Registrierungskarte Notunterkunft

Anleitung zur Verwendung der
Registrierungskarte Notunterkunft
Die Registrierungskarte Notunterkunft soll die strukturierte Eingangsuntersuchung sowie
weiterführende Behandlung von Personen in einer Notunterkunft unterstützen.
Entwickelt wurde die Karte insbesondere zur Aufnahme von Flüchtlingen.
Andere Einsatzzwecke sind aber ebenso möglich.
Die Registrierungskarte Notunterkunft dient jedoch NICHT als Ersatz für die
Verletztenanhängekarte im Großschadensfall (MANV).
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Beschreibung der Felder
Feld 1
Barcode
Feld für einen Aufkleber mit fortlaufender Nummer
Um nicht in den Bereich der MANV Karten zu gelangen,
wurden im Märkischen Kreis das Ortskennzeichen mit
einem nachgestellten F ergänzt, um eine klare Trennung
zu haben. (MKF 0000)
In der Tasche befinden sich insgesamt 19 Aufkleber zur weiteren Verwendung.
Diese sind z.B. für das Krankenhaus zur Identifikation und weitere Dokumente, als auch für
Medikamente vorgesehen, welche dem Patienten ausgegeben werden.
Somit kann das Medikament gelabelt werden und ist bei der Ausgabe in der Unterkunft
sicher identifizierbar.
Feld 2 – 8
Persönliche Daten
Im oberen Drittel der Karte werden die persönlichen Daten der Person eingetragen.
(Feld 1 – 8)
Neben der Nationalität ist auch wichtig zu erfassen, welche Sprachen gesprochen werden.
Im Falle einer Behandlung kann so der passende Dolmetscher bei Bedarf hinzugezogen
werden. Sprachen sind in Feld 5 zu vermerken.
Feld 8 ist das Aufnahmedatum, wann die Person erstmalig die Unterkunft erreicht.
Feld 9
Medizinische Parameter
Eine Schwangerschaft ist zu vermerken, bei Unsicherheit ob Schwanger oder nicht
ist auch das Ergebnis eines evtl. Tests einzutragen.
Zeile 2 – 4 dienen der TBC Untersuchung.
Hier ordnet der Sichtungsarzt die Diagnostik an.
Im Bereich der Ergebnisse wird dann das Ergebnis eingetragen, ob ein positiver oder
negativer Befund gestellt wurde.
Die Zeile 5 ist für die Impfung vorgesehen.
Wurde geimpft, ist das Datum entsprechend einzutragen.
Feld 10
Bekannte Krankheiten und Allergien
Hier sind entsprechend alle Informationen einzutragen, welche für die spätere Betreuung in
der Unterkunft notwendig sind.
Feld 11
Medikamente
Gibt der Patient an, dass er unter Dauermedikation steht, ist dieses hier zu vermerken
Feld 12
Diagnose erforderliche Akutbehandlung
Hier wird eingetragen, welche Maßnahmen noch vor der Unterbringung getroffen werden
müssen.
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Feld 13
Spätere ärztliche Behandlung erforderlich wegen
Hier wird eingetragen, welche medizinischen Behandlungen im Rahmen der Betreuung in
der Unterkunft noch vorgenommen werden müssen. Es handelt sich dabei um alle
Maßnahmen, die nicht eilbedürftig sind.
Feld 14
Bild
Hier kann bei Bedarf die Lage von Verletzungen / Symptomen eingetragen werden, welche
das Auffinden durch den Folgearzt oder die Sanitäter nachher erleichtern
Feld 15
Unterbringung
Hier wird eingetragen, wo die Person im Nachgang in der Unterkunft untergebracht ist.
Im Falle einer isolierten Unterbringung ist dieses ebenfalls zu vermerken.
Bei Abreise kann dieses ebenfalls mit Datum und Zielort vermerkt werden als auch das
Reisemittel (Reise Fuchs MK-RF 1234 / Deutsche Bahn etc.).
Farbige Karten:
Rote Karte
Die Person wurde noch nicht Eingangsuntersucht.
Vorstellung beim Sichtungsarzt ist erforderlich.
Alle Personen, welche eintreffen, werden
Entsprechend Registriert und bekommen die rote
Karte umgehängt, so dass erkenntlich ist, dass
die Person aufgenommen, aber noch nicht
untersucht wurde.
Gelbe Karte
Die Person hat Auffälligkeiten, welche einer
Gemeinschaftsunterbringung entgegenstehen
Hier müssen weitere Maßnahmen getroffen werden.
Beispiel hierfür ist eine ansteckende Krankheit
(TBC, Windpocken, Masern etc.) oder der Befall
mit Parasiten (Läuse, Flöhe, Krätzmilbe etc.).
Entsprechend ist die isolierte Unterbringung in
der Unterkunft vorzusehen sofern die Person nicht
gleich im Klinikum behandelt wird.
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Gelbe Karte / gefaltet
Hat eine Person eine Krankheit, welche behandelt werden muss, wobei die Krankheit aber
keinen Einfluss auf die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft hat, wird die gelbe
Karte in Längsrichtung gefaltet und eingesteckt.
Somit weiß das Krankenhaus bzw. die Unterkunft, dass noch weitere medizinische
Maßnahmen erfolgen müssen.
Entsprechend sind die Maßnahmen in Feld Nr. 12 (Akutbehandlung im Krankenhaus) oder
Feld Nr. 13 (spätere Behandlung) einzutragen.
Die gelbe gefaltete Karte bleibt auch bei gesteckter blauer und grüner Karte sichtbar.
Blaue Karte
Die gekennzeichnete Person muss noch
geröntgt werden.
Schwangere und Kinder unter 15 Jahren dürfen
nicht oder nur nach strenger Indikationsstellung
geröntgt werden.
Hier sind alternative Tests zur TBC Abklärung zu
verwenden, wie z.B. der Tuberculin oder der
Interferon Test, welche auf der Karte dann
ebenfalls entsprechend dokumentiert werden
können.(Siehe Feld 9)
Blau / gelbe Karte
Bei Personen mit einer festgestellten Erkrankung,
welche nicht zu einer Isolierung führt, daher auch
zum Röntgen gehen, ist die blaue Karte in
Längsrichtung auf die Hälfte zu falten und einzustecken.
Damit ist ersichtlich, dass eine weiterführende
Behandlung noch ansteht.
Diese erfolgt je nach Dringlichkeit im Krankenhaus
(Eintrag in Feld 12) oder später in der Unterkunft
(Eintrag in Feld 13)
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Grüne Karte
Bei dieser Person sind alle Untersuchungen
abgeschlossen, die Unterbringung in der
Gemeinschaftsunterkunft kann erfolgen.
Das Umstecken auf Grün erfolgt im Krankenhaus
nach der Abschluss des Röntgen (ohne Befund)
und eventueller Maßnahmen aus Feld 12.
Grün / gelbe Karte
Personen, welche im Rahmen der Unterbringung
noch weiter medizinisch versorgt werden müssen,
bekommen die grün / gelbe Karte gesteckt.
Daran ist für das aufnehmende Personal in der
Unterkunft Ersichtlich, dass die Person zwar noch
medizinischer Fürsorge bedarf, einer Unterbringung
in der Gemeinschaftsunterkunft aber nichts im
Wege steht.
Tasche
Die Tasche dient zur Aufbewahrung aller medizinischen Unterlagen, welche zu dem
Patienten gehören. Dieses sind die Befunde aus den verschiedenen Untersuchungen sowie
Rezepte und Verordnungen.
Es empfiehlt sich Kopien der Unterlagen anzufertigen, welche mit dem Patienten
weiterreisen. So kann auch bei Verlust der Unterlagen durch den Patienten nachfolgenden
Unterkünften stets Auskunft gegeben werden.
Medikamente
Auf Grund von Sprachhindernissen, hat es sich als erfolgreich erwiesen, die Medikamente in
einem Sanitätsraum aufzubewahren und zu den vorgegebenen Zeiten auszugeben.
So ist sichergestellt, dass die richtige Dosis zur richtigen Zeit dem richtigen Patienten
verabreicht wird.
Um die Medikamente zu kennzeichnen und die Zuordnung zu erleichtern, kann ebenfalls der
Barcodeaufkleber genutzt.
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Armband
Im Zuge der kurzfristigen Unterbringung hat es sich ebenfalls als erfolgreich erwiesen den
Personen in der Unterkunft ein nicht zerstörungsfrei zu lösendes Patientenarmband
anzulegen.
Auf diesem Band werden die Registrierungsnummer sowie die Daten der Unterkunft erfasst.
So kann auch bei Sprachbarrieren die Person eindeutig identifiziert werden und es gibt damit
auch eine Möglichkeit der berechtigen Zugangskontrolle zur Unterkunft.
Vorname, Name
Registrierungsnummer
Haus / Etage / Zimmer
Rückseite der Karte
Die Rückseite der Karte ist transparent gehalten, so dass man hier Rezepte und
Befundberichte leichter entdecken kann.
Untersuchungs-Checkliste
Eine Checkliste für die Erstuntersuchung ist ebenfalls im Anhang aufgeführt.
Hier sind die wichtigsten Untersuchungen aufgeführt, welche bei der Eingangsuntersuchung
vorgenommen werden müssen.
Anlagen
Registrierungskarte Notunterkunft mit Feldkennzeichnung
Untersuchungsbogen
Anregungen und Hinweise zur Verbesserung sind erwünscht.
Die Johanniter
Regionalverband Südwestfalen
Jens Oliver Branscheid
Alsenstraße 1
58511 Lüdenscheid
[email protected]
Der Autor dankt für die durch Hinweise und Anregungen gewährte Unterstützung bei der Entwicklung
der Karte:
Dr. med. Gregor Gentsch,
Dr. med. Jan Grothaus,
Dr. med. Stephan Lorenz,
Dr. med. Frank Mewes, LNA, Jochen Reiffert, LNA,
RS Christopher Tomaszik, JUH
sowie der Beate Niedhöfer (Durable) und Judith Schneider (JUH) für die Grafik und Hilfe bei der
schnellen Umsetzung in akuter Lage.
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