Presseheft - eksystent

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LOGLINE
An der sonst so pragmatischen Architektin, Mutter und Ehefrau Sibylle scheint etwas Bedrohliches zu
nagen. Nicht einmal im Italienurlaub mit ihrer Familie schafft sie es zur Ruhe zu kommen. Auf einem
morgendlichen Spaziergang wird sie Zeugin eines verstörenden Unfalls. Erschüttert von dieser
Begegnung verändert sich Sibylles Wahrnehmung auf ihr Leben. Unaufhaltsam brechen albtraumhafte
Visionen in ihren Alltag ein und setzen einen Prozess in Gang, der alles zu zerstören droht.
SYNOPSIS
Nach einer belastungsintensiven Zeit in ihrem
Architekturbüro fällt es Sibylle schwer, während
des gemeinsamen Gardasee-Urlaubs mit
Ehemann Jan und ihren Söhnen David und
Luca zur Ruhe zu kommen. Während ihre
Familie noch schläft, unternimmt Sibylle
ausgedehnte Spaziergänge über die Klippen
am See. Die gleichaltrige Frau, der sie dabei
tagtäglich begegnet, nimmt sie kaum wahr – bis sie eines Morgens Zeugin ihres Selbstmords wird.
Zurück in München versucht Sibylle vergeblich das Ereignis zu verdrängen. Immer wieder scheinen
seltsame Parallelen auf einen Zusammenhang zwischen dem Schicksal der Frau und Sibylle selbst zu
verweisen. Eine zunehmende Entfremdung von ihrer Familie sowie albtraumhafte Visionen, die in ihren
Alltag einbrechen, machen ihr zu schaffen.
Mit Verdacht auf Burn-Out wird Sibylle eine strikte berufliche Auszeit verordnet. Weitestgehend isoliert,
versucht sie die Kontrolle über ihr Leben und den Anschluss an ihre Familie wiederzuerlangen, muss
aber bald feststellen, dass diese ihr nun beinahe feindlich gegenübersteht. Eine überraschende
Ankündigung Jans lässt Sibylle schließlich endgültig die Kontrolle verlieren.
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SIBYLLE
Deutschland 2015, 87 Minuten
FSK: ab 12
Regie: Michael Krummenacher
Drehbuch: Silvia Wolkan, Michael Krummenacher
Kamera: Jakob Wiessner
Schnitt: Stine Sonne Munch
Produktionsdesign: Tom Pearce
Musik: Great Black Waters
Produzentin: Gwendolin Stolz
Produktionsfirma: Passanten Filmproduktion in Co-Produktion mit BR Bayerischer Rundfunk
Gefördert durch FFF Bayern
FESTIVALS & AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)
2015 / Berlinale – Perspektive Deutsches Kino / Weltpremiere
2015 / Transilvania IFF
2015 / Moscow IFF – Wettbewerb
2015 / Kitzbühel IFF
2015 / Oldenburg IFF
2015 / German Film Festival Singapore
2015 / Dark Frame Santa Fe / Best Movie / Best Actress
2015 / Filmfest Biberach
2015 / World Film Festival of Bangkok
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DIRECTOR’S STATEMENT
SIBYLLE ist Charakterstudie, Familiendrama und
Thriller. Präzise beobachtend und trotzdem
atmosphärisch und visuell aufregend. SIBYLLE ist
die Geschichte einer Frau, die sich immer weiter
von ihrer Umwelt und ihrem bisherigen Leben
entfremdet. Damit stellt sich der Film in eine lange
Tradition von Werken großer Autorenfilmer wie
John Cassavettes, Michelangelo Antonioni, Roman
Polanski und nicht zuletzt Rainer Werner Fassbinder. SIBYLLE erweitert diese Traditionslinie um einen für
mich persönlich wichtigen Faktor - die Titelfigur Sibylle ist keine verschüchterte, latent frustrierte
Hausfrau, sondern vertritt einen deutlich moderneren, stärkeren Frauentyp. Sibylle ist studiert und leitet
ein Architekturbüro – offiziell zwar gemeinsam mit ihrem Ehemann Jan, der ihr in der Praxis aber keine
grosse Hilfe ist. Sie ist Ehefrau und liebende Mutter von zwei Söhnen und trotz der zeitweise hohen
Belastung hat sie bisher immer alles gut unter einen Hut gekriegt. Bald nach dem Zwischenfall am
Gardasee gerät Sibylles Welt langsam aus den Fugen – alles um sie herum scheint sich, wie von der
fremden Frau kurz vor deren Tod auf mysteriöse Art angedroht, zu verändern, sich zu verwandeln.
Sibylle hat sich wie jeder von uns für einen bestimmten Lebensweg entschieden. Sie hat studiert, eine
Firma gegründet, ihren Freund geheiratet und mit ihm zwei Kinder gekriegt. Jede Lebensentscheidung
bringt automatisch gewisse Rollenbilder mit sich: eine Erwartungshaltung, die es von da an für sich
selber, aber auch für und vor anderen möglichst gut zu erfüllen gilt. Sibylle hat sich der Rolle der
pragmatischen, kontrollierten Frau ergeben, auf die sich alle verlassen können, wenn sie selbst Probleme
haben. Eine Frau, die die Fehler anderer ausbügelt und ohne grosse Umstände zum Ferienhaus
zurückgeht, auch wenn ihr Mann Jan es war, der mal wieder die Sonnencreme vergessen hat.
Der Name Sibylle findet seinen Ursprung in der griechischen Mythologie und bezeichnete Seherinnen,
die auf diffuse Art und Weise die Zukunft voraussehen konnten. Unfreiwillig wird Sibylle zunehmend
ihrem Namen gerecht. Von Beginn des Filmes an, scheint etwas an ihr zu nagen – nicht einmal im Urlaub
schafft sie es, zur Ruhe zu kommen und auszuschlafen. Eine unbestimmte Vorahnung auf das, was
passieren wird, das Gefühl, dass irgendwo etwas auf sie wartet, auf sie lauert.
Nach dem grausamen Selbstmord lassen Sibylle die Gedanken an die unbekannte Frau nicht mehr los.
Obwohl Sibylle versucht, nach aussen kontrolliert zu bleiben und ihre Rolle als Mutter und Ehefrau in
jedem Bereich aufrecht zu erhalten, kommt sie zum ersten Mal in die Situation, dass sie ihre familiäre
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und berufliche Funktion nicht mehr ausfüllen kann. Auf Unterstützung von Jan und ihren beiden Söhnen
David und Luca angewiesen, entsteht für Sibylle eine neue Situation, in der sie beginnt, ihr eigenes
Lebensumfeld kritisch zu betrachten. Zunehmend muss sie feststellen, wie sehr sich alle um sie herum
schon seit langem nur noch um sich selbst drehen. Erst am Ende des Films erkennt Sibylle, dass es nicht
die Welt um sie herum ist, die sich verwandelt hat, sondern muss akzeptieren, dass die Veränderung in
ihr selber liegt…
SIBYLLE erzählt nicht die Geschichte vom
Ausbruch einer Geisteskrankheit. Vielmehr
h a n d e l t d e r F i l m v o n d e r R e fl e x i o n
selbstauferlegter beruflicher und familiärer
Rollen - einem eigentlich durchaus „gesunden“
Vorgang. Erst als Sibylle bemerkt, dass die Rolle,
die sie seit Jahren bedient, nicht mehr mit dem
Leben, das sie eigentlich führen möchte,
übereinstimmt, beginnt Sibylles Verhalten auf andere “krank” zu wirken. Die Probleme und Konflikte, die
dadurch zutage gefördert werden, sind trotz der im Film deutlich vorhandenen Thrillerelemente
realistischer und zeitgenössischer Natur: So kreist der Film um die Frage nach der Entscheidung
zwischen Kind und Karriere, um die Schwierigkeiten mit der Pubertät der eigenen Kinder, beleuchtet die
Beziehung eines Ehepaars Anfang 40, sowie die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse.
Und obwohl die heutige Zeit die Illusion vermitteln möchte, dass einem jederzeit die ganze Welt
offensteht, wird die kritische Reflexion der eigenen Lebenswege in der Praxis vom direkten Umfeld
oftmals kaum akzeptiert und die Probleme des Einzelnen lieber verharmlost oder totgeschwiegen, als
dass grundlegende Veränderungen riskiert würden.
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MICHAEL KRUMMENACHER
REGISSEUR UND CO-AUTOR
Michael Krummenacher wurde 1985 in Schwyz (CH) geboren. 2005 besuchte er
den Filmmaking Intensive Workshop der Columbia University in New York City
bevor er 2006 sein Studium der Regie für Kino und Fernsehfilm an der HFF
München aufnahm. 2009 gründete er zusammen mit Peter Baranowski die
Passanten Filmproduktion und realisierte im selben Jahr seinen ersten
Langspielfilm HINTER DIESEN BERGEN, der u.a. auf den internationalen
Filmfestivals Hof und Rotterdam aufgeführt wurde. Sein Kurzfilm WENN ALLE
DA SIND wurde 2012 für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert. Sein jüngster Film HEIMATLAND
feierte seine Premiere im diesjährigen Wettbewerb von Locarno.
Filmographie (Auswahl)
2015 / HEIMATLAND, Spielfilm
2015 / SIBYLLE, Spielfilm
2014 / NEULICH IN MEINER WOHNUNG, Kurzfilm
2012 / WENN ALLE DA SIND, Kurzfilm
2010 / HINTER DIESEN BERGEN , Spielfilm
2009 / PARALYZING AND LAZY DAYS, Dokfilm
2008 / DER GAST, Kurzfilm
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ANNE RATTE POLLE
SIBYLLE
Anne Ratte Polle, geboren in Cloppenburg, ist als Schauspielerin vor allem auf den
grossen Theaterbühnen zu Hause. Seit 2005 lebt und arbeitet die äusserst vielseitige
Mimin von Berlin aus. Dort war sie in Gastspielen im Deutschen Theater, dem Maxim
Gorki Theater und dem Hebbel Theater zu sehen und gehörte zum festen Ensemble
der Volksbühne. Einem grösseren Kinopublikum ist sie aus Andreas Dresens
WILLENBROCK (2005) oder Romuald Karmakars DIE NACHT SINGT IHRE LIEDER
© Matthias Bothor
(2004) bekannt. 2015 gewann sie für ihre Darstellung in SIBYLLE und WANJA
mehrere Preise auf internationalen Festivals.
THOMAS LOIBL
JAN
Thomas Loibl wurde in Brüggen am Niederrhein geboren. Seine Ausbildung erhielt
er an der Schauspielschule Bochum. Nach seinem ersten Engagement am
Düsseldorfer Schauspielhaus, war er unter anderem auf den Bühnen des
Staatstheater Stuttgart, der Münchner Kammerspiele und dem Bayerischen
Staatstheater zu sehen. Aktuell spielt Thomas Loibl am Schauspielhaus Zürich. Dem
Kino- und Fernsehpublikum ist Loibl aus SOMMER IN ORANGE (2010), DIE
VERMESSUNG DER WELT (2012) oder ZEIT DER HELDEN (2013) bekannt.
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© Renate Neder
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HEIKO PINKOWSKI
JUSTUS
Heiko Pinkowski, geboren in Hüls, wurde nach Engagements an verschiedenen
Bühnen festes Ensemblemitglied des Theaters Magdeburg und arbeitete im
Anschluss als freier Schauspieler in Berlin. 2011 war er Mitbegründer der
Produktionsfirma ‚Sehr Gute Filme‘ und ist seitdem mit Filmen wie DICKE
MÄDCHEN
erfolgreich.
(2011) oder ALKI ALKI (2014) auch als Co-Autor und Produzent
© Heiko Pinkowski
DENNIS KAMITZ
DAVID
Der Nachwuchsschauspieler Dennis Kamitz wurde 1995 in Schildow bei Berlin
geboren, wo er bis heute lebt. Nach zahlreichen Hauptrollen in Kurzfilmen, darunter
CRAZY DENNIS TIGER von Jan Soldat (Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis 2012),
hat Kamitz in SIBYLLE sein Langfilmdebüt in einer tragenden Rolle.
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© underplay
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CAST
Sibylle Anne Ratte Polle
Jan Thomas Loibl
David Dennis Kamitz
Luca Justus Levi Lang
Heiko Pinkowski
Ida Elisabeth Rath
Yannick Thomas Fränzel
Klara Franziska Rieck
Der Portier Thomas Bestvater
Stephan Andreas Lust
CREW
Regie Michael Krummenacher
Buch Silvia Wolkan, Michael Krummenacher
Produzentin Gwendolin Stolz
Producerin Veronika Neuber
Kamera Jakob Wiessner
Schnitt Stine Sonne Munch
Szenenbild Markus Dicklhuber
Kostüm Marianne Bach
Maske Katharina Sterk
Ton Matthias Patzelt
Sounddesign Jörg Elsner
Mischung Andrew Mottl
Grading Manfred Turek
Musik Great Black Waters
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KONTAKT
eksystent distribution ist ein junger Münchner Filmverleih, der 2013 von Monika Kijas gegründet wurde.
eksystent distribution macht es sich zur Aufgabe, filmische Ausnahmetalente zu entdecken und in die
deutschen Kinos zu bringen. Schwerpunkte setzt eksystent distribution dabei auf den osteuropäischen
Film, Filme von und über Frauen und unabhängige Produktionen.
[eksystent distribution]
Pilgersheimer Str. 57
81543 München
[email protected]
www.eksystent.com
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