Zwölf Apostel - Evangelische Zwölf-Apostel

Zwölf
Apostel
Das Magazin der Evangelischen
Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, Berlin
Nr. 54
September / Oktober /
Dezember 2015
Gottesdienste und Veranstaltungen
Regelmäßige Kreise, Gruppen und Angebote finden Sie auf Seite 47.
Ergänzungen/Änderungen unter www.zwoelf-apostel-berlin.de
Nach dem Gottesdienst findet jeden Sonntag ein Predigtnachgespräch statt.
SO
6.9. 10:00 Uhr
SO
13.9. 10:00 Uhr
SO
20.9. 10:00 Uhr
SO
27.9. 10:00 Uhr
SA
3.10. 15:00 Uhr
SO
4.10. 11.00 Uhr
SO 11.10. 10:00 Uhr
SO 18.10. 10:00 Uh
SO 25.10. 10:00 Uhr
SA 31.10. 19:00 Uhr
SO
1.11. 10:00 Uhr
SO
8.11. 10:00 Uhr
MO
SA
9.11. 19:00 Uhr
4.11. 16:00 Uhr
September
14. So. nach Trinitatis Abendmahlgottesdienst o.A.
(Pfr. Bornemann; M: CH)
15. So. nach Trinitatis Gottesdienst (Pfr. Bedorf;
M: JH)
16. So. nach Trinitatis Abendmahlgottesdienst o.A.
mit Zwölf-Apostel-Chor (Pater Hillebrand SJ; M: CH;
Seite 10, 18)
17. So. nach Trinitatis Abendmahlgottesdienst o.A.
(Pfr. Bedorf; M: JH)
Oktober
Gottesdienst für Mensch und Tier (Pater Engelbert
Petsch; M: MM; Seite 11)
Erntedankfest Abendmahlgottesdienst o.A. mit
Zwölf-Apostel-Chor (Pfr. Bornemann; M: CH;
Seite 18)
19. So. nach Trinitatis Gesprächsgottesdienst
(Pfr. Bornemann, Pfr. Köhler; M: JH; Seite 23)
20. So. nach Trinitatis Gesprächsgottesdienst
(Pfr. Bornemann, Pfr. Bedorf; M: ES; Seite 23)
21. So. nach Trinitatis Gesprächsgottesdienst
(Pfr. Köhler, Vikarin Pilger-Janßen; M: CH; Seite 23)
Reformationsfest Abendmahlgottesdienst o.A. (Pfr. Bedorf; M: JH)
November
22. So. nach Trinitatis Gesprächsgottesdienst
(Pfr. Bedorf, Pfr. Bornemann; M: JH; Seite 23)
Drittletzter So. des Kirchenjahres Abendmahlgottesdienst o.A. (Pfr. Bornemann; M: JH)
Reichspogromnacht Andacht (Pfr. Bedorf)
Kinderkonzert Fauré Requiem (Seite 18)
– Seite 2 –
SO 15.11. 10:00 Uhr
MI 18.11. 19:00 Uhr
SO 22.11. 10:00 Uhr
SO 29.11. 10:00 Uhr
SO
6.12. 10:00 Uhr
noch November
Vorletzter So. des Kirchenjahres Abendmahlgottesdienst o.A. mit Zwölf-Apostel-Chor (Pfr. Bornemann,
Pfr. Bedorf; M: CH; Seite 18)
Buß- und Bettag Abendmahlgottesdienst o.A.
(Vikarin Pilger-Janßen; M: HPM)
Ewigkeitssonntag Abendmahlgottesdienst o.A.
(Pfr. Köhler; M: JH)
1. Advent Abendmahlgottesdienst o.A. (Pfr. Bedorf;
M: CH)
Vorschau
2. Advent Gottesdienst (Pfr. Bornemann)
o.A.: ohne Alkohol; zum Abendmahl wird Traubensaft gereicht.
M: Musik / Orgel; RJDM: CH: Christoph Hagemann, JH: Johanna Hagemann,
HPM: Hanns-Peter Matschke, MR: Manuel Rösler, ES: Eva Schulze
– Bitte beachten Sie auch die übrigen Angebote von Rogate auf Seite 9. –
Fahrverbindungen:
Alter St.-Matthäus-Kirchhof, Großgörschenstraße 12–14, 10829 Berlin;
Fahrverbindung: U- und S-Yorckstraße/Großgörschenstraße, südlicher
Ausgang der S-Bahn
Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, Kolonnenstraße 24–25, 10829 Berlin;
Fahrverbindung: Bus 104
Elisabeth-Klinik, Lützowstraße 24-26, 10785 Berlin;
Fahrverbindung: Bus M85, M48, U-Kurfürstenstraße
Kirchhofsverwaltung der Gemeinde: siehe Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof
Neuer Zwölf-Apostel-Kirchhof, Werdauer Weg 5, 10829 Berlin; Fahrverbindung:
S-Schöneberg, Bus M46
Silaskirche, Großgörschenstraße 10, 10827 Berlin; Fahrverbindung: S-Yorckstraße/Großgörschenstraße (südlicher Ausgang), U-Kleistpark, Bus M19, M48
Spenerhaus, Leberstraße 7, 10829 Berlin; Fahrverbindung: S-Julius-Leber-Brücke,
Bus 104, 106, M48+M85 (ab Kaiser-Wilhelm-Platz)
Südwestfriedhof der Berliner Synode (Friedhöfe Südwestkirchhof), Bahnhofstraße
2, 14532 Stahnsdorf; Fahrverbindung: ab Bhf. Potsdam: Bus 601, 602;
ab S-Teltow Stadt: Bus 601, 602; ab U-Krumme Lanke: Bus 623 (bis Warthestraße/Teltow)+601
Redaktionsschluß für Zwölf Apostel Nr. 55 ist Mittwoch, der 28. Oktober
– Seite 3 –
Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freundinnen
und Freunde von Zwölf Apostel!
Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.
(Bremer Stadtmusikanten)
Die Nachrichten aus der Aufnahmestelle in Moabit scheinen
aus einer anderen Welt zu kommen: Lange Schlangen von Menschen, so lang, dass viele über
mehrere Tage unter freiem Himmel campieren müssen, darunter
Kleinkinder, Schwangere und
Verletzte. Mit unzureichenden
sanitären Anlagen, unzureichender Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidern und Obdach.
Anscheinend hat niemand mit
ihnen gerechnet, erst recht hat sie
keiner eingeladen. Sie kommen
trotzdem. So bedrängt waren sie
in ihren Heimatländern, dass die
gefährliche Flucht ins Ungewisse,
womöglich in den Tod das kleinere Übel scheint.
Im Schöneberger Alltag machen sich die katastrophalen humanitären Zustände nur wenige
Kilometern weiter nicht bemerkbar. Alles scheint wie immer: die
Prostituierten an der Kurfürsten-,
Genthiner und Potsdamer Straße,
bei denen keiner fragt, warum sie
ihrem Gewerbe nachgehen. Die
Obdachlosen, die im Müll nach
Verwertbarem suchen oder frühmorgens auf einer Bank am Winterfeldtplatz auf ihrer Habe schlafen.
Zugleich die vielen Initiativen, die sich um Hilfe bemühen
und darum, in unserer Gemeinde
ein lebenswerten Garten zu schaffen, emotionalen Grund zu bieten,
jeden willkommen zu heißen. Es
gelingt nicht immer alles, aber
vieles gelingt doch. In unsere
Mittwochsini und Suppenküche
kamen im Sommer bis 160 Menschen pro Abend – jeweils. Die
Baumscheiben vor der Kirche
wurden liebevoll bepflanzt (Seite 29). Der neue Zwölf-ApostelPark hinter der Kirche wird neu
und schön gestaltet und lädt zum
Mitmachen und schon bald zum
Verweilen ein (Seite 14). Der Dialog der Religionen findet ganz unterschiedliche Anknüpfpunkte
(Seite 22, 24). in Kuss ist ein Kuss
– und das ist auch gut so (Seite 31). Es ist eine liebevolle
Vielfalt, die allen offensteht.
Übrigens: Die Kleiderkammer
freut sich über Sachspenden!
Auf Wiedersehen in Zwölf
Friederike Kapp
Apostel!
– Seite 4 –
Amtshandlungen
Getauft wurde
Louis Miguel Kozlowski
Getraut wurden
Jens Martin und Susanne Krüger, geb. Tietz
Mit kirchlichem Geleit bestattet wurden
Detlev Rust, 56 Jahre, Genthiner Straße
Christian Emil Oskar Frehlandt, 65 Jahre, Genthiner Straße
Karin Godschei, 69 Jahre, Genthiner Straße
Eleonore Krüger, 69 Jahre, Genthiner Straße
Renate Bittner, 70 Jahre, Eylauerstraße
Hannelore Kuhn, 63 Jahre, Pallasstraße
Monika Riedel, 71 Jahre, Zietenstraße
Ilse Marienfeld, 89 Jahre, Frobenstraße
Karin Knuth, 59 Jahre, Potsdamer Straße
Gegenwärtigkeit
Und als er auf dem Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und
sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen? Und welches wird das
Zeichen sein deiner Zukunft und des Endes der Welt? (Matthäus 24,3)
Bei Trennungen gibt es zwei Ebenen: die äußere Ebene von Zusammensein,
Trennung und Wiedertreffen und die Ebene des inneren Empfindens einer
durchgehenden Zusammengehörigkeit, die durch die vorübergehende Trennung kaum berührt wird.
Man kann sich auch wiedertreffen, wenn einem die Abwesenheit des
anderen nicht bewusst ist. Das schildert Hendrik Ibsen in seinem Drama
„Peer Gynt“. In seinen jungen Jahren verschwindet Peer Gynt im letzten
Moment, bevor er Solveig begegnen würde. Nun beginnt sein Leben in
Leere und Scheitern und Einsamkeit, in der sie stets – für ihn unbewusst –
gegenwärtig war. Es fehlte ihm lediglich ein Sinn der Wahrnehmung hierfür.
In den frühesten Jahren der Kindheit oder sogar im Mutterleibe hat wohl
jeder etwas erlebt von heiler Welt, von Einssein mit sich selbst, vielleicht
– Seite 5 –
sogar schon vor Zellreifung und Zeugung,
in dem kaum beschreibbaren Verbundensein
mit Gott. Im Menschen lebt spätestens vom
Pubertätsalter an eine tiefe Sehnsucht danach. Wenn der Erwachsene das Einssein
mit sich, das Verbundensein mit Gott wiederfindet, erlebt er das bewusst, im Gegensatz zum unbewusst agierenden Kind. Häufig werden Menschen auf diesem
Weg der „Nabelschau“ verdächtigt, sie würden die Pflichten und Zwänge
des äußeren Lebens vernachlässigen. Etwas Wahres steckt darin, ist der Nabel doch das sichtbare Relikt vorgeburtlich-leiblicher Verbundenheit, ein
Symbol.
Der Begriff Symbol stammt vom griechischen Wort symbolon, einem
Erkennungszeichnungszeichen. Wenn sich im alten Griechenland zwei
Freunde trennten, zerbrachen sie eine Münze, ein Tontäfelchen, einen Ring.
Wenn nun der Freund zurückkehrte, dann musste er seine Hälfte vorweisen.
Passte diese Hälfte zur anderen Hälfte, dann hatte er sich als Freund zu erkennen gegeben und hatte ein Recht auf Gastfreundschaft auch bei der Familie des Freundes, selbst wenn sie ihn persönlich nie kennengelernt hatten.
Ein Symbol ist etwas Zusammengesetztes, ein sichtbares Zeichen einer
unsichtbaren Wirklichkeit. Im Beispiel oben steht eine zusammengesetzte
Münze für eine überdauernde Realität der Freundschaft und darüber hinaus
für die Verbundenheit von Familien und den Anspruch auf Gastfreundschaft.
Es sind also zwei Ebenen zu beachten: In etwas Äußerem kann sich etwas
Inneres, in etwas Sichtbarem das Unsichtbare, in etwas Körperlichem das
Seelische und im Seelischen sich eine geistige Signatur offenbaren.
Der Christus enthüllt seinen Jüngern Bilder von einem großen Weltgericht. Sie stehen vor dem Tempel in Jerusalem. Die Bauformen des Tempels symbolisieren die Harmonie der Lebensformen von Kosmos und
Menschheit. Aber Christus spricht: „Wahrlich, ich sage euch: Es wird nicht
ein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerbrochen werde“ (Mt. 24,2).
Das ist nicht bloß eine Prophezeiung der Zerstörung Jerusalems, sondern ein
Symbol des kommenden Weltgeschehens. Später fragen ihn vier Jünger in
vertrauter Unterweisung auf dem Ölberg: „Sage uns, wann wird das geschehen?“ Sie ahnen den Zusammenhang zwischen dem Schicksal des Christus
und dem Schicksal des Zeitalters und fragen nach Anzeichen des künftigen
Verlaufes.
– Seite 6 –
Luther übersetzt in den Reden des Christus das griechische Vollendung
des Äons mit Ende der Welt, also ein absolutes Ende, physisch vorgestellt:
der Weltuntergang. Vollendung des Äons ist ein Sich-Runden eines Weltenkreises, aus dessen Trümmern dann ein neuer Kreis hervorschwingt. Christus
sagt als Merkmal des Endes voraus, dass, „dieweil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, die Liebe in vielen erkalten werde“ (Mt. 24, 12). Es hat
daher kaum Sinn, sich in dieser Epoche über eine wachsende Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit zu empören. Christus offenbart ein Weltgesetz – nicht
Einzelheiten der Zukunft.
Blitz und Sintflut sind die Bildkennzeichen für die „Zukunft des Menschensohnes“. So übersetzt Luther das griechische parusia, eine Gegenwart,
die die Zukunft in sich schließt und vor allem die Wiederkunft Christi bedeutet. Christus sagt ja selbst, dass er „alle Tage bis an der Welt Ende“
(Mt. 28,20) bei uns ist, aber noch verborgen, wie im Samenkorn schlummernd. Einmal wird er dann ganz und in der vollen Entfaltung seines Lebens
da sein. Geschieht das, dann ist dies mit gewaltigen Erschütterungen des
Weltganzen verbunden. Gott, der alles in sich trägt, ist im dunkelsten Tal der
menschheitlichen Gottesferne näher als je zuvor – nur wir sind uns dessen
nicht bewusst. Christus drückt es mit den Worten aus: „Wer aber beharrt bis
ans Ende, der wird selig.“ (Mt. 24, 13).
Sterben kann wie das Hereinbrechen einer gewaltigen und angsteinflößenden Sintflut erlebt werden, der Todesaugenblick entspricht aber dem alles
entgrenzenden „Blitz“ aus den Christusworten. Hier durchschreiten wir endgültig alle symbolischen Bildwelten, alle guten Sehnsüchte sollen in ihr Ziel
gelangen. Gerade wenn in und um uns Leere und Verlorenheit zu siegen
scheinen, ist die Gegenwärtigkeit des Lichtes umso unmittelbarer – und
umso leichter auch zu finden
So zittert ein Erdbeben in einem jeden Augenblick, in einem jeden Moment ragen Himmel und Höllen in jede Menschenseele und so durchschwingen uns Weltenauf- und -untergang. Uns aber verbleibt, die Zuflucht zum
Christus zu nehmen, langsam und geduldig zu
erüben, in die alles tragende Mitte und Achse
der Welt, auf Christus, die unbesiegbare Sonne
zu blicken – und in allen lichten und dunklen
Tagen seine Gegenwart zu erspüren, wie er uns
in sich trägt, ohne dass es uns bewusst ist, bis
Carsten Schmidt
zum Ende der Welt.
– Seite 7 –
Bericht aus dem Gemeindekirchenrat
Aus den Sitzungen Mai und Juni
Am 10. Juni wurde das muslimische Gräberfeld mit 346 Grabstellen auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof eröffnet (Seite 24).
Für künftige Kantate-Gottesdienste soll womöglich ein externes Unternehmen mit Auf- und
Abbau beschäftigt werden, um die
ohnehin stark eingespannten Ehrenamtlichen hier zu entlasten.
Der GKR bezuschusst die Bepflanzung der Baumscheiben vor
der Kirche mit 100 Euro (Seite 29).
Der GKR beschließt die Sanierung der Kirchenbeleuchtung
über das Lichtmanagementsystem
von Erco durch die Fa. Elektrick
für ca. 4.800 Euro. Beim Kirchenkreis wird hierfür ein Zuschuss beantragt.
In der Kirche müssen die Fenster der Empore saniert werden.
Die Fenster stehen nicht unter
Denkmalschutz. Die Baubetreuerin des Kirchenkreises Schöneberg, Frau Schoening, hat den
Bauausschuss des GKRs bei der
Einholung von Angeboten
beraten.
Der GKR beschließt die Instandsetzung der Fallrohre im
Pfarrhaus durch die Firma Raschmeyer für ca. 1.300 Euro.
Der GKR beschließt die
Beauftragung des
Moduls 1 zur Sanierung des Gemeindehauses entsprechend dem
Angebot des Architekturbüros D4
für ca. 3.000 Euro. Der Kirchenkreis wird um einen Zuschuss
gebeten.
Der GKR genehmigt auf Antrag von Rogate die Wanderausstellung zum Thema Transgender
in der Kirche für die Zeit von 4.
August bis 14. September.
Am 29./30. August dürfen
Ausstellungstafeln für die Lange
Nacht der Religionen hängen.
Herr Weiß erläutert das geplante
Programm, das Budget beträgt
300 Euro.
Der GKR genehmigt die Ausstellung „Fotoprojekt mit Flüchtlingskindern“ in der Kirche für die
Zeit vom 15. bis 30. September.
Auf Antrag von Herrn Menzler empfiehlt der GKR einen Text
für die Stolpersteine für Julius und
Elfriede Berg (Seite 20).
Der GKR nimmt die Pflegevereinbarung für den ZwölfApostel-Park (das Gelände hinter
der Kirche) zwischen der ZwölfApostel-Kirche und dem Land
Berlin an (Seite 14).
Im Berichtszeitraum wurde
einer Umgemeindung zugestimmt.
– Seite 8 –
Friederike Kapp
Danke, Schöneberg!
Das letzte Fest des Kirchenkreises
herZlicH willkomMen: ZuGänglicH für AlleSchöneberger, die eine
ZAuberhaft, PhänomeNale KLasSe-für-Alle-Party feiErn woLlen!
Der beliebte Neujahrsempfang des Kirchenkreises hat dieses Jahr nicht
stattgefunden, da wird es Zeit, für Ersatz zu sorgen. Unter dem Motto
„Danke Schöneberg“ verlegen wir die Feierlichkeiten in den Spätsommer
und feiern am 5. September von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr das letzte Fest des
Kirchenkreises, bevor dieser Anfang nächsten Jahres Teil des fusionierten
Kirchenkreises Tempelhof-Schöneberg wird. Die Feier findet statt auf dem
Gelände der Elisabeth-Klinik in der Lützowstraße 24–26, U-Kurfürstenstraße. Mit Musik, Kuchen, gutem Essen und Trinken wollen wir allen danken,
die sich auf kreiskirchlicher Ebene, in den Gemeinden oder in den Arbeitsbereichen dem Kirchenkreis Schöneberg verbunden fühlen. Sonnenschein ist
ebenfalls bestellt, und auf die Kinder wartet
noch eine schicke Hüpfburg zum Erobern.
Wir freuen uns auf viele gut gelaunte
Ulrike Biskup
Gäste!
für das Planungsteam aus der
Superintendentur
Das Rogate-Kloster lädt ein
Max ist Marie
Am Sonnabend, 5. September, 14:00 Uhr, beginnt eine Führung mit der
Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung „Max ist Marie –
Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“, ein Foto- und TextprojektEngagement über und für transidente Menschen. Die Ausstellung ist noch
bis zum 13. September zu sehen.
Monat der Diakonie
Diakonie geschieht an vielen Stellen und auf unterschiedliche Weise in den
Einrichtungen, Kirchengemeinden und Projekten. Damit leisten Kirche und
Diakonie wichtige Beiträge zu gesellschaftlichen Entwicklungen: Flüchtlingsarbeit, Alten- und Krankenpflege, Bildung und Erziehung, Therapie,
Schuldnerberatung, Besuchsdienste, Obdachlosenhilfe ... So werden Men– Seite 9 –
schen individuell unterstützt und zugleich das Miteinander von uns allen
solidarisch gefördert. Es geht um Nächstenliebe und den Zusammenhalt in
unserer Gesellschaft, und darum, dass jede/r in ihr ihren/seinen Platz hat.
Zum Monat der Diakonie haben wir ein Veranstaltungsprogramm zusammen
gestellt und laden dazu ein: Willkommen im Rogate-Kloster!
· Dienstag, 8. September, 19:00 Uhr: Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr)
Rogate-Abend: „Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit erkennen und
Angehörigen helfen“. Mit Dipl.-Sozialpädagogin Anja Wenzel-Otto,
Notdienst Berlin e. V.
· Dienstag, 15. September, 19:00 Uhr: Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr)
Rogate-Abend: „Tod in Berlin – Realität und Chancen der
Bestattungskultur in der Hauptstadt”, mit Dipl.-Ing. Fabian Lenzen,
Vorstandsmitglied und Pressesprecher der Bestatter-Innung von Berlin und
Brandenburg
· Dienstag, 22. September, 19:00 Uhr, Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr)
Rogate-Abend: „Depression erkennen und Angehörigen beistehen“. Mit
Marianne Schumacher, Angehörige psychisch Kranker im Landesverband
Berlin e. V.
· Dienstag, 29. September, 19:00 Uhr: Eucharistie, anschließend (ca.
20:15 Uhr) Rogate-Abend: „Testament und Patientenverfügung“, mit
Rechtsanwalt Holger Hillnhütter
Gottesdienst
Sonntag, 20. September, 10:00 Uhr: Eucharistie am 16. Sonntag nach
Trinitatis: „Liebe den Fremden, wie dich selbst“. Predigt: Pater Ludger
Hillebrand SJ, Jesuiten-Flüchtlingsdienst – Jesuit Refugee Service – (JRS).
Musik: Antonín Dvořák: Messe in D op. 86, mit der Lichtenrader Kantorei,
Leitung: Andreas Harmjanz. Orgel: Kreiskantor Christoph Hagemann
(Seite 18).
Autorenlesung
Donnerstag, 24. September, 18:30 Uhr: Autorenlesung mit Pater Nikodemus
Schnabel (Dormitio Abtei auf dem Berg Zion in Jerusalem) „Zu Hause im
Niemandsland – Mein Leben im Kloster zwischen Israel und Palästina“
(Herbig Verlag, München), Ort: kleiner Saal.
– Seite 10 –
4. Fest der Kirchen
„Aus Freude am Glauben“ präsentieren Christen beim 4. Berliner Fest der
Kirchen am 12. September auf dem Alexanderplatz zwischen Weltzeituhr
und Brunnen der Völkerfreundschaft ihre bunte Vielfalt und stellen ihr religiöses, soziales und kulturelles Engagement vor. Ganz bewusst gehen wir
aus unseren Kirchen hinaus mitten auf den Marktplatz. Das Fest beginnt um
14:00 Uhr. Neben dem Markt der Möglichkeiten wird es wieder ein buntes
Bühnenprogramm geben. Um 18:00 Uhr feiern wir mit den Bischöfen und
leitenden Vertretern der Kirchen einen ökumenischen Gottesdienst und legen
Zeugnis ab für die Hoffnung, aus der wir leben. Den Abschluss bildet um
20:00 Uhr ein Konzert der Golden Gospel Pearls. Das Rogate-Kloster ist mit
einem eigenen Info-Stand vertreten.
Einladung: 9. Konventsfahrt
Die 9. Konventsfahrt des Rogate-Klosters findet statt am Wochenende vom
25. bis 27. September. Wir beschäftigen uns im Rahmen eines Bibelseminars
mit dem Thema: „Von Engeln und Teufeln in der Bibel“. Die Kosten liegen
bei 95 Euro. Anmeldung per Mail oder bei den Rogate-Gottesdiensten:
[email protected]
Tiersegnung am
Franziskustag
Mensch und Tier sind
wieder gemeinsam eingeladen zu einem besonderen Rogate-Segnungsgottesdienst: Samstag, 3. Oktober, 15:00
Uhr, Gottesdienst für
Mensch und Tier. Predigt: Pater Engelbert
Petsch. Orgel: Manuel
Rösler.
Vesper
Jeweils am Dienstag feiern wir um 19:00 Uhr eine Vesper (in der Ordnung
des Evangelischen Gesangbuchs Nr. 785) oder eine Eucharistie.
– Seite 11 –
Komplet
Jeden Donnerstag feiern wir um 20:30 Uhr jeweils ein Nachtgebet (die
Komplet) oder eine Andacht.
Vorschau
Sonntag, 13. Dezember, 17:00 Uhr: Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste
Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit
Pater Engelbert Petsch, Aktion „Die Flamme der Hoffnung“, und Pfarrer
Burkhard Bornemann, Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.
Libuse Moniková zum 70. Geburtstag
44. Salon der Erinnerung – Gedenken an Menschen, die unvergessen
bleiben. Mit Gerhard Moses Heß und Gästen
Dr. Libuse Moníková emigrierte
nach der Niederschlagung des
Prager Frühlings 1968 und schrieb
seitdem in deutscher Sprache.
„Sie hatte doch gerade erst die
vermeintliche Mitte des Lebens
hinter sich, ihr waren nur sechzehn Jahre Präsenz im literarischen und öffentlichen Leben
vergönnt, und was für eine außerordentliche Präsenz! Ein viel zu
früher und sehr grausamer Tod,
der Verlust einer großen Autorin.“
Das schrieb F. C. Delius 1998
in seinem Nachruf – doch inzwischen scheint Libuse Moniková
vergessen, keines ihrer vielen Bü-
cher ist derzeit im Buchhandel
erhältlich!
„Das Vergessen, die globale
Amnesie ist eine allgemeine
Gefahr. – Ich will eine Welt
kreieren, die noch eine Chance
hat.“
Café Finovo auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof, Sonntag, 6. September, 12:00
Uhr, Führung, Lesung und Gespräch im Café, Kostenbeitrag 5 Euro. Eine
Veranstaltung für den Förderverein Efeu e. V., www.efeu-ev.de
– Seite 12 –
Tag des offenen Denkmals 2015
Sonntag, 13. September, ab 14:00 Uhr, auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof
Alter St.-Matthäus Kirchhof
Das Motto des diesjährigen Tages des offenen
Denkmals, „Handwerk, Technik, Industrie“, ist
für unseren Alten St.-Matthäus-Kirchhof sehr
passend. Zum einen ist dieser Friedhof ein Ort,
an dem die Industriegeschichte Berlins nachvollziehbar gemacht werden
kann. Auf diesem Friedhof haben viele Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe
gefunden, die die Eisenbahngeschichte über die Berliner Grenzen hinaus
maßgeblich geprägt haben, allen voran Bethel Henry Strousberg.
Der Alte St.-Matthäus-Kirchhof ist aber auch ein Ort, an dem man traditionelle Handwerkskunst ganz konkret erleben kann. Viele Grabanalagen
und Mausoleen werden nach historischen Plänen denkmalspflegerisch
restauriert. Für diese Arbeiten sind alte Handwerkstechniken gefragt.
Beide Aspekte, die Geschichte der Eisenbahn sowie die handwerkliche
Instandsetzung von Grabanlagen, wollen wir zum Tag des offenen Denkmals
2015 der Öffentlichkeit in anschaulicher Art und Weise präsentieren.
Spuren der Schöneberger und Berliner Eisenbahngeschichte
auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof
· Ausstellung im Mausoleum Strousberg: Die Persönlichkeiten der Berliner
und Schöneberger Eisenbahngeschichte auf dem Alten St.-MatthäusKirchhof
· Führung zu den Grabstätten der Persönlichkeiten der Eisenbahngeschichte
Der Friedhof als Herausforderung für kulturhistorische
Restaurierungsarbeiten durch spezialisierte Handwerksbetriebe
Wir zeigen die Arbeiten:
· Grabstätte Richter – Neugestaltung einer
Grabanlage nach historischen Plänen
· Mausoleum Bolle – Farbrestaurierung
· Grabmal Scharwenka – Restaurierung der
Skulptur
– Seite 13 –
· Mausoleum Schwimmer – Sargrestaurierung
· Mausoleum Krause – Restaurierung durch die Jugendbauhütte
· Wandgrab Becker – Restaurierung eines schmiedeeisernen Gitters und
Sandsteinarbeiten
Teilweise sind die Arbeiten bereits abgeschlossen, teilweise befinden sich
die Grabanlagen in der Restaurierung. Die ausführenden Handwerksbetriebe
werden an den einzelnen Orten Ihre Arbeitsweise erläutern. Sie stehen für
Fragen zur Verfügung. Die Ausstellung und die Führungen werden von
Efeu e. V organisiert. Die Arbeit des Kunstschmieds Achim Kühn wird
durch ein Video dokumentiert.
Bertram von Boxberg
Öffentlichkeitsarbeit Kirchhöfe
Der Zwölf-Apostel-Park ruft
Aktionstage 18. und 25. Juli 2015
Am 18. Juli wurde das Gartengelände hinter der Kirche für die
Hauptaktion
am 25. Juli
vorbereitet:
Wir reinigten
die Sträucher
der Seitenbeete von erstickenden,
stacheligen
Schlingpflan
zen und gruben Randvertiefungen
um alle Beete herum. In der Woche zwischen den beiden Terminen lieferte das Bezirksamt
Baumhäcksel und Rindenmulch
an: Zwei Lastwagen voll wurden
an der Seite ausgeschüttet und
dann brauchten wir fünf Stunden
um diese Menge Kleinzeug auf
den Beeten auf die ausgelegte Folie zu verteilen. Eine tolle Aktion!
Am 25. Juli
arbeiteten
insgesamt 14
Menschen:
Sechs aus
der Gemeinde, drei Anwohner, zwei von Mann-O-Meter
– und eine Frau hatte in Facebook
von der Aktion gelesen und war
aus Frohnau dazugestoßen. Wir
hatten für genügend Wasser gesorgt, es war ziemlich schwül. Ein
Pärchen kam vorbei, hatte keine
Zeit und spendierte uns eine Run-
– Seite 14 –
de Eis. Wir besorgten dann noch
zwei Pizzen. Einige schnitten und
legten die Folien aus, die Kräftigeren luden Häcksel und Mulch
ein und fuhren es auf die Beete
und die anderen verteilten mit Rechen das Zeug. – Wer sich auch
mal beteiligen möchte:
Pflanzaktion. Sonnabend, 19. September,
12:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Geld- und/oder Pflanzenspenden
sind willkommen, und Mitwirkende auch. Es ist ein vollsonniger
Standort mit großer Trockenheit,
im Sommer wird nicht gesprengt,
angepflanzt werden also Laven-
del, Iris, Stockrosen/Malven etc. –
wenn man sich die Bepflanzung
des Nollendorfplatzes ansieht, ist
man über die Arten informiert:
Steppenpflanzen.
Sie können auch Geld spenden. Vergessen Sie nicht den
Vermerk »Zwölf-ApostelPark«, dann wird »aus der
Blüte eine Blume«!
Spendenkonto: ZwölfApostel-Kirchengemeinde, KD
Bank (Bank für Kirche und
Diakonie), BIC
GENODED1DKD,
IBAN
DE45 3506 0190 1567 1240 17
Weitere Infos unter: www.zwoelf-apostel-berlin.de/Neuigkeiten
– Seite 15 –
Katharina Gürsoy
Offene Kinderkirche im September
Die nächste Offene Kinderkirche
findet am Sonnabend, den 19. September, wie immer in der Zeit von
12:00 Uhr bis 14:00 Uhr statt. Dazu
laden wir ganz herzlich alle Kinder,
Eltern, Großeltern und Freunde in
die Zwölf-Apostel-Kirche ein.
In den Schaukästen der Gemeinde und auf den schönen roten Einladungs-Postkarten ist die genaue
Planung für diesen Tag zu finden.
Pfarrer Burkhard Bornemann und
Sabine Herm freuen sich auf alle
Besucherinnen und Besucher.
Anschließend sind alle großen und kleinen Menschen eingeladen, im
Gleisdreieckpark an einem besonderen Gottesdienst unter freiem Himmel
teilzunehmen. Pfarrerinnen und Pfarrer aus den Gemeinden im Schöneberger
Norden bereiten diesen Gottesdienst, der um 15:00 Uhr beginnt, vor und
freuen sich auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Übrigens kann der
Ort für den Gottesdienst im Gleisdreieckpark gemütlich in ca. 20 Minuten
von der Zwölf-Apostel-Kirche aus zu Fuß erreicht werden.
Für die letzte Offene Kinderkirche in diesem Jahr haben wir in der Adventszeit den 12. Dezember ausgewählt. Vielleicht besucht uns ja wieder
(wie im vergangenen Jahr) der Nikolaus aus Myra. Weitere Informationen
Sabine Herm
dazu folgen.
Segnungsgottesdienst am Welt-Alzheimertag
Die Alzheimer-Gesellschaft Berlin e. V. und das Geistliche Zentrum für
Menschen mit Demenz laden anlässlich des Welt-Alzheimertages 2015
herzlich ein zum ökumenischen Segnungsgottesdienst für pflegende
Angehörige, Menschen mit Demenz, Pflegekräfte und Ehrenamtliche
Die Betreuung eines an Demenz
erkrankten Menschen stellt Fami-
lien oft vor große Herausforderungen und fordert von ihnen einen
– Seite 16 –
hingebungsvollen Einsatz und viel
Kraft. Auch Pflegekräfte und Ehrenamtliche engagieren sich für
das Wohlbefinden für Menschen
mit Demenz. Ihnen allen ist dieser
Gottesdienst gewidmet.
Vertrauen bildet in Pflege und
Betreuung den Grund für ein gelingendes Miteinander. Jeder
Mensch braucht Vertrauen, um
schwierige Situationen überstehen
zu können. Dieser Gottesdienst
will in unseren Herzen das Vertrauen bergen, dass wir tiefer als
in die Hand Gottes nicht sinken
können.
Alle Gottesdienstbesucher
sind eingeladen, im Segnungsraum am Altar durch Handauflegung den Segen persönlich zu
empfangen. Für musikalische Begleitung sorgen Kantor Christian
Schlicke (Orgel), Linus Fuhrmann
(Geige), Lior Jaffé (Cello) und
Charlotte Schwuchow (Piano).
Auch in diesem Jahr kann für
Menschen mit Demenz, deren Angehörige und Pflegekräfte ein
kostenloser Fahrdienst angefordert werden. Informationen zum
Fahrdienst erhalten Sie unter
Tel. 3474 5942. Erfahrenes Pflegepersonal steht bei Bedarf während des Gottesdienstes bereit. Im
Anschluss an den Gottesdienst
sind alle Besucher zu Kaffee und
Kuchen eingeladen.
Ansprechpartner für den Gottesdienst sind:
Alzheimer-Gesellschaft Berlin e. V.
Frau Christa Matter
Friedrichstraße 236
10969 Berlin
Tel.: 8909 4357
E-Mail:
[email protected]
www.alzheimer-berlin.de
Geistliches Zentrum für Menschen
mit Demenz und deren Angehörige
Frau Anna Bach
Bülowstraße 71/72
10783 Berlin
Tel.: 261 24 70
E-Mail:
[email protected]
www.glaube-und-demenz.de
Der Gottesdienst zum Thema »Vertrauen« beginnt am 20. September 2015,
15:00 Uhr, in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz. mit dem
amtierenden Superintendent von Schöneberg Burkhard Bornemann, Pfarrerin
Geertje-Froken Bolle und Dekan Rainer Lau
– Seite 17 –
Kirchenmusik-Termine
· Sonntag, 20. September, 10:00 Uhr: Musik im Gottesdienst. Antonín
Dvořák, Messe in D Kantorei Lichtenrade, Orgel: Kantor Christoph
Hagemann, Leitung: Kantor Andreas Harmjanz (Seite 10)
· Sonntag, 4. Oktober, 11:00 Uhr: Musik im Gottesdienst. Georg Philipp
Telemann, Kantate »danket alle Gott« Zwölf-Apostel-Chor, concerto
Brandenburg und Solisten, Leitung und Orgel: Kantor Christoph
Hagemann
· Samstag, 14. November, 16:00 Uhr: Kinderkonzert. Faurés Requiem für
Kinder von 6–12 erzählt und live musiziert. Zwölf-Apostel-Chor, Berliner
Kirchenensemble und Solisten, musikalische Leitung: Kantor Christoph
Hagemann, Moderation: Susanna Nieder
· Sonntag, 15. November, 11:00 Uhr: Musik im Gottesdienst. Gabriel
Fauré, Requiem (Kirchenfassung mit Orchester) Zwölf-ApostelChor, Berliner Kirchenensemble und Solisten. Leitung und Orgel: Kantor
Christoph Hagemann
Spendenkonto 0528 000 300 bei der Berliner Bank (BLZ 100 708 48)
Verwendungszweck: Kirchenmusik Schöneberg-Nord
IBAN DE81 100 708 48 0 528 000 300 BIC DEUT DE DB 110
Zu Besuch in Lichtenrade
Waren Sie schon mal in Lichtenrade, kennen Sie Kantor Andreas Harmjanz?
Sie müssen sich nicht unbedingt auf den Weg machen (obwohl es sich
lohnt!), denn Andreas Harmjanz und die Lichtenrader Kantorei kommen zu
uns: „Zu Besuch: Tempelhof ↔ Schöneberg“ macht es möglich. Bunte
Plakate mit vielen Kirchen erzählen davon, Kirchenmusiker aus Tempelhof
und Schöneberg machen sich mit ihren Chören auf den Weg, besuchen sich
gegenseitig und lernen sich kennen. Am 20. September ist die Kantorei
Lichtenrade in unserer Zwölf-Apostel-Kirche zu Gast, bereichert unseren
Gottesdienst mit einer Messe des tschechischen Komponisten Antonín
Dvořák (1841–1904). Der Zwölf-Apostel-Chor macht sich zu einem Gegenbesuch auf: Die Kantate „Nun danket alle Gott“ des Barock-Komponisten
Georg Philipp Telemann, erst neulich aus dem lange verschollenen Archiv
der Berliner Singakademie ausgegraben, erklingt nicht nur zum Erntedankfest in unserer Kirche, sondern – weil sie so schön ist, dass wir sie gern
– Seite 18 –
zweimal singen – eine Woche später, am 11. Oktober, um 9:30 Uhr in der
Dorfkirche Lichtenrade. Vielleicht machen Sie sich ja doch noch auf den
Ihr Kantor Christoph Hagemann
Weg? Es würde mich freuen.
»A Special Gift« für jedermann!
Am Freitag, den 25. September,
veranstaltet die koreanische freichristliche Heiliggeist-Gemeinde
das zweite Begegnungskonzert.
Erstmalig hat es im Oktober 2013,
in der Kooperation mit der evangelischen Zwölf-Apostel-Gemeinde stattgefunden. Wie das
Motto „Begegnung“ schon voraussagt, wird auch diesmal in der
freundlichen Mitarbeit der Heiliggeist-Mandolinengruppe eine angenehme Zusammenkunft der beiden Gemeinden – und darüber
hinaus von allen, die Lust und
Freude darauf haben, erwartet.
Die „Begegnung“ wird in
zwei Teilen präsentiert: Im Teil
eins steht an ein Arrangement von
Wort und klassischer Musik. Der
weitere Teil des Abends möchte
mehr auf die zwischenmenschliche Gemeinschaft fokussiert sein,
belohnt mit einem Buffet aus koreanischen Köstlichkeiten. Das
Wort des Abends wird spendiert
von Pfarrer Bornemann, die Musik gestaltet Professorin Jong-Eun
Lee (Kurzprofil im Anschluss).
Die Veranstaltung beginnt
voraussichtlich um 18:30 Uhr im
großen Saal (bitte auf Plakat, ggf.
gemeindliche Ansagen achten).
Für Fragen und Auskunft steht
[email protected] zur
Verfügung.
Nachdem sie das Diplom an der Berliner Musikhochschule »Hans Eisler«
als Pianistin und Musikpädagogin erworben hatte (2008), erwarb Jong-Eun
Lee auch das Konzertexamen der UdK
(2011) und somit die staatliche Anerkennung als »konzertreif«. Noch
während des Studiums unterrichtete
sie in der Deutsch-Französischen
Musikschule (2009–2012) und spielte
für das Stadttheater Cottbus. Seit 2013
ist sie Dozentin an verschiedenen
Ober- und Hochschulen von Südkorea.
– Seite 19 –
Einladung
Gedenken an Elfriede und Julius Berg
„Alles, was gewesen ist, ist auf
irgendeine Art zeitlos da, ist Gegenwart – in der Erinnerung“ (Tuvia Rübner, israelischer Lyriker,
[1]).
Am 25. September 2015 können zwei Stolpersteine zum Gedenken an Elfriede und Julius
Berg (ermordet 1942) vor ihrem
letzten Wohnsitz in der Nollendorfstraße 16 gelegt werden [2].
Von dort aus wurden beide im
Juni 1942 – nach der Erinnerung
ihrer Tochter Margaret Dinah
Oakfield (1956) am 2. Juni 1942 –
ins besetzte Polen deportiert und
von den Nazis ermordet.
Nach Abschluss der unerläßlichen Recherche-Vorarbeiten kann
nun die Ausgestaltung für den Tag
des Gedenkens erfolgen. So soll
auch der Enkel der Eheleute Berg,
Ralph J. Alon (Oakfield) in Israel,
der einzig noch lebende Verwand-
te, eingeladen werden. Die
Gemeinde verdankt die Erinnerung der Initiative von Frau Renate Gaedicke, die als damals Neunjährige mit den Bergs nachbarschaftlich in der Nollendorfstraße 16 lebte – und so manches berichten kann ...
Der Gemeindekirchenrat
nahm die Anregung auf und beschloß am 21. August 2012 die
Verlegung zweier Stolpersteine.
Die längere Pause zwischen Recherche-Abschluß und nochmaligen Nachbereitungen, bis endlich
nun zur Verlegung, wurde durch
Stellenvakanz ab Januar 2015 [3]
in der Stolperstein-Arbeitsgemeinschaft im Schöneberger
Heimatmuseum verursacht. Dennoch ist jetzt der Weg frei, die
Eheleute Berg in unsere Gegenwart erinnernd zurückzuholen ...
Hans Menzler
[1] Der jüdische Kalender. 32 Jg. 2014/15 (5775) auf den 28. Januar (8.
Schewat).
[2] Das Gemeinde-Magazin berichtete zuletzt in Nr. 49/2014, S. 44f., zum Stand
der Dinge.
[3] Zum schleppenden Prozedere siehe BVV Tempelhof-Schöneberg von Berlin,
18. Wahlperiode, Drucksache Nr. 1172/XIX vom 10.2.2015.
Die genaue Uhrzeit stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Bitte wenden
Sie sich hierzu an Herrn Hillnhütter (Seite 48), Herrn Menzler oder an unsere
Küsterei.
– Seite 20 –
HIER WOHNTE
ELFRIEDE BERG
GEB. NEUGARTEN
JG. 1886
DEPORTIERT JUNI 1942
ERMORDET IM
BESETZTEN POLEN
HIER WOHNTE
JULIUS BERG
JG. 1882
DEPORTIERT JUNI 1942
ERMORDET IM
BESETZTEN POLEN
(Inschrift der Stolpersteine)
Elfriede »Friedel« Berg (1940)
Julius Berg (1940)
Alter St.-Matthäus-Kirchhof
Gemeinschaftsgrab für an Aids Verstorbene
Am Sonntag, den 11. Oktober,
wird in der Zeit von 11:00 Uhr bis
12:00 Uhr im Beisein von Bezirksbürgermeisterin Angelika
Schöttler die Erweiterung und
Neugestaltung des Aids-Gemeinschaftsgrabes eröffnet.
Um 11:00 Uhr am Eingang
beginnt der gemeinsame Gang zur
Grabstelle. Dort wird nach einer
musikalischen Eröffnung durch
das Berliner Alphornorchester,
Herr Klaus Dieter Spangenberg,
Vorstand Denk mal positHIV
e. V., die Anwesenden begrüßen.
Frau Schöttler eröffnet symbolisch durch das Zerschneiden
eines Bandes die Neugestaltung
– Seite 21 –
des Aids-Gemeinschaftsgrabes.
Anschließend werden Herr Jorn
Ebner, der die Neugestaltung entworfen und umgesetzt hat, sowie
Pfarrerin Dorothea Strauß vom
Vorstand Denk mal positHIV
e. V. ein paar Worte sagen. Zum
anschließenden musikalischen
Ausklang der Veranstaltung durch
das Berliner Alphornorchester
gibt es Sekt, Selters und Brezen.
Für den Fall schlechten Wetters ist die Friedhofskapelle reserviert. Der Ablauf wird dann entsprechend angepasst. Mögliche
Änderungen im Ablauf erfahren
Sie bei der Kirchhofsverwaltung
Die Kirchhöfe
(Seite 48).
Interreligiöser Dialog
· Donnerstag, 15. Oktober, 20:00 Uhr: Burkhard Bornemann und ein
Vertreter der Semerkand-Moschee (angefragt) beleuchten das Thema
muslimische Bestattungen auf einem christlichen Kirchhof:
Begegnung der Religionen, Chancen und Entwicklungen (Seite 24).
· Donnerstag, 19. November, 20:00 Uhr: Pfarrer Christopher Zarnow
berichtet aus seinem Tätigkeitsschwerpunkt Theologie der Stadt
(angefragt).
Mögliche Änderungen erfahren Sie über unsere Website, unser Schaukästen
oder die Küsterei. Im September findet kein Treffen statt.
Kurz notiert
Gemeindefrühstück am 24.
September, 15. Oktober, 12. November, 10. Dezember jeweils
Donnerstag von 10:00 bis 12:00
Uhr im Foyer des Gemeindehauses mit Pfarrer Bornemann und
A. S.
Team.
Seniorenbasteln am Dienstag,
29. September, 15:00 bis 17:00
Uhr: gemeinsames Basteln für
Erntedank; Dienstag, 1. Dezem-
ber, 15:00 bis 17:00 Uhr: gemeinsames Basteln für die Adventsfeier mit Frau Schütz und Frau
Schmithals. Bitte vorher im
A. S.
Gemeindebüro anmelden.
Seniorenausflug Bitte achten
Sie auf die Aushänge im Schaukasten der Gemeinde für die LichA. S.
terfahrt im Advent!
– Seite 22 –
Seniorengymnastik jeden Mitt-
woch von 9:30 bis 10:30 Uhr, im
großen Saal des Gemeindehauses.
Leitung: Frau Christ. Anmeldung
im Gemeindebüro erwünscht. A. S.
Am 11. Oktober beginnt wieder
eine vierteilige Reihe von Gesprächsgottesdiensten, die
diesmal die Auseinandersetzung
von Glaube und Wissenschaft
zum Thema hat. Die weiteren
Gottesdiensttermine sind der 18.
und 25. Oktober sowie der 1. November. Sie sind herzlich eingeladen, teilzunehmen, mitzudenken, mitzureden.
Ihrem Einkauf tragen Sie zu
einem gerechten Handel mit der
Dritten Welt bei.
Am 16. August wurde Heiko
Hinrich als Lektor der ZwölfApostel-Kirchengemeinde eingeführt. Zuvor hatte er eine
Lektorenausbildung des Amt für
Kirchliche Dienste der EKBO
absolviert. Als amtierender Superintendent nahm Burkhard Bornemann die Einführung vor. Als
Zeichen der Verbundenheit zwischen Gemeinde und Kloster hatte
er Bruder Franziskus gebeten, an
der Einsegnung mitzuwirken.
Der Weltladen am Crellemarkt
in der Silaskirche hat jeden Samstag von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr
geöffnet. Dort werden Kaffee,
Tee, Schokolade und andere Lebensmittel sowie Kunsthandwerk
(Postkarten und anderes) aus
fairem Handel verkauft. Mit
Louis Kozlowski wurde
am 2. August im Sonntagsgottesdienst getauft – zur
großen Freude seiner Eltern
Michael und Peter Heidiri.
Auch das anschließende
Fest im Gemeindegarten
war ein riesiger Erfolg.
Herzlichen Dank an Ariane
Schütz und ihr Team!
– Seite 23 –
Medea Frieda Janßen, * 7.7.2015
Ihr großer Bruder Lior freut sich mit seinen Eltern, unserer Vikarin Tanja
Pilger-Janßen und ihrem Ehemann Thomas Janßen, über die Geburt der
kleinen Schwester. – Die Zwölf-Apostel-Gemeinde gratuliert von Herzen.
Neuer Zwölf-Apostel- Kirchhof
Gräberfeld für muslimische Bestattungen
Am 10. Juli haben wir auf dem
Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof
am Werdauer Weg das neue Gräberfeld für muslimische Bestattungen feierlich eröffnet. Bei ihrer
Begrüßungsrede dankte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler dafür, dass in Schöneberg die
Möglichkeit geschaffen wurde,
Menschen nach muslimischem Ri-
tus zu bestatten. Pfarrer Burkard
Bornemann und der Vorsitzende
des GKRs, Carsten Schmidt,
erinnerten daran, dass die
Gemeinde mit dem Angebot für
muslimische Bestattungen den
schon vor Jahren eingeschlagenen
Weg des Dialoges auch mit muslimischen Religionsgemeinschaften
konsequent weitergeht. Wie wich-
– Seite 24 –
tig dieses Angebot für das Zusammenwachsen von Menschen
verschiedener kultureller und religiöser Identität ist, betonte die
Integrationsbeauftragte des
Bezirkes Tempelhof-Schöneberg,
Frau Gün-Tank.
Die Eröffnung des Gräberfeldes für muslimische Bestattungen
hat in der Presse ein großes Echo
hervorgerufen. Viele Berliner Zeitungen und auch der RBB berich-
teten über das erste muslimische
Gräberfeld auf einem evangelischen Friedhof in Berlin.
Wichtig ist hervorzuheben,
dass der Kirchhof und auch das
neue Gräberfeld in der Trägerschaft der Zwölf-Apostel-Gemeinde bleiben. An dem christlichen Charakter des neuen ZwölfApostel-Kirchhof wird sich nichts
Bertram von Boxberg
ändern.
Carsten Schmidt, Vorsitzender des
Gemeindekirchenrats in Zwölf Apostel
Öffentlichkeitsarbeit Kirchhöfe
Oberkonsitorialrat Dr. Arne Ziekow
(Friedhofswesen) und Kirchhofsverwalterin Margrit Burhoff
Theologie trifft Kirchenraum
Notizen zu einer Weiterbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von
Offenen Kirchen im Kirchenkreis Schöneberg-Tempelhof
Es war eine sehr gelungene Weiterbildung, die am 6. Juni in der Kirche zum
Heilsbronn und am 4. Juli in der Zwölf-Apostel-Kirche stattfand. Neben der
Referentin Frau Lehmann und dem Organisator Herrn Volz beteiligten sich
14 „Ehrenamtler“ von Offenen Kirchen aus drei Schöneberger und einer
Tempelhofer Gemeinde. Die Offene-Kirche-Gruppe der Zwölf-Apostel-Gemeinde war komplett vertreten mit B. Christ, S. Grund, S. Herm, G. Schmithals und Ch. Stabernack an beiden Tagen, sowie F. Hewelt und H. Menzler
an je einem Tag.
Bereits Mitte 2014 wurde uns die Teilnahme an einem sehr interessanten
– Seite 25 –
Kirchenführerkurs „Kompetent in Kirchen führen“ angeboten. Da dieser
Kurs viele Termine umfasste, die in Brandenburg stattfinden sollten, und zudem sehr teuer war, wünschten wir uns eine ähnliche, aber kleinere Veranstaltung in der Nähe.
Unser Wunsch traf bei Herrn Volz vom Kirchenkreis Schöneberg auf
großes Interesse. Einig waren wir beide uns, dass die Teilnehmer aus unterschiedlichen Schöneberger Gemeinden und möglicherweise auch aus dem
Kirchenkreis Tempelhof kommen sollten. Auf diese Weise könnte über den
„Tellerrand“ der eigenen Gemeinde geschaut werden.
Inhalte der Weiterbildung sollten sein:
· Rollenverständnis (Kirchenaufseher oder Aufschließdienst oder
Kirchenöffner oder Kirchenführer oder Glaubenserklärer oder ...?)
· Umgang mit Besuchern (Zugang, Begrüßung, Gesprächsführung,
schwierige Situationen, ...)
· Erklärung (Architektur, Geschichte, Ikonografie), theologische Inhalte
· Impulse für Besucher
Ende April war eine Referentin gefunden – die Diplom-Religionspädagogin
Frau Anja Lehmann. Im Mai konnte ich Frau Lehmann unsere Kirche zeigen
und darüber berichten, wie wir hier die offene Kirche gestalten. Viele Ideen
für ihre Vorbereitung entstanden.
Zum ersten Termin am 6. Juni (Heilsbronnen) fanden sich, neben Frau
Lehmann und Herrn Volz, Mitarbeiter/innen von Offenen Kirchen aus den
Gemeinden Zum Heilsbronnen, Apostel Paulus, Zwölf Apostel und Mariendorf ein. Natürlich waren alle sehr erwartungsvoll, was hier geschehen
würde.
Frau Lehmann begann sehr praktisch mit Übungen, um die Kirche von
außen wie von innen aus neuer Perspektive wahrzunehmen, z. B. einen Kirchenraum einmal primär mit Tast-, Geruch-, Gehör-, Geschmacksinn und
Raumempfinden erkunden. Die Kolleginnen vom Heilsbronnen waren aufmerksame „Blindenführerinnen“. Erstaunlich, was es auf diese Weise zu entdecken gab und wie umfangreich sich tatsächlich die Theologie (oder Liturgie) im Kirchenraum abbildet. (Kommentar einer Teilnehmerin: “Das werde
ich in meinem Frühstückskreis ausprobieren“.)
„Kirchen sind erfüllt von Spuren des Glaubenslebens, das in ihnen statt-
– Seite 26 –
findet. Doch sie erschließen sich nicht von selbst. Und da die Menschen die
Glaubensvorstellungen und ihre Rituale oft nicht mehr kennen, gilt es, die
Begegnung mit der Kirche so zu gestalten und zu inszenieren, dass eine Beziehung entstehen kann – zum Raum, zu seinen Symbolen und Zeichen zu
seiner Orientierung“ (vgl. Kirchenpaedagogik-Oldenburg).
Hierzu konnte uns Frau Lehmann aufgrund ihrer Erfahrungen als Religionspädagogin viele Beispiele geben. Unter der Überschrift: „Kirche als
steingewordene Theologie“ beschäftigten wir uns mit unterschiedlichen Kirchenbaustilen und ihren theologischen Konzeptionen in vergangener wie in
heutiger Zeit. Daraus entstand sehr schnell der Wunsch nach einer „Kirchentour“ in Schöneberg und Tempelhof.
Am zweiten Weiterbildungstag, dem sehr heißen 4. Juli, glücklicherweise im
kühlen Kirchenraum von Zwölf Apostel, wurde sehr umfassend die Frage
nach dem Verständnis der Rolle von Mitarbeiter/innen der „Offenen Kirche“
diskutiert, einige Kommentare:
· Bin gerne die Kirchenöffnerin.
· Stelle mir die Frage, wie bekomme ich die Weggebliebenen in die Kirche?
· Stehe für „Willkommenskultur“, verstehe mich als Einladende z. B. für
Neuzugezogene
· Offene Kirche ist für mich neben Gottesdienst und Kirchenmusik ein
weiterer Aspekt der Verkündigung.
Manchmal gibt es ungewöhnliche Begegnungen mit Kirchenbesuchern, dazu
hatte Frau Lehmann bestimmte Rollen (Typen von Besuchern) vorbereitet,
die von einzelnen Teilnehmer/innen übernommen wurden und von uns
Zwölf-Apostel-Gastgebern „kompetent“ empfangen werden sollten. Neben
dem großen Spaß an dieser Übung gab es in der Reflexionsphase wichtige
Hinweise zur professionelleren Gestaltung dieser „besonderen“ Begegnungen.
Nach dem Mittagessen teilten wir uns in zwei Gruppen, um an zwei Texten zu arbeiten: 1. Der barmherzige Samariter und 2. die EKD-Denkschrift
„Für uns gestorben, die Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi“.
Natürlich gab es nicht genügend Zeit, um zu einem wirklichen Ende zu
kommen, aber diese Arbeitsphase war dennoch sehr ertragreich. Dazu der
Kommentar einer Teilnehmerin: „Unter Leuten reden, die mir nicht dauernd
– Seite 27 –
widersprechen, das ist mir schon lange nicht mehr passiert“.
Zum Schluss musste Herr Volz mahnen, damit wir noch für das wichtige
Feedback sowie zu Wünschen und Ideen für zukünftige Gemeinsamkeiten
Zeit hatten. Aus der Vielzahl der ausschließlich positiven Rückmeldungen
nur eine Stimme:
“Ich bin total begeistert vom diesem Weiterbildungsprojekt, beide Tage
waren sehr unterschiedlich interessant. Bewusst wurde mir, wie bedeutend
das ist, was wir in der Offenen Kirche machen – eben nicht nur die Tür auf
und Tür zu. Ich denke, dass auch der Gemeinde / den Gemeindevertretern
die Bedeutung und die Möglichkeiten vermittelt werden sollten.“
Wünsche und Ideen, was folgen könnte, waren bei so positiver Gestimmtheit natürlich sehr vielfältig, auf jeden Fall soll der Kontakt in dieser
netten Gruppe vertieft werden, um gemeindeübergreifend am begonnenen
Thema weiterarbeiten zu können.
Zum Schluss noch einige Danksagungen: an Herrn Volz für die gelungene Rahmengestaltung, an die sehr kompetente Referentin Frau Lehmann,
aber auch an die ganze Gruppe, die sich so engagiert auf „Neuland“ begeben
hatte, und schließlich an Herrn Weiß aus der Zwölf-Apostel-Gemeinde, der
uns an beiden Tagen mit leckerem Mittagessen, Obst und Kuchen versorgt
Sabine Herm, Offene Zwölf-Apostel-Kirche
hatte.
– Seite 28 –
Der Kirchplatz wird immer schöner
Viel Mühe hatte sich Frau Bornemann gegeben, als sie die Baumscheiben der beiden Bäume direkt
vor der Zwölf-Apostel-Kirche von
Gras, (Un-) Kraut und Unrat befreite und mit kleinen Blumen bepflanzte. Aber leider wurde dieser
Ort weiterhin als Müllkippe benutzt und sogar etliche Pflanzen
wieder ausgebuddelt. – Schade, sehr traurig war das, was
ist noch möglich? Vielleicht
hilft ein kleiner Zaun ringsherum? – Doch wer kann das
bewerkstelligen?
Aber es gibt noch Heinzelmännchen! Einige Tage
nach diesen Überlegungen
wurde tatsächlich Hand bzw.
auch Hammer angelegt und
durch einen kleinen Holzzaun
entstanden zwei kleine Gärtchen
unter den beiden Bäumen. Zur
großen Freude vieler Betrachter
sieht es nun ganz bunt und einladend vor der Kirchentür aus.
Und das Beste ist, das tatsächlich kein Müll mehr dort zu finden
ist und die bunten Pflänzchen
Sabine Herm
prima gedeihen.
Stadtfest in Zwölf Apostel eröffnet
Mitte Juni fand zum 23. Mal das lesbisch-schwule Stadtfest in BerlinSchöneberg statt. Eröffnet wurde es mit einem ökumenischen Gottesdienst
des Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin, der die Feier mit kritischen Tönen zu verbinden wusste. Inzwischen ist der vom Kloster St. Michael organisierte ökumenische Gottesdienst am Vorabend des Stadtfestes selbstverständlich geworden. Die Anfeindungen evangelikaler Splittergruppen, die
noch vor Jahren dazu geführt hatten, dass der Gottesdienst unter Polizeischutz stattfinden musste, haben nachgelassen. 150 Menschen kamen am
Freitag, dem 19. Juni, in friedlichem und heiterem Geist in der ZwölfApostel-Kirche zusammen.
– Seite 29 –
Neben dem außerordentlichen Geschick der Organisatoren, eine übergroße Regenbogenfahne auf einem kleinen Tisch perfekt zu drapieren, beeindruckte die Sangesfreude der Gemeinde, unterstützt vom Friedenauer Posaunenchor. Selbst einen so sangesunfreudigen Teilnehmer wie mich! Ein berührender Moment war, als Frater Franziskus einen aus Syrien geflohenen
Mann als Teilnehmer willkommen hieß. Die Gemeinde begrüßte ihn mit
Applaus. Später beteiligte er sich mit einer Fürbitte für alle Menschen in den
Kriegsgebieten dieser Welt an der Liturgie. Die Feier eines lokalen Ereignisses und der Blick auf die globalen Umwälzungen fanden an diesem Abend
so ihren Platz.
Die Predigt von Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg, thematisierte die Provokationen, die auch
heute noch von einem Kuss ausgehen können. Scharf kritisierte er eine Tendenz, aus Neid anderen ihr Glück nicht gönnen zu wollen: „Anderen verbieten wollen, ihr Glück zu zeigen – auch in der Öffentlichkeit zu leben –
das ist schäbig.“ Er kritisierte aber auch eine Debatte innerhalb der schwullesbischen Community Berlins. Das Stadtfest war mit dem Motiv eines sich
küssenden Frauenpaares beworben worden, wobei eine Frau durch ein Kopftuch als Muslima charakterisiert worden war. Die Berliner Lesbenberatung
hatte diese Darstellung kritisiert – lesben-, frauen- und islamfeindliche Kommentare waren die Reaktion. Geboten seien ernst nehmen und sich im guten
Sinne damit auseinandersetzen, so Burkhard Bornemann in seiner Predigt.
Das Beschimpfen und Verächtlichmachen der Kritik oder von Menschen
nannte er in diesem Zusammenhang „finster“. Da klang es durchaus befremdlich, als Burkhard Bornemann dann an Jesaja, 65, erinnerte: „Wolf und
Schaf sollen beieinander
weiden“. Er verwies auf das
Ziel eines offenen Lebens
ohne Ausgrenzung: „Das
gemeinsame Feiern von
Menschen, deren Gemeinschaft eigentlich unmöglich
ist – das hat Jesus immer
wieder praktiziert.“ Ein
Predigtauszug findet sich
auf Seite 31.
Zum lesbisch-schwulen
Stadtfest selbst kamen hun– Seite 30 –
derttausende Menschen in den Nollendorfkiez. Wie stets herrschte dichtes
Gedränge zwischen den Ständen, an denen unterschiedlichste Gruppen,
Institutionen Homosexueller und Transgender über ihre Arbeit informierten.
Das Stadtfest hat seine Wurzeln sicher nicht in einer biblischen Vision, aber
bietet auf seine Weise eine Möglichkeit für ein Miteinander unterschiedlichster Menschen. In einer friedlichen Weise, die immer noch verzaubert
und seit Jahren das „Flair“ Berlins mitprägt. Besonders erfreulich: Auch die
evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
(EKBO) war wieder mit einem Stand vertreten! Daneben das Rogate-Kloster
und auch die Baptisten-Gemeinde Schönebergs, die mit einem Plakat „Bei
Gott sind alle willkommen. Alle“ an Grundlegendes erinnerte. Eine Straße
weiter präsentierte sich zudem die HuK, die Ökumenische Arbeitsgruppe
Rainer Hörmann
Homosexuelle und Kirche.
»Zeichen einer Welt ohne Ausgrenzung«
Auszug der Predigt von Pfarrer Burkhard Bornemann zur Eröffnung der
Wanderausstellung „Schöneberg – Wiege der homosexuellen Emanzipation“
des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) BerlinBrandenburg am 19. Juni 2015 im traditionellen Eröffnungsgottesdienst des
Rogate-Klosters zum 23. Lesbisch-schwulen Stadtfestes in der ZwölfApostel-Kirche:
Wenn zwei sich lieben, küssen sie sich. Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss –
in diesem Sinne eine kleine Hommage an Gertrude Stein und ihre Rose.
Wenn zwei, die sich lieben, sich begehren, ist das ihrem Kuss anzusehen,
abzuspüren. In einer Welt, die vor Gewalt, Hass, Ausgrenzung zu bersten
droht, wird der Kuss als Provokation wahrgenommen.
Der Kuss, der Begehren ausdrückt, der erotische Kuss: Das Erleben, da
sind zwei glücklich – und ich gehöre nicht dazu – löst Neid aus. Kann Neid
auslösen. Das kenne ich auch von mir – Neid ist kein schönes Gefühl. Und
deshalb anderen verbieten wollen, ihr Glück zu zeigen – auch in der Öffentlichkeit zu leben – das ist schäbig. Und alltäglich.
Der Kuss Menschen gleichen Geschlechtes zeigt schnell, wie homophob
wie ablehnend und ausgrenzend nicht nur restriktive Gesellschaften, auch
angeblich liberale immer noch sind. Wie sehr Homophobie immer noch
„drin“ steckt.
– Seite 31 –
Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss. Zeichen
einer Welt ohne Ablehnung, ohne Ausgrenzung –
in der Lesben, Schwule, Trans- und IntersexMenschen frei und selbstbewusst leben, in der wir
frei lieben und unsere Liebe offen zeigen können
ohne Angst. (...) Jeden Tag erleben wir, wie weit
wir davon entfernt sind. Und doch: Wer sein Ziel kennt, findet den Weg. Es
gibt Stationen des Weges: Die „Ehe für alle“ ist eine solche Station. Sie ist
wichtig, um gleiches Recht zu gewähren. Um in der rechtlichen
Gleichstellung nicht Partnerschaft erster Klasse und zweiter Klasse zu
unterscheiden. Deshalb werden wir nicht lockerlassen, dieses Recht
einzufordern. (...) Doch ist die Ehe für alle eine Wegstation, nicht das Ziel.
Trotzdem ist alles, was sich um dieses Anliegen herum konstruktiv ereignet,
Leuchtfeuer für die Liebe, für das Leben, für gelingende Gemeinschaft. (...)
Sei es das Votum aus Irland – sei es der Gerichtsentscheid in Mexiko –
Gründe der Freude!
Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss. So ist ein Kuss ein schönes Zeichen
als Einladung für das 23. Lesbisch-schwule Stadtfest. Wie wir auf dem Plakat an vielen Orten aufgehängt sehen konnten. Und hat doch in konkreter
Gestaltung zu Irritationen, zu deutlicher Kritik geführt. Schließlich, neben
anderen Gründen zum Ausstieg der Lesbenberatung aus dem diesjährigen
Stadtfest, die nun nicht mit einem Stand vertreten ist. Diese Irritation und
Kritik gilt es erst einmal wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Der gemeinsame Weg der Emanzipation der LGBTI-Community ist da wirklich herausgefordert. Da läuft etwas deutlich schief, wenn sich Lesben in der Community deutlich marginalisiert erleben. Wenn ganz unverhohlen bei dem Anliegen
der Ehe für alle von der „Schwulenehe“ gesprochen werden kann, ist das
ganz offensichtlich nur ein eklatantes Beispiel für eine gesellschaftliche
Grundtendenz, die weit in die Community hineinreicht. (...) Diese Worte
nehme ich sehr ernst, auch die Kritik am Plakat, die hier Klischees und mangelnde Realität, verbunden mit Fehlern im Arabischen und damit mangelnde
Achtsamkeit und fehlende Sensibilität für Gegebenheiten wahrnimmt. Ernstnehmen und im guten Sinne damit auseinandersetzen – das ist geboten. Beschimpfen und Verächtlichmachen der Kritik oder gar von Menschen – so
wie es die Geschäftsführerin der Lesbenberatung gerade erlebt – das ist
Pfarrer Burkhard Bornemann
finster. (...)
Weitere Informationen: https://berlin.lsvd.de/wanderausstellung/
LGBTI: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersexed
– Seite 32 –
Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof
Besuchen Sie den Garten der Kleinen Ewigkeit
Er gilt mittlerweile als eine der
schönsten Staudenanlagen in
Schöneberg, der Garten der
Kleinen Ewigkeit auf dem Alten
Zwölf-Apostel-Kirchhof an der
Kolonnenstraße 24–25. Schon den
ganzen Sommer hindurch konnte
man den Wechsel der herrlich blühenden Stauden bestaunen. Der
im letzten Jahr angelegte Garten
ist so konzipiert, dass er das ganze
Jahr hindurch üppig blüht. Auch
im Herbst lohnt sich ein Besuch
dort. Gönnen Sie sich eine Auszeit vom hektischen Treiben der
Großstadt, besuchen Sie doch einmal diesen wunderschönen Garten
mit den interessanten Steinmetzarbeiten. Sie sind herzlich eingeBertram von Boxberg
laden!
Öffentlichkeitsarbeit Kirchhöfe
Gian Domenico Borasio »Über das Sterben«
Was wir wissen – Was wir tun können – Wie wir uns darauf einstellen.
Buchempfehlung
Da meine Mutter, Anfang 90, jetzt „immer weniger wird“, wie sie es nennt,
suchte ich nach einem Buch über Tod und Sterben und erhielt diese Empfehlung einer Tante, die mit diesem Buch ihren dementen und voll-pflegebedürftigen Mann beim Sterben begleitet hatte. Ich war sehr beeindruckt, unter
anderem von den praktisch-medizinischen Erklärungen und der weiterführenden Literatur. Meine belesene, naturwissenschaftlich gebildete und fromme Mutter hatte es sich zufällig zeitgleich besorgt, durchgearbeitet und für
gut befunden.
„Hauptziel dieses Buches ist es, den Menschen die Angst vor dem Sterben, vor allem die Angst vor einem qualvollen Sterben, ein Stück weit zu
nehmen. ... Denn Angst verzerrt die Wahrnehmung, vermeidet die Information und verhindert den Dialog. ... Und die Menschen, die wir am Lebensende betreuen dürfen, lehren uns, dass die Vorbereitung auf das Sterben die
– Seite 33 –
beste Vorbereitung für das Leben ist,“ schreibt Prof. Borasio in der
Einleitung.
Palliativmedizin ist die Lehre von der physischen, psychosozialen und
spirituellen Sterbebegleitung. Dem Palliativmediziner G. D. Borasio haben
wir zu verdanken, dass heutzutage jeder Medizinstudent in Deutschland sich
mit der Begleitung Sterbender und deren Familien auseinandersetzen muss.
Borasio beginnt mit medizinischen Erklärungen zu dem Komplex des Sterbens. Geburt und Sterben sieht er als Parallelvorgänge: „Beide laufen in den
meisten Fällen am besten ab, wenn sie durch ärztliche Eingriffe möglichst
wenig gestört werden“ (Seite 24).
Er beschreibt Wunsch und Wirklichkeit von der Situation des Lebensendes: Krankenhäuser, Hospize, die Teams der Spezialisierten Ambulanten
Palliativ-Versorgung (SAPV), auf die die gesetzlich Versicherten seit der
Gesundheitsreform von 2007 ein Recht haben.
Am meisten brauchen die Menschen – nicht nur – am Lebensende Kommunikation – neben medizinischer Therapie, psychosozialer Betreuung und
spiritueller Begleitung, vier große Problemfelder, in denen aus Unwissen,
Übereifer und Angst viel unnötiges Leiden entsteht. Dabei geht es unter
anderem um die schwierigen Fragen von Verhungern und Verdursten,
Sterbehilfe und Selbststimmung, Schmerzen und Gabe von Schmerzmitteln,
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
„Drei goldene Regeln für Entscheidungen am Lebensende:
Erstens: Reden,
Zweitens: Reden,
Katharina Gürsoy
Drittens: Reden“ (Seite 158).
Gian Domenico Borasio,
»Über das Sterben«, dtv
34807, 2014, 9,90 Euro;
(gebunden: C. H. Beck 2012,
17,95 Euro)
– Seite 34 –
»In hundert Jahren kommt ein Schwan«
Zum Todestag von Jan Hus am 6. Juli 1415
Der 6. Juli 2015 erinnert an den 600. Todestag des tschechischen Reformators Jan Hus [1], Stammvater der Glaubensbewegung der Hussiten. Oft als
„Vorreformator“ genannt, wurde er seines Glaubens wegen und, diesen im
Konzil gegen die Amtskirche verteidigend, auf dem Scheiterhaufen dort als
Ketzer hingerichtet – obschon ihm freies Geleit zugesichert war. Pfarrer
Manfred Richter beschrieb das Geschehen von damals am 12. Juli 2015 in
der Weddinger Stephanskirche so: „Richtige Gedanken am falschen Ort zur
falschen Zeit“. Die Evangelische Kirchengemeinde an der Panke hatte mit
dem Evangelischen Kirchenkreis Berlin (Nord-Ost) zur Gedenkveranstaltung
eingeladen.
Die Ankunft des Schwans als Symbol für Luther und die lutherische Kirche entstammt einer Hus zugeschriebenen Legende. Er soll beim Gang zum
Scheiterhaufen gesagt haben: „Heute verbrennen sie nur eine arme Gans
(tschech. husa, „Gans“). Doch in 100 Jahren kommt ein Schwan, der stärker
ist, dem sie nichts anhaben können“ [2].
Seither findet die Symbolik (Hus/Gans – Luther/Schwan) auch ihren
Niederschlag in der Kirchenkunst (ausdrucksvoll z. B. in der ostfriesischen
– Seite 35 –
Petrikirche in Westeraccum) und Eingang in die Kirchturmsspitzengestaltung. Dabei bevorzugen Protestanten in der Regel ein Kreuz (wie Zwölf
Apostel oder die Elisabeth-Kirche in Marburg/Lahn), Katholiken den Hahn
(Limburger Dom), Orthodoxe das russische Kreuz (Berliner russisch-orthodoxe Kirche). Auch Mischformen bei mehreren Türmen sind anzutreffen.
Dem Kreuz der evangelisch-lutherischen Kirche in Neustadtgödens ist sogar
ein Schwan aufgesetzt [3].
Besonders zwischen Ems und Jade findet sich eine Reihe von Turmaufsätzen mit „Wetterschwänen“ auf lutherischen Kirchtürmen. Ja, sogar am
450. Todestag von Martin Luther wurde 1996 in der Wittenberger
Lutherhallen-Ausstellung das Motiv „Luther mit dem Schwan“ besonders
betont [4].
Die Vorgänge im weiteren verhängnisvollen Verlauf in der Kirchengeschichte nach dem Tod von Hus und wie mit widerständigen Christen bis
heute theologisch verfahren wurde und wird sind dann auch seit Thomas
Müntzer hinreichend bekannt, als nicht ohne Zutun Luthers die reformatorischen Ansätze in obrigkeitsstaatlichem Sumpf einmündeten. So mag
geradezu der Weckruf nach Schwänen ein durchaus wünschenswerter Impuls
auch für die Vorbereitungen zum 500-jährigen Reformationsgedenken 2017
Hans Menzler
sein ...
[1] Soeben erschienen: Brummer, Arnd: Jan Hus.- Berlin: Wichern 2015
[2] Lübken, Ummo: Weltenschwäne auf lutherischen Kirchen zwischen Ems und
Jade. 2., überarb. Aufl.- Norden 2012, Seite 8
[3] Ebd., Seite 7
[4] Ebd., Seite 11
Fünf Fragen an Andrea Richter
Die Landespfarrerin für Spiritualität der EKBO, über eigene Frömmigkeit,
Vertiefungswege zu Gott und große Weite in der geistlichen Begleitung
Andrea Richter, Jahrgang 1959, studierte Schulmusik an der Hochschule der
Künste (HdK) Berlin, anschließend folgte das Theologiestudium an der
Kirchlichen Hochschule und Predigerseminar in Berlin. Sie leistete ein
Pfarrvikariat an der Deutschen Gemeinde zu Jerusalem, später 16 Jahre
Pfarrdienst in Frohnau und Konradshöhe-Tegelort. Theologisch engagiert
sie sich im „Jüdisch-christlichen Dialog“ und ist Sprecherin der „AG
– Seite 36 –
Judentum und Christentum in der EKBO“. Seit dem 1. April 2012 ist sie
Beauftragte für Spiritualität in der EKBO.
Rogate: Frau Pfarrerin
Zuwachs an „spiritueller
Richter, Sie sind LandesKompetenz“ für uns
pfarrerin für Spiritualität.
Pfarrerinnen und Pfarrer.
Müsste nicht eigentlich
jede Pfarrerin und jeder
Rogate: Was ist
Pfarrer in dieser Frage
christliche Spiritualität?
spezialisiert und auch
AR: Im Grunde ist sie
vermittelnd tätig sein?
etwas ganz und gar
AR: Hoffentlich ist es
Einfaches: Spiritualität
genau so, wie Sie sagen,
(Frömmigkeit) ist die
dass jede Pfarrperson ihre
Weise, mit der ich mit
eigene Spiritualität lebt
Gott, an den ich glaube,
Landespfarrerin
und auch auskunftsfähig
auch lebe – und zwar im
Andrea Richter
ist. Aber natürlich kennt
Hier und Jetzt. Es gibt die
jeder erwachsene Mensch auch all
schöne Unterscheidung zwischen
die Fallstricke des Alltages, die
dem Credo, „Ich glaube an ...“
uns daran hindern, still zu werden,
und dem Cor-do, „Ich gebe mein
uns auf Gott zu besinnen, die
Herz“. Christliche Spiritualität
Bibel zu lesen und überhaupt
sucht nach Traditionen und Weachtsam mit Gott zu leben.
gen der Lebens- und LiebesGlücklicherweise wird es vielen
beziehung zu Gott.
aber auch bewusst, dass sie zu
sehr an der Oberfläche des
Rogate: Welche Angebote macht
Alltagsgeschäftes und der kirchdie Landeskirche für Menschen,
lichen „Verrichtungen“ leben und
die Spiritualität suchen und sich in
sie über längere Zeit die Sehnihr üben wollen?
sucht nach Gott nicht mehr geAR: Da sind zum einen die
spürt haben. Oft ist es so, dass
unterschiedlichen Angebote von
Menschen sich dessen in der
Oasentagen, Glaubenskursen und
„Lebensmitte“ bewusst werden
Meditationsangeboten in den
und nach neuer Vertiefung und
einzelnen Kirchengemeinden.
Gottesbeziehung suchen. Über
Eine meiner zentralen Aufgaben
diese eigenen Prozesse zu spreals landeskirchliche Beauftragte
chen und andere auf die Vertieist der Aufbau und die Begleitung
fungswege mitzunehmen – das ist
eines geistlichen Angebotes im
meines Erachtens ein ungemeiner
Zentrum Kloster Lehnin. Die ehe– Seite 37 –
malige Zisterzienserabtei ist ein
wunderbarer Ort für Rückzug,
Stille, Gebet und geistliches Lernen. Zu meinen Angeboten gehören Einkehrzeiten und Exerzitien
ebenso wie die Fortbildungen
„Spiritualität bilden“, die für
haupt- und ehrenamtliche kirchliche Mitarbeitende konzipiert sind.
Im nächsten Jahr beginnt eine
weitere Langzeitfortbildung unter
der Überschrift: „Exerzitien leiten
und geistlich Begleiten“; eine
ökumenische Ausbildung mit dem
Karmel St. Teresa in Birkenwerder und Pater Reinhard Körner. Das ist ein besonderes Highlight für unsere Landeskirche!
Rogate: Was ist geistliche Be-
gleitung und worin unterscheidet
sie sich von der Seelsorge?
AR: Bei der Beantwortung
dieser Frage helfen mir zwei Formulierungen: Geistliche Begleitung ist „Seelsorge in kontemplativer Haltung“ – und sie ist „Wegbegleitung beim Lebensgespräch
mit Gott“. So merkt man schnell,
dass das eine komplexe Frage ist.
Die landeskirchliche Ausbildung
in geistlicher Begleitung soll
Menschen dazu befähigen, andere
in ihrem Wunsch nach Vertiefung
ihrer Gottesbeziehung zu begleiten. Im Fokus der geistlichen Be-
gleitung steht das Lebensgespräch
zwischen Gott und Mensch. Menschen werden dabei begleitet, ihr
Leben im Licht des christlichen
Glaubens zu bedenken und die
eigene Lebenssituation glaubend
zu erschließen. Der Begleiter oder
die Begleiterin übernimmt den
Dienst, dieses Gespräch zu unterstützen und zu fördern, aber auch
auf Erkenntnisse und Irrwege
aufmerksam zu machen.
Rogate: Was muss jemand mit-
bringen, die oder der geistlich begleitend tätig ist?
AR: „Mitbringen“ – das hört
sich so an, als müsste man einen
gepackten Koffer bei sich tragen.
Und auch die Frage nach dem
„Müssen“ – da würde ich andere
Schwerpunkte setzen: In aller Regel haben Menschen, die von anderen als geistliche Begleiter angefragt werden–- und darauf
kommt es eigentlich an! – eine
große theologische Weite, eine
spirituelle Offenheit, eine innere
Gelassenheit, gesunde Selbsteinschätzung, Menschenkenntnis und
vor allem viel Gottvertrauen!
Rogate: Vielen Dank, Frau
Pfarrerin Richter, für das
Gespräch!
Weitere Informationen über Landespfarrerin Andrea Richter finden Sie hier: akdekbo.de/personen. Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier:
– Seite 38 –
rogatekloster.de. Auch in der Zwölf-Apostel-Gemeinde ist eine geistliche
Begleitung möglich. Bruder Franziskus beendet im Herbst eine dreieinhalbjährige
Ausbildung bei Pfarrerin Richter. Er wird am 15. November, 10:30 Uhr, in der
Klosterkirche Lehnin als ein Geistlicher Begleiter der Landeskirche eingeführt. Zur
Teilnahme am Gottesdienst und Empfang wird herzlich eingeladen.
Mensch und (Wild-)Tiere in unserer Gemeinde
Die Ratten – ihre gefährliche Seite
Am 23. Juni 2015 meldeten Berliner Medien „Stromausfall am Alexanderplatz. Schuld ist eine Ratte“. In 544 Haushalten und 146 Gewerben fiel der
Strom vorübergehend aus, so auch im Berliner Verlag: die Frühausgabe der
„Berliner Zeitung“ konnte nur als Notausgabe erscheinen. Und während die
Redakteure noch über den Ausfall des Redaktionssystems, der Fahrstühle
sowie der Wasserversorgung usw. diskutierten, fiel der Strom ein zweites
Mal aus. Auslöser des Stromausfalls am Montag war laut Stromnetz Berlin
(Vattenfall) zunächst ein Kurzschluss in einer Netzstation an der Memhardstraße. Verursacher: eine Ratte, die entweder ein Kabel abisolierte oder
zwischen die stromführenden Bauteile geriet.
Wie viele Ratten es im Untergrund und im Rest Berlins oder
gar in unserem Gemeindegebiet
gibt, ist unbekannt. Zwar hat wohl
jeder Berliner schon einmal Ratten
im U-Bahn-Schacht, in Grünanlagen oder in Höfen gesehen. Aber
Gerüchte, nach denen es doppelt
so viele Ratten wie Menschen in
der 3,5-Millionen-EinwohnerStadt geben soll, sind weit übertrieben (Dr. Sebastian Günther
vom Institut für Mikrobiologie
und Tierseuchen der Freien
Universität Berlin).
Die Ratten gehören zu den Altweltmäusen, einer Nagetiergattung, die 65
Arten umfasst und vor allem in Südostasien und Australien verbreitet ist. In
Mitteleuropa werden zwei Arten von Ratten angetroffen. In Berlin kommt
– Seite 39 –
hauptsächlich die Wanderratte vor. Sie ist eine der
schwersten Arten und erreicht 200 bis 400
Gramm, zuweilen auch mehr. Die Hausratte trifft
man in Städten selten an. Diese ist etwas kleiner
als die Wanderratte, hat aber verhältnismäßig
größere Ohren und einen längeren Schwanz.
Ratten haben eine spitze Schnauze mit
insgesamt 16 Zähnen. Die Schneidezähne sind wie
bei allen Nagetieren zu wurzellosen, dauerwachsenden Nagezähnen
umgebildet. Ratten haben einen gut entwickelten Geruchssinn, der für die
Nahrungssuche und bei der Kommunikation mit Artgenossen eine wichtige
Rolle spielt. Mit dem sehr guten Gehör hören die Ratten bis in den
Ultraschallbereich hinein.
Im Gefolge des Menschen finden Ratten beste Lebensbedingungen bei
Nahrung und Nistmöglichkeiten. Die Wanderratte ist dabei sehr vermehrungsfreudig. Sie werden nach zwei bis drei Monaten geschlechtsreif, nach
einer Tragezeit von durchschnittlich 23 Tagen werden zwischen acht und
zwölf Junge in einem sicheren, verborgenen und trockenen Nest geboren, wo
sie einige Wochen bleiben. In einem Jahr kann ein Weibchen vier bis sieben
Würfe haben. Natürliche Feinde der Ratten sind unter anderen Füchse, Marder und Habichte.
Auf ihren Wanderungen und bei der Nahrungssuche suchen die Wanderratten Kanalisationen, Müllhalden, Müllbehälter in den Wohngebieten und
Orte mit organischem verrottenden Material auf, so dass Krankheitserreger
weitertransportiert werden können. Aus dem Mittelalter sind heute in Europa
nicht mehr auftretende Pestepidemien bekannt, die ganze Landstriche entvölkerten und ihre Ursache in der Überträgerkette Ratte – Rattenfloh –
Mensch hatten. In der Gegenwart sind sie noch für die Übertragung verschiedenartiger Krankheitserreger auf die Lebensmittel des Menschen verantwortlich: Salmonellen (Durchfallerkrankungen), Leptospiren (Weilsche
Krankheit) und Toxoplasmen (Toxoplasmose).
Besonders gefährlich sind Ratten in der Nähe von Krankenhäusern. Ratten sind auch bei der Ausbreitung von Tierseuchen beteiligt (Schweinepest,
Maul- und Klauenseuche). Die Haltung von Zuchtratten ist nicht
gesundheitsgefährlich.
Dr. Günther von der FU fand heraus, dass sich in den Gedärmen Berliner
Ratten jene Keime tummeln, die in Krankenhäusern bekannt und gefürchtet
– Seite 40 –
sind: Keime, die gegen Antibiotika wie Penicillin resistent sind; gut zehn
Prozent der Bakterien waren resistent gegen mindestens drei Klassen von
Antibiotika, also „multiresistent“. Und man sollte sich nicht nur die Kliniken
ansehen. „Die multiresistenten Erreger wechseln zwischen Menschen, Nutztieren, Haustieren und Wildtieren hin und her“. Wer den Vormarsch multiresistenter Erreger aufhalten will, müsse auch die Haustier-Population berücksichtigen (Knuddeln, „face to fur“-Kontakt; auch die heute häufigen und
üblichen Antibiotikatherapien für den Fiffi und die Mieze; Bericht von
Sascha Karberg in „Bild der Wissenschaft“, 16.7.2013). Gründliches Händewaschen vor dem Essen ist für die Hygiene sehr wichtig, da dadurch die
meisten Bakterien beseitigt werden (Dr. Günther).
Ratten müssen aus dem Wohnbereich des Menschen vertrieben werden.
Oft reichen dafür schon einfache Maßnahmen aus. In unserem Gemeindegebiet hat beispielsweise die Gewobag für ihre Wohnbereiche ein Merkblatt in
zahlreichen Sprachen herausgegeben, in denen Regeln benannt werden, die
dem Rattenbefall vorbeugen sollen:
Hausmüll immer in die dafür vorgesehenen Mülltonnen werfen, die
Mülltonnen verschlossen halten; keinen Hausmüll neben die Mülltonnen
oder vor dem Müllplatz abstellen; keine Essensreste aus dem Fenster werfen,
– Seite 41 –
keine Abfälle im Wohngebiet achtlos wegwerfen; keine Essensreste in der
Toilette entsorgen; keine Tiere füttern (z. B. Vögel, Kaninchen, Katzen); die
Hauseingangstür, die Eingangstüren zum Keller und die Kellerfenster geschlossen halten; Sperrmüll ordnungsgemäß entsorgen. Sperrmüllhaufen und
auch unaufgeräumte Keller bieten Ratten guten Unterschlupf.
Bei Rattenbefall muss sofort gehandelt und über die angegebenen Notrufnummern angezeigt werden!
Übrigens: Wanderratten können gut klettern, schwimmen und tauchen,
sie können auch in unbeschädigten Abwasserrohren bis in die Wohnungen
gelangen. Wer Ratten in seiner Wohngegend feststellt, darf nicht zögern, das
anzuzeigen!
Im Land Berlin ist die Bekämpfung von Ratten geregelt in der Berliner
Verordnung über die Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen vom
16.8.2011 (Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin 67.Jahrgang Nr. 21 30.
August 2011). Der Eigentümer ist verpflichtet, die Rattenbekämpfung nur
von Fachkräften im Sinne der Verordnung durchführen zu lassen und alles
Reinhard M. W. Hanke
zu tun, einen erneuten Befall zu verhindern.
Landesamt für Gesundheit und Soziales, Turmstraße 21, 10559 Berlin.
Rückfragen: Herr Kadler Tel. 90229-2424.
E-Mail: [email protected]
Das Vaterunser
Ausgelegt für Menschen von heute
23. und letzter Teil: »Denn Dein ist die Herrlichkeit«
Neulich sagte ein Besucher, der
mich in mein Arbeitszimmer begleitete: „Mann, haben Sie aber
eine herrliche Bibliothek!“ In diesem Falle war es klar, was mein
Gast mit „herrlich“ meinte: eine
außerordentlich umfangreiche, geordnete und vielseitige Büchersammlung. Für ihn war das „Herrliche“ mit den Augen wahrnehm-
bar. Was aber meinten die Menschen der Bibel, wenn sie von der
Herrlichkeit Gottes redeten? Was
war ihren Augen sichtbar? War
überhaupt etwas sichtbar, und
wenn ja: War es Gottes Herrlichkeit, die sie sahen, oder war es nur
der Abglanz dieser Herrlichkeit in
der Schöpfung?
Wenn die Schreiber des Alten
– Seite 42 –
Testamentes mehr als 300mal und
die des Neuen mehr als 150mal
die Herrlichkeit Gottes bzw. Seines Messias preisen: Sollte ihnen
dann nicht ein Aspekt oder doch
eine Eigenschaft Gottes betroffen
gemacht haben? Sollten sie da
nicht auch etwas gesehen haben?
So viel ist jedenfalls deutlich: Wo
es darum geht, etwas von der
Herrlichkeit Gottes zu sehen, da
geht es um eine Offenbarung
Gottes.
Die Bibel berichtet vielerorts
sowohl von den Versuchen der
Menschen, Gott sehen zu dürfen
als auch von dem Ja Gottes, sich
sehen zu lassen. Wie beides mit
Gottes Herrlichkeit zusammenhängt, wird uns folgende Geschichte verdeutlichen.
Aus unerklärlichen Gründen
hatte Gott sich das in der Sklaverei Ägyptens befindliche Völkchen der Hebräer auserwählt,
Vollzieher göttlichen Willens
innerhalb eines bestimmten Territoriums der Erde zu werden. Mittler zwischen Gott und dem Volk
wurde Mose, der sich aber der
Aufgabe nicht gewachsen fühlte
und Gott um ein Zeichen bat, damit er von seinem Volk als der
Beauftragte dieses Gottes anerkannt werden konnte. Im 2. Buch
des Mose lesen wir im 33. Kapitel
davon, wie Mose Gott bittet, doch
Sein Angesicht sehen zu dürfen,
was ihm allerdings nicht gewährt
wird. Als Mose schließlich bettelt:
„Lass mich Deine Herrlichkeit
sehen!“, antwortet der Gott
JHWH ihm: „Ich will vor deinem
Angesicht all meinen Glanz (beziehungsweise meine Schönheit)
vorübergehen lassen.“ Und Gott
sprach weiter: „Mein Angesicht
kannst du nicht sehen; denn kein
Mensch wird leben, der mich
sieht.“ Schließlich soll Mose sich
in eine Felsspalte stellen, Gott
will Seine Hand schützend über
ihn halten, bis Er vorübergegangen sein wird. Dann, so heißt es:
„will ich meine Hand von dir tun,
und du darfst hinter mir her sehen;
aber mein Angesicht darf nicht
gesehen werden.“ Die Herrlichkeit Gottes ist es, die Mose sehen
darf. Und diese Herrlichkeit wird
beschrieben als der Glanz – oder
sollen wir sagen: als die Aura
Gottes – bzw. als Seine Schönheit? Gottes Herrlichkeit ist also
eine Ihm anhaftende sichtbare
– Seite 43 –
Eigenschaft von überwältigender
„Ausstrahlung“. Erfahrbar wurde
dieser Strahlenglanz Gottes zum
Beispiel Menschen auf dem Berge
Sinai, in der Stiftshütte, später öfter im Tempel oder zu außergewöhnlichen Anlässen. Aber jedes Mal muss eine Wolke oder
Gottes Hand selbst diesen Glanz
abdecken oder abmildern, damit
Menschen infolge dieser Strahlkraft keinen Schaden erleiden.
Einige Jahrhunderte später –
wahrscheinlich sind einige Menschen im Volk Israels, wie die Hebräer jetzt heißen, wesentlich
spiritueller geworden als es das
ehemalige Wüstenvolk gewesen
war – nimmt die Herrlichkeit Gottes beim Propheten Ezechiel (Hesekiel) konkretere Form an und
offenbart sich ihm als eine strahlenumflossene Gestalt, die wie ein
Mensch aussieht. In der sogenannten Merkaba oder Thronwagenvision darf der Prophet jemanden
sehen, „der auf dem Thron saß
und aussah wie ein Mensch ...
Wie der Regenbogen in den Wolken steht, wenn es geregnet hat,
so glänzte es rings umher. So war
die Herrlichkeit JHWHs anzusehen.“ Ezechiel darf Gott in Seiner Herrlichkeit schauen und er
muss nicht sterben. Die Gewaltigkeit dieser Gottesbegegnung, die
gleichzeitig seine Berufung zum
Propheten ist, wirft ihn zwar zu
Boden, aber sie tötet ihn nicht.
Damit haben wir uns den Weg
für das Verständnis dessen, was
der Herr Jesus bzw. was die neutestamentlichen Autoren mit dieser Rede von der Herrlichkeit
Gottes sagen wollen, geöffnet.
Das Neue gegenüber dem Alten
Testament besteht im Wesentlichen darin, dass jetzt auch dem
Menschen eröffnet wird, Teilhaber dieser Herrlichkeit zu werden,
die jetzt auch räumlich verstanden
werden kann, als ein Raum oder
als ein „Reich“. Die Bahn dahin
bricht den Menschen – das wussten schon die Mandäer und die
iranischen Weisen vorchristlicher
Zeit – ein Wesen, ein „Menschensohn“, der selbst Teilhaber dieser
Herrlichkeit Gottes ist und ebenfalls Menschgestalt angenommen
haben wird. Ganz offensichtlich
haben die Frommen des Urchristentums in Jesus aus Nazareth dieses Wesen, das der Herrlichkeit
Gottes teilhaftig ist, gesehen. Sehr
wahrscheinlich hat sich auch
Jesus selbst als den gekommenen
Menschensohn, als das Kind
– Seite 44 –
menschlicher Eltern verstanden,
der den einzelnen Menschen aller
kommenden Zeiten den Zugang in
die Herrlichkeit Gottes – jetzt verstanden als das Reich Gottes –
bereitet.
Der Apostel Paulus wird dann
diese Vorstellung vom Verherrlichtwerden des Menschen noch
weiter ausführen und erläutern.
Paulus wird davon sprechen, dass
der Christ nicht so bleiben kann
und so bleiben darf, wie er ist,
sondern dass er ganz und total
vergeistigt oder vergottet werden
muss, wenn er denn in die Herrlichkeit Gottes eingehen will. Im
15. Kapitel des ersten Korintherbriefes schreibt der Apostel:
„Unser Bürgerrecht aber ist im
Himmel; woher wir auch den Retter erwarten, den Herrn Jesus
Christus, der unseren Leib der
Niedrigkeit umgestalten wird zur
Gleichgestalt mit Seinem Leib der
Herrlichkeit.“ Damit wir aber
nicht bis zur Auferstehung der Toten darauf warten müssen, verheißt uns der Apostel schon in
diesem Leben, so wir denn den
Christus recht lieben, den beginnenden Vergeistigungsprozess. In
Anspielung auf eine Begebenheit
im Leben des Mose, der die Herrlichkeit Gottes, wie wir bereits erfuhren, nur von der Rückseite sehen durfte und in Anspielung auf
das Volk der Hebräer, die dann
nur das verhüllte Angesicht des
strahlenden Mose ertragen
konnten, schreibt er: „Nun aber
schauen wir alle mit aufgedecktem Gesicht die Herrlichkeit des
Herrn wie in einem Spiegel, und
wir werden verklärt in Sein Bild
von einer Herrlichkeit zur anderen
von dem Herrn, der der Geist
ist“(2. Kor. 3,18). Also: Wir
Christen können die Herrlichkeit
Gottes in Jesus Christus widergespiegelt wahrnehmen. Und indem wir auf Ihn schauen, uns in
Ihn einwohnen, Ihn lieben und
Ihm Heimatrecht in unserem Herzen gewähren, werden auch wir
stufenweise verwandelt, vergeistigt, verherrlicht, vergottet. Wie
sehr diese Gedanken gerade auch
den jungen Martin Luther begeistert haben, kann jeder nachlesen
in dem ersten Büchlein, das der
Reformator gleich in mehreren
Auflagen erscheinen ließ unter
dem Titel: „Eine Theologia
Deutsch“.
Einen Haken hat dieses
Verherrlicht- oder Vergottetwerden allerdings. Es geschieht bei
keinem Menschen an den Versuchungen, Belastungen, Herausforderungen und Nöten, die der Alltag eines Christen mit sich bringt,
vorbei. Der Apostel beschreibt
diesen Vorgang so:
„In allem werden wir bedrängt, aber nicht in die Enge ge-
– Seite 45 –
trieben, in Zweifel versetzt, aber
nicht in Verzweiflung, verfolgt,
aber nicht verlassen, zu Boden geworfen, aber nicht vernichtet; allezeit tragen wir das Sterben Jesu an
unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde“ (2. Kor. 4,7–10). Der
Verherrlichungs-Vorgang, so er
denn schon in diesem Leben beginnt, ist ein Leidensweg. Es sind
die Mystiker, die auf ihrem Leidensweg von Gott gewürdigt worden sind, in unseren Tagen Seine
Herrlichkeit zu schauen und über
die ihnen zuteil gewordenen Offenbarungen zu berichten. Gott
schweigt in unseren Tagen keineswegs! Wenigen ist es erlaubt gewesen, der Person Gottes direkt
zu begegnen; einem war die Aufgabe übertragen, die Vergeistigung der Leibesmaterie am eige-
nen Leibe
stellvertretend auszuhalten und
für alle Menschen einzuleiten,
damit unsere Verherrlichung beginne. So sind wir denn, die ihre
Hoffnung auf den Herren Jesus
Christus setzen, voller Erwartung
der Wunder, die der gnädige Gott
an uns tun wird. Niemals wird Er
das Ziel, das das ganze Vaterunser
bestimmt: Das Kommen des Reiches Gottes mit Seiner Herrlichkeit, aus den Augen verlieren und
damit uns und unsere Vergottung
ebenso wenig. Deshalb rufen wir
im Leiden wie im Loben und
Danken im Angesicht Jesu:
„Vater unser, der Du bist im
Himmel ...“
Pfarrer i. R. Dietrich Rönisch
Kontaktdaten Vereine
Mittwochs-Initiative e. V.:
Bernd Weiß, Sprechzeiten:
Mi 14-19 Uhr, Tel 263 981-11
Förderverein Rogate-Kloster
St. Michael e. V.: Gerhard Nixdorf
(1. Vorsitzender), Unstrutstraße 3,
12055, Tel 0178-973 0106
[email protected]
www.klosterberlin.de
Rogate-Kloster St. Michael:
An der Apostelkirche 1, 10783,
Tel 0176-34082760
[email protected],
www.rogatekloster.de
Förderkreis Kirchenmusik in
Zwölf Apostel e. V.: Friederike Kapp
(Vorsitzende; s. GKR, Seite 48)
Spenden zugunsten der Evangelischen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde: IBAN:
DE45 3506 0190 1567 1240 17, KD-Bank e.G., BIC: GENODED1DKD. Für eine Spendenbescheinigung auf dem Einzahlungs- oder Überweisungsformular bitte Ihren Namen und
Ihre Adresse angeben. (Bis 100 € gilt der Kontoauszug bzw. Einzahlungsbeleg.)
– Seite 46 –
Die Woche in Zwölf Apostel
Regelmäßige Kreise, Gruppen und Angebote
Gottesdienste und Veranstaltungen finden Sie auf den Seiten 2 und 3
Montag
16:30 bis 18:00 Uhr
18:00 bis 20:00 Uhr
19:30 bis 21:00 Uhr
Offenes AA-Meeting
(jeden 1. MO im Monat)
Tanzen im Kreis
(i.d.R. 3. MO im Monat)
Bibelgesprächskreis
(i.d.R. 2. und 4. MO im Monat)
KS
AA-Gruppe
GS
Stoklossa,
Stoklossa-Erk
Bedorf
B
Dienstag
15:00 bis 17:00 Uhr
19:00 bis 21:30 Uhr
Mittwoch
9:30 bis 10:30 Uhr
14:00 bis 19:00 Uhr
19:00 bis 21:30 Uhr
19:30 bis 21:30 Uhr
19:30 bis 21:00 Uhr
Donnerstag
10:00 bis 12:00 Uhr
16:00 bis 19:00 Uhr
19:00 bis 21:00 Uhr
19:00 bis 21:00 Uhr
20:00 bis 21:30 Uhr
Seniorenbasteln
F
(24.9., 15.10., 12.11., 10.12; Seite 22)
Gymnastik, Frauenteestunde
GS
Schmithals, Schütz
Seniorengymnastik
Mittwochs-Initiative Vorbereitung
Mittwochs-Initiative Ausgabe
Zwölf-Apostel-Chor
Vipassana-Meditation
KS
AKH
AKH
GS
S
Christ
Weiß & Team
Schütz, Weiß
Hagemann
Rieß
Gemeindefrühstück
(24.9., 15.10., 12.11.; Seite 22)
Suppenküche »Apostelstube«
Vorbereitung
Suppenküche »Apostelstube«
Ausgabe
Straßenchor, offene Probe
(i. d. R. 1. DO im Monat)
Interreligiöser Dialog
(15.10., 19.11.; Seite 22)
AKH
Bornemann
AKH
Weiß & Team
AKH
Weiß & Team
GS
S. Schmidt
KS
C. Schmidt
K
KLS
Herm & Team
Bornemann,
Hansen
Christ
Samstag
11:00 bis 15:00 Uhr
10:00 bis 14:00 Uhr
Offene Zwölf-Apostel-Kirche
Konfirmandenunterricht
Blockunterricht nach Absprache
Abk.: Kirche (K) mit Sakristei (S), Adolf-Kurtz-Haus (AKH) mit Foyer (F), Großem Saal
(GS), Gelbem Zimmer (GZ), Mitarbeiterraum (MR), Pfarrhaus (P) mit Kleinem Saal (KS),
Bibliothek (B) und Jugendkeller (JK); Spenerhaus Leberstraße (KLS)
– Seite 47 –
Gemeindehaus:
An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin
www.zwoelf-apostel-berlin.de
Büro: Ariane Schütz, Sprechzeiten:
Di u. Do 11-15 Uhr, Mi 17-19 Uhr
Tel 263 981-0, Fax -18
[email protected]
Pfarrer Burkhard Bornemann, 10783,
An der Apostelkirche 3, Sprechzeiten:
Di 10-12 Uhr, Do 16-18 Uhr
Tel 263 981-14
[email protected]
Vikarin Tanja Pilger-Janßen,
Tel 263 981-0
[email protected]
Haus- und Kirchwartin Lûdmila
Aseko, 10783, An der Apostelkirche 3,
Tel 263 981-0
Kirchenmusiker Christoph u. Johanna
Hagemann, 10785, Potsdamer Str. 101,
Tel 3983 4121 und 0175-893 6100
[email protected]
Kinderwartin Fanni Fritsch
[email protected]
Jugendwart Jens M. Krüger,
Tel. 0157-7498 4471
[email protected]
Vermietungen: Wolfgang Schubert,
Ariane Schütz, Sprechzeiten:
Mi 17:00-19:00 Uhr, Tel 263 981-10,
[email protected]
Internet: Jochen Sievers,
[email protected]
Redaktion: F. Kapp (s. GKR)
Gemeindekirchenrat:
Pfarrer Burkhard Bornemann (s. Pfarrer)
Daniel Friedrichs, 10783, An der
Apostelkirche 3, Tel 3910 5033
Katharina Gürsoy, 10777, Motzstr. 8, Tel 215 2905
[email protected]
Holger Hillnhütter, 10785, Genthiner
Str. 4 , Tel 2535 8505
[email protected]
Friederike Kapp, Tel 612 4235
[email protected]
Carsten Schmidt (Vorsitz), 10783, An der
Apostelkirche 3, Tel 391 8420
[email protected]
Gesine Schmithals, 10777, Nollendorfstr. 18, Tel 216 3604
[email protected]
Bernd Weiß, Tel 263 981-11
Vereine: s. Seite 56
Kirchhofsverwaltung:
10829, Kolonnenstr. 24-25,
Bürozeiten: Mo-Fr 8-14 Uhr,
Tel 781 1850, Fax 788 3435
[email protected]
Kirchhofsverwalterin: Margret Burhoff,
[email protected]
Kirchhöfe:
Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, 10829,
Kolonnenstr. 24-25
Neuer Zwölf-Apostel-Kirchhof, 10829,
Werdauer Weg 5
Alter St.-Matthäus-Kirchhof, 10829,
Großgörschenstraße 12-14
Zwölf Apostel Das Magazin der Evangelischen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, Berlin, Lfd.
Nummer 54, Jahrgang 14, Herausgeber: Gemeindekirchenrat, Redaktion dieser Ausgabe:
B. Bornemann, S. Grund, K. Gürsoy, R. Hanke, F. Kapp (verantw.), Abbildungen: Bertram von
Boxberg (33), Sabine Herm (29), Edmund Mangelsdorf (23), privat (14, 15, 19, 21, 23, 24, 37,
39), Michael Volz (28), Christiane Weidner (30), Susanne Wolkenhauer (25), Alle Illustrationen: Martin Kapp, Auflage: 1.200 Stück