Jahresbericht des Gymnasiums und des Aufbaugymnasiums von Dr

Jahresbericht des Gymnasiums und des Aufbaugymnasiums von Dr. Jürgen Oelschläger
auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins am 27.9.2015
Liebe Altmichelbacher, liebe Mitglieder des Freundeskreises
(es mögen sich beide Geschlechter angesprochen fühlen),
Ein ereignisreiches Schuljahr 14-15 liegt hinter uns und das gerade begonnene verspricht ebenfalls
Veränderungen und neue Wege.
Aktuell hat die Schule 496 Schülerinnen und Schüler, wovon 73 die Woche über im Internat leben. Die
Entwicklung der Schülerzahlen im Internat und im Aufbaugymnasium (vgl Schuljahr 06-07 mit 173
Internatlern) ist derzeit unsere größte Sorge und beschäftigt natürlich auch unseren Schulträger.
Hier werden große Anstrengungen von allen Seiten erforderlich sein, um diese Zahl nicht nur zu halten,
sondern sie auch wieder deutlich ansteigen zu lassen.
Von der Personalseite her sind an der Schule im Augenblick 54 Kolleginnen und Kollegen tätig, die von
unserer Schulpsychologin, Frau Bulut, in ihrer täglichen Arbeit mit den Schülern unterstützt werden. Im
Internat haben wir nach wie vor 4 Sozialpädagogen bzw. Erzieher, die als kontinuierliche Anlaufstelle für
die Sorgen, Nöte und auch die Freuden unserer Internatsschüler eine wichtige Rolle spielen. Nach wie vor
sind auch Lehrerinnen und Lehrer mit einzelnen Diensten im Internat beschäftigt.
Mit Ende des letzten Schuljahres haben leider 3 langjährige Kollegen die Schule verlassen. Da ist zum
einen der langjährige Internatsleiter und anschließend Internatsseelsorger, Herr Jäschke, der
überwiegend aus gesundheitlichen Gründen wieder an eine berufliche Schule zurückgekehrt ist. Herr
Ehret, lange Jahre eine der beiden Säulen unseres Kunstbereichs, hat sich nochmals eine neue, berufliche
Herausforderung gewünscht und Herr Borkeloh, der das Musikprofil in der Unterstufe mit seiner
Chorarbeit in der Unterstufe, den jährlichen Aufführungen und dem von ihm eingeführten
Stimmbildungsunterricht maßgeblich mit geprägt hat, hat eine Stelle als Schulleiter an einer
evangelischen Schule in Heidenheim angetreten.
Zwei weitere Kolleginnen, Frau Katja Bauer und Frau Ulrike Lippmann, haben sich für die Elternzeit von
der Schule verabschiedet und Frau Schnepf wird dies spätestens ab den Herbstferien tun.
Aus der Elternzeit zurückgekehrt ist Frau Leykauf (Funk). Frau Gerth (Musik und Bildende Kunst), Frau
Saknus (Musik) und Herr Sprenger (Physik und Erdkunde) haben wir als neue Kolleginnen und Kollege bei
uns in diesem Schuljahr begrüßen dürfen.
Zum eingespielten Team des Sekretariats und der Verwaltung ist Frau Berger hinzugekommen.
In den herbeigesehnten Ruhestand hat sich unser Herr Strobel verabschiedet, die gute Seele der
Hausmeisterei für das Internat. Seinen Platz hat Herr Raymond Exner eingenommen, der von der
Gemeinde Michelbach zu uns gewechselt ist.
Wie fast jedes Jahr gab es umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, die dieses Jahr die Gebäudefassade der
Mensa und der Mittelstufenhäuser im Hagenhof betrafen.
Vom Internat werden zurzeit die Gebäude in der Bergstraße nicht benötigt. Deshalb ist das eine dem
kirchlichen Kindergarten für die Zeit zur Verfügung gestellt worden, in welcher dort das eigentliche
Gebäude renoviert wird und im anderen Gebäude wurde eine der Wohnung an ein Ingenieurbüro
vermietet.
Leerstehende Gebäude oder auch die geringe Belegung der Internatsplätze führen in den Zeiten der
Flüchtlingsströme natürlich auch zu Überlegungen, wie wir hier helfend aktiv werden könnten. Neben der
Möglichkeit, entsprechende Gebäude oder Wohnungen an das Landratsamt oder die Gemeinde für die
Unterbringung von Asylbewerbern zu vermieten, diskutieren wir gerade auch intern und mit Behörden
und dem Schulträger die Möglichkeit, für minderjährige, unbegleitete Jugendlichen eine Betreuung und
Unterbringung einzurichten.
Neuerungen und Umgestaltungen, die sich hieraus ergeben würden oder werden sind allerdings nicht die
einzigen, die wir für das kommende Jahr in Angriff nehmen wollen.
Bereits mit diesem Schuljahr haben wir eine neue Ganztageskonzeption umgesetzt und werden dieses
Schuljahr nutzen, um sie weiter zu verbessern. Die ehemals so genannten Studienzeiten wurden durch
eine einheitliche Tagesschiene von Montag bis Donnerstag für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen
5-11 ersetzt. Hierbei wechseln sich Tage mit Selbst organisiertem Lernen (SOL) mit Tagen ab, an denen
spezielle, fachbezogene oder fachübergreifende Kurse angeboten werden, die dazu dienen sollen,
Fachlücken zu schließen oder sich neue Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen.
Bereits im letzten Jahr erprobt, wird das individuelle Coaching für unsere Schülerinnen und Schüler , für
welches alle unsere Kollegen eine Fortbildung erhalten haben, auch in diesem Schuljahr fortgesetzt.
Überdacht und weiter entwickelt wurde und wird das evangelische Profil unserer Schule (siehe ExtraBeilage von Herrn Quattlender).
Mit Lehrern, Eltern und Schülern wurde als zentraler Aspekt die Beziehungs- und Vertrauenskultur
herausgearbeitet, die unsere tägliche Arbeit prägt.
Bekräftigt wird in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den Außenklassen der
Sonnenhofschule.
Eine Neuausrichtung wird es bei den Gottesdiensten geben. Neben gemeinsamen Schulanfangs- und
Schulendegottesdienst werden diese zukünftig, über das Schuljahr verteilt, klassenstufenweise und
bezogen auf Unterrichtseinheiten des Religionsunterrichts von Schülern geplant und durchgeführt
werden.
Hinsichtlich der weiteren Schulentwicklung hat sich die Arbeitsgruppe den Konzepttitel „Leben“ gegeben.
Unter drei Aspekten – Ich mit mir –Ich im Beruf – Ich in der Gemeinschaft beschäftigen wir uns mit der
Integration unserer verschiedenen Ansätze zu Förderkonzepten, Weltoffenheit und Toleranz sowie der
beruflichen Orientierung.
Hinsichtlich des letzten Punktes sind wir in intensiven Gesprächen und Planung zum Thema „Duales
Gymnasium“, welches den schulischen Abschluss Abitur mit einem handwerklichen Gesellenbrief zu
verbinden trachtet.
Und natürlich liefert uns auch das Regierungspräsidium mit neuen Bildungsplänen und Anforderungen für
das Schuljahr 16-17 genügend weitere Arbeitsfelder mit notwendigen Anpassungen der Stundentafeln
etc. und erforderlichen Fortbildungen.
Auch im Bereich der Finanzen hat es Veränderungen gegeben. Das neue Bruttokostenmodell des Landes
hat zwar zu einem leicht erhöhten pro Kopf Zuschuss für unsere Schüler geführt, auf der anderen Seite
aber Mehrkosten gebracht. So muss jetzt für jeden neuen, beamteten Lehrer an einer Privatschule eine
Versorgungsrücklage an den Staat abgeführt werden. Daneben wurden die Zuschüsse für
Schullandheimaufenthalte unserer Schüler gestrichen, genauso wie Fortbildungen für unsere Kollegen an
den Landesakademien ab diesem Schuljahr kostenpflichtig werden (100,-€/Tag).
Nun ja, es gibt, Gott sei es gedankt, im Laufe des Schuljahres auch viele schöne und bewegende
Momente. Dazu zählen wie immer die Konzerte unserer Schüler an Weihnachten und das Jahreskonzert,
aber auch die Abiturientenvorspiele und die Konzerte der Stimmbildungsgruppen.
Ein besonderes Ereignis war im vergangenen Schuljahr auch unsere 15 Jahrfeier zum Bestehen des
Evangelischen Schulzentrums. Der Festgottesdienst mit Prälat Stumpf leitete die Festlichkeit ein, die, nach
ausreichend Möglichkeiten, sich bei reichhaltiger Verpflegung in der angenehmen Kulisse des Schlosses zu
unterhalten, mit einem Konzert der Hohenloher Gruppe „Praxis“ endete.
Auch das Comenius-Projekt „Jugendliche als Botschafter des Friedens“, an dem sich eine türkische und
eine italienische Schule beteiligten (nachdem unser französischer Partner leider ausscheiden musste), war
durch die Reise mit einigen unserer Schüler in die östliche Türkei und die Abschlussveranstaltung bei uns
in Michelbach ein beeindruckendes Ereignis im Verlauf des Schuljahres.
Ganz besonders freuen wir uns auch über die Schulpartnerschaft mit der Schule in Genua und die neuen
Kontakte zu Schulen in Argentinien und den USA, von denen wir hoffen, dass sie zukünftig den Austausch
von Schülern bzw. die Möglichkeiten zu Auslandsaufenthalte zu intensivieren helfen.
Soweit einiges Wichtige aus Michelbach, verbunden mit dem herzlichen Dank an den Förderverein für
seine stete und großzügige Unterstützung. Ihnen allen ein gutes Jahr – bis zum nächsten Mal.