Korb will keine Windräder auf der Buocher Höhe

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Waiblingen UND UMGEBUNG
Nummer 100 – WNR2
Freitag, 2. Mai 2014
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Kompakt
Muttertagsleckereien
selbst gemacht
Schwaikheim.
Für Kinder von acht bis zwölf Jahren
bietet die Volkshochschule am Samstag,
10. Mai, einen Kochkurs von 10 bis 13
Uhr in der Küche der Ludwig-UhlandSchule an. Zubereitet werden Muttertagsgeschenke aus der Küche. Der Kurs
findet unter der Leitung von Petra
Scharberth-Zender statt. Anmeldung
und Informationen unter & 0 71 95/
10 70-11 oder -23.
Trachtenverein bei
den Heimattagen
Kernen.
Der Trachtenverein Almrausch ist zusammen mit dem Südwestdeutschen
Gauverband am Wochenende bei den
Heimattagen mit einem Info-Zelt in der
Kurzen Straße vertreten. Tanzvorführungen auf der Marktplatzbühne sind geplant am Samstag von 11.30 bis 12 Uhr
und am Sonntag von 14 bis 14.30 Uhr.
In Kürze
Schwaikheim.
Wegen des Feiertages am 1. Mai verschiebt sich die Leerung der Biotonnen
in Schwaikheim auf den Samstag, 3. Mai.
Schwaikheim.
Die Eröffnung des Freibads wird um eine
Woche, auf Samstag, 10. Mai, verschoben. Die Gemeinde gibt dafür „technische Gründe“ an.
„Wohl dem, der sich von Gott getragen weiß“ – Abschied von Günter Haußmann
Kernen-Rommelshausen (schi).
Am Mittwoch nahm Kernen mit einem Trauergottesdienst in der evangelischen Mauritiuskirche Abschied von Altbürgermeister Günter
Haußmann. Männer der Freiwilligen Feuerwehr hielten die Ehrenwache am Sarg des Ver-
storbenen. Zahlreiche Bürger, Weggefährten
des Altbürgermeisters, Gemeinderäte, Vereinsvertreter und Bürgermeister aus Nachbargemeinden erwiesen dem Kernener Ehrenbürger die letzte Ehre. Der Liederkranz Rommelshausen und der Posaunenchor umrahmten die
Predigt von Pfarrer Ernst-Michael Wahl. „Wohl
dem, der eine Familie hinter sich weiß, der sich
von einem Gott gehalten und getragen weiß“,
würdigte Wahl das ereignisreiche Leben des
Altbürgermeisters. In ihm habe sich der Trauspruch des Ehepaares Haußmann erfüllt: Gott
schenke zum Wollen das Vollbringen – zu seinem Wohlgefallen. Bürgermeister Stefan Altenberger würdigte Haußmann als einen „Diener des Gemeinwohls“, der die Einweihung seiner Herzensangelegenheit Bürgersaal nun leider nicht mehr erleben dürfe. Bild: Bernhardt
Korb will keine Windräder auf der Buocher Höhe
Breite Ratsmehrheit billigt den Antrag von CDU/FW und Freien Bürgern, die einzige noch verbliebene Korber Vorrangfläche im Landschaftsschutz zu belassen
Von unserem Redaktionsmitglied
Hans-Joachim Schechinger
Korb.
Die Gemeinde Korb lehnt Windkraftanlagen auf der Buocher Höhe ab. Mit
überwältigender Mehrheit beschloss
der Gemeinderat unter begeistertem
Beifall von Anhängern der BI „Naherholungsgebiet Buocher Höhe“, die einzige auf Korber Gemarkung verbliebene Vorrangfläche für Windkraft nicht
freizugeben. Auch Waiblingen wird
aufgefordert, sein Projekt zu stoppen.
Trotz großer Sympathie für den Einsatz regenerativer Energie steht und fällt die
Energiewende aus Sicht von Bürgermeister
Jochen Müller mit der Zustimmung der Betroffenen. „Man kann eine Energiewende
nicht umsetzen, wenn es nicht gelingt, die
Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen.“
Die Empörung in der Alten Kelter war mit
Händen zu greifen: Die Zuhörerränge voll
wie selten. Auf Transparenten machten die
Aktivisten der BI „Naturerholungsgebiet
Buocher Höhe“ ihrem Zorn Luft.
Grundsätzlich sind Windkraftanlagen in
Landschaftsschutzgebieten wie der Buocher Höhe nicht zulässig. Deshalb hatte der
Korber Gemeinderat im Sommer 2013 für
drei eigene Flächenabschnitte in unmittelbarem Anschluss an die geplante Waiblinger Vorratsfläche eine Prüfung des Landschaftsschutzstatus beschlossen. Ein mögliches Ergebnis: das Gelände planungsrechtlich für Windenergie zu öffnen. Das größte
Korber Areal KO 37 (13,1 Ha) liegt auf dem
Belzberg nordöstlich von Kleinheppach.
Zuständig für das Prüfungsverfahren ist
das Landratsamt. Im November 2013, als
der Planungsverband Unteres Remstal seinen Prüfungsantrag für Korb, Weinstadt
und Waiblingen einreichte, hatte das Land-
ratsamt dem Verband Region Stuttgart bereits signalisiert, dass für die Behörde Einschnitte in das 1968 ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet zum Zwecke der Windenergiegewinnung nicht infrage kämen.
Die Krux: Windräder werden
zur Geländekante verschoben
Doch das Landratsamt korrigierte die Richtung. In einem Kompromiss empfiehlt es
jetzt einen Flächenzuschnitt, bei dem die
zwei nördlichen Korber Vorrangflächen
komplett entfallen. Das verbliebene Vorranggebiet KO 37 oberhalb von Kleinheppach wurde verkleinert und von der Hangkante weg in Richtung Nordosten verschoben. Die Waiblinger Konzentrationsfläche
für Windräder schrumpfte auf einen Streifen im westlichen Bereich der Buocher
Höhe und eine kleine Insel beim geplanten
Windmessmast. Genau diese Reduzierung,
die die Windkraftanlagen zur Hangkante
am Kleinheppacher Kopf schiebt, treibt die
Korber auf die Barrikaden.
In dem mit großer Mehrheit verabschiedeten Antrag von CDU/FW und FB, ausdrücklich ohne Eberhard Negele, fordert
Korb nun, die Anlagen auf der eigenen und
der Waiblinger Gemarkung im Bereich der
Buocher Höhe abzulehnen. Zweitens werde
Korb seinen Beschluss auf Änderung des
Landschaftsschutzgebietes zurückziehen.
Korb besteht nun darauf, den Landschaftsschutz für die Buocher Höhe beizubehalten.
Dagmar Braun und Gerhard Brenner, beide
SPD, stimmten mit Nein. Martin Schwegler
(CDU/FW) enthielt sich der Stimme.
Bauamtsleiterin Helga Lambart betont,
eine Gemeinde könne Änderungen der
Landschaftsschutzverordnung zwar auf der
eigenen Fläche prüfen lassen. Im Planungsverband lasse sich dies aber nicht durch
Mehrheitsbeschluss erzwingen. „Die Stadt
Waiblingen kann jedoch gebeten werden,
ihren Antrag zur Aufhebung von Landschaftsschutzgebieten zurückzuziehen.“
Schultes Müller hält den Waiblinger Flä-
chenzuschnitt für nicht akzeptabel. „Möglich werden Kraftanlagen aus heutiger
Sicht nur noch in Richtung Hangkante, auf
Standorten, die Richtung Tal liegen, denn
sie werden nicht am tiefsten Punkt, sondern
entlang dem Weg auf der Höhe erstellt. Die
Sichtwirkung ist eine andere, als wenn man
sie verstecken würde.“ Korb werde die Kosten im PUR vor diesem Hintergrund nicht
mehr übernehmen, wenn es um Dinge wie
den Windmessmast und anderes gehe, das
dem Windkraftstandort dient.
CDU/FW-Fraktionschef Friedrich Zimmerle wetterte, „es kann nicht sein, dass die
Stadt Waiblingen ein Gewerbegebiet auf
dem Rücken der Korber Bürger erstellt“.
Albrecht Ulrich (FB) klagte, man könne
sich nicht vorstellen, „wie hoch die Dinger
mal werden. Die sieht man von Stuttgart
aus.“ Gerhard Brenner (SPD) entgegnete,
die CDU habe die Energiewende beschlossen, die Kollegen wollten sich mit dem St.Florians-Prinzip der Energiewende jetzt
entziehen. Er frage sich, ob Korb mit seiner
Verweigerungspolitik noch ernst genommen werde. Er traue sich nicht, vor einer
Messung etwas zur Windhöffigkeit des
Standortes zu sagen. Doch Korb fehle Geld,
„über so ein Windrad hätten wir nachhaltig
Gewerbesteuereinnahmen“.
Windräder
verringerten die energetische Abhängigkeit. Korb könnte über seine Netzgesellschaft als Energieerzeuger regenerativ tätig
werden und so einen Beitrag zur Selbstversorgung leisten. Er, Brenner, frage sich, warum gerade die Gegner in Korb das Landschaftsbild ins Feld führten, während man
im Schwarzwald Windräder bauen kann,
die weder Touristen noch Jogger stören.
Morgen Demoflug
+ Bei einem Demonstrationsflug
morgen zwischen 11 und 13 Uhr wird
ein Sportflugzeug auf 210 Metern über
der Buocher Höhe kreisen, um die
Höhe der Windräder zu zeigen.
Gutschein gültig für die Saison 2014
gültig bis 31.5.2014
für 1x ermäßigten Eintritt pro Person
oder Familie ins Wunnebad
Winnenden, Albertviller Straße 56
Täglich von 7.30 – 21 Uhr geöffnet.
€ 3,20 statt € 3,90
€ 1,60 statt € 2,30
(Tageskarte für Erwachsene)
(Tageskarte für Kinder ab
4 Jahren bis zur Vollendung des 17. Jahres)
€ 6,00 statt € 7,50
(Tageskarte für Familien mit Familienpass)
€ 8,50 statt € 10,00
(Tageskarte für Familien ohne Familienpass)
Gutschein einfach ausschneiden
und an der Wunnebad-Kasse vorlegen.