KDO Zeitenwende der Akten von Nils Dietrich Digitale Akten erleichtern die Verwaltungsarbeit – auch in kleineren Kommunen. Eine auf deren Bedürfnisse zugeschnittene Lösung zeichnet sich nicht nur durch niedrige Schwellen aus, sondern bildet auch alle kommunalen Prozesse auf einer Plattform ab. P apier war in deutschen Kommunen seit Jahrhunderten das vorherrschende Trägermedium. Jetzt steht eine Zeitenwende an: Die digitale Akte wird ihr analoges Gegenstück sukzessive ersetzen. Dafür werden passende IT-Lösungen benötigt. In der niedersächsischen Samtgemeinde Altes Amt Lemförde begann ein typischer Rechnungseingang bislang klassisch bei der Poststelle. „Dort wurde die Rechnung gestempelt, ausgezeichnet und in die Gittermappe gepackt“, erklärt Rolf Beyer, Geschäftsführer des Zweckverbands Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). „Dann bekam sie der Bearbeiter. Sie wurde sachlich richtig gezeichnet, kontiert, gebucht und ausgezahlt und irgendwann wurde das Dokument dann abgeheftet.“ Im Alten Amt Lemförde kam erschwerend hinzu, dass die Verwaltung auf eine Haupt- und eine Nebenstelle aufgeteilt ist. Kassenanordnungen mussten beispielsweise zur Unterschrift per Bote hin- und hergereicht werden. „Der Workflow kann zu Beginn des 21. Jahrhunderts effizienter und schneller gestaltet werden“, weiß Beyer. Zu dieser Erkenntnis kamen auch die Verantwortlichen im Alten Amt Lemförde. Seit Jahresbeginn 60 Kommune21 · 9/2015 wird das Aktenwesen und das Archiv zunehmend digitalisiert, weitere Schritte sind denkbar. Gerd-Dieter Bühning, Projektleiter und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters: „Unser Ziel war es, insbesondere die Verwaltungsprozesse Das Aktenarchiv der Zukunft ist digital. zu optimieren. Mit einem DokumentenManagement-System haben wir die Die KDO hat zusammen mit CeyAktenhaltung im Rathaus weitge- oniq Technology die Zeitenwende hend digitalisiert und die Prozesse im Alten Amt Lemförde möglich damit deutlich vereinfacht.“ gemacht. Zusammen haben der ITDienstleister und das Unternehmen Die Effekte der Umstellung auf die modular aufgebaute Lösung das DMS haben sich schnell be- KDO-DMS&more entwickelt, die merkbar gemacht. Heute benötigen speziell auf die Bedürfnisse kleinedie Fachämter keine Aktenkopien rer Kommunen zugeschnitten ist. der Rechnungen mehr, da die neue Dazu KDO-Geschäftsführer Beyer: Lösung alles automatisch abdeckt. „Wir bilden auf der Plattform nscale Belege und Rechnungen lassen sich von Ceyoniq Technology sukzessive dank einer Suche in der Software alle kommunalen Prozesse ab. Das einfach und schnell finden. „Jetzt ist überall dort der Fall, wo aktenkönnen mehrere Personen gleich- basiert gearbeitet wird.“ Vor allem zeitig einen Aktenvorgang einsehen bei Personal-, Steuer-, Bußgeld-, Sound auch unabhängig vom Arbeits- zial-, Bau- und Beschaffungsakten platz ist ein Zugriff möglich“, sagt lasse sich der Arbeitsaufwand mit Bühning. Ablage-, Such- und Weintelligenten Lösungen nicht nur gezeiten entfallen, Anwendungen deutlich reduzieren, sondern auch wie Microsoft Office und Outlook spürbar beschleunigen. sind angebunden. Zudem benötige die Verwaltung kein großes Archiv Diese Prozessbeschleunigung mehr. machte sich bei der Einführung www.kommune21.de KDO eines solchen Systems in der Stadt Damme bemerkbar. Als dort der Rechnungseingangsworkflow eingeführt wurde, kam die Kämmerei bereits nach zwei Wochen mit ihrer Liquiditätsplanung in Verzug. Beyer: „Die Rechnungen lagen auf einmal viel schneller zur Auszahlung vor. Das war zwar nur ein einmaliger Effekt, aber er macht die Straffung der Prozesse deutlich.“ Der wesentliche Vorteil des Dokumenten-Management-Systems: Die Akten liegen digital vor und können parallel bearbeitet werden. Der sequentielle Umlauf gehört der Vergangenheit an. Dank der digitalen Signatur können die Dokumente zudem von den Verantwortlichen rechtssicher richtiggezeichnet werden. Damit sind aber noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Das DMS muss im Optimalfall eng mit dem Fachverfahren verzahnt werden. Bei dem Rechnungseingangsworkflow-Template etwa können Buchungstätigkeiten von einem Fachverfahren wie SAP auf automatisches Buchen im Rechnungseingangsworkflow gebucht werden. „Wenn da ohnehin Sachen ausgelesen und richtig gezeichnet werden, dann kann es das System auch buchen“, resümiert Beyer. Was sich zunächst nach einem hohen Aufwand anhört, haben Ceyoniq Technology und die KDO bewusst einfach gehalten. „Die Einführung eines DokumentenManagement-Systems ist eine nicht zu unterschätzende Organisationsherausforderung für die Verwaltung“, gibt Kai Hachmeister, Regional Sales Manager von Ceyoniq Technology, zu bedenken. „Unser gemeinsamer Ansatz ist es, möglichst viel abdecken zu können und das in einer Art und Weise, dass die Kommunen das ohne größere Anpassungen umsetzen können.“ Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass das System an die Bedürfnisse der Anwender angepasst wird und nicht umgekehrt. Diese Flexibilität und Offenheit der Dokumenten-ManagementPlattform nscale war für die KDO ausschlaggebend, als sich der IT-Dienstleister nach einem passenden Projektpartner umsah. „Noch wichtiger war für uns, dass Ceyoniq Technology das geplante Geschäftsmodell mitträgt“, unterstreicht KDO-Geschäftsführer Beyer. Für Kommunen bestimmter Größenklassen sollte es nämlich eine Flatrate geben, um Planungssicherheit zu garantieren. Beyer erklärt: „Unsere Lösung führt sofort zu einer höheren Effizienz. Denn muten Sie einmal einem Bürgermeister eine Entscheidung zu, die zunächst kostet und erst nach ein paar Jahren Einsparungen bringt.“ Diese Argumente kommen bei den Kommunen an. KDO verzeichnet eine kontinuierliche Steigerung auf der Nachfrageseite. „Das ist ein unumkehrbarer Trend, elek tronische Akten werden kommen“, ist sich Hachmeister sicher. In spätestens zehn Jahren würden die Kommunen flächendeckend elektronische Akten haben. Bislang liege die Abdeckung nur bei 10 bis 20 Prozent. „Früher oder später kommt an dem Thema aber keine Kommune mehr vorbei.“ Nils Dietrich ist freier Journalist in München. Anzeige
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