- Forschungsstelle für Sprachentwicklung und

Jahresbericht 2014
Forschungsstelle für Sprachentwicklung und Sprachdidaktik am Institut
für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
JAHRESBERICHT 2014
Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik (KöBeS)
Reihe BASIK I/2014
Herausgeber (V.i.S.d.P.)
Michael Becker-Mrotzek, Ulrike Domahs, Thorsten Pohl & Kirsten Schindler
Forschungsstelle für Sprachentwicklung und Sprachdidaktik
am Institut für Deutsche Sprache und Literatur II
Philosophische Fakultät
Universität zu Köln
Gronewaldstraße 2, 50931 Köln
www.uni-koeln.de/phil-fak/deutsch
Technische Redaktion:
Lena Krüppel
Druck: Universität zu Köln
3
4
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
01
Vorwort zum Jahresbericht 2014
10
02
Publikationen und Kolloquien der Forschungsstelle
13
Sprachdidaktisches Kolloquium
14
KöBeS-Reihe und BASIK
19
Berichte aus den Arbeitsgruppen
21
Berichte aus dem Mercator-Institut und der
Arbeitsgruppe Michael Becker-Mrotzek
22
Geförderte Projekte des Mercator-Instituts
22
Nachwuchsakademie Sprachliche Bildung
25
Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“
27
Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark - Grundschulen
29
Unterrichtliche Förderung von Teilkomponenten der Schreibkompetenz
30
Netzwerk „Neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in der Schule“
32
Sprachsensibler Mathematikunterricht - Schwerpunkt Schriftlichkeit
34
Evaluation der Staatlichen Europa-Schule in Berlin
35
Zentrale Lernstandserhebungen VERA 8 Deutsch (IQB)
35
Zentrale Abschlussprüfungen, Fach Deutsch (ZAA Deutsch/LSA Hessen)
37
Aktivitäten der zukünftigen Lehr- und Forschungseinheit DaZ-Modul
38
Fortbildungen
39
03
03.1
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Round Table „DaZ und Inklusion“
42
Migration und Sprache
43
03.2
Berichte aus der Arbeitsgruppe Ulrike Domahs
45
03.3
Berichte aus der Arbeitsgruppe Magdalena Michalak
46
Karten im Geographieunterricht
46
Sprache im Museum lernen
46
Gebrauch und Förderung von Sprachregistern im Fachunterricht
46
Evaluation eines interkulturellen Portfolios
47
Berichte aus der Arbeitsgruppe Thorsten Pohl
48
03.4
Herausgabe des Handbuchs Schriftlicher Sprachgebrauch
03.5
04
48
Herausgabe der Fachzeitschrift Didaktik Deutsch (Heft 34 / 35)
48
Promotionsprogramm ProfaS
48
Promotionsprogramm LÜP
49
Berichte aus der Arbeitsgruppe Kirsten Schindler
50
Akademische Textkompetenzen von Lehramtsstudenten
50
Akademische Textkompetenzen von SchülerInnen am Gymnasium
51
Berichte der Mitglieder der Forschungsstelle
53
Lale Altinay
54
Michael Becker-Mrotzek
55
5
6
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Necle Bulut
58
Svea Corban
58
Silvia Dahmen
58
Ulrike Domahs
60
Eveline Einhauser
61
Julia Fischbach
61
Diana Gebele
63
Sarah Göbert
63
Katrin Hee
64
Simone Jambor-Fahlen
65
Katrin Kleinschmidt
66
Matthias Knopp
67
Marion Krause-Wolters
69
Cornelia Lahmann
69
Charlotte Lambrecht
70
Valerie Lemke
70
Markus Linnemann
72
Magdalena Michalak
77
Michaela Mörs
79
Fabiana Netzband
80
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
05
06
Thorsten Pohl
81
Christopher Sappok
82
Kirsten Schindler
85
Sabine Stephany
88
Katarina Wagner
90
Lotte Weinrich
90
Sabine Zepnik
92
Alexandra Zepter
92
Internationale Kooperationen
97
DAAD Kooperation mit Sofia (Bulgarien)
98
Erasmus-Austausch mit der türkischen Universität Istanbul
98
Erasmus-Kooperation mit der Hochschule Poznan (Polen)
101
Forschungskooperation
101
Lehrforschungsprojekte
103
Akademisches Schreiben lernen - zwischen Schule und Hochschule
104
Kooperationsprojekt „Sprachliche Bildung“
104
Ferienschule(n) im Primarbereich
108
Lehrforschungsprojekt „Seiteneinstieg“
112
Textbewegung ©
113
7
8
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
07
Virtuelle Schreibkonferenz
114
Qualifikationsprojekte
115
Professionalisierung von Lehrkräften in Seiteneinsteigerklassen (Altinay)
116
Entwicklung orthographischer Kompetenzen bei Grundschulkindern (Bulut)
116
Implizites Lernen im frühen Orthographieerwerb (Corban)
116
Rückmeldungsgespräche in der Schule (Fischbach)
117
Syntaxerwerb bei L2-Lernern (Gebele)
118
Die Fach(un-)spezifik des argumentierend-erörternden Schreibens (Göbert)
118
Schülersprache in Gruppen- und Plenumsunterricht (Hee)
119
Die Entwicklung der Wortschreibung (Jambor-Fahlen)
120
Die an die Schüler/innen gerichtete Sprache (Kleinschmidt)
121
Das mentale Lexikon im Schreibprozess (Knopp)
122
The impact of age and exposure on forgetting and retention of the birth language (Lahmann)
122
Forschendes Lernen in Praxisphasen der Lehrerausbildung (Lambrecht)
123
Situierte Schreibarrangements im Fachunterricht der Sek I (Lemke)
124
Adressatenantizipation beim Schreiben (Linnemann)
125
Peer Review - Paper & Pen vs. PC (Mörs)
126
Lernerseitige mentale Repräsentationen von Genus und Wort (Netzband)
127
Mathematische Textaufgaben (Stephany)
128
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Strategien von SuS beim Lesen von orthographischen Strukturen (Zepnik)
129
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
10
01
01
Vorwort zum Jahresbericht 2014
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Jahresbericht 2014 | Vorwort
Das Jahr 2014 war ein insgesamt erfolgreiches und erfreuliches Jahr für die Forschungsstelle.
Im März nahmen mit einer feierlichen
Kick-off Veranstaltung die vom Mercator-Institut geförderten 15 Projektverbünde ihre Arbeit auf. Im Rautenstrauch-Joest Museum, das sich für den
Anlass als geeigneter Gastgeber erwies,
präsentierten sich die ausgewählten
Projektteams auf Postern. Das gegenseitige Kennenlernen und die ersten Möglichkeiten zur Vernetzung wurden dann
in Workshops und bei den Kaffeepausen
angebahnt (siehe auch Berichte aus dem
Mercator-Institut und der Arbeitsgruppe
Michael Becker-Mrotzek).
Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags begann im Frühjahr 2014
auch eine neue Erasmus Kooperation
zwischen der Germanistik der Universität Poznan (Polen) und dem IDSL II. Nach
erfolgreichem Anbahnen durch Magdalena Michalak und ersten Besuchen zwischen den Dozierenden sollen 2015 nun
die ersten Studierendenaustausche folgen. Poznan ergänzt damit die internationalen Kooperationen, die bereits seit
mehreren Jahren mit den Universitäten
Istanbul (Lotte Weinrich) und Sofia (Kirsten Schindler) gepflegt werden (siehe
Internationale Kooperationen).
Im Frühsommer erschienen nach langer Vorbereitungszeit zwei zentrale Re-
ferenzwerke, an denen Mitglieder der
Forschungsstelle maßgeblich beteiligt
waren. Mit dem von Thorsten Pohl (IDSL
II) und Helmuth Feilke (JLU Gießen) herausgegebenen Sammelband „Schriftlicher Sprachgebrauch / Texte verfassen“
liegt nun der 4. Band der Reihe Deutschunterricht in Theorie und Praxis vor.
Beiträge zum Sammelband verfassten
u.a. Michael Becker-Mrotzek: „Bildungsstandards und Schreibaufgaben“ sowie
„Schreibleistungen bewerten und beurteilen“, Thorsten Pohl: „Entwicklung
der Schreibkompetenzen“ und „Schriftliches Argumentieren“ sowie Kirsten
Schindler: „Schreiben in der Zweitsprache Deutsch“ (gemeinsam mit Gesa Siebert-Ott). Im von Eva-Maria Jakobs und
Daniel Perrin herausgegebenen Sammelband „Handbook of Writing and Text
Production“, der bei de Gruyter erschien,
verantwortete Kirsten Schindler gemeinsam mit Joanna Woolfe die Sektion
„The Author perspective“ und trug zwei
Beiträge bei: „The author perspective in
textproduction research“ und „Beyond
Single Authors: Producing Co-authored
Organizational Texts“.
Die ersten Studierenden begannen im
WS 2014/2015 mit ihrem Masterstudium. Die seit 2012 durch das ZfL Köln
koordinierte Vorbereitung insbesondere des Praxissemesters als zentralem
Bestandteil des Masters wird nun selbst
dem Praxistest unterzogen. Mitglieder
der Forschungsstelle wirkten in den
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Fachverbünden „Deutsch“ und „DaZ“ mit
und begleiten die Studierenden nun in
dieser Praxisphase. Alexandra Zepter
koordiniert als Praxisbeauftragte die
Arbeit mit dem ZfL und den beteiligten
Studienseminaren.
Für die Forschungsstelle ein großer Verlust ist der Weggang der Kolleginnen
Ulrike Domahs und Magdalena Michalak. Ulrike Domahs nimmt zum SS 2015
einen Ruf an die Universität Brixen an.
Magalena Michalak hat die Forschungsstelle schon im WS 2014/2015 verlassen,
um eine Professur für Deutsch als Zweitsprache an der Universität NürnbergErlangen anzutreten.
Zwar schon im Kalenderjahr 2015, aber
noch vor dem Erscheinen des Jahresberichts erreichte uns die Nachricht, dass
der Kölner Antrag zur Qualitätsoffensive
Lehrerbildung erfolgreich war. Michael
Becker-Mrotzek, der den Bereich Nachwuchsförderung verantwortet, kann
damit einen ganz unmittelbaren Erfolg
verzeichnen.
Michael Becker-Mrotzek
Ulrike Domahs
Kirsten Schindler
Thorsten Pohl
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
02
02
Publikationen und
Kolloquien der
Forschungsstelle
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
02 Publikationen und Kolloquien der Forschungsstelle
Sprachdidaktisches Kolloquium
(Autorinnen: Lena Krüppel und Kirsten Schindler)
Das Sprachdidaktische Kolloquium wird gemeinsam von der Forschungsstelle für
Sprachentwicklung und Sprachdidaktik und dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache veranstaltet.
Im letzten Jahr hat das Kolloquium seinen Status als wesentliches Diskussionsforum,
das innerhalb und außerhalb der Universität zu Köln wahrgenommen wird, behaupten und ausbauen können. Es ist erfreulich, dass neben Mitgliedern der Forschungsstelle und anderer Einrichtungen der Hochschule auch Angehörige außeruniversitärer Bildungseinrichtungen regelmäßig dabei sind: Absolvierende des Referendariats,
Schulleiter/innen, Mitglieder der Schulaufsicht, der Bezirksregierung, Lehrer und,
wenn auch (noch) vereinzelt, Studierende.
Zwischen Sommersemester 2014 und Wintersemester 2014/2015 fanden insgesamt
zehn Vorträge statt.
Der erste Vortrag des Semesters (13.05.2014) von Prof. Dr. Michael BeckerMrotzek, Matthias Knopp & Prof. Dr. Jörg Jost zum Thema „Schreibkompetenz diagnostizieren und fördern. Erste Ergebnisse aus einem empirischen Forschungsprojekt“ begann mit einer Darstellung des theoretischen
Zusammenhangs zwischen den Fähigkeiten zur Perspektivübernahme und den Fähigkeiten zur Herstellung von Kohärenz mit dem Konstrukt der Schreibkompetenz.
Dabei wurde anhand empirischer Befunde gezeigt, welchen Einfluss die kognitiven
Fähigkeiten auf die Textqualität haben. In einem zweiten Schritt stellten die Vortragenden eine derzeit laufende Interventionsstudie vor, welche der Frage nachgeht,
wie sich die o.g. Fähigkeiten schulen lassen und inwiefern dies die Schreibkompetenz beeinflusst. In diesem Zusammenhang wurden ferner einzelne exemplarische
Aufgaben zur Schulung bestimmter Teilgebiete (Trainingsaufgaben zur Schulung der
Perspektivübernahme sowie der Herstellung von Kohärenz) vorgestellt.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Der zweite Vortrag des Semesters (27.05.2014) von Dr. Maik Philipp zum Thema
„Metaanalytisch gewonnene Aussagen zur Schreibförderung aus internationalen Studien: Chancen, Risiken und (Neben-) Wirkungen“ befasste
sich insbesondere mit der Frage nach der Wirksamkeit von Förderansätzen im Bereich
der Schreibdidaktik. Maik Philipp stellte in seinem Vortrag verschiedene Metaanalysen zum Schreiben vor, wobei er insbesondere die Frage, was diese Analysen leisten
können und die entsprechenden Hauptergebnisse dieses analytischen Zugangs in
den Fokus seiner Überlegungen stellte. Dabei wurden die Ergebnisse zu drei Handlungsfeldern der evidenzbasierten Schreibdidaktik synthetisiert: der Förderung von
hierarchieniedrigen Schreibprozessen (Verschriften), der Verbesserung der hierarchiehohen Prozesse des Schreibens (Planen und Revidieren) sowie Entlastungsmöglichkeiten beim Schreiben.
Im Vortrag von Prof. Dr. Bernt Ahrenholz „Wortschatz und Wortschatzerwerb: Verben“ (17.06.2014) wurden die in der Forschung klar zu erkennenden
Befunde referiert, dass in nahezu allen Untersuchungen zum Erwerb des Deutschen
bei Kindern und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache die Beobachtung auftritt, dass zu viele von ihnen über einen zu geringen Wortschatz verfügen. Aufgrund
der hohen Relevanz der Thematik widmete sich der Vortrag zunächst insbesondere
den Bereichen des Wortschatzes sowie des Wortschatzerwerbs, wobei jedoch das
Hauptaugenmerk auf dem Erwerb und Gebrauch von Verben lag. Grundlage der präsentierten Ergebnisse waren Daten aus der zweijährigen, von der DFG geförderten
Longitudinalstudie „Förderunterricht und Deutsch als Zweitsprache“.
Dr. Silvia Dahmen zeigte in ihrem Vortrag „Aussprachetraining DaZ in
sprachlich heterogenen Klassen“ (01.07.2015), dass beim Erwerb des Deutschen als Fremd- oder Zweitsprache (DaF/DaZ) gerade in der Aussprache der Lernenden Normabweichungen auftreten, die auf Unterschiede zwischen der Erstsprache
und dem Deutschen zurückzuführen sind. Die Lernenden übertragen erstsprachliche
Gewohnheiten in die Zweitsprache, was sich beispielsweise durch eine falsche Platzierung von Betonungen, das Einfügen von Sprossvokalen oder eine abweichende
Artikulation von Lauten äußert. Solche Interferenzen aus der Erstsprache führen zu
einem fremden Akzent, an dem deutsche Muttersprachler häufig sogar erkennen
können, woher die Sprecher kommen. Silvia Dahmen argumentierte in ihrem Vortrag
für ein Aussprachetraining, das auf typologischen Unterschieden zwischen Deutsch
15
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
und anderen Sprachen basiert und somit insbesondere die Bereiche der größeren
phonologischen Einheiten, also die Prosodie (Intonation, Rhythmus, Akzentuierung
und Silbenstruktur) in den Blick nimmt. Ihre Ausführungen bezogen sich auf eine
empirische Studie, welche zeigen konnte, dass ein prosodieorientiertes Training in
einigen Bereichen positive Effekte auf die Lautebene und somit weitreichendere Auswirkungen als ein Training von Einzellauten hat.
Der letzte Vortrag des Semesters wurde gemeinsam vom Sprach- und Literaturdidaktischen Kolloquium organisiert. Prof. (em.) Dr. Hartmut Günther diskutierte in
seinem Vortrag „Literatur und Schriftlichkeit“ (08.07.2014) unter Berücksichtigung verschiedener Gegenargumente die These, dass Schrift für Literatur eine notwendige, wenn auch keine hinreichende Bedingung darstellt.
Das neue Semester startete mit einem Vortrag von Prof. Dr. Gesa Siebert-Ott,
Lena Decker, Ina Kaplan & Klaas Macha mit dem Titel „Akademische
Textkompetenzen im engeren Sinne: Kompetenzmodellierung und erste Ergebnisse der Kompetenzerfassung“ (28.10.2014). In diesem Vortrag
wurde zunächst das an den Hochschulstandorten Köln und Siegen angesiedelte
BMBF-Verbundprojekt ‚Akademische Textkompetenzen bei Studienanfängern und
fortgeschrittenen Studierenden des Lehramtes unter besonderer Berücksichtigung
ihrer Startvoraussetzungen (AkaTex)‘ vorgestellt. Ziel des Teilprojektes Siegen ist die
Modellierung und Messung akademischer Textkompetenzen im engeren Sinne, worunter diejenigen Fähigkeiten und Fertigkeiten verstanden werden, die Studierende
entwickeln müssen, um schreibend erfolgreich an wissenschaftlichen Diskursen zu
partizipieren. Im ersten Teil des Vortrags lag der Fokus auf der Modellierung dieser
Kompetenzen, welche auf Basis von Literaturstudien, Dokumentenanalysen und einer Experteninterviewstudie beruhte. Anschließend wurde erläutert, wie akademische Textkompetenzen im engeren Sinne im Teilprojekt Siegen erfasst werden. Die
Ergebnisse und Erkenntnisse des Projektes wurden anschließend im Plenum angeregt diskutiert.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Dass Kinderlieder, Sprachspiele und Kinderreime eine ideale Grundlage für implizites sprachliches Lernen sind, weil sie sprachliche Einheiten und ihre strukturellen
Beziehungen in hoch konzentrierter und redundanter Form enthalten und zum Spielen mit diesen Einheiten und Strukturen einladen, zeigte Prof. Dr. Eva Belke in
ihrem Vortrag „Singen und Spielen mit Sprache: Zur Rolle von Inputstrukturierung, Reim und Melodie beim sprachlichen Lernen“ (18.11.2014). Im
Rahmen des Vortrags wurden zunächst Teilergebnisse aus dem Forschungsprojekt
„Bilinguale Sprachverarbeitung unter Submersionsbedingungen: Ein psycholinguistische Aufarbeitung“ (2009 – 2013) vorgestellt. Im Rahmen dieser Studie wurden
Wirkungsmechanismen zur Sprachförderung experimentell fundiert sowie Möglichkeiten zur Inputoptimierung in Form eines Liederbuchs praktisch umgesetzt. Zentrale Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen des Vortrags präsentiert. Dabei wurden
insbesondere ausgewählte Beispiele des Liederbuches vorgeführt und im Plenum
diskutiert. Auch der kommentierende Begleitband mit Vorschlägen zur didaktischen
Verwendung der Lieder wurde im Rahmen des Vortrags vorgestellt und angeregt besprochen.
Dr. Gesine Esslinger befasste sich in ihrem Vortrag „Zum Verhältnis von rezeptiver und produktiver Interpunktionskompetenz. Theoretische Hintergründe und empirische Befunde“ (02.12.2014) mit den Fragen, inwiefern sich
erwachsene, kompetente Leser von Schüler/innen der Sek I in ihren rezeptiven Interpunktionskompetenzen unterscheiden und in welcher Weise die Fähigkeiten, syntaktische Interpunktionszeichen (Punkt, Komma, Semikolon, Doppelpunkt) beim Lesen
verarbeiten zu können, und die Fähigkeit, diese Interpunktionszeichen beim Schreiben erfolgreich setzen zu können, zusammenhängen. Dazu stellte die Vortragende
zwei computerbasierte Tests vor, welche anhand identischer sprachlicher Strukturen
die Messung sowohl schreiberseitiger produktiver Interpunktionskompetenzen als
auch leserseitiger rezeptiver Interpunktionskompetenzen ermöglichen sollen. Aus
ausgewählten Ergebnissen wurden sowohl Hypothesen für weitere Forschungsarbeiten, als auch Hinweise für die Entwicklung einer zielführenden Interpunktionsdidaktik abgeleitet.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Prof. Dr. Eva-Maria Jakobs führte in ihrem Vortrag „Kommunikative Usability“ (20.01.2015) in einen für die Deutschdidaktik bislang wenig thematisierten
Bereich ein. Das Konzept „Kommunikative Usability“ fokussiert die Qualität, in der die
sprachlich-kommunikative Gestaltung digitaler Kommunikations- und Interaktionsangebote (Inhalt, Interface, Hilfen) den Nutzer beim Vollzug übergeordneter Aufgaben unterstützt (Jakobs 2010, 2012). Zahlreiche Studien zeigen, dass die sprachliche
Gestaltung digitaler Kommunikate ein wesentlicher Bestandteil ihrer Wahrnehmung
und Bewertung ist und damit relevant für Prozesse der Vertrauensbildung.
Analog zum Sommersemester schloss auch das Wintersemester mit einer Kooperationsveranstaltung zwischen dem Sprach- und Literaturdidaktischen Kolloquium.
Prof. Dr. Bernd Ahrbeck befasste sich in seinem Vortrag „Inklusion - Nutzen,
Risiken, Nebenwirkungen“ (27.01.2015) mit einem zentralen und für alle Fachdidaktiken virulenten Thema. Die (schulische) Inklusion gehört gegenwärtig sicherlich zu den meist diskutierten Aspekten. Die oft auch unterschiedliche Interpretation
der UN-Behindertenrechtskonvention stellt einen Grund hierfür dar. Bernd Ahrbeck
vertritt die These, dass Inklusion nur in moderater Form erfolgreich sein kann, unter
kritischer Würdigung des Möglichen und prinzipieller Grenzen. Er widerspricht einem
radikalen Inklusionsbegehren und einer ‚Schule für alle‘. Im Rahmen seines Vortrags
wurden wesentliche Aspekte und Gedanken der derzeitigen, schulischen Inklusionsdebatte thematisiert und in einer angeregten Plenumsdiskussion kritisch reflektiert.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
KöBeS und BASIK
Die Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik (KöBeS) präsentieren abgeschlossene wissenschaftliche Beiträge zu den Schwerpunkten der Forschungsstelle. Sie sind in gedruckter Form beim Verlag Gilles & Francke erhältlich und werden zugleich im Internet zum
kostenlosen Download bereitgestellt unter:
www.koebes.uni-koeln.de
Die Berichte und Arbeitspapiere aus der Forschungsstelle für Sprachentwicklung
und Sprachdidaktik des Instituts für Deutsche Sprache und Literatur der Universität
zu Köln (BASIK) werden ausschließlich im Internet veröffentlicht. Zu finden sind hier
Artikel von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von durch die Forschungsstelle
mitgetragenen Veranstaltungen, herausragende Examensarbeiten und aktuelle Forschungsberichte sowie Jahresberichte.
Bisher erschienen:
Heft 1 / 2005 H. Günther / E. Nünke: Warum das Kleine groß geschrieben wird, wie
man das lernt und wie man das lehrt.
Heft 2 / 2006 M.Becker-Mrotzek / E. Kusch / B. Wehnert (Hgg.): Leseförderung in der
Berufsbildung.
Heft 3 / 2006 R. Drommler / M. Linnemann / M. Becker-Mrotzek / H. Haider /
T. Stevens / J. Wahlers: Lesetest für Berufsschüler/innen. LTB-3 Handbuch.
Heft 4 / 2006 D. Heints / J. E. Müller / L. Reiberg (Hgg.): Mehrsprachigkeit macht
Schule.
Heft 5 / 2007 M. Becker-Mrotzek / K. Schindler (Hgg.): Texte schreiben.
Heft 6 / 2010 H. Günther: Beiträge zur Didaktik der Schriftlichkeit.
Heft 7 / 2010 T. Pohl / T. Steinhoff: Textformen als Lernformen.
19
20
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Heft 8 / 2012 D. Neumann: Schwierigkeitsbeeinflussende Merkmale bei Aufgaben
zum Hörverstehen im Fach Deutsch in der Sekundarstufe I.
BASIK Reihe B - Heft 1/2014: H. Günther: Menschen, Tiere, Sachen schreibt man groß
- Eine fatale didaktische Reduktion (nicht nur für den Erwerb der Rechtschreibung).
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
03
03
Berichte aus den
Arbeitsgruppen
21
22
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
03
Berichte aus den Arbeitsgruppen
03.1 Berichte aus dem
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als
Zweitsprache und der Arbeitsgruppe Michael BeckerMrotzek
Geförderte Projekte des Mercator-Instituts zu „Sprachförderung
und Deutsch als Zweitsprache in der Lehrerbildung“
(Autorinnen: Katarina Wagner und Annika Witte)
Einleitung
Das Mercator-Institut fördert 15
Forschungs- und Entwicklungsprojekte an 26 Hochschulen in sechs Bundesländern. Diese Projekte verfolgen
das Ziel, die Themen Sprachförderung
und Deutsch als Zweitsprache in der
Forschung und Lehrerbildung zu stärken
und dadurch langfristig die Bildungschancen von Schülerinnen und Schülern
mit Sprachförderbedarf zu verbessern.
Alle Projekte haben zwischen Oktober
2013 und August 2014 ihre Arbeit aufgenommen; die durchschnittliche Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.
Forschungsprojekte
Das Mercator-Institut fördert fünf interdisziplinäre Forschungsprojekte. Interdisziplinarität wird hier als Schlüssel für
eine wirksame und anwendungsorientierte Erforschung von Themen rund um
sprachliche Bildung verstanden, denn
bei diesem komplexen Thema greifen
einseitige Betrachtungen oft zu kurz und
eine Zusammenarbeit von Linguistik,
Psychologie, Pädagogik und den Fachdidaktiken ermöglicht innovative angewandte Wirkungsforschung. Seit Beginn
der Projektarbeit konnten bereits erste
Zwischenergebnisse und Wirkungen
erzielt werden. Die gewinnbringende
interdisziplinäre Zusammenarbeit zeigt
sich in allen Projekten. Zwei anschauliche Beispiele sind das Projekt „RESTLESS:
Regensburger
Selbstregulationstraining für Lese- und Schreibstrategien”, in
dem Psychologie und Deutschdidaktik
zusammenarbeiten, um die Themen
Selbstregulation und Lese- und Schreibtraining effektiv zu verbinden. Auch
das Projekt „!!FACH-AN-SPRACHE-ANFACH!!“ zeigt die gelingende Kooperation zwischen Deutschdidaktik, Mathematikdidaktik und Bildungswissenschaften durch sein innovatives empirisches
Forschungsdesign. Auf der Auftaktveranstaltung des Forschungsprojekts Bildungssprache Deutsch an beruflichen
Schulen der LMU und der TU München
am 21.11.2014 wurde die gelungene
Zusammenarbeit von Forschung, Praxis
und Bildungsadministration u.a. im
Grußwort des Vertreters des Bayerischen
Kultusministeriums hervorgehoben. Die
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Unterstützung des Kultusministeriums
ist beispielhaft und sorgt dafür, dass das
Projekt besonders praxisnah agieren
kann. In allen Projekten werden Lehrund Lernmaterialien entwickelt und evaluiert. Das Projekt „Besser schreiben
lehren durch halbstandardisierte individuelle Schreibberatung” hat die Materialerstellung bereits abgeschlossen. Die
so entstehenden Lern- und Fördermaterialien sind von Schulen stark nachgefragt und könnten nach Abschluss der
Projekte für viele Schulen zur Verfügung
stehen. Alle geförderten Projekte kooperieren mit Schulen aus den jeweiligen
Regionen. Sie erproben dort Fördermaterialen und -konzepte und leisten damit
einen aktiven Beitrag sowohl für die
Sprachförderung von Schülerinnen und
Schülern als auch für die Verzahnung von
Forschung und Praxis.
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24
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Entwicklungsprojekte
Das Mercator-Institut fördert zehn Entwicklungsprojekte,
darunter
zwei
landesweite Projekte in Berlin und
Niedersachsen und acht in NordrheinWestfalen. Dies ist verbunden mit dem
Ziel, die Themen Sprachförderung und
Deutsch als Zweitsprache stärker in die
Lehrerbildung zu integrieren, qualitativ
zu verbessern und dadurch Lehramtsstudierende aller Fächer und Schulformen bereits im Studium für sprachliche
Heterogenität zu sensibilisieren. Die
nordrhein-westfälischen Universitäten
sollen darüber hinaus bei der Umsetzung des seit 2009 obligatorischen DaZModuls unterstützt werden. Hier werden
innovative Lehr- und Lernformate
gefördert, die das Lehrangebot über die
Grundversorgung hinaus verbessern.
In dem Projekt „Sprachen – Bilden –
Chancen: Innovationen für das Berliner
Lehramt” haben sich die drei großen
Berliner Universitäten (Humboldt-Universität, Freie Universität und Technische
Universität) zusammengeschlossen, um
die seit 2007 für alle Lehramtsstudierenden eingeführten Berliner DaZ-Module
empirisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Darauf aufbauend wird
ein phasenübergreifendes Ausbildungskonzept zur Sprachbildung im Lehramt
erstellt.
In dem Projekt „UMBRÜCHE GESTALTEN.
Sprachenförderung und -bildung als Bestandteile innovativer Lehramtsausbildung in Niedersachsen” kooperieren die
neun lehrerbildenden niedersächsischen
Hochschulen. Ziel ist es, obligatorische
Qualifizierungsangebote zu Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
zu entwickeln, lehramtsspezifisch in Ausund Fortbildungskonzepte und -materialien umzusetzen und integrativ in die
Lehramtsausbildung aller Fächer zu implementieren.
Die Projekte in Nordrhein-Westfalen
setzen verschiedene Schwerpunkte: Eine
Kooperation mit den Fachdidaktiken
wird explizit in Bielefeld, Bochum, Bonn,
Münster und Paderborn angestrebt.
Der Theorie-Praxis-Bezug ist vorrangig
Thema in Bielefeld, Dortmund und Paderborn. Mit der Entwicklung innovativer Lehrkonzepte befassen sich Bielefeld, Bonn und Duisburg-Essen, mit der
Lese- und Schreibförderung DuisburgEssen und Siegen. Paderborn widmet
sich der Verzahnung der Lehrerausbildungsphasen.
Verschiedene Indikatoren zeigen bereits jetzt Veränderungen auf Hochschulebene an. So zog das Projekt „Miteinander” an der RuhrUniversität
Bochum
am
17.
Oktober 2014 schon während der Projektlaufzeit eine feierliche Zwischenbilanz.
Vertreter verschiedener Fachdidaktiken
stellten ihre entwickelten Lehr-Lernmaterialien und Unterrichtskonzepte
zur Diskussion. Das Projekt „Umbrüche
gestalten“ in Niedersachsen hat
Kernkompetenzen und Kerninhalte, die
Studierende durch Besuch des Grundlagenmoduls im Bachelor-Studium erwerben sollen, festgeschrieben und darauf
aufbauend erste Lehrmaterialien entwickelt. In Bonn wurde eine Analyse der
fachspezifischen sprachlichen Anforderungen des Faches Deutsch vorgenommen und anschließend ein Drehbuch
für eLearning-Einheiten erstellt, das seit
dem Wintersemester 2014/2015 im Einsatz ist und erprobt wird.
Mehrere Standorte berichten, dass die
Fachdidaktiker von der Relevanz der Thematik überzeugt werden konnten und zu
einer Kooperation bereit sind.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
In Berlin wurde außerdem ein Evaluationskonzept entwickelt, das Veränderungen im Wissen, den Einstellungen
und Planungskompetenzen bei den
Studierenden nach Besuch des DaZModuls erfassen soll. Der Beginn der
Evaluation ist für das Sommersemester
2015 angesetzt.
Darüber hinaus haben die Themen
Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache auch in der bildungspolitischen
Diskussion an Relevanz gewonnen;
so wurde in Berlin ein Basislehrplan
„Sprachliche Bildung” für alle 28 Unter-
richtsfächer erstellt und vom Senat verabschiedet. In Niedersachsen laufen die
Vorbereitungen für eine Novellierung
der Masterverordnung, die die Forderung nach Integration von Sprachbildung und Sprachförderung in die Ausbildung aller Fächer enthalten soll.
In den Projekten der Förderlinien I, II und
III wurden insgesamt 43 Qualifizierungsstellen geschaffen.
Nachwuchsakademie Sprachliche Bildung
(Autorin: Cornelia Lahmann)
Gut ausgebildeter Nachwuchs wird in
Forschung und Lehre im Bereich sprachliche Bildung, Sprachförderung und
Deutsch als Zweitsprache benötigt, um
Forschungslücken zu bearbeiten und
auch in Zukunft Lehrerinnen und Lehrer
adäquat auszubilden.
Die Nachwuchsakademie Sprachliche
Bildung des Mercator-Instituts fördert
31 Nachwuchswissenschaftlerinnen und
Nachwuchswissenschaftler, die derzeit
im Rahmen der durch das Mercator-Institut deutschlandweit geförderten Projekte promovieren (28) und habilitieren
(3). Die Themen ihrer Qualifizierungsarbeiten reichen von der Sprachförderung
und Deutsch als Zweitsprache im Elementarbereich bis hin zur Sekundarstufe.
Auf der folgenden Webseite werden die
Nachwuchswissenschaftlerinnen
und
Nachwuchswissenschaftler im Einzelnen
vorgestellt:
http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/foerderung/nachwuchsakademie-sprachliche-bildung/stipendiatinnen-und-stipendiaten/
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Die Nachwuchsakademie Sprachliche
Bildung hat sich drei primäre Ziele gesetzt:
• die individuelle Qualifizierung der
Nachwuchswissenschaftlerinnen
und
Nachwuchswissenschaftler
• die Entwicklung weiterführender Forschungsideen der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler
• die Vernetzung der deutschlandweit
durch das Mercator-Institut geförderten
Projekte.
Um die Nachwuchswissenschaftlerinnen
und Nachwuchswissenschaftler in ihren
Qualifizierungsarbeiten zu unterstützen,
hat das Mercator-Institut ein Programm
mit vier Elementen erarbeitet, das obligatorische Akademietage, fakultative
freie Formate im Sinne von Workshops,
ein Stipendium sowie ein MentoringProgramm umfasst. Bewerbungsstart für
die Akademie war im Juni 2014.
Das erste Element beinhaltet die vom
Mercator-Institut gestalteten und organisierten obligatorischen Akademietage. Am ersten Akademietag am 9. und
10. November 2014 in Köln standen die
Vorstellung des Programms sowie ein
Vortrag über Qualifikationsprofile und
-wege für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler von Frau Dr.
Juliane Lorenz vom Deutschen Hochschulverband im Mittelpunkt. Das zweite
Element umfasst zwei Veranstaltungen,
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
die sich inhaltlich nach den Wünschen
der Teilnehmenden richten. Das dritte
Element beinhaltet ein Stipendium in
Höhe von 2.200 Euro, das den Stipendiatinnen und Stipendiaten zur individuellen Qualifizierung zur Verfügung steht,
etwa für die Teilnahme an nationalen und
internationalen Konferenzen. Das vierte
Element umfasst das Mentoring-Programm, das – durch die Übernahme von
Kosten und Aufwandsentschädigungen
– eine zusätzliche Betreuung durch eine
weitere Fachexpertin oder einen Fach-
experten ermöglicht.
Weitere Informationen zur Nachwuchsakademie Sprachliche Bildung sind über
unsere Webseite abrufbar:
http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/foerderung/nachwuchsakademie-sprachliche-bildung/stipendiatinnen-und-stipendiaten/
Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“
(Autorin: Sabine Wilmes)
Ziel der Bund-Länder-Initiative „Bildung
durch Sprache und Schrift“ (BiSS) ist es,
Kinder und Jugendliche in ihrer sprachlichen Entwicklung vom Kindergarten bis
zum Schulabschluss optimal zu fördern.
Im Rahmen des Programms haben sich
bundesweit Kindertagesstätten und
Schulen zusammengeschlossen, um ihre
Ansätze zur Sprachstandserhebung und
Sprach- und Leseförderung weiterzuentwickeln.
Jeweils 3 bis 10 Kindertagesstätten und/
oder Schulen und teilweise weitere Partner wie zum Beispiel Universitäten oder
Bibliotheken haben hierzu Verbünde
gebildet, in denen sie sich austauschen,
Konzepte zur Sprachbildung in ihren
Institutionen entwickeln, Probleme beraten und Lösungen finden.
Unterstützt werden die Verbünde
hierbei von einem wissenschaftlichen
Trägerkonsortium, das vom Mercator-
Institut für Sprachförderung und
Deutsch als Zweitsprache der Universität
zu Köln, der Humboldt-Universität zu
Berlin in Kooperation mit dem Institut für
Qualitätsentwicklung im Bildungswesen
(IQB) und dem Deutschen Institut für
Internationale Pädagogische Forschung
gebildet wurde.
Das wissenschaftliche Trägerkonsortium unterstützt die Verbünde durch ein
vielfältiges Angebot, das aus Beratungen, Qualifizierungsmaßnahmen, einem
regelmäßig erscheinenden Journal und
der Evaluation geeigneter Verbünde
besteht.
Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
ist hauptsächlich verantwortlich für
die Weiterbildung der Lehrkräfte und
der pädagogischen Fachkräfte in den
Kindertagesstätten. Hierzu wurde ein
umfangreiches Fortbildungskonzept ent-
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
wickelt, das aus
• gemeinsamen Tagungen
• spezifischen Clusterfortbildungen
• länder- und verbundübergreifenden
Austauschformaten
und
• Blended-Learning-Fortbildungen
besteht.
An dieser Stelle möchten wir die Blended-Learning-Fortbildungen näher vorstellen, die derzeit entwickelt werden.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzeptes zur Sprachbildung ist es in Kindertagesstätten und Schulen unbedingt erforderlich, Lehrkräfte und pädagogische
Fachkräfte stetig und nachhaltig weiterzuqualifizieren. Der Kita- und Schulalltag
lässt häufige Abwesenheiten jedoch
nicht zu, weshalb ein Blended-LearningKonzept in diesem Kontext am geeignetsten erscheint.
Dieses Konzept umfasst die vier BlendedLearning-Kurse
• Allgemeine Grundlagen
• Wörter und Sätze: Sprachliche Strukturen und Funktionen
• Leseflüssigkeit und ihre Vorläuferfähigkeiten
• Durchgängige Leseförderung.
Alle vier Kurse enthalten Bausteine, die
sich spezifisch mit dem Seiteneinstieg
ins deutsche Schulsystem befassen.
Das gesamte Blended-Learning-Angebot
ist mehrstufig mit wissenschaftlich-theoretischen sowie praxisorientierten Komponenten gestaltet. Die Komponenten
enthalten Informationsphasen zur Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen
sowie Arbeitsphasen zur Anpassung der
Verbundarbeit an die vermittelten Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnisse. Mit Hilfe von Online-Elementen wie
z. B. Filmsequenzen, Bild- und Videomaterial oder Animationen werden Tools für
die Sprachdiagnostik und Sprachförderung (z.B. Lesetestverfahren) vorgestellt.
Ihre wissenschaftliche Fundierung wird
erläutert und ihre Einsatzmöglichkeiten
im frühpädagogischen und schulischen
Alltag werden diskutiert. In sich anschließenden Präsenzveranstaltungen
und Praxisphasen tauschen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den
Umgang mit Diagnose und Förderinstrumenten und ihre Praktikabilität, Passung
und Adaption bis hin zur Weiterentwicklung der Instrumente für verschiedene
Fragestellungen und Bedingungen für
den Einsatz ‚vor Ort’ aus. Die Arbeitsphasen und Workshops dienen insbesondere
der Identifikation, Weiterentwicklung
und Anpassung von Tools an die spezifischen Fragestellungen der Verbundarbeit.
Im nächsten Jahr können wir über die
Erfahrungen in der Durchführung der
Blended-Learning-Kurse berichten.
Bis dahin finden Sie alle Informationenzum Programm unter
www.biss-sprachbildung.de
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Kontaktdaten
Sabine Wilmes
Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)
[email protected]
Mercator-Institut für Sprachförderung
und Deutsch als Zweitsprache
Universität zu Köln
Triforum
Innere Kanalstr. 15
50823 Köln
Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark - Grundschulen
(Autorin: Simone Jambor-Fahlen)
Die Frage, wie man Lesen und Schreiben
bei Kindern am besten fördern kann,
führt immer wieder zu hitzigen Debatten
bei Eltern, Lehrkräften und in der Wissenschaft. Im Rahmen von Lesen macht
stark entwickelt das Mercator-Institut gemeinsam mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in SchleswigHolstein (IQSH) Material zur Diagnostik
und Förderung von Lese- und Schreibkompetenz in der Grundschule. Das Material dient als ein zusätzliches diagnostisches Werkzeug im Anfangsunterricht,
um insbesondere Kinder mit Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb möglichst früh zu erkennen und zu fördern.
Ziel des Projektes ist es darüber hinaus,
die Debatte, wie Kinder am besten Lesen
und Schreiben lernen, auf ein stärkeres
wissenschaftliches Fundament zu stellen.
Die Aufgaben des Testheftes sind in Klassenaufgaben und Einzelaufgaben unterteilt. Mithilfe der Klassenaufgaben können Grundschullehrkräfte die Leistungen
der Schülerinnen und Schüler erfassen
und diejenigen Kinder erkennen, die
mit einiger Wahrscheinlichkeit Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb ha-
ben werden. Mit diesen Kindern sollen
die Lehrkräfte dann die förderdiagnostischen Einzelaufgaben durchführen.
Diesen Aufgaben sind Beobachtungshinweise und konkrete Fördermöglichkeiten
zugeordnet.
Im August 2013 begann die Pilotierungsphase. Diese erstreckt sich bis zum Schuljahr 2014/ 2015. Parallel zur letzten Phase
der Pilotierung startete im Schuljahr
2014/15 die Evaluation des Materials an
100 Schulen in Schleswig-Holstein. Erste
Zwischenergebnisse werden 2015 vorliegen. Der Abschlussbericht zur Evaluation wird Ende 2016 veröffentlicht.
Laufzeit:
November 2012 - Juli 2016
Projektleiter
Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor
Institut für Qualität im Bildungswesen
Schleswig-Holstein (IQSH)
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
BMBF-Projekt „Unterrichtliche Förderung von Teilkomponenten
der Schreibkompetenz – Interdisziplinäre Interventionsstudie“
(Autorin: Sabine Wilmsmeier)
Anfang 2013 startete die zweite Phase
des BMBF-Projektes „Diagnose und
Förderung von Teilkomponenten der
Schreibkompetenz – Interdisziplinäres
grundlagennahes Forschungsprojekt“ (s.
Jahresbericht 2013). Kern ist eine Interventionsstudie in fünften und neunten
Jahrgangsstufen.
Da sich in der ersten Projektphase besonders die Teilkomponenten Perspektivenübernahme und Kohärenzherstellung als bedeutsam für die
Gesamtfähigkeit Schreibkompetenz erwiesen haben, wurden Lernmaterialien
entwickelt, die diese Teilkompetenzen
textsortenunabhängig fördern sollen.
Die Gesamtstichprobe setzt sich aus
insgesamt 48 Schulklassen zusammen,
24 davon bilden die sogenannte Kontrollgruppen, 24 die Interventionsgruppen (= 2 x 2 Kontrollgruppendesign). Die
Datenerhebung in fünften und neunten
Jahrgangsstufen an Gesamtschulen und
Gymnasien erfolgt gleichermaßen an
den beiden Projektstandorten Köln und
Hannover.
Auch für die Jahrgangsstufe 9 besteht
die Intervention aus 11 Lerneinheiten
à ca. 25 Minuten Bearbeitungsdauer,
welche die Schüler selbstständig im Rahmen des regulären Deutschunterrichts
bearbeiten. Ebenso wie bereits in der
fünfen Klasse enthält jede Einheit neben
dem obligatorischen Aufgabenteil eine
fakultative ‚freie Schreibaufgabe‘, in der
das Gelernte noch einmal angewendet
werden soll.
Ziel der Intervention ist es, herauszufinden, welche Wirkung und Wirksamkeit
die entwickelten Materialien auf die
Schreibkompetenz haben und ob sie in
Abhängigkeit zu unterschiedlichen Textsorten und Schülergruppen steht.
Am Projektstandort Köln erfolgt von Januar 2015 bis einschließlich Anfang Mai
2015 die Durchführung der Intervention,
an die Messzeitpunkt 2, bei dem potentielle Lernzuwächse festgestellt werden
sollen, direkt anknüpft. Messzeitpunkt
3 (Follow-up) ist für Anfang/Mitte Juni
2015 geplant. Außerdem werden am
Standort Köln die Bewertungen der insgesamt ca. 3140 Schülertexte aus JgSt 5
sowie später auch der aus JgSt 9 durch
geschulte Rater durchgeführt.
Publikationen:
• Becker-Mrotzek, M., Grabowski, J.,
Jost, J., Knopp, M. & Linnemann, M.
(2014). Adressatenorientierung und
Kohärenzherstellung im Text. Zum
Zusammenhang kognitiver und schriftlich realisierter Teilkomponenten von
Schreibkompetenz. Didaktik Deutsch,
(37), 21–43.
• Knopp, M., Jost, J., Linnemann, M. &
Becker-Mrotzek, M. (2014). Textproze-
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
duren als Indikatoren von Schreibkompetenz – ein empirischer Zugriff. In: T.
Bachmann & H. Feilke (Hrsg.), Werkzeuge
des Schreibens – Beiträge zu einer Didaktik der Textprozeduren. Stuttgart: Fillibach bei Klett, 111–128.
• Grabowski, J. & Becker-Mrotzek, M.
(2014). Diagnose und Förderung von
Teilkomponenten der Schreibkompetenz. In: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), Bildungsforschung 2012 – Herausforderungen
und Perspektiven. Bonn: BMBF, 264–266.
• Grabowski, J., Becker-Mrotzek, M., Jost,
J., Knopp, M., Weinzierl, C. (2014)Comparing and combining different approaches
to the assessment of text quality. In:
D. Knorr, C. Heine & J. Engberg (Hgg.).
Methods in writing process research.
Frankfurt am Main: Lang, 147–165.
• Jost, J. & Weinzierl, C. (2014). Interdisziplinäre Perspektiven auf Textproduktion
und -rezeption. Symposium, 2. Tagung
der Gesellschaft für Bildungsforschung,
Frankfurt.
• Jost, J., Knopp, M., Becker-Mrotzek, M.
& Grabowski, J. (2014). Etablierung und
Rekonstruktion von Kohärenz als Indikator für Schreibkompetenz. 2. Tagung
der Gesellschaft für Bildungsforschung,
Frankfurt.
• Knopp, M., Becker-Mrotzek, M. &
Grabowski, J. (2014). Writing literacy
across genres: Predictors of text quality.
Writing Research Across Borders (WRAB)
III, Paris (F).
Vorträge und Kongressbeiträge:
• Knopp, M., Becker-Mrotzek, M. &
Grabowski, J. (2014). Teilkomponenten
von Schreibkompetenz identifizieren
und fördern. 2. Kongress der Gesellschaft
für angewandte Linguistik, Marburg.
• Grabowski, J. & Becker-Mrotzek, M.
(2014). Wenn Normen und Routinen fehlen: Befunde zu einer situierten E-MailAufgabe in der Sekundarstufe I. 20. Symposion Deutschdidaktik, Basel.
• Becker-Mrotzek, M., Jost, J. & Knopp,
M. (2014). Schreibkompetenz diagnostizieren und fördern. Erste Ergebnisse aus
einem empirischen Forschungsprojekt.
Sprachdidaktisches Kolloquium, Universität zu Köln.
Team:
Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek:
Leitung Projektstandort Köln
Dr. Matthias Knopp:
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (bis
08/2014)
Sabine Wilmsmeier:
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (seit
09/2014)
Angela Maier, Theresa Salge:
Studentische Hilfskräfte
Prof. Dr. Jörg Jost:
Wissenschaftliche Beratung
Dr. Matthias Knopp:
Wissenschaftliche Beratung (seit
09/2014)
Weitere Informationen zum Projekt
( www.bmbf.schreibkompetenz.com )
und zur Forschungsinitiative FiSS
(www.fiss-bmbf.uni-hamburg.de).
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Netzwerk „Neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in der
Schule“
(Autorin: Nora Rüsch)
Hintergrund
Die Frage, wie neu zugewanderte Kinder und Jugendliche ohne bzw. mit
geringen Deutschkenntnissen in das
deutsche Schulsystem aufgenommen
werden, bewegt derzeit Lehrkräfte und
Schulleitungen ebenso wie Länder und
Kommunen. Die Zuwanderung von
Familien mit schulpflichtigen Kindern
und Jugendlichen aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland
wächst derzeit, unter anderem durch
die steigende Zahl von Menschen, die
durch Krieg oder wirtschaftliche Krisen
gezwungen sind ihr Herkunftsland zu
verlassen. Zentrale Fragen sind: Wie gelingt es, die Schülerinnen und Schüler
möglichst früh in das Schulleben zu integrieren und ihnen gleichzeitig eine möglichst umfassende Sprachförderung zu
ermöglichen? Welche Unterstützungsund Fortbildungsangebote brauchen
Lehrkräfte? Wie können Studierende auf
ihre zukünftigen Aufgaben in der Schule
vorbereitet und qualifiziert werden?
Das Netzwerk „Neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in der Schule“
der Universität zu Köln bringt Projekte
zusammen, die verschiedene Aspekte
dieses Themas bearbeiten. Beteiligt sind
daran momentan das Mercator-Institut
und das Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) sowie Mitarbeiterinnen des
Arbeitsbereichs interkulturelle Bildungsforschung der Humanwissenschaftlichen Fakultät.
Vernetzung
Das Netzwerk soll den beteiligten Akteuren an der Universität zu Köln als Forum
dienen, ihre Projekideen und Formate
im informellen Rahmen zu diskutieren
und qualifiziertes Feedback zu erhalten.
So können auch Synergien genutzt werden und es wird vermieden, dass Einzelprojekte „aneinander vorbei“ erarbeitet
werden.
Bestandsaufnahme
Aus den Erfahrungen und Bedarfen, die
die Mitglieder in das Netzwerk eingebracht haben, ist ein eigenes Teilprojekt
entstanden. Ziel ist es, grundlegende
Strukturen der Aufnahme von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen
in der Schule bundesweit zu erfassen.
Bisher gibt keine Gesamtübersicht über
die Modelle, nach denen neu zugewanderte Kinder und Jugendliche beschult
werden, wie sie ins deutsche Schulsystem aufgenommen werden und welche
Konzepte unter welchen Gegebenheiten erfolgsversprechend sind. In einer
Bestandsaufnahme sollen daher die
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen, Modelle und Unterstützungsangebote der 16 Bundesländer
erfasst werden. Eine Veröffentlichung
der Ergebnisse ist für den Sommer 2015
geplant. Dieser Überblick soll als Ausgangspunkt für Fragestellungen und
Hypothesen für künftige Forschungsund Entwicklungsprojekte dienen. Außerdem richtet das Netzwerk am 17. Juni
2015 eine Tagung zum Thema aus.
Projekte
Weitere im Netzwerk vertretene Teilprojekte sind momentan:
• Sprachförderung für Flüchtlinge
in Notunterkünften (Mona Massumi, ZfL)
Berufsfeldpraktikum für Lehramtsstudierende zur Sprachförderung von Kindern
und Jugendlichen in der Notunterkunft
‚Herkulesstraße’ für Flüchtlinge.
• Lehrforschungsprojekt „Seiteneinstiegsklassen“ (Henrike Terhart, Universität Köln/Gießen und
Nora Rüsch, Mercator-Institut)
Interdisziplinäre Tandems aus Lehramts-
studierenden und Studierenden aus
dem Studiengang Interkulturelle Kommunikation und Bildung beobachten
den Unterricht in Seiteneinstiegsklassen
aus unterschiedlichen Perspektiven.
• Unterstützungsangebote
für
Lehrkräfte in „Seiteneinstiegsklassen“ (Ansprechpartnerin: Lale Altinay, Mercator-Institut)
In einem Pilotprojekt werden Lehrkräfte
der Sekundarstufe I für den Unterricht in
Seiteneinstiegsklassen qualifiziert.
• Blick in die Praxis
Zusätzlich sollen im Rahmen dieser
Projekte sowie in der Initiative „Bildung
durch Sprache und Schrift“ in der Praxis
erarbeitete und erprobte Förderkonzepte erfasst werden.
Das Netzwerk ist prinzipiell offen angelegt, so dass weitere Initiativen und Projekte der Universität zu Köln, die an Ideenaustausch und Diskussion interessiert
sind, gerne Kontakt aufnehmen können.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Sprachsensibler Mathematikunterricht - Schwerpunkt Schriftlichkeit
(Autorin: Sabine Stephany)
Schreibarrangements formuliert und Unterstützungsmaßnahmen für die Bewältigung von Schreibaufgaben entwickelt
und schließlich in einer Interventionsstudie auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.
Sprachförderung ist nicht nur Aufgabe
des Deutschunterrichts, sondern Aufgabe aller Fächer. Das im Oktober 2013
gemeinsam vom Mercator-Institut und
der Universität Duisburg-Essen gestartete Kooperationsprojekt „Sprachsensibler
Mathematikunterricht“ erforscht in diesem Zusammenhang das Thema Schriftlichkeit im Mathematikunterricht mit
den Schwerpunkten Schreibaufgaben
und fachliches Lernen. Denn Schreiben
im Mathematikunterricht leistet zweierlei: Es hilft Wissen zu generieren und zu
strukturieren (Aufbau mathematischen
Wissens) und es unterstützt den Aufbau
fachlicher Kommunikationskompetenz
(Förderung bildungssprachlicher Kompetenzen).
Projektleitung:
Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek
(Mercator-Institut für Sprachförderung
und Deutsch als Zweitsprache, Universität zu Köln)
Prof.’in Dr. Heike Roll
(Universität Duisburg-Essen)
Ziel des auf drei Jahre angelegten Projektes ist es, zunächst den Forschungsstand
zum Thema Schreiben in den MINTFächern aufzuarbeiten und in einer
Expertise zu dokumentieren. Darauf
aufbauend werden Kriterien für ‚gute‘
MitarbeiterInnen:
Anna Pineker (Universität DuisburgEssen)
Sabine Stephany (Universität zu Köln)
Markus Linnemann (Universität zu Köln)
Das Projekt leistet einen Beitrag zu einer empirisch fundierten Förderung der
Schriftlichkeit im Fachunterricht.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Europa-Studie
Evaluation der Staatlichen Europa-Schule Berlin
(Autorin: Anna Kleiner)
An den 28 Standorten der Staatlichen
Europa-Schule Berlin (SESB) lernen Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen
Erstsprachen gemeinsam zweisprachig.
Jede Klasse setzt sich jeweils zur Hälfte
aus Kindern mit Deutsch als Erstsprache
und Kindern mit einer nichtdeutschen
Erstsprache zusammen. Beide Sprachen
werden gleichwertig als Unterrichtssprache eingesetzt, so dass ungefähr
die Hälfte der Fächer auf Deutsch und
die andere Hälfte in der nichtdeutschen
Sprache unterrichtet wird. Ein besonderer Fokus liegt auf dem interkulturellen
Austausch.
Das Land Berlin, vertreten durch die Senatorin für Bildung, Wissenschaft und
Forschung, hat Prof. Dr. Jürgen Baumert,
Max-Planck-Institut für Bildungsfor-
schung (MPIB), und Prof. Dr. Jens Möller,
Institut für Psychologie der Christian-Albrecht -Universität zu Kiel (CAU) mit der
wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation der Staatlichen Europa-Schule
Berlin beauftragt. Das Mercator-Institut
ist wissenschaftlicher Kooperationspartner.
Im Rahmen der Studie werden sprachliche, fachliche und interkulturelle Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler mit konventionell unterrichteten
Schülerinnen und Schülern verglichen.
Darüber hinaus soll die Umsetzung des
SESB-Konzepts in Bezug auf die Zusammensetzung der Schülerschaft und den
Unterricht überprüft werden. Begleitend
erfolgt eine Elternbefragung. Das Projekt
läuft bis Dezember 2016.
Zentrale Lernstandserhebungen VERA 8 Deutsch (IQB)
(Autorin: Miriam Possmayer)
VERA 8 Deutsch steht für die bundesweiten Vergleichsarbeiten im Fach
Deutsch in der Jahrgangsstufe 8. Im
Februar und März jeden Jahres werden
in den Fächern Deutsch, Mathematik
und der ersten Fremdsprache zentrale Lernstandserhebungen bzw. Vergleichsarbeiten geschrieben. An VERA
8 sind momentan alle 16 Bundesländer
beteiligt. Die Tests dauern jeweils zwei
Schulstunden und werden von den
beteiligten Lehrerinnen und Lehrern
nach didaktisch vorgegebenen Kriterien
ausgewertet; die Ergebnisse werden in
eine von den einzelnen Ländern bereitgestellte Datenbank eingetragen. Von
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
hier erhalten die Schulen dann Rückmeldungen darüber, wie die Leistungen der
einzelnen Klassen innerhalb der eigenen
Schule und im Verhältnis zu Klassen vergleichbarer Schulen einzuschätzen sind.
VERA 8 dient somit nicht nur der Illustrierung und Implementierung der Bildungsstandards im Fach Deutsch in der
Sekundarstufe I, sondern auch als Diagnoseinstrument für die Unterrichtsentwicklung. Hierfür liefern besonders die
didaktischen Handreichungen wertvolle
Hinweise zur konkreten Weiterarbeit im
Unterricht.
VERA 8 wird im Auftrag der Bundesländer vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der
Humboldt Universität zu Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat und Prof.
Dr. Hans Anand Pant in Kooperation mit
Fachdidaktikern durchgeführt. Die fachdidaktische Verantwortung für VERA 8
im Fach Deutsch liegt seit September
2010 am Lehrstuhl von Prof. Dr. Michael
Becker-Mrotzek. Für die Vergleichsarbeiten werden jährlich für jeweils zwei
von fünf Testdomänen Aufgaben entwickelt, die in Testheften mit unterschiedlichen Schwierigkeitsabstufungen eingesetzt werden. Die Aufgaben zu
den Testdomänen werden gemeinsam
mit Lehrkräften aus den Schulen der
verschiedenen Bundesländer, den sog.
Aufgabenentwicklerinnen und -entwicklern, und mit fachdidaktischen Beraterinnen und Beratern an Hochschulen
entwickelt. Die Arbeitsgruppe in Köln
begleitet den Prozess der Aufgabenentwicklung bis zur Testung fachdidaktisch.
Dazu gehören die Durchführung von
Schulungen für die mit der Aufgabenentwicklung betrauten Lehrkräfte, die
fachliche Begleitung des Aufgabenent-
wicklungsprozesses, die fachdidaktische
Überprüfung der Testaufgaben und die
Empfehlung der Aufgaben für die Pilotierungsstichprobe, weiterhin Schulungen der Rater für die Auswertung der
Pilotierungsstichprobe, die fachdidaktische Verantwortung der Aufgaben vor
den Ländervertretern sowie die Erstellung der fachdidaktischen Kommentare
für die Lehrerinnen und Lehrer an den
Schulen.
Zudem wurden innerhalb der Arbeitsgruppe im letzten Jahr integrierte Kompetenzstufenmodelle für die
Kompetenzbereiche Lesen, Zuhören
und Orthographie in einem StandardSetting-Verfahren erarbeitet, die es
ermöglichen, auch Standards für den
Hauptschulabschluss festzulegen. Die
neuen Kompetenzstufenmodelle sind
nun sechs- und nicht mehr fünfstufig,
was eine genauere Differenzierung der
basalen Kompetenzen ermöglicht. Im
Zuge der Integration wurden die Stufen
dabei kompetenzorientiert und adressatengerecht umformuliert. So können
die Kompetenzstufenmodelle Lehrerinnen und Lehrer bestmöglich dabei
unterstützen, aus den Rückmeldungen
gezielt Fehler bzw. Förderschwerpunkte
ihrer Klasse zu erkennen.
Des Weiteren wurde zusammen mit
dem IQB und den einzelnen Ländervertretern in einem Workshop intensiv über
eine Umstrukturierung der didaktischen
Handreichungen nachgedacht. Ziel
dieser Umstrukturierung soll eine stärke
Implementierung der Handreichungen
an den einzelnen Schulen sein.
Die Aufgabenentwicklung für die Testdurchgänge 2015 und 2016 ist abgeschlossen, die Tests finden wie jedes
Jahr im Februar/März statt. Im Jahr 2015
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
werden die Kompetenzbereiche Lesen
und Schreiben getestet. Im Februar
2015 wurden die fertigen Pilotierungsaufgaben für den Testdurchgang 2016
gemeinsam mit dem IQB den Bundesländern vorgestellt. Diese Aufgaben
werden derzeit für die Pilotierung fertiggestellt.
Momentan arbeiten wir gemeinsam mit
den Aufgabenentwicklerinnen und -entwicklern sowie mit den Beraterinnen
und Beratern aus der Fachdidaktik an
der Entwicklung der Testaufgaben für
VERA 8 Deutsch 2017.
Weitere
Informationen
zu
VERA 8 und zur Arbeit des IQB:
http://www.iqb.huberlin.de/
Mitarbeiter/innen VERA 8:
Prof. Dr. Jörg Jost (Paderborn): Leitung
der Arbeitsgruppe
Necle Bulut: Aufgabenerstellung
Michaela Mörs: Aufgabenerstellung und
Didaktische Kommentierung
Miriam Possmayer: Aufgabenerstellung
und Didaktische Kommentierung
ZAA Deutsch / LSA Hessen
(Autor: Matthias Knopp)
Die Beratung des Landesschulamtes
und der Lehrerkräfteakademie Hessen
(LSA) durch die Arbeitsgruppe Michael
Becker-Mrotzek, Jörg Jost und Matthias
Knopp dauerte im Jahr 2014 fort; Ziel ist
die Unterstützung der Entwicklung der
Zentralen Abschlussarbeiten (ZAA) im
Fach Deutsch für Haupt- und Realschulen.
Die Arbeitsgruppe des LSA, die aus acht
‚Aufgabenentwicklern‘ besteht, sichtet
Stimulustexte und entwickelt Aufgaben
zur Überprüfung von Lese- und Schreibkompetenz. Die Kölner Arbeitsgruppe
unterstützt diesen Entwicklungsprozess
durch regelmäßige Rückmeldungen zu
den Texten und Aufgaben. In 2014 erfolgten mehrere Arbeitstreffen mit den
Aufgabenentwicklern in Frankfurt/Main,
dabei wurden jeweils die Kommentare
der Arbeitsgruppe Köln zu den entwickelten Aufgaben und Stimulustexten
besprochen, theoretisch rückgebunden
und die Aufgaben weiterentwickelt.
Team:
Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek,
Prof. Dr. Jörg Jost (Paderborn),
Dr. Matthias Knopp
Laura Oellers: Studentische Hilfskraft
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Aktivitäten der zukünftigen Lehr- und Forschungseinheit DaZModul im Jahr 2014
(Autor: Christoph Gantefort)
Die Umstellung des Lehramtsstudiums
auf ein Bachelor-Master-Modell bedeutet
laut LABG 2009 für die Studierenden aller
Fächer und Lehrämter, dass sie sechs Leistungspunkte in einem Modul ‚Deutsch
für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte‘ erbringen müssen.
Dieses Modul wird an der Universität zu
Köln im Master of Education umgesetzt
– das entsprechende Lehrangebot für bis
zu 1000 Studierende pro Kohorte wird
aus der sich gerade im Aufbau befindlichen ‚Lehr- und Forschungseinheit DaZModul‘ des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
verantwortet und sichergestellt. Mit dem
Wintersemester 2014/2015 ist nun die
erste Kohorte von Studierenden an den
Start gegangen. Das zentrale Ziel sieht
vor, die Studierenden unabhängig von
ihrem Unterrichtsfach und ihrer Schulform auf den Umgang mit sprachlichkultureller Heterogenität im Unterricht
vorzubereiten, um sie mit dem Zusammenhang von sprachlichen Fähigkeiten,
Bildungserfolg und fachlichem Kompetenzerwerb vertraut zu machen. Dies
bedeutet unter anderem, dass die Studierenden grundlegende Kompetenzen
in der Analyse sprachlicher Anforderungen von Unterrichtsgegenständen, in
der Diagnose und Einschätzung sprachlicher Lernvoraussetzungen und im
sprachsensiblen Unterrichten im Kontext
von Mehrsprachigkeit und soziokultureller Heterogenität erwerben.
Die Struktur des Moduls in Köln sieht vor,
dass die Studierenden zwei Lehrveranstaltungen besuchen, die mit dem Praxissemester verzahnt sind und dieses ‚einrahmen‘. In der im ersten Semester des
Masters besuchten Vorlesung werden
zunächst grundlegende Inhalte aus den
Bereichen Mehrsprachigkeit, Bildungsbenachteiligung, linguistische Grundlagen, Bildungssprache, Sprachdiagnostik
und sprachsensibles Unterrichten vermittelt, an die im Praxissemester und
dem Aufbauseminar im dritten Semester
des Masters angeknüpft werden kann.
Für die Aufbauseminare ist eine fachspezifische Differenzierung vorgesehen:
Das heißt, die Studierenden sollen hier
mit möglichst starkem Bezug zu ihrem
Unterrichtsfach lernen, wie im Unterricht neben fachlichen auch sprachliche
Fähigkeiten gefördert werden können.
Mit Blick auf diese Differenzierung kann
an eine durch ein Projekt angebahnte
Kooperation des Mercator-Instituts mit
den Fachdidaktiken angeknüpft werden.
Weiterhin reflektieren die Studierenden
vor dem Hintergrund der Inhalte der Vorlesung ihre (Unterrichts-)Erfahrungen im
Praxissemester.
Der Schwerpunkt der hochschuldidaktischen Aktivitäten im Jahr 2014 bestand
in der Entwicklung der Vorlesung sowie
eines Blended-Learning-Konzeptes: Zur
Nachbereitung der Vorlesungsinhalte
bearbeiten die Studierenden vertiefende Inhalte und Aufgaben zu jedem
einzelnen Termin der Vorlesung auf der
E-Learning-Plattform der Universität zu
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Köln. Sofern diese erfolgreich bearbeitet
wurden, kann ein Zertifikat ausgedruckt
werden.
Das Modul wird durch ein benotetes
Portfolio abgeschlossen, in welchem die
E-Learning-Zertifikate aus der Vorlesung,
die Reflexionsaufgabe im Kontext des
Praxissemesters sowie weitere Aufgaben
aus dem Aufbauseminar dokumentiert
sind.
Fortbildungsreihe in Kooperation mit der Bezirksregierung
(Autorin: Lale Altinay)
Zum Mercator-Institut
Im Mercator-Institut ist das Ziel des Arbeitsbereichs „Qualifizierung stärken“,
das Fort- und Weiterbildungssystem für
Lehrkräfte an Schulen und Universitäten zu Sprachförderung und Deutsch
als Zweitsprache zu verbessern. Zu den
wichtigsten Aufgaben der zu qualifizierenden Personen gehören die Fortbildung von Lehrkräften, die Gewährleistung einer sprachsensiblen Schul- und
Unterrichtsentwicklung sowie die Ausbildung von Lehramtsstudierenden über
die Dozierenden an den Universitäten.
Die Fortbildungen sollen alle Lehrkräfte für Sprachförderung und Deutsch als
Zweitsprache sowie Experten für die
universitäre Lehre sensibilisieren und
qualifizieren. Im Mittelpunkt stehen
Maßnahmen wie Kooperationen und Beratungen, um das Fortbildungsangebot
insgesamt zu stärken, vereinzelt und zur
Erprobung werden auch Fortbildungen
durchgeführt.
Einige Qualifizierungsmaßnahmen werden gemeinsam mit anderen Akteuren
angeboten, beispielsweise in Kooperation mit der Bezirksregierung Köln.
Fortbildungsreihe in Kooperation
mit der Bezirksregierung Köln
Gemeinsame Unterstützungsangebote
für Lehrkräfte
Eine Möglichkeit, die Kompetenzen
von Lehrkräften bzgl. Deutsch als
Zweitsprache und dem Unterrichten in
sprachheterogenen Lerngruppen an
den Schulen zu erweitern, ist ein Engagement in der Lehrkräftefortbildung.
In einem exemplarischen Pilotprojekt
in Kooperation des Mercator-Instituts
mit der Bezirksregierung Köln erhalten
seit Beginn des Schuljahres 2014/15
Lehrkräfte aus ausgewählten Schulen
(sogenannten ‚QuisS’-Schulen – Qualität in sprachheterogenen Schulen) ein
zusätzliches Unterstützungsangebot für
den Unterricht in Seiteneinsteigerklas-
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
sen, auch Internationale Förderklassen
oder Vorbereitungsklassen genannt.
Die Kooperation bzw. die gemeinsamen
Unterstützungsangebote erfolgten aus
der Tatsache heraus, dass der Zuzug von
neu zugewanderten schulpflichtigen
Kindern und Jugendlichen ohne bzw.
mit nur geringen Deutschkenntnissen
eine besondere schulische Maßnahme
bedingt. Seiteneinsteigerklassen dienen dazu, eine baldige soziale Teilhabe
am schulischen und gesellschaftlichen
Leben für die Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. Im Vordergrund des
Unterrichts stehen deshalb zunächst
allgemeinsprachliche Fähigkeiten und
Fertigkeiten. Der Übergang von ersten
basalen sprachlichen Fähigkeiten hin zu
bildungssprachlichen und fachsprachlichen Kompetenzen stellt ein zentrales
Ziel des Unterrichts in Seiteneinsteigerklassen dar. Dies wird in den ganztägigen Einheiten und Nachmittagsveranstaltungen der Unterstützungsangebote
aufgegriffen und vertieft. Die Lehrkräfte
eignen sich die Inhalte vertiefend zur
direkten Umsetzung in ihrem Unterricht
in den Seiteneinsteigerklassen an. Kern
des Pilotprojekts ist eine längerfristige
Fortbildung von Lehrkräften, die in ihren
Schulen als Multiplikatoren tätig sind.
Auf diese Weise wird die Fortbildung mit
einer nachhaltigen Schul- und Unterrichtsentwicklung verknüpft. Zugleich
sollen ein intensiver Austausch und eine
Vernetzung der Lehrkräfte untereinander erfolgen. Bei den Unterstützungsangeboten geht es inhaltlich einerseits
um wissenschaftliche Grundlagen des
Unterrichts für Deutsch als Zweitsprache
und eines bildungssprachlichen, an konzeptioneller Schriftlichkeit orientierten
Regelunterrichts und um Bedingungen
des Spracherwerbs sowie um sprachliche Grundlagen. Andererseits steht die
konkrete Unterrichtspraxis im Zentrum
der einjährigen Fortbildung. Mittelfristig
ist geplant, dieses Angebot in ein berufsbegleitendes Masterstudium zu überführen.
Fortbildungen
Es erfolgen zunehmend Anfragen von
Schulen bzgl. schulinterner Lehrkräftefortbildungen, Beratung bei der Erstellung von Konzepten zur sprachsensiblen Schul- und Unterrichtsentwicklung
sowie der Beratung zur schulischen
Sprachförderung an das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch
als Zweitsprache. Hinzu kommen die
Konzipierung und Durchführung von
Fortbildungen an Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL). Von der
Vielzahl der eingehenden Anfragen kann
vom Mercator-Institut nur ein kleiner Teil
in Form von Pilot-Fortbildungen bearbeitet werden. Im Arbeitsbereich „Qualifizierung stärken“ wird kontinuierlich an
der Konzeption von Fortbildungen gearbeitet.
Neben dem bereits erwähnten Pilot-
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
projekt wurden eine Reihe von Fortbildungen bereits konzipiert und
durchgeführt, um entsprechende
Konzepte zu erproben:
terbildungsangebot mit der Zielsetzung verbunden, ZfsL-Beratungsexpertise aufzubauen. Es wurden in
Tandems aus Sprach- und Fachwissenschaftlerinnen Workshops zu Diagnose und Sprachförderung durchgeführt.
Fortbildungen Schulen
Ganztägige Kollegiumsfortbildung
für eine Realschule in Baden-Württemberg, 29.04.2014
Das Ziel war, den Bereich Sprachförderung an der Gertrud Luckner
Realschule in Rheinfelden (BadenWürttemberg) aufzubauen. Hierbei
sollte es sich u. a. um eine Förderung
von Deutsch als Zweitsprache handeln und insbesondere sollte diese
Entwicklung als grundsätzliche Aufgabe der Schulentwicklung erfolgen.
Durch die ganztägige Bildung war
eine Kooperation von Schule und
eines außerschulischen Kooperationspartners gegeben.
Fortbildungen ‚Zentrum für
schulpraktische Lehrerausbildung’ (ZfsL)
Fortbildungsveranstaltung
für
Fach- und Seminarleiterinnen und
-leiter des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Solingen,
18.09.2014
Das Mercator-Institut hat eine halbtägige Fortbildung für die am ZfsL
Solingen tätigen Fachleiterinnen
und -leiter konzipiert. Aus Sicht des
Mercator-Instituts war dieses Wei-
Fortbildungsveranstaltung für Fachund Seminarleiterinnen und -leiter
des Zentrums für schulpraktische
Lehrerausbildung
Engelskirchen,
12.12.2014
Auf Einladung des ZfsL Engelkirchen
wurde von Seiten des MercatorInstituts ein Überblick zum sprachsensiblen Fachunterricht gegeben
(Geschichte, Theorie, Didaktik, Kompetenzen). Ziel war es, eine Grundlage zu liefern, von der aus eine
Vertiefung des Themas in der weiteren Arbeit des ZfsLs in der zweiten
Phase der Lehrerausbildung insbesondere im Bereich Blended Learning
geplant werden kann.
Fortbildungen ‚Zentrum
Hochschuldidaktik’ (ZHD)
für
Sprachsensible Hochschuldidaktik,
ZHD Universität zu Köln, 02.10.2014
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Hochschuldidaktik der Universität zu Köln und dem MercatorInstitut für Sprachförderung und
Deutsch als Zweitsprache wurde ein
Konzept für einen eintägigen Workshop zum Thema „Sprachsensible
Hochschuldidaktik“ entwickelt und
im Rahmen des NRW-Zertifikates
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
„Professionelle Lehrkompetenz für die
Hochschule“ angeboten. Der Workshop
wird in Zukunft regelmäßig durchgeführt. Das übergeordnete Lernziel des
Workshops ist es, eine grundlegende
Sensibilisierung für eine sprachsensible
Lehre zu schaffen und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Wege und Ansätze
dorthin aufzuzeigen. Der bewusste
Umgang mit Sprache in der Hochschul-
didaktik kann sehr hilfreich sein. Sprachsensibilität und Sprachförderung sind
Grundprinzipen von erfolgreicher Lehre,
werden aber in der Regel kaum diskutiert. Dieser Workshop soll dazu anregen, Sprachsensibilität nicht als ein Spezialgebiet der Linguistik zu betrachten,
sondern sie als fächerübergreifende
Grundlage einer erfolgreichen Hochschuldidaktik zu begreifen.
Round Table „DaZ und Inklusion“
(Autorinnen: Katarina Wagner und Annika Witte)
Um die geförderten Projekte des Mercator-Instituts stärker miteinander zu
vernetzen und Synergieeffekte zu generieren, besteht seit Sommer 2014 die
Möglichkeit, Mittel für zusätzliche Arbeitstreffen und Workshops zu beantragen.
Voraussetzung ist, dass sich Vertreter
mindestens zweier Hochschulen – vorzugsweise aus verschiedenen Projekten
– zusammenschließen. So haben sich
bereits Projektpartner aus München,
Berlin und Niedersachsen über die Frage
„Sprachdidaktik im Studium Lehramt für
berufliche Schulen: integriert oder modular?“ ausgetauscht; die neun lehrerbildenden Hochschulen Niedersachsens
nutzten solch ein Arbeitstreffen zur Reflexion über die entwickelten Lehrmaterialien im Hinblick auf Erprobung und
Evaluation.
Für die NRW-Projekte wird darüber hinaus ein- bis zweimal jährlich der sogenannte „Round Table – DaZ-Modul in der
Lehrerbildung in NRW“ angeboten. Am
28.11.2014 fand der dritte Round Table
an der Universität zu Köln statt. Vor dem
Hintergrund aktueller Diskussionen rund
um das Thema Inklusion ging es diesmal
um die Frage, welche Synergien zwischen den Bereichen DaZ und Inklusion
denkbar sind, aber auch welche Unterschiede bestehen. Prof. Dr. Michael Grosche, Professor für Inklusionspädagogik
mit dem Förderschwerpunkt Sprache an
der Universität Potsdam, sowie Prof. Dr.
Claudia Riemer, Professorin für Deutsch
als Fremd- und Zweitsprache an der
Universität Bielefeld, vertraten ihre Positionen, die auf der Homepage des
Mercator-Instituts unter http://www.
mercator-institut-sprachfoerderung.de/
themen/deutsch-als-zweitsprache-undinklusion/ nachzulesen sind. In Arbeitsgruppen diskutierten die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend die Herausforderungen, die
sich im Zusammenhang mit DaZ und
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Inklusion für die eigene Hochschule
ergeben und inwieweit bereits eine
Kooperation zwischen den beiden Fachbereichen besteht bzw. denkbar wäre.
Außerdem gab es Zeit, sich über die Implementierung des DaZ-Moduls auszutauschen.
Migration und Sprache
(Autorin: Anna Kleiner)
Italienische Internate im Bergischen Land, griechische Schulen
in Köln – In den 50er Jahren ging
man davon aus, dass die Kinder
der Arbeitsmigrantinnen und -migranten nach wenigen Jahren
in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Der Erwerb der deutschen
Sprache spielte keine Rolle. Heute hat allein in Köln jeder zweite
Schüler unter 18 Jahren eine Migrationsgeschichte. Welchen Stellenwert hat die Herkunftssprache
heute? Werden Sprachhürden
weiterhin verdrängt und ignoriert?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich
Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek und
Arnd Kolb, Geschäftsführer des Dokumentationszentrums für die Migration
in Deutschland, kurz DOMID, im Mai in
einer gemeinsamen Veranstaltung mit
dem Zentrum für Mehrsprachigkeit und
Integration (ZMI) im Rahmen der Reihe
„Wissenschaft in Kölner Häusern“.
Forschung aus der Universität an
außergewöhnliche Orte in der Stadt holen – mit diesem Ziel hatten die Stadt
Köln und Kölner Hochschulen die Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Das
ZMI und das Mercator-Institut machten
sich auf den Weg nach Ehrenfeld, ins
DOMiD. In der vierten Etage des Bezirks-
rathauses lagern dort mehr als 70.000
Zeitzeugnisse über die Geschichte der
Migration in Deutschland: Sprachlernspiele aus den 60er Jahren; das Zeugnis
eines türkischen Jungen mit nur einer
einzigen Zensur in Sport; Transistorradios, um Radiosender in der Landessprache
zu empfangen. Ein passender Ort also,
um mit rund 30 Teilnehmenden über das
Verhältnis von Sprache und Migration zu
sprechen.
„1955 ist ein Jahr, an das sich kaum jemand erinnert. Dabei hat das Anwerbeabkommen für Gastarbeiter, das die
Bundesrepublik Deutschland in jenem
Jahr unterzeichnet hat, einen zentralen
Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft gehabt“, resümiert Arnd Kolb
in seiner Begrüßung. Mit den starken
Migrationsbewegungen ab den 50er
Jahren wird das Thema auch für Schulen
relevant. „Anfangs wurden die Schüler
in homogenen Gruppen und in ihrer
Herkunftssprache unterrichtet, Deutsch
kam allenfalls als Fremdsprache mit
einem geringen Stundenumfang vor“,
erläuterte Michael Becker-Mrotzek zu
Beginn seines Vortrags. Nordrhein-Westfalen richtete dann in den 80er Jahren so
genannte Vorbereitungsklassen ein, um
den Kindern eine Teilnahme am Regelunterricht zu ermöglichen. Ergänzend
findet muttersprachlicher Unterricht
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
statt, denn noch immer geht man davon
aus, dass die Kinder und Jugendlichen
mit ihren Familien in ihre Herkunftsländer zurückkehren.
Diese Annahme jedoch hat sich nicht
bestätigt – genauso wie jene, dass ab
der zweiten Generation alle Kinder die
deutsche Sprache beherrschen: Mehrsprachigkeit und Sprachförderung ist
auch in der zweiten und dritten Generation der Zuwanderer ein Thema. Zwar
beherrschen Kinder mit Migrationsgeschichte, die in Deutschland geboren
werden, die deutsche Sprache im Alltag.
In der Schule fällt dann jedoch bei einigen auf, dass ihr Wortschatz Lücken aufweist, sie bestimmte grammatikalische
Strukturen nicht kennen oder bestimmte Textsorten nicht beherrschen – also
Probleme mit der so genannten Bildungssprache haben. „Diese Entwicklung hat man 20 Jahre lang ignoriert:
Erst mit dem PISA-Schock im Jahr 2000
entstand wieder ein Bewusstsein dafür,
wie wichtig sprachliche Bildung ist“, so
Becker-Mrotzek. Jetzt allerdings fehlten
Forschungsergebnisse und empirisch
fundierte Konzepte, wie man Lehrkräfte
darauf vorbereitet, Sprachförderbedarf
zu erkennen und optimal zu fördern.
Wie das aussehen kann, bei zehn unterschiedlichen Herkunftssprachen und 30
Schülern in einer Klasse, so die Frage einer
der Teilnehmenden. „Zum Beispiel kann
man es den Schülern erlauben, einen Text
erst einmal in ihrer Herkunftssprache zu
verfassen oder die Aufgabe mit anderen
Schülern in der Herkunftssprache klären,
auch wenn die Lehrkraft dann nichts versteht. Oder individuelle Hilfestellungen
geben in Form von Vokabeln oder Satzanfängen, das so genannte Scaffolding“,
so Becker-Mrotzek. Grundsätzlich gilt
aber vor allem eines, so Becker-Mrotzek:
„Mehrsprachigkeit ist ein Potenzial, und
kein Defizit. Diese Haltung muss eine
Lehrkraft entwickeln, sonst nützen alle
Förderinstrumente nichts.“
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
03.2 Berichte aus der Arbeitsgruppe
Ulrike Domahs
Seit Januar 2012 leite ich gemeinsam
mit Christina Kauschke ein Projekt im
Rahmen des LOEWE-Schwerpunktes
„Fundierung linguistischer Basiskategorien“ (gefördert von der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung
wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) an der Universität Marburg. Hierin
wird untersucht, wie sensitiv Kinder
verschiedenen Alters für die prosodische Form grammatischer Wörter sind.
Darüber hinaus wird erforscht, welche
Auswirkungen Störungen im Erkennen prosodischer Regularitäten auf den
Grammatikerwerb haben und ob bei
sprachgesunden Kindern und Kindern
mit Sprachentwicklungsstörung unterschiedliche Lernmechanismen nachweisbar sind. Die in diesem Projekt
verwendeten Methoden sind Gruppenvergleichsstudien mit Elizitation
sprachlicher Äußerungen und EEG-Messungen. Aktuell werden diese Untersuchungen auch mit Erwachsenen durchgeführt, die in ihrer Kindheit wegen
einer Sprachentwicklungsstörung oder
Leserechtschreibschwäche in Behandlung waren.
In einem zweiten Forschungsschwerpunkt innerhalb des LOEWE-Projektes
befassen wir uns mit dem Erwerb des
prosodischen Fußes im Sprachenvergleich. Im Erwerb trochäischer Akzentsprachen weisen frühe Wörter darauf
hin, dass der Erwerb des Trochäus (Abfolge betonte vor unbetonter Silbe) ein
wichtiger Schritt in der Entwicklung
prosodischer Wörter ist. Für Sprachen
mit endbetonten Wörtern, die als jambisch bezeichnet werden, gibt es bislang jedoch keine klaren Erkenntnisse
über die Stadien des Prosodieerwerbs.
Aus diesem Grunde werden im Projekt
Kinder mit der Muttersprache Persisch,
die als jambische Sprache beschrieben
wird, längsschnittlich untersucht.
Im dritten Forschungsvorhaben innerhalb des LOEWE-Projektes soll an
Kindern mit und ohne Sprachentwicklungsverzögerung in einer Längsschnittstudie von 24 bis 36 Monaten
experimentell überprüft werden, inwiefern sich die Gruppen hinsichtlich ihrer
phonologischen und semantischen
Wortwahrnehmung und -verarbeitung
unterscheiden und welche Veränderungen sich in der lexikalischen Entwicklung
im Laufe des dritten Lebensjahres ergeben. Hierzu werden zu drei Zeitpunkten
Sprachtestungen und EKP-Experimente
durchgeführt. Weiterhin soll in einer
Therapiestudie untersucht werden, ob
und wie sich semantisch-kognitiv orientierte und formbezogen-prosodische
Therapiemethoden hinsichtlich ihrer Effektivität unterscheiden.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
03.3 Berichte aus der Arbeitsgruppe
Magdalena Michalak
Karten im Geographieunterricht
(Projektpartnerinnen: Prof. Dr. A. Budke und Dr. M. Kuckuck an der UzK)
In einem interdisziplinären Projekt wird
erforscht, welche fachlichen und sprachlichen Herausforderungen Karten im
Geographieunterricht an die Rezipien-
tInnen stellen, welche Hilfestellungen
hierzu in den Lehrwerken angeboten
werden und welche Unterstützung evtl.
notwendig wäre.
Sprache im Museum lernen
(Projektpartnerin: K. Rottmann, Kölner Museumsdienst)
In Kooperation mit dem Museumsdienst
Köln wird ein Konzept entwickelt und
erprobt, in dem Studierende und Schüler das Museum als außerschulischen
Lernort für den Umgang mit Sprache
in einem funktionalen Kontext nutzen.
Es werden Lernarrangements für die
Förderung sprachlicher sowie interkultureller Kompetenz bei Begegnung mit
Kunst entwickelt und erprobt, die museumspädagogische Ansätze und Erkenntnisse der Zweitsprachendidaktik gleichermaßen berücksichtigen.
Gebrauch und Förderung von Sprachregistern im Fachunterricht
Es wird untersucht, welche Herausforderung verschiedene Sprachregister im
Fachunterricht für Schülerinnen und
Schüler mit und ohne Migrationshintergrund darstellen. Dabei liegt der Fokus auf
dem Umgang mit nicht-linearen Darstellungsformen. Anhand von 98 Schülertexten wurde erforscht, inwiefern der
Umgang mit nicht-linearen Darstellungsformen und die Auswahl des angemessenen Registers mit den sprachlichen Kompetenzen der Lernenden (mit und ohne
DaZ) korreliert sowie wie die SchülerInnen insbesondere den Adressaten in
ihren Texten einbeziehen.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Evaluation eines interkulturellen Portfolios für GrundschülerInnen in bilingualen Schulen
(Kooperation mit dem ZMI und italienischen bilingualen Grundschulen in
Köln):
Das von den Lehrkräften entwickelte
Portfolio wurde auf der Basis von Lehrerfragebögen, Schülertexten und Schü-
lerinterviews evaluiert und weiterentwickelt.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
03.4 Berichte aus der Arbeitsgruppe
Thorsten Pohl
Herausgabe des Handbuchs Schriftlicher Sprachgebrauch / Texte verfassen (Deutschunterricht in Theorie und Praxis, Band
4) zusammen mit Helmuth Feilke (Gießen):
Die Arbeiten an der Herausgabe des
Handbuches wurden im zurückliegenden Jahr abgeschlossen, sodass der Band
mit 30 Beiträgen und einem Umfang von
knapp 600 Seiten im Frühjahr publiziert
werden konnte.
Herausgabe der Fachzeitschrift Didaktik Deutsch (Heft Nr. 36
und 37, Jg. 19) zusammen mit Irene Pieper (Hildesheim),
Swantje Weinhold (Lüneburg) und Thomas Zabka (Hamburg):
Didaktik Deutsch als einzige rein
forschungsorientierte und einzige peerreviewte Zeitschrift der Deutschdidaktik wird seit dem 18. Jahrgang (Heft Nr.
34 ff.) unter der Geschäftsführung von
Thorsten Pohl herausgegeben. Im Frühjahrsheft 2014 (Heft 36) konnten vier
Debatten- sowie drei Forschungsbei-
träge, zwei Rezensionen und ein Bericht
veröffentlicht werden. Mit Heft 37 (Herbst
2014) präsentierte Didaktik Deutsch vier
Debattenbeiträge, zwei Forschungsbeiträge, drei Berichte und drei Rezensionen. Bei der Erstellung dieses Berichts
steht bereits die Publikation von Heft 38
unmittelbar bevor.
Promotionsprogramm: ProfaS – Promotionsprogramm fachdidaktische Strukturierung
ProfaS ist ein gemeinsames Promotionsprogramm der Oldenburger Fachdidaktiken zur Erforschung von Prozessen
fachdidaktischer Strukturierung von
Unterricht bei (angehenden) Lehrer/-innen in unterschiedlichen Fachdomänen
und in verschiedenen Phasen der
Lehrerbildung und Professionalisierung.
Das Programm wurde nach seiner
Gründung im Jahr 2009 im letzten Jahr
erfolgreich zu Ende geführt (u. a. durch
die Herausgabe eines gemeinsamen
Sammelbandes mit dem benachbarten
Programm FUNKEN der TU Dortmund).
Innerhalb des Programms haben acht
Promovierende mit Georg-Christoph-
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Lichtenberg-Stipendien des Landes
Niedersachsen promoviert. Die von
Thorsten Pohl betreute Promotion von
Annika Zylka „Lehrerseitiges Professions-
wissen zur Vermittlung des BerichteSchreibens“ befindet sich zur Zeit in der
Abschlussphase.
Promotionsprogramm: LÜP – Lernprozesse im Übergangsraum
Praxisphasen
LÜP ist ein gemeinsames Promotionsprogramm der Oldenburger Fachdidaktiken, in dem die Lernprozesse von
Studierenden beim Planen, Durchführen und Reflektieren von Unterricht in
ihrer Praxisphase analysiert werden. In
dem „Übergangsraum“ zwischen fachwissenschaftlicher,
fachdidaktischer
und pädagogischer Ausbildung und
der Bewältigung der alltäglichen Anforderungsbereiche des Lehrerberufs
befinden sich die Studierenden sowohl
in der Rolle des Lernenden, als auch
des Lehrenden. Nach dem Start des
Programms im Frühjahr 2013 wurden
alle 12 mit Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendien des Landes Niedersachsen erfolgreich besetzt und bereits
vier Wochenend-Workshops mit den
Promovierenden und den Betreuenden
durchgeführt. Die von Thorsten Pohl im
LÜP-Programm betreute Promotion von
Hennig Stockmann mit dem Arbeitstitel
„Veränderungen des fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Wissens angehender Deutschlehrer zum Schreiben
in der Praxisphase“ befindet sich derzeit
noch in der Erhebungsphase.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
03.5 Berichte aus der Arbeitgruppe
Kirsten Schindler
Akademische Textkompetenzen von Lehramtsstudierenden
(AkaTex)
(Autorinnen: Kirsten Schindler und Julia Fischbach)
Seit April 2012 untersuchen wir zusammen mit unseren Verbundpartnern an
der Universität Siegen (Prof. Dr. Gesa
Siebert-Ott, Lena Decker und Ina Kaplan) Akademische Textkompetenzen bei
Studienanfängern und fortgeschrittenen
Studierenden des Lehramtes unter besonderer Berücksichtigung ihrer Startvoraussetzungen (AkaTex). Das durch
das Bundesministerium für Bildung und
Forschung finanzierte Projekt ist Teil der
Förderinitiative
Kompetenzmodellierung und Kompetenzerfassung im Hochschulsektor.
Im Fokus steht zunächst die Frage, welche Kompetenzen Studienanfänger/
innen (Bachelor) und fortgeschrittene
Studierende (Master) des Lehramtes benötigen, um den Schreibanforderungen
der Hochschule und des späteren Berufsfeldes erfolgreich begegnen zu können.
Bei den hochschulischen Schreibanforderungen fokussieren wir das Schreiben
eigener wissenschaftlicher Texte, dies
wird am Siegener Standort am Beispiel
von Diskursreferaten untersucht. Mit berufsbezogenen Anforderungen verbinden wir das schriftliche Beurteilen von
Schüler/innentexten, welches wir in Köln
u.a. am Beispiel von Lehrer/innenkommentaren erforschen.
Nachdem in der ersten Projektphase die
Modellierung der Kompetenzen sowie
die Ableitung eines entsprechenden
Analyse- und Messmodells im Fokus
stand, haben wir im zweiten Projektjahr
verschiedene Verfahren zur Kompetenzerhebung etabliert und durchgeführt (s.
Jahresbericht 2013). Die letzte Projektphase ist nun durch die Aufbereitung,
Analyse und Interpretation der Daten
(Ganztexte, Testdaten, Schreibgespräche) gekennzeichnet.
AkaTex ist als Reaktion auf Reformen in
der Lehramtsausbildung zu verstehen.
Bezogen auf das Kölner Teilprojekt betrifft dies insbesondere die Aufwertung
der Praxisphasen im Studium, in denen
Studierende früher und stärker als bislang mit berufsfeldbezogenen Aufgaben
konfrontiert werden. Die Praxisphasen
werden an der Hochschule vorbereitet
und begleitet, somit ist es auch Aufgabe
der Hochschule, die erforderlichen Kompetenzen (akademisch) anzubahnen.
Zudem verstehen wir AkaTex als Konsequenz sprachdidaktischer und bildungs-
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
wissenschaftlicher Forschungsdiskurse.
Kompetenzen, die für das (schriftliche)
Beurteilen von Schüler/innentexten bedeutsam sind, sind bislang noch wenig
untersucht.
Weitere Informationen:
http://www.kompetenzen-im-hochschulsektor.de
http://www.akatex.uni-siegen.de
Team (Standort Köln):
PD Dr. Kirsten Schindler – Projektleiterin
Julia Fischbach – Wissenschaftliche
Mitarbeiterin
Alina Teichmann – Wissenschaftliche
Hilfskraft
Akademische Textkompetenzen bei SchülerInnen am Gymnasium
fördern (ATeKo)
(Autorin: Kirsten Schindler)
Das Projekt ATeKo wird seit Juni 2014
von der Rhein-Energie Stiftung unterstützt und findet in enger Kooperation
zwischen dem Institut für Deutsche
Sprache und Literatur II (Kirsten Schindler und Verena Fischer) und dem Albertus-Magnus Gymnasium Köln (Graciela
Fernandez, Glynis Dirla) statt. Das Projekt zielt auf die Konzeption und Implementierung eines Schreibcurriculums
für die gymnasiale Oberstufe, bei dem
die Schüler/innen in der Anbahnung
akademischen Schreibens unterstützt
werden (Propädeutik). Das Curriculum
hat zum Ziel, akademische Textkompetenz anzubahnen und in Teilen auch bereits auszubilden. Damit sollen insbesondere wichtige Kompetenzen angelegt
werden, die im Studium verlangt werden
(wie der Umgang mit Literatur, das Verfassen akademischer Texte u.a.). Das
Projekt versteht sich also auch als Brücke
zwischen schulischer und hochschulischer Ausbildung.
Umgesetzt wird das Schreibcurriculum
über zwei Zugänge: der Einübung von
Studientechniken in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (10.
Klasse; jeweils geplant für das Sommerhalbjahr) sowie der Begleitung und Beratung der Facharbeit – einer komplexen
schulischen Textsorte in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe
(11. Klasse; jeweils geplant für das Winterhalbjahr). Diese Zugänge werden
alternierend und im Projektverlauf je
zweimal umgesetzt. An der Hochschule
ausgebildete
studentische
Berater
werden hier systematisch in die Vermittlungsarbeit einbezogen.
Im ersten Durchlauf (WS 2014/2015) nahmen 50 studentische Schreibberater und
105 SchülerInnen der Q1 an dem Projekt
teil. In wöchentlichen Beratungen und
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Schreibworkshops vermittelten die Peers
(Studierende) wichtige Inhalte zur Facharbeit und unterstützten die SchülerInnen
in Gruppen (Workshops) und individuell
(Beratungen) bei ihren Projekten.
Mitarbeiterinnen:
PD Dr. Kirsten Schindler (Projektleitung)
Verena Fischer, WHK
Sarah Rosell, SHK
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04
04
Berichte der
Mitglieder der
Forschungsstelle
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
04 Berichte der Mitglieder der Forschungsstelle
Lale Altinay
Lehrveranstaltungen:
• Textproduktion in der Grundschule mit besonderem Bezug zu Deutsch als
Zweitsprache (Hauptseminar)
• Deutsch lernen in mehrsprachigen Klassen (Seminar)
Tätigkeit:
Zu den Aufgaben gehören weiterhin die eigene wissenschaftliche Qualifikation
in Form einer Promotion, die Beteiligung am Lehrangebot für die Lehramtsstudiengänge sowie die Qualifizierung von Lehrpersonal im Rahmen von Fortbildungen und die Entwicklung von Fortbildungskonzepten für die Bereiche
Sprachförderung, Deutsch als Zweitsprache, sprachsensibler (Fach-)Unterricht,
sprachsensible Unterrichtsentwicklung und sprachsensible Schulentwicklung.
Dabei steht die Weiterentwicklung didaktischer Grundlagen im Bereich schulischer Mehrsprachigkeit für Schulen ebenfalls im Fokus.
Des Weiteren besteht seitens der Bezirksregierung Köln eine Beauftragung zur
Mitarbeit in der Arbeitsgruppe zur Ausgestaltung des Praxissemesters im Fach/
Fächerverbund DaZ an der Universität zu Köln.
Die Mitarbeit und Koordination des Pilotprojekts der ‚Gemeinsamen Unterstützungsangebote für Lehrkräfte’, die in Kooperation des Mercator-Instituts mit der
Bezirksregierung Köln konzipiert wurde, erfolgt seit Beginn des Jahres 2014.
Publikationen:
• Co-Autorin der Handreichung:
„Gelebte Mehrsprachigkeit: Zungenbrecher, Lieder, Kinder- und Abzählreime,
Bewegungsspiele. Türkisch. Bezirksregierung Köln, Abteilung 4 - Schule, Dezernat 41 - Arbeitsstelle Migration (2014).“
• „Bildungssprache vermitteln: Welche Qualifizierung brauchen pädagogische
Fachkräfte in Kita und Schule?” (Artikel eingereicht im Dezember 2014)
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Fachtagung Sprache bildet! Auf dem Weg zu einer durchgängigen Sprachbildung in der Metropole Ruhr (RuhrFutur), Durchführung des Forums 2
„Bildungssprache vermitteln: Welche Qualifizierung brauchen pädagogische
Fachkräfte in Kita und Schule?“, Gelsenkirchen, November 2014
• Fortbildungstag Deutsch 2014, Durchführung des Workshops „Entwicklungspotenziale erkennen und nutzen. Texte von Grundschulkindern kompetenzorientiert analysieren.“, Deutsch – Fremdsprache, Zweitsprache, Herkunftssprache,
Universität zu Köln, November 2014
• Fortbildung für Seminarleiterinnen und -leiter des Zentrums für schulpraktische
Lehrerausbildung Solingen (ZfsL), Durchführung des Workshop 2 „Aufgaben als
Scharnierstelle des Unterrichts – Sprachliche Hürden in Aufgabenstellungen“,
Kleve, September 2014
• Ganztägige Kollegiumsfortbildung für die Gertrud Luckner Realschule in Rheinfelden (Baden-Württemberg), April 2014
• Fachkonferenz „Durchgängige Sprachbildung in der Schule - Herausforderung für alle Phasen der Lehrerbildung“, Durchführung des Workshops 3
„Durchgängige Sprachbildung als Thema der Lehrkräftefortbildung“, Köln,
Februar 2014
Prof. Dr. Michael Becker- Mrotzek
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014
• AMF Fachdidaktik: Gute Lernaufgaben entwickeln
Wintersemester 2014/2015
• Vorlesung „Einführung in die Sprachdidaktik - Bildungsstandards und Kompetenzmodelle“
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Publikationen:
• Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache an deutschen Schulen: Was
leistet die Lehrerbildung? Köln: Mercator-Institut (http://www.mercator-institutsprachfoerderung.de/fileadmin/user_upload/Mercator-Institut_Was_leistet_
die_Lehrerbildung_03.pdf, 07.01.2015) (zus. mit Barbara Baumann)
• Schreibkompetenz. In: Grabowski, Joachim (Hg.) (2014) Sinn und Unsinn von
Kompetenzen. Fähigkeitskonzepte im Bereich von Sprache, Medien und Kultur.
Opladen: Budrich, S. 51-71
• Bildungsstandards und Schreibaufgaben. In: Feilke, Helmuth / Pohl, Thorsten
(Hgg.) (2014) Schriftlicher Sprachgebrauch und Texte verfassen. Baltmannsweiler: Schneider, S. 481-500 (Deutschunterricht in Theorie und Praxis, Bd. 4)
• Schreibleistungen bewerten und beurteilen In: Feilke, Helmuth / Pohl, Thorsten
(Hgg.) (2014) Schriftlicher Sprachgebrauch und Texte verfassen. Baltmannsweiler: Schneider, S. 501-513 (Deutschunterricht in Theorie und Praxis, Bd. 4)
• Schreiben. In: Behrens, Ulrike / Bremerich-Vos, Albert / Krelle, Michael / Böhme,
Katrin / Hunger, Susanne (Hgg.) Bildungsstandards Deutsch: konkret. Sekundarstufe I: Aufgabenbeispiele, Unterrichtsanregungen, Fortbildungsideen. Berlin:
Cornelsen Scriptor, S. 46-85 (zus. mit Ulrike Behrens)
• Adressatenorientierung und Kohärenzherstellung im Text - Zum Zusammenhang
kognitiver und sprachlich realisierter Teilkomponenten von Schreibkompetenz.
In: Didaktik Deutsch, 37/14, S. 20-43 (zus. mit Grabowski, Joachim / Jost, Jörg/
Knopp, Matthias / Linnemann, Markus)
• Empirische Forschung in der Sprachdidaktik am Beispiel der Schreibdidaktik. In:
Frederking, Volker / Krommer, Axel (Hrsg.) (2013) Taschenbuch des Deutschunterrichts. Aktuelle Fragen der Deutschdidaktik (Bd. 3), Baltmannsweiler: Schneider, S. 441- 462 (zus. mit Jörg Jost)
• Textprozeduren als Indikatoren von Schreibkompetenz - ein empirischer Zugriff.
In: Bachmann, Thomas / Feilke, Helmuth (Hgg.) Werkzeuge des Schreibens. Beiträge zu einer Didaktik der Textprozeduren. Stuttgart: Filibach bei Klett, S. 111128 (zus. mit Knopp, Matthias / Jost, Jörg / Linnemann, Markus)
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen (in Auswahl):
• „Sprachsensibler Fachunterricht.“ Lehrerfortbildung in Bremen, November 2014
• „Bildungssprachliche Kompetenzen und Schreiben zu Texten in der Sekundarstufe I“. Vortrag im Symposion „Bildungssprache und intertextuelle Kompetenzen“ auf dem Kongress der Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL), September 2014 in Marburg
• „Sprachkompetenzen erkennen und systematisch fördern“ Eröffnungsvortrag
zum Auftakt der BiSS-Verbünde in Brandenburg, September 2014
• Mündlich und schriftlich handeln – Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Vortrag
in der Sektion 9 „Themenentfaltungsmuster in Mündlichkeit und Schriftlichkeit“
des Symposions Deutschdidaktik, September 2014 in Basel
• „Migration und Sprache – Wie viel Sprachen braucht der Mensch?“ Vortrag im
Rahmen der Reihe „Wissenschaft in Kölner Häuser“ im DOMiD, Mai 2014
• „Etablierung und Rekonstruktion von Kohärenz als Indikator für Schreibkompetenz“ zusammen mit Jörg Jost (Paderborn), Joachim Grabowski (Hannover),
Matthias Knopp (Köln) & Markus Linnemann (Köln) auf der 2. Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF), März 2014, Frankfurt am Main
• Organisation und Leitung des Forums 7: „Die Bund-Länder-Initiative BiSS: Bildung durch Sprache und Schrift“ auf der BMBF Bildungstagung, März 2014 in
Berlin
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Necle Bulut
Mitarbeit in Projekten:
• VERA 8 Deutsch:
Normierung und Illustrierung der Bildungsstandards für das Fach Deutsch in
der Sekundarstufe I (siehe auch Berichte aus dem Mercator-Institut und der
Arbeitsgruppe Michael Becker-Mrotzek).
• Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark – Grundschulen:
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen
in Schleswig-Holstein (IQ SH) werden Materialien zur Diagnostik und Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen in der Grundschule entwickelt, um
frühzeitig Kinder mit Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen zu
erkennen und zu fördern.
• Leseflüssigkeit von Schülern mit Deutsch als Zweitsprache (LeSDaZ):
Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Leseflüssigkeit und Textverstehen (zusammen mit Markus Linnemann & Sabine Stephany)
Svea Corban
Lehrveranstaltungen:
• Silbenphonologie für Sprache und Schrift (2x Proseminar)
Dr. Silvia Dahmen
Lehrveranstaltungen:
• 2x „Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen“ (4-stündig)
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• „Intonation und Ausspracheschulung DaZ/DaF“: Fortbildung zum DSD des
Landesbildungsinstituts Hessen in Frankfurt, Dezember 2014
• „Ausspracheschulung DaZ“: Workshop beim Fortbildungstag Deutsch in Köln,
November 2014
• „Aussprache und Intonation DaZ“: Workshop in der Fortbildungsreihe DSD I des
Landesbildungsinstituts Niedersachsen in Hannover und Bad Salzdefurth, Juli
und November 2014
• „Aussprachetraining DaZ in sprachlich heterogenen Klassen“: Vortrag im Sprachdidaktischen Kolloquium des IDSL II Köln, Juli 2014
• „Phonetik und Ausspracheschulung DaZ/DaF“: Plenarvortrag beim Weltkongress
Deutscher Auslandsschulen in Berlin, Juni 2014
• „Aussprachetraining und Mündliche Kommunikation“: Workshop in der Fortbildungsreihe DSD des Landesbildungsinstituts Bayern in München, März 2014
• 2x „Didaktik/Methodik des Unterrichts Deutsch als Zweit- und Fremdsprache:
Phonetik und Ausspracheschulung“ (Modul 6 des Weiterbildungsstudiums
DaZ/DaF des Sprachenlernzentrums der Universität Bonn)
• Seminar „Grammatik - Kompakt und Online“ im WS 2014/15 an der PH Freiburg
Weitere Tätigkeiten:
• Aufnahmeleiterin bei der Produktion des Prüfungsteils Hörverstehen des
Deutschen Sprachdiploms im Auftrag der Zentralstelle für Auslandsschulwesen
des Bundesverwaltungsamts
• Herausgeberschaft für das Themenheft „Phonetik im Unterricht“ der
Fachzeitschrift „Fremdsprache Deutsch“, zusammen mit Prof. Dr. Ursula
Hirschfeld (erscheint 2015)
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Prof. Dr. Ulrike Domahs
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014
• Vorlesung: Erwerb des mentalen Lexikons
• Hauptseminar: Erworbene und entwicklungsbedingte Sprachstörungen
• Proseminar: Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen
Wintersemester 2014/2015
• Vorlesung: Morphologie
• Hauptseminar: Laut- und Schriftspracherwerb
• Hauptseminar: Prosodie
• Hauptseminar: Wissenschaftliches Arbeiten in der Linguistik
• Proseminar: Phonetik und Phonologie für die Schule
Publikationen:
• Domahs, U., Knaus, J., El Shanawany, H. & Wiese, R.: The role of predictability
and structure in word stress processing: An ERP study on Cairene Arabic and
a cross-linguistic comparison. Frontiers in Psychology. 5:1151. doi: 10.3389/fpsyg.2014.01151 (18 Seiten).
• Henrich, K., Alter, K., Wiese, R. & Domahs, U.: The function of rhythmical alternation in language processing: an ERP study on English compounds. Brain and
Language 136, 19-30.
• Domahs, F., Grande, M., Huber, W. & Domahs, U.: The direction of word stress processing in German: evidence from a working-memory paradigm. Frontiers in
Psychology, 5, 574 (8 Seiten).
• Domahs, U., Plag, I. & Carroll, R.: Word stress assignment in German, English and
Dutch: Quantity-sensitivity and extrametricality revisited. Journal of Comparative Germanic Linguistics 17, 59-96.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• „Auswirkungen einer kindlichen SES/LRS auf die morpho-prosodische Verarbeitung im Erwachsenenalter: Eine EKP-Studie “ auf der ISES VIII, München,
November 2014.
• „Deviant morpho-prosodic processing in adults with a history of developmental
language disorder or childhood dyslexia“ auf der Experimental Psycholinguistics Conference, Madrid, Spanien, Oktober 2014.
• „Event-related potentials on Persian word stress processing” auf der Konferenz
Metrical Structure: Acquisition and Processing in Utrecht, Niederlande, April
2014
• „Wie muss ein ,guter’ deutscher Plural klingen?” auf der 36. Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft, März 2014.
Dr. Eveline Einhauser
Lehrveranstaltungen:
• Vorlesung: Sprachliches Handeln
• Einführungsseminar: Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen
4-stündig)
• Hauptseminar: Spracherwerb
• Hauptseminar: Sprachunterricht in der Grundschule
• Hauptseminar: Sprachlich-literarische Kompetenzen fördern von Grundschulkindern im Kleingruppenunterricht
Julia Fischbach
Publikationen:
• Fischbach, Julia/ Schindler, Kirsten/ Vetterick, Gesa (2014): Schüler/innentexte
beurteilen. Kompetenzen von (angehenden) Lehrkräften modellieren (AkaTex
Working Papers, 2). Siegen und Köln: Universität Siegen und Universität zu Köln.
Online: http://www.uni-siegen.de/phil/akatex/publikationen_und_vortraege/
publikationen_vortraege (19.02.2015).
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• „Academic Text Competencies of First-Year and Advanced Teacher Trainees“
(Poster, zus. mit PD Dr. Kirsten Schindler und Alina Teichmann), KoKoHs-Conference, Mainz, November 2014.
• „Beurteilen und Beraten. Rückmeldegespräche adressatengerecht führen“
(Workshop), Fortbildungstag Deutsch 2014, Köln, November 2014.
• „Schulische Rückmeldegespräche zwischen Norm und Realität – Eine gesprächslinguistische und kompetenzbezogene Betrachtung“ (Vortrag), 20. Symposion
Deutschdidaktik, Basel, September 2014.
• „Schüler/innentexte beurteilen – Akademische Textkompetenzen im weiteren
Sinne modellieren und erfassen“ (Workshop, zus. mit PD Dr. Kirsten Schindler),
Fachtagung des Zentrums für Lehrer/innenbildung, Köln, März 2014.
• „Academic Text Competencies of First-Year and Advanced Teacher Trainees“
(Poster, zus. mit PD Dr. Kirsten Schindler), Writing Research Across Borders III,
Paris, Februar 2014.
• „Schulische Rückmeldegespräche – eine gesprächslinguistische Annäherung“
(Vortrag), 8. Jahrestagung der AG Mündlichkeit des Symposions Deutschdidaktik e.V., Essen, Januar 2014.
Weitere Tätigkeiten
• Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt “AkaTex” (siehe Berichte aus der Arbeitsgruppe Kirsten Schindler)
• Lehraufenthalt an der St. Kliment Ohridski Universität Sofia
• Gutachterin der Zeitschrift JoSch – Journal der Schreibberatung
• Redaktion des Webauftritts für das Nachwuchsnetzwerk des Symposions
Deutschdidaktik e.V.
• Korrekturassistentin im Didaktischen Grundlagenstudium
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Dr. Diana Gebele
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014
• Deutsche Sprachgeschichte
• Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen
• Erst- und Zweitspracherwerb im Vergleich (zweifach)
• Erwerb des Deutschen als Zweitsprache durch russischsprachige Personen
• Didaktik des Unterrichts Deutsch als Zweitsprache
Wintersemester 2014/2015:
• Erst- und Zweitspracherwerb im Vergleich
• Erwerb des Deutschen als Zweitsprache durch russischsprachige Kinder und
Jugendliche
Sarah Göbert
Lehrveranstaltungen:
• 2x Proseminar: „Schriftlichkeit: Mediale, konzeptionelle und kulturelle Phänomene“
• 2x Proseminar: „Textsorten und ihre linguistische Beschreibung“
• 4x Proseminar: „Förderung von Schreibkompetenz im Sachfachunterricht“
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Posterpräsentation im Rahmen der Tagung „Fachlich Argumentieren lernen“ vom
18.09. - 19.09.2014; Universität zu Köln.
• Rating von Ganztexten im Rahmen des Verbundprojektes AkaTex der Universität
Siegen und der Universität zu Köln vom 15.08.2014 - 15.10.2014; Projektleiterinnen: Prof. Dr. Gesa Siebert-Ott und Vertretungs-Prof.’in Dr. Kirsten Schindler
Redaktionelle Tätigkeiten:
• Mitarbeit an der Endredaktion von Heft 37 der Fachzeitschrift Didaktik Deutsch
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Dr. Katrin Hee
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014
• HS SD : „Kompetenzbereich Sprechen und Sprachgebrauch untersuchen “
• HS SW: „Soziale Stile des Sprechens“
Wintersemester 2014/2015:
• Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen (4-stündig)
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Schriftliches im Mündlichen. Verwendung und Erwerb konzeptioneller Schriftlichkeit in Schülerkommunikation. Vortrag auf dem 55. Treffen des Arbeitskreises
Angewandte Gesprächsforschung, November 2014 in Winterthur.
• Intertextuelle Kompetenzen im Spannungsfeld von Schriftlichkeit und Mündlichkeit. Vortrag zusammen mit Prof. Dr. Thorsten Pohl auf dem GAL Kongress
„Angewandte Linguistik in der Lehre, Angewandte Linguistik lehren“, September
2014 in Marburg.
• Schülerkommunikation zwischen Nähe und Distanz. Eine Untersuchung zur Entwicklung schulsprachlicher Kompetenzen in Plenar- und Gruppenunterricht.
Vortrag auf dem 20. Symposion Deutschdidaktik, September 2014 in Basel.
• Die Sprache Jugendlicher in schulischen Kontexten – Eine Erwerbsperspektive. Vortrag auf der 7. Internationalen Tagung zur Jugendsprache, April 2014 in
Karlsruhe.
Redaktionelle Tätigkeiten:
• Leitende Endredaktion der Hefte 36 und 37 der Fachzeitschrift Didaktik Deutsch.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Simone Jambor- Fahlen
Lehrveranstaltungen:
• 2x Schriftspracherwerb im Anfangsunterricht
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Vortrag „Lesen und Schreiben lernen in der Grundschule. Ergebnisse wissenschaftlicher Studien.“ Bundesweite Fachtagung des IQSH in Berlin, November
2014.
• Symposium Deutschdidaktik; Leitung der Sektion Alphabetisierung (zusammen
mit Prof. Dr. Cordula Löffler, PH Weingarten) in Basel, September 2014.
• Workshop und Vortrag „Alphabetisierung im Seiteneinstieg“ beim Fortbildungstag „Sprachstark“ des Kommunalen Integrationszentrums Köln in Köln, Juni
2014.
• Workshop und Vortrag „Alphabetisierung im Seiteneinstieg“ beim Fortbildungstag „Sprachstark“ der Bezirksregierung Köln in Düren, März 2014.
• Workshop „Lesen und Schreiben lernen in der Grundschule. Ergebnisse der
Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis.“ Bildungsforschung 2020 Zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Verantwortung
des BMBF in Berlin, März 2014; zusammen mit Gabriela Schneider-Strenge (IQSH)
• Fortbildungen für Lehrkräfte des Projektes „Niemanden zurücklassen – Lesen
macht stark“ in Kiel (über das Jahr verteilt)
Mitarbeit in Projekten:
•
Niemanden zurücklassen – Lesen macht stark – Grundschulen
(siehe auch Projekte des Mercator-Instituts und der Arbeitsgruppe Michael
Becker-Mrotzek)
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Katrin Kleinschmidt
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014
• 2x DiGrulaSt „Unterrichtssprache und Unterrichtskommunikation“
• 2x Proseminar „Einführung in die Morphologie“
Wintersemester 2014/2015:
• 2x DiGrulaSt „Spracherwerbsprozesse von der Vorschule bis zur Sekundarstufe II“
• 1x Hauptseminar „Die an die Schülerinnen und Schüler gerichtete Sprache (SgS)“
• 2x Proseminar „Grundlagen der Morphologie“
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Die an die Schüler/-innen gerichtete Sprache (SgS) als Spiegel transitorischer
schulsprachlicher Normen (Grundschule bis Oberstufe), Vortrag auf dem 20.
Symposion Deutschdidaktik in Basel, September 2014, in der Sektion 11: Sprachliche Normen und Hürden im schulischen Fachunterricht
• Organisation einer EXMARaLDA-Werkstatt für den wissenschaftlichen Nachwuchs des Symposions Deutschdidaktik, Februar 2014 in Köln, zusammen mit
Diana Maak (vormals Jena, nun Flensburg)
Redaktionelle Tätigkeiten:
• Mitarbeit bei der Redaktion des Hefts 37 der Zeitschrift Didaktik Deutsch, hrsg. v.
Thorsten Pohl, Irene Pieper, Swantje Weinhold und Thomas Zabka
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Dr. Matthias Knopp
Lehrveranstaltungen:
• Hauptseminar SD: Projektseminar „Computerpraktikum für Schüler”
• Hauptseminar Sprache: „Lexikon und Morphologie”
• Hauptseminar Sprache: „Text und Medium”
Publikationen:
• Becker-Mrotzek, M., Grabowski, J., Jost, J., Knopp, M. & Linnemann, M. (2014).
Adressatenorientierung und Kohärenzherstellung im Text. Zum Zusammenhang
kognitiver und schriftlich realisierter Teilkomponenten von Schreibkompetenz.
In: Didaktik Deutsch (37), 21–43
• Knopp, M., Jost, J., Linnemann, M. & Becker-Mrotzek, M. (2014): Textprozeduren
als Indikatoren von Schreibkompetenz – ein empirischer Zugriff. In: H. Feilke &
T. Bachmann (Hgg.): Werkzeuge des Schreibens – Theorie und Potentiale einer
Didaktik der Textprozeduren. Stuttgart: Fillibach bei Klett, 111–128
• Grabowski, J., Becker-Mrotzek, M., Knopp, M., Jost, J. & Weinzierl, C. (2014): Comparing and combining different approaches to the assessment of text quality.
In: D. Knorr, C. Heine & J. Engberg (Hgg.): Methods in writing process research.
Frankfurt am Main: Lang, 147–165
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Teilkomponenten von Schreibkompetenz fördern. Vortrag auf der FiSS-Herbstschule (Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung), Frankfurt/
Main, November 2014.
• Teilkomponenten von Schreibkompetenz identifizieren und fördern. Vortrag in
Symposium 10, GAL-Kongress, (zusammen mit Michael Becker-Mrotzek und
Joachim Grabowski), Marburg, September 2014.
• Writing in Mediated Spaces Between Orality and Scripturality. Vortrag auf der International Conference on Writing Research (SIG Writing), Amsterdam, August
2014.
• La Strada. Gastvortrag im Kölner.Film.Kanon.Club, Universität zu Köln, Juli 2014.
• Eyes Wide Dreaming. Gastvortrag im Hauptseminar ,Literatur und Traum’ von Dr.
Silvia Volckmann, Universität zu Köln, Juli 2014.
• Schreibkompetenz diagnostizieren und fördern. Erste Ergebnisse aus einem empirischen Forschungsprojekt. Sprachdidaktisches Kolloquium (zusammen mit
Michael Becker-Mrotzek und Jörg Jost), Universität zu Köln, Mai 2014.
• Crossing Mediated Spaces Between Orality and Scripturality. Vortrag auf der dritten Writing Research Across Borders-Conference, Paris, Februar 2014.
• Writing Literacy Across Genres: Predictors of Text Quality. Vortrag auf der dritten Writing Research Across Borders-Conference sowie Chairing der Sektion
6 – Guiding students toward academic writing, Paris (zusammen mit Michael
Becker-Mrotzek und Joachim Grabowski), Februar 2014.
Mitarbeit in Projekten:
• Wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-Projekt „Unterrichtliche Förderung
von Teilkomponenten der Schreibkompetenz – Interdisziplinäre Interventionsstudie“– bis 08/2014, seit 09/2014 am IDSL II
• Wissenschaftliche Mitarbeit/Beratung im Forschungs- und Entwicklungsprojekt ‚ZAA Deutsch/LSA Hessen’ sowie, seit 09/2014, im BMFB-Projekt „Unterrichtliche Förderung von Teilkomponenten der Schreibkompetenz – Interdisziplinäre Interventionsstudie“ (s.o.)
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Dr. Marion Krause-Wolters
Dr. Marion Krause-Wolters hat im Wintersemester 2014/2015 als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Deutsche Sprache und Literatur begonnen.
Lehrveranstaltungen:
• 2x Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen
• Hauptseminar zum Narrationserwerb
• Hauptseminar Sprachstörungen (Blockseminar)
Cornelia Lahmann
Tätigkeit:
Mitarbeiterin am Mercator-Institut - Koordination der Nachwuchsakademie
Sprachliche Bildung
Publikationen:
• Schmid, M.S., Lahmann, C. & Steinkrauss, R. (2014). Sprachverlust, Migration und
Asyl. In: D. Bischoff, G. Gabriel, E. Kilchmann (Hrsg.). Exilforschung. Ein internationales Jahrbuch, Band 32.
• van Oudenhoven, J. P., de Raad, B., Timmerman, M. E., Askevis-Leherpeux, F.,
Boski, P., Carmona, C., Rajneesh, C., del Carmen Dominguez, A., Bye, H.H.,, Kurylo,
A., Lahmann, C., Mastor, K., Selenko, E., Slezáčková, A., Smith, R., Tip, L. & Yik, M.
(2014). Are virtues national, supranational, or universal? SpringerPlus, 3 (1), 1-12.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• „Grammatical and lexical complexity in long-term L2 speakers and L1 attriters“
auf dem Symposium für Crosslinguistic Complexity in Brüssel, Belgien. Dezember 2014
• „Age & experiential effects on complexity, accuracy, & fluency (CAF) in L2-dominant speakers’ spontaneous speech auf der EUROSLA 24 Konferenz in York, England. September 2014
• „Age & experiential effects on complexity, accuracy, & fluency (CAF) in L2-dominant speakers’ spontaneous speech auf der AAAL Konferenz in Portland, Oregon,
USA. März 2014
• „,I always thought I was a German – it was Hitler who taught me I was a Jew’.
National-socialist persecution, identity, and the German language” auf dem
Workshop Sprache(n) im Exil, Workshop zur Vorbereitung des Jahrbuchs Exilforschung 32 (2014) in Hamburg, Deutschland. Februar 2014
Charlotte Lambrecht
Lehrveranstaltungen:
• „Von der Syntax zur Orthographie“
• 2x „Graphematik und Orthographie des Deutschen“
Valerie Lemke
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014
• 2x Proseminar Sprachwissenschaft
Wintersemester 2014/2015
• Hauptseminar Sprachdidaktik
• Proseminar Sprachwissenschaft
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Publikationen:
• Gantefort, C., Kölzer, C., Lemke, V., Michalak, M., Müller, B., Tiedemann, K. & Yildrim, L. (2014): Deutsch als Zweitsprache und sprachsensibler Fachunterricht im
Praxissemester. Handreichung für Studierende und Lehrende in der Ausbildungsregion Köln. In: Zentrum für LehrerInnebildung (ZfL) Universität zu Köln (Hrsg.):
Materialien zum Praxissemester in der Ausbildungsregion Köln (Band 8).
Online verfügbar unter:
http://zfl.unikoeln.de/fileadmin/sites/zfl/Praxisphasen/Praxissemester/Materialien_zum_PS/ZfL_Handreichung_DaZ-PS.pdf
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Vortrag: „Durch Schreiben an unterschiedliche Adressaten epistemische Lernprozesse im Fachunterricht Biologie initiieren - Eine linguistische Studie zu biologischen Erklärungen in der Sekundarstufe I“. Postersektion auf der Tagung
„Normen–Erwartungsmuster zwischen Orientierung und Begrenzung“. 20. Symposium Deutschdidaktik in Basel, September 2014.
• Workshop: „Diskontinuierliche Darstellungsformen – Von der Diagnose zur
Förderung“. Workshop gemeinsam mit Beatrice Müller für die Fachdidaktiken
aller Lehrämter in Köln im Rahmen der Konzeption und Implementierung des
DaZ-Moduls, Köln, März 2014.
• Workshop: „Diskontinuierliche Darstellungsformen – Von der Diagnose zur
Förderung“. Workshop gemeinsam mit Prof. Dr. Magdalena Michalak und Beatrice Müller auf der Tagung „LehrerInnenbildung interdisziplinär und kompetenzorientiert“ des Zentrums für LehrerInnenbildung (ZfL) Universität zu Köln,
März 2014.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Mitarbeit in Projekten:
• Kooperationsprojekt Sprachliche Bildung: Planung, Durchführung
und Kooperationsprojekt Sprachliche Bildung:
Planung, Durchführung und Nachbereitung der Sommerschule 2014, Begleitung der Studierenden während der semesterbegleitenden Förderung durch
Hospitation und Beratung (siehe auch „Lehrforschungsprojekte”)
• Innovationsprojekt DaZ-Modul- Sprachförderung und Fachunterricht:
Konzeption und Durchführung von zwei Workshops zu der Thematik „Diskontinuierliche Darstellungsformen im Fachunterricht – Von der Diagnose zur
Förderung“ und Mitarbeit an der Handreichung Deutsch als Zweitsprache und
sprachsensibler Fachunterricht im Praxissemester (siehe auch Berichte aus dem
Mercator-Institut und der Arbeitsgruppe Michael Becker-Mrotzek).
Dr. Markus Linnemann
Lehrveranstaltungen:
• Der Schreibprozess
• Forschungsmethoden der empirischen Sprachdidaktik
• Statistik für die Sprachdidaktik
• Forschungsmethoden der empirischen Sprachdidaktik
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Publikationen:
• Becker-Mrotzek, M., Grabowski, J., Jost, J., Knopp, M. & Linnemann, M. (2014).
Adressatenorientierung und Kohärenzherstellung im Text. Zum Zusammenhang
kognitiver und schriftlich realisierter Teilkomponenten von Schreibkompetenz.
Didaktik Deutsch, 37, 21-43.
• Knopp, M., Jost, J., Linnemann, M. & Becker-Mrotzek, M. (2014). Textprozeduren
als Indikatoren von Schreibkompetenz - ein empirischer Zugriff. In H. Feilke &
T. Bachmann (Hrsg.), Werkzeuge des Schreibens. Theorie und Potentiale einer
Didaktik der Textprozeduren, S.111-128. Stuttgart: Fillibach Klett.
• Linnemann, M. & Wilbert, J. (2014). Do C-tests measure language comprehension
of learning disabled students? In R. Grotjahn (Hrsg), Der C-Test: Aktuelle Tendenzen/The C-Test: Current Trends, S. 223-238. Frankfurt: Lang.
• Linnemann, M. & Stephany, S. (2014). Supportive writing assignments for less
skilled writers in the mathematics classroom. In P. Klein, P. Boscolo, L. Kirkpatrick
& C. Gelati (Eds.), Writing as a learning activity, pp. 66-94. Leiden: Brill.
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Sprachliches und fachliches Lernen verbinden: Vom Mündlichen zum Schriftlichen am Beispiel zweier Unterrichtseinheiten aus dem Mathematikunterricht.
Kolloquium Sprachsensibler Mathematikunterricht. Mathematiksche Konzepte
- sprachliche Anforderungen (zusammen mit Sabine Stephany). Paderborn, Oktober 2014.
• AdISLA - Adaptives Instrument zur Schriftsprachdiagnostik von Lernenden in Alphabetisierungskursen. Symposion Deutschdidaktik. Basel, Schweiz, September
2014.
• Normen, Hürden und Unterstützungsmöglichkeiten beim Schreiben im Mathematikunterricht. Vortrag auf dem Symposion Deutschdidaktik (zusammen mit
Sabine Stephany). Basel, Schweiz, September 2014.
• Learning academic language in math classes through supportive writing assignments. Vortrag auf dem AILA World Congress (zusammen mit Sabine Stephany).
Brisbane, Australien, August 2014.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
• Why, when and how is the audience anticipated during writing. An on-line study.
Vortrag auf dem AILA World Congress. Brisbane, Australien, August 2014.
• Supportive writing assignments to facilitate the learning of mathematics. Posterpräsentation auf der Tagung Writing Across Boarders (zusammen mit Sabine
Stephany). Paris, Februar 2014.
• Güte der Vorhersage von Sprachkompetenz - Konstruktorientierte oder indikatororientierte Kriterien. Posterpräsentation, IZeF-Eröffnungsfeier (zusammen
mit Jürgen Wilbert). Köln, Januar 2014.
Mitarbeit in Projekten:
Entwicklung eines Tests zur Erfassung der Schreibkompetenz
(zusammen mit Prof. Dr. M. Becker-Mrotzek, Philosophische Fakultät, Universität
zu Köln; Prof. Dr. M. Grünke, Prof. Dr. C. Rietz, Prof. Dr. A. Schabmann, Dr. B.M.
Schmidt, Ö. Büyüknarci, A.-K. Hennes (alle Humanwissenschaftliche Fakultät,
Universität zu Köln, Department Heipädagogik); Prof. Dr. J. Jost (Fakultät für Kulturwissenschaften, Universität Paderborn)
In einem interdisziplinären Projekt wird unter der Beteiligung von Erziehungswissenschaft, Psychologie, Linguistik, Sprachdidaktik und Sonderpädagogik ein
Test zur Erfassung der Schreibkompetenz entwickelt und validiert.
Zielgruppe des Tests sind alle Schülerinnen und Schüler der 4. bis 7. Klasse. Auf
der Basis aktueller Schreibkompetenz- und Schreibprozessmodelle wird ein
Test entwickelt, der zusätzlich zur Aufdeckung bestimmter Schwierigkeiten im
Schreibprozess Ansätze zur Förderung der Schreibkompetenz bietet.
Leseflüssigkeit bei Schülern mit Migrationshintergrund
(zusammen mit Necle Bulut und Sabine Stephany, Universität zu Köln)
Projektbeschreibung s. Beitrag Sabine Stephany
Sprachsensibler Mathematikunterricht – Schwerpunkt Schriftlichkeit
(zusammen mit Sabine Stephany, Universität zu Köln)
Projektbeschreibung s. Berichte des Mercator-Instituts und der Arbeitsgruppe
Michael Becker-Mrotzek.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Diagnosekompetenz von Lehrkräften
(zusammen mit Jürgen Wilbert, Universität Potsdam)
Die diagnostische Kompetenz von Lehrkräften steht im Zentrum aktueller
schulpädagogischer Debatten. Ihre Bedeutung ergibt sich aus der didaktischen
Forderung, Handeln in der Schule zunehmend auf die individuelle Förderung
von Schülern in heterogenen Klassen auszurichten. Eine solche Individualisierung von Förder- und Unterrichtsmaßnahmen setzt eine eingehende Kenntnis des aktuellen Entwicklungs- und Leistungsstandes eines Schülers voraus.
Eine besondere Rolle kommt dabei der Erfassung des Sprachstandes der Schüler
zu, da dieser ein bedeutender Prädiktor für die schulische Leistungsentwicklung
ist.
Diesen pädagogischen Forderungen stehen Untersuchungen zur tatsächlichen
diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften gegenüber. Bisherige Untersuchungen haben sich dabei vornehmlich auf die Fähigkeit der Einschätzung von
Leistungen in Schulfächern bezogen und den Lehrkräften nur unzureichende
Kompetenzen zugeschrieben. Einige aktuelle Studien haben die diagnostische
Kompetenz im Bereich der Motivation und Intelligenz untersucht. Zur diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften im Bereich der Sprache liegt unsers Wissens
bisher keine Studie vor.
Das Projekt untersucht den Einfluss professionellen Wissens und subjektiver
Überzeugungen von Lehrkräften auf die Akkuratheit der Diagnose des Sprachstandes von Schülerinnen und Schülern.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Entwicklung und Validierung von C-Tests
(zusammen mit Jürgen Wilbert, Universität Potsdam)
Lückentests in Form von C-Tests gehören zu den am gründlichsten untersuchten
neueren Sprachtests. C-Tests haben sich seit den 80er Jahren als ökonomisches
und reliables Verfahren zur Feststellung der allgemeinen Kompetenz in Fremd-,
Zweit- und Erstsprachen etabliert. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. So
werden sie z.B. als Einstufungstests an Universitäten, Studienkollegs und Sprachschulen eingesetzt.
Zur Zeit beschäftigen wir uns mit folgenden Aspekten:
• Feststellen des Zuwachses der globalen Sprachkompetenz eines Individuums
(Diagnostik) sowie Erfassen und Optimieren von Lernprozessen in Gruppen
(Evaluation).
• Verankerung der C-Test-Formen bzw. deren Ergebnissen an den Kompetenzbeschreibungen/Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Allgemeiner: Wie setzt man wissenschaftlich fundiert Cutoff-Punkte für verschiedene Sprachniveaus?
• Ab welcher erreichten Punktzahl wird der Kerngedanke des einzelnen Textes
erfasst?
• Was misst der C-Test bei Schülern mit Lernschwierigkeiten? Wie lässt sich der
C-Test bei Schülern mit Lernschwierigkeiten mit und ohne Migrationshintergrund im schulischen Kontext einsetzen? In welchen (sprachlichen) Fähigkeiten
unterscheiden sich Probanden mit Lernschwierigkeiten und Probanden mit Migrationshintergrund, die ähnlich hohe C-Test-Punke erreichen?
• Normierung von C-Tests
• Einsatz von C-Tests in der Grundschule
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Jun.-Prof. Dr. Magdalena Michalak
Lehrveranstaltungen
• Lernen in der Zweitsprache
• Bilder und nichtlineare Texte im Unterricht
• Deutschförderung in der Sommerschule
weitere Aktivitäten:
• Sektionsleiterin der DaZ-AG an der Tagung des SDD, September 2014
• Moderatorin des Fachverbandes Deutsch als Zweitsprache
• Vorbereitung und Durchführung der Sommerschule mit 26 Lehramtsstudierenden für 140 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I in Köln
Publikationen:
• Budde, M.; Michalak, M. (2014): Sprachenfächer und ihr Beitrag zur fachsprachlichen Förderung. In: Michalak, M. (Hrsg.): Sprache als Lernmedium im Fachunterricht. Bartmannsweiler: Schneider Verlag, 9-33.
• Michalak, M. (2014): Sprache als Lernmedium im Fachunterricht. Baltmannsweiler: Schneider Verlag.
• Michalak, M. (2014): Das Lehrportfolio als Instrument professioneller Entwicklung
im DaZ-Bereich. In: Bredel, U.; Ezhova-Heer, I.; Schlikau, S. (Hrsg.): Zur Sprach.
kom. MatDaF89, 301-324.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Adressatenorientierung in Schülertexten, Vortrag, 10. Workshop „Kinder mit Migrationshintergrund“, Karlsruhe, November 2014.
• Wie sprachsensibel ist Hochschuldidaktik?, Vortrag an der GAL, Marburg, September 2014
• Zwischen Sprache und Fach – Deutsch als Zweitsprache im Lehramtsstudium
an der Universität zu Köln, Vortrag (zusammen mit Dr. C. Gantefort) an der GAL,
Marburg, September 2014
• Schlüsselwörter: diskontinuierliche Texte, Sprachstandsdiagnose, Sprachförderung im Fachunterricht, Sprach- und Fachgerüst, Workshop (zusammen mit B.
Müller und V. Lemke) an der Tagung des Zentrums für LehrerInnenbildung an
der Universität zu Köln „Kompetenzorientierung bei Lehrenden und Lernenden
– eine (un-)lösbare Herausforderung? Bildungswissenschaften, Sonderpädagogik und Fachdidaktiken im Diskurs, März 2014
• Sprach- und Kulturlernen mit Sprach-Fach-Netzen: diskontinuierliche Texte im
Bereich Landeskunde, Vortrag (zusammen mit B. Müller) an der fadaf-Tagung,
Münster, März 2014
• Durchgängige Sprachbildung: Vermittlungskompetenz von Hochschullehrkräften, Workshop (zusammen mit Dr. C. Kölzer, K. Wagner) an der Tagung des Mercator Institutes „Durchgängige Sprachbildung in der Schule. Herausforderung
für alle Phasen der Lehrerbildung“, Köln, Februar 2014
• Dokumentation des berufsbiografischen Prozesses in der neuen Lehrerausbildung. Portfolio im BA-/MA-Studium, Vortrag an der Universität Darmstadt, Januar 2014
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Projekte:
• Kooperationsprojekt „Sprachliche Bildung“ (siehe auch Lehrforschungsprojekte)
• Innovationsprojekt „DaZ-Modul“ (siehe auch Bericht aus dem Mercator-Institut und der Arbeitsgruppe MIchael Becker-Mrotzek)
• Sprache im Museum lernen
(siehe auch Bericht aus der Arbeitsgruppe Magdalena Michalak)
• Karten im Geographieunterricht
(siehe auch Bericht aus der Arbeitsgruppe Magdalena Michalak)
• Gebrauch und Förderung von Sprachregistern im Fachunterricht
(siehe auch Bericht aus der Arbeitsgruppe Magdalena Michalak)
• Evaluation eines interkulturellen Portfolios für GrundschülerInnen in
bilingualen Schulen
(siehe auch Bericht aus der Arbeitsgruppe Magdalena Michalak)
Michaela Mörs
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• VERA 8 – Lernstandserhebungen nutzen. Fortbildung für Unterrichtsentwicklungsberater(innen) zum Kompetenzbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“, veranstaltet vom Landesschulamt und der Lehrkräfteakademie Hessen im Juni 2014 (zusammen mit Susanne Hunger, IQB)
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Mitarbeit in Projekten:
• Mitarbeit im VERA-8-Projekt: Normierung und Illustrierung der Bildungsstandards für das Fach Deutsch in der Sekundarstufe I (siehe auch Bericht aus dem
Mercator-Institut und der Arbeitsgruppe Michael Becker-Mrotzek).
- Aufgabenentwicklung
- Erstellung der didaktischen Handreichung
• Mitarbeit an der Entwicklung integrierter Kompetenzstufenmodelle zu den
Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss und den Mittleren Schulabschluss für die Kompetenzbereiche ‚Lesen – mit Texten und Medien umgehen’,
‚Zuhören‘ und ‚Orthografie‘
• Erstellung von didaktischen Kommentaren zu VERA-6-Zuhöraufgaben
• Mitarbeit im Programm „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS): Entwicklung
von Blended-Learning-Fortbildungen
Fabiana Netzband
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014:
• Einführung in die Graphematik und Orthographie
• Schriftlichkeit - Gegenstandsbereich und Anforderungen
Wintersemester 2014/2015:
• Grammatisches Grundlagenwissen (auch für den Grammatikunterricht)
• Phonologie, Graphematik und Orthographie
Redaktionelle Tätigkeit:
• Mitarbeit an der Endredaktion von Heft 36 und 37 der Fachzeitschrift Didaktik
Deutsch.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Prof. Dr. Thorsten Pohl
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014:
• Seminar: Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen (4-stündig)
• Hauptseminar: Kompetenzbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“
• Vorlesung: Einführung in die Textlinguistik
• Vorlesung: Einführung in die Sprachdidaktik
Wintersemester 2014/2015:
• Hauptseminar: Schriftspracherwerb und Schreibentwicklung in der Primarstufe
• Projektseminar: Die in Schulbüchern an Schüler und Schülerinnen gerichtete
Sprache
• Vorlesung: Einführung in die Textlinguistik
• Vorlesung: Einführung in die Sprachdidaktik
Vorträge und andere Veranstaltungen:
• Marburg 2014: Intertextuelle Kompetenzen im Spannungsfeld von Mündlichkeit
und Schriftlichkeit (zusammen mit Katrin Hee auf dem GaL-Kongress „Angewandte Linguistik in der Lehre – Angewandte Linguistik lehren“).
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Publikationen:
• Sprachreflexion und Texte verfassen. In: Sprachreflexion und Grammatikunterricht. Hrsg. v. Hildegard Gornik. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. (Reihe:
Deutschunterricht in Theorie und Praxis, Bd. 6).
• Entwicklung der Schreibkompetenzen. In: Schriftlicher Sprachgebrauch/Texte
verfassen. Hrsg. v. Helmuth Feilke & Thorsten Pohl. Baltmannsweiler: SchneiderVerl. Hohengehren. (Reihe: Deutschunterricht in Theorie und Praxis, Bd. 4).
• Schriftliches Argumentieren. In: Schriftlicher Sprachgebrauch/Texte verfassen.
Hrsg. v. Helmuth Feilke & Thorsten Pohl. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren. (Reihe: Deutschunterricht in Theorie und Praxis, Bd. 4).
• Präkonventionalität, Konventionalität, Postkonventionalität – im Schreiben und
Schreiben Lernen. In: Unkonventionalität in Lernertexten. Zur Funktion von Divergenz und Mehrdeutigkeit beim Textschreiben. Hrsg. v. Norbert Kruse et al.
Berlin: E. Schmidt. S. 33-49.
• (im Druck): Die Epistemisierung des Unterrichtsdiskurses – Ein Forschungsrahmen. In: Kompetenzprofile Deutsch als fremde Bildungssprache. Hrsg. v. Erwin
Tschirner & Olaf Bärenfänger. Tübingen: Stauffenburg.
• (im Druck): Wissenschaftliche Schreibkompetenzen zwischen Schule und Universität. In: Schreiben als Lernen. Kompetenzentwicklung durch Schreiben in
allen Fächern. Hrsg. v. Sabine Schmölzer-Eibinger & Eike Thürmann. Münster:
Waxmann.
• (im Druck): Studentisches Schreiben in Geschichte und Gegenwart. In: Wissenschaft schreiben. Hrsg. v. Stefan Scherer & Andreas Hirsch-Weber. Wiesbaden:
Springer Spektrum.
Dr. Christopher Sappok
Lehrveranstaltungen
• Diagnose von Lese- und Zuhörkompetenzen (3-mal)
• Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen (2-mal)
• Experimentelle Phonetik (2-mal)
• „Sprachlabor” - Die phonetische Analyse gesprochener Sprache (2-mal)
• Zeichensetzung und ihre Didakik
• Empirisch arbeiten
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere Veranstaltungen:
• Posterpräsentation auf dem 20. Symposion Deutschdidaktik in Basel, CH. Titel:
Reported Speech beim Vorlesen durch Drittklässler, September 2014.
• Vortrag beim Phonetischen Kolloquium des Institute of Phonetics at the UdS
(Universität des Saarlands). Titel: Reported Dialogue in the oral reading performance of third-graders – a perception experiment concerning the prosodic
marking of (pseudo) turn-switches, Juni 2014.
• Workshop auf dem 18. Landesfachtag Deutsch an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Titel: Gefahrenzone Kommasetzung – Grundprobleme, Diagnostik,
didaktische Strategien, Mai 2014.
• Vortrag auf der 8. Jahrestagung der AG Mündlichkeit im Symposion Deutschdidaktik e. V. in Essen. Titel: Lautes Lesen als Ausdruck von individuellem Stil
in der Grundschule - Umgang von Drittklässlern mit „reported speech“, Januar
2014.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Forschungsprojekt
Prosodische Aspekte beim lauten Lesen von Grundschulkindern: Ratingprozeduren und akustische Messungen – Forschungsprojekt mit
Jun.-Prof. Dr. Johanna Fay, PH Karlsruhe
Das prosodische Lesen stellt neben Genauigkeit und Geschwindigkeit einen Aspekt
von Leseflüssigkeit dar. Dieser Aspekt wird in den letzten Jahren auch als Prädiktor für die Entfaltung von Bildungserfolg insgesamt erforscht. Viele Fragen, z. B.
die nach den genauen Zusammenhängen zwischen Prosodie und Verstehen, sind
dabei noch nicht beantwortet. Auch theoretische Fundierung und methodologische Vorgehensweisen entwickeln sich noch. Dies lässt sich anhand der Gegenüberstellung von „angemessener“ und „ansprechender“ Prosodie verdeutlichen. In der Deutschdidaktik wird ein eher enges Konzept von Leseflüssigkeit
verfolgt, bei dem Prosodie hauptsächlich als syntaxgemäße Gliederung eine
Rolle spielt. In der internationalen Leseforschung hingegen wird mittlerweile
auch ein weiteres Konzept von Prosodie verfolgt, das alle Aspekte von expressivem, d. h. sinngestaltend-ansprechendem Vorlesen berücksichtigt. Bei dieser
Gegenüberstellung tut sich ein Konflikt auf: Die Konzeption einer angemessenen
Prosodie droht in didaktischen Kontexten darin zu resultieren, dass ein Text von
allen auf dieselbe Weise vorgelesen wird. Die Konzeption von sinngestaltend-ansprechender Prosodie hingegen kann die Verwirklichung von individuellem Stil
bedeuten und darin resultieren, dass ein Text heterogen vorgelesen wird.
C. Sappok und J. Fay mit mobilem Aufnahmestudio in einer Grundschule
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
2014 wurde an der Universität zu Köln eine Usability-Studie zur Vorbereitung
eines DFG-Antrags in Zusammenarbeit mit Jun.-Prof. Dr. Johanna Fay von der
PH Karlsruhe durchgeführt. Im Vordergrund stand dabei die Entwicklung von
ökonomischen und dabei feindifferenzierenden Ratingprozeduren zur Ermittlung prosodischer Qualitäten in Audioaufnahmen von Schulkindern. Außerdem
wurde eine Datenerhebung in zwei dritten und zwei vierten Klassen durchgeführt. Dabei ging es vor allem um die Entwicklung und Erprobung eines Settings, in dem vor Ort qualitativ hochwertige Audioaufnahmen gemacht werden
können. Außerdem wurden Tests zum Leseverstehen (ELFE, SLS) und zur Phonologischen Bewusstheit (BAKO) durchgeführt. Finanziert wurden diese Aktivitäten durch Anforschungsmittel der PH Karlsruhe und der Universität zu Köln in
Höhe von 11.671,05 Euro.
PD Dr. Kirsten Schindler
Lehrveranstaltungen
Sommersemester 2014
• Einführung in die Sprachwissenschaft (4 SWS)
• Vorlesung „Grundlagen der Sprachdidaktik“
• „Texte schreiben - Texte beurteilen”
Wintersemester 2014/2015
• Einführung in die Sprachwissenschaft (4 SWS)
• Praxisseminar: „Akademisches Schreiben lernen und lehren”
• Projektseminar „Virtuelle Schreibkonferenz“
• Praxissemester: Vorbereitungsseminar
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Publikationen:
• Schindler, K. (2014): (Schrift-)Sprachliche Kompetenz: (Vor)Wissenschaftliches
Schreiben lernen und lehren am Beispiel der Facharbeit. In: ide 4 (38), 78-88
• Schindler, K. (2014): Lehramtsstudierende (mit Migrationshintergrund) zwischen
Ausbildung und beruflicher Praxis - Überlegungen zur Förderung akademischer
Textkompetenz im Studium. In: Knorr, D./ Neumann, U. (Hrsg.): Mehrsprachige
Lehramtsstudierende schreiben. Münster: Waxmann, 93-111
• Schindler, K. (2014): Wenn ich leise bin, dann können auch die anderen besser
zuhören - Gemeinsam Klassenregeln verfassen. In: Fördermagazin, 10-13
• Schindler, K./ Siebert-Ott, G. (2014): Schriftspracherwerb im Kontext von Mehrsprachigkeit. In: Chilla, S./ Haberzettl, St. (Hrsg.): Handbuch Spracherwerb und
Sprachentwicklungsstörungen. Mehrsprachigkeit. München: Elsevier, 39-51
• Schindler, K./ Siebert-Ott, G. (2014): Schreiben in der Zweitsprache. In: Feilke, H./
Pohl, T. (Hrsg.): Schriftlicher Sprachgebrauch - Texte verfassen, Hohengehren:
Schneider, 195-215
• Schindler, K. (2014): Kompetenzorientierung in der Deutschdidaktik. In: Bresges, A. et al. (Hrsg.): Grenzen und Chancen der Kompetenzorientierung bei
Lehrenden und Lernenden. Beiträge aus bildungswissenschaftlichen, sonderpädagogischen und fachdidaktischen Diskussionen. Waxmann, 127-133
• Fischbach, J./ Schindler, K./ Vetterick, G. (2014): Schüler/innentexte beurteilen.
Kompetenzen von (angehenden) Lehrkräften modellieren. AkaTex Working Papers. Siegen und Köln: Universität Siegen und Universität zu Köln (http://www.
uni-siegen.de/phil/akatex/publikationen_vortraege/)
• Schindler, K./ Wolfe, J. (2014): Beyond single authors: Organizational multi-authorship in collaborative writing. In: Jakobs, E.-M./ Perrin, D. (eds.): Handbook of
writing and text production. De Gruyter, 159-173
• Schindler, K./ Wolfe, J. (2014): The author perspective in text production research.
In: Jakobs, E.-M. / Perrin, D. (ed.): Handbook of Writing and Text Production. De
Gruyter, 115-118
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
weitere Tätigkeiten in Auswahl:
• Ansprechpartnerin der Partnerschaft Köln-Poznan (Erasmus+)
• Ansprechpartnerin der Partnerschaft Köln-Sofia (für den Bereich Germanistik)
• Gutachterin bei den Zeitschriften: Linguistik Online, zeitschrift schreiben, Journal
für Schreibberatung
• Herausgeberin der zeitschrift schreiben
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• „Schülertexte bewerten und beurteilen. Zur Rolle fachlichen Wissens“, Münster,
November 2014
• „Schülertexte beurteilen“ (mit Julia Fischbach), SDD Basel, September 2014.
• „Lässt sich akademische Textkompetenz lehren? Didaktische Konzepte und
methodische Zugänge“. Workshop des Forscherverbunds „Educational Linguistics“, Gießen, Juni 2014.
• „Kompetenzorientierung in der Deutschdidaktik – eine Replik“. LehrerInnenbildung interdisziplinär und kompetenzorientiert. Innovative Konzepte aus den
Fachdidaktiken, der Sonderpädagogik und den Bildungswissenschaften, Köln,
März 2014.
• „SchülerInnentexte beurteilen – Akademische Textkompetenzen im weiteren
Sinne modellieren und erfassen“ (mit Julia Fischbach). LehrerInnenbildung interdisziplinär und kompetenzorientiert. Innovative Konzepte aus den Fachdidaktiken, der Sonderpädagogik und den Bildungswissenschaften, Köln, März 2014.
• „Akademische Textkompetenzen modellieren und messen“ (mit Prof. Dr. Gesa
Siebert-Ott), DGfE, Berlin, März 2014.
• Round Table „Handbook of Writing and Text Production“ – The Author Perspective (mit Prof. Dr. Joanna Woolfe), WRAB III, Paris, Februar 2014.
• „Academic Text Competencies of First-Year and Advanced Teacher Trainees“ (mit
Julia Fischbach), WRAB III, Paris, Februar 2014.
Weiterbildungen:
• „Standards und Lehrpläne. Kompetenz- und Diagnoseaspekte“ (PH Zürich, Weiterbildung im Zusammenhang mit dem Masterstudiengang Fachdidaktik)
• „Märchen. Kreative Erarbeitung einer Aufführung“ (Fortbildungsseminar für ErzieherInnen)
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Sabine Stephany
Publikationen:
• Stephany, S. (2014). Mathematik, sprachsensibel. Grundschule, 5, 12-13.
• Linnemann, M. & Stephany, S. (2014). Supportive Writing Assignments for Less
Skilled Writers in the Mathematics Classroom. In P. Klein, P. Boscolo, L. Kirkpatrick
& C. Gelati (Eds.), Writing as a Learning Activity. Leiden: Brill. pp 66-94.
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Sprachliches und fachliches Lernen verbinden: vom Mündlichen zum Schriftlichen am Beispiel zweier Unterrichtseinheiten aus dem Mathematikunterricht.
Vortrag Kolloquium „Sprachsensibler Mathematikunterricht, Mathematische
Konzepte - sprachliche Anforderungen” (zus. mit Markus Linnemann), Universität Paderborn, Oktober 2014.
• Normen, Hürden und Unterstützungsmöglichkeiten beim Schreiben im Mathematikunterricht, Vortrag Symposion Deutschdidaktik (zus. mit Markus Linnemann), Basel, Schweiz, September 2014.
• Linguistic Challenges in Word Problems for Primary School Students in German
Math Classes, Vortrag AILA World Congress, Brisbane, Australien, August 2014.
• Learning Academic Language in Math Classes through Supportive Writing Assignments, Vortrag AILA World Congress (zus. mit Markus Linnemann), Brisbane,
Australien, August 2014.
• Diskutantin des Vortrags von Prof. Dr. Dominik Leiss „Schriftsprache, Lesen, Kommunizieren - Zur Rolle von fachlichen Fremdkörpern im kompetenzorientierten
Mathematikunterricht“ bei der dieS-Sommerschule, Universität Lüneburg, Juni
2014
• Schreibaufgaben im Mathematikunterricht - authentisch und integriert. Workshop im Rahmen der QUIMS-Netzwerktagung (zus. mit Markus Linnemann).
Zürich, Schweiz, März 2014.
• Supportive Writing Assignments to Facilitate the Learning of Mathematics.
Posterpräsentation, Tagung Writing Research Across Borders (zus. mit Markus
Linnemann), Paris, Februar 2014.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Projekte:
Leseflüssigkeit von Schülern mit Deutsch als Zweitsprache (LeSDaZ)
(zusammen mit Necle Bulut und Markus Linnemann, IDSL II/Universität zu Köln)
Verschiedene angloamerikanische Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Leseflüssigkeit und dem Textverstehen von L1-Lernern des Englischen
festgestellt. Im deutschsprachigen Raum spielt die Leseflüssigkeit als Teilkompetenz des Lesens bislang nur eine untergeordnete Rolle. Erste Studien zeigen auch
bei deutschsprachigen Lernern einen Zusammenhang von Leseflüssigkeit und
hierarchiehöheren Fähigkeiten. Ob sich diese Ergebnisse auf Zweitsprachlerner
des Deutschen übertragen lassen, ist bisher ungeklärt. Erkenntnisse über den
Einfluss von Leseflüssigkeit auf das Leseverstehen bei Zweitsprachlernen könnten zu einem besseren Verständnis von Leseprozessen und zu praktikablen Fördermöglichkeiten der hierarchieniedrigen Prozesse führen. Diese hierarchieniedrigen Prozesse sind u.U. einfacher zu fördern als hierarchiehöhere Prozesse,
haben auf diese möglicherweise aber einen positiven Transfereffekt. Das empirisch angelegte Projekt „Leseflüssigkeit von Schülern mit Deutsch als Zweitsprache“ möchte einen Beitrag leisten, um Lücken im Bereich der Leseforschung
zu schließen.
Mitarbeit im Projekt “Sprachsensibler Mathematikunterricht Schwerpunkt Schriftlichkeit”
(Projektbeschreibung siehe Berichte aus dem Mercator-Institut und der Arbeitsgruppe Michael Becker-Mrotzek)
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Katarina Wagner
Lehrveranstaltungen (in Auswahl):
• Proseminar „Sprachdidaktisches Potenzial von Linguistic Landscape“
• Proseminar „Alltagssprache, Bildungssprache, Fachsprache“
Dr. Lotte Weinrich
Lehrveranstaltungen (in Auswahl):
• PS Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen (4-stündig)
• PS Schülertexte beschreiben und analysieren
• PS Wege in die Schrift
• HS Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik
• HS Praxisseminar: Sprachlich-literarische Kompetenzen fördern von Grundschulkindern im Kleingruppenunterricht
• HS Vom Nutzen der Textlinguistik für den Unterricht
• HS Kompaktseminar zur Vorbereitung von sechs Ferienschulen: „DemeK mit dem
Bilderbuch ‚Superwurm‘“
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• Vortrag bei der BiSS-Jahrestagung des Kölner BiSS-Verbundes „DemeK mit
BiSS“: Vortrag mit anschließendem Workshop (9 bis 15 Uhr) „DemeK mit dem
Bilderbuch?“, im Kardinal Schulte-Haus, Bergisch Gladbach, Oktober 2014
• Vortrag bei der Schulleitungssitzung der Schulregion Mülheim: Vortrag „Wege
von der Alltagssprache zur Bildungssprache. Mit Beispielen aus dem Sprachförderunterricht“, im Bezirksrathaus Köln-Mülheim, April 2014
• Vortrag im Rahmen der Netzwerktagung „DemeK – Erfahrungsaustausch und
zukünftige Entwicklung“: Vortrag mit anschließendem Workshop (10 bis 15
Uhr) „Die Textidee im DemeK-Prozess“, Klosterstr. 79b, März 2014
Lehrerfortbildungen:
• „Vorschläge für DemeK mit dem Bilderbuch in der Projektwoche“. Lehrerfortbildung an der Sebastianschule Roisdorf, Bornheim, November 2014
• „Generatives Sprechen und Schreiben für Kinder mit dem Förderschwerpunkt
Geistige Entwicklung?“. Ganztägige Lehrerfortbildung an der Mosaikschule.
Städtische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung,
Düsseldorf, April 2014
• „DemeK mit dem Bilderbuch?“. Ganztägige Lehrerfortbildung an der KGS Langemaß, Köln-Mülheim, März 2014
Projekte:
Großprojekt „Ferienschule“
(Projektbeschreibung siehe „Lehrforschungsprojekte”)
Weitere Tätigkeiten:
BiSS-Verbund „DemeK“
Wissenschaftliche Begleitung von „DemeK mit BiSS“ im Zeitraum vom 01.09.13
bis zum 31.01.16.
Damit verbundene Aufgaben: Vorträge, Lehrerfortbildungen, Unterrichtshospitationen, Erprobungen von DemeK-Einheiten im Sprachförderunterricht.
Ziel: Entwicklung eines Handbuchs mit DemeK-Unterrichtseinheiten für die Primarstufe.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Sabine Zepnik
Lehrveranstaltungen zu den Themen
•
•
•
•
Einführung in die Sprachwissenschaft
Phonologie und Morphologie
Strukturen geschriebener Sprache
Sprach- und Schriftspracherwerb
PD Dr. Alexandra Zepter (Ph. D.)
Lehrveranstaltungen:
Sommersemester 2014
• Einführungsveranstaltung Sprachwissenschaft des Deutschen (4-stündig)
• HS (Sprachwissenschaft) Kontrastive Linguistik
• HS (Sprachwissenschaft) Die deutsche Orthographie: system- und lerntheoretische
Perspektiven
Wintersemester 2014/2015
• Einführungsveranstaltung Sprachwissenschaft des Deutschen (4-stündig)
• HS (Sprachdidaktik) Sprachreflexion und Medien
• HS Vorbereitungsseminar Praxissemester (Masterstudium)
Publikationen:
• „Tanztheatrale Formen im Deutschunterricht und in der Lehramtsausbildung“. In:
G. Paule und R. Olsen (Hrsg.): Vielfalt im Theater. Deutschdidaktische Annäherungen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. S. 98-114
• „Zur Körperlichkeit der Schreibhandlung“. In: O. Gätje und M. Böhm (Hrsg.): Handschreiben – Handschriften – Handschriftlichkeit. OBST 85 (Osnabrücker Beiträge
zur Sprachtheorie). S. 151-168
• „Wie viel Gestaltung und Körperverankerung braucht die Begriffsentwicklung?“.
In: E. Aschermann und M. Kaiser-El-Safti (Hrsg.): Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive. Frankfurt am Main: Peter Lang Verlag. S. 173-189
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Vorträge und andere externe Veranstaltungen:
• „‚Empirische Forschung tut not. Ohne Forschung bleibt die Praxis blind‘ Forschendes Lernen im Praxissemester“. Workshop mit Bianca Roters für Hochschuldozenten im Praxissemester, Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln
• „DaF integrativ: Zur funktional orientierten Verknüpfung von Sprachen- und Kulturenvergleich“. Vortrag, Internationale Fachtagung „Kontrastive Grammatikschreibung im europäischen Vergleich: Theorien, Methoden und Anwendung“,
Sektion II: Grammatikschreibung und Methoden aus Sicht des DaF-Unterrichts;
Institut für Deutsche Sprache (IDS) Mannheim und PORTLEX, Universität de Santiago de Compostela, Spanien
• „Sprachsensibler Unterricht für alle?!“. Keynote-Vortrag, Feierliche Eröffnungsveranstaltung des ‚QuiSS mit BiSS‘-Verbundprojekts, Bezirksregierung Köln
• „Sprache und Körper. Vom Gewinn der Sinnlichkeit für Sprachdidaktik und
Sprachtheorie’“. Vortrag, 8. Jahrestreffen der AG Mündlichkeit im SDD (Symposion Deutschdidaktik), Essen
• „Sprachdidaktik: Kognitive Wende, Kompetenzorientierung, Inklusion und was
dann?“. Einführungsvorlesung im Rahmen des Habilitationsverfahrens, Universität zu Köln, Philosophische Fakultät
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Lehrerfortbildungen:
• „Grammatik erfinden. Kreative Zugänge zu Sprachreflexion und grammatischer
Analyse“. Lehrerfortbildungstag Deutsch 2014: Deutsch – Fremdsprache, Zweitsprache, Herkunftssprache?. Veranstaltung des Zentrums für Mehrsprachigkeit
und Integration (ZMI), der Bezirksregierung Köln, der Stadt Köln und der Universität zu Köln. Universität zu Köln
• „Text in Bewegung. Wie man Sprach- mit Körpererfahrungen verknüpfen kann“,
mit Kirsten Schindler. Lehrerfortbildungstag Deutsch 2014: Deutsch – Fremdsprache, Zweitsprache, Herkunftssprache?. Veranstaltung des Zentrums für
Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI), der Bezirksregierung Köln, der Stadt
Köln und der Universität zu Köln. Universität zu Köln
• „Spracherwerb: Stadien, Verläufe und Meilensteine“. Workshop im Rahmen der
‚Gemeinsamen Unterstützungsangebote‘ der Arbeitsstelle Migration der Bezirksregierung Köln und des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch
als Zweitsprache der Universität zu Köln und des Zentrums für Mehrsprachigkeit
und Integration (ZMI) im Programm QuisS (Qualität in sprachheterogenen Schulen) für Lehrkräfte der Sekundarstufe I in Vorbereitungsklassen, Internationalen
Klassen, Seiteneinstiegsklassen. Universität zu Köln
• „‚Märchen’: Kreative Erarbeitung einer Aufführung. Ganzheitliche Sprachförderung durch die Erarbeitung einer Aufführung, die Sprechen, Hören, Darstellen
und Bewegen integriert“. 3-tägige Fortbildung für Erzieher(innen) in Kölner
Kindertagesstätten im Rahmen der Bundinitiative ‚Frühe Chancen (Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration)’ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zusammen mit Kirsten Schindler
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Projekte:
QuisS mit BiSS: In Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Entwicklung des Konzepts DemeK (Deutschlernen in mehrsprachigen Grundschulklassen) für die SEK I
Das Verbundprojekt QuisS (Qualität in sprachheterogenen Schulen), das im Februar 2014 gestartet ist, zielt ab auf die Implementierung sprachlicher Förderung im Regelunterricht der Jahrgänge 5 und 6 an Gesamtschulen und Realschulen im QuisS-Programmgebiet (Qualität in sprachheterogenen Schulen) der
Bezirksregierung Köln. Beteiligt sind derzeit neben der Universität zu Köln (PD
Dr. Alexandra Zepter) und der Bezirksregierung Köln (Verbundkoordinatorin Dr.
Petra Heinrichs) das Kommunale Integrationszentrum Düren (Bengisu Doganer)
und mehrere Gesamt- und Realschulen in Köln, Aachen und Düren.
1. Einordnung von QuisS in den BiSS-Kontext (BiSS: Bildung durch Sprache und
Schrift) und die BiSS-Module ‚Lese- und Schreibstrategien im Verbund vermitteln‘ sowie ‚Sprachliche Bildung in fachlichen Kontexten‘:
An den Schulen des BiSS-Verbundes werden Konzepte zur systematischen
sprachlichen Förderung möglichst aller Schülerinnen und Schüler in möglichst
vielen Fächern erprobt und fortentwickelt. Im Zentrum steht dabei der Umgang
mit Sachtexten sowohl im Deutschunterricht als auch im sonstigen Fachunterricht.
Gemeinsame Voraussetzung der Schulen des Verbundes ist die bereits erfolgte Einführung eines sprachsensiblen Deutschunterrichts für die Klassen 5 und
6 seit dem Schuljahr 2011/12. DemeK-Lehrkräfte (Deutsch in mehrsprachigen
Klassen) unterrichten bereits an allen ausgewählten Schulen, die zu den QuisSProgramm-Schulen der Bezirksregierung Köln gehören.
Innerhalb des BiSS-Verbundes liegt – ausgehend vom Umgang mit Sachtexten
im Deutschunterricht – der Fokus auf den gesellschaftswissenschaftlichen und
mathematisch naturwissenschaftlichen Fächern. Denn Sachtexte und Fachsprachen gehören zu den alltäglichen Anforderungen des Unterrichts aller
Fächer.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
2. Zielsetzung
Die Materialen für einen sprachsensiblen Fachunterricht, die an den Verbundschulen schulübergreifend entwickelt und ausgetauscht werden, dienen dazu,
die bildungssprachlichen Kompetenzen der Schüler/-innen systematisch zu
stärken, um ihren Bildungserfolg zu sichern und gesellschaftlichen Aufstieg zu
ermöglichen. Da der systematische Spracherwerb im Bereich der konzeptionellen Schriftlichkeit einer besonderen Sensibilisierung der Fach-Lehrkräfte bedarf,
werden die Verbundschulen auch dabei begleitet und unterstützt, Sprachförderung in möglichst vielen Fächern langfristig und nachhaltig im Bereich der Schulentwicklung zu verankern. Der BiSS-Verbund wird deshalb auch wegweisend für
die Weiterentwicklung von QuisS/DemeK verstanden. Langfristig sollen anderen
Schulen (in der Region oder im QuisS-Verbund) die erprobten Materialien zur
Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus dient die wissenschaftliche Begleitung der beteiligten Lehrkräfte einer möglichen Multiplikation, zumal an allen
beteiligten Schulen bereits DemeK-Trainer/-innen oder -Expertinnen tätig sind.
TextBewegung©
(Projektbeschreibung siehe „Lehrforschungsprojekte”)
Forschungskooperation zwischen dem Mannheimer Institut für
Deutsche Sprache (IDS) und der Forschergruppe PORTLEX (USCHumboldtgruppe GI-1920) der Universität de Santiago de Compostela
(Projektbeschreibung siehe „Internationale Kooperationen”)
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Internationale
Kooperationen
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05 Internationale Kooperationen
DAAD Kooperation mit der St.-Kliment-Ohridski- Universität Sofia
(Bulgarien)
(Ansprechpartnerin: PD Dr. Kirsten Schindler)
Bereits seit 2011 ist das IDSL II (PD Dr.
Kirsten Schindler) Kooperationspartnerin der DAAD Kooperation zwischen den
Universitäten Köln und Sofia (zuständiger Bereich: Germanistik). Bestanteil der
Kooperation ist ein wechselseitiger Dozentenaustausch (Kooperationspartnerin Prof. Dr. Detelina Metz), der zu Lehrund Forschungszwecken genutzt wird.
Ausgehend von dieser Kooperation ist
im Sommer 2015 erstmalig eine gemeinsame Sommerschule („Sprache in Politik
und Werbung“) mit bulgarischen und
deutschen Studierenden geplant, die in
Köln stattfinden wird.
Erasmus-Austausch mit der türkischen Istanbul Universitesi
(Ansprechpartnerin: Dr. Lotte Weinrich)
Die Partnerschaft zwischen dem IDSL II
und dem Institut für die Fremdsprachenlehrerausbildung der Istanbul Universitesi besteht seit 2005 (Koordination:
Dr. L. Weinrich). Jedes Jahr entsendet
die Partneruniversität seitdem zwei türkische Deutschstudierende an unser Kölner Institut und wir schicken zwei bis vier
Studierende an die Istanbuler Universität, wo sie schwerpunktmäßig Deutsch
als Fremdsprache, aber auch andere germanistische Inhalte studieren. Pia Claes
war Erasmus-Studentin im WS 14-15 und
berichtet über ihre Erfahrungen:
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Diese Stadt trägt ihre Ränder in ihrem Innersten: Die Ufer des Bosporus, dessen asiatische und europäische Küste ineinanderpassen wie die gezackten Linien
eines gebrochenen Herzens.
- Kai Strittmatter Vermutlich hat sich Istanbul in den zehn
Sekunden verändert, in denen ich diesen
Satz hier schreibe und wahrscheinlich ist
Istanbul ein halbes Jahr nach meinem
letzten Besuch schon wieder ein ganz
anderes, als ich es das letzte Mal vorgefunden habe. Istanbul lebt! Die Stadt hat
einen extrem liebenswerten, humorvollen, aber auch sehr launischen Charakter.
Böse Zungen würden sagen, Istanbul sei
mindestens einmal am Tag etwas zickig.
Ich wäre gerne diplomatischer, aber Istanbul ist wirklich zickig. Wenn man morgens von über 200 Kindern auf einem
Schulhof vor der Haustür - die Nationalhymne kreischend - geweckt wird oder
wahlweise pünktlich zum Sonnenaufgang aus allen Himmelsrichtungen liebevoll vom Gesang mehrerer Muezzins
aus seinen tiefsten Träumen über türkische Köstlichkeiten gerissen wird, dann
war es meistens nicht Istanbul, sondern
ich, die etwas launisch wurde.
Istanbul ist laut, wuselig und anstrengend. Bei einer Einwohnerzahl von etwa
14 Millionen und inoffiziellen Zahlen gen
20 Millionen bleibt das vielleicht auch
nicht ganz aus und ist irgendwie zu verzeihen. Zumal es genau diese Einwohner
sind, die dieser Stadt einen unwiderstehlichen Charme verleihen, der mich direkt
in seinen Bann gezogen hat.
Wenn man mich fragt, was das Schönste in meiner Zeit in Istanbul war, dann
bricht meistens ein hektischer, pathetischer Kauderwelsch an Satzfetzen und
Geschichten aus mir heraus, um meinem
Gegenüber möglichst schnell viel zu
erzählen: Der Bäcker, der mir morgens
strahlend meinen Simit (Sesamring)
verkaufte und dabei meine türkischen
Sprachversuche geduldig über sich ergehen ließ. Der Bosporus, der sich auf
den Fährfahrten zwischen Europa und
Asien in voller Pracht funkelnd zeigte.
Die Märkte, die so viel Gemüse und Obst
präsentierten, dass einem oft schwindelig wurde von den Gerüchen. Die Nächte
und Tänze, die nie zu enden schienen...
Und dann kommt meistens die berechtigte Frage: „Sag mal, hast du auch studiert?“
„Tabii! Selbstverständlich habe ich studiert!“ Genau das war das Perfekte an
meiner Zeit in Istanbul. Ich habe die
Doppelrolle als Entdeckerin einer spannenden Stadt und Studentin an einer
fremden Universität unglaublich genossen. Auch der historische Stadtteil Fatih,
in dem ein großer Teil der Universität
Istanbuls zu finden ist, ist von mehreren
Rollen und Gegensätzen geprägt. In diesem Teil der Stadt reihen sich Geschäfte
und Werkstätten neben überfüllte Co-
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
pyshops. Fliegende Obst und Teehändler versorgen die Studierenden mit Vitaminen und Koffein und zwischen all
dem modernen Campustreiben prägen
Bazare sowie historische Gebäude und
Moscheen das Bild des Stadtteils. Es kann
also durchaus zum Studentenalltag dazu
gehören, neben einer Horde Touristen
in Multifunktionskleidung morgens den
Weg zur Universität anzutreten. Dort angekommen, haben mich meine KommilitonInnen sowie DozentInnen auf beeindruckende Weise Teil ihrer Gemeinschaft
werden lassen. Sie haben mich fünf Monate lang tatkräftig unterstützt und begleitet, mir wunderbare Pausen mit Tee
und spannenden Gesprächen beschert
und wenn die türkische Bürokratie unüberwindbar schien, wurde eifrig übersetzt und telefoniert.
Gebäude, Etagen und Räume, die sich in
den tiefsten Winkeln des Stadtteils verstecken, können einen, wie an jeder Universität, einige Nerven kosten. Man stelle
sich nur mal vor, mit Händen und Füßen
an der Universität zu Köln den C-Trakt
mit Raum S 137 zu suchen, der vermutlich früher Raum 444 hieß und insgeheim
dem Gleis 9 ¾ gleicht. Mit etwas Starthilfe und dem ein oder anderen Glas türkischen Tee hat auch das geklappt. Am
meisten hat mich das Miteinander unter
den Studierenden beeindruckt, die in
den erwähnten Copyshops zum Beispiel
ihre eigenen seitenlangen Zusammenfassungen und Materialien für Klausuren
hinterlegen und so für alle zugänglich
machen. Dem Gemeinschaftsgefühl
kommt auch sehr entgegen, dass die Studierenden eines Jahrgangs, vergleichbar
mit einer etwas lockeren Klassenstruktur,
ihr Studium zusammen meistern. Genau
in diese Gemeinschaft durfte ich für ein
Semester eintauchen.
Ein Freund zu Besuch in Istanbul hat damals gesagt: „Es klingt komisch, aber du
siehst irgendwie so lebendig aus.“ Man
könnte jetzt sagen, das Gegenteil wäre
wirklich ungünstig, aber ich habe mich
tatsächlich so gefühlt - lebendig(er). Das
überwiegende Gefühl von rauschartiger Euphorie, gelegentlich gestört von
den Launen Istanbuls, rüttelt einen dort
scheinbar jeden Tag wach.
Und wenn mich die Sehnsucht nach
Istanbul packt, dann gehe ich vor die
Haustür auf die Venloerstraße, trinke türkischen Tee mit mindestens einem Stück
Zucker und knabbere an einem Simit.
İstanbul, seniseviyorum. Öptüm.
(Pia Claes)
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Erasmus Kooperation mit der Adam Mickiewicz Universität
Poznan (Polen)
(Ansprechpartnerin: PD Dr. Kirsten Schindler)
Seit 2014 unterhält das Institut für Deutsche Sprache und Literatur eine ErasmusKooperation mit der Universität Poznan
(Institut für Germanistik, Schwerpunkt
Deutschdidaktik). Angebahnt durch
Prof. Dr. Magdalena Michalak und inzwischen fortgeführt durch PD Dr. Kirsten
Schindler zielt die Kooperation auf einen
Austausch zwischen den Studierenden
beider Institute, aber auch auf weitere
Forschungsarbeiten (Kooperationspart-
nerInnen: Dr. Renata Rybarczyk und Prof.
Dr. Kazimiera Myczko). Schwerpunkte
der bisherigen Zusammenarbeit finden sich vor allem im Bereich Deutsch
als Fremd- und Zweitsprache (hier u.a.
Erwerbsstrategien). Bedingt durch die
Nähe zu Deutschland hat sich in Poznan
eine deutschsprachige Tradition gehalten, die sich auch in der exzellenten Qualität der Deutschlehrerausbildung zeigt.
Forschungskooperation zwischen dem Mannheimer Institut für
Deutsche Sprache (IDS) und der Forschergruppe PORTLEX
(USC-Humboldtgruppe GI-1920) der Universität de Santiago
de Compostela
(Ansprechpartnerin: PD Dr. Alex Zepter)
Auf der Basis einer Auseinandersetzung
mit unterschiedlichen Methoden und
Darstellungstechniken in der Grammatikbeschreibung sowie der Identifizierung und Analyse der besonders
forschungsbedürftigen
Phänomenbereiche intendiert die Forschungskooperation die Konzeption einer neuartigen kontrastiven Fachgrammatik
Spanisch-Deutsch mit Anwendung für
den DaF-Bereich. Um diese Konzeption auf den Weg zu bringen, führte die
Kooperation Anfang Oktober 2014 eine
überschaubare Zahl von thematisch aus-
gewiesenen
Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern zu
einer internationalen Fachtagung unter
dem Thema „Kontrastive Grammatikbeschreibung im europäischen Vergleich:
Theorien, Methoden und Anwendung“
zusammen (siehe zu meinem Beitrag
unter ‚Vorträgen und Workshops‘). Die
Tagung sollte den Forschungskooperationskreis ausweiten und stärken und für
das Forschungsvorhaben den Austausch
zwischen Sprachtypologie, kontrastiver
Linguistik und Fremdsprachendidaktik
fördern sowie durch die thematische
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Konzentration auf den Vergleich der
deutschen Gegenwartssprache mit den
romanischen Sprachen und insbesondere dem Spanischen eine gegenseitige
Befruchtung der verschiedenen For-
schungsrichtungen anregen. Für 2015 ist
die Fortführung der Arbeit in kleineren
Arbeitsgruppen geplant.
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Lehrforschungsprojekte
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06 Lehrforschungsprojekte
Akademisches Schreiben lernen – zwischen Schule und Hochschule (seit Juni 2011)
(Autorin: Kirsten Schindler)
Kooperation mit dem Albertus-Magnus
Gymnasium, Köln, Graciela Fernandez). Ausgebildet werden studentische
SchreibberaterInnen, die die SchülerInnen am Gymnasium bei ihrer Facharbeit
begleiten. Die Kooperation wird in Seminar- und Examensarbeiten evaluiert.
Die hochschulische Lehrveranstaltung
versteht sich entsprechend als Lehrforschungsprojekt. Im Zusammenhang
mit der Kooperation stand eine inter-
nationale und interdisziplinäre Fachtagung, die die Projektpartnerinnen 2012
an der Universität zu Köln durchgeführt
haben. Die Ergebnisse der Tagung sind
inzwischen
zusammengefasst
und
werden 2014 in einem Kontroversenband veröffentlicht. Ab dem 1. Juli 2014
wird die Kooperation von der RheinEnergie Stiftung gefördert (Laufzeit bis 2016).
Kooperationsprojekt „Sprachliche Bildung“
Semesterbegleitende Sprachförderung in der Primarstufe und in
der Sekundarstufe I
(Autorinnen: Magdalena Michalak und Valerie Lemke)
Im Jahr 2014 nutzten erneut zahlreiche
Lehramtsstudierende
des
Faches Deutsch das Angebot, im Rahmen des Kooperationsprojekts „Sprachliche Bildung“ eine semesterbegleitende Sprachförderung an Kölner Schulen
durchzuführen. Parallel zur Fördertätigkeit partizipierten die Studierenden an
universitären Praxisseminaren, in denen
sie gezielt für die Vermittlung des Deutschen als Zweitsprache qualifiziert wurden. Im vergangenen Jahr konnten insgesamt acht Praxisseminare angeboten
werden. Die Praxisseminare im Bereich
der Primarstufe wurden von Dr. Eveline
Einhauser und Dr. Lotte Weinrich betreut, die Praxisseminare im Bereich der
Sekundarstufe I von Prof. Dr. Magdalena
Michalak, Valerie Lemke und Defne Ercenk. Dadurch konnten 190 studentische
Förderlehrkräfte (137 in der Primarstufe,
53 in der Sekundarstufe I) an 30 Kooperationsschulen tätig sein.
Insgesamt konnten im Jahr 2014 ca.
700 Plätze für die schuljahrsbegleitende
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Sprachförderung von Schülerinnen und
Schülern mit Migrationshintergrund geschaffen werden. Somit stellte sich das
Praxisseminar erneut als erfolgreiche
Verbindungsstelle zwischen Universität
und Schule heraus.
Ferienschulen des Kooperationsprojekts „Sprachliche Bildung“
Sommerschule 2014 (Sekundarstufe I)
(Autorinnen: Magdalena Michalak und Valerie Lemke)
Im Zeitraum vom 01.08.2014 bis
15.08.2014 fand zum zwölften Mal in
Folge die Sommerschule für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund der Sekundarstufe I statt. Die
Sommerschule wurde in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum Köln, dem Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) und
dem Museumsdienst Köln durchgeführt.
Finanziell unterstützt wurde die Sommerschule durch die Harald und Hilde
Neven DuMont Stiftung, die Annemarie
und Helmut Börner-Stiftung, die Stiftung
Mercator sowie durch das ZMI.
Ziel der Sommerschule war es, die (fach-)
sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu erweitern und
damit eine allgemeine Verbesserung ihrer schulischen Leistungen anzustreben.
Ein wesentlicher Beitrag der Sommerschule bestand zudem in der Erleichterung des Schuleinstiegs für neu nach
Deutschland zugewanderte Kinder und
Jugendliche. Darüber hinaus ermöglichte die Sprachfördertätigkeit in der Sommerschule zahlreichen Lehramtsstudierenden, wertvolle Praxiserfahrungen
durch die Planung und Realisierung von
Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht in
sprachlich heterogenen Lerngruppen zu
sammeln.
An der Sommerschule 2014 nahmen
130 Schülerinnen und Schüler aus 36
Kölner Schulen teil. Die Kurse am Vormittag wurden von 19 Lehramtsstudierenden des Faches Deutsch geleitet, die
in den Seminaren des IDSL II qualifiziert
wurden oder bereits seit längerem als
Förderlehrkräfte im Sprachförderprojekt
tätig waren. Alle studentischen Förderlehrkräfte wurden im Rahmen eines
Vorbereitungsworkshops auf die Sprachfördertätigkeit vorbereitet. Um eine noch
intensivere Vorbereitung und Begleitung
der Studierenden zu ermöglichen, wurde
der zweitätige Workshop auf drei Tage
ausgebaut.
Zusätzlich zu den Vormittagskursen
wurden nachmittags verschiedene
Projekte in Form von Arbeitsgemeinschaften durchgeführt. Hier entstand
eine Kooperation mit dem Zentrum für
LehrerInnenbildung (ZfL), durch die 16
Lehramtsstudierende unterschiedlicher
Fachrichtungen in der Sommerschule ihr
Berufsfeldpraktikum absolvieren konnten.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Fachlich unterstützt wurden die Lehramtsstudierenden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts:
Prof. Dr. Magdalena Michalak, Valerie
Lemke, Defne Ercenk, Angela Aronica,
Katharina Kuswik und Lukas Gerhards.
Die Studierenden, die eine AG leiteten,
wurden primär von Dr. Claudia Priebe
(ZfL) betreut.
Kurse am Vormittag: Die Sommerschule fand werktäglich von 10:00 bis
15:30 Uhr in den Räumlichkeiten des
Albertus-Magnus-Gymnasiums
(KölnEhrenfeld) statt. Vormittags nahmen die
Schülerinnen und Schüler an Deutschals-Zweitsprache-Kursen teil, die sich
jeweils aus zehn bis zwölf Lernenden
konstituierten.
Entsprechend
ihrer
Sprachkompetenz wurden die Schülerinnen und Schüler in Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse eingeteilt.
DaZ-Kurse für Anfänger: In den DaZKursen für Anfänger wurden Seiteneinsteiger gefördert, die erst seit kurzer Zeit
in Deutschland leben. So wurde in diesen
Kursen Deutsch handlungsorientiert und
an den kommunikativen Bedürfnissen
der Lernenden orientiert gelernt. Im Mittelpunkt dieser Kurse standen Themen
wie Freizeitgestaltung, Kleidung, Medien, Tiere und Schule in Deutschland.
Die Lehramtsstudierenden versuchten,
die Schülerinnen und Schüler sprachlich
so zu fördern, dass sich diese zunächst
im Alltag zurechtfinden und in diesem
sprachlich handeln können. Dazu gehört beispielsweise die Vorstellung der
eigenen Person, das Fragen nach dem
Weg oder das Ersuchen von Hilfe bei Verständnisproblemen.
DaZ-Kurse für Fortgeschrittene: Die
fortgeschrittenen DaZ-Kurse orientierten
sich am Rahmenthema „Medien“. Hier
stand die Verknüpfung von fachlichem
und sprachlichem Lernen im Vordergrund. Unter besonderer Berücksichtigung ihrer sprachlichen Kompetenzen
lernten die Schülerinnen und Schüler,
wie sie sich insbesondere sozialwissenschaftliche Fachinhalte eigenständig erschließen und kleinere Fachtexte
produzieren können. Einen besonderen
Schwerpunkt bildete der Umgang mit
verschiedenen Textsorten (z. B. Leserbrief, Kommentar, Nachricht). In den
DaZ-Kursen wurde auch das Bild als Medium thematisiert. Unter dem Aspekt
der ästhetischen Bildbetrachtung wurde
im Unterricht ein Besuch im Museum
Ludwig vor- und nachbereitet, der den
Höhepunkt des zweiwöchigen Förderunterrichts darstellte.
Kurse am Nachmittag (sprachsensible Arbeitsgemeinschaften): Zusätzlich
zu den Deutsch-als-Zweitsprache-Kursen
am Vormittag wurden nachmittags Arbeitsgemeinschaften zu verschiedenen
Themenschwerpunkten angeboten. Die
Teilnahme an diesen Freizeitaktivitäten
war ein Angebot der Sommerschule, das
die Schülerinnen und Schüler optional
nutzen konnten. Insgesamt wurden sieben AGs durchgeführt: Europa, Köln, Zeitung, Kunst, Musik, Theater, Ball’orobics.
In den AGs sollten die Lehramtsstudierenden in einem informelleren Rahmen als am Vormittag zur Sprachförderung der Lernenden beitragen. Dies
erforderte die Entwicklung geeigneter
AG-Konzepte, die sprachliche Elemente
explizit berücksichtigen. Bei den konzeptionellen Entwürfen wurden die Studie-
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
renden von dem Projektteam betreut
und beraten.
Abschlussfest: Am 15.08.2014 wurden
die Ergebnisse der Sommerschule aus
den oben beschriebenen Arbeitsgruppen im Rahmen einer Abschlussveranstaltung vorgestellt. Das Abschlussfest
erwies sich auch in diesem Jahr als voller Erfolg. Neben tollen Gerichten aus
verschiedenen Ländern gab es ein Abschlussprogramm auf der Bühne, das die
teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Geschwistern begeisterte. Einen besonderen Höhepunkt
bildete dabei die Tanz-Aufführung der AG
„Ball’orobics“, bei der die Schülerinnen
und Schüler eine beeindruckende Darbietung zeigten und für diese beachtliche
Leistung großen Beifall erhielten.
Forschung: Im Rahmen der fortgeschrittenen DaZ-Kurse wurde der Umgang der Lernenden mit diskontinuierlichen Darstellungsformen erforscht. Am
Beispiel eines sozialwissenschaftlichen
Diagramms wurde – in Zusammenarbeit
mit Dr. Carolin Kölzer aus dem Bereich
der Sozialwissenschaften – untersucht,
wie
Zweitsprachenlernende
nichtlineare Darstellungsformen fachlich
und sprachlich erschließen und welche
Rezeptionswege sie dabei präferieren.
Die Studie wurde mit Adaptionen der
Methoden Fokussiertes Interview und
Lautes Denken sowie einer Schreibprobe mit Diagrammauswertung durchgeführt. Zurzeit erfolgt die Auswertung
der Ergebnisse, die im März 2015 auf
der GEBF-Tagung in Bochum sowie im
Herbst 2015 auf der Tagung der GDF
(beide Beiträge wurden angenommen)
vorgestellt werden.
Darüber hinaus wurde in der Sommerschule ein neu entwickelter C-Test zur
Ermittlung des Sprachstands entwickelt
und eingesetzt. Mithilfe dieses C-Tests
sollten die Leistungen der Schülerinnen
und Schüler den Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens zugeordnet werden können.
Auch das im Rahmen der Sommerschule
2013 entstandene Forschungsprojekt
zum Thema „Sprachförderung in Freizeitaktivitäten (AGs)“ wurde 2014 fortgeführt. Im Zentrum des Forschungsvorhabens
steht
die
Frage,
ob
und
welche
AGs
(Kategorisierung in sprachschwache und
sprachstarke AGs) die Sprachentwicklung der Schülerinnen und Schüler effizienter unterstützen können. Hierbei
wurde insbesondere untersucht, ob
Seiteneinsteiger, die zusätzlich an AGs
teilnehmen, ihre Deutschkenntnisse
durch die in den AGs initiierte implizite
und kommunikative Sprachaneignung
im Gegensatz zu Seiteneinsteigern, die
lediglich an den vormittags stattfindenden DaZ-Kursen teilnehmen, wesentlich erweitern können.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Ferienschule(n) im Primarbereich
(Autorin: Lotte Weinrich)
Osterferien (14.04. – 26.04.14):
Durchführung einer Ferienschule mit
DemeK-Elementen an KGS Pesch, Düren.
Die studentischen Förderkräfte hatten
bereits an einer Ferienschule im Herbst
2013 teilgenommen und konnten ihr
Programm größtenteils wiederholen.
Finanzierung: durch QuiSS-Gelder, die
Sparkasse Düren sowie den Förderverein
der Schule.
Herbstferien (06.10. bis 17.10.14):
Durchführung von drei Ferienschulen
mit DemeK-Elementen an den Grundschulen GGS Heinzelmännchen-Schule,
GGS Grünebergschule, GGS Alte Wipperfürtherstraße. Fachliche Qualifizierung
der studentischen Förderkräfte im viertägigen Kompaktseminar. Finanzierung
durch das ZMI sowie die Stiftung Deutscher Gymnasialfond. Als Begleitlektüre diente das 2012 bei Beltz & Gelberg
erschienene Bilderbuch von Scheffler/
Donaldson „Superwurm“, das den thematischen Rahmen bot: Durch Helfen zur
Heldin oder zum Helden werden.
Einige Studentinnen berichten von ihren Erfahrungen in der Ferienschule:
Ferienschule….
…. das bedeutet für mich, mit Kindern gemeinsam auf sprachliche Entdeckungsreise zu gehen. Im Bilderbuch
begegneten den Kindern immer wieder
neue Wörter, die sie so aus ihrem Alltag
nicht kannten. Konsequent wurden die
Wörter aus den Vorlesegesprächen auf
DemeK-Plakaten notiert. Die Reimprosa
und der literarische Wortschatz übten
eine große Faszination auf die Kinder
aus und sie sammelten mit Begeisterung eigene Wörter in ihrer Wortschatz-
kiste. Beeindruckend war außerdem zu
sehen, wie anregend die Bilder und die
Texte eines Bilderbuchs auf die Kinder
wirkten. Immer wieder entstanden durch
entsprechende Musterimpulse spannende und kreative Geschichten, die die
Kinder mit viel Freude und Stolz auf der
Bühne präsentierten. Die Ferienschule war nicht nur für die teilnehmenden
Kinder ein voller Erfolg, sondern auch
ich als Förderkraft konnte mich in der
Rolle der Lehrperson erproben. Darüber
hinaus wurde ich sensibel für die Herausforderungen des Schriftspracherwerbs
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
im Kontext von Mehrsprachigkeit. Ich
habe auch begonnen, eigene Förderlinien zu entwickeln und mir Gedanken
zu machen, wie ich auf die Bedürfnisse
der Kinder noch besser eingehen kann.
(Tabea Frenkler)
Die Ferienschule gibt jedem die Möglichkeit, in verschiedene Rollen zu
schlüpfen und sich auszuprobieren.
Auch außerhalb der Bühne wird so der
„Klassenclown“ zum Turboschreiber,
Wortschatzkönig, Geschichtenschreiber,
Bühnenstar. Aus normalen Studierenden
werden nicht nur „Superförderkräfte“,
sondern auch Oberschnecken, Riesenhelfer, Spaßmacher und Zuhörer.
In der Ferienschule werden aus dem kleinem „stillen Mäuschen“ die Superwurmretterin, der Mittelpunkt der Bühnenshow und die große Helferin für Andere.
Aber ganz egal, wer (oder was) man gerade ist, jeder wächst und lernt.
(Sophia Gollasch)
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Eindrücke der Ferienschule
Die Arbeit in der Ferienschule war für
uns bisher eine der kostbarsten Erfahrungen unserer Studienzeit. Für uns als
angehende Sonderpädagogen konnten
die Voraussetzungen für praxisnahes Lernen nicht angenehmer gestaltet sein: Wir
hatten die Möglichkeit, uns in unserem
Handeln als Lehrerinnen auszuprobieren
und „die Suppe so zu würzen“, wie es uns
gefiel, während wir gleichzeitig durch einen gesteckten Rahmen abgesichert waren. Uns standen stets Ideen, Materialien
und ein offenes Ohr zur Verfügung. So
wurde uns die Arbeit enorm erleichtert
und wir hatten die Freiheit, uns primär
auf die Kinder zu konzentrieren. Neben
der täglichen Arbeit mit Sprache in der
Kleingruppe war der Höhepunkt eines jeden Tages der Bühnenaufritt vor der gesamten Gruppe. Die Kinder konnten im
Bühnenspiel über sich hinauswachsen
und wir durften sie dabei begleiten und
unterstützen. Zudem mangelte es nicht
an positivem Feedback, einerseits von
den Kindern, die täglich gern und mit
Ferienschule, 17.10. 2014
viel Freude in die Ferienschule kamen,
anderseits von den Eltern, die unserer
Arbeit sehr dankbar und wertschätzend
gegenüber standen.
Neben all den Kompetenzen, die wir im
Zuge der Ferienschule an den Kindern
und uns entdeckten, haben wir jedoch
auch Grenzerfahrungen gemacht. Der
Umgang mit schwierigen Situationen
gehörte zum Alltag, war für uns jedoch
noch nicht so vertraut, dass wir alle Situationen stets souverän bewältigen
konnten. Zum wiederholten Mal haben
wir dadurch festgestellt, dass eben solche Herausforderungen den Reiz ausmachen, der uns zu unserem Studium
geführt hat.
Wir können uns keine bessere Möglichkeit vorstellen, uns fachlich und pädagogisch auf unser späteres Berufsleben
vorzubereiten.
Amelie Rodenbach & Lisa Brokamp
und froh, weil wir viele bereichernde Erfahrungen sammeln durften.
Liebes Tagebuch,
heute ist der letzte Tag unserer Superhelden-Akademie. Wir beenden die zweiwöchige Ferienschule mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Traurig
wegen der Verabschiedung der Kinder
Es begann alles am Montag, dem
06.10.2014, mit dem Herrichten unserer
Klasse. Unsere Gruppe nannte sich die
„Krötengruppe“ und aus diesem Grund
gestalteten wir die Klasse als Teich- und
Wiesenlandschaft.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Mit der Ankunft der Kinder begann unsere Superheldenakademie, die ganz im
Zeichen des Superwurms stand. Geleitet
wurde diese von unserer SuperheldenAkademie-Chefin Randi Dann, die uns
und den Kindern bei allerlei Fragen
und Problemen unterstützend zur Seite
stand. Durch die Verleihung einer Superkraft fanden sich die Kinder in ihren
Gruppen zusammen und der erste Tag
konnte beginnen.
Wir hatten einen immer wiederkehrenden Tagesablauf, mit dem wir den
Kindern Struktur und Sicherheit bieten
konnten. Morgens begrüßten wir alle
Kinder mit einem Spiel, danach gingen alle Gruppen in ihre Klassen, um
an dem Buch „Superwurm“ zu arbeiten
und etwas für den täglichen Bühnenauftritt vorzubereiten. Wir erarbeiteten
beispielsweise Steckbriefe, Bienenforscherausweise, Heldengeschichten und
stellten Angebote zur Vertiefung des
Buchthemas bereit.
Nach dem Mittagsessen und der Pause
probten wir und trafen uns täglich um
14:30Uhr im Bühnenraum, in dem jede
Gruppe den anderen etwas vorführte.
Der Tag endete mit dem Tagebucheintrag und unserem Abschlussritual. Zwischendurch hatten die Kinder immer die
Möglichkeit, für sie neue oder interessante Wörter für ihre Wortschatzkisten zu
sammeln.
Die Ferienschule gab uns die Möglichkeit, selbstbestimmt als Lehrkraft zu
arbeiten und bot uns damit eine große
Chance, viele Erfahrungen, die für unsere
Zukunft von immenser Bedeutung sind,
zu sammeln.
Bis bald
Sina Rentzsch & Anna Simon
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Lehrforschungsprojekt „Seiteneinstieg“
(Autorinnen: Nora Rüsch und Henrike Terhart)
Schulen und Lehrkräfte stehen vermehrt
vor der Aufgabe, neu zugewanderte
Schülerinnen und Schüler mit den Anforderungen des schulischen Alltags
vertraut zu machen und den Erwerb des
Deutschen als Zweit- bzw. Fremdsprache
zu begleiten. Das Lehrforschungsprojekt
„Seiteneinstieg“ bietet Studierenden
nicht nur Einblicke in die schulische Praxis, um sie auf diese Aufgabe vorzubereiten, sondern gleichzeitig die Möglichkeit
Forschungsmethoden zu erproben und
selbst ‚forschend zu lernen’.
Struktur und Aufbau
Im Lehrforschungsprojekt „Seiteneinstieg“ sind die Germanistik und die Erziehungswissenschaft fachlich vertreten,
sodass Studierende des Lehramts sowie
des Masterstudiengangs „Interkulturelle
Kommunikation und Bildung“ bzw. des
Masterstudiengangs Erziehungswissenschaft teilnehmen können. Über drei Monate besuchen die Studierenden in ‚studienganggemischten’ Tandems jeweils
eine von zehn teilnehmenden Kölner
Schulen, um dort den Unterricht zu beobachten und Daten zu sammeln. Dabei
sind mehrere Schulformen von Grundschulen bis hin zu einem Berufskolleg
vertreten. Das Projekt erstreckt sich über
zwei Semester: Nach der Einführung,
Methodenschulung und Feldforschung
im Wintersemester 2014/15, werden die
Daten im Sommersemester 2015 im Rahmen einer Forschungswerkstatt ausgewertet. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen abschließend mit den
beteiligten Schulen diskutiert werden.
Forschendes Lernen und interdisziplinäres Arbeiten
Die Studierenden lernen verschiedene Forschungsmethoden kennen und
theoretisch einzuordnen. Im Anschluss
werden sie selbst forschend tätig und
wenden die Methoden an. Im interdisziplinären Tandem aus je einem Lehramtsstudierenden und einem Studierenden
mit einem Schwerpunkt auf Interkulturelle Bildung arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die gesamte Zeit
über gemeinsam, jede/r jedoch mit Methoden „ihres“ bzw. „seines“ Fachs: Am
Anfang der Datenerhebung führen die
Studierenden ein leitfadengestütztes Experteninterview mit der Lehrperson der
beobachteten Klasse. Bei den anschließenden Schulbesuchen dokumentieren
die Lehramtstudierenden den Unterricht
in sogenannten „didaktischen Protokollen“. Sie sammeln Materialien und im
Unterricht eingesetzte oder entstandene Dokumente. Die Studierenden der
außerschulischen Studiengänge führen
offen angelegte ethnografisch orientierte Unterrichtsbeobachtungen durch, bei
der sie sich sukzessive eigene Beobach-
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
tungsschwerpunkte setzen. Hier kann
statt der Beziehung zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrpersonen
auch die Beziehungen der Kinder und
Jugendlichen untereinander in den Mittelpunkt rücken.
Die unterschiedlichen Perspektiven auf
den gleichen Untersuchungsgegenstand
werden in der Auswertung im Rahmen
der Forschungswerkstatt vergleichend
zusammengeführt. Das Projekt bildet so
den kompletten Zyklus des empirischen
Arbeitens ab: Material zu einer Forschungsfrage wird erhoben, aufbereitet,
ausgewertet und interpretiert.
Zusammenarbeit,
und Praxisbezug
Organisation
Zu Beginn und Ende des Wintersemesters 2014/15 wurde je ein Blockseminar
für die methodische und theoretische
Schulung angeboten. Dazwischen steht
die Feldphase in Eigenregie: Je zwei Studierende müssen als Forschungstandem
Kontakt zu der jeweiligen Lehrperson
aufnehmen. In Absprache koordinieren sie ihren Zugang zum Forschungsfeld Schule. Neben der inhaltlichen und
methodischen Arbeit übernehmen die
Studierenden Verantwortung dafür,
sich selbst zu organisieren und mit anderen im Team zusammenzuarbeiten.
Gleichzeitig machen sie sich mit den
Strukturen einer pädagogischen Institution vertraut und lernen den Schulalltag
kennen. Durch die forschende Beobachtung schulen sie ihre Wahrnehmung und
werden für das komplexe schulische Geschehen sensibilisiert. Die Reflexion des
Unterrichtsgeschehens kann in anderer
Form stattfinden als das der Fall ist, wenn
die Studierenden selbst pädagogisch
aktiv sind, z.B. während eines Berufsfeldpraktikums.
TextBewegung©
(seit 2008; PD Dr. Kirsten Schindler & PD Dr. Alexandra Lavina Zepter)
Entwicklung, Erprobung, Evaluation
und Implementation eines didaktischen
Konzepts, bei dem das Potenzial kreativen Schreibens in Verbindung mit
Tanztheater ermittelt und für die Hochschullehre genutzt wird. Indem TextBewegung tanztheatrale Verfahren und
Bühnenstückentwicklung mit Konzepten
des kreativen Schreibens verknüpft,
werden in besonderer Weise die Perspektiven Mündlichkeit und Darstellung mit
der des Schreibens zusammengeführt.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
In diesem Rahmen ist 2014 u.a. folgendes
Projekt entstanden:
Spielleitung und Regie, mit Kirsten
Schindler: Performance von Texten und
Bewegungsinterpretationen „Mensch –
Körper – Geschlecht“ mit Studierenden
der Universität zu Köln, Bühne der Kulturen (Arkadas-Theater), Köln
Virtuelle Schreibkonferenz
(Autorin: Kirsten Schindler)
ViertklässlerInnen schreiben am Computer Geschichten und Studierende
unterstützen sie dabei. Das Projektseminar Virtuelle Schreibkonferenz existiert bereits seit 2001 und wird in jedem
Wintersemester und mit allen 4. Klassen
der Kölner Grundschule Fußfallstraße
umgesetzt. Initiiert durch Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek und fortgeführt
durch Prof. Dr. Jörg Jost und (aktuell)
PD Dr. Kirsten Schindler geht es um
eine mehrfache Zielsetzung: Studierende sollen Erfahrungen im Umgang
mit der Schreibentwicklung und dem
Schreibprozess von Grundschülern sammeln und lernen, diese durch ihre Beratungsmöglichkeiten
(Textkorrektur,
Kommentare zum Text, Weiterschreiben
des Textes) zu fördern. SchülerInnen
sollen lernen, einen längeren Schreibprozess in Kooperation zu planen und
umzusetzen. Sie sollen die Hinweise der
Studierenden aufnehmen und ihre Texte
überarbeiten und weiterschreiben. Dazu
nutzen alle Beteiligten die Lernplattform
Ilias. SchülerInnen schreiben wöchentlich in Kleingruppen ihre Texte am Computer und speichern sie auf der Plattform
ab, Studierende greifen auf diese Dokumente zurück, die sie weiterbearbeiten
und den SchülerInnen wieder zur Verfügung stellen. Eine solch elektronische
– virtuelle – Schreibkonferenz ist nicht
ganz unproblematisch. Neben technischen Problemen im Einzelnen (die
Texte werden nicht hochgeladen oder
sind im falschen Format gespeichert,
das Internet funktioniert nicht) zeigt sich
auch, dass die schriftliche Rückmeldung
anfälliger für Missverständnisse ist und
auf beiden Seiten eine hohe Text- bzw.
Rezeptionskompetenz erfordert.
Für die SchülerInnen ermöglicht die Virtuelle Schreibkonferenz die Gelegenheit
eine eigene Geschichte zu schreiben, die
zum Abschluss des Projektes als Buch
gebunden wird (neben einem Autorenexemplar gibt es auch Exemplare für die
Klassenbibliothek). Für die Studierenden
ermöglicht die Virtuelle Schreibkonferenz ein authentisches Praxiserlebnis.
Gerade die Beratung einer Kleingruppe
wird damit zu einer wichtigen Vorerfahrung und wichtigen Brücke zu den
Tätigkeiten im Praxissemester.
Am Seminar im Wintersemester haben
74 Studierende teilgenommen, die insgesamt 100 SchülerInnen betreut haben.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
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Qualifikationsprojekte
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
07 Qualifikationsprojekte
Lale Altinay
„Professionalisierung von Lehrkräften in Seiteneinsteigerklassen“
Necle Bulut
„Die Entwicklung orthographischer Kompetenzen von Grundschulkindern in den ersten zwei Schuljahren“
(Arbeitstitel)
Im Rahmen des Dissertationsvorhabens
soll ein „prototypischer“ Erwerb der Richtigschreibung bestimmter Wörter festgelegt werden, um dann herauszuarbeiten,
warum einige Kinder diesem „prototypischen“ Erwerb nicht folgen. Dabei
werden Ursachen in den schriftsprachli-
chen Eingangsvoraussetzungen und in
Merkmalen des sozialen, ökonomischen
sowie kulturellen Kontextes der Schülerinnen und Schüler gesucht. Hierzu werden die im Rahmen des Projekts „Lesen
macht stark“ erhobenen Daten herangezogen.
Svea Corban
„Implizites Lernen im frühen Orthographieerwerb”
(Arbeitstitel)
Den Fokus des Dissertationsprojekts
bilden Lernprozesse im Schriftspracherwerb mit einem besonderen Bezug
zur Entwicklung der orthographischen
Repräsentation und der inneren Regelbildung. Das Projekt befindet sich noch
in der Konzeptionsphase.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Julia Fischbach
(Betreuer: PD Dr. Kirsten Schindler & Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek)
„Rückmeldegespräche in der Schule – eine gesprächslinguistische und kompetenzbezogene Betrachtung“
(Arbeitstitel)
In meiner Dissertation untersuche ich
Gespräche zwischen Lehrkräften, Schüler/innen und Eltern, die in der Regel
ein- bis zweimal pro Schuljahr außerhalb
des Unterrichts stattfinden und in denen
Leistungen sowie Verhaltensweisen des
oder der Lernenden besprochen werden. Das Vorhaben zielt in erster Linie
darauf, die übergeordneten Zwecke der
Gespräche sowie die individuellen Ziele
der Beteiligten zu bestimmen und zu beschreiben. Im Fokus steht die Frage, welche gesprächstypischen Aufgaben Lehrer/innen bearbeiten (müssen), um den
Zwecken und Zielen gerecht zu werden,
und welche spezifischen Anforderungen
dabei an sie gestellt werden.
Die primäre Datengrundlage bilden authentische Rückmeldegespräche, die
mehrheitlich im Rahmen von teilnehmenden Beobachtungen aufgezeichnet
worden sind. Die Gespräche werden mit
Hilfe verschiedener gesprächslinguistischer Ansätze ausgewertet. Die Befunde
dieser Analyse sollen anschließend auf
die inhaltsanalytisch ermittelten Perspektiven der verschiedenen Akteure
bezogen werden, welche in (retrospektiven) Interviews zum Gegenstand befragt
worden sind.
Ausgehend von dieser Datengrundlage will die Dissertation einen Beitrag
für Forschung und Praxis leisten. Im Bereich der Gesprächsforschung kann sie
den Diskurs im Kommunikationsbereich
Schule erweitern, dessen Fokus bislang
fast ausschließlich auf unterrichtlicher
Kommunikation liegt. Dieser scheint insbesondere mit Blick auf die Relevanz von
Rückmeldungen sinnvoll, die in Schreibund Bildungsforschung bereits zunehmend erkannt wird. Für die schulische
Praxis kann die Arbeit Voraussetzungen
für eine Annäherung an didaktische Konzepte schaffen, innerhalb derer Lehrkräfte für Rückmeldegespräche sensibilisiert
und notwendige Kompetenzen angebahnt bzw. vertieft werden können.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Dr. Diana Gebele
Förder- und Forschungs- bzw. Habilitationsprojekt:
„Bedingungen des Erwerbs der deutschen Morphosyntax durch
russischsprachige Kinder und Jugendliche“
In Zusammenarbeit mit dem Kultur- und
Integrationszentrum Phoenix e.V. werden seit April 2012 russischsprachige
Schülerinnen und Schüler durch Studierende der Universität zu Köln beim
Erlernen der deutschen Sprache unterstützt. Im Rahmen des Förderprojektes
sammeln Studierende praktische Unterrichtserfahrungen, indem sie die universitären Konzepte im Sprachförderunterricht erproben und ihre Erfahrungen
anschließend in universitären Seminaren
reflektieren.
Ein weiteres Ziel des Projektes ist der Erkenntnisgewinn zum Erwerb des Deutschen als Zweitsprache durch russischsprachige Kinder und Jugendliche. Das
Erkenntnisinteresse liegt insbesondere
in der Erforschung der Zweitspracherwerbssituation der o.g. Zielgruppe. Es
wird exploriert, in welchem Zusammenhang die morphologisch-syntaktische
Kompetenz dieser Kinder und Jugendlichen mit den ausgewählten Einflussfaktoren auf den Zweitspacherwerb steht,
die Rolle dieser Faktoren wird interpretiert und ihre indikatorische Aussagekraft bewertet.
Sarah Göbert
(Betreuer: Prof. Dr. Thorsten Pohl)
„Die Fach(un-)spezifik des argumentierend-erörternden Schreibens (Deutsch, Geschichte und Biologie)“
Das Dissertationsprojekt ist im Bereich
der schriftlichen Kommunikation in den
Fächern Deutsch, Geschichte und Biologie angesiedelt und beschäftigt sich
mit der Frage, ob das argumentierenderörternde Schreiben in der Schule einer
fächer- sowie jahrgangsübergreifenden oder einer fach- sowie jahrgangsspezifischen Konzeptualisierung und
Normierung unterliegt. Ziel ist es herauszufinden, ob das argumentierenderörternde Schreiben in den drei Fächern
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
etwas grundlegend Verschiedenes bedeutet oder aber, ob es einer ähnlichen
Konzeptualisierung unterliegt, sodass
dem Deutschunterricht tatsächlich eine,
wie in der Literatur teilweise beschriebene, Anbahnungsfunktion zukäme. Um
diese Fragen beantworten zu können,
werden im Rahmen einer qualitativen
Untersuchung eine Querschnitts- und
eine Vergleichsstudie miteinander kombiniert. Die Querschnittsstudie setzt sich
aus Erhebungen in drei verschiedenen
Jahrgangsstufen eines Gymnasiums zu-
sammen. Um die Konzeptualisierungen
des argumentierend-erörternden Schreibens in den drei Fächern ermitteln zu
können, werden Lehrwerke, Curricula, Erwartungshorizonte sowie Bewertungen
analysiert. Zudem werden Schreibaufgaben zum Argumentieren/Erörtern und
argumentierend-erörternde Schreibprodukte in den drei Fächern untersucht. Die
durch die Querschnittsstudie gewonnenen Daten werden schließlich miteinander verglichen.
Dr. Katrin Hee
Habilitationsprojekt
(Betreuer: Prof. Dr. Thorsten Pohl)
„Schülerkommunikation zwischen Nähe und Distanz.
Untersuchungen der Sprache von Schülern in Gruppenunterricht
und Plenum.“
Das Projekt ist im Bereich der Mündlichen Kommunikation und Gesprächsdidaktik verankert und untersucht dort
über die Altersachse die Veränderung
der Schülerinnen und Schülersprache in
unterschiedlichen Kommunikationssituationen, indem Gruppenunterrichtsphasen mit Interaktionen im Klassenplenum
verglichen werden. Im Forschungsprojekt werden das Gesprächsverhalten von
Schülern in Gruppenunterrichtsphasen
(GrU) und Interaktionen im Plenum (PlU)
hinsichtlich ihrer konzeptionell-schrift-
lichen Ausprägungsgrade ontogenetisch
und aktualgenetisch analysiert, also den
Fragen nachgegangen, inwieweit GrU
eine Abfederungs- und Anbahnungsfunktion für PIU hat und wie sich distanzsprachliche Struktur- und Ausdruckformen über die Altersachse sowohl in GrU
als auch PlU entwickeln.
Die Erhebung wurde in den Klassen 5,
8 und 11 sowie, um alle drei relevanten
Profilbereiche
(sprachlich-literarischkünstlerischer,
mathematisch-natur-
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
wissenschaftlich-technischer und gesellschaftswissenschaftlicher
Bereich)
abzudecken, in den Fächer Deutsch, Mathematik und Geschichtedurchgeführt.
Die Datenerhebung erfolgte video- und
audiographisch.
Ziel des Vorhabens ist es, einen empirischen Beitrag zur Beschreibung (des Erwerbs) bildungssprachlicher Fähigkeiten
und notwendiger sprachlicher Kompetenzen im jeweiligen situativen Rahmen
(GrU und PlU) zu leisten, um daran di-
daktische Konsequenzen für den Einsatz
unterrichtlicher Kommunikationsformen
sowie die Entwicklung (schul)sprachlicher Kompetenzen anschließen zu können.
Status des Projekts: Das kumulative Habilitationsprojekt befindet sich nach seiner
Konzeption und der Datenerhebung im
Feld sowie einer ersten Datensichtung
sowie ihrer Aufbereitung zur Transkritption jetzt in der Arbeitsphase erster Analysen.
Simone Jambor- Fahlen
(Betreuer: Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek)
„Die Entwicklung der Wortschreibung (L1 Deutsch) in den
ersten beiden Schuljahren“
(Arbeitstitel)
Das Ziel der Untersuchung ist eine detaillierte deskriptive Bestandsaufnahme
der existierenden frühen Schreibungen
im vorliegenden Datensatz (Längsschnitt
des 1. und 2. Schuljahres) sowie deren
strukturelle Analyse und Kategorisierung
mit einem Schwerpunkt auf den Bereich
der sog. Skelettschreibung.
Die frühen Schreibungen von Kindern
sind vielfältig und nicht durchgängig
dem Begriff der Skelettschreibung zuzuordnen. Die Skelettschreibung ist
theoretisch wenig beschrieben und
empirisch nicht untersucht worden. Die
Ausführungen, die in der einschlägigen
Literatur zu finden sind, sind uneinheitlich und ergeben insgesamt kein umfassendes oder in sich logisches Bild. Es ist
zudem unklar, worin diese rudimentären
Schreibungen begründet sind (kinästhetisch, auditiv, visuell, zufällig) und welche
Muster bzw. Strukturen zu identifizieren
sind. Den Zusammenhang zwischen frühen Schreibungen/ Skelettschreibungen
und den orthografischen Kompetenzen
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
der Kinder am Ende des zweiten Schuljahres aufzuzeigen, ist ein weiteres Ziel
der Untersuchung. Die These dabei ist,
dass die strukturelle Beschaffenheit der
Skelettschreibungen Prädiktor für die
orthografische Kompetenz am Ende des
zweiten Schuljahres ist.
Katrin Kleinschmidt
(Betreuer: Prof. Dr. Thorsten Pohl)
„Die an die Schülerinnen und Schüler gerichtete Sprache“
Im Zentrum des Dissertationsprojekts
steht unter Rückgriff auf input- und interaktionsfokussierte Konzepte aus der
Erst- und Zweitspracherwerbsforschung
einerseits die Frage nach der Veränderung der seitens der Lehrpersonen an
die Schüler/-innen gerichteten Sprache
(SgS) von der Grundschule über die Unterstufe und Mittelstufe bis zur Oberstufe
des Gymnasiums, andererseits die Frage
nach lehrerseitigen sprachlich-interaktionalen Stützmechanismen (wie Reformulierungen oder Scaffolding) und ihrer
Veränderlichkeit über die Jahrgangsstufen. Übergreifende Perspektive beider
Zielsetzungen ist die Hypothese des gestützten Erwerbs konzeptioneller Schriftlichkeit im schulischen Unterricht.
Die Untersuchung erfolgt vergleichend
in den Unterrichtsfächern Biologie (resp.
Sachunterricht) und Deutsch. Methodisch zentral ist dabei jeweils die Konstanthaltung des Faktors Lehrperson pro
Fach über die gymnasialen Jahrgangsstufen, so dass im Sinne von Fallstudien ein intraindividueller Vergleich des
sprachlichen Handelns der jeweiligen
Lehrperson möglich wird. Vergleichend
wird außerdem das sprachliche Handeln
von Grundschullehrer/-innen in dritten
Jahrgangsstufen einbezogen, um die
Perspektive auch auf niedrigere Jahrgangsstufen zu weiten. Als Bezugsgröße
der SgS wird zudem die Schülersprache
in den jeweiligen Klassen analysiert.
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Dr. Matthias Knopp
(Habilitationsvorhaben)
„Zum Zusammenhang von Schreibprozessen und kognitiven
Prozessen - unter besonderer Berücksichtigung des Lexikons bei
der Textproduktion.”
Cornelia Lahmann
“The impact of age and exposure on forgetting and retention
of the birth language in international adoptees: a perspective
from Holocaust survivors”
(unter Leitung von Prof. Monika S. Schmid (University of Essex) und Rasmus Steinkrauss (University of Groningen)
Early learning and the age of first exposure play a crucial role in language acquisition. Child language learners usually
have no problem in attaining native proficiency, while this is quite rare among
speakers who were first exposed to a second language (L2) after puberty. There
are two views on the role of age for language learning. The first assumes that,
due to maturational processes, a neurobiological change takes place around
puberty, affecting further language
learning -this is the so-called ‘Critical Period Hypothesis’ (CPH). Other researchers
hold that the lower ultimate attainment
achieved by older second language
learners is due to the fact that knowledge of the first language (L1) is already
present and established in the mind, and
the L2 has to be acquired through this filter -the ‘Impediment Hypothesis’ (IH).
Recent evidence suggests that it is not
only the age at which exposure begins
which is crucial for ultimate attainment,
but also the age at which it ceases. There
appears to be a dramatic age effect for
the deterioration of language knowledge among migrants (a process also
known as language attrition): migrants
under the age of twelve often experience
a drastic reconstruction and reduction of
their linguistic system, while for older
speakers knowledge appears astonishingly stable. Again, the issue at stake is
whether this effect is due to physical
maturational changes on the one hand
or to progressive entrenchment of language knowledge in conjunction with
social and sociolinguistic changes (the
fact that adolescents interact with their
environment differently from children)
on the other. In both the context of L2
learning and L1 attrition, the role of
continued exposure to the first-learned
language is crucial. According to the IH,
speakers who experience a total break in
linguistic tradition (international adoptees) can bypass the L1 ‘filter’, acquiring
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
the L2 like natives and entirely erasing
L1 knowledge, even if they were as old
as 10 years at the time of adoption (Pallier et al. 2003). The CPH argues that even
in the context of such a radical change,
L1 attrition and L2 attainment are chiefly
modulated by age: some remnants of the
L1 are preserved and L2 attainment is not
truly native -like among older adoptees
(Hyltenstam et al. 2009).
The difficulty in putting these two hypotheses to the test is that adoption
almost invariably takes place before puberty, so that comparisons between preand postpuberty adoptees vs. migrants
for whom there was some continued exposure appears impossible.
I argue that the contrast between a total
break in language tradition vs. continued
minimal exposure can be investigated
beyond the adoptee age range by taking into account Oral History testimonies of German Jews who escaped from
Nazi Germany. Between 1938 and 1939,
10,000 children between the ages of
2 and 17 were brought to England by
charity organisations and placed with
English-speaking foster families (Kindertransporte). In the same period of time,
an unreported number of children of
the same age range escaped to Englishspeaking countries in the company of
family members. Over the past decades,
many organizations have collected testimonies from Holocaust survivors, both
in their native language (German) and
in the language they adopted after migration (in many cases, that language
is English). A comparison of such data
from both pre- and postpuberty Kindertransport and family migrants will allow
important insights into the role of age vs.
exposure for L1 attrition and L2 learning.
Charlotte Lambrecht
(Betreuerin: PD Dr. Kirsten Schindler)
„Forschendes Lernen in verlängerten Praxisphasen der universitären Lehrerausbildung. Eine ethnographische Untersuchung“
„Forschendes Lernen“ ist als programmatisches Konzept zu einem wichtigen
Bestandteil zukunftsweisender Hochschuldidaktik geworden. Auch in der
reformierten Lehrerausbildung nimmt
Forschendes Lernen einen zentralen
Stellenwert ein und bildet insbesondere
ein Kernelement im neu eingeführten
nordrhein-westfälischen Praxissemester. Obwohl die Annahme eines profes-
sionalisierungsförderlichen Potenzials
Forschenden Lernens weit verbreitet
scheint, existieren bislang nur wenige
qualitative Studien, die empirisch gesicherte Aussagen über die Funktionsund Wirkungsweisen Forschenden Lernens zulassen.
In dem Dissertationsprojekt wird der
Frage nachgegangen, durch welche so-
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
zialen Praktiken von Studierenden sich
Forschendes Lernen in verlängerten
Praxisphasen der universitären Lehrerausbildung konstituiert. Zur Beantwortung dieser Fragestellung richtet sich das
Projekt an der Forschungsstrategie der
Ethnographie aus. Im Mittelpunkt steht
dabei die teilnehmende, teils kameragestützte Beobachtung von Studierenden im Kölner Praxissemester, die im
Rahmen eines so genannten Studienprojektes an ihrer Praktikumsschule eine eigene empirische Untersuchung zu einer
selbst entwickelten Fragestellung durchführen.
Ziel des Projektes ist es, Forschendes
Lernen am Beispiel einzelner Fälle einer
Umsetzung Forschenden Lernens im
Fach Deutsch praxistheoretisch zu beschreiben, um darüber Aufschluss über
die mit Forschendem Lernen verknüpften Handlungsvollzüge und -kontexte zu
geben.
Valerie Lemke
(Betreuer: Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, PD Dr. Kirsten Schindler)
„Situierte Schreibarrangements im Fachunterricht der Sekundarstufe I – Eine Untersuchung zum Einfluss des Adressaten auf
das sprachliche und fachliche Lernen am Beispiel des Biologieunterrichts“
(Arbeitstitel)
Schreiben ist nicht nur die Domäne des
Deutschunterrichts, es erfüllt auch im
Fachunterricht Biologie eine wichtige
Funktion, denn zentrales Ziel des Biologieunterrichts ist es, die SchülerInnen
so zu fördern, dass sie aktiv an der gesellschaftlichen Kommunikation über
naturwissenschaftliche Entwicklung und
Forschung teilnehmen können. Ein guter
Biologieunterricht sollte den SchülerInnen daher Lerngelegenheiten bieten, die
sowohl fachliches als auch (fach-)sprachliches Lernen initiieren. Eine solche
Lerngelegenheit stellen kommunikativ-
epistemische Schreibarrangements (vgl.
Stephany; Linnemann; Becker-Mrotzek
2013) dar. Bezüglich der optimalen Beschaffenheit von Schreibaufgaben in
lernförderlichen Schreibarrangements
stehen jedoch noch Untersuchungen
aus. Die Literatur gibt zwar Hinweise
dafür, dass der Adressat in Schreibaufträgen ein konstitutives Element bildet und seine Antizipation zu höherer
fachlicher Kompetenz führt (vgl. Gunel;
Hand; McDermott 2009). Unter linguistischen Aspekten wurden solche Texte
aber noch nicht analysiert. Zielsetzung
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
des Dissertationsprojektes ist es daher
zu erfassen, inwieweit die Veränderung
des Adressaten in Schreibaufträgen epistemische Prozesse im fachlichen und
(fach-)sprachlichen Lernen evoziert.
Literatur:
Gunel, Murat; Hand, Brain; Mc Dermott,
Mark A. (2009): „Writing for different audiences: Effects on high school students
conceptual understanding of biology”.
Learning and Instruction 19, 354-367.
Stephany, Sabine; Linnemann, Markus;
Becker-Mrotzek, Michael (2013): „Schreiben als Mittel des mathematischen
Lernens“. In: Becker-Mrotzek, Michael;
Schramm, Karen; Thürmann, Eike; Vollmer, Helmut J. (Hrsg.): Sprache im Fach.
Sprachlichkeit und fachliches Lernen.
Münster: Waxmann, 203-222.
Dr. Markus Linnemann
„Kognitive Prozesse der Adressatenantizipation beim Schreiben“
(abgeschlossen, Juni 2014)
Nach Schindler (2004, S. 5) wird „der
Adressat eines Textes […] als ein
Konzept verstanden, das die SchreiberInnen für ihre aktuelle Schreibarbeit
und im Prozess des Schreibens herstellen. [...] Der Adressat stellt erstens keine
feste und präskriptive Vorstellung dar,
sondern ist vielmehr Gegenstand der Interpretations- und Konstruktionsleistung
der SchreiberInnen.“
Ist diese Aussage richtig, so stellt sich aus
kognitionspsychologischer und –linguistischer Sicht die Frage, wie diese Konstruktionsleistung aussieht und wie sie
sich im Schreibprozess zeigt.
Seit den ersten Arbeiten von Hayes und
Flower (1980) zum Schreibprozess sind
verschiedene kognitive Modelle entwickelt worden. In diesen Modellen ist
der Adressat beteiligt, spielt jedoch nur
eine marginale Rolle. Aus keinem der
kognitiven Modelle geht klar hervor, wie
und wann das im Langzeitgedächtnis
gespeicherte Wissen über den Adressaten abgerufen bzw. (re-)konstruiert
wird und welche Auswirkungen dieses
Wissen bzw. dieser Prozess auf den
Schreibprozess hat. Alamargot & Chanquoy (2001, S. 54) kommen daher zu dem
Schluss:
„While all authors agree on the fundamental role of pragmatic knowledge for
the adaptation of the text to the reader,
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126
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
the description of their influence, [...] remains often very cursory.“
zeiten, Revisionen) beim Schreiben argumentativer Texte erhoben und analysiert.
Im Rahmen meines Dissertationsprojektes wird mittels experimenteller
Methodik den Fragen nachgegangen,
Literatur:
• in welcher Phase der Adressat konstruiert wird,
Alarmagot, D. & Chanquoy, L. (2001).
Through the models of writing.
Dordrecht: Kluwer Academic Publishers.
• welches die Wissensbasis für diese
Konstruktion ist,
Hayes, J. R. & Flower, L. S. (1980). Identifying the organization of writing processes. In: L.W. Gregg & E. Steinberg (Eds.),
Cognitive processes in writing: An interdisciplinary approach, pp. 3-30. Hillsdale:
Erlbaum.
•
wie die Konstruktionsleistung den
Schreibprozess hinsichtlich der kognitiven Anforderungen beeinflusst.
Schindler, K. (2004). Adressatenorientierung beim Schreiben. Frankfurt a.M.:
Peter Lang Verlag.
Mit Hilfe des keystroke logging und
retrospektiven Interviews werden im
Wesentlichen on-line Daten (z.B. Pausen-
Sullivan, K. P. H. & Lindgren, E. (Hrsg.)
(2006). Computer keystroke logging and
writing. Oxford: Elsevier.
•
wie während des Schreibprozesses
der Adressat konstruiert wird,
Michaela Mörs
(Betreuer: Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek)
„Peer Review – Paper & Pen vs. PC“
(Arbeitstitel)
Bislang liegen kaum Untersuchungen
vor, in denen Peer-Review-Verfahren
miteinander verglichen werden, die mittels unterschiedlicher Schreibwerkzeu-
ge (Papier & Bleistift vs. elektronische
Schreibumgebungen)
durchgeführt
wurden. Einige Untersuchungen innerhalb der Schreibforschung wie auch der
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Leseforschung deuten jedoch darauf
hin, dass Unterschiede zwischen den
verschiedenen Medien sowohl hinsichtlich der zugrundeliegenden Prozesse
als auch hinsichtlich der resultierenden
Schreibprodukte bzw. des Leseverständnisses bestehen. Es scheint darum
naheliegend, dass auch Kommentierungen und Textrevisionsvorschläge Unterschiede aufweisen, wenn sie mithilfe
verschiedener Medien erstellt wurden.
Um dies zu überprüfen, sollen in einer
empirischen Untersuchung Kommentierungen und Revisionsvorschläge von
Studierenden zu Textentwürfen erfasst
und analysiert werden, die zum einen
handschriftlich auf einem Ausdruck und
zum anderen mithilfe der Kommentar- und Überarbeitungsfunktion eines
Textverarbeitungsprogramms verfasst
wurden. Durch den Vergleich sollen Aussagen darüber getroffen werden, ob/
inwiefern quantitative und/oder qualitative Unterschiede in Abhängigkeit vom
jeweils verwendeten Medium erkennbar
sind. Hieran anschließend soll diskutiert
werden, welche Auswirkungen die Wahl
des Mediums zum einen hinsichtlich einer Textoptimierung, zum anderen hinsichtlich eines Lernzuwachses sowohl
für den Schreiber als auch für den Reviewer haben könnte.
Fabiana Netzband
(Betreuer: Prof. Dr. Thorsten Pohl)
„Lernerseitige mentale Repräsentationen der grammatischen
Kategorien Genus und Wort. Konzeptualisierung, Entwicklungsverläufe und didaktische Implikationen.“
(Arbeitstitel)
Das Dissertationsprojekt soll basierend
auf einer explorativen, longitudinal zu interpretierenden Querschittsstudie exemplarisch anhand zweier ausgewählter
linguistischer Kategorien (Genus und
Wort) unterschiedliche ‚Definitionen‘
durch Lerner sowie deren Veränderungen während der Schulzeit erforschen,
um daraus eventuell anschließend ein
Modell ableiten zu können, das die vermutete Entwicklung der mentalen Repräsentationen nachvollziehbar werden
lässt. Es basiert damit auf der These,
dass grammatische Kategorien nicht
als Ganzes erlernt, sondern mittels vielschichtiger
Epistemisierungsprozesse
erworben werden, und die Konzepte von
grammatischen Kategorien in den Köp-
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Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
fen der Lerner nur bedingt übereinstimmen müssen mit denen, die ihnen in der
Schule vermittelt werden – gleichwohl
sie Implikationen für den Grammatikunterricht besäßen.
Auf dem derzeitigen Stand des Vorhabens, das sich am Ende der Konzeptualisierungsphase befindet, geht es vorrangig darum, ein Testinstrumentarium zu
entwickeln, das die mentalen Repräsentationen möglichst valide erheben kann.
Zu diesem Zweck wurden erste Probeerhebungen vor allem an jüngeren Lernern durchgeführt, die nun ausgewertet
und mit den Ergebnissen älterer Lerner
verglichen werden. Im Anschluss daran
kann eine Festlegung auf ein Instrumentarium erfolgen sowie erste Pilotstudien
durchgeführt werden.
Sabine Stephany
(Betreuer: Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek)
„Sprachliche Anforderungen in mathematischen Text- und Sachaufgaben. Eine empirische Untersuchung bei Grundschulkindern “
(Arbeitstitel)
Forschungsarbeiten der letzten Jahre haben gezeigt, dass Sprachkompetenz für
den Schulerfolg zentral ist. Welche spezifischen sprachlichen Fähigkeiten von der
Schule konkret gefordert werden, bleibt
jedoch vielfach vage. Das hierzu meist
herangezogene Konzept der Bildungssprache greift diese Problematik zwar
auf, ist aber bislang, besonders im Hinblick auf fachspezifische Charakteristika,
noch nicht genügend ausdifferenziert.
So mangelt es (nicht nur) für den Fachunterricht Mathematik an einschlägigen
Untersuchungen zu konkreten sprachli-
chen Anforderungen und den daraus resultierenden Hürden für die Schüler. Das
Dissertationsprojekt widmet sich dieser
Problemstellung, richtet den Fokus dabei
auf mathematische Text- und Sachaufgaben. Konkret soll untersucht werden, was
die sprachlichen Merkmale von mathematischen Text- und Sachaufgaben sind
und welche bildungs- und fachsprachlichen Charakteristika sie aufweisen. In
einem weiteren Schritt soll geklärt werden, welche dieser sprachlichen Merkmale die Ursachen für Schwierigkeiten
beim Lösen von Aufgaben sind.
Jahresbericht FSt Sprachdidaktik 2014
Sabine Zepnik
„Strategien von Schülerinnen und Schülern beim Lesen von
orthographischen Strukturen – eine Profilanalyse”
(Arbeitstitel)
Im Dissertationsvorhaben wird untersucht, inwieweit Grundschülerinnen und
Grundschüler beim Lesen auf orthographische Strukturen zurückgreifen, die im
gängigen Orthographieunterricht nicht
systematisch vermittelt wurden. Im Mittelpunkt steht dabei der Umgang mit
Strukturen auf Wortebene; die Basiseinheit bildet der graphematische Fuß.
Erhoben und transkribiert wurden Lautleseproben von insgesamt 38 Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 2 und
4. Die Auswertung erfolgt anhand einer
für diesen Zweck entwickelten schriftlinguistisch basierten Merkmalsanalyse:
Eine basale Lesestrategie wird hierbei
als ein Bündel von (Rekodier-)Merkmalen aufgefasst; ein Merkmal selbst
entspricht dann einem Teilprozess beim
Rekodieren, z.B. die korrekte oder nicht
korrekte Gliederung der zu lesenden
Buchstabensequenz in Silben ([±Silbifizierung]) oder die korrekte oder nicht
korrekte Auswertung der Vokalquan-
tität der Vollsilbe ([±Vokalquantität])
usw. Unterschiedliche Merkmalsbündelungen verweisen auf unterschiedliche
zugrundeliegende Lesestrategien, z.B.
einer grundlegend linearen (einzelbuchstabenorientierten) oder hierarchischen
(relationalen) Auswertung von Buchstabensequenzen.
Die Analysen zeigen zum einen, dass
sich über die definierten Merkmale das
basale Rekodieren systematisch beschreiben lässt, d.h. mit dem Auftreten
bestimmter Merkmale bei einem Leser/
einer Leserin lassen sich weitere Merkmale vorhersagen, zum anderen können
über unterschiedliche Merkmalsbündelungen Gruppen von Lesern/Leserinnen
gebildet werden. In Kombination mit
Ergebnissen aus weiteren erhobenen
Lesetests lassen sich Leseprofile ermitteln, die die umfassende Beschreibung
der Lesefähigkeit ermöglichen und differenzierte Hinweise über zu fördernde
Bereiche geben.
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