AS-Hospiz-Infomappe September 2015

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VORWORT
Diese Informationsmappe wurde im Rahmen einer Projektarbeit des
„1. Interdisziplinären Basislehrgangs Palliative Care“ in Graz 2007 erstellt und
wird in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand gebracht. Einerseits
stellt sich das Albert Schweitzer Hospiz darin vor, andererseits werden
Informationen über vorhandene Angebote, Dienstleistungen, Abläufe und
Strukturen im Albert Schweitzer Hospiz dargestellt, um so PatientInnen und
deren Angehörigen einen besseren Überblick zu verschaffen.
ProjektteilnehmerInnen:
 Erich Baumgartner: Dipl. Gesundheits- u. Krankenpfleger im Albert Schweitzer
Hospiz
 Monika Kohlbacher: Dipl. Gesundheits- u. Krankenschwester im Hospiz
des LPPH Wr. Neustadt
 Andreas Köck: Assistenzarzt für Anästhesie, Arzt für Allgemeinmedizin im LKH
Deutschlandsberg
 Katharina Postl: Dipl. Sozialarbeiterin im Krankenhaus der Elisabethinen
 Günter Scherling: Krankenhausseelsorger im LKH Deutschlandsberg
Zur Person Albert Schweitzer (1875–1965):
Als er im Frühjahr 1913 zum ersten Mal nach Afrika reiste, um in Lambaréné als
Arzt zu wirken, erschien dies vielen seiner europäischen Freunde als ein Bruch mit
seinem bisherigen Wirken als Philosoph, Theologe und Musiker. Für Schweitzer
selbst war dieser Schritt jedoch nur die konsequente Verwirklichung seiner
ethischen Überlegungen. Er hatte vom körperlichen Elend der Eingeborenen des
Urwaldes gelesen und durch Missionare davon gehört. So sah er es neben seinem
Wirken als Arzt auch als seine Pflicht, sie von der quälenden Angst vor einer
übernatürlichen bösen Macht zu befreien. Aber auch den Menschen in Europa
hatte Schweitzer in seinen Predigten die erlösende Botschaft vermittelt und stets
das Beruhigende in der natürlichen Betrachtung des Todes hervorgehoben. Albert
Schweitzer selbst schrieb: „Wenn wir in Gedanken an den Tod vertraut sind,
nehmen wir jeden Tag, jede Woche als ein Geschenk an, und erst wenn man sich
das Leben so stückweise schenken lässt, wird es kostbar“. Für das Jahr 1952 erhielt
er den Friedensnobelpreis.
Albert Schweitzer hat sich im Krankenhaus von Lambaréné um Menschen
„gekümmert“, die sonst von einer annähernd adäquaten Gesundheitsversorgung
ausgeschlossen gewesen wären. „In diesem Geiste versuchen wir Mitmenschen zu
begleiten, die aus der Sichtweise des bio-psycho-sozialen Modells stark belastet
sind, teilweise wenig Chancen haben, sich nicht ausreichend vermitteln können und
auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind“. (Zitat Ärztlicher Leiter Dr. Eric
Stoiser, Albert Schweitzer Klinik)
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Inhaltsverzeichnis
1
Prinzipien und Philosophie von Hospiz ....................................................................... 4
2
Das Albert Schweitzer Hospiz ..................................................................................... 5
3
Allgemeine Informationen ......................................................................................... 8
4
Tagesablauf ............................................................................................................. 11
4.1
Mahlzeiten – „Das leibliche Wohl“ ............................................................... 11
4.2
Grundpflegetätigkeiten ................................................................................ 12
5
Räumlichkeiten ........................................................................................................ 13
6
Tageshospiz ............................................................................................................. 16
7
Ärztliche Betreuung ................................................................................................. 17
8
Pflegerische Betreuung ............................................................................................ 18
9
Ehrenamtliche Betreuung......................................................................................... 20
10 Sozialarbeiterische Betreuung .................................................................................. 22
11 Therapeutische Betreuung ....................................................................................... 23
11.1
Ergotherapie ................................................................................................ 23
11.2
Diätologie .................................................................................................... 24
11.3
Physiotherapie ............................................................................................. 24
11.4
Logopädie .................................................................................................... 24
11.5
Besuch der ROTE NASEN Clowndoctors ........................................................ 25
11.6
Musiktherapie ............................................................................................. 27
11.7
Psychologische und psychotherapeutische Betreuung .................................. 28
11.8
Seelsorgerische Betreuung ........................................................................... 29
12 Zeit des Abschieds.................................................................................................... 30
Stand September 2015
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Prinzipien und Philosophie von Hospiz
Der Begriff „Hospiz“ kann vom lateinischen „hospitium“ („Gastfreundschaft“
oder „Herberge“) abgeleitet werden oder vom lateinischen „hospes“, was „Gast“
oder auch „Gastgeber“ bedeutet. Die Tradition der Hospizbewegung reicht
zurück bis in die Frühzeit des Christentums. Mönchsorden bauten Hospize, in
weiterer Folge sorgten Bischöfe in den Städten für solche Institutionen. Die
Einrichtungen standen allen Hilfesuchenden offen. Man versuchte jedem das zu
geben, was er brauchte: Erfrischung, Stärkung, aber auch Schutz und
Geborgenheit. Als Gründerinnen der modernen Hospizbewegung gelten
einerseits die britische Krankenschwester, Ärztin und Sozialarbeiterin Cicely
Saunders, andererseits die aus der Schweiz stammende Psychiaterin Elisabeth
Kübler-Ross.
Als ein Kennzeichen der Hospiz-Idee kann die „Akzeptanz des Anderen um seiner
selbst willen“ angesehen werden. Diese Sicht deckt sich mit dem Bewusstsein
von Subjektivität und Selbstbestimmungsrecht, bzw. mit den Menschenrechten
als PatientIn und Angehöriger. In der Folge wird die Akzeptanz von Sterben und
Tod – was eine angemessene, individuelle und ganzheitliche Betreuung und
Begleitung von schwerkranken Menschen und deren Angehörigen bedingt – als
ein Merkmal des Hospizgedankens betrachtet.
Die 4 „klassischen“ Prinzipien der Hospizbewegung:
 Das soziale Prinzip: Leiden und Krankheit isolieren und führen in die totale
Vereinsamung  durch Begleitung des Kranken und seiner Angehörigen soll
ein Stück sozialer Normalität in deren Leben wiederhergestellt werden.
 Das physische Prinzip: TumorpatientInnen und generell schwerkranke
Menschen leiden an einer Vielzahl von Symptomen  ein hochrangiges Ziel der
Hospiz-Idee ist die Vermeidung, Behandlung bzw. Linderung der
krankheitsbedingten Symptome.
 Das psychische Prinzip: Im Leben Unerledigtes belastet das Gewissen  den
PatientInnen soll die Möglichkeit gegeben werden, alle persönlichen Dinge
noch zu regeln und zu ordnen, sowie zwischenmenschliche Konflikte (mit
Familie und/oder Freunden) durch Aussprache zu bereinigen.
 Das spirituelle/religiöse Prinzip: Ungeachtet der Weltanschauung oder des
religiösen Bekenntnisses, die jeder Mensch hat, werden Fragen zum Sinn des
Lebens und des Lebensendes auftreten  dementsprechend muss das Hospiz
weltanschaulich und konfessionell offen sein und den jeweiligen Weg zur
persönlichen Auseinandersetzung der PatientInnen mit diesem Thema ebnen.
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Das Albert Schweitzer Hospiz
Wir befinden uns im Areal der Albert Schweitzer Klinik
der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz,
Dreihackengasse 53, 8020 Graz
Tel.: 0316 7060 DW 1800 bzw. 1801
Stationsärztin:
Dr. Petra WAGNER, Akad.
Expertin für Palliative Care
Stationsleiterin:
DGKS Sera ISAK, Akad.
Expertin für Palliative Care
Geschäftsführer: Dipl.HTL-Ing. Mag. Dr. Gerd
HARTINGER MPH
Ärztlicher Leiter GGZ:
Dr. Eric STOISER,
Akad. Gerontologe
Facility Management
Leiter: Franz
SCHEUCHER, MAS
PersonalmanagePflegedienstleiterin
mentleiterin: Anita
Hospiz und ASK II:
TSCHERNE, MBA MAS Andrea Sallegger BSc,
MSc
© Fotos: Furgler/Graz
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Pflegedienstleiterin GGZ:
DGKS Waltraud HAASWIPPEL, Akad.
Gerontologin
Entstehungsgeschichte
Bereits im Jahr 1993 war ein stationäres Hospiz ein wesentlicher Bestandteil des
Konzeptes „Geriatrisches Krankenhaus Neu“. Auch Fr. Mag. Sabine Janouschek
(Geschäftsführung Hospizverein Steiermark) erkannte schon frühzeitig die
Notwendigkeit der Errichtung eines stationären Hospizes, sodass gemeinsam
unter anderem visionär über eine Hospizstation im damaligen Pflegewohnheim
(„6-er Haus“), dem heutigen Albert Schweitzer Hospiz, nachgedacht wurde.
Als Grundstein kann das Pilotprojekt „Stationäre Palliativbetreuung“ (1998–
2000) unter der Leitung von Dr. Johann Baumgartner angesehen werden. Ziel des
Pilotprojektes war es, den Bedarf und das notwendige Angebot an
Palliativbetreuung in der Steiermark zu ermitteln. In weiterer Folge ging daraus
die „Koordination Palliativbetreuung Steiermark" (Leitung Dr. Johann
Baumgartner) hervor, welche aus Mitteln des Landes Steiermark eingerichtet
wurde.
In Kooperation der Koordination Palliativbetreuung Steiermark und des
Hospizvereins Steiermark (Leitung Univ. Prof. Dr. Karl Harnoncourt) mit der
Geschäftsführung, der Ärztlichen Leitung und der Pflegedienstleitung des
Geriatrischen Krankenhauses der Stadt Graz, die nunmehrige Albert Schweitzer
Klinik, konnte im Jahre 2002 das Albert Schweitzer Hospiz, das erste und bislang
einzige stationäre Hospiz in der Steiermark, realisiert werden.
Unendliche Weite im neuen Albert Schweitzer Hospiz
(Architekt DI Wolfgang Feyferlik)
Mit der Eröffnung des neuen Albert Schweitzer Hospizes im Mai 2008 setzen die
Geriatrischen Gesundheitszentren Graz ihre Bestrebungen nach einer modernen
umfangreichen Betreuung für schwerkranke und betagte Menschen in Graz fort.
In der Planung wurde dem Aspekt der Weite ein besonderes Augenmerk
geschenkt.
Das steirische Hospiz ist in einem neu umgebauten Altbau untergebracht. Im
Erdgeschoß befindet sich der Hospizverein und in den beiden Obergeschoßen
der Hospiz-Stützpunkt mit 12 Betten und einem Tageshospiz.
Blick in den Garten
Die Einzelbettzimmer sind ausschließlich nach außen orientiert – mit Blick auf
eine kleine Gartenlandschaft.
Alle Hospizgäste (PatientInnen) sollen gleich angenehme und von der Belichtung
und vom Ausblick her gleich gute Zimmerqualitäten haben.
Wir sehen die Ostseite von der Besonnung als Vorteil, da man mit der Sonne
aufwacht und den gesamten Nachmittag ohne Beschattungsanlage auskommt,
was wiederum hilft, dass die Zimmer sehr hell sind.
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Vision dahinter
Die Decke in den Zimmern öffnet sich zur Außenwand hin. Die Trennwände sind
leicht geknickt um den Raum aus der „sturen“ geometrischen Zimmerachse
herauszuheben, die so entstehenden Kanten erzeugen die Vision eines
„Dahinter“.
Nach Westen hin hat das Gebäude eine Zäsur in der Fassade, die dazu benutzt
wird, für den Raumbedarf des Pflegestützpunktes und dem allgemeinen
Aufenthaltsbereich eine Raumvergrößerung vorzunehmen.
Vor allem im Mitteltrakt des Gebäudes, wo sich ein großer Aufenthaltsbereich
und ein Pflegestützpunkt befinden, ist es so möglich, mit der Decke die
Raumwirkung zu beeinflussen.
Die Bewegung der Decke, das Öffnen des Raumes zum Glas hin, soll durch das
natürliche Licht, Reflexion und Schattenwurf den sterilen Krankenhauscharakter
aufheben. Die westlichen Gebäudeecken sind großzügig verglast und als
loggiaartige Sitzbereiche ausgebildet.
Der Mittelgang wird über die Fenster der Versorgungsräume und einer
geschlossenen transluzenten Glasfront mit natürlichem Tageslicht versorgt. Die
gegenüberliegende Wand ist großflächig mit Motiven von historischen Plätzen
oder Landschaften gestaltet.
Der Gang ist nicht nur Aufschließung, sondern simuliert zusammen mit der
Tages- und Kunstlichtführung den Außenraum, den viele PatientInnen auf Grund
ihres körperlichen Zustandes nicht mehr erleben können. Für Foto- und Motivauswahl war Kunstfotografin Zita Oberwalder verantwortlich.
Für die Schaffung eines „Meditationsraumes“ wurde der Dachstuhl auf einer
Hälfte des Gebäudes freigehalten. Das Holzfachwerk des Dachstuhles ist eine
konstruktiv schöne wie zarte Zimmermannskonstruktion, die schon im
derzeitigen Zustand ein außergewöhnliches Raumgefühl vermittelt.
Durch Öffnen der Westseite, mit einer zum Teil angelagerten Freiterrasse,
entsteht ein zusätzlicher Aspekt von Weite.
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Allgemeine Informationen
Besuchszeiten: Es gibt keine festgelegten Zeiten, sondern Besuche sind rund um
die Uhr möglich. Für Besuche in den Nachtstunden bitten wir um Absprache mit
den diensthabenden Pflegepersonen.
Getränke- und Kaffeeautomat: Diese befinden sich im Foyer im Erdgeschoß
gleich neben dem Lift.
Übernachtungsmöglichkeiten: Selbstverständlich können Angehörige auf
Wunsch auch über Nacht bei ihren Lieben bleiben. Wenden Sie sich bitte an
unsere MitarbeiterInnen.
Parkmöglichkeiten: Grundsätzlich befinden sich Parkmöglichkeiten auf den
öffentlichen Parkplätzen außerhalb der Albert Schweitzer Klinik, in begründeten
Ausnahmefällen ist es jedoch möglich, auch innerhalb des Areals zu parken.
Wenden Sie sich bitte diesbezüglich an die Stationsleiterin.
„Geplante“ Angehörigen(PatientInnen-)gespräche: Um konkrete Angelegenheiten ungestört besprechen zu können, kann ein Termin fixiert werden, an dem
die Stationsleiterin, Stationsärztin, evtl. Sozialarbeiterin, … sich speziell für Sie
Zeit nehmen.
PatientInnenbekleidung: Es besteht die Möglichkeit private Kleidung zu tragen
(in diesem Fall bitten wir die Angehörigen die Reinigung zu übernehmen), oder
die vom Haus zur Verfügung gestellte Bekleidung zu verwenden (die Reinigung
wird vom Haus übernommen).
Aromatische Düfte: Duftsteine sind vorhanden – auf Wunsch können Sie
spezielle Düfte oder Duftmischungen genießen.
Geldbeträge und Wertgegenstände: PatientInnen haben die Möglichkeit,
Geldbeträge und Wertgegenstände in der Kassa der Albert Schweitzer Klinik zu
hinterlegen. In Ihrem eigenen Interesse ersuchen wir Sie, Wertgegenstände dort
zu deponieren. Sollten Sie von dieser Einrichtung keinen Gebrauch machen, wird
darauf hingewiesen, dass bei Abhandenkommen der nicht in der Depotkasse
hinterlegten Geldbeträge und Wertgegenstände seitens der Geriatrischen
Gesundheitszentren keine Haftung übernommen wird.
Zusatzangebote (gegen Bezahlung): Gerne organisieren wir eine/n FriseurIn oder
Pediküre, welche dann direkt auf die Station kommen.
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Cafeteria:
Seit
vielen
Jahren
verwöhnen
Mitarbeiterinnen des Café Schweitzer ihre Gäste. So haben Sie und Ihre
Angehörigen die Möglichkeit außerhalb des Krankenzimmers, aber trotzdem
direkt im Gelände der Albert Schweitzer Klinik, in netter Atmosphäre Ihre Zeit
abwechslungsreich verbringen zu können. Das Café befindet sich im Kreuztrakt
der Albert Schweitzer Klinik und ist von der Albert-Schweitzer-Gasse bzw. vom
Innenhof des Kreuztraktgebäudes zu erreichen.
© Foto: Grünanger
Das Angebot beinhaltet kleine Snacks, ebenso wie ein großes Angebot an heißen
und kalten Getränken. In der warmen Jahreszeit steht Ihnen ein schöner, ruhiger
Gastgarten zur Verfügung.
Geöffnet für Sie: Mo–Fr: ab 09.00 Uhr
Sa:
ab 12.00 Uhr
So:
ab 10.30 Uhr
Park: Nicht nur die Grünflächen im Areal der Albert Schweitzer Klinik mit dem
neu gestalteten Erlebnis-Geh-Garten, dem „Garten der Sinne“, dem
Schmetterlingsgarten sowie der großzügig gestalteten Promenade mit mehreren
Parkbänken sondern auch der angrenzende Oeverseepark laden zum Verweilen
und Entspannen ein.
Der „Schmetterlingsgarten“ (Landschaftsarchitekt DI Gerald Altenweisl): Ein
Garten, der mit dem Rollstuhl befahrbar und auch vom Fenster aus erlebbar ist,
ein Garten der auch noch Momente der Freude, Fröhlichkeit sowie Ruhe und
Beschaulichkeit bietet – viele Ansprüche, die der „Schmetterlingsgarten“ des
Albert Schweitzer Hospizes zu erfüllen versucht!
Der Schmetterling als Gestaltungsidee: Der Schmetterling gilt seit Dr. Kübler-Ross
als Symbol für die Metamorphose des Lebens, und stand Pate für die Gestaltung
der neuen Frei- und Außenräume des Albert Schweitzer Hospizes.
Die Flügel des Falters sind als äußere Gartenform mit einiger Fantasie von den
Fenstern der Obergeschoße aus erkennbar und finden im Garten Ausdruck als
Sandmosaik (sog. „Mandala“). Dieses wurde vom Mosaikkünstler Werner Loder
zusammen mit MitarbeiterInnen der Station hergestellt.
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„Lebensbäume“: Das vorchristliche Volk der Kelten
prägte über Jahrhunderte den Siedlungsraum West- und Mitteleuropas und
verehrte Bäume als heilige Stätten mit besonderen Kräften, die ihre Wirkung auf
den Menschen entfalten. Daraus leitet sich der „Keltische Lebensbaumkreis“ ab.
Dieser besteht aus 21 Bäumen die sich, ähnlich den Sternzeichen, jeweiligen
Kalendermonaten zuordnen lassen. Damit besitzt jeder von seinem Geburtsdatum ausgehend seinen persönlichen „Lebensbaum“. Alle diese Bäume wurden
im Areal gepflanzt und gekennzeichnet.
Andachtsplatz „Himmelsspiegel“: Im Nordosten des Gartens lädt die Teichanlage
(der sogenannte „Himmelsspiegel“) mit Weg, Sitzplätzen unter der Pergola und
Sonnenliegen zum Verweilen ein und lässt Ruhe und neue Kraft finden. Eine
Brücke über Wasser führt direkt zum sogenannten „Wasservorhang“, der das
Neue und Unbekannte verbirgt. Die Fläche wurde mit Sträuchern bepflanzt und
mit „Murnockerln“ ausgelegt, die den Schriftzug der Hospizbewohner tragen,
und den Gebets- und Andachtsplatz befestigen.
Schmetterlingsnährpflanzen und Veranstaltungsplatz: Die Pflanzung von
Schmetterlingssträuchern („Buddleja“) sowie die Anlage mit Blumenwiesen lockt
zahlreiche Schmetterlinge in den Garten. Gebäudenah wachsen Obstbäume
förmlich in die Zimmer und lassen ihre Blütenpracht sowie zwitschernde Vögel
hautnah erleben.
Großzügig offene Freiflächen ermöglichen festliche und andere raumgreifende
Tätigkeiten, wie etwa das Tanzen, im Freien. Barrierefreie Zugänge und taktile
Leitsysteme berücksichtigen die besonderen Bedürfnisse der BewohnerInnen,
denen auch zahlreiche beschattete Sitzplätze zur Förderung der Kommunikation
bereitstehen.
Ein durchdachtes Lichtkonzept gewährleistet auch die Erlebbarkeit des Gartens
in den Abendstunden.
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Tagesablauf
Jeder Mensch ist individuell – und individuell sind deshalb auch die näheren
räumlichen Strukturen und zeitlichen Abläufe. Das heißt, es besteht Möglichkeit
zur persönlichen Gestaltung des PatientInnenzimmers und der zeitlichen Abfolge
diverser Aktivitäten, wie z.B. individuelle Zeiten für Körperpflege, Ruhe- und
Schlafphasen, variable Zeiten für Frühstück, Mittag- und Abendessen usw.
Dennoch sollen zur besseren Übersicht über den Tagesablauf einige „Eckpfeiler“
nachfolgend dargestellt werden:
Unsere Dienstzeiten (Pflegepersonen) gliedern sich in:
Frühdienst:
05.40 Uhr bis 14.00 Uhr
Spätdienst:
12.40 Uhr bis 21.00 Uhr
Nachtdienst: 20.40 Uhr bis 06.00 Uhr
Die Dienstübergaben dienen der Weitergabe und Diskussion wichtiger
Informationen zwischen scheidendem und nachfolgendem Dienst. Sie erfolgen in
der Regel ca. 20–30 min vor Dienstende.
4.1 Mahlzeiten – „Das leibliche Wohl“
Frühstück
Der Zeitpunkt des Frühstücks ist völlig individuell. Angeboten werden Kaffee,
Kakao, Tee, Brot und Gebäck, Butter, Marmelade, Wurst, Honig, Streichkäse und
Streichwurst, Joghurt,…. Um Bekanntgabe persönlicher Wünsche wird gebeten,
damit wir dann dementsprechend die Produkte anfordern können.
Mittagessen
Übliche Ausgabezeit ab 12.00 Uhr, individuelle Abweichungen natürlich möglich.
Unseren PatientInnen wird Wunschkost angeboten, d.h. sie stellen sich Ihr
Mittagessen selbst zusammen. Dies erfolgt durch Auswahl aus den täglichen
Menüangeboten (Normalkost bis spezielle Diäten) bzw. einzelner Komponenten
aus einem reichhaltigen Sortiment. Die Speisekarte erhalten Sie von uns und wir
sind Ihnen auch gerne bei der Auswahl behilflich.
Wenn Sie an einer Lebensmittelallergie leiden, setzen Sie bitte die
Stationsleitung bzw. das Pflegepersonal in Kenntnis. Gerne stehen Ihnen auch
DiätologInnen beratend zur Seite.
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Abendessen
Übliche Ausgabezeit ab 17.00 Uhr. Alles Weitere ist wie beim Mittagessen
geregelt.
Zwischenmahlzeiten und Nachmittagsjause
Zeitpunkte sind individuell, die Auswahl ist ähnlich dem Frühstück.
Gastessen
Angehörige/Bezugspersonen haben ebenfalls die Möglichkeit bei uns gegen
einen kleinen Unkostenbeitrag Speisen zu sich zu nehmen. Jedoch wird darauf
hingewiesen, dass bei Mittag- und Abendessen nur die angebotenen Menüs zur
Auswahl stehen. Essensmarken sind in der Verwaltung erhältlich und bitte nach
Erhalt des jeweiligen Essens auf der Station bei uns abzugeben.
4.2 Grundpflegetätigkeiten
Bei benötigter Hilfestellung bei der Körperpflege wird auf persönliche Wünsche
und Bedürfnisse (wie z.B. Schlaf- und Ruhegewohnheiten, jeweiliger physischer
und psychischer Tagesverfassung) Rücksicht genommen. Gängige Pflegeartikel
sind auf der Station vorhanden, dies sollte Sie jedoch nicht daran hindern, eigene
(gewohnte) Utensilien zu verwenden.
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Räumlichkeiten
a) PatientInnenzimmer: Zur Grundausstattung der einzelnen Zimmer gehören
neben dem Bett, dem eigenen Kasten und einem Tisch samt Sesseln ein
Fernseher mit Fernbedienung, ein Radio und ein Kühlschrank. Zusätzlich ist ein
Radio in der Schwesternrufanlage integriert und mit dieser auch zu bedienen.
Die Bettensteuerung ist teilweise auch von der/dem PatientIn zu handhaben,
so können sowohl der Kopf- als auch der Fußteil individuell verändert werden.
Auf Wunsch kann ein Telefon angeschlossen werden. Für diesen Telefondienst
sind lediglich die Gesprächskosten zu bezahlen. Um zu telefonieren ist die Ziffer
„0“ voraus zu wählen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Hospizteam.
© Foto: Wohlgemuth
b) Sanitärraum: In jedem Zimmer ist ein Bad/WC mit Dusche integriert. Eine
elektrisch höhenverstellbare Badewanne befindet sich in einem separaten
Badezimmer auf der Station.
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c) Erholungsoasen: Im 1. Stock befinden sich zwei, im 2. Stock eine sogenannte
Erholungsoase – es sind dies offene Räume am Ende des Flures, die zum
Verweilen einladen.
In einer der zwei Erholungsoasen im 1. Stockwerk befindet sich (von
PatientInnen und Angehörigen frei benutzbar) unter anderen eine Bücherecke
zum Schmökern. Es liegen nicht nur Bücher, sondern auch Tageszeitungen
täglich aktuell auf der Station zur freien Verfügung auf.
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d) Meditations-/BesucherInnenraum: Raum, Ort und
Zeit für das INNERE ICH. Zu finden für Gäste, PatientInnen und deren
Angehörigen im Erdgeschoß des Albert Schweitzer Hospizes. Dieser Raum
ermöglicht durch innenarchitektonische Planung ein besonderes Flair. Ruhe
und Frieden in einer rastlosen und schnelllebigen Zeit ist für jede(n) einzelne(n)
eine Herausforderung – welcher wir durch diesen Meditationsraum entgegenkommen wollen.
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Tageshospiz
Das Tageshospiz befindet sich im zweiten Stock des Albert Schweitzer
Hospizhauses. Es besteht die Möglichkeit für die Betreuung von 6 Tageshospizgästen. Neben dem großzügig angelegten Aufenthaltsraum für Gemeinschaftserlebnisse gibt es Rückzugsnischen für individuelle Gespräche, zum Ausruhen
oder auch für Therapien. Die bauliche Struktur soll eine Kombination aus
wohnlicher Atmosphäre und Krankenhausstandard sein.
Zielgruppe: Erwachsene PalliativpatientInnen jeder Altersgruppe, die mobil bzw.
transportfähig sind und die Begleitung in dieser Betreuungseinheit wünschen.
Betreuungskonzept: Wir bieten ein intensives psychosoziales, pflegerisches und
medizinisches Angebot mit kompetenter Schmerztherapie und Symptomkontrolle, Transfusion von Blutprodukten, Aszitespunktion, Betreuung nach den
Richtlinien der Palliative Care, Physio- und Ergotherapie und sozialer Beratung.
Das Team besteht aus ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Hospizvereins und
hauptamtlichen MitarbeiterInnen (Pflegepersonen, ÄrztInnen, SeelsorgerInnen,
PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen, Musiktherapeutin, Sozialarbeiterin,
Diätologin, …). Die Begleitung, die im Tageshospiz angeboten wird, will dazu
beitragen, dass schwerkranke und trauernde Menschen ihren Weg finden und
ihn auch gehen können. Wir unterstützen Betroffene, die Krankheit und den
Verlust zu begreifen und möchten BegleiterInnen auf diesem Weg sein.
Wesentliche Ziele:
 Förderung der Lebensqualität
 Erweiterung des Lebensumfeldes zur Verhinderung sozialer Isolation
 Motivation zur und Förderung der Selbstständigkeit
 Ermöglichen von Gemeinschaft in einer Gruppe gleichermaßen
Betroffener
 Entlastung der Angehörigen
 Gestaltung und Bearbeitung von Abschieden
Ablauf:
 Um rechtzeitige Voranmeldung wird gebeten (Übermittlung von
persönlichen Daten und Befunde an das Hospizteam)
 Ankunft ins Tageshospiz zwischen 07.30 Uhr und 08.30 Uhr
 Zwischen 8.00 Uhr und 15.00 Uhr diverse Angebote und Betreuung
(Frühstück, Mittagessen, Aktivitäten, Ruhephasen, Therapien, …)
 Der tägliche Kostenbeitrag für die Tageshospiz-Gäste für Verpflegung
(Frühstück und Mittagessen) sowie die durchgehende Betreuung beträgt
derzeit 15,-- Euro. Der Tag der Erstaufnahme wird als Schnuppertag
gesehen und ist kostenlos
 Das Tageshospiz ist bis spätestens 15.30 Uhr geöffnet
 Geöffnet ist das Tageshospiz von Montag bis Freitag (nicht an Feiertagen)
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Ärztliche Betreuung
Es steht Ihnen rund um die Uhr FachärztInnen bzw. ÄrztInnen mit Geriatrie- und
Palliativdiplom zur Verfügung. Täglich findet eine Ärztebesprechung mit
Dienstübergabe statt. Ebenso ist es möglich, dass externe Fachkräfte wie Zahnund AugenärztInnen direkt auf die Station kommen.
Stationsärztin
Dr. Petra Wagner
Ärztlicher Leiter GGZ
Dr. Eric Stoiser
© Fotos: Furgler/Graz
Frau Dr. Wagner als Stationsärztin ist speziell für unsere „HospizpatientInnen“
da. Sie führt zwei Mal täglich eine Regelvisite zur raschen Symptomerkennung
und Therapie sowie individuelle Visiten nach Bedarf durch. Aus unserer
Philosophie heraus betrachtet Frau Dr. Wagner unsere PatientInnen ganzheitlich
mit ihren physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen.
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Pflegerische Betreuung
Tag und Nacht ist eine Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester bzw. ein
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger sowie PflegehelferInnen auf der
Station anwesend. Von Montag bis Freitag in der Zeit von 06:00 Uhr bis 14:00
Uhr ist prinzipiell die Stationsleiterin Sera Isak bzw. deren Vertretung anwesend
und steht Ihnen für Wünsche, Anregungen und Beschwerden zur Verfügung.
Die Betreuung von Seiten des Teams ist vielschichtig: Hilfestellungen bei den
Aktivitäten des täglichen Lebens (siehe auch den Punkt „Tagesablauf“); das
Erkennen, Weiterleiten und Handeln bei auftretenden Symptomen; und vor
allem sich Zeit nehmen für PatientInnen und Angehörige – für Gespräche, für
deren Ängste und Sorgen – „Da sein“. MitarbeiterInnen der Hospizstation
absolvier(t)en das Hospizgrundseminar und sind in der palliativen Pflege ausbzw. fortgebildet.
Im speziellen sind die Pflegepersonen unter anderem geschult in der:
 Basalen Stimulation (Konzept für Menschen, die in ihrer Wahrnehmung,
Bewegung und Kommunikation eingeschränkt sind; z. B. Durchführung einer
beruhigenden Waschung)
 Wundversorgung
 Stomaversorgung (Tracheostoma, Colostoma, PEG-Stoma, …)
 Bedienung von Schmerzpumpen, Perfusoren sowie Pumpen zur
Verabreichung von Sondennahrung
 Verabreichung von Sauerstoff über Wandanschluss, 02-Konzentrator, O2Flaschen, Flüssigsauerstoffsysteme sowie Respiratoren
 Anwendung und Versorgung von Butterfly, Venflon, Port-a-Cath und CavaKatheter
 Anwendung der Aromapflege, sei es durch spezielle Duftmischungen mittels
Duftsteine oder auf Wunsch sanfte Einreibungen mit speziellen Aromaölen.
Das Pflegeteam:
Stationsleiterin
DGKS Sera Isak
DGKS Ulrike
Eibler
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PH Johann
Gamperl
PH Petra
Curic
DGKP Erich
Baumgartner
DGKS Claudia
Weberhofer
DGKS Claudia
Sandra Lex
DGKS Agnes
Neumeister
PH Elisabeth
Fraydl
PH Sonja
van Ooijen
DGKS Hildegard
Stockner
DGKS Jacqueline
Brunner
DGKS Angelika
Pongratz
DGKS Katrin
Kindermann
DGKS Franziska
Trinker
DGKS Margit
Hladik
DGKS Ana
Cicio
DGKS Brigitte
Valent
DGKS Marta
Buzatu
PH Christine
Grössing
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Ehrenamtliche Betreuung
Ehrenamtliche MitarbeiterInnen vom Hospizverein Steiermark kommen in
regelmäßigen Abständen auf die Station um PatientInnen auf Wunsch zu
besuchen. Sie verfügen über eine fundierte Ausbildung bezüglich Begleitung
schwerkranker Menschen und Menschen in Trauer. Als Aufgabe hat sich der
Hospizverein Steiermark gesetzt – mit speziell ausgebildeten MitarbeiterInnen –
Schwerstkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen beizustehen sowie auf
deren Bedürfnisse und Wünsche einzugehen, um bis zuletzt Lebensqualität und
menschliche Würde zu wahren.
Ihr vorwiegendes Aufgabengebiet wird in der seelischen Begleitung von
Schwerkranken sowie deren Angehörigen und Bezugspersonen gesehen. Sie sind
GesprächspartnerInnen, lesen vor, hören zu, leisten kleine Hilfsdienste, begleiten
bei Spaziergängen, sie unterstützen Angehörige, schenken Zeit, sie sind einfach
da. Ehrenamtliche Tätigkeit auf der Hospizstation wird nicht nur als Dienst an der
Patientin bzw. am Patienten und an den Angehörigen gesehen, sondern auch als
Möglichkeit „selbst zu reifen und zu wachsen“. Auch wird Wert darauf gelegt,
ehrenamtliche MitarbeiterInnen nicht als SterbebegleiterInnen, sondern als
LebensbegleiterInnen zu sehen. Ihre wichtigste Aufgabe bei den Begleitungen
des letzten Lebensabschnittes sehen ehrenamtliche MitarbeiterInnen darin,
Anregungen zu einem Auseinandersetzen mit dem Tod zu geben – soweit es
beim Einzelnen ohne Überforderung möglich ist.
Das ehrenamtliche Hospizteam:
Koordinatorin
Angelika Auner
Ingrid
Havlovec
© Foto: Privat
© Foto: Privat
Erna
Gutl
Renate
Weißensteiner
© Foto: Privat
© Foto: Privat
Seite 20
Erika
Radocha
Christine
Gerlich
© Foto: Privat
Hermi
Zengerer
Gisela
Leder
Angelika
Döller
Maria
Ranegger
Irmi
Marko
Hilde
Wagner
© Foto: Privat
Inge
Ambros
Maria
Manhardt
Sarah
Klengel
Elisabeth
Minutillo
Seite 21
Elfriede
Buzzi
Helmut
Reichl
Elisabeth
Irmler
Annemarie
Wisniewski
© Foto: Privat
10 Sozialarbeiterische Betreuung
Der Aufgabenbereich von SozialarbeiterInnen umfasst folgende Tätigkeiten:
Information, Beratung, Unterstützung, Vermittlung, Stellvertretung und
Organisation. Das heißt für die tägliche Arbeit,
 dass wir unsere PatientInnen und deren Angehörige hinsichtlich persönlicher,
sozialer, rechtlicher und finanzieller Fragen informieren und beraten (bzgl.
Serviceleistungen, sozialrechtlicher Bestimmungen, Institutionen im Sozialund Gesundheitsbereich, und vieles mehr)
 dass wir für PatientInnen bei der Erledigung ihrer persönlichen
Angelegenheiten unterstützend tätig sind, oder bei Notwendigkeit auch
stellvertretend für sie handeln (z.B. Interventionen bei externen Stellen)
 dass wir unseren PatientInnen Hilfsmöglichkeiten für die Zeit vor oder nach
einem stationären Aufenthalt vermitteln (Entlassungsmanagement)
 dass wir mit allen Berufsgruppen in unserer Einrichtung und mit externen
Stellen (Senioreneinrichtungen, Behörden, u.a.) im Interesse unserer
PatientInnen zusammenarbeiten (Vernetzung)
Gertraud Stocker MA
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11 Therapeutische Betreuung
11.1 Ergotherapie
Das Ziel der Ergotherapie ist es, die Lebensqualität unserer PatientInnen durch
bedeutungsvolle Tätigkeiten zu erhalten. Durch Förderung verschiedener
Fähigkeiten und Fertigkeiten wird die größtmögliche Unabhängigkeit bei der
Erfüllung von Alltagsaktivitäten trainiert.
Zu unserem Therapieangebot gehören:
 Selbsthilfetraining (An- und Auskleiden; Körperpflege, Essen, Haushalt,…)
 Hilfsmittelberatung, -versorgung, -adaptierung und –training
 Sensibilitätstraining, Wahrnehmungsschulung
 Narben- und Ödembehandlungen der oberen Extremitäten
 Motorisch-Funktionelles Training
 Gelenkschutzberatung im Alltag
 Schienenversorgung
 Thermische Maßnahmen
 Kognitives Training
 Beratung zur Wohnraumadaptierung
 Angehörigenberatung
Neben den individuellen Einzeltherapien bieten wir auch Gruppenaktivitäten zur
Förderung:
 der Feinmotorik, der Koordination, der Handgeschicklichkeit, der Handkraft,
 der Gedächtnisleistung, der Kreativität,
 sowie der sozialen Interaktion
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11.2 Diätologie
Ganz nach dem Leitsatz „Nahrung ist die erste Medizin“ bringt die Diätologie mit
Feingefühl ihr Fachwissen zu den PatientInnen. Die diätologische
Herausforderung besteht u. a. darin, die Ernährungstherapie den gegebenen
Veränderungen oder bestehenden Einschränkungen anzupassen und dadurch die
Lebensqualität zu steigern.
Das Angebot der Diätologie umfasst die Einzelbetreuung der PatientInnen, sowie
das Gespräch mit Angehörigen. Weiters findet einmal monatlich eine
Gesprächsrunde zu ausgesuchten Themen der genussvollen Ernährung statt.
11.3 Physiotherapie
Die physiotherapeutische Behandlung mit dem vorrangigen Ziel der Erhaltung
und Wiederherstellung von Bewegung ist auf der Hospizstation aufgrund des
allgemein stark reduzierten Allgemeinzustandes unserer PatientInnen nicht
immer einsetzbar. Wesentlich ist hier die Anpassung der therapeutischen
Hilfestellung an das körperliche und seelische Zustandsbild der PatientInnen.
Gerade für Menschen in dieser Lebensphase ist es wichtig, auf eigenen Wunsch
die Möglichkeit zu haben, noch einmal aus dem Bett zu kommen oder ein paar
Schritte zu gehen. Durch körperliche Aktivität‚ begleitet von respektvollen
Gesprächen, lässt sich oft die Erinnerung an frühere Tätigkeiten und
Lebenssituationen auffrischen. Manchmal wird dadurch der schmerzliche Verlust
der körperlichen Leistungsfähigkeit deutlich, gleichzeitig aber kann es helfen, den
eigenen Zustand besser einzuschätzen und Hilfe anzunehmen.
11.4 Logopädie
Kommunikation und Nahrungsaufnahme stellen auch in dieser speziellen
Lebensphase die Grundvoraussetzungen und Grundbedürfnisse menschlichen
und sozialen Lebens dar. Die logopädische Arbeit umfasst Diagnostik, Therapie
und Angehörigenberatung bei Sprach- Sprechstörungen und Schluckstörungen.
Bei einer Sprach- und/oder Sprechstörung liegen die logopädischen
Behandlungsschwerpunkte
in
der
individuellen
Verbesserung
der
kommunikativen Leistungen im sozialen Umfeld. Eine Schluckstörung stellt für
Betroffene und deren Angehörige eine besondere Herausforderung dar. Mit Hilfe
der Logopädie wird interdisziplinär ein spezifisches Behandlungskonzept
erarbeitet, um die Selbstständigkeit zu fördern und die Lebensqualität zu
steigern.
Angehörigenberatung: Die logopädische Therapie findet in Form von
Einzeltherapien statt. Eine ausführliche Angehörigenberatung ist ein
wesentlicher Bestandteil der Therapie.
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11.5 Besuch der ROTE NASEN Clowndoctors
Zweimal die Woche kommt ein ganz besonderer Besuch: Die ROTE NASEN
Clowndoctors. Sie sind am Donnerstag und Freitag auf den Stationen der Albert Schweitzer Klinik II, sowie im Albert Schweizer Hospiz unterwegs.
ROTE NASEN setzen die Kunst der Clownerie in der Begegnung mit älteren
Menschen ein und entzünden so Funken der Lebensfreude. Humor- und liebevoll
integrieren sie Lebenserinnerungen der Senioren in das gemeinsame Spiel und
erfüllen diese dadurch mit neuem Leben. Ziel ist es Brücken zur vitalen Welt der
Jugend zu bauen: mal laut und lustig, mal behutsam und leise – je nach
Stimmung und Verfassung des Patienten.
ROTE NASEN Clowndoctors sind speziell ausgebildete Künstler, die mit ihrer
Lebensfreude und ihrem clownesken Handeln den älteren, kranken Menschen
Trost, Zuversicht und Lebensmut zurückgeben. Sie gehen respektvoll auf die
Senioren zu und nehmen sie ernst. In der spielerischen Begegnung entwickelt
sich dadurch oft eine besondere Nähe zwischen Clown und Patient. Wenn ROTE
NASEN Clowns kommen, gibt es einen Grund mehr, wieder aktiv am Leben
teilzuhaben.
Lassen Sie sich überraschen – und lachen Sie mit!
Diese Clowns sind für Sie im Einsatz:
Dr. Franz Tube
Dr. Flora Flatterhaft
Dr. Brösl
Dr. Natascha Lachmanova
Dr. Fini
Dr. Django Fandango
Dr. Giesela Ente
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© Foto: Rote Nasen
"Ein Tag an dem du nicht gelacht hast, ist ein verlorener Tag."
Charlie Chaplin
Überblick der ROTE NASEN Clownarbeit:
1994 wurde der Verein ROTE NASEN Clowndoctors zur Unterstützung von
kranken oder leidenden Menschen durch Humor und Lebensfreude gegründet.
Seit 1999 werden auch kranke Menschen in Geriatriezentren regelmäßig von
ROTE NASEN Clowns besucht und mit Rücksicht auf ihren individuellen Zustand
und die dafür notwendige Therapie betreut.
ROTE NASEN arbeiten seit 2004 mit dem Geriatrischen Krankenhaus der Stadt
Graz, sowie dem Albert-Schweitzer-Hospiz zusammen.
Derzeit besuchen ROTE NASEN österreichweit im Rahmen ihres Seniorenprogramms mehr als 10 Pflegeeinrichtungen.
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11.6 Musiktherapie
Musik ist die erste und universale Muttersprache jedes Menschen. Musik ist ein
Medium frühester Kommunikation: Schon im Mutterleib sind wir von Klängen
und Rhythmen umgeben: der alte Mensch hört, der sterbende Mensch hört.
Die Lebensgeschichte jedes Menschen ist individuell – das, was alle
Lebensgeschichten gemeinsam haben ist, dass Musik, Klang und Rhythmus
bewusste und unbewusste Lebensbegleiter sind.
Sterbende Menschen befinden sich in einem außergewöhnlichen Zustand und
Prozess – am „Übergang zwischen zwei Welten“, im Grenzbereich zwischen
Leben und Tod. Musik kann die Brücke zwischen diesen beiden Welten, ein
Medium des Übergangs sein. Musiktherapie nutzt unter anderem die spezifische
Wirkung und individuelle Bedeutung, die Musik für den einzelnen Menschen in
seinem Leben hat, um in bestimmte Lebensthemen oder aktuelle Belastungen
einzutauchen und diese zu be- und verarbeiten. Musik ist auch ein Medium, das
„andere“ (zum Beispiel nonverbale) Kommunikations-, Wahrnehmungs- und
Ausdrucksmöglichkeiten bietet.
 Mit Musik können Emotionen, wie Wut, Trauer, Freude, Liebe, Vergebung
u.v.m. auf einer nichtsprachlichen Ebene ausgedrückt werden.
 Durch und mit Musik kann der emotionale Kontakt und
zwischenmenschliche Dialog zwischen dem Patienten und seinen
Angehörigen bzw. der Therapeutin stattfinden.
 Musik kann auch – oft in Verbindung mit einem Symbol – in einen
Entspannungszustand
(„Trance“)
führen,
in
der
besondere
Körpererfahrungen, Körperwahrnehmungen (schwerelos, leicht, „NichtKörper-Sein“) und innere Erkenntnisprozesse erlebbar werden.
 Musik bietet eine Möglichkeit, unbewältigte Erfahrungen aus der eigenen
Biografie zu verarbeiten, anzunehmen, zu integrieren, gerade weil sie in
erster Linie andere Ebenen (nicht die der Kognition und des Verstandes,
sondern die des Gefühls, die der Wahrnehmung,
die der Lebenserfahrung) anspricht.
 Gemeinsames Musizieren und Singen in der
Gruppe stärkt das Selbstgefühl, das Gefühl des
Geborgenseins in der Gruppe und fördert den
sozialen und menschlich-interaktiven Austausch.
Sara Papst BA MA
Musiktherapeutin
© Foto: Privat
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11.7 Psychologische und psychotherapeutische Betreuung
Seit einigen Jahren bieten die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz
eine psychologische Betreuung an – dieser Service ist sowohl für PatientInnen als
auch für deren Angehörige wie alle anderen Leistungen im Preis inkludiert.
Durchgeführt wird diese von zwei in der Albert Schweitzer Klinik beschäftigten
Klinischen Psychologinnen. Das Behandlungsangebot der Klinischen Psychologie
ist breit gefächert und reicht von Diagnostik und Trainingsmaßnahmen bei
Gedächtnisdefiziten und Orientierungsstörungen bis hin zu akuter Krisenintervention (Entlastung und emotionale Stabilisierung in einer akuten
problematischen Situation).
Klinische Psychologin
Mag.a Natascha Guttmann
Klinische Psychologin
Mag.a Anneliese Uschnig
© Foto: Furgler/Graz
Psychotherapeut
Peter Hosak MSc
© Foto: Furgler/Graz
Das Ziel einer Psychotherapie ist es, seelisches Leid zu heilen oder zu lindern, in
Lebenskrisen zu helfen, gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern
und die persönliche Entwicklung und Gesundheit zu fördern – so der gesetzlich
geregelte Arbeitsauftrag. Der aus dem Griechischen stammende Begriff „psychen
therapeuein“ bedeutet der „Seele dienen“ und verlangt speziell im
Arbeitskontext Hospiz neben dem/der PsychotherapeutIn auch den Menschen in
seiner Bereitschaft nach Begegnung und Beziehung zu tragen, zu halten und zu
umsorgen und dies in einer größtmöglichen Wertschätzung. Im Sinne des
Konzepts einer bio-psycho-sozialen Medizin kommt hier in einem interdisziplinären Team auch diese Seite des Menschen zum Ausdruck. Dieses
Angebot gilt für PatientInnen und deren Angehörigen sowie BesucherInnen des
Tageshospizes. Peter Hosak ist als Psychotherapeut in der Albert Schweitzer
Klinik tätig.
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11.8 Seelsorgerische Betreuung
Wir sind ein ökumenisches Seelsorgeteam:
Römisch Katholisch
 Diakon Günter Scherling, Leiter der Klinikseelsorge
 Dipl. PAss. Elisabeth Stepanek MA MEd., Klinikseelsorgerin, Akad.
Gerontologin, Geragogin
 Mag. Anton Ferk, Priester für Krankensalbung und Messen
Evangelisch
 Diakonin Elisabeth Pilz MEd., Klinikseelsorgerin, Akad. Gerontologin
Wenn Sie ein Gespräch, die Kommunion (das Abendmahl, evangelisch) oder die
Krankensalbung wünschen, teilen Sie bitte Ihren Wunsch dem diensthabenden
Pflegepersonal mit.
Wird ein Vertreter einer anderen Glaubensgemeinschaft gewünscht, werden wir
uns bemühen, Ihnen einen Seelsorger/eine Seelsorgerin Ihrer Konfession zu
vermitteln.
In der katholischen Krankenhauskirche „Unbefleckte Empfängnis“ findet
jeden Sonntag um 10.00 Uhr ein Gottesdienst
statt. Der Gottesdienst wird in der Albert Schweitzer Klinik über den
Fernsehkanal 11 übertragen. Die Kirche befindet sich gleich nach dem
Haupteingang zur linken Seite. Die Kirche wurde 1731 geweiht und ist seit 1905
eine eigene Pfarre. Der Hochaltar stellt Maria die unbefleckte Empfängnis,
gekrönt mit einer herrlichen Dreifaltigkeitsgruppe, dar. Die Seitenaltäre
präsentieren die Heiligen Josef und Ignatius. An der Außenseite befindet sich
eine wertvolle Immaculata-Statue aus Marmor, 1760 von Johann Jakob Schoy
geschaffen.
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12 Zeit des Abschieds
Diese Kerze entzünden wir zum Zeichen und Gedenken für eine(n) soeben
verstorbene(n) PatientIn.
Angehörigenrunde: Diese bietet Angehörigen – von auf unserer Station
Verstorbenen und von Verstorbenen des Tageshospizes – die Möglichkeit zum
Gespräch, zur Besinnung, Eindrücke auszutauschen, Erinnerungen leben zu
lassen oder auch nur einmal zu rasten. Sie findet einmal monatlich statt (jeden
letzten Mittwoch im Monat).
Adventfeier (Gedenkfeier für unsere Verstorbenen): Es findet vorab eine Hl.
Messe in unserer Krankenhauskirche statt, im Rahmen dessen mit einem vom
Hospizteam ausgewählten und durchgeführten Verabschiedungsritual den
Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht wird. Eingeladen sind
PatientInnen, Angehörige und alle, die sich mit dem Albert Schweitzer Hospiz
verbunden fühlen. An die Hl. Messe angeschlossen findet ein besinnliches
Zusammensein direkt auf der Hospizstation statt.
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