Möbel und Einrichtungsgegenstände

Möbel und Einrichtungsgegenstände
164
1226
1225
1226
1225.
Eine Zierdose, Italien, circa Mitte 19. Jh. Speckstein geschnitten. Runde Dose mit welliger Wandung
und wenig erhöhtem Deckel mit Zierknopf. Eingelassen mit sieben messingumrahmten Reliefbüsten römischer Kaiser und Persönlichkeiten. H = 10 cm, D = 15 cm.
300.—/500.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1226.
Ein Paar Marmorkugeln auf quadratischen Sockeln, Italien, 19. Jh., dazu eine römische Granitsäule
mit weissem Marmorsockel aus antiken Fragmenten des Grabes der Scipionen in Rom, als Grand Tour
Souvenir, wohl Rom, circa 1840, bezeichnet Sepolcro di Sipione (Il Sepolcro degli Scipioni) und ein Paar
Marmorkugeln auf vasenförmigem Fuss, 19. Jh., Italien. H = 17 cm (mit Sockel); H = 24 cm (Säule); H = 32 cm (mit Vasen).
450.—/850.—
Provenienz:
Palazzo Serristori, Florenz
Aus einem Schloss in der Westschweiz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1228
1227
1227.
Ein Paar Zier-Obelisken, Italien, Florenz,
wohl 19. Jh. Holz, geschnitzt und gefasst.
Beide mit quadratischen Sockeln und umlaufenden, doppeltprofilierten Umfassungen. Jeder
Obelisk mit abschliessendem Zierknauf und
beide porphyrartig gefasst. H = 78 cm.
200.—/400.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1228.
Ein Paar Zierobelisken, Florenz, 20. Jh.
Holz, gefasst. Auf dreieckigen Sockeln mit
gekehltem und rot gefasstem Rand. Darüber die
von Schildkröten getragenen Obelisken. Beide
in grüner Porphyr-Imitation bemalt. H = 51 cm.
100.—/150.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1229
Register Seite 111–112
165
Möbel und Einrichtungsgegenstände
166
1230
1229.
Taschenuhrhalter in Form
einer Bastion. Norditalien,
wohl Florenz, 1. Hälfte 19.
Jh. Holz sehr fein geschnitzt
und patiniert. In Form einer
viertürmigen Befestigung mit
zentralem
Bergfried
und
grossem, rundem Ausschnitt
für das Zifferblatt. Fehlstellen.
49:31:21 cm. 200.—/300.—
Provenienz:
Palazzo Serristori, Florenz
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1230.
Sehr schöne Rokoko-Kommode, Neuenburg, um
1760. Nussbaum und Nussbaumwurzelmaser,
furniert
und massiv. Dreiseitig geschweiftes und wenig profiliertes, vorstehendes Blatt über
1231
dreischübigem Korpus mit
Traversen und erhöhtem, wellig ausgeschnittenem Sockel.
Die Schubladenfronten, das Blatt und die Schmalseiten mit feinstem Maserfurnier und Rautenwerk parkettiert. Elegante Rokoko-Hand-haben und feine Schlüssellochzierden. 85:118:60 cm.
2000.—/3000.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1231.
Sechs Stühle «à la Reine», Régence, um 1730. Buche, mouluriert und geschnitzt. Trapezförmiger,
geschweifter Sitz mit geradem Violinrücken, mit rotem Stehvelours bezogen. Geschweifte Zarge, die in
ebensolche Beine übergeht und in eingerollten Schneckenfüssen endet. Die Beine sind durch einen X-Steg
verbunden. 96:57:65 cm.
2000.—/3000.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1232
1232.
Kleines Vitrinen-Möbel, Niederrhein, Rokoko, 2. Hälfte 18. Jh. und später. Eiche,
massiv und geschnitzt. Zweiteiliger Korpus auf
gedrückten Kugelfüssen. Der Unterbau mit kassettiertem, zweitürigem Schrankfach und geschrägten Ecken. Sehr fein geschnitzt und mit
Spiegel unterlegten Rankenzierden. Der Aufbau
wenig zurückversetzt und mit zwei verglasten
Türchen. Innen mit Tablaren, die geschrägten
Kanten wiederum mit Spiegel unterlegten Zierden. Geschweifter und profilierter Kranz mit
Volutenabschluss. 209:103:37 cm.
1500.—/2500.—
Provenienz:
Aus adligem Privatbesitz
Westschweizer Schlossbesitz
1233.
Kleiner Spiegel, Louis XV. Holz, profiliert,
geschnitzt, graviert und vergoldet. Rechteckiger
Rahmen mit Eck- und Mittelgravur. Fronton
mit Muschel und Lorbeer. Jüngere Vergoldung.
50:33 cm.
300.—/500.—
1233
Register Seite 111–112
167
168
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1234
1234.
Grosser Ovalspiegel, Italien, Venedig, im
Stile des 18. Jh. Holz, geschnitzt und gefasst.
Ovaler, profilierter und gekehlter Rahmen, das
Fronton in Form einer Kartusche, darin in Silbermalerei mit Chinoiserie. Seitlich der Kartusche mit Blattranken. 268,5:102 cm.
1200.—/1500.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1235.
Ein Paar sehr schöne Commode à portes,
Italien, wohl Venedig, im Stile des Rokoko. Holz, gefasst und mit polychromen Blumen bemalt. Dreiseitig geschweiftes Blatt über
passig geschweiftem Korpus mit frontseitiger
Türe. Die Zarge wellig ausgeschnitten, die
Beine elegant geschweift. Überaus fein und
reich bemalt mit Rosen und Streublumen, dazwischen Rankenwerk und Voluten. 78,5:86:39,5 cm.
1200.—/1500.—
Provenienz:
Westschweizer Schlossbesitz
1234
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1235
1236.
Schönes Trompe l’œil,
Italien, Florenz, 19. Jh.
Holz, ausgesägt und polychrom bemalt. Mit profiliertem, rechteckigem Sockel,
darüber die barocke Vase mit
reichem Blumenbouquet.
106,5:78:26 cm.
200.—/400.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1236
Register Seite 111–112
169
170
1237
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1237
1237.
Grosse und bedeutende Aufsatzschreibkommode, Bern, um 1745, eine Arbeit des Mathäus Funk
(1697–1783) und seiner Werkstatt. Nussbaum und Nussbaummaser, massiv und furniert. Dreischübige,
frontal doppelt geschweifte Kommode auf profiliertem Sockel und gedrückten Kugelfüssen. Zurückgesetzter Schreibaufsatz mit abklappbarer Schreiblade vor reichem und sehr fein ausgeführtem Innern, mit getreppt angeordneten Schubladen und offenen Briefkompartimenten. Darüber der dreifach geschweifte Aufsatz mit geschweiftem, getrepptem und gekehltem Kranzgesims. Seitliche Türen angeordnet als faux tiroirs
mit jeweils fünf übereinander liegenden Schüben. Die Mittelpartie
mit offenem, herausnehmbarem Fach, darunter acht kleine Schubladen. Über dem Fach eine abschliessende Kranzschublade. Allseitig
überaus fein mit schönstem, flammigem Nussholz furniert und mit
Bandwerk umfasst. Die angedeuteten Traversen mit Federfries. Die
Kanten und Leisten gerundet und in Messing gefasst. Der Aufsatz
wohl ehemals mit zwei Schliesstüren und die Flügeltüren als Schubladen genutzt. Die Kommodenbeschläge ersetzt.. 231:127:72 cm.
10 000.—/15 000.—
Provenienz:
Aus altem Zürcher Privatbesitz
Auktion Sotheby’s Zürich, 1. Dezember 1988, Los Nr. 343, (Zuschlag Sfr. 35 200.–)
Berner Privatbesitz
Das hier angebotene Trois corps von Mathäus Funk ist in die Jahre um 1745 zu datieren
und weist eine einzigartige Auswahl schönster, flammiger Nussbaumfurniere auf, wie
sie in dieser Form und Zusammenstellung selten anzutreffen sind. Hier gelingt es dem
berühmten Ebenisten, mit dem heimischen Nussholz eine Wirkung zu erzielen, wie sie
sonst nur mit den exotischen Edelhölzern, etwa dem Bois de violette möglich ist. Unterstrichen wird dieses grandiose Zusammenspiel der flammigen Furnierhölzer durch die
Fassung der Kanten und Profilleisten durch poliertes Messing. Unser Möbel ist in der
gleichen Zeit entstanden, wie eine identische Aufsatzschreibkommode, ehemals Basel,
M. & G. Segal, Haus für alte Kunst, die bei Hermann von Fischer abgebildet wird. Das
Basler Trois corps besitzt noch die originalen Türen des Aufsatzes, welche an unserem
Mathäus Funk (1697–1783)
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
171
1237
Möbel nicht mehr vorhanden sind. Zu welcher Zeit auf die Türen unseres Möbels verzichtet wurde, ist nicht mehr bekannt, es ist aber
durchaus möglich, dass dieser Umbau schon im 18. Jahrhundert ausgeführt wurde, ist doch ein gleicher Typus einer solchen Aufsatzschreibkommode ohne die beiden Aufsatztüren bekannt und wird ebenfalls um 1745 datiert. Wann immer aber diese Anpassung stattgefunden hat, so ist mit dem hier angebotenen Möbel, eines der prächtigst furnierten Funk-Möbel erhalten geblieben.
Vergleiche:
Hermann von Fischer, Fonck à Berne, Bern, 2001, S. 68 und 69, Abb. 77/78, für das identische Möbel aus Basel, S.65, Abb. 71/72 für
den Typus ohne grosse Aufsatztüren.
Register Seite 111–112
172
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1238
1238.
Kommode, Stil Transition, Louis
XV/XVI, französisch, 19. Jh. Aus
verschiedenen exotischen und einheimischen Hölzern furniert und
eingelegt. Längsrechteckiger, zweischübiger Korpus, sans traverse, mit
hervorstehendem Mittelrisalit. Abgeschrägte vordere Eckstollen sowie
leicht seitlich, hervorstehende hintere Eckstollen auf geringfügig geschweiften Beinen. Die Fläche der
Front, über die beiden Schubladen
dreigeteilt. Die Felder der Front und
der Seiten reich mit Blumen-Marketerie eingelegt, und mit einer Herzblattleiste aus Bronze gerahmt. Unter
dem Blatt ein feines Mäander-Fries
aus Bronze. Zargenzierde, Sabots
und Eckverzierung aus Bronze. Profiliertes, passig geschnittenes, rosafarbenes Marmorblatt. 86:113:52 cm.
2500.—/3500.—
1239
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
173
1240
1239.
Ein Paar Malachit-Cachepots in vergoldeter
Bronzemontierung, Empire, Russland. Fein
reliefierter, mit Blattkranz und Perlschnur belegter Fuss, als Griffe zwei Löwenköpfe mit Ringen
und glatter Mündungsrand. Mit Ausbruchstellen.
H = 14 cm.
1500.—/2000.—
Provenienz:
Schweizer Privatsammlung
1240.
Fünf Armlehnsessel, Stil Louis XV, Wien,
Österreich, um 1880. Nussbaum, mahagonifarben gebeizt, geschnitzt und mouluriert, blauer
Bezug. U-förmiger Sitz, geschweifte vordere
Zarge, die in geschwungene Beine, mit runden
vergoldeten Bronze-Sabots, übergehen. Die seitlichen Zargen sind gerade. Violinrücken mit breiten, zurückversetzten Armlehnen. Rückenlehne
und Zarge mit Blumen als Zentralmotiv, ebenso
die Beine mit Blumen aus vergoldeter Bronze.
Sitz, Armlehne, Beine und Rücken zusätzlich
verziert mit profilierter, vergoldeter Bronzefassung. 90:73:70 cm.
6000.—/10 000.—
Aus der Schweizer Botschaft in Wien. Mit rundem Botschaftsstempel und Inventarnummer. In der 2. Hälfte des 19. Jh., haben
in Wien vor allem die Firmen Portois & Fix sowie die Firma
Friedrich Otto Schmidt sich in guten Qualitätsmöbeln des
Neorokoko hervorgetan. Es ist anzunehmen, dass die Sessel von
einer dieser beiden Firmen stammen.
1240
Register Seite 111–112
174
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1241
1241.
Kommode, Louis XV, wohl
Neuenburg, um 1760. Nussbaum,
Wurzelmaser und Rosenholz auf
Nadelholz furniert. Längsrechteckiger dreischübiger Korpus, von drei
Seiten geschweift, die Front zusätzlich leicht gebaucht. Geschweifte
Zarge, die in kurze Beine übergeht.
Passig geschnittenes und profiliertes Marmorblatt aus Grindelwald.
Schlüssellochzierde, Zuggriffe, Zargenverzierung, Sabots und Eckverzierungen aus Bronze. 86:110:57 cm.
3000.—/5000.—
1242.
Kleine parkettierte Kommode,
Stil Louis XV, Bern, nach Mathäus Funk. Nussbaum und Palisander auf Eichenholz furniert. Rechteckiger zweischübiger Korpus «sans
travers», von drei Seiten geschweift,
die Front zusätzlich leicht gebaucht.
Geschweifte Zarge die in geschweifte
1242
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
175
1243
Beine übergeht. Passig geschnittenes und profiliertes, violettes Marmorblatt mit grünen und
weissen Einschlüssen. Schlüssellochzierde, Zuggriffe und Sabots aus Bronze. Unter dem Blatt
signiert, H. Müller, Bern. 71:65:46,5 cm.
800.—/1200.—
1243.
Kaminuhr, Régence, Paris, signiert Gosselin. Geschweiftes Boulle-Gehäuse mit Arabeskendekor in Schildpatt und Messing furniert.
Vergoldetes Zifferblatt mit floralen Motiven
getrieben. Emailkartuschen mit blauen römischen Zahlen. Gehäuse dreiseitig verglast und
mit Applikationen versehen. Abschluss mit
sitzendem Putto gearbeitet. Messingwerk mit
Ankerhemmung, Kette und Schnecke, Schlagwerk auf Glocke. Halb- und Stundenschlag.
Das Werk wohl 19. Jahrhundert. H = 87 cm.
3000.—/5000.—
1244.
Ein Paar Appliken, Louis XV. Vergoldete
Bronze. Zweiarmige Leuchter mit Akanthusdekor. 42:26:16 cm.
800.—/1200.—
1244
Register Seite 111–112
176
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1245
1245.
Seltene und besonders feine Rokoko-Konsole, Bern, circa 1765, von Johann Friedrich Funk I
(1706–1775) und seiner Werkstatt. Dreiseitig geschweiftes und fein profiliertes, weiss, altrosa und graubraun durchzogenes und gesprenkeltes Oberhasli-Marmordeckblatt über passig geschweifter und wellig
ausgeschnittener Zarge mit durchbrochenem Dekor und frontseitiger Palmetten-Kartusche. Die Beine
s-förmig geschweift, mit Akanthus geschnitzt und in gelockte Füsse auslaufend. Die Zargenpartie der Beine
mit schönem Eckmotiv in Form von rocaillenartigem Blattwerk. Bogenförmiger Steg mit durchbrochenem
Blattwerk geschnitzt. 82:76:44 cm.
14 000.—/18 000.—
Provenienz:
Alter Privatbesitz
Die hier angebotene, aus der Werkstatt des Johann Friedrich Funk I stammende Konsole weist eine besonders schön durchzogene Oberhasli-Marmorplatte auf, wie wir sie
in so ausgewogener Farbteilung nur selten finden. Diese verspielten Marmorplatten sind
denn auch die Krönung der meisterlichen Funkkonsolen und zieren neben den Konsolen des Johann Friedrich Funk auch die Kommoden seines Bruders Mathäus. Diese
prächtigen Platten müssen zur Zeit des Rokoko für grosses Aufsehen gesorgt haben,
entsprachen sie doch durchwegs der Leichtigkeit und der Freude an Farbigkeit die
diese künstlerisch wertvolle Epoche prägte. Es gibt wohl weder in Deutschland noch in
Italien oder Frankreich für diese Zeit Abdeckplatten für Möbel von solcher Ausstrahlung. Unsere Konsole dürfte in der Zeit um 1765 entstanden sein und erinnert mit den
teils durchbrochenen Zargenovalen an die Konsolen mit identischen Ausmassen im
Wildtschen Haus in Basel, welche durch Rechnungsbelege für die Jahre 1766/67 als
Arbeiten der Funkwerkstatt belegt sind.
Literatur:
Hermann von Fischer, Fonck à Bern, Bern, 2001, S. 188, Abb. 339 und 340 für die vergleichbare Konsole im Wildtschen Haus in Basel
Johann Friedrich Funk I
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1245
Register Seite 111–112
177
178
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1246
1246.
Sehr schönes und feines Meuble d’appui, Louis
XVI, Frankreich, Paris, circa 1780, signiert von
Jean-François Leleu (1729–1807). Mahagoni, furniert
und massiv, vergoldete Bronzen. Hochformatiger Korpus
auf gerader Zarge und pyramidenförmigen Beinen in
Sabots. Die Front mit zwei kassettierten und bronzegefassten Türen. Die Schmalseiten gleich der Front gestaltet.
Abschliessend mit weissem, grau durchzogenem Marmordeckblatt mit sehr feiner, vergoldeter, umlaufender
Bronze-Galerie, zur Front hin geöffnet. Im Innern mit
zwei Tablaren. Die Eckstollen kanneliert und mit Zierbronzen verziert. 93:66:34 cm.
12 000.—/15 000.—
Jean-François Leleu, Meister ab 1764
1246
Provenienz:
Ehemals Sammlung Georges Bemberg, New York
Schweizer Privatbesitz
Das hier angebotene, ganz in reinstem Frühklassizismus gehaltene Schrankmöbel, ist ein sehr typisches Werk des berühmten Pariser
Ebenisten Jean-François Leleu. In seiner schlichten und eleganten Art erinnert es an ein Schrankmöbel der Zeit um 1780/90, welches
sich 1979 auf einer Pariser Auktion befand und bei P. Kjellberg, Le Mobilier Français du XVIIe siècle, Paris, 1998, S. 514 abgebildet
wird. Leleu, dessen Werke nicht nur am Hofe, aber auch bei einer bürgerlichen Klientel sehr beliebt waren, gehörte sicher zu den
talentiertesten Kunsttischler, der Louis-XVI-Zeit. Leleu absolvierte seine Lehrzeit im Faubourg Saint Antoine, wo viele der damaligen
Kunstschreiner ihre Werkstätten hatten, was nicht zuletzt der Nähe zum Fluss Seine zuzuschreiben war, auf welchem die teuren Furnierhölzer nach Paris transportiert und dort umgeladen wurden. Leleu taucht später als Compagnon beim Ebenisten Oeben auf, wo er
zusammen mit dem nicht weniger berühmten Jean-Henri Riesener arbeitete. Nachdem er seine Meiserwürde erlangt hatte, eröffnete
er sein erstes Atelier und zog kurz darauf in neue Lokalitäten in die Rue Royale (heute Rue de Birague, bei der Place des Vosges).
Sein Atelier wurde sehr schnell bekannt und erfreute sich einer illustren Kundschaft, darunter die Comtesse du Barry und der Prince de
Condé, der zu seinem wichtigsten Auftraggeber wurde.
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
179
1247
1248
1247
Georges Bemberg (1915–2011), grosser Kunstsammler und Spross einer lutherischen Kölner Familie, welche sich bereits 1850 in
Argentinien niederliess, wurde 1915 in Buenos Aires geboren. Seine Jugendjahre und Ausbildung verbrachte er in Frankreich und übersiedelte später für sein Studium nach Harvard. In den frühen 40er Jahren begann Bemberg seine Sammlerleidenschaft zu entdecken und
kaufte u.a. Werke von Künstlern wie Bonnard, von dem er über 30 Ölgemälde besass. Bemberg lebte zwischen Paris, New York und
Buenos Aires, wo er als passionierter Sammler regelmässig den Kunsthandel besuchte. Seine umfangreiche Sammlung ist heute in Teilen
einer Stiftung zugeführt, welche sich im Hôtel d’Assézat in Toulouse befindet. Das hier angebotene Schrankmöbel von Leleu befand
sich am Wohnsitz des Sammlers in New York.
1247.
Eine Serie von vier Fauteuils en cabriolet, Louis XVI, Frankreich, Paris, circa 1780, signiert
von Pierre Forget (1723–1789). Buche, massiv und gefasst in Weiss und Grau. Hufförmiger, gepolsterter
Sitz über schlichter, frontseitig wenig bogenförmiger Zarge auf kannelierten, sich nach unten verjüngenden
Stabbeinen. Die Armlehnen gepolstert und mit elegant geschweiften Stützen. Gerundete, medaillonförmige
Rückenlehne. In blaugrünem Velours bezogen. 88:62:60 cm.
3000.—/5000.—
Provenienz:
Château d’Ajain, Frankreich
Schweizer Privatbesitz
Die hier angebotenen, aus Schloss Ajain (Creuse), stammenden Fauteuils sind von einer sehr eleganten, ganz dem strengen Louis XVI
verpflichteten Formensprache. Forget hatte sein Atelier in der Rue de Charonne in Paris. Das Atelier von Pierre Forget war sehr
produktiv, zählte man doch bei der Nachlassinventur der Werkstatt alleine 400 (!) Stühle.
1248.
Ein Paar Appliken, Louis XV. Bronze vergoldet. Zweiarmige Leuchter mit Akanthusranken.
47:38 cm.
800.—/1500.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
180
Florence Gould an Bord der SS Normandie, 1935
1249
1249.
Ein Paar Porzellan-Girandolen mit Blumen, wohl italienisch. Mit reliefierten und vergoldeten
Blättern verziert. Der obere Teil des Schaftes sowie die Arme aus goldbemaltem Metall. Fehlende Tülle. H = 55 cm.
400.—/600.—
1250.
Das Herztischchen der Florence J. Gould. Hochbedeutendes und sehr feines Herztischchen als
Verwandlungsmöbel, Louis XV, Frankreich, Paris, circa 1770, Germain Landrin, Meister ab
1738, zuzuweisen. Rosenholz, Palisander und Veilchenholz, sowie grün gefärbte Hölzer, gefriest und furniert. Herzförmiger Korpus auf geschweiften Beinen in vergoldeten Bronzesabots auf Rollen. Das Blatt
aufklappbar, innen mit einem Spiegelglas versehen und eine vertiefte, sehr fein mit Rosenholz furnierte
und mit Veilchenholz umrahmte Fläche freigebend. Unter der Stellfläche mit zwei Schwenkschüben, welche durch versteckte Mechanik zu öffnen sind. Diese Schwenkschübe mit Kompartimenten für diverse
Utensilien. Zwischen den Schwenkfächern eine herausziehbare Schublade mit Unterteilung. Die unteren
zwei Drittel des Korpus mit einem Schrankfach, und dreiseitiger, sehr feiner Furnierung der Felder mit
Federfries und rahmenden Filets und Bandwerk in grüner Färbung. Die Schwenkschübe ebenfalls in schönem Rosenholz furniert und gerahmt. 77:45,9:48,6 cm.
10 000.—/15 000.—
Germain Landrin, Meister ab 1738
Provenienz:
Sammlung Florence J. Gould
Auktion Sotheby’s Monaco, Succession de Florence J. Gould, 25. und 26. Juni 1984
Vergleiche:
Rosemarie Stratmann-Döhler, Jean-François Oeben, Paris, 2002, Abb. S. 89
Guillaume Janneau, Le meuble léger en France, Paris 1952, Abb. 96 für ein Herztischchen von P. Roussel
Auktion Christie’s, Paris, 21. Juni 2007, wo sich ein Germain Landrin signiertes Herztischchen fand.
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
181
Ein sehr verwandtes Tischchen, Paris,
um 1770
Nizza, 1931, Florence und Frank Gould
mit Charles Chaplin.
1250
1250
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
182
1252
1251
1251.
Kleines Arbeits- und Schreibtischchen, Louis XV, Strassburg, circa 1760. Nussbaum und Kirschholz, massiv und furniert. Dreiseitig geschweiftes und gerahmtes Blatt über dreischübigem Korpus mit
wellig ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Vergoldete Schlüssellochzierden und Band­
werkeinlagen. 74,5:46:35 cm.
1300.—/1800.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
1252.
Dreischübiger Guéridon, Louis XV, Frankreich, Paris, circa 1760. Palisander furniert und sehr fein
gefriest. Allseitig gewelltes Blatt mit umlaufender Randfassung, über dreischübigem Korpus, sans traverse
und welliger Zarge. Die geschweiften Beine umfassen ein Zwischentablar. Alle Flächen mit feinen Friesbändern furniert. 72:49:35 cm.
600.—/1000.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1253.
Spiegel, Spätes Louis XVI, Bern, um 1820. Holz, geschnitzt, grundiert und vergoldet «en deux couleurs».
Rechteckiger Rahmen, vorkragende Schultern. Fronton mit Girlanden und Faltenband. Original facettiertes
Glas. Die Schnitzereien wohl aus dem Atelier des Johann Friedrich Funk II. 160:95 cm. 2000.—/3000.—
1254.
Spiegel, Directoire, Ende 18. Jh. Holz profiliert, mit Masse verziert, einem geschnitzten Aufsatz verziert
und vergoldet. Rechteckiger Rahmen mit Hohlkehlprofil und Herzblatt-Verzierung. Symmetrisch geschnitzter Aufsatz mit zwei Vögeln, die Trauben essen. 120:68 cm.
2000.—/2500.—
1255.
Pendule mit Sockel, Neuenburg, um 1800. Geschweiftes Gehäuse mit roter, geflammter Fassung.
Emailzifferblatt mit römischen Zahlen und Weckeranzeige. Messingwerk mit Spindelhemmung. Grosse
Schloss-Scheibe, Schlagwerk auf zwei Glocken. Repetitionsabfrage. H = 77 cm.
1500.—/2000.—
1256.
Pendule mit Sockel, Neuenburg, 18. Jh. Geschweiftes, grün/blau gefasstes Holzgehäuse mit Blumenmalerei. Weisses Emailzifferblatt mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen. Messingwerk mit
Ankergang. Schlag auf Glocke. Werk zu revidieren. H = 94 cm.
1200.—/1500.—
1257.
Sekretär «à abattant», Louis XVI, Bern, um 1790. Zwetschge, Buchenmaser und Nussbaum. Hochrechteckiger Korpus mit abgerundeten Ecklisenen, dreischübiger Kommodenteil auf Pyramidenfüssen,
darüber das Schreibblatt und eine Friesschublade. Im Inneren des Schreibfaches symmetrische Schubladeneinteilung mit zentralem offenem Fach. Zuggriffe und Schlüssellochzierde aus Messing.
142:102:54 cm.
3000.—/5000.—
1258.
Kleine Kommode, Stil Louis XVI, 19. Jh. Rosenholz, Palisander, Kirschbaum, Ahorn zum Teil grün
eingefärbt und Mooreiche. Blindholz aus Fichte und Eiche. Hochrechteckiger, zweischübiger Korpus, mit
abgeschrägten Ecklisenen, auf Pyramidenfüssen. Ovales Medaillon über den Schubladen mit eingelegtem
Vorhang darüber, das Medaillon mit Vase und Blumenstrauss eingelegt. Das Feld mit einem helldunkel
Federfries gerahmt. Zuggriffe und Schlüssellochzierde aus Bronze. Passig geschnittener und profilierter
rosafarbener Marmor mit weisser Äderung. 82:61:39 cm.
800.—/1200.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1253
1254
1255
1256
1257
1258
Register Seite 111–112
183
184
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1259
1259.
Sechsteiliger Paravent, 19. Jh., die Bespannung modern. Hochformatige Paneele, frontseitig mit chinoisen Motiven dekoriert, die Rückseite mit roter Rohseide bespannt. Sechs Teile,
je 172:66 cm.
1000.—/1500.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
1260.
Pierre Granet (Villenave-d’Ornon 1842–1910
Neuilly-sur-Seine), Bronze eines Arabers zu
Pferde, signiert am Sockel P. GRANET. Das
Pferd mit aufgebundenem Schweif, der Reiter
mit turbanartiger Kopfbedeckung und weitem
Überhang. H = 79 cm (mit Sockel).
1500.—/2000.—
Provenienz:
Westschweizer Schlossbesitz
1261.
Parketterie-Kommode, Transition Louis XV/
Louis XVI, Frankreich, Paris, circa 1750.
Satinholz, Amarantenholz und gefärbter Ahorn,
furniert. Profiliertes und dreiseitig ausgeschnittenes Rouge Royal Marmordeckblatt über passig
geformtem Korpus mit vorstehendem Mittelteil
und geschrägten Frontstollen. Geschweifte Beine
in Sabots, die Zargenschürze wenig betont. Die
Front mit drei Schubladenrängen. Die Friespartie
mit drei kleineren Schubladen, darunter mit zwei
1260
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
185
1261
grossen Schubladen sans traverse. Die Flächen mit
teils illusionistisch gefriesten Feldern, umrahmt
von grüngefärbtem Bandwerk mit Mäander. Die
Stollen mit angedeuteten und mit Filets umrahmten Kannelüren. Sehr feine und vergoldete Zierbronzen in Form von Schlüssellochzierden, Zugringen, Chutes, Beinzierden und Sabots in Form
von Löwentatzen. 86:126:58,5 cm.
6000.—/10 000.—
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
Die sehr markante Gliederung der hier angebotenen Kommode, mit ihren vierfach gefriesten Feldern und dem querfurnierten Hauptfeld, erinnern stark an die Kommoden des
deutschstämmigen Pariser Kunstschreiners François Bayer oder
an die Werke eines Martin Ohneberg.
1262.
Schöne Lampe-bouillotte. Vergoldete Bronze.
Zweiarmig. Runder Tellerfuss, schlanker, fein
ziselierter Schaft, zwei plastische Schwanenfiguren
die Tüllen auf dem Kopf tragend. Grüner Blechschirm. 65:33:26 cm.
300.—/500.—
1262
Register Seite 111–112
186
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1263
1263.
Sekretär «à abattant», Louis XVI, um 1790,
aus Schloss Barberêche. Mahagoni. Hochrechteckiger Korpus mit einem zweitürigen Fach
unten, darüber das herunterklappbare Schreibblatt des Schreibfaches und eine Friesschublade.
Die runden, vorderen Kanten säulenartig hervorstehend und kanneliert, in runde, sich nach unten
verjüngende Beine übergehend mit Messingsabots. Passig geschnittenes und profiliertes graues
Marmorblatt mit weisser Äderung. Im Inneren
des Schreibfaches drei offene Fächer oben, darunter eine grosse zentrale Schublade, flankiert
von je drei übereinander liegenden Schubladen.
Zuggriffe, Sabots Eckverzierungen aus Messing.
148:97:41 cm.
4000.—/5000.—
1264.
Ein schönes Paar Lampe-bouillotte, Stil
Louis XVI. Messing. Runder Tellerfuss, ziseliert mit drei Leuchtern und grau-blauem
Metallschirm. Je H = 52 cm. 400.—/600.—
1264
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1265
187
1266
1267
1265.
Lampe-bouillotte, Stil Louis XVI, 19. Jh. Vergoldete Bronze. Runder Tellerfuss mit durchbrochenem
Rand, kannelierter, kurzer Schaft. Drei geschwungene Lichtarme mit profilierter Tülle. Grüner, runder
Blechschirm. 65:41 cm.
500.—/900.—
1266.
Kommode mit Vitrinenaufsatz, Georgian. Mahagoni. Rechteckiger, dreischübiger Kommodenteil auf
Konsolenfüssen mit Messing-Zuggriffen. Hochrechteckige Vitrine mit hervorstehendem Kranz und zwei
bleiverglasten Türen. Aufsatz aus dem 19. Jh. 172:94:46,5 cm.
700.—/900.—
1267.
Zehn sehr feine Stühle, Holland, 19. Jh. Mahagoni und Ebenholz, zum Teil mit Messingfilets gefasst.
Hufeisenförmiger Sitz mit grünem Leder gefasst, gerade Zarge mit Vierkantbeinen. Geschweifter durchbrochener Rücken mit drei Verstrebungen. 89:47:52 cm.
3000.—/4000.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
188
1269
1268
1271
1270
1268.
Tintengeschirr, Empire, Russland. Ovaler, flacher Mahagonisockel in fein gearbeiteter, vergoldeter
Bronze gefasst. Aufgesetzte Mädchenfigur mit Weinlaub als Griff, daneben Tintenfässchen und Sandstreuer
in Form von Füllhörnern, gefüllt mit Trauben und Blumen. Frontal kleine Tülle für Federkiel. H = 18 cm.
1000.—/1500.—
Provenienz:
Bedeutende Westschweizer Sammlung
1269.
Kleiner Schrank, Empire. Nussbaum. Hochrechteckiger Korpus mit einer Türe, darüber eine Schublade, profiliertem hervorstehendem Sims und Vierkantfüssen. Die Front als Sekretär «à abatant» gestaltet mit
zwei seitlichen Säulen. 161:110:57 cm.
1500.—/2000.—
1270.
Ein Paar Kerzenstöcke als Lampen montiert, Restauration. Vergoldete Bronze. Flacher Fuss, profilierter Schaft, balusterförmige Tülle. Fein ziseliert und graviert. Gelber Blechschirm. H = 54 cm.
800.—/1200.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
189
1272
1271.
Kaminuhr, Empire, Paris, signiert Bergmüller a Paris. Vergoldetes Metallpostament, rundes Uhrengehäuse, getragen von Füllhorn und beflügelten Knaben. Grüner Ziffernring mit römischen Zahlen. Messingwerk mit Ankergang. Schloss-Scheibe, Schlag auf Glocke. Halb- und Stundenschlag. H = 40 cm.
2000.—/3000.—
1272.
Sehr schöner Schwenkspiegel, sog. Psyche, Empire, Frankreich, Paris, erstes Viertel 19. Jh.,
signiert von Pierre-Benoît Marcion (1769–1840). Mahagoni, massiv und furniert, vergoldete Bronzen.
Hochformatiges Spiegelglas in schlichtem Schwenkrahmen. Der äussere Rahmen mit zwei seitlichen, bronzegefassten Ziersäulen über bogenartig geschweiften Beinen auf Rollen, dazwischen ein Steg. Abschliessend
mit profiliertem Giebel. Dekoriert mit applizierten und vergoldeten Zierbronzen von Palmetten, Akanthus,
Rollwerk und einem Hermeskopf zwischen zwei geflügelten Panthern. Die Säulen mit bronzegefassten
Kapitellen. 193:107:56 cm.
2000.—/3000.—
Provenienz:
Aus altem Privatbesitz
Die hier angebotene Psyche trägt den Stempel des neben den berühmten Jacob/Jacob-Desmalter bedeutendsten Hoflieferanten
Napoléon I., Pierre-Benoît Marcion. Die Möbel Marcions sind von einem sehr schlichten und militärischen Empire und seine bedeutendsten Werke an Sitzmöbeln, Tischen, Kommoden, Konsolen und Ziermöbeln, fallen denn auch in die Jahre zwischen 1805–1810.
Da seine Arbeiten vom Kaiser so geschätzt wurden, trug er den ihm verliehenen Titel
eines Ébéniste et Menuisier en Meuble de S.M. l’Empereur. Der gebürtige Pariser
Marcion hatte seine Werkstatt und sein Ladengeschäft von 1811 bis 1816 in der Rue
de Choiseul und es dürfte dort gewesen sein, wo auch die hier angebotene Psyche
hergestellt wurde.
1272 Detail
Register Seite 111–112
190
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1273.
Kommode, Empire, um 1815.
Mahagoni, massiv und furniert auf
Nadelholz. Längsrechteckiger vierschübiger Korpus, wobei die oberste
Schublade als Abschluss hervorsteht.
Seitlich mit freistehenden Säulen, Kapitel und Sockel mit fein ziselierten
vergoldeten Bronzebeschlägen. Die
Front mit gespiegeltem Furnierbild.
Schwarz-grau gesprenkeltes Marmorblatt. 85:114:60 cm. 1000.—/1800.—
1273
1274.
Ein Paar Tôle verni Lampen, sog.
Lamp
d’Argand,
Frankreich,
Paris, im Stile des Empire.
Eisenblech mit rotem Vernis und vergoldetem Dekor von Palmetten und
Ranken. Mit rautenförmigem Wandstück, Vasenbehältnis und Dochtwanne mit durchbrochenem Lampenschirm. 33,5:29 cm. 300.—/500.—
Provenienz:
Aus altem Westschweizer Schlossbesitz
1275.
Kommode Empire, Frankreich,
um 1810. Mahagoni massiv und auf
Eiche. Rechteckiger, vierschübiger
Korpus, wobei die oberste Schublade
leicht hervorsteht, als Abschluss für die
seitlichen Säulen. Säulenzierde, Schlüssellochzierde und Zuggriffe aus vergoldeter Bronze. Schwarzer, weiss geäderter
Marmor. 93:130:64,5 cm.
1500.—/2000.—
1274
1276.
Ein Paar vierteilige Paravents, Italien, Florenz, circa 1920. Leinwand
bemalt und auf Spannrahmen aufgezogen. Hochformatige Paneele, sehr fein
mit Rankenwerk und Rocaillen bemalt. Auf Postamenten mit stehenden,
verkleideten Affen dekoriert.
Je 177:465:2,5 cm. 4000.—/6000.—
Provenienz:
Palazzo Serristori, Florenz
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1277.
Tintengeschirr, Empire, Paris. Auf
drei Tatzenfüssen äusserst fein gravierter und ziselierter Säulenstumpf aus
vergoldeter Bronze: Auf punziertem
Grund, schwach reliefierte Füllhörner,
Muscheln, Weinblätter in Spitzbögen,
Putten, die Girlanden halten. In die
Oberfläche eingesetzt Tintenfässchen,
Sandstreuer, Federkielhalter.
H = 8,5 cm.
1000.—/1500.—
1275
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1276
1276
1277
Register Seite 111–112
191
192
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1278
1278.
Grosse Pendule mit Sockel, Louis XV, Paris. Geschweiftes
Boulle-Gehäuse mit Schildpatt und Messing belegt in arabeskem
Dekor. Abschluss mit vergoldetem Posaunenengel. Dreiseitig mit
reichen Bronzeapplikationen belegt. Vergoldetes Zifferblatt mit
Email-Kartuschen und blauen, römischen Zahlen. Messingwerk
mit Spindelhemmung, Schlag über Schloss-Scheibe auf Glocke,
Zugrepetition. Halb- und Stundenschlag. H = 137 cm.
5000.—/7000.—
1279.
Vase, China, 18. Jh. Balusterfömig, fein mit königsblauem Puder
überzogen glasiert. Übergoldeter Kranich- und Blumendekor. In
vergoldeter Stil-Louis-XV-Bronze montiert aus dem 19. Jh. H = 24 cm.
1400.—/1600.—
1280.
Kommode «en tombeau», Régence, Frankreich, Paris,
1. Hälfte 18. Jh. Rosenholz und Palisander auf Eiche furniert.
Die Flächen «en Papillon» kreuzweise gefügt. Längsformatiges, von
drei Seiten geschweiftes und profiliertes, wenig vorstehendes, pas1279
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1280
sig geschnittenes «Rouge du Langedoc» Marmorblatt. Von drei Seiten bombierter und geschweifter Korpus mit ausgeschnittener Zarge
und massiven Stollenfüssen in Bronzesabots. Die
bauchige Front mit drei Schubladenrängen,
wobei der oberste Rang aus zwei kleineren
Schubladen besteht. Die zwei oberen Ränge mit
sichtbaren Traversen. Überaus reich verziert mit
Sabots, Chuts, Schlüssellochzierde, Zuggriffe
und seitlichem Rankenwerk aus Bronze.
92:137:64 cm.
6000.—/8000.—
1281.
Fauteuil «à la reine», Louis XV, Frankreich, um 1760. Buche, mouluriert und geschnitzt, Sitz und Rücken mit Jonc-Geflecht.
Trapezförmiger, geschweifter Sitz, geschweifte
Zarge die in s-förmige Beine übergeht. Breiter
Violinrücken mit zurückversetzten Armlehnen.
Geschnitzte Blumen als Zentralmotiv an der
Rückenlehne und Zarge sowie an den vorderen
Beinen. Dazu passig geschnittenes grünes Sitzkissen. 100:67:62 cm.
200.—/300.—
1281
Register Seite 111–112
193
194
Möbel und Einrichtungsgegenstände
Der grosse Salon, Château de Rœulx, Belgien
1282.
Sehr feines und besonders qualitätsvolles Bureau de pente, Louis XV, Frankreich, Paris, um
1758, Pierre IV Migeon zuzuweisen, signiert von Charles Chevallier (1700–1771), Meister vor
1738, wohl als Unterakkordant und Guillaume Schwingkens, aktiv um 1750, Satinholz, Amaranth
und Rosenholz furniert. Allseitig geschweifter Korpus zum Freistellen, mit hoch und wellig ausgeschnittener Zarge, offenem Knieteil und geschweiften Beinen in feinen Sabots von vergoldeter Bronze. Die Front
mit geschweiftem Abschluss, das elegant eingefügte und abklappbare Schreibblatt innen mit grünblauem,
goldgeprägtem Leder bezogen. Sechs auf zwei Rängen nebeneinander angeordnete und geschweifte Schübe
bestimmen das Innere. Über den Schubladen ein offenes Kompartiment für Schreibwaren. Der Boden mit
zusätzlichem, verstecktem Fach, sehr fein eingelegt in Stirnholz, mit Rankenwerk und stilisierten Blüten.
Vergoldete Messingzugknöpfe und -rosetten. Der Unterbau mit zwei Schrankfächern, dahinter mit originalem, verschliessbarem Tresor. Die Innenflächen selbst dieser Türfächer wiederum sehr fein eingelegt mit
Rankenwerk und stilisierten Blüten. Zwischen den beiden Fächern ein Schubladenfach und über diesem
zwei weitere, seitlich Schübe. Allseitig überaus fein gefriest und reich mit Rankenwerk eingelegt, umrahmt
von hellem Bandwerk. Die Schreibplatte aussen mit einer gefriesten Längskartusche, darin wiederum
Blumen und feinstes Rankenwerk. Rokoko-Schlüssellochzierden in vergoldeter Bronze. 98:97:54 cm.
5000.—/8000.—
Charles Chevallier, le Jeune, Meister vor 1738
Guillaume Schwingkens (Schuvingkens) aktiv um 1750
Provenienz:
Château de Rœulx
Sammlung des Prinzen Croÿ-Rœulx
Sotheby’s Monaco, 9.12.1984, Los-Nummer 1027
Schweizer Privatbesitz
Das hier angebotene Bureau de pente ist ein besonders qualitätsvoller und interessanter Vertreter dieses um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Paris sehr beliebten Möbeltypus, und es ist ein Möbel von möbelkundlicher Bedeutung. Charles Chevallier, dessen Signatur unsere Möbel trägt, wurde um 1700 in Paris geboren, wo er 1771 stirbt. Sein Atelier fand sich in der rue du Bac, in der Nähe des
Klosters Sainte Marie. Seine Möbel waren bei einer wohlhabenden Kundschaft sehr beliebt und so nannte ihn der Almanach d’indication.... ou du Vrai mérite im Jahre 1769 als zu den bedeutendsten Ebenisten zählend. Nach seinem Tode, fand 1772 eine Auktion
mit seinem Warenbestand statt, mit der Nennung vieler Möbel von indischen Hölzern mit Blumenmarketerie. Die Zweitsignatur auf
unserem Möbel ist jene des Pariser Ebenisten Guillaume Schwingkens, auch Schuvinkens, von dem nur sehr wenige gestempelte Möbel
bekannt sind. Es ist gut möglich, dass Guillaume Schwingkens das hier angebotene, prächtige Möbel, zu einem unbekannten Zeitpunkt
restauriert hat und anlässlich dieser Arbeiten seine Signatur anbrachte, was im 18. Jahrhundert üblich war.
Da es sich bei dem hier angebotenen Möbel aber um ein Möbel von ganz besonderem Ausdruck – nicht nur in der Formgebung,
sondern auch in der Marketerie – handelt, ist davon auszugehen, dass ein sehr viel bedeutenderer Name noch als jener des Charles
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
195
1282
Chevallier als eigentlicher Verfertiger oder Auftraggeber dieses luxuriösen Schreibmöbels in Frage kommt, und zwar jener von Pierre
IV Migeon (1696–1758). Migeon, Spross einer der bedeutendsten Ebenisten-Familien Frankreichs, hatte sein Atelier am Eck der
rue Saint-Nicolas und der rue de Charenton, im Herzen des Ebenisten-Viertels, dem Faubourg Saint-Antoine. Bereits im Alter von
36 Jahren besass er zwei bedeutende Liegenschaften in den Pariser Vororten und Waren im Werte von 8’000 livres, sowie eine sehr
bedeutende in- und ausländische Käuferschaft des Hochadels. Unser Bureau weist die für Migeon typischen Merkmale der kühn
abschliessenden Wellenform des Möbels auf, wie sie an verschiedenen Werken des Meisters vorkommen und wie wir es besonders
schön an einem signierten Möbel des Meisters bei Sophie Mouquin abgebildet sehen, das auch die gleiche Aufteilung des Unterbaus mit
den beiden Schrankfächern und den drei Schubladen aufweist. Auch die sehr kraftvolle Marketerie der Flächen, die Eleganz und Ausgewogenheit des ganzen Entwurfs, lassen es wohl dem Meister selbst zuweisen oder aber daran denken, dass das Möbel im Auftrage des
Meisters von einem Unterakkordanten, wie das bei einem bedeutenden Ebenisten üblich war, hergestellt wurde. Weder von Schwingkens noch von Chevallier ist diese grandiose Art des Bureau de pente in anderen Fällen gesichert. So liegt die Vermutung nahe, dass
das Möbel nach Vorgaben Migeons von (eher) Charles Chevallier oder Guillaume Schingkens gefertigt und an das Atelier von Pierre
IV Migeon geliefert wurde und zwar möglicherweise in der Zeit um 1758, dem Todesjahr Migeons, was erklären würde, weshalb sein
Stempel als Wiederverkäufer auf dem Möbel fehlt.
Vergleiche:
Sophie Mouquin, Pierre IV Migeon, Paris, 2001, Abb. S. 13 und 99.
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
196
1283
1283.
Grosse Pendule mit Sockel, Louis XV, Reims, signiert Persevalle. Geschweiftes Gehäuse mit dunkelbrauner Fassung und Rosendekor bemalt. Emailzifferblatt mit römischen Zahlen, signiert Persevalle a
Reims. Gehäuse mit reichen Bronzeapplikationen versehen. Messingwerk mit grosser Schloss-Scheibe,
Schlag auf Glocke. Halb- und Stundenschlag. H = 126 cm.
5000.—/7000.—
1284.
Sehr feine Commode demi-lune, Louis XVI, Frankreich, Paris, circa 1780. Mahagoni, massiv und
furniert. Weiss-grau durchzogene, halbrunde und passig ausgeschnittene Marmorplatte über halbrundem,
zweitürigem Korpus auf massiven Pyramidenfüssen in Sabots. Die Flächen des Schrankmöbels mit sehr feinen Bronzeprofilen gerahmt und mit Eckrosetten verziert. Sehr feine und vergoldete Bronzeapplikationen
in Form von Rosetten, Schlüssellochzierden und Randfassungen. 94:115:57 cm.
8000.—/12 000.—
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
Das hier angebotene, sehr elegante Schrankmöbel erinnert in seinen klaren und feinen Formen an die zeitgleichen Arbeiten des Charles
Topino (1742–1803) Meister ab 1773, dem unser Möbel wohl zugewiesen werden kann, und an vergleichbare Arbeiten des Nicolas
Petit (1732–1791) Meister ab 1761. Unsere halbrunde Kommode ist verwandt mit einem Meuble d’entre-deux, welches sich bei Silvain
Barbier Sainte Marie, Charles Topino, Paris, 2005, Seite 25 abgebildet findet, und gleichartige Rahmung der Paneele aufweist, wie sie
Topino und gleichzeitig auch Petit bevorzugten und sie unsere Kommode aufweist.
1285.
Capucine, Stil Louis XVI, 20. Jh., signiert Azura à Moutier. Vergoldetes Bronzegehäuse mit Applikationen belegt. Emailzifferblatt mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen. Messingwerk mit
Halb- und Stundenschlag. H = 25 cm.
800.—/1200.—
1286.
Kleines Encrier, Restauration, Paris, um 1815. Bronze, vergoldet. Mit einem Traubenkorb auf
einschübigem Sockel mit gedrückten Füsschen. Seitlich des Korbes mit vier Ziervasen als Halterung der
Federkiele. Der obere Teil des Früchtekorbes abnehmbar. 11:10:8 cm.
300.—/500.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1284
1285
1286
Register Seite 111–112
197
198
1287
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1287
1287.
Sehr seltenes table à vantaux, Louis XV,
iberisch, um 1760. Rosenholz und Palisander.
Rechteckiger, von drei Seiten geschweifter,
zweitüriger Korpus. Das leicht hervorstehende
Blatt aufklappbar mit einem Fach. Das Feld des
Blattes mit einer eingelegten Windrose. Die
Felder der beiden Türen kreuzweise gefügt,
sodass das Bild jeweils einen Stern ergibt. Die
geschweifte Zarge geht in s-förmige Beine über.
Sabots und Schlüssellochzierde aus Bronze. 79:56:37 cm.
1000.—/1500.—
1288.
Houdon, Jean Antoine (1741–1828) (nach).
Büste einer jungen Dame in Louis-XVI-Haartracht. Terrakotta, auf Marmorsockel. Bezeichnet HOUDON. H = 48 cm. 1800.—/2400.—
1288
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
199
1289
1289.
Ein Paar Fauteuils «à la reine», Louis XV,
Frankreich, Paris, um 1760. Nussbaum,
mouluriert und geschnitzt. Trapezförmiger Sitz
mit geschweifter Zarge die in s-förmige Beine
übergeht. Gerader, leicht angedeuteter Violinrücken, geschweifte, zurückversetzte Armlehnen mit Manchetten. Gelber Seidenbezug mit
Kissen. 97:70:76 cm.
3000.—/4000.—
1290.
Terrakotta-Büste eines Jünglings, französisch, 1778. Das feine Gesicht leicht nach links
geneigt, Louis XVI-Haartracht mit Masche.
Eingezogener runder Marmorsockel auf quadratischer Plinthe. Rückseitig unleserlich signiert
und datiert 1778. H = 52 cm.
2000.—/2500.—
1290
Register Seite 111–112
200
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1291
1291.
Sehr feines Zier- und Mehrzweckmöbel, Louis XV,
Frankreich, Paris, circa 1765, signiert von Bon
Durand. Rosenholz, Veilchenholz, Olivenholz und Satinholz, furniert, gefriest und in bois de bout marketiert. Allseitig geschweifter, eleganter Korpus auf wellig ausgeschnittener Zarge und s-förmig geschweiften Beinen. Die Front mit
einer zentralen Schublade, einer angedeuteten – und einer
kleinen Schublade. Über der zentralen Schublade ein lederbezogener Schreibauszug. Das wenig vorstehende Blatt dreigeteilt und aufklappbar. Die beiden seitlichen Kompartimente abschliessbar und gleichzeitig das mittlere Spiegelfach
ebenfalls verschliessend. Zum Freistellen auf allen Seiten
überaus fein gearbeitet. Alle Seiten in kartuschenartige
Panneaux unterteilt und mit feinen Ahornfilets umrandet.
Die innere Umrandung mit verschlungenem Bandwerk
von Veilchenholz. Die Flächen in Rosenholz gefriest, darin
virtuose Blütenzweige und Rankenwerk. Die Schmalseiten
und beide Längsseiten jeweils mit einem zentralen Muschelmotiv so eingelegt, dass die Illusion von Perlmutt entsteht.
Sehr fein marketierte Beine mit stilisierten Blüten und
Ranken. Vergoldete Bronzebeschläge als Schlüssellochzierden
und Sabots. 73,5:81,5:50,5 cm.
12 000.—/15 000.—
Bon Durand, Meister ab 1761
Provenienz:
Domaine de Beaulieu
Schweizer Privatbesitz
Das Möbel, wie 1956 abgebildet bei Jean Nicolay
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1291
Register Seite 111–112
201
202
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1291
Das hier angebotene Mehrzweckmöbel ist mit seiner überaus feinen
Marketerie in Stirnholz aus bois de violette, wohl eines der hübschesten Kleinmöbel seiner Art und ein besonders schönes Beispiel
des französischen Rokoko der Zeit um 1765. Bon Durand, der seine
Werkstatt unweit von Jacques Dubois in der Rue de Charenton
hatte, stellte Mobiliar von ausgezeichneter Qualität her. Viele seiner eigentlichen Werke tragen wohl die Signatur von Dubois oder
Migeon, arbeitete er doch auch im Auftrage der berühmten Ebenisten,
die gleichzeitig auch Händler von Luxusmobiliar waren, was besonders auf Migeon zutrifft, und oft ihre eigene Stempelsignatur auf die
Werke von Ebenisten wie Bon Durand anbrachten, die für sie arbeiteten. Von den bekannten Werken Durands werden vier Arbeiten
ganz besonders hervorgehoben und von Jean Nicolay in seinem 1956
erschienen Werk über die Meister-Ebenisten Frankreichs abgebildet.
Unter diesen vier Arbeiten, darunter ein Bibliotheksschrank und zwei
prächtige Sekretäre, eingelegt in Bois de bout, findet sich auch die
hier angebotene Coiffeuse wieder und wird damals erstmalig erwähnt.
Von diesen drei Möbeln schreibt Nicolay 1956: «.......l’ ingéniosité
de son créateur dans la disposition des bois de placage en feuilles, la
petite armoire, la coiffeuse (unser Möbel) et les secrétaires montrent
son degré de maîtrise.»
1291
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1291
1291
Register Seite 111–112
203
Möbel und Einrichtungsgegenstände
204
1293
1292
1292.
Spiegel, Stil Louis XV, in
der Art von Johann Friedrich Funk. Holz, profiliert,
geschnitzt, graviert und vergoldet. Rechteckiger Rahmen, oben mit abgerundeten
Ecken, die unteren Ecken mit
Akanthus-Gravur. Der Aufsatz
mit durchbrochener Rocaille-Kartusche um fallende gelappte Muschel. 101:59 cm.
600.—/1000.—
1293.
Comodino, Beistellkommödchen, im genuesischen Stil des 18. Jh., um
1294
1900. Veilchenholz furniert,
mit Rosenholzfilets und Bronzen. Hochformatiges Comodino, auf sehr eleganten, geschweiften, hohen
Beinen in Bronze-Sabots. Die Zarge wellig geschweift. Frontseitig mit zwei Türchen, darüber ein offenes
Fach. Abdeckung in weiss durchzogenem rot-grauem Marmor. Allseitig furniert und umfassende, wellige
Rahmung. Die Schmalseiten mit Bronze-Traggriffen. 86:53:34 cm.
1200.—/1800.—
1294.
Ein Sofa und drei Stühle, im Stile Louis XV. Buche, massiv, geschnitzt und gefasst. Das Sofa mit
gepolsterten Armstützen und zwei losen, orange bezogenen Sitzkissen. Die leicht unterschiedlichen Stühle
ebenfalls mit orangefarbenen, abnehmbaren Sitzkissen. Alle geschnitzt mit Rankenwerk und Rocaillen.
95/41:133:58 cm (Sofa) bzw. 91/45:47:44 cm (Stühle).
600.—/800.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1295
1295
1295.
Kleine Kommode, Louis XV,
Frankreich, um 1750. Rosenholz
und Palisander auf Eiche. Von drei
Seiten geschweifter Korpus, die Front
zusätzlich gebaucht. Zwei Schubladen
mit sichtbarer Traverse. Geschweifte
Zarge, die in leicht geschwungene
Beine übergeht. Die Felder der Schubladen kreuzweise gefügt und wellig
umrandet. Die der Seiten gespiegelt
furniert. Passig geschnittenes und profiliertes «Brèche d’Alep»-Marmorblatt.
Sabots, Schlüssellochzierde, Zuggriffe
sowie Eck- und Zargenverzierung aus
vergoldeter Bronze. 81:65:38 cm.
3000.—/4000.—
1296.
Spiegel, Stil Louis XV, nach Mathäus Funk. Lindenholz, profiliert,
geschnitzt und vergoldet. Rechteckiger Rahmen mit Karnies-Profil, in den
unteren Ecken graviert mit Akanthusmotiv. Oben abgerundete Ecken und
geschweift. Der Aufsatz mit durchbrochener Mittelkartusche, Rocaillen und
Blumen. 112:67 cm.
800.—/1200.—
1296
Register Seite 111–112
205
206
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1297
1297.
Sehr schöne Schreibkommode, Louis XV, Bern, von
Mathäus Funk, um 1760. Nussbaum-Maser. Längsrechteckiger zweischübiger Kommodenteil, von drei Seiten gebaucht,
die Front zusätzlich geschweift. Geschweifte Zarge, die in geschweifte Beine übergeht, die in Sabots enden. Die Schubladen mit falschen Traversen und Messingschiene. Felder der
Schubladen gespiegelt furniert, die der Seiten kreuzweise gefügt und mit Federfries umrandet. Geschweifter Schreibaufsatz,
das Feld des Blattes ebenfalls kreuzweise gefügt und mit Federfries umrandet. Im Inneren, seitlich vier übereinander liegende,
treppenförmig angeordnete Schubladen. In der Mitte ein
offenes Fach, darüber eine Schublade und vier kleinere offene
Fächer, dahinter zwei Geheimfächer. Zuggriffe, Schlüsselzierde, seitliche Verzierungen, Sabots und Zargenzierde aus
Bronze. 112:118:66 cm.
25 000.—/30 000.—
Mathäus Funk
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1297
Register Seite 111–112
207
208
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1298.
Prunkvoller Regulator, wohl
Neuenburg, um 1750, sign.
Camille de Millieurs. Hohes,
schmales Gehäuse auf profiliertem
Sockel mit mehrfarbiger Fassung.
Frontseitig geschnitzte RokokoOrnamente und Blumen. Uhrenaufsatz mit reichem, durchbrochenem Barock-Dekor. Abschluss mit
zentraler Muschel; seitlich Vogeldarstellungen. Schöne alte Vergoldung. Weisser Email-Ziffernring
mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen. Mittig angelegt vier kleine weisse Emailzifferblätter für Tag, Datum, Monat und
Sternkreiszeichen-Anzeige. Zentralsekunde. Grosses, quadratisches
Messingwerk, Schlagwerk über
zwei Schloss-Scheiben, auf drei
Glocken. Antrieb über ein grosses
Gewicht. H = 249 cm.
15 000.—/20 000.—
1299.
Doppelseitiges Rokoko Leseoder Notenpult, sog. Leggio,
Italien, Piemont, circa 1750.
Nussbaum, massiv und überaus
fein geschnitzt. Dreipassiger, profilierter Sockel. Der Schaft teils gedrechselt und mit Régence-Motiven von Ranken und Rocaillen
geschnitzt. Drei aus Voluten gebildete und gelockte Beine stützen
den Schaft. Aufgesetztes, giebelartiges Pult zur Benutzung auf
zwei Seiten. Wiederum geschnitzt
mit Rocaillen und Rankenwerk.
Beidseitig mit Bogenöffnung und
Buchstütze. 165:50:58 cm.
1000.—/2000.—
1298
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
Das hier angebotene Leggio enstpricht
einem Typus, den wir in ganz Norditalien
seit dem 16. Jahrhundert in dieser Form
kennen. Dieses häuschenartige, doppelseitig
nutzbare Lesepult, wie sie meist im Chor
von Kirchen Aufstellung fanden, findet
sich in seiner Frühform und unserem Pult
sehr verwandt, mit abschliessendem Friesschmuck, im Chor der Kirche S. Sebastiano
in Biella.
Vergleiche:
Sonia Damiano, Rivista Biellese, Juli 2000,
dort mit Abbildung des Leggio aus Biella
und G. Ferrari, Il Legno e la Mobilia nell’Arte
Italiana, Mailand, 1925, Abb. S. 294 für ein
weiteres Leggio mit seitlichen Bögen, aus
dem 16. Jh.
1299
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1298
Register Seite 111–112
209
Möbel und Einrichtungsgegenstände
210
1300
1300.
Sehr feines Marketerie-Tischchen, Transition Louis XV/Louis XVI, Frankreich, Paris, circa
1770, signiert von Léonard Boudin (1735–1807) und mit Pariser Innungsstempel versehen.
Rosenholz, Palisander, Ahorn und Sycamore, furniert und sehr fein eingelegt. Geschweift ausgeschnittenes
Blatt, umrahmt von einer vergoldeten Bronze-Randfassung, über ausgeschnittener, einschübiger Zarge
und s-förmig geschweiften Beinen in vergoldeten Bronzesabots. Das Blatt mit Bandwerk und gefriestem
Rosenholz umfasst, das mittlere Paneel mit zentralem Medaillon, darin Musikinstrumente. Die beiden
seitlichen Kartuschen mit Blumenkörben und gleich dem Medaillon, von Blüten und Rosenkränzen
umwunden. Die Längs- und Schmalseiten der Zarge in gleicher Manier eingelegt, die Beine mit Blatt- und
Blütengirlanden. 72:80:42 cm.
10 000.—/15 000.—
Léonard Boudin, Meister ab 1761
Provenienz:
Aus einer Schweizer Sammlung
Das hier angebotene, sehr fein mit Blumen und Musikinstrumenten in Sycamore-Grund eingelegte Schreib- und Ziertischchen ist
eine signierte Arbeit des Léonard Boudin und trägt den Pariser Innungsstempel, das JME für die Jurés Menuisiers-Ebénistes. Unser
Tischchen ist eines der zierlichsten Kleinmöbel des Meisters und in seiner bereits etwas strengerer Linienführung etwa vergleichbar
mit einem Bureau à Gradin des Meisters und ebenfalls in die Transition-Zeit zu verweisen, welches sich einst in der Sammlung Daniel
Duault befand. Die Marketerien unseres Schreibtischchens sind von ganz besonderer Feinheit, und die reiche Anordnung der rahmenden Blumenkränze des Blattes verweisen noch auf die unmittelbare, stilistische Nähe zur Louis-XV-Zeit. Léonard Boudin hatte seine
Werkstätten zuerst in der rue du Faubourg St.-Antoine, danach in der Rue St.-Nicolas und schlussendlich in der Rue Traversière. Zu
Beginn seiner Kariere arbeitet Boudin als Unterakkordant für das berühmte Atelier von Pierre IV Migeon und eröffnete etwa zur Entstehungszeit des hier angebotenen Möbels, im Jahre 1772, sein eigenes Verkaufslokal in der Rue Fromenteau, in unmittelbarer Nähe
des Palais Royale. So wie Boudin anfangs für die grossen Ebenisten arbeitet, liess der Meister selbst, ab den 1770er Jahren Möbel bei
seinen Ebenisten-Kollegen in Auftrag geben und verkaufte diese dann unter eigenem Namen in seinem Geschäft. So verwundert es
nicht, dass unser Tischchen und insbesondere dessen feine Marketerie an Werke von Charles Topino erinnert, der ebenfalls für Boudin
als Unterakkordant Luxusmobiliar herstellte. Ein kleines Bonheur du jour von Topino, aus der Zeit um 1780 (ehemals Mes BeaussantLefèvre, Paris und abgebildet S. 37, in: Silvain Barbier Sainte Marie Charles Topino, Paris 2005) erinnert in seiner Marketerie auf Sycamore-Grund an die sich an unserem Tischchen befindlichen
Blumeneinlagen.
1301.
Ein Paar grosse Kaminböcke, sog. Chenets,
Frankreich, Paris, circa 1880, im Stile Louis
XVI. Bronze, patiniert und vergoldet. Mit
vasenförmigen, palmettengschmückten Füssen
und mit Lorbeer verziertem Fries und seitlich
aufgesetzten Pinienzapfen. 30:35:50 cm.
500.—/700.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1301
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1300
1300
Register Seite 111–112
211
Möbel und Einrichtungsgegenstände
212
1302
1302.
Ein Paar Konsoltische des Johann Friedrich Funk II (1745–1811), Louis XVI, Bern, um 1790.
Holz, geschnitzt und in zwei Goldtönen vergoldet. Halbrund geschnittene, profilierte und vorgesetzte
Marmorplatten aus den Brüchen von Oberhasli und Roche. Die Zarge von gleicher Form und fein kanneliert. Vorgesetzte Stollen mit feinem Rosettendekor. Die sich nach unten verjüngende Stabbeine elegant
mit Lorbeerblättern geschnitzt, kanneliert und mit rosettenbesetzter Würfelzierde versehen. Jede 84:52:28 cm.
8000.—/12 000.—
Provenienz:
Westschweizer Privatbesitz
Johann Friedrich Funk II
Das hier angebotene Konsolenpaar dürfte in die Zeit um 1790 zu datieren sein und
gehört zu den besonders schönen und feinen Arbeiten der berühmten Berner Werkstatt. In zwei Goldtönen gefasst, erinnern die beiden Tische an einen Konsoltisch,
Bern, um 1790 und ebenfalls von Johann Friedrich Funk II geschaffen, welcher im
Herbst 1998, als Los Nr. 2100, in unserem Hause angeboten werden konnte. Alle
drei Tische sind von identischer Art der Ausführung und fallen in die Zeit als Funk
die prächtige Balustrade im grossen Lesesaal der Stadt- und Universitätsbibliothek
schuf. Seine Lehrjahre absolvierte Funk bei seinem Vater, dem bekannten Schöpfer
der herrlichen Konsoltische, Spiegel und Kaminfassungen des Rokoko, dessen Werk
nachhaltig von seiner zeitweisen Zusammenarbeit mit Johann August Nahl geprägt
war. Seine weitere Ausbildung führte Johann Friedrich II nach Genf und weiter nach
Paris, wo er im berühmten königlichen Bildhauer Louis Claude Vasse «einen Vater
und Führer» fand. Funk arbeitete am Grabmahl des Königs Stanislaus in Nancy und
arbeitete für Marie-Jeanne Bécu, Gräfin du Barry. Er fertigte das Portrait des Mathematikers Jean-Baptiste le Rond d’Alemberg und als besondere Auszeichnung schuf er
die Statue von Louis II. de Bourbon, Prince de Condé (1621–1686), auch als Le
Grand Condé bekannt, in der Nische über der Treppe der königlichen Militärschule
in Paris. 1775 kehrte der nun hochbegabte Bildhauer nach Bern zurück und übernahm noch im gleichen Jahre die Werkstatt seines Vaters, welche er mit grösstem
Erfolg in die Zeit des Frühklassizismus führte. Sein zeitgenössischer Zürcher Biograph, Johann Caspar Fuessli (1706–1782), zählte ihn zu Recht zu den bedeutendsten
Künstlern der Schweiz. Die beiden hier angebotenen Konsolen sind Zeitzeugen
der letzten Jahre des Ancien Régime in Bern und gehören zu den bedeutenden
Schöpfungen der Schweizer Möbelkunst des 18. Jahrhunderts.
Literatur:
Hermann von Fischer, Fonck à Bern, Bern, 2001, S. 275, Abb. 535
Fuessli, Johann Caspar, Geschichte der besten Künstler in der Schweitz, 1769-79.
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1302
Register Seite 111–112
213
Möbel und Einrichtungsgegenstände
214
1303
1303.
Eine schöne Serie von vier grossen Louis-XV-Stühlen, Frankreich, Paris, circa 1760, signiert
von Jean Gourdin, gen. Père Gourdin. Buche, massiv, geschnitzt und vergoldet. Wenig trapezförmiger
Sitz über moulurierter und wellig ausgeschnittener Zarge und s-förmigen Beinen. Die Rückenlehne ebenfalls mouluriert und gleich der Zarge und den Kniepartien mit Blumen geschnitzt. Floraler, rotgrundiger
Stoffbezug. 93,5:58:51 cm.
8000.—/12 000.—
Jean Gourdin, Meister um 1737
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
Die hier angebotenen Louis-XV-Stühle sind von ausgesprochen schönen und grosszügigen Proportionen und tragen die Signatur des
um die Mitte des 18. Jahrhunderts in der Rue de Cléry tätigen Menuisiers Jean Gourdin, genannt Gourdin Père. Goudin war der Vater
des berühmten Jean-Baptiste Gourdin (Meister ab 1748) und des Michel Gourdin (Meister ab 1752). Die Familie Gourdin gehörte zu
den bedeutendsten Herstellern von luxuriösem Sitzmobiliar der Epoche Louis XV. Die Arbeiten des Vaters sind meist von sehr klaren,
ganz dem frühen Rokoko verpflichteten Linien und erinnern immer leicht an die Spätformen der Régence. Unsere Serie von vier
Stühlen dürfte wohl um 1760 entstanden sein und entspricht ganz und gar einem eleganten und ausgereiften Stil des Louis XV.
1303
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1303
Register Seite 111–112
215
216
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1304
1304.
Konsole mit Spiegel, Louis XV, gefasst, Schweden, um
1750. Lindenholz profiliert, geschnitzt, vergoldet und zum Teil
elfenbeinfarbig gefasst. Die Konsole mit geschweifter Zarge
und geschwungenen Beinen, unten zusammenlaufend, die
durch eine Kartusche verbunden sind, auf Huffüssen. Passig geschnittener und profilierter, grauer Marmor mit rosafarbenen
Einschlüssen. Rechteckiger, facettierter Spiegel, sich oben verjüngend und geschweift. Durchbrochen geschnitzter Fronton
und Unterteil mit Kartusche und Blumen. Konsole: 77:65:38 cm. Spiegel: 115:52 cm. 5000.—/7000.—
1305.
Ein Paar Spiegelappliken, Stil Louis XV, 19. Jh., aus
Schloss Gümligen. Holz geschnitzt und vergoldet. Hochformatiger Palmettenrahmen, oben mit verspiegelter Kartusche,
unten mit einem Leuchterarm. Auf der Rückseite mit Verkaufsetikette des Schlosses Gümligen. 62:22 cm. 300.—/500.—
1305
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
217
1306
1306.
Vier Fauteuils «à la reine», Louis XV, französisch, um 1750. Buche, mouluriert und geschnitzt, Blau und Grau gefasst. Trapezförmiger
Sitz, geschweifte Zarge die in s-förmige Beine
übergeht. Gerader, oben abgerundeter Rücken,
zurückversetzte, geschweifte Armlehnen mit
Manchetten. Geblumter Seidendamastbezug.
89:64:62 cm.
4000.—/6000.—
1307.
Feine Console d’applique, Louis XV,
Frankreich, Paris, circa 1750. Holz, geschnitzt und vergoldet. Halbrunder Plafond über
reich geschnitztem Stützzarge mit zentraler,
durchbrochener, sehr feiner Rocaille, herzförmig gerahmt mit Blattvoluten und rocaillenartigen Ranken. 49:35:21 cm. 1500.—/2500.—
Provenienz:
Aus einer Pariser Privatsammlung
Schweizer Privatbesitz
Die hier angebotene Konsolapplike ist ein schönes Beispiel
dafür, wie sehr verwandt die Werke der Berner Werkstatt
des Johann Friedrich I. Funk mit den Pariser Werkstätten der
Mitte des 18. Jahrhunderts doch sind. Die zentrale Rocaille
unserer Konsole ist noch ganz der Régence verpflichtet,
doch weisen einzelne Elemente der Schnitzerei bereits auf
die neuen Formen des Rokokos hin, was sie wohl in die Zeit
um 1745 datieren lässt.
1307
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
218
1308
1308.
Aussergewöhnliche und überaus feine Kommode mit Schreibkompartiment, Louis XV, Frankreich, circa 1750, signiert MIGEON (Pierre IV Migeon, 1696–1758) und mit Pariser Innungsstempel versehen. Satinholz, Rosenholz und Veilchenholz, furniert. Dreiseitig geschweifte und profilierte Brèche d’Alep Marmorplatte über elegant geschweiftem Korpus mit gerader Zarge und s-förmig
geschweiften Beinen in Sabots. Die Front mit zwei Schubladenrängen. Der untere Rang mit einer grossen
Schublade, der obere Rang mit traversenlos zweigeteilter Schublade, wobei die untere Hälfte als normale
Schublade, die obere Hälfte jedoch mit lederbezogenem und verstellbarem Schreibblatt eingerichtet und
mit zwei seitlichen Kompartimenten versehen. Sehr schön gefrieste und gespiegelte Felder in Satinholz.
Die Schmalseiten ebenso gestaltet und mit Filets gerahmt. Besonders schöne und fein ziselierte Bronzen in
Form von Chutes, Sabots, Schlüssellochzierden und Handhaben. Alle mit Blattranken und Voluten von
feinster Qualität; die Schlüssellochzierden in Schildform mit Rokoko-Ranken und Blattwerk. 81:131:64 cm.
18 000.—/25 000.—
Pierre IV Migeon, Meister ab ca. 1721
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
Die hier angebotene, überaus seltene Kommode stellt mit ihren beiden Schubladenrängen und dem ausziehbaren Schreibeingerichte
ein Unikat im Möbelbau des berühmten Pariser Ateliers von Pierre IV Migeon dar. Verwandt mit unserem Möbel ist einzig ein
Meuble d’entre deux aus der Zeit um 1745, ehemals Besitz Galerie Jean Wanecq, Paris, welches anstelle der sichtbaren unteren Schublade, ein zweitüriges Schrankfach aufweist, mit zwei versteckten Schubladen. Die oberste Schublade ist allerdings von identischer Art der
Ausstattung, wie wir es hier an unserem Möbel vorfinden, mit zentralem, verstellbarem Schreib- und Leseblatt und seitlichen Kompartimenten. Pierre IV Migeon war wohl der berühmteste Spross einer
über Generationen erfolgreichen Ebenisten-Dynastie im Paris des
18. Jahrhunderts und unterhielt ausgedehnte Geschäftsbeziehungen zur europäischen Hocharistokratie, darunter die Herzogin von
Bourbon, der Herzog von Orleans und die Herzogin von Rohan.
Migeon war aber als Kunstschreiner nicht nur Vorsteher eines grossen
Ateliers, er war auch – und vor allem – ein grosser Händler von
Luxusmobiliar. So arbeiteten für ihn und in seinem Auftrage so bedeutende Ebenisten wie Boudin, Dautriche, Roger Van der Cruse
Lacroix, Duval, Criaerd, Topino und andere. So gross die Anzahl
der Unterakkordanten auch sein mag, alle Arbeiten, die den Stempel
1308 Detail
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
219
1308
des berühmten Ateliers tragen, sind stets von sehr klaren und noblen Formen, scheinen noch ganz der Régence verpflichtet zu sein
und bleiben deren zurückhaltenden Linienführung bis weit in die Zeit des Rokoko treu. Wann genau Pierre IV Migeon seine Meisterwürde erreichte ist ungewiss, doch dürfte er diese um 1721 erhalten haben, da er im Ehevertrag seiner Halbschwester von 1719 noch als
Ebenist unterzeichnet, bereits aber 1724, in einem Mietvertrag, als Meister Ebenist unterzeichnet. Migeon profitierte am Hofe von
der grossen Protektion durch Madame de Pompadour und belieferte ab 1740 den Hof im Auftrage der Menus Plaisirs und des GardeMeuble Royale. Sein Atelier befand sich in der Rue de Charenton, doch besass der Ebenist viele weiteren Häuser in Paris, die von
seinem Erfolg zeugten. Die hier angebotene, sehr fein und ausgewogen gestaltete Verwandlungskommode, ist ein besonders feines und
wichtiges Werk des berühmten und einflussreichen Pariser Ebenisten.
Literatur:
Sophie Mouquin, Pierre IV Migeon, Paris, 2001, S. 117 für die verwandte Kommode
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
220
1309
1309.
Ein Paar monumentale Ziervasen, Italien, wohl Rom oder Genua, 2. Hälfte 18. Jh. Holz, geschnitzt, vergoldet und in Rosso Levanto-Manier marmoriert. Quadratischer Sockel mit profiliertem, runden Aufsatz, darüber der mit Akanthus geschnitzte Balusterschaft mit Perlband und godroniertem Kragen.
Über der Kragenfassung die kelchförmige Vasenwandung, mit eingezogenem Hals und wiederum mit
Akanthus geschnitztem und vergoldetem Aufsatz. Die ganze Vase in Braun-rot-weiss-Tönen marmoriert. 157:60 cm.
6000.—/8000.—
Provenienz:
Aus Privatbesitz
Die hier angebotenen, monumentalen Ziervasen sind nicht nur wegen ihrer ungewöhnlichen Grösse von besonderer Seltenheit, sondern auch wegen der besonders hoch stehenden Ausführung der Marmorierung der gefassten Vasenfläche. Die klassische Art der
Vasenform, und die Imitation eines besonders schön durchzogenen Rosso Levanto Marmors, wie er in den Brüchen bei Bonassola in
den Cinque Terre abgebaut und in Rom und Genua Verwendung fand, lassen unsere Vasen einer Meisterwerkstatt in Genua oder Rom
zuweisen. In ihrer Grösse dürften die beiden Vasen Aufstellung in Nischen eines Treppenhauses in einem der bedeutenden Genueser
Palazzi gehabt haben, oder – und wohl eher – Aufstellung an zentralem Ort in einem Palast gefunden haben, da die Vasen von allen
Seiten zu betrachten und entsprechend gefasst sind. Von dieser Grösse sind keine ähnlichen Vasen publiziert und es dürfte sich hierbei
um bedeutende Unikate handeln.
1310.
Prächtiger Konsolspiegel, Italien, Lucca, 1790. Holz, geschnitzt, altrosa gefasst und teilvergoldet.
Originales, hochformatiges Spiegelglas in fein geschnitztem Rahmen mit seitlichem Rankenwerk in der Art
von Piranesi. Fein dekorierter und gleich dem Spiegel vergoldet gerahmter Fries, darüber das Fronton mit
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
221
1310
zwei Tauben über Fackel und Köcher und godroniertem Sockel. Seitliche Ziervasen und hängende
Girlanden. 163:87 cm.
4000.—/6000.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
Der hier angebotene Spiegel ist in seinem nahezu unberührten Originalzustand erhalten und ein besonders schönes Werk der sehr einfallsreichen und begabten Spiegelmacher der Stadt Lucca. Sein original
erhaltenes Spiegelglas und seine alte Fassung und Vergoldung verleihen diesem Zier- und Gebrauchsmöbel seinen besonderen Charme.
1311.
Büste eines Chinesen, Italien, Florenz oder
Lucca, circa 1780. Holz, geschnitzt und vergoldet.
Darstellend einen bärtigen Chinesen mit höfischer
Kopfbedeckung und reich mit Ranken und Laubwerk
dekoriertem Kleide. Die Arme verschränkt. 40,5:28,5 cm.
400.—/600.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1311
Register Seite 111–112
222
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1312.
Sideboard, George III, England,
2. Hälfte 18. Jh. Mahagoni und Palisander. Längsrechteckiger, frontseitig
geschweifter Korpus, mit drei nebeneinander liegenden Schubladen. Die
schmale mittlere mit zwei eingelegten
Windrosen. Im Inneren der äusseren
Schubladen mit Metall ausgeschlagene
Kompartimente für Wein und Eis. Die
vorderen Beine fünfeckig. 91:152:68 cm.
1000.—/1500.—
1312
1313.
Klassizistische Zunfttruhe, um 1790.
Kirschbaum, massiv und furniert.
Rechteckiger Korpus, auf Kugelfüssen,
architektonisch geschweiftem Deckel
mit geschnitztem Band. Der Sims des
Deckels mit einem Mäander eingelegt
aus Ahorn. Das Schloss mit zwei
Schlüsseln. Seitliche Haltegriffe und
Schlüssellochzierde aus Messing. 52:62:42 cm.
1000.—/1500.—
1314.
Schmuckschatulle, Louis XVI,
Bern, um 1800. Aus verschiedenen
einheimischen Hölzern, wie Buchsmaser und Ahorn. Längsrechteckiger
Korpus, bombierter Deckel, leicht
hervorstehende Zarge mit hell-dunkel
Filet, auf Konsolenfüssen. Handgriff
mit Monogramm AM aus Messing,
Schlüssellochzierde aus Messing vergoldet. 15,2:25,3:13,5 cm.
700.—/900.—
1313
1315.
Fauteuil, Directoire, Paris, frühes
19 Jh., von Jean-Joseph Chapuis
(1765–1864). Nussbaum. U-förmiger,
mit rostrotem Leder bezogener Sitz.
Die hufeisenförmige Lehne wird hinten durch eine Lyra gestützt und geht
vorne in die Beine über. Die sich nach
unten verjüngenden Vierkantbeine
enden in vergoldeten Bronze-Sabots in
Tatzenform. Unter der Zarge eingeschlagene Signatur CHAPUIS.
73:57:52 cm.
1200.—/1800.—
1316.
Spieltisch mit flammigem Mahagoni, Restauration, Frankreich,
circa 1825. Rechteckiges, aufklappbares Blatt über schlichter Zarge und
sich nach unten verjüngenden Stabbeinen. 78:80:40 (80) cm.
600.—/1000.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
1314
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1315
1315
1316
1317
223
1317.
Sofa, Restauration, Frankreich oder Westschweiz, circa 1815–25. Nussbaum, massiv und furniert.
Längsformatiger, nach hinten gerundeter und gepolsterter Sitz über schlichter Zarge auf geschweiften
Säbelbeinen. Die Rückenlehne elegant gerundet und in die ebenfalls gerundeten Armstützen übergehend.
Karierter Bezug. 84/48:141:56 cm.
300.—/400.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
1315 Detail
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
224
Palais Cumberland, Wien, um 1900
Kommode aus dem Palais Cumberland in Wien stammend,
aus dem Besitze Ernst August (1845–1923) Kronprinz von Hannover
und 3. Herzog von Cumberland
1318.
Sehr feine Kleinkommode aus fürstlichem Besitz,
von Pierre Harry Mewesen, Transition Louis XV/
Louis XVI, Frankreich, Paris, circa 1770, signiert
Mewesen und mit Pariser Innungsstempel versehen. Rosenholz und Palisander furniert und marketiert.
Zweischübiger Korpus sans traverse, mit wellig ausgeschnittener Zarge und elegant geschweiften Beinen in
frontseitigen Sabots. Die Eckstollen geschrägt und mit
reichen Chutes in vergoldeter Bronze. Schlüssellochzierden und Zugringe. Das Brèche d’Alep-Marmorblatt
passig geschnitten und profiliert. Schauseitig mit sehr
feiner Rautenparketterie, darin feine Blümchen mit Stiel
und Blattwerk. 80:63:35 cm.
10 000.—/15 000.—
Pierre Harry Mewesen, Meister ab 1766
Provenienz:
Palais Penzing, gen. Palais Cumberland, Wien
Mit bekrönter Stempelmarke EA (für Ernst August) und Inventar
Nummer P 8610
Westschweizer Privatbesitz
Westschweizer Privatbesitz
Ernst August von Hannover als Kronprinz, mit
seinem Vater
Die hier angebotene Kleinkommode ist ein besonders schönes Werk
des Pariser Ebenisten Mewesen und trägt die Schlossinventar-Nummer P 8610 des Palais Cumberland in Wien. Das prächtige Palais
diente dem Königshaus Hannover nach der Annexion des Königreichs Hannover durch preussische Truppen, 1866, als Exil-Sitz. Pierre
Harry Mewesen hatte seine Werkstatt in der Rue du Faubourg SaintAntoine, dort wo sich die meisten Kunstschreiner des 18. Jh. angesiedelt hatten. Die Marketerie der hier angebotenen Kommode ist aussergewöhnlich für den Meister, denn meist sind seine Möbel von sehr
schlichter Gestaltung der Oberfläche und lediglich mit Rautenparketterie versehen. Hier aber gelingt ihm eine sehr feine und gekonnt
ausgeführte Marketerie mit Blumen in schönen Rautenfeldern, die er
sogar über die blinde Traverse der Schublade hinweg verwendet und
die der hier angebotenen Kommode ihren unvergleichlichen Charme
verleiht.
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1318
1318
Register Seite 111–112
225
Möbel und Einrichtungsgegenstände
226
1319
1319.
Sehr feine und bedeutende Louis-XV-Kommode des François Mondon (1694–1770), Frankreich, Paris, circa 1760, signiert MONDON und mit Pariser Innungsstempel JME versehen. Palisander, Veilchenholz, Satinholz, Rosenholz und Ahorn, teils gefärbt und graviert. Dreiseitig geschweiftes,
rot-weiss durchzogenes Rouge de France Marmordeckblatt über passig geformtem und allseitig geschweiftem, frontseitig bombiertem Korpus auf wellig ausgeschnittener Zarge und hohen, elegant ausstehenden
Beinen in Sabots. Die Front sans traverse gestaltet und mit zentraler, doppelt mit C-Voluten gerahmter
Kartusche, darin ein Blumenstrauss mit Atlasschlaufe gebunden. Gefriest gefüllte Quadrillages und diese
wiederum gerahmt von gefriesten Bändern von rahmendem Volutenwerk. Die fein geschweiften Seiten
von gleichem Dekor von quadratischem Gitterwerk. Rokoko-Zierbronzen in Form von Handhaben,
Schlüssellochzierden, Zargenzierde und Chutes. 89:130:64 cm.
20 000.—/25 000.—
François Mondon, um ca. 1735
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
Die hier angebotene Kommode ist von besonders feiner Art der Ausführung und weist in ihrem Dekor Details von sehr ausgereiftem
Verständnis für Formen und Harmonie auf. Es ist diese Kommode eine der schönsten Rokoko-Arbeiten des stets den Formen der
Régence verpflichtet gebliebenen Pariser Ebenisten François Mondon (1694–1770), dessen Kommoden sonst fast ausschliesslich mit
gefriesten Furnierhölzern in Veilchenholz und Palisander belegt sind. Der grosse Möbelforscher Pierre Kjellberg, erwähnt die Existenz
der hier angebotenen Kommode. Es ist wohl jene, welche am 15. März 1983 im Hôtel Drouot in Paris als: Commode à deux tiroirs sans
traverse, marquetée de fleurs en réserve sur fond de quadrillages, bronzes rocailles verkauft wurde. Sie gehört zu den wenigen mit feiner
Marketerie versehenen Möbeln, die des Meisters Signatur tragen. Davon auszugehen, dass der sehr begabte Schreiner aber keine weiteren Möbel dieser hohen Qualität hergestellt hätte, wäre sicher falsch. Mondon arbeitete als Unterakkordant auch für einen der erfolgreichsten Pariser Ebenisten und Möbelhändler der Zeit, Pierre IV Migeon. Es ist davon auszugehen, dass auch etliche der von Mondon
für Migeon gefertigten Luxuskommoden nicht die Signatur des Herstellers, sondern jene des Wiederverkäufers – Migeon – tragen. Es
ist in diesem Zusammenhang, dass unserer signierten Kommode von Mondon eine nicht unwesentliche Bedeutung zukommt. Diese aus
C-Voluten doppelt geformte Umfassung der Marketerie, mit auf Satingrund eingelegten weiteren C-Schwüngen und Blumen, finden
wir auf sehr bedeutenden, von Migeon signierten Arbeiten mehrfach belegt und es ist wohl nicht auszuschliessen, dass solche Möbel,
die in die Zeit zwischen 1745 bis 1755 zu datieren sind, möglicherweise aus der Werkstatt des in der Rue du Faubourg Saint-Antoine
ansässigen François Mondon stammen.
Literatur:
Sophie Mouquin, Pierre IV Migeon, Paris, 2001, für vergleichbare Marketerien
Register Seite 111–112
227
1319
Möbel und Einrichtungsgegenstände
Register Seite 111–112
228
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1320
1320.
Ein sehr feines und schönes Paar Louis-XV-Fauteuils, Frankreich, Paris,
oder Lyon, circa 1765.
Buche, geschnitzt und vergoldet. Hufförmiger Sitz über
welliger Zarge und s-förmig
geschweiften Beinen. Die
gepolsterten Armstützen wenig
ausstehend, die Rückenlehne
gerundet und mit Blumen
geschnitzt. Sehr fein moulurierte Rahmen, floraler, elfenbeinfarbener Seidenbezug und
Ziernägel. 100:71:62 cm.
6000.—/8000.—
Provenienz:
Aus altem Zürcher Besitz
1321.
Spiegel in Sonnenform,
Italien, 19. Jh. Holz geschnitzt und vergoldet. Rundes Spiegelglas in rundem,
diamantartig verziertem inneren Rahmen. Der äussere
Rahmen mit Sonnenstrahlen,
welche in zwei Stufen angeordnet sind. D = 75 cm.
500.—/800.—
1321
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1320
Register Seite 111–112
229
230
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1322.
Sehr feiner und bedeutender Regulateur, Louis XV, Frankreich, Paris, circa 1765, das Werk
signiert von Thomas à Paris, das Zifferblatt signiert J. Aguimac à Paris, wohl als Wiederverkäufer. Am Werkgehäuse signiert von Adrien Jérôme Jollain (Meister ab 1763) und Étienne Levasseur
(1721–1798) der die Uhr wohl in der Louis-XVI-Zeit repariert hat und mit Pariser Innungsstempel versehen. Rosenholz, Amarant und Veilchenholz furniert, en papillon gefriest und vergoldete Bronzen. Mehrfach geschweiftes Gehäuse mit bogenartig betontem Sockel und elegant eingezogenem Sockelaufsatz mit
seitlichem Rollwerk und Schlaufen und Blattwerk, alles in vergoldeter Bronze. Der Pendelkasten mit schön
gestalteter Rokoko-Kartusche, von vergoldeter Bronze umrahmt und als Schattenzierde mit Amarant unterlegt. Seitliches Rollwerk in vergoldeter Bronze. Das Werkgehäuse zum Pendelkasten hin mit umlaufender, godronierter Bronzemanschette. Weisses Emailzfferblatt mit römischen Stunden- und arabischen
Minutenzahlen, Wochentagen und Monatskalender, das Werk mit Glockenschlag. Durchbrochene und
gravierte Messingzeiger, Sekundenzeiger in gebläutem Stahl. Das ganze Werkgehäuse in Kartuschenform
und sehr fein mit Bronze gerahmt und mit Amarant schattierend unterlegt, dazwischen schön geflammtes
Rosenholz und Ahorn-Filets. Werkmodifikation. 219:56:28 cm. 20 000.—/30 000.—
Adrien Jérome Jollain, Meister ab 1763 (als Hersteller des Gehäuses)
Étienne Levasseur, Meister in 1766 (als Restaurator)
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
Die hier angebotene Standuhr weist ein besonders elegantes, ganz in Rosenholz, Amarant
und Veilchenholz gehaltenes Gehäuse auf, welches vom berühmten Pariser Gehäusemacher
Adrien Jérome Jollain stammt. Jollain, Spross einer Pariser Uhrmacherfamilie, hatte sich auf
die Produktion luxuriöser Uhrengehäuse spezialisiert. Seine Werkstatt befand sich im Cloître
Saint-Jean-de Latran. Neben den erhaltenen, vom Meister signierten Werkgehäusen, sind auch
einige wenige Kommoden erhalten, die seinen Stempel tragen. Nach seinem Tode, im Jahre
1788 führte seine Witwe die Werkstatt weiter, die noch bis kurz vor der Revolution bestand.
Seine bedeutendsten Arbeiten, wie auch das Gehäuse der hier angebotenen Standuhr, entstanden in den Jahren um 1765-70. Eine praktisch identische Standuhr Jollains mit einem Werk
von Froche à Eu, reproduzieren wir hier zum Vergleich.
1322
1322
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1322
Register Seite 111–112
231
Möbel und Einrichtungsgegenstände
232
1323
1323
1323.
Ungewöhnliche und seltene Konsole, Régence, wohl Liège, erste Hälfte 18. Jh. Eiche, massiv.
Braun-grau-weiss durchzogenes und rötlich geädertes, profiliertes und dreiseitig geschweiftes Marmorblatt
über passig geschweifter und wellig ausgeschnittener Zarge mit zentraler, weiblicher Maske und Rocaillendekor. Seitlich davon mit Blumen und Blattranken. Die Beine wenig geschweift und in zoomorphen Füssen endend. 80:128:67 cm.
1800.—/2800.—
Provenienz:
Aus altem Zürcher Privatbesitz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1325
1324
1324.
Spiegel, Louis XIV, französisch. Holz, profiliert, geschnitzt und vergoldet. Rechteckiger
mit Berainmuster geschnitzter Rahmen, die Flächen mit Spiegelapplikationen, die Ecken leicht
hervorstehend. Durchbrochener Aufsatz mit
Blumenkorb. Jüngere Vergoldung. Restauriert.
80:45 cm.
600.—/1000.—
1325.
Sehr feiner und seltener Spiegel, Louis
XV, um 1760. Holz, profiliert, geschnitzt und
vergoldet. Rechteckiger Rahmen, die oberen
Ecken abgerundet. Fronton mit Vogel und
Zweigen. 85:55 cm.
2000.—/3000.—
1326.
Pendule mit Sockel, Neuenburg, um 1800.
Geschweiftes Gehäuse mit schwarzer Fassung
und floralem Dekor. Emailzifferblatt mit römischen Zahlen und Weckeranzeige. Messingwerk
mit Rechen auf Tonfeder und Glocke. Zugrepetition. 4/4-Schlagwerk. H = 103 cm.
1800.—/2000.—
1326
Register Seite 111–112
233
234
1327
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1327
1327.
Bedeutender Sekretär «à abattant», Louis
XVI, Bern, um 1790–1800, von Johann
Christoph Hopfengärtner (1758–1843). Aus
verschiedenen einheimischen Hölzern wie
Buchs, Nussbaum, Ahorn und Mooreiche.
Hochrechteckiger Korpus auf Pyramidenfüssen.
Dreischübiger Kommodenteil, die Felder der
Schubladen dreigeteilt und mit sichtbaren Traversen, die mit eingelegten Ornamenten verziert sind, ebenso die Zarge. Das Feld des
Schreibfachblattes kreuzweise gefügt mit einem
zentralen ovalen Medaillon. Darüber eine weitere Schublade. Das Innere des Schreibfaches
gliedert sich in ein offenes Fach mit zwei darüber liegenden Schubladen im Mittelteil sowie in
je vier seitlichen Schubladen. Darüber ein
durchgehendes offenes Fach. Originale Zuggriffe und Schlüsselzierde aus vergoldetem Messing. Die ovalen Zuggriffe mit Löwenmotiv. 149:111:54 cm.
10 000.—/15 000.—
Aus altem Berner Patrizierbesitz.
Christoph Hopfengärtner, um 1820
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1327
Register Seite 111–112
235
236
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1328
1328.
Ein Paar venezianische Spiegel im Rokoko-Stil, 20. Jh. Holz profiliert, grundiert, zum
Teil gehöht und grün gefasst. Mit Chinoiserien-Dekor in Goldfarbe bemalt. Hochrechteckiger Rahmen oben geschweift. 84:52 cm.
600.—/800.—
1329.
Ein Paar ungewöhnliche Ziertischchen,
Italien, Florenz, um 1860, in barockem Stil.
Holz, geschnitzt, weiss gefasst und vergoldet.
Rundes, wenig profiliertes Blatt über kanneliertem und sehr reich mit Akanthus und Voluten
geschnitztem Balusterschaft auf dreipassigem
Fuss. H = 73, D = 60 cm.
400.—/600.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1330.
Sehr schönes Rotlack-Encrier, England,
1. Hälfte 19. Jh. Holz, mit rotem Lack und
Chinoiserien bemalt. Von rechteckiger Form,
auf gedrückten und profilierten Kugelfüssen.
Die Front mit einer Schublade, darüber die
Griffelwanne und ein Messing-Bügelgriff zwischen zwei Glasfässchen für Tinte, ein weiteres
Kompartiment mit Deckel dazwischen.
20:41:24 cm.
600.—/800.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Privatbesitz
1329
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1330
1331.
Seltene Serie von vier venezianischen Draperie-Stangen, um 18. Jh. Holz, geschnitzt,
vergoldet und gefasst. Mit Palmettendekor verzierte Rundstangen, der Abschluss mit vasenförmigen Aufsätzen, geschnitzt mit Eierstab und
Akanthus. H = 262 cm.
800.—/1200.—
Solche Draperie-Stangen wurden bei festlichen Prozessionen
auf dem Canale Grande an den Aussenfassaden der Häuser
angebracht. An ihnen befestigt wurden Fahnen mit Familienwappen und Fahnen der Stadt Venedig oder jene des
regierenden Dogen. Die vier Stangen haben sich in unverdorbenem Zustand erhalten und befanden sich bis in die 70er
Jahre in Florenz, Palazzo Serristori, von wo sie vom jetzigen
Besitzer in seine Schlossbesitzung in der Westschweiz verbracht wurden.
Provenienz:
Aus venezianischem Besitz
Palazzo Serristori, Florenz
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1331
Register Seite 111–112
237
238
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1332
1332.
Sehr schöne Louis-XV-Kommode, Frankreich, Paris, circa 1765, signiert von Jacques Dubois
(1763–1742). Rosenholz und Bois de violette furniert, gefriest und in bois de bout eingelegt. Allseitig geschweifter und bombierter Korpus auf hoch ausgeschnittener, welliger Zarge und betont s-förmigen Beinen. Zweischübige Front sans traverse und doppelt profiliertes, passig geschnittenes, originales Rouge
Royal Marmordeckblatt. Die Front mit einer zentralen, schildförmigen Kartusche, flankiert von zwei seitlichen, länglichen Feldern. Das zentrale Feld mit zwei sehr feinen Zweigen mit Rosen und Blattwerk
in schönstem Stirnholz von Veilchenholz eingelegt. Die seitlichen Flächen mit Blütenzweigen, welche aus
volutenartigem Rankenwerk emporsteigen. Die rahmenden Hölzer, auch jene der Eckstollen, sehr schön
gefriest. Die Schmalseiten wiederum mit kartuschenartigen Paneelen verziert. Auf gefriestem Rosenholzgrund finden sich Blütenzweige und Blattranken. Vergoldete Bronzebeschläge in Form von Chutes, Schlüssellochzierden, Zargenzierden, Sabots und feinen Randleisten. Alle in Rokoko-Manier durchbrochen, mit
Blumen und Volutenwerk. 84,5:99:53;5 cm.
18 000.—/25 000.—
Jacques Dubois, Meister ab 1742
Provenienz:
Berner Privatbesitz
1333
Die hier angebotene Kommode, mit ihren feinen Blumeneinlagen in Veilchenholz auf
Rosenholzgrund, ist eine frühe Arbeit der Louis-XV-Zeit, was sich in der noblen Zurückhaltung der sicheren Gesamtgestaltung ausdrückt. Die Qualität der Blumeneinlagen, die,
um eine besondere Wirkung der Blütendarstellung zu erreichen, in Stirnholz, dem sog.
Bois de bout, geschnitten wurde, findet sich in der gleichen Zeit und in vergleichbarer
Ausführung auch auf Möbeln des berühmten Bernard II Van Risen Burgh. Zusammen mit
Van Risen Burgh und Joseph Baumhauer, gehörte Dubois zu den bedeutendsten Ebenisten
der Regierungszeit Ludwig XV. Seine Werkstatt fand sich in der Rue de Charenton, gegenüber dem Hôtel de Mousquetaires. Seine Arbeiten fanden nicht nur am französischen
Hofe Abnahme, auch an den ausländischen Hochadel und bis an den Zarenhof wurden
seine kostbaren Werke geliefert. Dubois war wohl der Meister unter den Kunstschreinern,
dem es, neben B.V.R.B., am besten gelang, die Leichtigkeit des Rokokos in einer noblen
Anwendung auf den Möbelbau zu übertragen. Nie wirken seine Möbel – ob in Lack oder
Edelholz ausgeführt – schwerfällig, immer sind sie von ausgewogenen Linien und weisen
Marketerie-Lack- und Bronzeschmuck auf, der nie dominiert, sondern die Form des Möbels
unterstützt und ihm ein freundliches Gesicht gibt, ohne es je überladen erscheinen zu lassen.
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1332
Register Seite 111–112
239
240
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1334
1333.
Kristall-Deckenleuchter, im Stile Louis
XV, Frankreich. Korbförmiges Metallgestell
mit reichem und geschliffenem Kristallglasbehang in Form von Prismen, Zierobelisken, Kugeln und Ziergehänge. Gläserne Tropfteller und
vasenförmige Tüllen. Elektrifiziert für sechs geschweifte Leuchtarme. 95:55 cm.
600.—/900.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
1334.
Ein sehr feines Paar Eckschränkchen, wohl
Holland, und wohl circa 1770/1775, mit
Wiederverkäufer-Signatur von W. Williamson and Sons, Guildford. Rosenholz
und Palisander, furniert und teils gebeizte Hölzer. Wenig vorstehendes Blatt über einschübiger
Zarge und Schrankfach mit Jalousieverschluss.
Die Zarge wellig ausgeschnitten, die Frontstollen mit angedeuteten Kannelüren. Vergoldete
Bronzebeschläge in Form von Zugringen mit
Rosetten, Schlüssellochzierden, Zargenzierden
und frontseitigen Sabots. 83:76:53 cm.
4000.—/6000.—
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
Die hier angebotenen Eckschränkchen mit ihren schönen
Jalousieverschlüssen, dürften wohl um 1775 in Holland entstanden sein. Die an den Möbeln angebrachte Signatur ist
jene von W. Williamson and Sons im englischen Guildford,
1335
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
241
1336
Surrey, wo die Firma von 1790–96 in der Black Horse Lane
und später in der Chapel Street ansässig war. Williamson
stellten eine Reihe hervorragender Möbel der Zeit George
III und der Regency her. Es ist anzunehmen, dass die Werkstatt unsere hier angebotenen Möbel im 19. Jahrhundert restaurierte und als Wiederverkäufer signierten.
1335.
Gefasste Bergère, Italien, Venedig, im Stile
Louis XV. Holz, geschnitzt und gefasst.
Hufförmiger Sitz über schlichter, wellig ausgeschnittener und moulurierter Zarge. Die Beine
s-förmig geschweift und in Paarhufen endend.
Mit geschnitzter und grün gefasster Blattornamentik verziert, weisser Grund. 74/35:66:70 cm.
300.—/500.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1336
1336.
Überaus elegantes und seltenes Sideboard,
Sheraton, England, um 1790. Mahagoni mit
Ebenholz-Filets. Längsrechteckiger Korpus mit
seitlich zwei geschweiften Schubladen, auf gedrechselten Beinen, dazwischen drei Besteckschubladen, wobei die mittlere leicht hervorsteht. Unter den Schubladen die geschweifte
Zarge, als Arbeitsfläche herausziehbar. Der Aufsatz mit zwei Schiebetüren und einer Galerie aus
Messing und Bronze, zum Teil vergoldet, mit
Vorhang und zwei Petrollampen. 149 ( ohne Lampen), 222,5:83 cm.
6000.—/9000.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
242
1337
1337.
Sehr feine Console desserte auch Console à
hauteur d’appui, Louis XVI, Frankreich,
Paris, circa 1780. Mahagoni, massiv und furniert. Seitlich gerundeter Korpus auf balusterartigen und kannelierten Stabbeinen in Sabots. Das
Blatt, wie auch die beiden passig geschnittenen
Tablare, in sehr schönem bleu-turquin-Marmor.
Einschübige Zarge mit Zugringen und Rosetten,
die Flächen mit vergoldetem Bronzeperlband
gerahmt, die Stollen mit gerillten Zierbronzen
versehen. Alle Marmorplatten mit umlaufenden
Galerien. 108:98:46 cm.
6000.—/8000.—
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
1338
Das hier angebotene Ziermöbel entspricht einer seltenen Form der Console Desserte, die meistens nur über ein
Zwischentablar verfügt. Hier nun wird das besonders in der
Louis-XVI-Zeit sehr beliebte Zier- und Anrichtemöbel über
zwei Etagen mit einem sehr schönen blau-grau durchzogenen
Marmorblatt bereichert, was Ablageflächen auf drei Niveaus erlaubt. Die aussergewöhnliche Art der in zwei Stufen individuell gestalteten Balusterbeine, wie auch die Ausgewogenheit der Gestaltung, lassen dieses Möbel einer der bedeutenderen Pariser Werkstätten im
Umkreise von Topino zuweisen.
1338.
Wiener Kaminuhr mit beweglichen Figuren, Amor seine Pfeile schmiedend, um 1825. Holz,
ebenisiert, geschnitzt und vergoldet. Mit rechteckigem Sockel auf Scheibenfüssen, darüber ein Trachtenmädchen mit einem Korb. Neben ihr das Werkgehäuse als Turm mit Toreinfahrt und seitlicher Palme. Der
weisse Zifferring mit römischen Zahlen und angedeuteten Minuten. Figur des Amors, am Amboss einen
Pfeil schmiedend. Zu überholen. 39:34:14 cm.
500.—/700.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1339
Register Seite 111–112
243
244
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1340
1339.
Sehr feiner vierarmiger, nordböhmischer
Kronleuchter, um 1800, wohl Jancke & Co.
Bor (Haida), heute Novi Bor. Messing vergoldet und Kristallglas. Schlanker Schaft, mit
vier s-förmigen Leuchterarmen, die aus dem
vergoldeten Glaskelch hervorgehen. Der Abschluss oben mit einer vergoldeten Messingkrone, darunter zwei mit Glasquadern verzierte
Reife. Restauriert und elektrifiziert. 115:60 cm.
6000.—/8000.—
1340.
Kommode, Louis XVI, Bern, 1795–1800,
aus der Werkstatt des Johann Christoph
Hopfengärtner (1758–1843). Kirschbaum,
Buchs und Ahorn auf Nadelholz furniert.
Rechteckiger, frontseitig mit Mittelrisalit abgesetzter Korpus auf Pyramidenfüssen und abgeschrägten vorderen Eckstollen. Drei übereinander liegende, dreifeldrige Schubladen mit
sichtbaren Traversen, die Zarge mit einem Doppelmäander. Passig geschnittenes und profiliertes
Marmorblatt aus Amsoldingen (Marbre d’Amsoldingen). Originale Zugringe und Schlüssellochzierde aus Messing. 84:100:54 cm.
10 000.—/15 000.—
Christoph Hopfengärtner, um 1820
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1341
1341.
Sekretär, Stil Louis XVI. Nussbaum und
Wurzelmaser sowie mit verschiedenen Edelhölzern eingelegt. Hochrechteckiger Korpus mit
abgeschrägten vorderen Eckstollen auf Pyramidenfüssen. Die Front dreigeteilt, unten mit zwei
Schubladen, darüber das Schreibfach mit herunterklappbarem Fach und einer weiteren Schublade. Die Flächen sind sehr reich eingelegt. Der
Sockel mit einem Mäander, die Flächen der unteren Schubladen mit einem Federfries umrandet, das Schreibblatt mit einem ovalen Medaillon eingelegt und die Fläche der obersten
Schublade durchgehend mit einem Federfries
eingelegt. Im Schreibfach verschiedene offene
Fächer mit kleinen Schubladen. Messingbeschläge. 132:87:47 cm.
2000.—/3000.—
1341
Register Seite 111–112
245
Möbel und Einrichtungsgegenstände
246
1343
1342
1344
1342.
Schöne und sehr ungewöhnliche Bergère, Louis XV, Frankreich, wohl Vallée du Rhône, circa
1765. Nussbaum, massiv und geschnitzt. Trapezförmiger Sitz über wellig ausgeschnittener und moulurierter, mit Blumen geschnitzter Zarge und geschweiften Beinen. Die Rückenlehne bogenförmig abschliessend
und mit Blumenschnitzerei versehen. In eleganter Ohrenform abfallende Wangen mit gepolsterten Armstützen. Die Handgriffe ausfahrbar. Veloursbezug. 114/50:71:98 cm.
3000.—/5000.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
1343.
Feine Pendule mit Sockel, Bern, 18. Jh., das Werk Benedicht Blaser (1697–1758) zuzuschreiben.
Geschweiftes Gehäuse mit roter Fassung und Blumendekor bemalt. Emailzifferblatt mit römischen und
arabischen Zahlen, vergoldete Zeiger mit feiner Gravur. Messingwerk, Wechselschlag auf zwei stehenden
Glocken über doppelter Schlossscheibe, Spindelhemmung, 4/4-Schlag. H: 76 cm
6000.—/8000.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
247
1345
1346
1344.
Zwei Fauteuils en cabriolet, Louis XV, Frankreich, um 1760. Buche, mouluriert und geschnitzt.
Halbrunder Sitz mit geschweifter Zarge, die in s-förmige Beine übergeht. Violinförmiger Rücken mit geschweiften, zurückversetzten Armlehnen. Beiger Bezug. 86:62:65 cm.
1500.—/2000.—
1345.
Kleine Kommode, Louis XV, Paris, um 1760. Rosenholz und Palisander. Rechteckiger zweischübiger
Korpus, von drei Seiten geschweift und gebaucht. Geschweifte Zarge, die in geschweifte Beine übergeht.
Zuggriffe, Sabots, Eckverzierungen und Schlüssellochzierde aus vergoldeter Bronze. Grau-rosa farbener
Marmor, weiss durchzogen. 83:77:44 cm.
6000.—/8000.—
1346.
Fünf seltene Stühle, Transition, Strassburg, um 1760. Nussbaum, geschnitzt, kanneliert und profiliert. Sitz und Rückenlehne mit Joncgeflecht. Sitzkissen und Armlehnen mit rotem Veloursbezug. 97:61:55 cm. 1000.—/1500.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
248
1347
1347
1347.
Schöner Transition-Sekretär, Louis XV/Louis XVI, Frankreich, Paris, circa 1770, mit Signatur,
von Georges Jacob (1739–1814) oder Georges Jansen (geb. 1726) und mit Pariser Innungsstempel versehen. Rosenholz und Veilchenholz furniert und gefriest. Grau-weiss durchzogenes und profiliertes Gris Sainte-Anne belge Marmordeckblatt über hochformatigem Korpus auf wellig ausgeschnittener
Zarge und wenig geschweiften Beinen. Die Frontstollen geschrägt, die in Rosenholz furnierten Flächen
von feinem Bandwerk umrahmt und sehr schön gefriest. Das Bandwerk in grün gefärbtem Ahorn. Mit
einer Friesschublade über klappbarem Schreibblatt mit grünem Lederbezug. Das Innere mit sechs Schubladen und vier offenen Briefablagen von verschiedener Grösse. Unter dem Schreibteil ein zweitüriges
Schrankfach. Feine, vergoldete Bronzebeschläge in Form von Chutes, Zugringen, Schlüssellochzierden,
Zargenzierden, Beinbronzen und Sabots. 139:81:38 cm.
4000.—/6000.—
(wohl) Georges Jacob, Meister ab 1765 oder (eher) Georges Jansen, Meister ab 1767
Provenienz:
Privatbesitz
Die vorhandene Signatur an dem hier angebotenen Sekretär ist nur in Teilen erhalten, doch sind die ersten Buchstaben, insbesondere das G, die Zwischenmarkierung in Form eines Kreuzes (+) oder eines Punktes und das J und A in der Form
wie wir es auf der bekannten Stempelsignatur von Georges Jacob (1739–1814) und
Georges Jansen (geb. 1726) vorfinden deutlich vorhanden. Sollte die hauptsächlich im
Bau von luxuriösem Sitzmobiliar tätige Werkstatt von Georges Jacob das hier angebotene Möbel signiert haben, so wäre dies wohl anlässlich einer Restaurierung noch im
18. Jh. geschehen. Viel eher aber ist eine Zuweisung des Möbels an den aus Dänemark
gebürtigen Georges Jansen denkbar. Jansen, der sein Atelier in der Rue du Faubourg
Saint-Antoine hatte, wo er bis 1785 tätig war, erhielt die Meisterwürde im Jahre 1767,
also wohl kurz vor der Herstellung des hier angebotenen Sekretärs. Von ihm ist eine
grosse Anzahl sehr guter Schreibmöbel und Kommoden der Transition-Zeit erhalten.
1348.
Fauteuil, Louis XVI, Westschweiz oder Bern, circa 1790.
Nussbaum, massiv. Hufförmiger Sitz über moulurierter Zarge und sich
nach unten verjüngende und kannelierte Stabbeine. Die Rückenlehne jochartig gestuft und sehr fein geschnitzt. Die Armstützen
kanneliert und gepolstert. 92:59:59 cm.
600.—/1000.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
1348
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1347
Register Seite 111–112
249
Möbel und Einrichtungsgegenstände
250
1349
1349.
Sehr feiner Louis-XV-Spiegel, Frankreich, Paris, circa 1750-60. Holz, geschnitzt und vergoldet.
Hochformatiges Spiegelglas in elegant profiliertem und mouluriertem Rahmen und dieser umwunden und
verziert mit Weintrauben und Laubwerk. Die äusseren Volutenschwünge weitere Spiegelgläser rahmend.
Sehr fein und reich gestaltetes Fronton mit Rosen und Ranken innerhalb einer aus zwei C-Voluten gebildeten Kartusche. 119:81 cm.
2000.—/4000.—
Provenienz:
Aus einer alten Zürcher Sammlung
1350.
Grosse Pendule mit Sockel, Louis XV, Paris, signiert Roquelon à Paris. Geschweiftes Gehäuse mit
Rosenholz furniert. Dreiseitig mit reichen, vergoldeten Bronzeapplikationen versehen. Abschluss mit
sitzender Frauenfigur. Vergoldetes Zifferblatt, Emailkartuschen mit römischen Zahlen. Messingwerk,
Schlag über Schloss-Scheibe auf drei Glocken. Rückplatine signiert Roquelon à Paris. 3/4-Schlagwerk. H = 140 cm.
7000.—/9000.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1350
Register Seite 111–112
251
252
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1351
1351.
Schöne Marketerie-Kommode, Stil Louis
XV, 19. Jh. Eiche mit Rosenholz furniert und
mit verschiedenen, zum Teil eingefärbten Hölzern reich mit Blumenmotiven eingelegt. Von
drei Seiten gebauchter und geschweifter Korpus.
Zwei Schübe ohne sichtbare Traverse. Geschweifte Beine, die in die untere geschweifte
Schublade übergehen. Vergoldete Bronzebeschläge. Profilierte rot-graue Marmorplatte. 85:114:56 cm.
2000.—/2500.—
1352.
Ein Paar sehr schöne Appliken, spätes
Louis XV. Bronze vergoldet. Zweiarmige
Leuchter mit Akanthus und durchbrochenen
Rocaillen. 50:28:17 cm.
1200.—/1500.—
1352
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
253
1353
1353.
Kommode, Stil Louis XV, französisch,
2. Hälfte 19. Jh. Rosenholz und Palisander auf
Eiche furniert sowie mit verschiedenen Fruchthölzern eingelegt. Längsrechteckiger, trapezförmiger, zweischübiger Korpus sans traverse. Von
drei Seiten geschweift und gebaucht. Die Front
hat ein zentrales Medaillon mit Blumenstrauss
über beide Schubladen. Betont geschweifte
Zarge, die in s-förmige Beine übergeht. Chuts,
Sabots, Zargenzierde und Zuggriffe aus Bronze.
Passig geschnittenes, leicht hervorkragendes,
profiliertes Blatt aus Brèche-d’Alep-Marmor.
90:117:48 cm.
2000.—/3000.—
1354.
Ein Paar sehr feine Appliken, Stil Louis
XV, in der Art von Henry Dasson, Frankreich, 2. Hälfte 19. Jh. Bronze vergoldet.
Zweiarmige, sehr fein gearbeitete Leuchter mit
Akanthus und Rocaillen. 36:23:15 cm.
500.—/800.—
1354
Register Seite 111–112
254
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1355
1355.
Grosse und prächtige Mahagoni-Kommode, Louis XVI,
Frankreich, Paris, 1780 und
später modifiziert, trägt eine
apokryphe Signatur J.H. Riesener und JME. Mahagoni, furniert, massiv und vergoldete
Bronzen. Längsformatiges, weissgrau durchzogenes, profiliertes
und bastionsartig ausgeschnittenes
Marmorblatt über sechsschübigem Korpus auf frontseitig spiralförmig kannelierten und sich
nach unten verjüngenden Stabbeinen in Sabots. Die Front mit
1355
zwei grossen, Schubladen sans
traverse und einer dreigeteilten Friesschublade, wobei die mittlere Friesschublade in englischer Manier gestaltet ist, mit herausziehbarem, lederbezogenem Schreibblatt und zwei kleinen Schüben mit Zugringen.
Die Schubladenfronten in fünf bronzegerahmte Paneele unterteilt, die Schmalseiten ebenso gestaltet und
mit zentraler Rosette verziert. Betonte Stollen-Bronzen mit Kannelierung und korinthischen Kapitellen.
Der Fries mit umlaufendem Zopfband, dazwischen Akanthus. Zargenzierde in Rankenform und Handhaben in Form von Zugringen mit Zierrosetten, klassische Schlüssellochzierden. 90:137:64 cm.
12 000.—/15 000.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1355
Register Seite 111–112
255
256
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1357 Detail
1356.
Ein Paar Appliken, Stil Louis XV. Bronze vergoldet. Zweiarmige Leuchter. 32:29:17 cm.
500.—/700.—
1357.
Spiegel, Louis XV, Bern, von
Johann Friedrich Funk I. 1760/65.
Lindenholz, profiliert. geschnitzt und
vergoldet.
Rechteckiger
KarniesRahmen, die unteren Ecken graviert
mit Akanthus-Motiv. Der Fronton mit
Dreipass-Rocaille-Kartusche und Knospe.
Fronton zu restaurieren. Altes Quecksilberglas. 114:66 cm.
3000.—/4000.—
1358.
Spiegel, Louis XV, Bern, von
Johann Friedrich Funk I, um 1760.
Lindenholz, profiliert, geschnitzt, graviert und vergoldet. Rechteckiger
Karnisrahmen, die unteren Ecken mit
Akanthus-Motiven graviert. Fronton:
Dreipass-Rocaille-Kartuschen mit hängendem, durchbrochenem Fünfblatt.
Die seitlichen Felder mit durchbrochenen Rocaillen und Blumen. Originales
facettiertes Quecksilberglas. 130:81 cm.
4000.—/6000.—
1356
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1357
1358
Register Seite 111–112
257
258
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1359
1359.
Sehr feines und ungewöhnliches GuéridonTischchen, Frankreich, Paris, um 1880.
Holz, schwarz gelackt und vergoldete Bronzen.
Das vertiefte Blatt in Form einer Japan-Lackschale mit angedeutetem Flechtwerk. Innen auf
schwarzem Grund mit sehr feiner Goldmalerei.
Die bogenartig ausgeschnittene Zarge auf s-förmig geschweiften Beinen, welche ein rechteckiges, von einer Galerie umfasstes Tablar umfassen. Sehr feine Zierbronzen als Chutes, Sabots
und teils geknoteten Kordeln und Quasten.
74:30:35 cm.
3000.—/4000.—
Provenienz:
Aus altem Privatbesitz
Das hier angebotene, überaus reizvolle Ziertischchen ist eine
qualitativ sehr hochstehende Pariser Arbeit der Zeit um 1870
bis 1900. Die Vorliebe und Verwendung asiatischer Lackarbeiten hat im französischen Möbelbau lange Tradition und
so ist auch der Kunstschreiner des hier angebotenen Tischchens sicher von den Arbeiten der Ebenisten der Louis-XVZeit stark beeinflusst gewesen, ohne jedoch auf eine ganz
eigene, der Zeit des ausgehenden 19. Jh. entsprechender
Formensprache verzichtet zu haben.
1359
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1359
1360.
Tisch- und Kaminuhr, England, 19. Jh.
Metallgehäuse mit reicher und feiner Lackfassung. Das Gehäuse in Form einer chinesischen
Pagode, mit fächerartig zulaufendem Dach und
ausgeschnittenem Sockel auf Winkelfüssen. Das
Zifferblatt mir römischen Stundenzahlen und
angedeuteten Minutenzahlen. Das Gehäuse
überaus fein mit chinoisen Szenen in Goldmalerei dekoriert. Zu überholen. 24:16,5:11 cm.
400.—/600.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1360
Register Seite 111–112
259
Möbel und Einrichtungsgegenstände
260
1361
1361.
Eine sehr schöne Chaiselongue als Duchesse brisée, Louis XV, Frankreich, Paris oder Lyon,
2. Hälfte 18. Jh. Nussbaum, massiv, mouluriert und geschnitzt. Längsformatiges, zweiteiliges Sitz- und
Ruhemöbel aus einer langgezogenen Bergère und einem langen Fussteil. Beide mit gerundeten Endstücken
als Rückenlehne bzw. Fussende. Die Armstützen gepolstert. Der ganze Rahmen sehr elegant geschweift
und mit Blumen und Rankenwerk, Voluten und Akanthus geschnitzt und sehr schön mouluriert. Auf acht
geschweiften, s-förmigen Beinen. Roter, floraler Bezug. 96:82:200 cm.
3000.—/4000.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Privatbesitz
Die hier angebotene Chaiselongue aus zwei Teilen geformt, wurde in Frankreich ab der Mitte des 18. Jahrhunderts hergestellt und
unter dem Namen Duchesse briséee bekannt. Die Duchesse brisée ist eine Chaiselongue, die immer in mindestens zwei, oftmals aber
auch drei Einzelstücke unterteilt wird. Sie besteht also mindestens aus einer langen Bergère und einem Fussteil, so wie bei der hier
angebotenen, oder aber aus einer Bergère, einem Fussteil und dazwischen einem pouf, dem hockerähnlichen Zwischenstück. Das
Schnitzwerk des hier angebotenen Sitzmöbels ist mit ihren einander entgegenlaufenden Rokokoschwüngen und den feinen Blatt- und
Blumenschnitzereien eine Arbeit, die sicher einem der berühmteren Ateliers zugewiesen werden darf und könnte möglicherweise auch
in Lyon, im Umkreise eines Pierre Nogaret entstanden sein.
1362.
Bedeutender und seltener grosser Rokoko-Spiegel, Bern, circa 1765, von Johann Friedrich Funk I
(1706–1775). Holz, geschnitzt, profiliert, graviert und vergoldet. Hochformatiges Spiegelglas in gekehltem,
fein profiliertem und sehr fein geschnitztem Rahmen mit Blattwerk- und Rankenschnitzerei. Das Fronton
aus zentraler, leicht asymmetrisch gestalteter und durchbrochener Kartusche, darin hängende Blüten. Seitlich wird die Kartusche von flügelähnlichem Schnitzwerk von durchbrochenem Voluten und Gitterwerk
flankiert. Das Spiegelglas später. Originalvergoldung und sehr schöne Patina. 136:86 cm.
10 000.—/12 000.—
Provenienz:
Aus Schweizer Privatbesitz
Der hier angebotene, grosse und besonders fein geschnitzte Salonspiegel, zählt zu den feinsten Schöpfungen seiner Art, welche die berühmte Werkstatt des Johann Friedrich Funk I in der Zeit um 1765 schuf. Der Spiegel lässt sich zeitlich sehr genau einordnen, taucht
doch identisches Gitterwerk 1766/67 an einem für Johann Friedrich Funk I durch Hausrechnungen belegten Konsoltisch auf, welcher
sich im Wildtschen Haus in Basel aus der Originalausstattung erhalten hat.
Literatur:
Hermann von Fischer Fonck à Berne, Bern, 2001, S. 231, Abb. 445, für den Konsoltisch mit Gitterwerk von 1766/67 aus dem
Wildtschen Haus in Basel
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1362
Register Seite 111–112
261
262
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1363.
Kommode, Transition, Westschweiz, um 1760. Nussbaum.
Längsrechteckiger, dreischübiger Korpus, mit sichtbaren Traversen, von drei
Seiten geschweift und leicht gebaucht.
Das Feld der Schubladen dreigeteilt.
Die geschweifte Zarge geht in die
ungewöhnlich hervorstehenden Beine
über, die einen nahtlosen Übergang zu
den markanten Eckstollen bilden. Das
Feld des Blattes und der Seiten sind
kreuzweise gefügt. Passig geschnittenes
und leicht hervorstehendes Blatt.
Schlüsselzierde und Zuggriffe aus
Bronze eine Urne darstellend und zwei
Portraits. 82:136:66 cm.
2000.—/3000.—
1363
1364
1364.
Zwei Ziertische, Stil Louis XV,
Frankreich, 19. Jh. Rosenholz auf
Eiche furniert. Längsrechteckiger einschübiger Korpus mit geschweifter
Zarge, die in elegante s-förmige Beine
übergeht. Geschweiftes, rechteckiges
Blatt, mit nach aussen gerundeten
Ecken sowie gefasst von einer Messingschiene. Das Feld des Blattes «au
papillon» gefügt. Zuggriffe und Sabots
aus vergoldeter Bronze. Die Zarge mit
eingeschlagener Punze «FRANCE».
72:45:35 cm.
1200.—/1700.—
1365.
Fussschemel, Louis XV, Frankreich, um 1750. Nussbaum, mouluriert, geschnitzt und grau gefasst mit
Resten von alter Vergoldung. Rechteckiger, von allen Seiten geschweifter
Schemel mit geschweifter Zarge, die in
kurze, elegante Beine übergeht mit
eingerolltem Fuss. Hellgelber Seidenbezug. 19:36:33 cm. 200.—/400.—
1366.
Spiegel, Régence, Frankreich,
1. Hälfte 18. Jh. Holz beschnitzt und
vergoldet, zum Teil grün untermalt.
Rechteckige Grundform mit Voluten
und Muscheln. 125:86 cm.
1500.—/2500.—
1367.
Spiegel, Louis XV, schweizerisch,
um 1745. Holz, mit Doucine-Profil
profiliert, geschnitzt und vergoldet.
Rechteckiger Rahmen, die unteren
Ecken mit geschnitztem Akanthus und
Blüten, die oberen abgerundet. Der
Aufsatz leicht asymmetrisch mit durchbrochenen Rocaillen und Kartusche.
132:83 cm.
2000.—/4000.—
1365
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1366
1367
1368
1369
263
1368.
Deckenlüster, im Stile Louis XV, Frankreich, um 1900. Korbartiger Leuchtkörper mit reichem,
facettiertem Glasbehang. Elektrifiziert. 90:65 cm.
400.—/600.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1369.
Grosser, spiralförmiger Deckenleuchter, Italien, Florenz, circa 1930. Eisenblech vergoldet und
patiniert, reicher Glasbehang mit sehr feinen Prismen. Mit zentralem Baluster und von diesem aus mit geschweiften Leuchtarmen und blütenförmigen Tropftellern. Nach unten hin abschliessend mit einer sehr
reich behangenen Spirale. Kaskaden von Glasperlen und Prismen zieren den oberen Abschluss. 130:73 cm.
800.—/1200.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
264
Das Baur au Lac, Zürich, 1910
1370.
Ungewöhnliche und seltene gefasste Kommode des Pascal Coigniard (Meister ab 1777). Holz,
grün-grau gefasst. Profiliertes Rouge Royal Marmordeckblatt über zweischübigem Korpus mit wenig
geschweiften Beinen und gerundeten Eckstollen. Signiert unter der Marmorplatte, vorne links. 117:126:59 cm.
3000.—/5000.—
Pascal Coigniard, Meister ab 1777
Provenienz:
Hotel Baur au Lac, Zürich
Zürcher Privatbesitz
Die hier angebotene Kommode stellt ein Unikat im Werk des Pariser Ebenisten Pascal Coigniard dar, sind doch seine Möbel stets von
einem klaren und sehr schlichten Louis-XVI-Stil und in Mahagoni furniert, seltener auch mit Blumenmarketerie versehen. Coigniard,
dessen Stempelsignatur sehr selten auf Auktionen zu finden ist, hatte seine Werkstatt in der Rue de Charenton, unweit des Hospice des
Qinze-Vingt, wo er noch 1791 nachzuweisen ist.
1370
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1370
1370
Register Seite 111–112
265
266
Möbel und Einrichtungsgegenstände
David Roentgen
«So heisst ein Tischler: Herr geheimer Rath! –
Dies ist sicher das einzige Beispiel in der ganzen Weltgeschichte,
dass ein Tischler ein geheimer Rath ward.»
(Freiherr von Wackerbarth auf seiner Rheinfahrt 1791 über David Roentgen)
1371.
Bedeutender Rollschreibtisch, deutsch, Neuwied, circa 1773–75, von David Roentgen (Herrnhaag 1743–1807 Wiesbaden) und seiner Werkstatt. Fruchtholz, Ahorn, Rosenholz, Nusswurzelmaser
und gefärbte Hölzer auf Eichenkorpus furniert. Von sehr eleganter Form des Spätrokokos, mit geschweiften, s-förmigen Beinen, wellig und bogenförmig ausgeschnittener Zarge und geschweiftem und bombiertem Korpus. Die Front mit Zylinderverschluss, das Schreibblatt ausziehbar und ein schön gestaltetes Inneres
freigebend, mit zwei kleineren und einer grösseren Schublade, darüber offene Briefkompartimente. Die
beiden unteren Schubladen nur angedeutet. Die Schreibfläche mit goldgeprägtem, grünem Leder bezogen.
Die Zarge mit einer zentralen Schublade und zwei angedeuteten, seitlichen Schrankfächer. Die Türchen
herauszieh- und schwenkbar, um zwei Schubladenstöcke zu eröffnen. Das rückseitige Kompartiment mit
drei übereinanderliegenden Schüben, das schwenkbare Kompartiment mit zwei übereinander angeordneten
Schubladen und einem darüber liegenden Fach mit Jalousieverschluss in zweifarbig alternierenden Hölzern
von Ahorn und Palisander, die Korpusse selbst in Kirschholz gefertigt und mit feinen, vergoldeten Bronzezügen versehen. Die fein und zurückhaltend gemaserten Furnierflächen als Grund für die prächtigen mosaikartigen Einlagearbeiten in Form von Blumen für die Schmalseiten, Blumen und Blumengebinde für die
Schubladen und Schwenkfächer, Rosenknospen und Blüten für die Zargenschürze und ein grosses Gebinde
mit Gartengerätschaften, Rosen, Tulpen und anderen Blumen für den Zylinderverschluss. Das Gebinde in
Trompe-l’œil-Manier durch Ösen geflochten, über das rahmende Bandwerk gespannt. Vergoldete Messinghandhaben und Zierleisten. 105:99:65 cm.
50 000.—/80 000.—
Provenienz:
Aus einer alten Schweizer Privatsammlung in der Westschweiz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1371
Register Seite 111–112
267
268
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1371
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
269
David Roentgen (stehend mit Pfeife) am Zarenhof in St. Petersburg, Scherenschnitt von Johann Friedrich Anthing, 1784
Das hier angebotene Zylinderbureau, oder Rollschreibtisch, ist ein besonders schönes Werk der Neuwieder Roentgen-Werkstatt. Mit
seinen zurückhaltenden Schweifungen und seiner im Ganzen noch sehr englisch wirkenden Formgebung, ist es der Spätzeit des deutschen Rokokos zuzuweisen und kann in die unmittelbaren Jahre nach der Zeit eingeordnet werden, als die berühmte Werkstatt von
dessen Gründer Abraham Roentgen (Mühlheim am Rhein 1711–1793 Herrnhut) im Jahre 1772 an dessen Sohne David überging. Unser
Rollschreibtisch ist eine direkte Weiterentwicklung eines in die Zeit um 1755–60 zu datierenden Modells eines Klappschreibtisches
Abraham Roentgens, ehemals Sammlung der Markgrafen und Grossherzöge von Baden, Schloss Baden-Baden, dessen Grundform bereits jener entspricht, wie wir sie an dem hier angebotenen Möbel finden. Um 1773, als der Vater mit der Werkstatt noch eng verbunden war, schuf David Roentgen einen Rollschreibtisch, welcher mit RÖNTGEN. FEC: a NEUWIED signiert war und unserem
Möbel besonders verwandt ist. Dieses Möbel, das sich noch bis in die frühen 40er Jahre im Berliner Stadtschloss befand, gilt als Kriegsverlust. Seine zeitliche Zuweisung, wie auch die Zuweisung des hier angebotenen Möbels, erfolgt auf der Grundlage eines wiederum in
die gleiche, kleine Gruppe von Schreibmöbeln zuzuweisenden Rollschreibtisches, welcher in der Rentierrechnung des kurfürstlichen
Hofes von 1773 erwähnt wird und wohl auf Empfehlung des Trierer Kurfürsten Clemens Wenzelslaus an seine Schwester Kurfürstin
Maria Anna geliefert wurde. Dieses mit Blumenwerk eingelegte Möbel trägt auf beiden Schmalseiten die Datierung auf Buchdeckel
Almanach 1773 und hat sich in der Münchener Residenz erhalten. Die Bronze-Züge unseres Rollverschlusses entsprechen schon
durchaus einem Modell des Frühklassizismus und finden sich in identischer Weise am 1775 zu datierenden Pultschreibtisch aus der ehemaligen Sammlung Sir Robert Abdy, Paris. Was die Anordnung der überaus feinen und in ihrer Färbung sehr schön erhaltenen Marketerien an unserem Möbel betrifft, so ist sie praktisch identisch mit jener am ehemaligen Möbel im Berliner Stadtschloss, wobei wir dort
Schreibutensilien und Ziervasen anstelle der Gartengerätschaften und
Blumen finden. Identische Marketerie, wie Roentgen sie an unserem
Rollschreibtisch anwendet, finden wir an einem um 1770–75 zu datierenden Spieltisch, ehemals Zürich, Sammlung Neupert, und einer
Pultschreibkommode, ehemals im Besitze der Grafen Dohna als Geschenk nach Schloss Heynitz und 1943 bei Lange, Berlin, versteigert.
Wiederum identische Marketerie und mit gleicher Einfassung von gestückeltem Zierfilet, wie es unser Möbel aufweist, finden wir an
einem Arbeitstischchen der Zeit um 1772–75 in Schloss Homburg
v.d.H. und schlussendlich in schönster und reichster Form an einem
Schreibsekretär, Neuwied, um 1772–75, wiederum ehemals Schlossmuseum Berlin und kriegsverlustig.
Die kostbaren und seltenen Arbeiten der Roentgen-Werkstatt vermochten zu jeder Zeit Auftraggeber und Sammler zu faszinieren.
1371
Register Seite 111–112
270
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1371
Die hohe Qualität der Ausführung und die durchdachten Verwendungsmöglichkeiten der Möbel sind unübertroffen und waren in
ihrer Zeit ebenso beliebt, wie sie es auch heute noch sind. Die Neuwieder Werkstatt war besonders in der Zeit der Entstehung unseres
Möbels, also in den Jahren um 1772–1775 im Aufbruch und unter neuer Leitung durch David Roentgen auf dem Wege zu grosser
Expansion. Die Möbel der berühmten Manufaktur wurden an alle grossen Höfe Europas geliefert und die Manufaktur selbst eine
grosse Attraktion unter Reisenden der Zeit. Im Jahre 1774 besuchte Goethe, als Sturm-und-Drang-bewegter, junger Mann Neuwied.
In seinem Gefolge fanden sich der Schweizer Physiognomiker Lavater und der Schulreformer Basedow. Sie besahen sich in Neuwied
die Kunstarbeiten bey Schreiner Röntgen. Zeitlebens übten die Möbel Roengtens auf Goethe eine grosse Magie aus. In einigen seiner
Erzählungen griff er diese Preziosen des Kunsthandwerks auf, etwa im Märchen «Die neue Melusine», welches er 1807 (dem Todesjahr
David Roentgens) als Teil von «Wilhelm Meisters Wanderjahre» schrieb:
«Wer einen künstlichen Schreibtisch von Röntgen gesehen hat, wo mit einem Zug viele Federn und Ressorts in Bewegung kommen, Pult und Schreibzeug, Brief- und Geldfächer sich auf einmal oder kurz nacheinander entwickeln, der wird sich eine Vorstellung
machen können, wie jener Palast entfaltete, in welchem mich meine süsse Begleiterin nunmehr hineinzog. Alles war geräumig, köstlich
und geschmackvoll.»
Als Hoflieferant Ludwig XVI. und dessen Gemahlin Marie Antoinette wurde er zum Ebéniste mécanicien du Roi et de la Reine ernannt,
Carl Alexander von Lothringen, der Schwager Maria Theresias, hatte den begnadeten Ebenisten zum Artiste-ébéniste et machiniste du
prince ernannt und Friedrich Wilhelm II. von Preussen zeichnete ihn mit dem Titel Königlich Preussischer Kommerzienrat aus.
Literatur:
Josef Maria Greber Abraham und David Roentgen, Möbel für Europa,
Starnberg, 1980, Bd. 2, Abb. 102 für den Klappschreibtisch aus der
Sammlung der Markgrafen von Baden, Abb. 330, 331 für das Arbeitstischchen in Schloss Homburg v.d.H, Abb. 376 und 377 für den
Rollschreibtisch in der Residenz München, Abb. 393, 394 für den
kriegsverlustigen Rollschreibtisch aus dem Schlossmuseum, Berlin.
Josef Maria Greber, David Roentgen, der königliche Kabinettmacher
aus Neuwied, Leben und Werk 1743-1807, Neuwied, 1948, Abb. 41
für den Schreibschrank im Schlossmuseum in Berlin.
Hans Huth, Abraham und David Roentgen und ihre Neuwieder Möbelwerkstatt, Berlin, 1928, Abb. S. 13 für den Rollschreibtisch der ehemaligen
Sammlung Sir Robert Abdy, Paris und Abb. S. 51 für den Spieltisch
der Sammlung Neupert, Zürich.
Dietrich Fabian, Roentgen Möbel aus Neuwied, Bad Neustadt, 1986,
Abb. 389-392 für die Pultschreibkommode, ehemals Schloss Heynitz,
als Geschenk der Grafen Dohna.
Sebastian Preuss, Möbel für Monarchen, Kulturstiftung der Länder, 2015
Wohn- und Geschäftshaus von David Roentgen in Neuwied
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1371
Register Seite 111–112
271
272
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1372.
Schöner Klapptisch, England,
George IV, 1. Hälfte 19. Jh. Mahagoni, massiv und furniert. Rechteckiges, an den Ecken gerundetes und
klappbares Blatt über einschübiger
Zarge und fein gedrechselten Balusterbeinen in Sabots auf Rollen. Messingzugringe.70:50:90 cm. Die Verlängerungen je 25 cm.
600.—/1000.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
1372
1373.
Folge von vier Stühlen und zwei
Armlehnstühlen, George III, um
1790. Mahagoni. Trapezförmiger Sitz,
die Front leicht geschweift. Gerade
Zarge mit sich nach unten verjüngenden Vierkantbeinen, die durch einen
H-Steg verbunden sind. Gerader,
durchbrochener, oben abgerundeter
Rücken, im Stile von Hepplewhite
mit geschnitzten Vasen, Blumen und
Schleifen. Grünlicher Zick-Zack-Bezug. 98:54 (61):56 cm.
2000.—/3000.—
1373
1374.
D-End Auszugstisch, George III,
England, um 1800. Mahagoni. Runder Tisch auf Vierkantbeinen, die in
Messingsabots enden. Zwei Auszüge
und ein zusätzlicher Tisch als Auszug,
mit ausklappbaren Beinen. 75:116 cm., die zwei Auszüge zu je
61 cm, der Auszugstisch: 53 cm. Total: 281 cm.
3000.—/4000.—
1375.
Schöner Kristallglas-Kerzenstock,
wohl Frankreich, um 1890/1900.
Fächerartig geschliffener Rundfuss und
balusterförmiger Schaft. Die Tülle in
Vasenform, mit ausladendem Kragenrand und reichem Prismenbehang.
H = 25 cm.
100.—/150.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1374
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1376
1375
1376.
Konsolen-Verwandlungstisch, Stil
Louis XVI, Paris, 2. Hälfte 19. Jh.,
von Ainé Hugnet. Mahagoni, Rosenholz, Palisander und Zitronenholz.
Flacher längsrechteckiger Korpus auf
sich nach unten verjüngenden Vierkantbeinen in Messing-Sabots. Das
Feld des Blattes kreuzweise gefügt und
mit einem sehr feinen Filet mit verschlauften Ecken umrahmt. Wenn man
das Blatt aufklappt, entsteht ein fast
quadratischer Spieltisch mit grünem
Filz. Schiebt man das Blatt zurück und
zieht die Schublade nach vorne, erhält
man einen kleinen Schreibtisch mit
Gold geprägtem grünem Leder als
Schreibfläche, zwei Tintenfächern
sowie einem Federfach. Klappt man
das Schreibfach hoch, verwandelt sich
der Tisch zu einem Schminktisch mit
Spiegel und verschiedenen offenen
Fächern. Im Inneren Herstelleretikette.
77:70:45 (90) cm.
1500.—/2000.—
1376
Ainé Hugnet hatte ab 1856 an der 69. Faubourg
Saint-Antoine in Paris sein Geschäft.
1376
Register Seite 111–112
273
Möbel und Einrichtungsgegenstände
274
1377
1378
1377.
Prunkvoller und seltener Ziertisch aus der Villa Favorita, im Stile Louis XIV, Frankreich,
Paris, um 1880. Sehr schön polierter und profilierter Griotte-Marmor, über sehr reich und fein geschnitzter Zarge mit Zierkartuschen und feinem Gitterwerk. Hauptkartusche mit reich von Strahlen verzierter
Maske des Sonnengottes Helios, in Anspielung auf den Sonnenkönig Louis XIV. Die massiven, sich nach
unten verjüngenden Beine mit Akanthus und Rosetten geschnitzt und godroniert. Sehr feiner und reich
aus Bogenwerk und zentraler Rosette geformter Steg. 76:136:80 cm.
4000.—/6000.—
Provenienz:
Villa Favorita, Lugano-Castagnola
Schweizer Privatbesitz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
275
1379
Der hier angebotene, überaus prunkvolle und eindrückliche Ziertisch, formte einst Teil der Ausstattung der berühmten Villa Favorita
in Castagnola, am Fusse des Monte Bre. Das bedeutende Möbel dürfte wohl aus preussischem Besitz, aus der Sammlung des Prinzen
Friedrich Leopold von Preussen (1865–1931) stammen, der die prächtigen Gebäude der 1687 von Karl Konrad von Beroldingen erbauten Villa, von 1919 bis 1932 bewohnte, bevor er diese im Jahre 1932 an Heinrich Thyssen verkaufte.
1378.
Eine grosse Kamingarnitur, bestehend aus einer Uhr und zwei passenden Ziervasen, Frankreich, 2. Hälfte 19. Jh. Bronze, patiniert, teilvergoldet und Griotte-Marmor. Bastionsartig geformter und
profilierter, teils kannelierter Sockel über vergoldeten Löwentatzen. Aufgesetzt mit einer Bacchantin in
einem Streitwagen, der als Werkgehäuse dient und dessen Rad das Zifferblatt mit römischen Stundenzahlen
bildet. Zwei Satyrn erfreuen sich an den Trauben. Zu Füssen der Bacchantin ein Panther in kauernder Stellung. Die Ziervasen mit achteckigem Marmorsockel. Die Vasenwandung verziert mit Widderköpfen und
Lorbeergirlanden. Der Deckel mit Akanthusblattwerk und flammigem Knauf. Zu überholen. 46:74:24 cm (Uhr), H = 37 cm (Urnen).
2000.—/4000.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1379.
Guéridon, Stil Louis XV, Paris, von Henry Dasson, 1890. Mahagoni und Palisander. Ovales gewelltes Blatt, mit vergoldeter Messingumrandung und eingelegtem Zweig mit Blättern. Gewellte Zarge die in
geschweifte Beine übergeht, mit einer Zwischenablage. Die Kanten davon sind ebenfalls mit einer ver
goldeten Messingschiene verziert. Chuts
und Sabots aus vergoldeter Bronze.
Unter dem Blatt, eingeschlagene Stempelsignatur sowie beim Blatt gravierte
Signatur auf der Umrandung. 71:42:37 cm.
2000.—/3000.—
1379 Detail
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
276
1380
1381
1380.
Eine ungewöhnliche und seltene Kamingarnitur, bestehend aus zwei Girandolen und einer
Uhr, Paris oder Wien, 2. Hälfte 19. Jh. Metall, vergoldet. Das Werkgehäuse in Form eines fürstlichen
Zelt-Pavillons, darin eine reich geschmückte Tänzerin, welche zwischen zwei Portièren hervortritt. Seitliche Säulen mit aufgesetzten Halbmonden. Das Werkgehäuse ebenfalls reich dekoriert mit feiner Ornamentik. Zifferblatt mit weissen Emailkartuschen für arabische Stundenzahlen. Die Girandolen mit zwei orientalischen Händlern, der dreiarmige Leuchtaufsatz selbst von je einem Vogel Strauss getragen. Fehlstellen, zu
überholen. 46:74:24 cm (Uhr), H = 70 cm (Girandolen).
1000.—/2000.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1381.
Kaminvorsatz, Stil Louis XV. Vergoldete Bronze. Aus stark geschwungenen Voluten gebildet, an den
Seiten hochgezogen, in der Mitte mit Rocaille. L = 107 cm.
700.—/900.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
277
1382
1383
1382.
Sehr ungewöhnliches Messinstrument, Russland, Ende 18./frühes 19. Jh. Messing und Elfenbein
graviert. In Form eines kaiserlichen Doppeladlers mit Krone und Reichsapfel. Teile des Zepters verlustig.
Die Flügel und die Schwanzfedern fein graviert, die Kronen mit Perlmutt belegt. Schlichter Zifferring mit
sechzehn Doppelkreisen graviert. Klappbares Gehäuse und Mechanik. 13:11:4 cm.
800.—/1200.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1383.
Tisch- oder Kaminuhr, 2. Hälfte 19. Jh., signiert G. Billian & Fils Zürich. Pariser Gehäuse in
Form einer Säulenbasis auf vier in Paarhufen endenden Beinen mit Säulenaufsatz. Griotte-Marmor, appliziert mit umlaufendem Rankenwerk und Lorbeerband. Das Zifferblatt mit feiner Emailmalerei von Blumen
und Ranken. Arabische Stundenzahlen und angedeutete Minuten. Unter dem Zifferblatt mit vergoldeter
Bronze-Schabracke. Zu überholen, Fehlstellen. 22:36:30 cm.
800.—/1000.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
Register Seite 111–112
278
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1384
1385
1386
1387
1384.
Ziersäule. Holz grün bemalt und zum Teil bronziert. Dreieckiger sich nach oben verjüngender Schaft mit
abgeschrägten Kanten, profiliertem, hervorstehendem Sockel und Presentoir. 92:38:35 cm.200.—/300.—
1385.
Kleiner Korb-Leuchter, Stil Louis XVI, Anfang 20. Jh. Messing und Glas. 50:25 cm.500.—/700.—
1386.
Ziersäule. Holz mit grauer Marmorimitation. Viereckiger konischer Schaft mit profilierter, hervorstehender Fussleiste und Presentoir. 120:40:40 cm.
300.—/400.—
1387.
Bienenkorbleuchter, Stil Transition, wohl B.A.G. Turgi um 1920. Messing vergoldet mit Glasbehang. 76:35 cm.
1200.—/1600.—
1388.
Ein Paar Skulpturen-Podeste, Frankreich oder Italien, 19. Jh., im Stile der Régence. Edelhölzer
furniert und gefriest. Quadratischer, bronzegefasster und gekehlt ansteigender Sockel. Der kantige Schaft
nach oben hin ausladend und mit rocaillenartigen, vergoldeten Bronzeappliken verziert. Das Blatt mit eingelassenem, grün durchzogenem Marmor. 132,5:41:40,5 cm.
1000.—/1500.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
279
1389
1388
1391
1390
1389.
Ein Paar Girandolen, Frankreich, 2. Hälfte 19. Jh. Bronze, vergoldet und Glasbehang. Balusterartiger
Schaft auf mehrpassigem Sockel. Die Leuchtarme geschweift und mit vasenförmigen Tüllen und weiten
Tropftellern, mit reichen, geschliffenen Glasprismen. Je H = 50 cm.
300.—/500.—
Provenienz:
Aus einem Schloss in der Westschweiz
1390.
Tafelaufsatz, Restauration. Runder, fein ziselierter und gravierter, profilierter Sockel, darauf stehen drei
geflügelte Putten, eine runde, abgekantete, mit Steinelschliff versehene Kristallcoupe tragend. H = 38,5:27 cm.
800.—/1200.—
1391.
Kleiner und feiner Beistelltisch, England, viktorianisch, 2. Hälfte 19. Jh. Mahagoni massiv und
furniert. Rundes Blatt über drei grazilen Balustersäulen, gestützt von einem dreieckigen Zwischensockel
über drei geschweiften Beinen mit feinen Ahorneinlagen. 74,5:58,5 cm.
200.—/300.—
Provenienz:
Aus Zürcher Privatbesitz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
280
1392
1393
1394
1395
1392.
Montgolfière-Leuchter, Venedig, circa 1950. Glas und vergoldetes und gefasstes Eisenblech. Dunkelrote Glaskugel mit umrahmenden Fesseln und reichem Glasbehang. Vom Korb aus gehen vier geschweifte
Leuchtarme. 70:30 cm.
600.—/800.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1393.
Ein Paar Jardinièren, William IV, England, 1. Hälfte 19. Jh. Palisander und Mahagoni mit ZinkblechEinsätzen. 87:31:31 cm.
2000.—/3000.—
1394.
Ein Paar kugelförmige Lampen, Italien, wohl Venedig, circa 1950. Von runder Form, mit einer
Glühbirne und aus geschliffenen Glasblüten geformter Korb. Je 34:29 cm.
600.—/800.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
281
1396
1396
1397
1395.
Zwei Hallenlaternen, Stil Louis XVI, 2. Hälfte 19. Jh. Metall, grün gefasst (spätere Fassung) und Glas.
Zylinderform mit drei Leuchten und Girlanden. Je 64:31 cm.
800.—/1200.—
1396.
Ein Montgolfière-Leuchter in Ananas-Form und ein Paar Leuchtappliken en suite, Italien, Florenz oder Venedig, circa 1950. Eisenblech, gefasst und Kristallglasbehang. Der korbartige Leuchter, mit
sechs geschweiften Leuchtarmen und sehr reichem Glasbehang. Zentraler Ballon in Form einer Ananas, die
Wandappliken in gleicher Manier. 44:69 cm (Leuchter), je 32:32 cm (Appliken).
800.—/1200.—
Provenienz:
Aus Westschweizer Schlossbesitz
1397.
Bonheur du jour «à la reine», Napoléon III, Frankreich, um 1860. Mahagoni ebonisiert. Die Felder
in «Marqueterie à la reine» eingelegt. Kreuzen aus Messing und Perlmutt. Längsrechteckiger Korpus mit
geschweifter Zarge, die in s-förmige Beine übergeht, die in Sabots enden. Die Zarge mit einer Schublade
und darüber einer Tirette, die mit gold geprägtem bordeauxrotem Leder bezogen ist. Zurückversetzter
zweitüriger Aufsatz mit zwei Schubladen und durchbrochener Messinggalerie. Schlüssellochzierde, Eckverzierungen, Sabots und Umrandungen aus Messing. 130:76:51 cm.
3500.—/4500.—
Register Seite 111–112
282
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1398
1399
1400
1401
1398.
Spiegel mit Doppelrahmen, Stil Louis XIV, 2. Hälfte 19. Jh. Holz, profiliert, mit Masse verziert
und vergoldet. Sechseckiger Rahmen, die Aussenspiegel facettiert. Die Ecken mit Akanthus verziert, das
Fronton mit Kartusche und Blumengehänge. Schöne originale Vergoldung und Erhaltungszustand. 112:88 cm.
1200.—/1700.—
1399.
Spiegel mit Doppelrahmen, Stil Louis XIV, 2. Hälfte 19. Jh. Holz, profiliert, mit Masse verziert und
vergoldet. Rechteckiger Rahmen mit verzierten Ecken. Fronton mit Voluten und Rosen. Die Spiegel
facettiert. 100:76 cm.
600.—/1000.—
1400.
Kristall-Deckenleuchter, Stil Louis XVI, 1. Hälfte 20. Jh. Metall, zum Teil vergoldet und vernickelt
mit Glasbehang. Tropfenförmig, seitlich mit sechs geschweiften Leuchterarmen. Im Korbinneren sechs
weitere Leuchterarme. 80:70 cm.
800.—/1200.—
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1402
1403
1401.
Kristall-Deckenleuchter, Stil Louis XV,
um 1900. Messinggestell mit Glasbehang. Balusterförmiges durchbrochenes Gestell mit sechs
geschweiften Leuchtarmen. 70:52 cm.
2000.—/3000.—
1402.
La Cigale, Albert-Ernest Carrier Belleuse
(1828–1887), Frankreich, 2. Hälfte 19. Jh.
Bronze, braun patiniert. Seitlich signiert.
H. = 70 cm.
2000.—/3000.—
1403.
Steiner, Clément Léopold (1853-1899). Bacchus mit Satyr. Um 1880. Bronze, dunkelbraun
patiniert. Signiert L. Steiner. Giessermarke:
Thiébaut frères, Paris. H=63 cm.
3000.—/5000.—
1404.
Deckenlampe, Stil Louis XV. Bronze mit
Glasbehang. Zentraler Schaft mit sechs Leuchterarmen, dazu zwei herausstehende Reihen mit
Glasbehang. 65:50 cm. Ohne Kette.
1000.—/1500.—
1404
Register Seite 111–112
283
284
1405
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1406
1405.
Kasak. Zentrales grosses wuchtiges Mittelmedaillon auf hellblauem Grund. Bordüre mit
geometrischen Zeichen und reich durchgemustert. Sehr dekoratives und aussergewöhnliches
Stück. 574:490 cm.
4000.—/5000.—
1406.
Seichur, alt. Im Mittelfeld zwei stilisierte
Sterne als Medaillon. Hauptbordüre mit wiederholenden geometrischen Formen. 163:104 cm.
800.—/1200.—
1407.
Sewan Kasak. Quadratisches Innenfeld mit
zentralem Stern auf rotem Untergrund. Breite
durchgemusterte Bordüre.
184:178 cm.
2800.—/3300.—
1407
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1409
1408
1408.
Kiz Bergama, um 1900. Sogenannter Brautteppich. Im Mittelfeld florale Muster auf
dunkelrotem Grund. Rot-blauer gestreifter Abschlusskelim. 106:155 cm.
700.—/1000.—
1409.
Tokat Gebets-Kelim, um 1910. Mittelfeld
mit Quadern und sternförmigen Motiven auf
dunkelrotem Grund. Wellenartige Linien auf
der Bordüre. Sehr gute Erhaltung. 235:118 cm.
1500.—/2000.—
Kilim Catalog Nr. 1, Selcuk A.S., Nr. 98
1410.
Kelim, alt. Zwei quergestreifte identische
Bahnen, reich dekoriert mit Ornamenten und
Zickzackmuster. Gute Erhaltung. 213:158 cm.
700.—/900.—
1410
Register Seite 111–112
285
286
1411
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1412
1411.
Kirman, alt. Grosses zentriertes Medaillon mit
zwei Ausläufern im hellen Innenfeld. Breite
Bordüre mit Kettenornamenten und Blumenblüten. Fleckig. 504:320 cm. 2000.—/3000.—
1412.
Täbris, alt. Heller Grund mit zentralem
mächtigem Medaillon. Die breite Bordüre reich
durchgemustert. Schönes gut erhaltenes Stück.
Kleine Mottenstelle. 387:284 cm.
3000.—/5000.—
1413.
Täbris. Grosses Sternmedaillon im Mittelfeld,
rundherum reich bemustert mit unterschiedlichen Motiven. Siebenfache durchgemusterte
Bordüre. 257:202 cm.
1500.—/1800.—
1414.
Sarouk, alt. Mittelfeld mit grossgeschwungenen Kettenornamenten, dazwischen kleine
Blumensträusse auf dunkelrosa Untergrund.
Vierfache Bordüre reich durchgemustert mit
blühenden Blumen. Sehr dekorativer Teppich
und guter Zustand. 845:480 cm.
15 000.—/18 000.—
1413
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1414
Register Seite 111–112
287
288
1415
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1416
1415.
Kaschguli, alt. Reich gemustertes Innenfeld
auf dunkelblauem Grund. Die Ecken mit ähnlichem Muster auf hellem Untergrund. Bordüre
mit Kettenornament. 247:115 cm.
900.—/1200.—
1416.
Ardebil. Das Innenfeld durchgemustert und
mit wuchtigem zentralem Medaillon. Bordüre
mit Blumenrosetten und Blütenzweigen.
276:180 cm.
900.—/1200.—
1417.
Afghan, alt. Klassisches Afghanmuster auf
dunkelrotem Grund. Sehr guter Zustand. 450:306 cm.
2000.—/2500.—
1417
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1419
1418
1418.
Teheran, alt. Grosses zentrales Medaillon.
Bordüre mit wellenartigen Linien, Blumen und
Ranken. Sehr schönes Stück und sehr gute Erhaltung. 438:314 cm.
6000.—/8000.—
1419.
Sarouk. Stilisierte Vasen mit Blumensträussen
im Mittelfeld auf rotem Grund. Bordüre mit
blühenden Blumenzweigen und darauf sitzenden Vögeln. 206:122 cm.
900.—/1200.—
1420.
Ferahan, alt. Durchgemustertes Feld auf dunklem Grund. Bordüre mit Blütenzweigen auf
hellem Untergrund. Flickstelle und Riss. 192:120 cm.
600.—/900.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1420
Register Seite 111–112
289
290
1421
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1422
1421.
Kasak, alt. Das Innenfeld mit zwei wuchtigen
Medaillons auf rotem Grund. Bordüre mit
wellenartigen Linien und kleinen Rosetten.
188:117 cm.
1200.—/1500.—
1422.
Turkmene. Klein karierte Mosaikfelder auf
rostrotem Grund im grossen Innenfeld. Bordüre
mit kleinen stilisierten Blumen. 314:195 cm.
1500.—/2000.—
1423.
Meschkin, alt. Durchgemustertes Innenfeld
auf orangem Grund mit stilisierten Blumen und
Blättern. Bordüre mit derselben Musterung auf
blauem Untergrund. Abgetreten. 545:200 cm.
900.—/1200.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1423
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1425
1424
1424.
Beschir, antik. Im Mittelfeld rote Ornamentreihen auf dunkelblauem Grund. Bordüre mit
wellenartigen Linien und Rosetten. Reparaturstelle. 233:129 cm.
1500.—/1800.—
Provenienz:
Aus altem Zürcher Privatbesitz
1425.
Kuba Schirwan, alt. Das Innenfeld mit
Botehmotiven und drei Medaillons auf dunkelblauem Grund. Bordüre mit Blumenrosetten
und Ranken. Ränder abgenommen. 378:165 cm.
700.—/900.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1426.
Milas, um 1900. Zwei Medaillons auf dunkelbraunem Grund. Bordüre mit stilisierten Sternen, leicht schadhaft. 183:130 cm.
500.—/800.—
1426
Register Seite 111–112
291
292
1427
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1428
1427.
Konja, um 1900. Stern Verneh. Drei untereinanderliegende Trapezoide, durchgemustert mit
Sternen auf dunklem Grund. Bordüre mit wellenförmigen Linien. Gute Erhaltung. 340:112 cm.
1500.—/1800.—
1428.
Kelim, Nordostanatolien, um 1900. Im
Mittelfeld fünf untereinanderliegende Medaillons, dreifacher Bordürenrahmen. Sehr gute Erhaltung. 430:160 cm.
2000.—/2500.—
1429.
Kars Kasak. Zwei untereinanderliegende
Sterne im Mittelfeld auf braunem Grund. Vierstufige Bordüre mit unterschiedlichen Zeichen
und Linien. 173:124 cm.
500.—/700.—
1429
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1431
1430
1430.
Kuba Schirwan, antik. Durchgemustertes
Mittelfeld auf gelbem Untergrund. Bordüren
mit Kettenornamenten auf dunklem Grund.
Rand schadhaft. 160:101 cm. 500.—/800.—
1431.
Bidjar, alt. Läufer. Durchgemustertes Mittelfeld auf dunkelblauem Grund. Bordüren mit aneinandergereihten Kettenornamenten auf hellblauem Untergrund.
344:109 cm.
500.—/800.—
1432.
Schirwan, alt. Im Innenfeld drei untereinanderliegende Medaillons auf blauem Grund. Bordüre mit aneinandergereihten Kettenornamenten auf hellem Grund. 269:161 cm.
2000.—/2500.—
Provenienz:
Aus altem Zürcher Privatbesitz
1432
Register Seite 111–112
293
294
1433
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1434
1433.
Panderma, alt. Seide. Mihrab auf hellblauem
Untergrund mit zwei Säulen und eingemitteter
stilisierter Öllampe. Bordüren fein und reich
gemustert. Abgetreten, schadhaft. 218:143 cm.
3000.—/3500.—
1434.
Keschan, antik. Im Innenfeld Vase mit Rosenblüten. Stilisierter Baum mit zahlreichen
Ästen und Blüten. Bordüre reich durchgemustert. Teilweise abgetreten. Dekoratives Stück.
213:138 cm.
400.—/600.—
1435.
Keschan, um 1930. Mittelfeld durchgemustert
mit Blumen und Ornamenten. Sehr schönes
Stück und gute Erhaltung.
217:131 cm.
1500.—/1800.—
1435
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1437
1436
1436.
Täbris, alt. Palmettenartige Wellenlinien mit
Rosetten und blühenden Zweigen auf hellgrauem Grund. Bordüre mit demselben Dekor
wie das Mittelfeld auf hellem Untergrund. Mottenstellen. 440:330 cm.
3000.—/3500.—
1437.
Kaiseri, alt. Seide. Im dunkelgrundigen Mittelfeld Lebensbaum mit zahlreichen Vögeln und
blühenden Ästen. Bordüren mit Tieren und
blühenden Zweigen. 178:105 cm.
900.—/1100.—
1438.
Chorasan, antik. Zentrales helles Medaillon,
umgeben von kämpfenden Tieren auf dunklem
Grund. Schadhaft, abgelaufen und Flickstellen.
387:188 cm.
500.—/700.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1438
Register Seite 111–112
295
296
1439
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1440
1439.
Kaukasier. Das Innenfeld mit fünf grossen Medaillons und zahlreichen Symbolen auf rotem
Grund. Bordüre mit wiederholenden gleichen
Quadern. 220:148 cm.
300.—/500.—
1440.
Bordjalou Kasak. Rechteckiges dunkelrotes
Innenfeld. Breite gemusterte Zackenbordüre. 243:152 cm.
3000.—/3500.—
1441.
Kasak, alt. Mittelfeld auf dunkelrotem Grund
mit drei untereinanderliegenden trapezförmigen
Motiven. Helle Bordüren die mit Hakenquadern verziert sind, dazwischen stilisierte Figuren. Abgetreten. 195:165 cm.1200.—/1500.—
1441
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1443
1442
1442.
Kasak. Drei dunkelblaue Medaillon auf rotem
Grund. Bordüre mit wellenartigen Linien und
Blüten. 247:190 cm.
700.—/900.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1443.
Kuba Schirwan, alt. Im Mittelfeld Mihrab
mit Rosenblüten und stilisierten Zweigen auf
dunklem Grund und arabischen Inschriften.
Bordüre mit stilisierten Zeichen und Figuren.
109:88 cm.
800.—/1000.—
1444.
Konja Karapinar, um 1880. Mittelfeld mit
grossem Medaillon auf rotem Grund mit zwei
Ausläufern. Bordüre mit blumenartigen Motiven auf hellem Untergrund. 202:120 cm.
2000.—/2100.—
1444
Register Seite 111–112
297
298
1445
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1446
1445.
Hereke, alt. Seide. Das rechteckige Feld mit
Bäumen und zahlreichen Tieren. Sehr feine
Knüpfung. 84:85 cm.
1500.—/1800.—
1446.
Bachtiar Armanibaf, alt. Zwei ovale blumengefüllte Medaillons auf hellem Grund. Bordüre
mit stilisierten geschwungenen Ästen und Blumenrosetten. Sehr dekoratives Stück. Fransen
leicht schadhaft. 360:231 cm.
2000.—/3000.—
Provenienz:
Alter Schweizer Privatbesitz
1447.
Mahal, alt. Durchgemustertes Mittelfeld mit
Palmetten und Rosetten, dazwischen blühende
Zweige. Bordüre ebenfalls reich gemustert auf
dunkelblauem Untergrund. 380:270 cm.
1200.—/1400.—
1447
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1449
1448
1448.
Hereke. Seide. Im Mittelfeld stilisierter Leuchter auf dunkelblauem Grund mit Vögeln.
Rundherum Baumzweige mit blühenden Blüten, durchgemusterte Bordüre mit Blumenranken und Rosetten auf hellbraunem Untergrund.
192:116 cm.
3500.—/4000.—
1449.
Täbris, antik. Mittelfeld mit zahlreichen
Tieren und grossen Blütenknospen. Dreifache
Bordüre reich dekoriert auf grünem Grund. 335:230 cm.
1500.—/1800.—
1450.
Gohm. Zahlreiche blühende Zweige, darauf
sitzende Vögel im Mittelfeld. Fünffache
Bordüre mit Blumenrosetten und Zweigen dekoriert. 216:139 cm.
4000.—/4500.—
1450
Register Seite 111–112
299
300
1451
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1452
1451.
Moud, alt. Ovales wuchtiges durchgemustertes
Medaillon im Mittelfeld. Bordüre mit stilisierten Blättern und trapezähnlichen Formen und
Bothe-Motiven. 320:205 cm. 900.—/1100.—
1452.
Keschan, alt. Grosses Medaillon umgeben von
Rosetten und blühenden Zweigen auf rotem
Grund. Bordüre mit umlaufendem Kettenornament und Blüten auf dunklem Untergrund. Abgetreten. 395:292 cm.
800.—/1200.—
1453.
Mesched. Das grosse Innenfeld durchgemustert
mit Bothemotiven. Bordüre mit Blüten und
Blumenranken. Signiert.
391:360 cm.
4000.—/5000.—
1453
Register Seite 111–112
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1455
1454
1454.
Natschawabad, alt. Rechteckiges hellblaues
Feld mit Blumen, Zweigen und Palmetten.
Bordüre aus reich gemusterten Kettenornamenten. 323:210 cm.
1000.—/1500.—
1455.
Mesched, alt. Blumen und Zweige im Mittelfeld auf dunkelrotem Untergrund. Bordüre in
wellenartigen geschweiften Linien und reich
gemustert. Signiert, teilweise abgetreten.
495:350 cm.
2500.—/3000.—
1456.
Gohm, alt. Lebensbaum im Mittelfeld mit
blühenden Zweigen und Blumenrosetten.
Vögel sitzend auf den Zweigen und Tiere am
unteren Teppichrand. Bordüre mit springenden
Tieren auf dunkelblauem Grund. 300:204 cm.
1200.—/1400.—
1456
Register Seite 111–112
301
302
1457
Möbel und Einrichtungsgegenstände
1458
1457.
Fachralou Kasak. Im rechteckigen Feld zentrales Medaillon auf rotem Grund. Bordüre mit
umlaufendem Zickzackmuster. 168:121 cm.
1500.—/1900.—
1458.
Bergama, um 1920. Im Hauptfeld zwei untereinanderliegende quadratische Felder mit
inliegenden Sternen. Weissgrundige Hauptbordüre, breiter Kelimabschluss mit Kettfadenabflechtung. 98:96 cm.
900.—/1200.—
1459.
Kelim, alt. Im Mittelfeld 21 Quadrate mit
jeweils einer Blütenrosette. Bordüre mit
Zackenmuster auf blauem Untergrund. Gute
Erhaltung. 267:139 cm.
800.—/1200.—
Ende der Auktion
1459
Register Seite 111–112
Register Seite 111–112