PROPÄDEUTISCHE Ü BUN GEN ZUM GRU NDKURS ZIVILRECHT I WINTERSEMESTER 2015/16 JURISTISCHE FAKULTÄT LEHRSTUHL FÜR BÜR GERLICH ES RECHT, INTERNATIONALES PRIVATRECHT UND RECHTSVE RGLEICHUNG PROF. DR . STEPHAN LORENZ E INHEIT 9 – S ACHVERHALTE F ALL 17: A LLGÄUER A NTIQUITÄTEN Antiquitätenhändler Alexander Andersson bittet den Kunsthändler Klaus Kunterbunt während eines gemeinsamen Feierabendbieres, bei seinem Urlaub im Allgäu nach alten Bauernmöbeln Ausschau zu halten und diese ggf. für ihn zu kaufen; der Einzelpreis dürfe jedoch € 500,– nicht übersteigen. Klaus ist einverstanden und erhält von Alexander folgendes Schreiben: „Hiermit bevollmächtige ich Herrn Klaus Kunterbunt zum Kauf von Möbeln in meinem Namen und auf meine Rechnung. (Unterschrift) Alexander Andersson.“ In Fischen entdeckt Klaus bei dem Bauern Bartholomäus einen Schrank im Wert von € 500,–. Es gelingt ihm, einen Preis von € 100,– auszuhandeln. Der Kauf wurde per Handschlag besiegelt. Klaus erklärte dabei, dass er im Namen des Alexander handle, welcher den Schrank innerhalb von zwei Wochen abholen werde. Als Klaus den Alexander stolz über seinen günstigen Einkauf informiert, erwidert A, er habe kein Interesse an dem Schrank; Klaus möge ihn selbst behalten. Die Vollmacht sei im Übrigen hiermit widerrufen. Über dieses Verhalten des Alexander ist Klaus so empört, dass er beim Landwirt Ludwig im Namen des Alexander unter Vorlage des oben wiedergegebenen Schreibens einen Schrank im Werte von € 500,– für € 550,– kauft. 1. Von wem können Bartholomäus (B) und Ludwig (L) jeweils Zahlung und Abnahme des Schrankes verlangen? 2. Variante: Wie ist der Fall zu beurteilen, wenn Alexander das Schreiben zurück erhält, Klaus dieses aber in einem günstigen Augenblick wieder an sich bringt und dann das Geschäft mit Ludwig tätigt. AG ZUM GRUN DKU RS ZIVILRE CHT I (PROF. DR. STEPHAN LO RENZ) · WINTERSEMESTER 2015/16 SACHVERHALTE EINHEIT 9 F ALL 18: A RMER T ONI , REICHE L INA (Z USATZFALL ) Die reiche Lina will mit dem armen Toni in den Urlaub fahren. Da sie noch mit dem Packen ihrer Kleider beschäftigt ist, bittet sie Toni, ihren Porsche mit Benzin vollzutanken, und gibt ihm dafür einen 100-Euro-Schein mit. Toni tut wie geheißen. Als er vollgetankt hat und bezahlen will, stellt er zu seinem Entsetzen fest, dass er den Geldschein während der Fahrt verloren hat. Dies teilt er dem Inhaber der Tankstelle, Fredi, mit und fügt hinzu, ohnehin habe er im Namen von Lina tanken wollen. Fredi, der weder Toni noch Lina kennt, zeigt insoweit Verständnis, als er Toni bei Lina anrufen lässt. Lina will jedoch, wie sie sich ausdrückt, für Tonis „ewige Schlamperei“ nicht aufkommen. Toni möchte sich ungern von dem wenigen Geld trennen, das er hat. 1. Wer muss die Benzinrechnung bezahlen? 2. Variante: Wie wäre der Fall zu beurteilen, wenn Lina (L) und Toni (T) bereits verheiratet sind? SEITE 2 VON 2
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