phaeno 10 Jahresbericht (2,0 MiB)

10 Jahre phaeno
Eine Zeitreise
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„Wie die Zeit vergeht!“
Was, schon zehn Jahre rum? Tatsächlich: Am 24. November 2005 wurde
das phaeno eröffnet. „Ein Raumschiff landet in Wolfsburg“, berichtete die
10 Jahre ...
Presse damals. Der futuristische Bau von Zaha Hadid erwies sich von Anfang an als idealer Raum, um Neues zu entdecken.
Pat
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Kun
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„Da staunst du!“, verkündet auch unser Slogan.
Über zwei Millionen Menschen sind diesem
Versprechen gefolgt. 23 Sonderausstellungen
haben dafür gesorgt, dass immer wieder
= 3.652 Tage
neue Besucher ins phaeno geströmt sind.
Auf den folgenden Seiten können Sie
sich selbst ein Bild vom phaeno und
Michel Junge, Direktor
seiner Geschichte machen.
Uns selbst kommt es so vor, als seien die Jahre zu schnell vergangen. Man
= 12 Millionen Besucherstunden
sagt dazu gerne: Die Zeit rennt. Aber das stimmt gar nicht. Im phaeno kann
man sie auch verlangsamen. Sich für eine Weile aus seinem getakteten
Leben befreien und staunen über die Wunder dieser Welt. Genau darum
geht es: dass wir innehalten. Zuhören und hinsehen. Uns selbst vergessen.
Für diesen einen Moment, in dem die Zeit plötzlich stillsteht.
Willkommen im phaeno!
= 43 Milliarden Sekunden Staunen!
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Opticks: Hier befindet sich der neue Bereich „Opticks“
mit 30 faszinierenden Licht-Experimenten. Auf der
Leuchtwand zum Beispiel kann man Luftsprünge
machen und dabei seinen eigenen Schatten einfrieren.
Matthias Leitzke
Feuertornado: Mitten im phaeno
tobt Europas größter Indoor-Feuertornado. Zu jeder vollen Stunde drehen wir ihn auf – bis zu sechs Meter
hoch wirbelt die Feuersäule!
Nina Stiller
Ausstellung: Wow! Auf einer Fläche von 6.000 Quadratmetern – fast so groß wie ein Fußballfeld – erstreckt sich
die Ausstellung. Ein riesiger Raum aus Beton mit Kurven,
Wellen und fließenden Übergängen. Man fühlt sich ein
bisschen wie ein Astronaut auf einem fremden Planeten.
Patrice Kunte
Shop
LifeLab
phaeno
Biologielabor: Hier
wird viel experimentiert. Ein spannendes
Thema ist zum Beispiel
Tarnung. Wir haben
hier echte Gespenstund Stabheuschrecken
– wer mutig ist, darf sie
in die Hand nehmen!
Krater
Patrice Kunte
Rolltreppe: Über die 19,5 Meter
lange Rolltreppe gelangt man zur Ausstellungsebene. Unter der Decke hängen
Eisenringe, auf denen riesige Metallkugeln
rollen. Immer wieder fragen mich Leute:
„Können die runterfallen?“
Bistro
phaeno
Sie waren noch nicht hier? phaenowoman
Daniela Evers führt uns durchs Haus und stellt
ihre Lieblingsexponate vor.
Bistro: Forschen
macht hungrig. Wer
will, kann sich im Bistro
mit Pasta und Steinofenpizza stärken!
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Vorplatz: Hier scheiden
sich die Geister. Für die
einen ist das phaeno ein
grauer Betonklotz, für die
anderen ein schnittiges
Raumschiff. Sehen Sie
selbst!
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Das phaeno
in 10 Minuten
Eingang
Janina Snatzke
Patrice Kunte
Schräger Salon: Unter unseren
etwa 300 Exponaten ist dieses
eines der witzigsten: Der Boden ist
um zehn Grad geneigt, die Wände
aber wirken optisch gerade. Das
fordert den Gleichgewichtssinn,
die meisten Besucher kommen
hier richtig ins Wanken!
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Augenblick mal!
Pat
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Kun
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Zehn Jahre sind eine lange Zeit –
wir haben zehn Mitarbeiter des phaeno nach ihrem schönsten Erlebnis gefragt.
Dennis Sie, phaenoman: Kürzlich kam ein etwa fünfjähriges
Mädchen mit ihrem Vater am
phaeno vorbei, sah mich zufällig draußen, rannte auf mich
zu und umarmte meine Beine.
Ihr hatte meine Gas-Show
vor einigen Monaten sehr gut
gefallen. Faszinierend, dass sie
mich gleich wiedererkannt und
mit einem schönen Moment in
Verbindung gebracht hat.
Gina Parlacino, Gastronomie:
Ein Gast – ein attraktiver Herr
in den Fünfzigern – hat in unserem Bistro eine Pizza bestellt
und war total begeistert. Er
musste es wissen, er kam gerade aus dem Italienurlaub. „Eine
Qualität wie im Restaurant“,
sagte er. Zu Ehren unserer Steinofenpizza hat er sogar spontan
ein Gedicht gereimt. Eine Zeile
endete auf „Bella Italia“.
Susanne Hensel, Service
Center: Eine Mutter rief an,
weil ihr Sohn bei einem Besuch
im phaeno seinen Schulblock
vergessen hatte. Dabei brauchte
er die Arbeitsblätter dringend
für die Schule. Wir haben sie
eingescannt und schnell per Mail
verschickt. Ein paar Tage später
haben wir eine liebe Karte und
Schokolade mit der Post bekommen. So macht Arbeit Spaß!
Sandra Bartels, Kommunikation: 2015 waren wir wieder
auf der Bildungsmesse Didacta.
Ich erkläre dort Lehrern und
Erziehern, was man im phaeno
machen kann. Oft klinken sich
dabei andere Besucher in das
Gespräch ein und berichten von
eigenen Eindrücken aus dem
phaeno. Einmal fachsimpelten
zwei Lehrer, welche Exponate
sich für welche Unterrichtseinheit eignen. Da konnte ich nur
noch staunen!
Corinna Neunzig, Labor: In
den Schulworkshops fragen wir
die Kinder oft: „Welche Farben
kennt ihr aus der Natur?“ Die
meisten sagen dann Regenbogenfarben oder so etwas.
Einmal hat eine Fünftklässlerin
geantwortet: „Die Farbe, wenn
Engel Kekse backen.“ Das habe
ich natürlich nicht verstanden
und habe nachgefragt. Dann
hat sie es mir erklärt. Sie meinte
das Abendrot am Himmel!
Davy Champion, Ausstellungen und Programme: Mein
emotionalstes Erlebnis war der
Abschied von Gründungsdirektor
Dr. Guthardt: Als das phaeno
Team ihm auf der Bühne „Danke
und Tschüss“ winkte, stieg in
mir das Gefühl auf, dass wir alle
über die Jahre etwas Besonderes
geleistet hatten. Gleichzeitig
freute ich mich auf die zukünftigen Herausforderungen.
Bärbel Großjohann, Shop: Ich
hatte einmal einen ziemlich
begeisterten Kunden: „Das ist
ja ein unglaublich interessantes
Angebot!“ Leider war es schon
wenige Minuten vor Feierabend.
Da hat er kurz nachgedacht und
mich augenzwinkernd gebeten:
„Schließen Sie mich bitte über
Nacht mit ein, dann kann
ich alles in Ruhe ansehen
und ausprobieren!“
Peter Gadau, Werkstatt: Als ich
das Exponat „Funken fangen“ in
der Ausstellung repariert habe,
war ein älterer Herr ganz angetan. Ich habe die Schleifscheibe
und den Draht ausgetauscht
und er hat fast zwei Stunden
lang zugeschaut. Der war selbst
mal im Metallbereich tätig.
Dann musste ich noch ein
zweites Exponat reparieren und
er fragte: „Kann ich mitkommen?“ Das hat mich gefreut.
Clarissa Kupetz, phaenowoman:
Ich liebe diese Momente, in
denen wir unseren Besuchern ein
unvergessliches Erlebnis bereiten
können. Wenn bei einer ganzen
Familie im Hexenhaus die Augen
leuchten oder Erwachsene beim
Experi­mentieren wieder zum
Kind werden, freue ich mich über
meinen besonderen Arbeitsplatz.
24. November 2005
Patrice Kunte
Rainer Jensen
Pat
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Susanne Herzam, Kasse: An
einem Samstag im März 2014
fiel der Strom in ganz Wolfsburg
aus und wir konnten das Haus
nicht öffnen. Spontan wurden
die wartenden Gäste draußen
mit Rätselwagen und anderen
kleinen Experimenten unterhalten. Als der Strom dann wieder
lief, haben wir keinen Eintritt
mehr genommen – der Strom
hätte ja wieder ausfallen können. Die Gäste waren darüber
ausgesprochen glücklich.
Die Stunde Null.
An einem klirrend kalten Abend im November wurde
das phaeno eröffnet. Wir waren so aufgeregt! Erst kamen
die Ehrengäste – Ministerpräsident, Bürgermeister, VWVorstandschef. Später strömten schließlich 1.000 geladene
Bürger in die Ausstellung. Die Presse hatte die Karten für uns
verlost. Das Interesse der Wolfsburger an der Eröffnung war
riesengroß. Im Foyer wurde ich fast überrannt. Ein Kollege rief
mir zu: „Nicole, lass laufen!“ Beim Feuerwerk habe ich dann
geheult wie ein Schlosshund. Und als ich nachts zum Parkplatz
ging, fiel der erste Schnee! Nicole Rowold
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Es dreht sich, es dreht sich nicht …
Pat
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Das erste Zahnrad dreht sich zügig, das zweite deutlich langsamer, das dritte kaum
noch sichtbar ... und das letzte – ist in Beton gegossen! Von der Vergänglichkeit bis
zur Ewigkeit sind es gerade mal 24 Zahnräder. Man könnte verrückt werden! Dabei
lässt sich die Sache auch mathematisch erklären. Jedes Rad dreht sich neunmal
langsamer als das vorhergehende. Das erste Rad schafft 6,5 Umdrehungen pro
Minute, das vierundzwanzigste braucht 594 Billionen Jahre für eine Runde.
Da kann man es auch gleich einbetonieren! Der Künstler Arthur Ganson hatte
die Idee für „Machine and Concrete“. Das Exponat ist eines der erstaunlichsten im
phaeno. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken – blättern Sie um!
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Pat
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Exponate in
Themenbereichen gibt es im phaeno zu entdecken.
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Kun
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Spannend: Die „Plasmakugel“ ist
einer der Klassiker im phaeno. Mit den
bloßen Fingern kann jeder Besucher
ein kleines Blitzgewitter erzeugen.
Der Blitzableiter … sind wir selbst!
Zum Glück ist die Stromstärke gering.
Pat
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Kurvig: „Odyssey of the
Spheres“ ist eine kunstvolle
Kugelbahn mit Tunneln, Rampen
und Glocken. Drei schwingende
Pendel entscheiden zufällig, auf
welcher Bahn die Kugel weiterrollt und rollt und rollt ...
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Pat
Märchenhaft: Kleine Gegenstände können große Schatten werfen.
Das gilt auch für die böse Hexe: Nah
ans Licht gerückt, erzeugt sie ein bedrohliches Schattenbild. Schiebt man
sie weg, wirkt der Märchenschreck
ziemlich harmlos.
Kun
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kalte Eisstückchen aus gefrorenem
Kohlendioxid in warmes Wasser eintaucht, wird es schnell stürmisch.
Die „Icy Bodies“ rasen hin und her,
erzeugen Nebel und irrwitzige Wellen.
Hein
Eiskalt: Wenn man minus 80° C
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hält gerne Monologe. Sein Repertoire ist
äußerst vielfältig. Er überzeugt als Terminator, Trapattoni, Konfuzius, Einstein ... und
in rund 40 weiteren Rollen!
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Pat
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Geschwätzig: Der „Robo Thespian“
Was noch?
Stark: Durch bloßes Kurbeln können selbst kleinere Kinder
einen 160 Kilo schweren Stein anheben. Schräg: Optische
Täuschungen lassen die Besucher im „Schrägen Salon“ schwanken.
Schwungvoll: In der „Pendelwelle“ schwingen elf Kugeln
unterschiedlich schnell – meist in chaotischen Wellen, manchmal
im Gleichtakt. Heiß: Der „Feuertornado“ wirbelt stündlich und
spektakulär bis zu sechs Meter in die Höhe.
Haarsträubend:
Der „Van-de-Graaff-Generator“ lässt menschliche Mähnen in alle
Himmelsrichtungen abstehen.
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Das Wunder von Wolfsburg
Walter Nägeli
Liebeserklärung an einen Betonklotz – von Architektur-Professor Walter Nägeli
Manchmal entsteht das Besondere aus
Widersprüchen. Science Center sind eigentlich städtebaulich und innenräumlich anspruchslose Gebäude. Sie benötigen eine wasserdichte Hülle, ein Loch
darin, wo groß „Eingang“ drübersteht,
innen möglichst wenige Stützen und
einen großen Parkplatz. Mehr nicht,
denn das Wesentliche entfaltet sich bei
der Gestaltung der Experimente.
Wieso wird ein solches Gebäude in Wolfsburg an
einer der prominentesten innerstädtischen Situationen
geplant? Direkt neben dem Bahnhof inmitten des
Wegenetzes, das die Stadt mit der Autostadt verbindet?
Warum überträgt man die Aufgabe zudem einem
Architekturbüro, das für seine äußerst ambitionierten
Raumkonzepte bekannt ist, sich also kaum mit einer einfachen Kiste zufriedengibt? Solche Fragen konnte man
sich durchaus stellen, als das phaeno im Entstehen war.
Sie wurden aber durch die in Wolfsburg vorherrschende,
auf die Zukunft gerichtete geistige Spannung überdeckt.
In der Entwicklung eines Architekturbüros, besonders
wenn es auf dem Weg in die Liga der Global Architects
ist, gibt es einen Moment, der von besonderer Intensität
ist: Es ist der Moment, wo die ersten großen planerischen Herausforderungen bewältigt werden. Das sind
Aufträge, wo das über Jahre angesparte Können, die
kreative Spannung und die Ungeduld und all die Fähigkeiten, die das Büro einmal auszeichnen werden, sich
auf einmal fast explosionsartig entladen. Bauwerke aus
diesem Moment haben besondere Merkmale: Sie bilden
die ersten vollständigen Sätze einer eigenen Sprache,
etwas einsilbig und überdeutlich vielleicht, formal zeigen
sich aber bereits alle charakteristischen Züge. Sie sind,
weil sie im Fluss einer breiten kreativen Formation
entstehen, noch nicht vollständig bestimmt. Gerade das
noch nicht ganz Ausgereifte, das solchen Bauten anhaftet, macht ihre besonderen Qualitäten aus. Man spürt
das Suchen und Versuchen und auch die Widerstände
gegen die Wirklichkeit, etwa technische oder finanzielle
Probleme. Die Gestalt ist noch nicht durch stilistische
Raffinessen geglättet oder vom Glanz der Perfektion
überstrahlt. Diese Gebäude bilden die Lehrstücke, die
Anreger. Auf ihnen steht der Fortschritt des Bauens.
Das phaeno ist ein solcher Anreger, ein Haus, dem man
das Spiel der Kräfte bei seiner Entstehung ansieht, das
mehr ist als nur eine Lösung für die gestellte Aufgabe,
das zum allgemeinen Verstehen beiträgt, das quasi
durchsichtig ist, indem es Antworten gibt, bei denen die
gestellte Frage noch erkennbar ist.
So entstand statt der funktional völlig ausreichenden
Blechkiste eines Science Centers ein städtebauliches
Glanzstück: das Anheben seines gesamten funktionalen Inhalts um einige Meter über die Straße, das
Zurückgeben seiner Grundfläche an die Stadt in Form
eines neuartigen, räumlich sehr expressiven Ortes –
ein besonderes Angebot an eine vorwärts strebende
Stadtgesellschaft von einem Architekturbüro im Moment
höchster Intensität seiner Entwicklung. Wenn das kein
Wunder ist … congratulations, phaeno.
31. Oktober 1950
Zaha Hadid zählt zu den radikalsten Architektinnen der
Gegenwart. 2004 gewann sie den Pritzker-Preis – die
höchste Auszeichnung in der Architektur. Sie lebt und arbeitet
in London. Lange Zeit galten ihre Entwürfe als zu gewagt.
Mit dem Bau des phaeno gelang ihr ein großer Wurf. Aus
27.000 Kubikmetern Beton schuf Hadid einen dynamischoffenen Erlebnisraum: „Das Wichtigste ist die Bewegung,
der Fluss der Dinge.“ www.zaha-hadid.com
Lars Landmann
Andreas Kostka
Zaha Hadid wird
in Bagdad geboren ...
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Zeit ist relativ
Zehn Jahre sind lang. Doch schon in zehn Sekunden kann viel passieren.
Während Sie diesen Vorspanntext lesen ...
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Wo l f
… verdunsten 158,5 Millionen Kubikmeter Wasser auf
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… dreht sich Wolfsburg 2.855 Meter auf der Erdkugel.
der Erde, damit könnte man das Steinhuder Meer fast
viermal füllen.
Auf Höhe des Äquators bewegt sich der Planet noch
schneller: 4.639 Meter in 10 Sekunden.
Das macht 1.670 Stundenkilometer – fast doppelt
so schnell wie ein Linienflugzeug.
… wächst das menschliche Kopfhaar um
0,000046
… kriecht eine Weinbergschnecke
Millimeter. Bei warmem Wetter sogar
noch etwas schneller. Macht rund einen
Zentimeter pro Monat.
1,2 Zentimeter voran. Nacktschnecken
schaffen fast zwei Zentimeter –
aber nur im Eiltempo!
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…
sterben in unserem Körper etwa
500 Millionen Zellen. Zum Glück haben
wir insgesamt 60 bis 90 Billionen davon.
Und die meisten erneuern sich wieder,
zum Beispiel unsere Haut-, Schleimhautund Blutzellen. Die Zellen eines
50-Jährigen sind deshalb im Durchschnitt
zehn Jahre jung!
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… könnte man – Lichtgeschwindigkeit voraus-
… werden 26 Menschen auf der Erde geboren. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Weltbevölkerung
um 800 Millionen Köpfe gewachsen. Inzwischen leben 7,3 Milliarden Menschen auf unserem Planeten.
gesetzt – sage und schreibe 2.997.924 Kilometer
zurücklegen. Da würde sich ein Ausflug zum Saturn
anbieten, wenn der mal wieder in der Nähe ist.
Der 1.193.000.000-Kilometer-Trip würde allerdings gut
66 Minuten dauern.
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Warum das phaeno ein „anerkannter
außerschulischer Lernort“ ist –
und man hier trotzdem Spaß haben kann.
Die Schüler Galileis
Galileo Galilei hat es vor fast 500 Jahren vorgemacht.
Der Universalgelehrte war einer der ersten Menschen,
der Phänomene im Labor beobachtete und handfeste
Experimente durchführte. So kam Licht in die Sache
und das Zeitalter der Aufklärung begann.
Bis heute gehört es zur Menschwerdung, eigene Erfahrungen zu sammeln und die Welt zu „begreifen“. Wer
sich einmal die Finger an der Herdplatte verbrannt hat,
weiß, wie sich das Wort „heiß“ anfühlt. Und damit sind
wir auch schon mittendrin im Thema – denn genau
genommen ist das phaeno ein XXL-Labor im galilei­
schen Sinne. Hunderte von Schülern können hier
zeitgleich experimentieren: Phänomene beobachten,
an Versuchsstationen hantieren, basteln, rütteln.
Sogar Kita-Kinder kommen hierher und entdecken die
wundersame Welt der Technik: Wie sind Gegenstände
miteinander verbunden? Wie funktioniert ein Magnet?
Wie schreibt man in Spiegelschrift?
„Im phaeno geht es darum,
Erfahrungen selber zu machen.“
Janina Snatzke
Seit zehn Jahren ist das phaeno in Wolfsburg ein
Vorbild für den spielerischen Umgang mit Technik.
Zehn Jahrgänge Wolfsburger Schüler haben hier schon
aktiv Erfahrungen gesammelt. Die sind durch Schulbücher nicht zu ersetzen. Denn wer die Dinge „begreift“,
konstruiert sich die Welt und lernt, eigenständig zu
denken. Galilei hätte hier seine helle Freude gehabt.
Klasse!
Zehn Jahre Lernen im phaeno:
:
54 verschiedene Workshops
826 Workshops fur Kita-Gruppen
5.382 Workshops fur Schulklassen
52.198 KiTa-Kinder
554.385 Schuler
So lernt man im phaeno:
:
wahrnehmen

staunen

hinterfragen

überprüfen

versichern
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begreifen
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überdenken
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wissen
:
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Dazugelernt!
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Freies Experimentieren: Kita-Kinder und Schüler erkunden das phaeno auf eigene
Faust. So konstruieren sie sich ein eigenes Bild von der Welt.
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Die Schulangebote des phaeno:
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Im phaeno lernt jeder dazu. Nicht nur kleine Besucher. Auch die Mitarbeiter des phaeno
lassen sich von erfahrenen Pädagogen schulen, wie man Inhalte an Kinder und Jugendliche
vermittelt. Im Gegenzug können Lehrer im phaeno lernen, wie man den Unterricht mit
Experimenten spannender macht. Weil die meisten Schulen sparen müssen, geht es dabei
um einfache und kostengünstige Experimente: Mit einem Smartphone zum Beispiel kann
man auch prima Geräusche oder Beschleunigungen messen.
Entdeckertouren: Schulklassen widmen sich hier einem bestimmten Thema –
zum Beispiel Licht. Dieses Feld erkunden sie weitgehend selbstständig und
sammeln so gezielt Erfahrungen.
Workshops: Alle Schüler und Teilnehmer beschäftigen sich mit demselben Thema. Sie machen dasselbe Experiment. Dann tauschen sie
ihre Beobachtungen aus, teilen ihre Erfahrungen und bilden gemeinsames Wissen.
Lehrerfortbildung: Im phaeno lernen Lehrer, wie man Themen
experimentell behandelt und Alltagsmaterialien kreativ einsetzt,
zum Beispiel ein Brillenglas als Linse.
Spieglein, Spieglein ...
Wie groß muss ein Spiegel sein, damit man sich vollständig darin sieht?*
A: Genauso groß wie man selbst?
B: Halb so groß?
„Mehr als Kästen auspacken“
Was lernen Lehrkräfte im phaeno? Nachgefragt bei
Burkhard Vettin, Fachberater für Physik und MINTProjektkoordinator bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde.
Herr Vettin, warum schicken Sie Lehrer und Schüler ins phaeno?
Das phaeno bietet andere Zugänge zu den MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Die Schule hat
den Auftrag, Wissen systematisch zu vermitteln. Am Ende steht eine
Prüfung. Im phaeno gibt es keinen Prüfungsdruck, die Schüler können
hier spielerisch die Welt der Phänomene erobern. Auf diesem Gebiet
ist das phaeno unheimlich stark.
Warum tun sich die Schulen damit schwer?
Das phaeno hat Exponate, die sich die Schulen nicht leisten können.
Ich als Laserphysiker finde die Optik-Ebene besonders spannend. Es gibt
einen riesigen Lichttisch, da können die Schüler neue Lichtwege im Wettstreit entdecken – das fordert ihre Phantasie heraus. Junge Menschen
sind sehr empfänglich für diese emotionalen Erlebnisse. Das weckt ihre
Neugier, die physikalischen Gesetzmäßigkeiten dahinter zu entdecken
und zu verstehen. Auch so funktioniert zeitgemäßer Unterricht.
Im phaeno gibt es auch Workshops für Lehrer. Was lernen die dort?
Es reicht nicht, im Unterricht Kästen zum Experimentieren auszupacken.
Man muss grundsätzlich bereit sein, bis zum letzten Monat seiner
Dienstzeit neue Impulse aufzunehmen. Die anregende Atmosphäre
im phaeno animiert Lehrkräfte dazu, über neue methodische Ansätze
nachzudenken.
Welches Aha-Erlebnis hatten Sie selbst zuletzt im phaeno?
Es gibt dort ein großes Exponat mit sich drehenden Zahnrädern, die
sich von Rad zu Rad immer langsamer übersetzen. Das letzte Rad ist
schließlich in Beton gegossen. Das finde ich phaenomenal!
*Die richtige Antwort ist B. Dabei ist es egal, wie weit man vom Spiegel entfernt steht.
Das verstehen Sie nicht? Im phaeno gibt es dazu ein Exponat.
20
21
Guck an!
Janina Snatzke
Es gibt immer wieder neue Gründe, das
phaeno zu besuchen. Genau genommen sind
es 23 Sonderausstellungen, die in den letzten
zehn Jahren für Abwechslung sorgten.
Ein Überblick:
23
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sich mehr an Familien – zum Beispiel „Kugelbahnen“ –
andere mehr an Schüler. Themen wie Ernährung oder
Biotechnologie erreichen eher ein spezielles Publikum.
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Als echter Besuchermagnet erwies sich „BubbleMania“.
Die Premiere der Seifenblasen-Ausstellung im Jahr 2009
war so erfolgreich, dass nun alle zwei Jahre ein BubbleMania-Festival im phaeno veranstaltet wird, zuletzt
2015. Und natürlich plant das phaeno bereits neue Sonderausstellungen. Über den menschlichen Körper zum
Beispiel. Oder – das ist jetzt aber auch mal fällig – das
Phänomen der Zeit.
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So laut wie im Sommer 2015 war es noch nie – 25 Flipper machten das phaeno zur Spielhölle – natürlich auf
höchstem physikalischen Niveau: Am gläsernen Flipper
konnte jeder Besucher „the science of pinball“ erkunden.
Spielerisch lernen eben. Drei bis neun Monate dauert
eine Sonderausstellung in der Regel. Ab und zu leistet
sich das phaeno eine aufwendige Eigenproduktion, wie
zum Beispiel die sehr erfolgreiche Spürsinn-Ausstellung.
Hier konnte man physikalische Phänomene am eigenen Leib erfahren. Einige der Exponate – Rodeokreisel,
schräger Salon, Hexenhaus – gehören noch heute zur
festen Ausstellung. Einige der Ausstellungen richten
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2011
• Fotoausstellung
phaeno im Blickpunkt der
Fotografie
• Rätseleien
Sudoku & Co.
• Spiel und Bewegung
Zur Physik des Fußballspiels
• Kugelbahnen
Spielerisch und künstlerisch
• Es betrifft DICH!
Ernährung und Gesundheit
2012
• Licht.Schatten.Farbe
Leuchtende Kunstwerke
2013
• Antrieb Zukunft
Über die Elektromobilität
• Mathe x anders
Phänomene, Formen, Muster
2014
• Luffffft
Federleicht und tonnenschwer
• Architektierisch
Bauten und Statik im Tierreich
2015
• OPTICKS
Neue und erneuerte Lichtexponate
• ausgeflippt
25 historische Flipper und
die Mechanik dahinter
• MechanixX
Balancieren, Jonglieren,
Jo-Jo-Spielen
01. Januar 2015
2007
• StromZeit
Mit Europas größtem
Tesla-Transformator
2008
• PhantasieMechanik
Mit schrägen und versponnenen Maschinen
• SteinZeit
Mit der längsten freitragenden
LEGO-Brücke der Welt
2009
• SpürSinn
Mit Rodeokreisel, Hexenhaus
und schrägem Salon
• BubbleMania
Das Seifenblasen-Festival
(auch: 2011, 2013, 2015)
• Bausteine des Lebens
Über Biotechnologie
und Gentechnik
2010
• Geburtstagsexponate
Zum fünfjährigen phaeno
Jubiläum
• Minimathematikum
Formen und Geometrie für Kinder
• Element Wasser
Spiel, Experiment, Faszination
• SpiegelBilder
Verzerrt, verdreht, gestaucht
und mehr
Der Zahn der Zeit …
Zehn Jahre Hochbetrieb haben ihre Spuren hinterlassen. 2015 wurden
die Betonböden neu beschichtet und die Wände frisch gestrichen. Viele
Exponate wurden überarbeitet oder technisch aufgerüstet. Bis November
dauerten die Arbeiten, nun ist das phaeno wieder hübsch in Form –
pünktlich zum Geburtstag!
24
25
Janin
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Das sag ich
meinen Eltern!
Wer einmal ins phaeno geht, kommt gerne wieder. Das gilt
auch für die Kinder aus Kita-Gruppen und Schulklassen, die hier
unter der Woche für reichlich Stimmung sorgen. Beim Abendbrot
erzählen sie zu Hause vom phaeno und schleppen über kurz
oder lang ihre ganze Familie hierher. Als Jugend­liche kommen
sie dann mit Freunden wieder. Manches Mädchen lädt vielleicht
auch den Freund in die Ausstellung ein und spendiert ihm eine
Pizza mit Cola im Bistro. Das ist der Lauf der Zeit: Aus Kindern
werden Jugendliche. Aus Jugendlichen Paare. Aus Paaren
Eltern. Aus Eltern Familien. Willkommen im phaeno!
26
27
Zehn auf einen Streich
66,5 Mio. Euro Einnahmen hat das
phaeno von 2005 bis 2015 erzielt. Den größten
Anteil vom Budget – 57,6 % – erwirtschaftet das
phaeno selbst. Neben Eintrittsgeldern schlagen hier
Vermietungen und Events zu Buche. Somit muss
das phaeno nur 42,4 % seiner Aufwendungen aus
öffentlichen Zuschüssen und privaten Zuwendungen
bestreiten. Andere Museen sind bis zu 80 Prozent
auf Fremdmittel angewiesen.
Die Ausgaben konzentrieren sich auf Gebäudeund Personalkosten. Darüber hinaus investiert das
phaeno erheblich in die Qualität der Ausstellung:
Exponate werden laufend überholt und modernisiert.
Das phaeno in Zahlen:
2.576.354
Besucher sind in den letzten zehn Jahren ins phaeno gekommen –
40 % mehr als erwartet. Gerechnet hatte man mit 180.000 Besuchern pro Jahr.
Besucher
300.000
250.000
200.000
5 Mio. Euro wurden dabei allein für die
150.000
100.000
wechselnden Sonderausstellungen aufgewandt.
50.000
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
28,2 Mio. €
Öffentliche
Zuschüsse
und private
Zuwendungen
42,4%
57,6 %
38,3 Mio. €
Eigene Erträge
aus Eintritten,
Veranstaltungen,
Vermietungen
Einnahmen 2005 – 2015
8,4 Mio. €
Investitionen
20,8 Mio. €
Personalkosten
12,6%
31,1%
56,3 %
37,4 Mio. €
Sachkosten
2015*
* Hochrechnung
Ausgaben 2005 – 2015
91 % der Besucher kommen
von außerhalb nach Wolfsburg.
36 % der Besucher des
phaeno sind Familien. 31%
sind Schüler und Kinder aus
Kindergärten. Die übrigen 33 %
entfallen auf Gruppenbesucher
– Jugendgruppen, Seniorengruppen, Kindergeburtstage –
und Einzelbesucher aller
Altersklassen.
140
Mitarbeiter beschäftigt das
phaeno im Schnitt. Viele davon arbeiten in Teilzeit. Rein rechnerisch ergeben
sich 65 Vollzeitstellen. Knapp die Hälfte
entfällt auf den Ausstellungsbereich.
33 %
Gruppen
und Einzelbesucher
31%
51.896 Stunden kümmern
sich die 55 phaenomen und phaeno­
women jährlich um die Besucher.
36 %
Familien
17. September 2013
Patrice Kunte
Schulen
und Kindergärten
Was noch?
294.960 Pizzen hat das phaeno von 2005
bis 2015 verkauft. Alle Teller übereinandergestapelt wären
5.604 Meter hoch – so hoch wie 18 Eiffeltürme.
4.000 Meter Luftpolsterfolie hat das phaeno in
zehn Jahren verbraucht, um Exponate zu schützen. Mit
derselben Menge könnte man 26 Eigenheime verpacken.
PLZ-Auswertung:
0 Besucher
1 – 100 Besucher
über 100 Besucher
800.000 Rollen Toilettenpapier wurden in
zehn Jahren abgewickelt. Damit könnte man das deutsche
Autobahnnetz zweispurig auslegen.
Der große Unbekannte
Am 17. September müsste es passiert sein. Der zweimillionste Besucher
betritt das phaeno. War es ein Mann, ein Kind, eine Frau? Wir wissen
es nicht. Der hohe Besuch wurde nicht einzeln erfasst. Es gab deshalb
weder Händedruck noch Blumenstrauß. Deshalb Dank an Unbekannt.
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Nachts im Museum
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Firmenevents und private Feste – sogar Hochzeiten werden im phaeno gefeiert.
Wenn die elektronischen Eingangstüren des phaeno am frühen Abend schließen, wird oft noch fieberhaft
weitergearbeitet. Stühle rücken, Tische decken, Ton- und Lichttechnik installieren. „Die meisten wissen gar
nicht, welche fantastischen Möglichkeiten das phaeno für Tagungen, Seminare, Firmenevents und private
Feiern bietet“, erklärt Abidin Otuzbur, der die Veranstaltungen im phaeno vermarktet und organisiert.
Audi, Bosch, Siemens, T-Systems, VW – alle waren sie schon hier. Und kommen regelmäßig
wieder. Passend zum Anlass wird das phaeno eher festlich-feierlich oder loungig-kühl
illuminiert. Die Gäste können sich frei durch die gesamte Ausstellung bewegen.
Sonderwünsche sind möglich: Eine Begrüßungsrede durch den Roboter „Robo
Thespian“. Eine Best-of phaeno Show mit Schall- und Knall-Effekten.
Dann geht’s richtig rund – nachts im Museum.
Schon gewusst?
Über 100 Events mit insgesamt
10.000 Gästen werden jährlich
im phaeno gefeiert.
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Patrice Kunte
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Ein Astronaut in Ausbildung: Max und seine Freunde im phaeno.
Happy Birthday!
Nicht nur das phaeno hat Geburtstag. Auch viele Kinder feiern ihren Festtag hier. Max aus
Hannover hat Freunde und Familie zum Raketen-Kindergeburtstag eingeladen. Auf ins All!
13.00 Uhr: Ein unscheinbarer Raum im Erdgeschoss des phaeno. Große Fenster, Konferenztisch,
moderne Stühle. Doch hier wird nicht getagt, hier
werden junge Astronauten ausgebildet. Maximilian
Langer, den alle Max nennen, ist mit Freunden und
Familie nach Wolfsburg gekommen, um seinen
11. Geburtstag nachzufeiern und Astronaut zu werden – der Raketen-Kindergeburtstag ist eines von
drei Feierformaten, die das phaeno mehrmals pro
Woche anbietet. Die phaenomen Tom und Jonas
sind heute die Astronautentrainer. Man erkennt sie
gleich an ihrem roten Outfit.
13.10 Uhr: Ein Weltraumflug ist harte Arbeit.
Vor den Kindern liegen Bastelmaterial und rotes
Tonpapier. Damit wollen sie Raketen bauen und
dem All ein Stück näher kommen. Tom, dessen
Namensschild ihn als Major Tom ausweist, erklärt
mit ruhiger Stimme den Bauplan. Schneiden,
kleben, falten, wieder kleben.
steht ein Modell der Raumstation ISS. Das Original ist etwa so groß wie das phaeno. Auf einem
Monitor können Max und Co. sehen, wo die ISS
gerade fliegt. Während sie noch überlegen, wie
das Land heißt, über dem die Raumstation sich
bewegt, hat sie England mit 28.000 km/h bereits
überflogen.
13.30 Uhr: Es geht voran. Der Rumpf ist fertig,
die vier Diffuser am Heck sind fest angeklebt.
Jetzt fehlt noch eine Spitze, die vorsichtig auf
den Raketenkörper geklebt werden muss. Hohe
Bastelkunst. Schließlich sind die roten Raketen
startbereit. Die jungen Tüftler müssen sich nur
noch Namen ausdenken. Geburtstagskind Max
nennt seine Rakete „Pirates of Rocket“.
14.00 Uhr: Endlich Praxistraining, es geht in
die Ausstellungsräume des phaeno. In einem
schiefen Haus, dem schrägen Salon, wird der
Gleichgewichtssinn gefordert. Die Kinder tänzeln
auf dem Schachbrettmuster des Fußbodens und
schwanken zwischen den goldenen Bilderrahmen
an der Wand hin und her. Christopher, Max‘
kleiner Bruder, kann am besten balancieren –
vielleicht sind hier kurze Beine von Vorteil.
13:45 Uhr: Jetzt geht es zum Weltraumtraining.
Wie funktioniert eine Rakete? Auf einem Tisch
14.20 Uhr: Die Gruppe, anfangs eher vorsichtig
unterwegs, ist jetzt auf Betriebstemperatur. Es geht
vorbei am riesigen Flipperautomaten und an dem
Gummiring, der kreisrunde Rauchwolken ausstößt,
wenn man auf den Rand drückt. Plasmakugel,
Inside-Outside-Metallkäfig – hier kann alles angefasst und ausprobiert werden.
14.41 Uhr: Es wird ernst: Startrampe ist das Außengelände des phaeno. Max bildet Dreiergruppen:
Einer pumpt Luft in einen Raketenkörper aus
Plastik, der zum Teil mit Wasser gefüllt ist. Bei
5 Bar Druckluft ist Schluss, Astronaut Nummer
zwei zählt langsam von fünf runter. Dann drückt
Max auf den Auslöser. Die rote Rakete steigt mit
einem heftigen Zischen in die Luft, schrammt die
Außenwand des phaeno hinauf, steht kurz
in einigen Metern Höhe – und fällt herunter.
Verwunderte Blicke in der ersten Etage, Applaus
und Gelächter am Boden.
14.56 Uhr: Geburtstag beendet. Mission erfüllt.
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Glückwunsch!
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Thomas Schmall,
Mitglied des Markenvorstands Volkswagen,
Geschäftsbereich „Komponente“
Das phaeno ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Seit 2005 haben hier Millionen von
Besuchern – darunter vor allem viele Kinder
und Jugendliche – die spannende Welt der
Naturwissenschaften kennengelernt. Wenn
es das phaeno in Wolfsburg nicht schon gäbe,
dann müsste man es schnellstens erfinden.
Denn Deutschland und Volkswagen sind heute mehr denn je auf technikbegeisterte, erfinderische Nachwuchskräfte angewiesen. Für die
Zukunft wünsche ich dem phaeno deshalb vor
allem eines: noch jede Menge junger, begeisterter Besucher.
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Das Science Center phaeno hat sich in den vergangenen
zehn Jahren beeindruckend und mit großer Strahlkraft für
Wolfsburg und weit darüber hinaus entwickelt. Als Ort, an
dem die faszinierende Welt der Naturwissenschaften und
Technik spielerisch begreifbar wird, ist es fester Bestandteil
des vielfältigen Angebots unserer Region geworden. Mit immer wieder spannenden Phänomenen, neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, aber auch ganz viel Unterhaltung
und überraschenden Veranstaltungen: Ob Wissenschaft,
Theater oder Konzert – das phaeno lädt mit weit offenen
Türen immer wieder zum Entdecken ein. Darum sind wir von
Beginn an gern als Partner und Förderer an der Seite dieser
besonderen Experimentierlandschaft. Und wir freuen uns auf
den weiteren gemeinsamen erlebnisreichen Weg!
Klaus Mohrs,
Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg
Das Wissenschaftsmuseum phaeno beweist
seit mittlerweile zehn Jahren, wie spannend
naturwissenschaftliche Phänomene jenseits
von Formelbüchern sein können. Hier können Tausende begeisterte Besucherinnen und
Besucher aus nah und fern sie selbst erleben.
Im Namen des Rates und der Verwaltung der
Stadt Wolfsburg sowie aller Wolfsburgerinnen
und Wolfsburger danke ich dem phaeno für
sein herausragendes Angebot und gratuliere
herzlich zu seinem zehnjährigen Jubiläum!
Volk
Gerhard Döpkens,
Vorsitzender des Vorstands der
Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg
Julius von Ingelheim,
Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG
Feuertornado, fliegender Teppich und Rodeokreisel – das phaeno
zieht seit zehn Jahren als deutschlandweit einmalige Experimen­
tierlandschaft Besucher in den Bann naturwissenschaflicher
und technischer Phänomene. Gleichzeitig bereichert es die Bildungslandschaft, weil Mitarbeiter, Exponate und Programme
spannend und spielerisch Kompetenzen in den so wichtigen
MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften
und Technik vermitteln. Deshalb ist das phaeno für uns ein
wichtiger Partner auf dem Weg in die spannende Zukunft
Wolfsburgs und der Region.
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Danke!
Zeit ist Geld – das gilt auch für die großzügigen Zuwendungen von Sponsoren, ohne die es das
phaeno nicht geben könnte. Direktion und Mitarbeiter des phaeno danken den Hauptsponsoren
herzlich für mehr als
4 Jahre geschenkte Zeit:
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Zehn Jahre später ...
22. November 2025 / Die Welt hat sich verändert. Heimroboter nehmen
uns die Arbeit in Haus und Garten ab. Unser Auto fährt uns von alleine,
wenn wir es wollen. Unsere Hausbank weiß mehr über uns als der eigene
Nachbar. So geben wir unser Leben langsam,
Pat
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aber sicher aus der Hand. Doch wer will sich von
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Logarithmen leiten lassen?
Auch im Jahr 2025 wollen wir Speisen noch
von Hand zubereiten, ein Möbelstück selber
bauen und uns vielleicht sogar mal
wieder selbst ans Autosteuer setzen.
Michel Junge im Jahr 2025
Die Neugier bleibt. Und das phaeno
bleibt ein Ort, an dem ich Dinge
begreifen kann: mit meinen Augen, Ohren und Händen. Ein Abenteuerspielplatz in unserer virtuellen Welt – ein richtiges Raumschiff eben.
Bleiben Sie an Bord!
IMPRESSUM
Herausgeber: phaeno gGmbH, Willy-Brandt-Platz 1, 38440 Wolfsburg
phaeno Service-Center 05361 / 890 100, www.phaeno.de
Geschäftsführung: Michel Junge
Konzeption: van laak Medien
Redaktion: Martina Flamme-Jasper, phaeno · Thomas van Laak · Gerd Schild (S. 30–31)
Titelfoto: Corbis
Gestaltung: mann + maus GmbH & Co. KG
Druck: gutenberg beuys Feindruckerei, Auflage 2.000 Exemplare,
gedruckt auf PEFC™ zertifiziertem Papier