Anfrage bezüglich der Wasserqualität im Kreis Coesfeld Vorbemerkungen: Im Münsterland wird derzeit mögliche Ursachen des vielfachen Auffinden des Abwasserpilzes in der Region diskutiert. Im Kreis Borken kam es in letzter Zeit zu mindestens 40 Fällen von unerlaubten Sickerwassereinleitungen in Oberflächengewässer. Vertreter des Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V. haben festgestellt, dass die Gräben unterhalb von fünf (von den sechs besichtigten) Biogasanlagen im Kreis Coesfeld ebenfalls mit dem Abwasserpilz belastet sind. Über diese Ergebnisse wurde die Untere Wasserbehörde des Kreises Coesfeld und der WLV durch den Landesfischereiverband informiert. Eine Abfrage in ELWAS (2009 – 2011) nach der Fischfauna in den Gewässern im Kreis Coesfeld zeigt, dass es im Kreis kein einziges Gewässer gibt, welches über eine gute oder sehr gute Fischfauna verfügt. Ein einziges Gewässer ist mäßig gut. Alle anderen sind unbefriedigend oder sogar schlecht. Zudem ist festzustellen, dass bei den 86 seit 2013 durchgeführten Umweltinspektionen im Kreis Coesfeld bei großen Mastanlagen(IED-Anlagen) sich 58 mal Mängel im Umgang mit Wasser zeigten. Außerdem gab es bei fast 50% der Betriebe Mängel mit Gülle, Jauche und Silagesickersäften. Im Protokoll der letzten Umweltausschusssitzung heißt es auf unsere Anfrage hin: Die Zielerreichung von 33% bei den jährlich überwachten BImSch-Anlagen werde von seitens der Fachabteilung als langfristiges Ziel angesehen. Laut Haushalt soll bis 2019 lediglich eine Quote von 20% umgesetzt werden. Anfragen: 1. Wurden im Kreis Coesfeld aufgrund des Abwasserpilzes, illegaler Einleitungen oder der Ergebnisse der Umweltinspektionen in der Vergangenheit Strafanzeigen erstattet? 2. Welche Maßnahmen ergreift der Kreis Coesfeld zur Bekämpfung des Abwasserpilzes? 3. Plant der Kreis Coesfeld, ebenso wie der Kreis Borken, angesichts der beschriebenen aktuellen Problemstellungen kurzfristig die Kontrolldichte bei Biogasanlagen, einschlägigen Lagerbehälter und Lagerflächen, zu erhöhen. 4. Die Nitratergebnisse der Grundwasserkörper sind in ELWAS dargestellt. Rund 50% des Kreises Coesfeld ist in einem schlechten Zustand. Welche Maßnahmen plant der Kreis Coesfeld zur Verbesserung der Qualität der Grundwasserkörper? 5. Die Ergebnisse der Wasseranalysen (Nitrat etc.) bei den Hauswasserbrunnen liegen dem Kreis vor. Wie stellen sich die Ergebnisse der Hausbrunnen im Nitrat-Bereich im Kreis Coesfeld in ihrer Entwicklung der letzten 10 Jahre dar? Warum wurden die vorliegenden Untersuchungsergebnisse im vergangenen Jahr – anders als von fast allen anderen Kreisen nicht auf Anfrage des WDR an diesen weitergeleitet? 6. Die Qualität der Fließgewässer hinsichtlich Fischfauna ist in ELWAS dargestellt. Bis auf ein Gewässer sind alle in einem mäßigen bis schlechten Zustand. Welche Maßnahmen plant der Kreis Coesfeld zur Verbesserung der Qualität der Fließgewässer um die Zielerreichung der WRRL bis 2027 noch zu realisieren? 7. Bzgl. der Tierzahlen im Kreis Coesfeld wurde laut Protokoll mitgeteilt, dass nach Auskunft der Landwirtschaftskammer auch die Tierseuchenkasse die angefragten Zahlen nicht aus den ihr zur Verfügung stehenden Daten ermitteln kann. Muss, nach Kenntnis der Verwaltung, jeder Tierzahlenmelder seine Daten anonym oder mit seiner Postadresse angeben? 8. B90/ DIE GRÜNEN liegt ein Schreiben der Tierseuchenkasse mit Tierzahlen zum 1.1.15 /bzw. 15.2.15 vor. Im Schreiben werden für den Kreis Coesfeld 2.839.868 Hühner und 1.501.977 Masthähnchen genannt. Im Haushalt des Kreises Coesfeld stehen 2.903.213 gehaltenes Geflügel. Wie erklärt die Verwaltung diese Differenz? 9. In Deutschland wird zum Stichtag 1. März 2016 wieder eine Agrarstrukturerhebung geben. Wann werden die Ergebnisse dieser Erhebung dem Umweltausschuss präsentiert? Norbert Vogelpohl Sprecher der Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Anfrage an den Kreis Warendorf zur Beantwortung in der Sitzung des Wirtschaft,- Umwelt und Planungsausschuss am 17.02.2016 Fischsterben durch Abwasserpilz Den Medien ist zu entnehmen, dass zahlreiche kleine Fließgewässer im Münsterland einen massiven Befall mit Abwasserpilzen aufweisen, der gut sichtbar ist. Diese Abwasserpilze – eine Gemeinschaft aus verschiedenen Bakterien – ist ein Anzeiger für sehr stark verschmutzte Gewässer (Gewässergüteklasse IV). Er bildet sich in Gewässern, in denen über einen längeren Zeitraum organische Abwässer eingeleitet werden. Dies sind häufig Einleitungen von Sickerwässern und Gärsäften aus landwirtschaftlichen Betrieben, insbesondere aus den Silagehaufen von Biogasanlagen oder Viehbetrieben. Diese Einleitungen verschmutzen massiv das Wasser, das unsere Lebensgrundlage ist, mit langfristigen Folgen für die Pflanzen und allen Lebewesen in den betroffenen Gewässern. Die untere Wasserbehörde des Kreises ist für die Güte der Gewässer zuständig. Deshalb folgende Fragen an den Kreis: Ausmaß der Betroffenheit: 1. Wie viele Bäche und Kleingewässer im Kreis sind von dem Abwasserpilz betroffen? 2. Wo liegen diese Gewässer? Meldung der belasteten Gewässer: 3. Durch wen erhält der Kreis Kenntnis von belasteten Gewässern? 4. Prüft der Kreis selbst die Qualität der Gewässer? Verursacher: 5. Konnte der Kreis Verursacher einzelner Belastungen feststellen? 6. Welche Erklärungen gibt es zu den Verunreinigungen? 7. Entstehen die Belastungen nur bei unsachgemäßen Umgang mit Silagen? Geplante Maßnahmen: 1. Sind konkrete Maßnahmen geplant, die die Belastungen der Gewässer durch nährstoffreiche Einträge reduzieren? 2. Gibt es Gespräche mit der Landwirtschaftskammer, dem Naturschutz und dem Fischereiverband um Strategien zu entwickeln? 3. Welche Maßnahmen ergreifen die anderen Münsterlandkreise um ihre Gewässer zu schützen?
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