Stiftung Schloss Andelfingen

Stiftung Schloss
Andelfingen
15. Jahresbericht
Ausgabe Mai 2015
Bericht des Präsidenten des Stiftungsrates 2014/2015
Der freischaffende Journalist, Urs Oskar Keller von Landschlacht am Bodensee, hat den Stiftungsrat
mit einem mehrseitigen und mit wunderbaren Fotos illustrierten Bericht über den Schlosspark im
Schweizer Gartenmagazin 11/2014 erfreut. Seine Ausführungen stehen unter dem Titel „Wie geschaffen für eine Pause“ und werden wie folgt eingeleitet: „Wer heute als Besucher nach Andelfingen
kommt, vor dem Schloss steht und die Parkanlage betritt, wird augenblicklich von der malerischen
Atmosphäre des Ortes ergriffen. Es wird eine Zeitreise zurück in die Gartenwelt des 19. Jahrhunderts.
Der Schlosspark hoch über der Thur stellt ein besonderes Gartendenkmal im Kanton Zürich dar.“
Wahrlich ein grosses Kompliment für unser Schloss und den dazugehörenden Park, für das wir uns
sehr bedanken.
Auch im vergangenen Jahr wurden im Schloss und im Park verschiedene Veranstaltungen durchgeführt. Viele Besucherinnen und Besucher haben sich an der gepflegten Anlage und am Reich der vielen Blumen, Sträucher, Bäume, Gartenkräuter und generell an der lebendigen und vielfältigen Natur
erfreut.
Der Stiftungsrat hat die laufenden Geschäfte an vier Sitzungen besprochen und die Arbeiten in den
verschiedenen Ressorts wurden sehr gut und prompt erledigt. In einem grösseren finanziellen Umfang
wurden die notwendigen Reparatur- und Sanierungsarbeiten in den verschiedenen Schlossliegenschaften ausgeführt. Für die Stiftung waren tätig:
Stiftungsrat
Ueli Frauenfelder
René Rickli
Dominique Geiger
Daniela Zbinden
Patrick Waespi
Präsident
Vizepräsident, Finanzen und Liegenschaften
Schlosspark
öffentliche Vermietungen
Sekretär
Mitarbeiter
Christian Rüegsegger
Anita Gämperle
Schlossgärtner
Reinigung
Dominique Geiger tritt nach 9-jähriger Tätigkeit im Stiftungsrat zurück. Für ihr grosses Engagement,
insbesondere in ihrem Ressort Schlosspark, sowie für ihre umsichtige und kollegiale Mitarbeit möchte
ich ihr herzlich danken. Der Stiftungsrat hat Jens Andersen als Vertreter des Gemeinderats Andelfingen als Nachfolger gewählt.
Im Hinblick auf das 200-Jahre-Jubiläum des Schlossparks im Jahr 2017 hat der Stiftungsrat den Rahmen für die Feierlichkeiten festgelegt. Eine besondere und würdige Jubiläumsfeier wird am Sonntag,
23. Juli 2017 im Schlosshof für alle Freunde des Parks durchgeführt.
Gerne benutze ich zum Schluss die Gelegenheit, den Mitgliedern des Stiftungsrates für die tolle Zusammenarbeit, Christian Rüegsegger für seine grosse Arbeit im Schlosspark, Anita Gämperle für die
zuverlässige Reinigung, den Mitarbeiterinnen der Gemeinde- und Finanzverwaltung Andelfingen für
ihre Tätigkeiten, Martin Käser als Hauswart sowie allen Personen, die in irgend einer Weise für das
Schloss oder den Park tätig sind, herzlich zu danken. Ebenfalls danken möchte ich allen Mitgliedern
der Stiftung für ihr Interesse, ihre Treue und die finanzielle Unterstützung.
Ueli Frauenfelder, Präsident des Stiftungsrates
Öffentliche Vermietungen im Schloss Andelfingen April 2014 – März 2015
Mit den öffentlichen Vermietungen waren wir in der Saison 2014/15 äusserst erfolgreich. Die
Mieteinnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um knapp Fr. 6‘000.00 auf Fr. 23‘286.20. Vor allem
in der Sparte Hochzeiten erfreut sich unser Schloss grosser Beliebtheit. Die Brautpaare strömen aus
dem ganzen Kanton nach Andelfingen um zu heiraten und so machen die Hochzeiten knapp die
Hälfte aller Reservationen aus.
Bedanken möchte ich mich bei den Damen von der Gemeindeverwaltung für die hervorragende Zusammenarbeit bei den Vermietungen. Herzlichen Dank auch an Anita Gämperle für die stets zuverlässige und saubere Reinigung unserer Räume.
Daniela Zbinden
Schlosspark
Hier sitze ich nun und schreibe meinen letzten Jahresbericht als Stiftungsrätin des Schlosses Andelfingen. Nach 9-jähriger Tätigkeit gebe ich mein Amt als Schlossparkbetreuerin und Vorgesetzte des
Schlossgärtners ab.
Es waren bereichernde, lehrreiche, herausfordernde und schöne Jahre für mich. Die Zusammenarbeit mit dem Schlossgärtner Christian
Rüegsegger habe ich sehr geschätzt. Durch ihn lernte ich den
Schlosspark als wunderbaren, wertvollen Ort kennen und lieben. Der
Park mit seinem schattenspendenden, geheimnisvollen, feuchten Tobel, das Eibenwäldchen mit dem romantischen Brücklein, das grosszügige Rondell, die grosse Naturwiese hinunter zu den mächtigen
Blutbuchen, der vielfältige, farbige, duftende Kräuter- und Blumengarten, die wunderschöne Salbeisammlung, die vielen lauschigen Plätzchen mit Sitzgelegenheiten, der Pavillon mit seinem Teich mit Fröschen und anderem Getier, die spannenden Wege, all dies ist mir in
diesen Jahren sehr ans Herz gewachsen.
Zum letzten Mal möchte ich mich von Herzen bei Christian Rüegsegger für die gute Zusammenarbeit, aber auch für seinen riesigen Einsatz für den Park, den er seit 26 Jahren mit sehr viel Sorgfalt, Feingefühl, Fachwissen und Liebe pflegt, bedanken. Mein besonderer Dank
gilt auch Judith Rüegsegger. Wie heisst es so schön: „Hinter jedem
erfolgreichen Mann steht eine starke Frau“.
Auch meiner Kollegin und meinen Kollegen im Stiftungsrat danke ich für die angenehme Zusammenarbeit und wünsche allen weiterhin viel Freude und Erfolg bei ihrem Einsatz für die Stiftung.
Dominique Geiger
Finanzielles / Liegenschaften
Die Zahlen im Überblick
Budgetierter Aufwandüberschuss 2014-2015
Fr. 215‘800.00
Aufwandüberschuss gemäss
Rechnung
Fr. 155‘000.00
Differenz
Fr. 60‘800.00
Kann man bei einem Aufwandüberschuss von Fr. 155‘000.00 von einem gefreuten Ergebnis sprechen? Man kann! Die gut prognostizierbare Ertragsseite lieferte keine eigentlichen Überraschungen.
Trotz einiger kleinerer Leerstände in zwei unserer Mietobjekte haben wir fast Fr. 13‘000.00 mehr eingenommen als gedacht. Hier ist speziell auch die Position der öffentlichen Vermietungen zu erwähnen, welche um 50% ausfiel als budgetiert. Weitere erwähnenswerte Mittelzuflüsse stammten aus der
Betreuung des Pflegeheimes Rosengarten durch unseren Schlossgärtner, den Führungen im Park,
sowie diversen „Fremdeinnahmen“ wie Bankzinsen und Kursgewinne auf Wertschriften. Eine wichtige
Einnahmequelle waren Ihre Mitgliederbeiträge und Spenden, für die wir uns auch an dieser Stelle
herzlich bedanken. Der Einnahmenüberschuss gemäss Budget beläuft sich so auf rund Fr. 13‘000.00.
Wenden wir uns der Ausgabenseite zu. Behördliche Auflagen zwangen uns, im Herbst 2014 den in die
Jahre gekommenen Aufzug zu ersetzen (Kostenpunkt rund Fr. 90‘000.00). Ein Mieterwechsel im Hinterhaus machte eine Generalsanierung der Wohnung notwendig (Fr. 50‘000.00). Weniger stark zu
Buche schlugen die im Zuge einer Neubesetzung vorgenommenen Erneuerungsarbeiten in unserem
„Wöschhüüsli“ (Fr. 5‘000.00). Im Pförtnerhaus standen ebenfalls diverse Sanierungen an (Kosten Fr.
25‘000.00). Wir haben die meisten dieser Renovationen höher veranschlagt. Die Minderkosten zum
Budget betragen rund Fr. 38‘000.00. Dies nicht zuletzt auch darum, weil wir in den meisten Fällen
bauseitig von einem lokalen Architekturbüro professionell begleitet wurden. Zum Schluss noch eine
Zahl aus der Buchhaltung: Wussten Sie, dass wir im Schloss und im Treibhaus pro Jahr rund 14‘000
Liter Heizöl verbrauchen? Insgesamt beläuft sich der Minderaufwand auf rund Fr. 48‘000.00.
Sie haben es bestimmt gelesen: Die KESB hat sich aus Andelfingen zurückgezogen. Damit wurde die
Wohnung im 1. Stock des Schlossgebäudes im Sommer 2014 für eine Neuvermietung frei. Durch den
Einzug einer jungen Familie ist wieder vermehrt Leben ins Gebäude eingekehrt. Weitere Wechsel in
der Mieterschaft betrafen eine Wohnung im Hinterhaus und das erwähnte „Wöschhüüsli“. Dort hat sich
jetzt ein Advokatur-Büro mit seiner „Weinland-Filiale“ niedergelassen. Wie wir hören, trägt die ruhige
und friedliche Atmosphäre im Schlosspark oft dazu bei, den Kopf der Kontrahenten auszulüften. So
lassen sich manchmal auch bei schwierigen Fällen gütliche Lösungen finden!
Auch an dieser Stelle meinen herzlichen Dank allen Mitgliedern und anderen Gönnern, welche jährlich
dafür sorgen, unsere vielfältigen finanziellen Aufgaben zu meistern.
René Rickli
Schlossgärtner
Das Wetter
Vielen ist wohl der verregnete Sommer in Erinnerung geblieben. Doch diesem ist ein trockener Vorsommer vorausgegangen. Am 23. Juni schrieb ich in die Agenda: Endlich Regen! Auf die öffentliche
Führung hin, am 19. Juli erreichte der Sommer seinen temperaturmässigen Höhepunkt mit über 30°C
am Schatten. Kurz danach stellte sich der verregnete Sommer ein, gefolgt von einem schönen, langen
Herbst. Erst am 9. Dezember verzeichnete ich den ersten leichten Frost.
Öffentliche Führung
Für die öffentliche Führung zum Thema „Baumpflege“ strapazierte das Wetter meine Nerven.
Bereits eine Woche im Voraus kündete sich auf
das Wochenende vom 19. Juli eine markante Wetterumstellung an. Ich versuchte verschiedene
Szenarien durch zu denken, doch die Vorstellung
bei Regen das Baumklettern als Trockenübung in
der Schlossscheune zu zeigen, wollte mir gar nicht
gefallen. Nicht wie befürchtet Regen und Wind
wurden zu einem Problem, sondern die Hitze.
Ganz kurzfristig verlegten wir den ganzen Anlass
in den Schatten der Bäume beim Pavillon. Über 80 Interessierte folgten den spannenden Ausführungen von Baumpflegespezialist Fredy Signer. Den Höhepunkt bildete die rasante Erkletterung der hohen Platanen durch Patrick Zürcher (zweifacher Schweizermeister, zweifacher Europameister und
Vize Weltmeister im Baumklettern).
Rotblühende Rosskastanie
1990 pflanzten wir auf dem Kiesplatz beim Rondell eine rotblühende Rosskastanie. Der junge Baum
gedieh wunderbar und diente nach ein paar Jahren als willkommener Schattenbaum im Sommer. Bis
letzten Sommer bereitete er viel Freude. Ab Juni beobachtete ich aber in der Baumkrone und auf der
Westseite zunehmend absterbende und abfallende Blätter. Auch der Baumpflegespezialist fand keine
Erklärung. Ich wollte dem Baum diesen Frühling unbedingt noch eine Chance geben, erschrak aber
als ich den Baum bestieg und die abgestorbenen Äste entfernte: praktisch alle Äste auf der Westseite
und der Wipfel waren tot und bereits mit Pilzen befallen. Auf Anraten des Baumpflegespezialisten
habe ich den Baum am 16. März gefällt. Die Gartenbau- und Baumschulenfirma Nägeli aus Rudolfingen fräste den Baumstrunk heraus und pflanzte am 31. März einen Persischen Eisenholzbaum (Parrotia persica).
Seltener Fund
Am 8. Juli staunte ich nicht schlecht, als ich im
Bach beim Pförtnerhaus einen Krebs entdeckte.
Ich hatte noch nie einen gesehen und befreite ihn
aus seiner misslichen Lage. Vorerst legte ich ihn
in den Brunnen, um abzuklären, ob es sich um
den nicht so gerne gesehenen amerikanischen
Signalkrebs oder den selten gewordenen Edelkrebs handelt. Der Chef des Andelfinger Kommunaldienstes, Peter Bänteli schickte meine
Bilder vom Krebs an die kantonale Fischereiverwaltung und wir erhielten die erfreuliche Nachricht, es handle sich um den einheimischen Edelkrebs. Unverzüglich entliess ich den Krebs im
Dorfbach gegenüber der Apotheke in die Freiheit.
Abschied von Dominique Geiger
9 Jahre lang war Dominique Geiger Stiftungsrätin und in dieser Funktion
zuständig für den Schlosspark und somit auch für mich als Schlossgärtner. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen für ein Ehrenamt
zur Verfügung stellen. Geld, Ruhm und Ehre waren für Dominique Geiger
nicht die Motivation für dieses Amt, sondern ihre grosse Freude am
Schlosspark. Ganz herzlichen Dank für diese jahrelange Zusammenarbeit!
Aussicht
Dieses Jahr wird der Küchenkräutergarten 20 Jahre alt. Im Vorprogramm der Stiftungsversammlung
werde ich auf dieses würzige Thema ausführlicher eingehen.
Ich freue mich auf Ihre Besuche im Schlosspark!
Christian Rüegsegger
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Neue Mitglieder der Stiftung Schloss Andelfingen
Der Stiftungsrat freut sich über neue Mitglieder der Stiftung
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Stiftungsversammlung am Mittwoch, 10. Juni 2015, 19.00 Uhr im Schloss Andelfingen
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Besuchen Sie uns auf www.andelfingen.ch / Schloss Andelfingen