsstoffe spezialisiert. Man kann gewisse Analysen auch selbst durchführen.
Bei einer Überprüfung durch die Lebensmittelaufsichtsbehörde muss auf jeden Fall ein Nachweis über die ständige
Qualitätssicherung erbracht werden", ergänzt Wawschinek.
Steter Tropfen höhlt den Stein Renz und Paul haben längst alle Vorgaben erfüllt und vor kurzem einen Vertrag mit einem großen Wiener Getränkehändler abgeschlossen. Damit wollen sie ihr Erfrischungsgetränk noch bekannter machen. Denn das beste Marketing für kleine Hersteller
ist natürlich, wenn es ihr Getränk in so vielen Lokalen wie
möglich gibt.
Davon ist auch Ulrike Petritsch überzeugt. Die studierte
Architektin hat sich mit ihren Geschäftspartnerinnen einen
Traum erfüllt. Unter dem Namen Helga vertreiben die Unternehmerinnen ein Erfrischungsgetränk mit Mikroalgen. Bei
uns war es vor allem der persönliche Aspekt, ein Getränk mit
Algen zu machen, weil wir es selbst gerne trinken", sagt Petritsch. Auchwenn mancher beiAlgen sofort an Wakame in der
Misosuppe denkt, schmeckt der Algendrink mit ein bisschen
Kohlensäure äußerst gut und erfrischend. Ab dem drittenJahr
will Petritsch Gewinne schreiben. Bis dahin finanziert wie bei
fast allen neuen Getränkeherstellern ohne Konzern im Hintergrund eine Abfüllung die nächste. Aber schließlich ist der
Weg das Ziel - auch wenn der Weg unterschiedlich lang ist. 0
www.ohnly.bio, www.barnstein.at, www.hallohelga.at, www.pona.at
Presseclipping erstellt am 19.02.2016 für HELGA - Tanke Alge zum eigenen Gebrauch nach §42a UrhG.
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Der Standard / Rondo
19.02.2016
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Thema: HELGA
Autor: Alex Stranig
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Vielfalt bei den jungen Getränke-Start-ups:
Ohnly Bio Eistee, Bärnstein Limonade, Helga
Algendrink und Pona gespritzer Fruchtsaft.
10(11Adiaill
Das Angebot an Erfrischungsgetränken ist kaum noch überschaubar. Entscheidend ist, welches Getränk auch nach Jahren noch im Regal steht.
Presseclipping erstellt am 19.02.2016 für HELGA - Tanke Alge zum eigenen Gebrauch nach §42a UrhG.
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