Ich entscheide mich für ein Studium.

Ich entscheide
mich für ein
Studium.
Komm. Weiter.
1
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern und Biel
STARTER | September 2015
STARTER
3/4
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Inhalt
5Editorial
6
7
12
Entscheiden, aber wie...?
Was gibt es alles zu entscheiden?
Interview mit Studierenden
18
19
24
Was tun bei Entscheidungsschwierigkeiten?
Der entscheidende Moment
Entscheiden ist nichts für Feiglinge
28 Weitere Angebote
29 Infoveranstaltung: Kommunikation als Beruf
Redaktion
Simone Wehrli
Text
Isabelle Vonarburg
Barbara Amacker
Marion Rieder-Spilker
Olivia Tschanz
Sarah Krempel
30 Ausblick auf den nächsten STARTER 4/4
31 Kontakt, Öffnungszeiten Infothek, Kurzgespräche
Korrektorat
Ruth Habermacher
Layout
Manuela Amadò
Druck
Hansen Druck Bern
September 2015
Finden Sie, was Sie suchen?
2
3
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Editorial
Entscheide brauchen Zeit, Kopf und Bauch
Liebe Gymnasiastinnen und Gymnasiasten
Sie haben sich über Ausbildungsmöglichkeiten informiert, die Ihnen nach der Matura offen stehen. Sie wissen Bescheid über Vorund Nachteile verschiedener Studienrichtungen. Sie haben zudem
eine Idee, in welche Berufe bestimmte Ausbildungen führen. Und
vor allem sind Sie sich über Ihre Interessen im Klaren. Nun müssen Sie also nur noch entscheiden.
So einfach ist es in den meisten Fällen jedoch nicht. Natürlich gibt
es Maturandinnen und Maturanden, denen die Studienwahl leicht
fällt. Entscheiden ist für sie kein Problem. Sie wissen, was sie studieren wollen. Zweifel kennen sie nicht. Für die Mehrheit allerdings
ist Entscheiden eine komplexe Angelegenheit, denn Entscheide
brauchen Zeit, Kopf und Bauch. Sie basieren auf Informationen,
auf Abwägen und Vergleichen, auf Gesprächen und Nachdenken.
Entscheide in der Studien- und Berufswahl sind wichtig, aber sie
sind nie endgültig.
Doch was gibt es denn eigentlich bei der Studienwahl alles zu
entscheiden? Dieser Frage gehen wir im ersten Artikel dieses
STARTER-Heftes nach. Im Anschluss haben wir zwei Studierende befragt, wie sie ihren Studienwahlentscheid bewältigt haben.
Vielleicht hilft Ihnen die eine oder andere Erfahrung beim eigenen
Entscheidungsprozess weiter. Im Kapitel «Der entscheidende Moment» geben wir Ihnen einen Einblick, wie wir mit Entscheidungsschwierigkeiten in unseren Studienberatungsgesprächen umgehen, um Gymnasiastinnen und Gymnasiasten beim Entscheiden
weiterzubringen. Auch grosse Entscheidungen müssen wir
irgendeinmal zu einem Abschluss bringen und brauchen dafür Mut
zum Entschluss. Im Kapitel «Entscheiden ist nichts für Feiglinge»
wollen wir an diesem Umstand keinen Zweifel übrig lassen.
Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Lektüre sowie Mut beim
Entscheiden.
Simone Wehrli
Entscheiden - eine schwierige Aufgabe
4
5
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Entscheiden, aber wie...?
Entscheiden, aber
wie...?
Was gibt es alles zu
entscheiden?
Kennen Sie das auch: Sie möchten die Ferien planen und können
sich zwischen den unzähligen Möglichkeiten nicht entscheiden?
Bevor Sie jeweils eine Reise planen, hören Sie sich um, lesen
und vergleichen verschiedene Optionen, erkundigen sich bei
Freunden, die schon dort waren, buchen Zugsverbindungen und
prüfen den Plan B, sollte die Flugreise annulliert werden. Offen
bleibt bei der Vorbereitung, ob die Reise uns später zufriedenstellen wird. Im Nachhinein beurteilen wir dann, ob die Entscheidung
richtig war. Der Ausgang der Reise bleibt offen. Ein Risiko geht
man immer ein.
Nicht anders bei der Studienwahl! Die Studienwahl kommt einer
Reiseplanung gleich und die Ausbildungszeit bleibt ein Abenteuer!
Was gibt es denn alles zu tun VOR der Entscheidung?
Welches Fachgebiet soll ich studieren?
Viele unserer grossen Entscheidungen treffen wir aufgrund von
Vorinformationen. Vorinformationen können sowohl rationale
Messages sein (z.B. Fakten, Inhalte) wie auch intuitive Eindrücke
(«gefällt mir!»). Bewusstes Suchen nach Fakten braucht in der Regel Zeit. Intuitive Eindrücke hingegen geschehen blitzschnell und
hinterlassen eine eher emotionale Befindlichkeit, auch Bauchgefühl genannt. Nutzen Sie beide Infoquellen!
Antworten auf die Frage «Welche meiner Interessen und Fähigkeiten passen eigentlich zu einem Studienfach und zur späteren
Berufstätigkeit?» oder «Sprechen mich die Inhalte der Ausbildung
genügend an?» sind wichtige Grundlagen für die Entscheidung.
Soll ich Math oder Musik studieren?
6
Übersichten in Form von Printmedien (Bücher/Broschüren) helfen,
sich zuerst einen Überblick zu verschaffen. Detailinfos findet man
auf der nützlichen Website www.berufsberatung.ch > Studium
und auf den Portalen der Ausbildungsanbieter. Ebenso kann man
an einem Arbeitsplatzbesuch (Schnuppern) und einem Hochschulinfotag zusätzliche Bilder und Stimmungen einfangen. Und
7
Entscheiden, aber wie...? Was gibt es alles zu entscheiden?
Entscheiden, aber wie...? Was gibt es alles zu entscheiden?
nicht zuletzt sind Gespräche mit Studierenden und Berufsleuten
wunderbare Infoquellen, denn sie erzählen Geschichten über ihre
Erfahrungen.
Die Entscheidung, ob man ein Studienfach an der Uni oder der FH
wählt, entfällt, wenn es die Ausbildung nur an einem der beiden
Hochschultypen gibt (z.B. Pflege FH). Schwieriger wird es, wenn
das Fach sowohl an der Uni als auch an der FH angeboten wird
(z.B. Informatik, Architektur). Dann steht es Ihnen frei, beide Hochschultypen und ihre Angebote zu vergleichen und individuell zu
entscheiden. Auch Ihr/e Studien- und Laufbahnberater/in steht für
diese Frage im Gespräch zur Verfügung!
Uni oder Fachhochschule?
Einige Studienfächer lassen sich nur an der Universität (oder ETH),
andere nur an der Fachhochschule FH studieren. Dritte wiederum
sowohl als auch.
Die Unterschiede zwischen Uni/ETH und FH/PH:
A Studium an einer Universität oder ETH
Ein Studium an der Uni bietet Zeit und Raum, sich intensiv und
kritisch mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen auseinanderzusetzen. Dies bedeutet nicht nur, Wissen zu büffeln und sich
auf Prüfungen vorzubereiten. Es beinhaltet ebenso anregende
und inspirierende Auseinandersetzungen mit einer internationalen
Forschungswelt. Intellektuelle Neugierde, selbständige Arbeitsorganisation und ein gewisses Durchhaltevermögen sind wichtige
Voraussetzungen für ein erfolgreiches Uni-Studium.
Ein Uni-Studium bereitet in der Regel nicht auf einen bestimmten
Beruf vor (Ausnahme: z.B. Medizin, Jus), sondern auf vielfältige
Laufbahnmöglichkeiten. Diese Berufsmöglichkeiten sollte man
während des Studiums kennenlernen (in Form von Praktika oder
berufsqualifizierenden Nebenjobs).
Ein Masterabschluss nach rund fünf Jahren ist der Regelabschluss
an der Uni.
B Studium an einer Fachhochschule FH oder Pädagogischen
Hochschule PH
Ein Studium an einer FH setzt für eine/n Gymnasiasten/in in der
Regel ein Vorpraktikum bis zu einem Jahr (z.B. Soziale Arbeit)
und oft ein Aufnahmeverfahren voraus (z.B. Physiotherapie). Das
FH-Studium bietet stärker sowohl theoretische als auch berufspraktische Ausbildungsteile an. Daher ist der Bachelorabschluss
FH nach drei Jahren berufsqualifizierend, d.h. er führt direkt in den
jeweiligen Beruf. Ausnahmen bilden einige künstlerische Studiengänge oder die FH-Phsychologie. Sie werden mit einem Master
abgeschlossen. Zur Pädagogischen Hochschule PH haben Sie
mit der Matura einen direkten Zugang (ohne Praktika oder Aufnahmeverfahren). Für die Vorschul- und Primarstufe streben Sie einen
Bachelor- (3 Jahre) und für die Sekundarstufe I einen Masterabschluss (4-5 Jahre) an.
8
Unterschiede zwischen Mittelschule und Hochschule
Die Hochschulen (Uni/ETH/FH/PH) unterscheiden sich deutlich
vom Leben und Lernen am Gymnasium. Hier die wichtigsten
Unterschiede auf einen Blick:
Mittelschule
Lerninhalte
lehrplangestützt
Lernumfang
kleinere, überschaubare
Lerneinheiten
Hochschule
forschungsorientiert
grössere, umfassendere
Stoffbereiche
Lernprozess
didaktisch angeleitetes Lernen
vermehrt selbständiges Lernen
Lernkontrolle
Kontinuierliche Prüfungen, Hausaufgabenkontrolle Prüfungen zu Semesterende oder am Ende des Studienjahres
Soziales Setting
Klassenunterricht, man kennt sich
häufig anonyme Grossgruppen
Lehrpersonen
Lehrpersonen kennen
in der Regel grössere soziale Schüler/innen Distanz zwischen Dozenten
und Studierenden
Räumlichkeiten
überschaubar, alles an einem Ort
grosse Gebäude, oft über mehrere Stadtteile verteilt
Lebensumstände
Leben in der eigenen Familie, finanzielle Verantwortung
hauptsächlich bei den Eltern
Leben in Wohngemeinschaft
oder eigenem Haushalt, zunehmender Anteil an eigener
Erwerbstätigkeit
9
Entscheiden, aber wie...? Was gibt es alles zu entscheiden?
Alternativen zum Hochschulstudium?
Nach der gymnasialen Matur muss nicht zwingend ein Studium
an einer Hochschule folgen. Alternative Wege ausserhalb von
Uni/ETH und FH/PH können sein: eine (verkürzte) Lehre mit dem
Abschluss eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses EFZ (z.B.
Buchhändler/in) oder eine Ausbildung an einer Höheren Fachschule HF (z.B. Kindererzieherin, Hotelfachschule) oder Polizist/in
(eidg. Fachausweis). Etliche Printmedien an den Infotheken der BIZ
und Ihr/e Berufs- und Studienberater/in geben Ihnen dazu gerne
Hinweise!
Berufliche Möglichkeiten nach dem Studium?
Die Entscheidung für die Studien- und Berufswahl wird erleichtert,
indem Sie sich auch die Frage stellen: «Wohin führt eigentlich die
Reise nach dem Studium? Welche Berufsmöglichkeiten erschliesse ich mir mit der Wahl eines Studienfachs?» Auch hier erhalten
Sie Unterstützung durch eine/n Studienberater/in oder in Printoder Online-Medien.
An welchem Ort studieren?
Wenn Ihnen klar ist, für welches Studienfach Sie sich entscheiden,
kann die Frage hinzukommen, ob Sie dieses Studienfach an Ihrer
«Heimat»-Uni oder -FH oder an einer Uni ausserhalb Ihres Kantons
studieren möchten. Manchmal gibt es keine Wahlfreiheit,
…weil die ETH im Kanton Zürich liegt,
…weil Sie auf Französisch studieren möchten (z.B. Lausanne),
…weil das FH-Studium Ergotherapie nur in Winterthur (ZHAW)
angeboten wird.
Vielleicht entscheiden Sie sich aus freien Stücken, den Kanton
Bern zu verlassen,
…weil Ihnen z.B. ein Ortswechsel lieb ist,
…weil Ihnen eine Vertiefungsrichtung in Ihrem gewählten Studienfach an einer externen Uni besonders gefällt.
Die Hochschulbesuchstage anderer Kantone werden Ihnen die
Entscheidung für den Studienort erleichtern. Die Studienortswahl
hat aber auch mit Budgetfragen zu tun, die sich mit Unterstützung
Ihrer Eltern klären lassen.
Entscheiden, aber wie...? Was gibt es alles zu entscheiden?
Zwischenlösung oder nicht?
Während des letzten Jahres im Gymnasium muss für Sie klar
werden, ob Sie ein Zwischenjahr einschalten werden oder nicht.
Es gibt ebenso viele Gründe für ein Zwischenjahr (Militärdienst,
Vorpraktika, Lust auf Joberfahrung, Sprachaufenthalt, Schulmüdigkeit…) wie dagegen (sich genug fit für die neue Ausbildung
fühlen, klare Entscheidungsgrundlagen haben…).
Denken Sie daran, sich für die Entscheidung «Zwischenjahr ja
oder nein?» genügend Zeit vor der Matur einzuräumen. Damit
gewinnen Sie Zeit, das Zwischenjahr frühzeitig zu planen.
Zwei Dinge zum Schluss:
- Ausbildung und Beruf beeinflussen Ihre nahe Zukunft, aber
nicht Ihr ganzes Leben! Anpassungen sind immer möglich.
- Vieles im Leben passiert, weil wir uns auf ungeplante und
unerwartete Situationen einlassen, die eine weitere Entscheidung mitbeeinflussen. Vertrauen Sie trotz aller Sorgfalt bei der
Informationsbeschaffung auch auf «Zufälle», die Ihnen begegnen werden!
Informationen
Übersichten und Detailinformationen zu Studienfachinhalten und Berufsmöglichkeiten nach dem Studium finden Sie sowohl in vielen Printmedien der Berufs-,
Studien- und Laufbahnberatung BSLB (ausleihbar in BIZ-Infotheken und in
Mediotheken der Gymnasien) wie auch online unter www.berufsberatung.ch >
Studium und auf den Webseiten der Ausbildungsanbieter.
Im Buch «Fokus Studienwahl» erfahren Sie mehr über das Handwerk des Entscheidens (ebenfalls ausleihbar in den Mediotheken der Gymnasien oder im BIZ
Ihrer Region).
Beratungsangebote
In Beratungen und Kurzgesprächen machen wir Studienberater/innen Sie z.B.
auf weitere, ähnliche Studiengänge aufmerksam, klären Fragen zu Unterschieden
zwischen Studienfächern der Uni oder FH, zeigen Berufsmöglichkeiten nach dem
Studium auf und helfen bei Entscheidungsschwierigkeiten.
Isabelle Vonarburg
[email protected]
10
Studien- und Laufbahnberatung
Entscheiden,
aber wie...? Interview
BIZmit
Bern-Mittelland
Studierendenund Biel-Seeland STARTER 3/4
Interview mit Studierenden
Vanessa Gasser Hadziavdic und Sammer Puran...
...berichten über ihre Erfahrungen bei der Studienfachwahl.
Vielleicht gibt Ihnen das eine oder andere eine Anregung für Ihren
eigenen Studienwahlprozess.
Studien- und Laufbahnberatung
Entscheiden,
aber wie...? Interview
BIZ mit
Bern-Mittelland
Studierendenund Biel-Seeland STARTER 3/4
Wann ist der definitive Entscheid für Ihre Studienrichtung
gefallen?
Vanessa: Relativ spät, ich war zum Zeitpunkt, als ich mich für das
Studium Pflege entschieden habe, bereits 24 Jahre alt.
Sammer: Ich hab nach dem Gymnasium ein Zwischenjahr mit Militär eingelegt. Nach Beenden des Militärs (also im April 2012) habe
ich meine Entscheidung getroffen. Demzufolge kurz vor Ende der
Anmeldefristen der Universitäten.
Wie sind Sie beim Entscheidungsprozess vorgegangen?
Vanessa: Nachdem ich den Bachelor in Germanistik abgeschlossen hatte, war für mich klar, dass ich gerne etwas machen wollte,
was Theorie und Praxis verbindet. Da ich bereits nach der Matura
ein einjähriges Praktikum in einem Spital bzw. in einem Pflegeheim absolviert hatte, und ich mich damals nicht zwischen einem
Germanistikstudium an der Uni und einem Pflegestudium an der
Fachhochschule entscheiden konnte, ergriff ich die Chance, nun
doch noch Pflege zu studieren.
Vanessa Gasser Hadziavdic
Sammer Puran
26 Jahre
22 Jahre
Pflegestudium FH Bern
Informatikstudium Uni Bern
4. Semester
Nebenfächer Mathematik,
Bachelor
Volkswirtschaft und Wirtschaftsinformatik
6. Semester
Bachelor
Sammer: Um es kurz zu fassen: Es war eine Entscheidung aus
dem Bauch heraus. Natürlich habe ich mir die Gebiete aller in Frage kommenden Fächer (Wirtschaft, Mathematik, Wirtschaftsinformatik und Psychologie) angeschaut. Aber die finale Entscheidung
ist dann aus dem Bauch heraus gefallen. Ich habe also nicht eine
Pro- und Contra-Liste geführt. Natürlich habe ich mich zuerst über
die engeren Kandidaten (die oben genannten) informiert, indem
ich die Informationsveranstaltungen dieser Fächer besucht habe,
und erst danach die definitive Entscheidung getroffen. Aber wie
gesagt, die definitive Entscheidung fiel mehr nach dem Prinzip
«Hey, die Themen der Informatik hören sich noch cool an».
Woran haben Sie gemerkt, dass es für Sie das richtige
Studium ist?
Vanessa: Das Studium an der Berner Fachhochschule BFH vereinbart praktische Tätigkeiten und theoretische Inhalte optimal. Die
familiäre Atmosphäre, das positive Lernumfeld und die enga-
12
13
Studien- und Laufbahnberatung
Entscheiden,
aber wie...? Interview
BIZmit
Bern-Mittelland
Studierendenund Biel-Seeland STARTER 3/4
gierten Lehrpersonen erleichterten den Einstieg ins Studium und
förderten auch meine persönliche Motivation.
Sammer: Das habe ich an den Fächern gemerkt, die wir im
Studium behandelten. Vor allem als es dann an die Projektarbeiten ging, war für mich klar, dass ich den richtigen Schwerpunkt
gewählt habe; richtig in Bezug darauf, dass es mich weder unternoch überfordert. Da ich einige der oben genannten Studienrichtungen als Nebenfächer belege, kann ich so einen Vergleich zwischen den Fächern ziehen. Und meiner Meinung nach bietet das
Informatikstudium die beste Kombination aus Theorie und Praxis.
Meine Erwartungen an das Informatikstudium haben sich definitiv
erfüllt, als ich mit meiner Bachelorarbeit im Bereich «Computer
Vision» begonnen habe. Dieser Bereich gefällt mir am besten.
Studien- und Laufbahnberatung
Entscheiden,
aber wie...? Interview
BIZmit
Bern-Mittelland
Studierendenund Biel-Seeland STARTER 3/4
Sammer: Da muss ich lange suchen. Am ehesten wohl der Aufwand, den ein Informatikstudium mit sich bringt. An den Informationstagen der Universitäten wurden wir jedoch davor gewarnt.
Aber sonst gab es eigentlich nichts, was gegen dieses Studium
gesprochen hat.
Gab es Schlüsselmomente in der Studien- oder Berufswahlentscheidung? Wenn ja, was war das für ein Moment?
Vanessa: Ein Schlüsselmoment war für mich ein Gespräch mit
meinen Kommilitonen an der Universität, wo ich merkte, dass ich
einfach nicht nur theoretische Dinge entwickeln wollte, welche
für wenige zugänglich sind, sondern praktisch etwas mit meinem
Wissen bewirken will. Ausserdem fehlte mir die Arbeit mit Menschen.
Welche Kriterien waren ausschlaggebend für die Entscheidung?
Vanessa: Einige Punkte habe ich bereits weiter oben erwähnt.
Dazu kommen die guten Jobaussichten als dipl. Pflegefachfrau,
die sofortige Berufsbefähigung, die guten Weiterbildungsmöglichkeiten und die Aussicht, sich einen Arbeitsplatz nach eigenen
Präferenzen aussuchen zu können. Ebenso ist es in der Pflege
gut möglich, Job und Familie unter einen Hut zu bringen, da auch
Stellen mit niedrigem Arbeitspensum möglich sind. Auch ein späterer Wiedereinstieg ist gut möglich und wird unterstützt.
Sammer: Ein Schlüsselmoment – ausser der Entscheidung selber
– gab es eigentlich nicht. Ich kann mich jedenfalls nicht mehr
daran erinnern.
Sammer: Da es eine spontane Entscheidung war, war das Hauptkriterium, dass sich Informatik bzw. die behandelten Themen cool
anhören. Dass ich bereits im Gymnasium als Frei- und Ergänzungsfach Informatik hatte, wird sicherlich auch einen Einfluss
gehabt haben.
Gab es auch Argumente, die gegen Ihr jetziges Studium gesprochen haben?
Vanessa: Das Pflege-Studium an der FH wird oft negativ wahrgenommen im Vergleich zu jenem an der Höheren Fachschule HF,
weil die FH nur Theoretiker hervorbringe. Jedoch stehen den FHAbsolventen durch den international anerkannten Bachelor viele
Türen offen, wie z.B. im Ausland arbeiten zu können.
Da sind die immer leiser werdenden Vorurteile von einigen Institutionen nicht wirklich ausschlaggebend.
14
Endlich passend!
15
Studien- und Laufbahnberatung
Entscheiden,
aber wie...? Interview
BIZmit
Bern-Mittelland
Studierendenund Biel-Seeland STARTER 3/4
Wer oder was hat Ihnen bei der Entscheidung geholfen?
Vanessa: Natürlich habe ich Rücksprache mit meinen Eltern,
Freunden und meinem Ehemann gehalten. Alle Parteien waren
sich einig, dass sie mich in diesem Berufsfeld sehen. Auch die
Berufsberatung während meiner Sekundarschulzeit hatte mich in
einem sozialen Berufsfeld gesehen. Wobei es zu bemerken gilt,
dass dies sowohl durch das Germanistikstudium mit Berufsziel
Lehrerin wie auch durch das Berufsziel Pflegefachfrau abgedeckt
worden wäre.
Sammer: Sicher der Fakt, dass ich am Gymnasium schon Informatik hatte und es schon damals ein tolles Fach fand. Vielleicht
fühlte ich mich deswegen zur Informatik hingezogen. Zudem hat
mir die Homepage des Informatikinstitutes der Uni Bern, auf welcher die Studieninhalte genauer beschrieben werden, geholfen.
Studien- und Laufbahnberatung
Entscheiden,
aber wie...? Interview
BIZmit
Bern-Mittelland
Studierendenund Biel-Seeland STARTER 3/4
ins Zentrum stellen. Mir waren schon immer finanzielle Unabhängigkeit und frühe Erwerbstätigkeit wichtig, ebenso die Gründung
einer Familie. Durch den langen Weg über ein Studium an einer
Universität bleiben diese Aspekte natürlich auf der Strecke. Nach
der obligatorischen Schulzeit würde ich daher eine Lehre mit
Berufsmatur absolvieren, um anschliessend an einer Fachhochschule studieren zu können.
Sammer: Da ich das perfekte Studium für mich gefunden habe,
würde ich nichts anders machen.
Das Interview führten Sarah Krempel und Olivia Tschanz
[email protected]
[email protected]
Plötzlich geht ein Licht auf
Würden Sie heute beim Entscheidungsprozess etwas anders
machen?
Vanessa: Ich würde das Augenmerk vermehrt auf meine Wünsche
im Privatleben legen und nicht mehr die beruflichen Ambitionen
16
17
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Was tun bei Entscheidungsschwierigkeiten?
Was tun bei Entscheidungsschwierigkeiten?
Der entscheidende Moment
Entscheidungen haben oft eine lange Vorgeschichte und ein
langes Nachspiel. Aber was genau geschieht eigentlich im
Augenblick, wenn die Würfel fallen? Zwei Berufs-, Studien-, und
Laufbahnberater/innen sagen Ihnen, was sie im entscheidenden
Moment beobachten.
STARTER: Der Moment der Entscheidung, das klingt ein bisschen wie der Augenblick der Wahrheit. Wie erlebt ihr Menschen,
die gerade vor dem Augenblick der Wahrheit stehen?
Barbara Amacker: Das kann ganz unterschiedlich sein. Für die
meisten aber ist das kein freudiger, sondern ein schwieriger Moment. Manchmal spürt man direkt die Last der Entscheidung auf
den Schultern des Klienten oder der Klientin. Die Studienwahl ist
für viele die erste so grosse Entscheidung im Leben, die selbstverantwortlich getroffen wird. Das ist meist nicht zu übersehen.
Lukas Meier: Ja, meistens sind die Leute nachdenklich. Sie spüren, dass jetzt etwas geschieht, das irgendwie ausserhalb ihrer
Macht stattfindet. Freud hat einmal gesagt, wir Menschen sind
nicht Herr im eigenen Haus. Ich habe das Gefühl, dass Menschen,
die Entscheidungssituationen bewusst erleben, genau dieses
Gefühl haben. Dass das gerade in Momenten geschieht, wo wir
folgenschwere Dinge in unserem Leben beschliessen müssen, ist
gelinde gesagt dramatisch.
STARTER: Was tut ihr, wenn Menschen so in eine Beratung
kommen?
Entscheidungen können uns zum Verzweifeln bringen.
L. M.: Ich finde es jeweils wichtig, den Ratsuchenden gleich klarzumachen, dass es jetzt um die Entscheidung geht. Verständlicherweise haben wir die Tendenz, uns vor Entscheidungen zu
drücken und wollen dann zum Beispiel wieder zurückgehen zum
Informieren oder einfach mal abwarten. Das bringt nichts. Lieber
der Wahrheit in die Augen sehen.
B. A.: Zunächst einmal möchte ich wissen, wie die Person bis zu
diesem Punkt gekommen ist. Wie ist sie vorgegangen, welchen
18
19
Was tun bei Entscheidungsschwierigkeiten? Der entscheidende Moment
Was tun bei Entscheidungsschwierigkeiten? Der entscheidende Moment
Weg hat sie gewählt? Für mich ist es wichtig zu wissen, ob dieser
Weg Hand und Fuss hat und die Person das Thema wirklich ernsthaft und vertieft bearbeitet hat. Wenn dem so ist, versuche ich
herauszufinden, wo genau nun die Unsicherheit besteht. Was sind
die Bedenken? Oft sind es Dinge, die sowieso nicht im eigenen
Handlungsfeld liegen und im Moment einfach nicht geklärt werden
können. Und ich rüttle auch gern ein bisschen provokativ an den
verschiedenen Varianten, um zu sehen, ob sie wirklich stabil sind.
Aber abnehmen kann und will ich die Entscheidung nicht.
STARTER: Entscheidungen sind mitunter schwierig. Wie könnt
ihr Menschen beim Entscheiden unterstützen?
B. A.: Den meisten Menschen hilft es, wenn sie mit einer aussenstehenden Person über ihre Entscheidung sprechen können.
Macht dieses Vorgehen Sinn? Habe ich was übersehen? Was sind
die Konsequenzen dieser Entscheidung? Manchmal kann ich auch
Mut zusprechen, vielleicht auch die Entscheidung in ihrer Grösse
relativieren. Jeder und jede braucht in diesem Moment eine ganz
persönliche Unterstützung, und es ist meine Aufgabe, herauszufinden, was das sein könnte.
L. M.: Alle Menschen haben ja sehr viel Übung beim Entscheiden und meistens geht das routinemässig über die Bühne. Das
vergisst man häufig. Wenn’s aber ernsthafte Probleme gibt beim
Entscheiden, kann das verschiedene Ursachen haben. Manchmal
ist es die Ungewissheit, was man sich mit der Wahl eines bestimmten Weges wirklich einhandelt. Manchmal vermutet jemand,
dass es vielleicht doch noch einen besseren Weg gäbe, der aber
einfach noch nicht aufgetaucht ist. Oftmals schrecken Ratsuchende aber schlicht vor der Tatsache zurück, dass es jetzt ernst gilt.
Sie haben sich alles hundert Mal überlegt – was eine gute Art ist,
sich auf eine Wahl vorzubereiten! – aber der Moment der Wahrheit
ist eben anders gewickelt, da kommt es nicht mehr auf unsere
Planungsfähigkeiten an, sondern nur noch auf unsere Geistesgegenwart, Chancen zu packen.
STARTER: Was ist damit gemeint: Geistesgegenwart, Chancen
zu packen?
L. M.: Es geht ums «Jetzt-oder-nie». Fragen wie «Was würden
Sie wählen, wenn Sie nur noch 20 Sekunden Zeit haben für den
Entscheid?» geben den Ratsuchenden die Erlaubnis, alles, was
man eigentlich auch noch bedenken und überlegen müsste – was
20
So befreiend kann Entscheiden sein
man hoffentlich vorher auch getan hat! – beiseite lassen zu dürfen,
um sich jetzt voll und ganz aufs Weichenstellen zu konzentrieren.
Der Moment der Wahrheit ist ein Moment, wo uralte Ressourcen
in uns wach werden. Und die sind die wahren Herren im Haus und
sollten deshalb auch beim Entscheiden aktiviert werden.
STARTER: Soll man sich im Moment der Wahrheit einfach auf
sein Bauchgefühl verlassen?
B. A.: Eine grössere Entscheidung braucht meiner Meinung nach
beides, Kopf und Bauchgefühl. Wird die Entscheidung jedoch von
21
Was tun bei Entscheidungsschwierigkeiten? Der entscheidende Moment
beiden Seiten beleuchtet, ist es am Schluss wohl oft der Bauch,
der entscheidet. Das ist auch gut so, weil es z.B. in Sachen
Studien- und Berufswahl einfach verschiedene richtige Lösungen
geben kann. In dem Fall ist das Bauchgefühl wohl der letzte und
oft auch ausschlaggebende Ratgeber.
L. M.: In diesem Moment kann man vielleicht tatsächlich sagen,
dass es nur noch darum geht, sich auf’s Bauchgefühl zu verlassen. Uns modernen Menschen gelingt das aber häufig erst, wenn
wir alles hundert Mal – manchmal bis zur Erschöpfung – durchgedacht haben. Es gibt aber immer wieder Ratsuchende, die ohne
solche Anstrengungen den Schritt in fast meditative Zustände
finden, die sehr wirkungsvoll sind für das Entscheiden. Manche
erreichen dies, wenn sie sich an einen ruhigen Ort in der Natur
zurückziehen oder wenn sie Sport treiben usw. Das hat den ähnlichen Effekt, wie wenn man eine Entscheidung überschläft und
mal sieht, wie man am nächsten Tag darüber denkt. So kann man
die Details vergessen, um das Ganze zu sehen. Miles Davies hat
einmal gesagt, Musik machen bedeutet, alle Töne zu lernen und
sie dann wieder zu vergessen. Ohne die Töne zu lernen, kann man
kein Instrument spielen, aber nur Töne aneinanderreihen ist noch
keine Musik.
StudienWas
tun bei
undEntscheidungsschwierigkeiten?
Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland
Der entscheidende
und Biel-Seeland
Moment
STARTER 3/4
STARTER: Jetzt seid ihr beide Profis darin, Leute beim Entscheiden zu unterstützen. Dann fallen euch eigene wichtige
Entscheide im Leben sicher einfach?
B. A.: Na, das wäre ja wunderbar! Aber nur, weil man sich in den
Entscheidungskonzepten und -theorien auskennt, heisst das nicht,
dass man selbst ein Entscheidungsprofi ist. Ich tue mich immer
wieder schwer mit grösseren Entscheidungen. Und ich leide auch
immer noch teilweise daran. Aber ich habe auch den Eindruck,
dass es mit den Jahren etwas einfacher wird. Einfach weil ich
erfahren habe, dass ich schon was Gutes aus dem Entschiedenen
machen kann, egal wie ich mich entscheide. Und auch weil ich
weiss, dass der Zufall oder das Schicksal oder wie man es nennt,
mir immer wieder auch einen Strich durch die perfekt analysierte
Rechnung machen kann.
L. M.: Nein, natürlich fallen mir Entscheidungen ebenso schwer
wie allen anderen Menschen. Es geht, glaube ich, darum, sich im
Moment der Entscheidung darüber klar zu sein, dass man jetzt
etwas Schwieriges tut, was man eben nicht vereinfachen kann.
Das gibt einem eine gewisse Ruhe, und das kann man brauchen
in Momenten des Wählens. Einen wesentlichen Vorteil aber hat
meine Arbeit natürlich schon: Ich sehe immer wieder, wie andere Leute die Klippe des Entscheidens erfolgreich meistern. Da
bekommt man viele Ideen und Anregungen, wie man’s auch mal
versuchen könnte.
Marion Rieder-Spilker
[email protected]
Die Natur als Inspirationsquelle nutzen
22
23
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Was
tun bei
Entscheiden
ist nichts für Feiglinge...
StudienundEntscheidungsschwierigkeiten?
Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland
und Biel-Seeland
STARTER 3/4
Entscheiden ist nichts für
Feiglinge...
Melissa K. (18): «Ich habe nun wirklich alles gemacht, was ich machen sollte! Ich habe einen Interessentest gemacht. Ich habe mich
mit meinen Interessen in Schule und Freizeit auseinandergesetzt
und Ranglisten gemacht. Ich habe mich zwei Mal mit der Studienberaterin getroffen und mit ihr meine Situation diskutiert und
analysiert. Ich habe mit Eltern und Freunden geredet. Ich habe die
Vernunft in meinem Kopf und das Gefühl in meinem Bauch befragt. Ich habe die Uni besucht und mit Studierenden gesprochen.
Und immer noch ist die Frage offen:
Geschichte oder Soziologie?
Also ehrlich, ich dachte, wenn ich schön nach Schema vorgehe, wird die Entscheidung klar und auch einfach werden. Na ja,
immerhin habe ich mich von fünf verschiedenen Möglichkeiten
auf zwei «runtergearbeitet», aber dass ich nun immer noch nicht
weiss, was die beste Lösung ist, frustriert mich… Wie nur komme
ich zu einer guten Entscheidung? Ich habe so viel investiert, bin
aber noch immer weit weg von einer Sicherheit in Bezug auf meine Entscheidung. Und eigentlich habe ich mittlerweile auch keine
Lust mehr...»
Leben in einer Multioptionsgesellschaft
Mit einer Matura im Sack steht Ihnen die ganze Welt offen.
Sie können ein Fach studieren, welches Sie fasziniert. Sie können
sich entscheiden, welche Hochschule Sie besuchen möchten,
wo Sie die kommenden Jahre leben. Sie können aber auch einen
alternativen Weg wählen und eine andere Ausbildung machen.
Es stimmt, objektiv steht Ihnen die ganze Welt offen. Aber wollen
Sie «die ganze Welt»?
Seien Sie ehrlich zu sich selbst und Ihren Möglichkeiten und ganz
viele Optionen werden wegfallen. Machen Sie sich keine Sorgen,
das ist nichts Schlechtes, sondern sehr gut! Sie können nicht
immer und überall sein. Finden Sie heraus, wo Sie gerne und
mit Überzeugung sein möchten. Minimieren Sie Ihre Optionen,
in dem Sie alles, was zwar möglich, aber doch unwahrscheinlich
ist, schon mal von Ihrer Liste streichen. Nur Mut, Entscheiden ist
nichts für Feiglinge…
24
Sind Sie mutig genug?
Gibt es richtige und falsche Entscheidungen?
Hierzu ein klares Ja! Es gibt richtige Entscheidungen und es gibt
falsche Entscheidungen. Punkt. Die Frage ist nur, wann merkt
man, ob etwas richtig oder falsch war.
Für jede und jeden von uns gibt es – auch in Sachen Studienwahl
– mehrere richtige Möglichkeiten. Niemand ist nur für ein Studium
geeignet und nie führt nur gerade diese Ausbildung in ein glückliches Berufsleben. Sie haben verschiedene Optionen, die stimmig
sind und Sie auf einen guten Weg führen. Versuchen Sie aber
unbedingt, eine dieser richtigen Lösungen zu treffen (also studieren Sie nicht Meeresbiologie, wenn Sie sich ein Leben ausserhalb
der Schweiz nicht vorstellen können.
Wenn Sie sich mit dem Thema Studienwahl auseinandersetzen
(Interessen und Fähigkeiten ausarbeiten, Informationen über Studienrichtungen und Ausbildungen sammeln und beides einander
gegenüberstellen), werden Sie eine richtige Entscheidung treffen.
25
StudienundEntscheidungsschwierigkeiten?
Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland
und Biel-Seeland
STARTER 3/4
Was
tun bei
Entscheiden
ist nichts für Feiglinge...
Der Moment der Entscheidung – ein Sprung ins Ungewisse
Bei den allermeisten Entscheidungen können Sie nur ein gewisses
Mass an Klarheit erlangen. Zu gross und vielfältig sind die «Unbekannten», die Sie einfach nicht in Ihre Überlegungen einbeziehen
können. Wenn Sie Ihre Aufgaben gemacht haben, ist es Zeit,
eine Entscheidung zu treffen. Entscheiden Sie sich für das, was
in diesem Moment «in Kopf und Bauch» am meisten Sinn macht
und die zufriedensten Gefühle auslöst. Nur Mut, entscheiden Sie
einfach mal. Sie werden sehen, die Situation wird sich allein durch
das Entscheiden selbst verändern. Vielleicht werden Sie sich dann
bestätigt fühlen oder im Gegenteil merken, dass dieser Entscheid
nicht wirklich zu Ihnen passt.
Achtung, fertig, entscheiden
Doch nicht nur Entscheiden braucht Mut, sondern auch, weitere,
neue, andere Entscheidungen zu treffen. Aber treffen Sie Ihre
Entscheidungen selbst (sonst macht es womöglich ein anderer?).
Jede Entscheidung bleibt teilweise immer ein Sprung ins Ungewisse, vergewissern Sie sich einfach, dass Sie einen Fallschirm
dabei haben (haben Sie schon über einen Plan B für den Fall der
Fälle nachgedacht?).
Was
tun bei
Entscheiden
ist nichts für Feiglinge...
StudienundEntscheidungsschwierigkeiten?
Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland
und Biel-Seeland
STARTER 3/4
Herzliche Gratulation! Sie haben eine Methode gefunden, sich völlig unnütz ganz viel Kraft zu rauben. Sie wissen es, aber trotzdem
nochmal: das bringt nichts (ausser dass Sie die gewählte Möglichkeit gar nicht geniessen können)!
Es ist wichtig, nicht gewählte Möglichkeiten gut zu «verabschieden». Diese Möglichkeiten wären auch eine Option gewesen, eine
richtige Lösung. Aus Ihren ganz persönlichen Gründen haben Sie
sich in diesem Moment Ihres Lebens dagegen entschieden. Legen
Sie nun diese Variante in Gedanken wieder weg (vielleicht gibt es
ja später wieder Gründe, darauf zurückzukommen).
Das Leben – zu viele Variablen, um berechenbar zu sein
Der Wirkungskreis in Ihrem Leben ist recht gross. Vieles können
Sie selbst entscheiden und gestalten. Sie selbst entscheiden, was
und wo Sie studieren oder welchen anderen Ausbildungsweg Sie
gehen werden. Trotzdem gibt es zu viele Unbekannte in dieser Geschichte, als dass Sie die Zukunft im Detail planen können. Was,
wenn Ihnen die Unistadt nicht gefällt, für die Sie sich entschieden
haben (und die Ihnen beim Einkaufen oder an Konzerten immer so
gut gefallen hat)? Was, wenn Sie in den Vorlesungen Ihres Faches
merken, dass Sie die Inhalte nicht so interessieren, wie Sie sich
das vorgestellt haben? Was, wenn Ihre besten Freunde wider
Erwarten einen anderen Weg wählen und nicht wie abgemacht
mit Ihnen eine WG gründen? Mit Sicherheit werden Sie auf solche
Tatsachen treffen, die Sie aber mit genau der gleichen Sicherheit
nicht im Vorfeld miteinbeziehen konnten. Das Leben ist nicht berechenbar. Und was dann? Dann werden Sie den Mut brauchen,
eine neue Entscheidung zu treffen. Auftretende Schwierigkeiten
sind auch eine Gelegenheit, Stärken zu zeigen und diese zu entwickeln. Neue Informationen und Situationen verlangen neue Entscheidungen, also gewöhnen Sie sich schon mal dran, und üben
Sie mit jeder neuen Entscheidung weiter am «Projekt Leben». Wie
gesagt, Entscheiden ist nichts für Feiglinge.
Barbara Amacker
[email protected]
Nicht gewählte Optionen müssen verabschiedet werden
Mit Sicherheit kennen Sie das: «Hätte ich nicht vielleicht doch das
,Andere' wählen sollen? Die andere Jeans stand mir doch auch
sehr gut… Das Geburtstagsfest meines Kollegen hätte vielleicht
doch mehr Spass gebracht, als der Kino-Besuch?»
26
27
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Weitere Angebote
Infoveranstaltung
Für Fragen rund um Studium und Beruf stehen wir Ihnen unter
[email protected] zur Verfügung. Zudem können Sie
sich im BIZ Bern-Mittelland und im BIZ Biel-Seeland in einem
Kurzgespräch (ohne Voranmeldung) oder in einer Beratung (mit
Voranmeldung) mit einer Fachperson zu Ihren Fragen austauschen. Beachten Sie bitte auch die jeweiligen Angebote der
Studienberatung an den Zweigstellen der Gymnasien Burgdorf,
Interlaken, Langenthal und Thun.
FAQ zur Studien- und Berufswahl
Auf www.erz.be.ch/berufsberatung > Studienwahl > Weiterführende Informationen > Fragen zur Studien- und Berufswahl > Wie
entscheide ich mich? finden Sie häufige Fragen zum Entscheidungsprozess und passende Antworten dazu.
Kommunikation als Beruf
Interessiert Sie eine Tätigkeit im Kommunikationsbereich? Wollen
Sie wissen, welche Wege in dieses Berufsfeld führen und wie der
Alltag eines Kommunikationsprofis aussieht? Dann sollten Sie sich
folgende Veranstaltung vormerken:
Kommunikationsprofis geben Einblick in ihre Arbeitsfelder
Unsere Informationsveranstaltung gibt einen Einblick in die
konkrete Arbeit und vermittelt ein realistisches Bild der Bereiche
Marketing/Werbung, PR/Kommunikation und Medien/Journalismus. Sie erhalten einen Überblick über die Ausbildungswege und
lernen ausgewählte Arbeitsfelder näher kennen. Gewinnen Sie
eine konkrete Idee Ihrer beruflichen Zukunft und lassen Sie sich
Ihre Fragen direkt von Profis beantworten.
Folgende Arbeitsfelder werden von Berufsleuten vorgestellt:
Studienwahl-Newsletter
Sie können unseren Studienwahl-Newsletter kostenlos abonnieren
und werden so vier Mal im Jahr mit den neusten Informationen zur
Studien- und Berufswahl automatisch beliefert. Abonnieren unter:
www.erz.be.ch/berufsberatung > Studienwahl > Aktuell.
Arbeitsfeld
Funktion und Unternehmen
Marketing, Werbung
Texterin/Konzepterin, Werbeagentur
Maxomedia
Unternehmenskommunikation Pressesprecherin und Leiterin Kommunikation,
Schweizerische Bankiervereinigung
Kommunikationstraining
Kommunikationstrainer, Kommuni
kationsagentur Border Crossing
Medien, Journalismus
Redaktor, Berner Zeitung
Wann? Mittwoch, 28. Oktober 2015, 18.30 - 20.00 Uhr
28
Wo?
BIZ Bern-Mittelland - Infothek,
Bremgartenstrasse 37, 3012 Bern
Wer?
Studierende verschiedener Fachrichtungen
Gymnasiastinnen und Gymnasiasten vor der Studienwahl
29
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern-Mittelland und Biel-Seeland STARTER 3/4
Ausblick auf den nächsten
Starter 4/4
Kontakt, Öffnungszeiten
Infothek, Kurzgespräche
Der nächste Starter erscheint im März 2016 und befasst sich mit
dem Thema, wie Sie Ihren Studieneinstieg realisieren. Wir geben
Ihnen nützliche Informationen zum Studienanfang, vermitteln Ihnen
Einblicke, was an der Hochschule auf Sie zukommt, und wie Sie
den Studienalltag bewältigen können.
Studien- und Laufbahnberatung BIZ Bern und Biel
ich
STARTER
4/4
März 2014
realisiere
meinen
studieneinstieg.
30
1
BIZ Bern-Mittelland
Bremgartenstrasse 37, Postfach
3001 Bern
BIZ Biel-Seeland
Zentralstrasse 64
2503 Biel
Telefon 031 633 80 00
[email protected]
www.be.ch/berufsberatung
Telefon 031 635 38 38
[email protected]
www.be.ch/berufsberatung
Öffnungszeiten Infothek
Montag bis Freitag 12 – 18 Uhr
Öffnungszeiten Infothek
Dienstag bis Donnerstag 15 – 18 Uhr
Kurzgespräche im BIZ
(ohne Voranmeldung)
Montag bis Freitag 14 – 18 Uhr
Samstag 12 – 14 Uhr in der
Kornhausbibliothek
(Kornhausplatz 18, 3011 Bern)
Kurzgespräche im BIZ
(ohne Voranmeldung):
Dienstag und Donnerstag 15 – 18 Uhr
Zweigstellen an den Gymnasien Burgdorf, Interlaken, Langenthal und Thun
Dokumentation und Ausleihe: Bibliothek des Gymnasiums
Termine und Auskünfte: bei Studienberaterin /-berater der Gymnasien
31
Der Starter...
ist das Studienwahlmagazin der Studienund Laufbahnberatung vom BIZ BernMittelland und Biel-Seeland.
Er erscheint halbjährlich und behandelt
periodisch folgende Themen:
1/4 Was interessiert mich wirklich?
2/4 Wie informiere ich mich über mein
Studium?
3/4 Ich entscheide mich für ein Studium.
4/4 Ich realisiere meinen Studieneinstieg.
Die BIZ Berufsberatungs- und Informa­
tionszentren sind eine Dienstleistung der
Erziehungsdirektion des Kantons Bern
www.be.ch / biz
3/4
STARTER
Weitere Informationen