Surfaces. Adolf Fleischmann - Museum für konkrete Kunst Ingolstadt

Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin
Ausstellung: 25.10.2015 bis 28.02.2016
PRESSEINFORMATION
SURFACES. ADOLF FLEISCHMANN – GRENZGÄNGER ZWISCHEN KUNST UND MEDIZIN
Eine Kooperation mit dem Deutschen Medizinhistorischen Museum, Ingolstadt
Ausstellung: 25.10.2015 – 28.02.2016 im Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Eröffnung: Samstag, 24.10.2015 um 19:00 Uhr
Zum ersten Mal richten das Museum für Konkrete Kunst und das Deutsche Medizinhistorische
Museum in Ingolstadt eine gemeinsame Ausstellung aus. Sie widmet sich Adolf Fleischmann
(1892-1968), einer faszinierenden Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung
zeichnet Fleischmanns Lebensweg nach und führt dabei erstmals beide Seiten seines Schaffens
zusammen: seine „Berufung“ als Künstler und seinen „Beruf“ als medizinischer Zeichner und
Moulagenbildner.
Berufung und Beruf
Adolf Fleischmann machte sich sowohl in der Kunst als auch in der Medizin einen Namen: In der
Kunstgeschichte gilt er mit seiner flirrenden, heiteren Malerei als ein wesentlicher Vermittler von
europäischer Konkreter Kunst in den USA. Als Sechzigjähriger fand er im New York der 1950er
Jahre zu seinem unverwechselbaren Malstil. In der Medizingeschichte ist Fleischmann vor allem
durch die Arbeiten bekannt, die er in den 1920er Jahren für die Chirurgische Klinik in Zürich anfertigte: naturgetreue Abformungen kranker Körperteile in Wachs (sogenannte Moulagen) und detailgenaue Zeichnungen mikroskopischer Gewebsbilder. In seiner New Yorker Zeit war er zudem
als medizinischer Zeichner für die Columbia University tätig.
Eine ungewöhnliche Biografie des 20. Jahrhunderts
Die Präsentation hat den Anspruch, den „ganzen“ Fleischmann zu zeigen und damit einer ungewöhnlichen Biografie des 20. Jahrhunderts auf die Spur zu kommen. Sie bezieht bewusst einen
Aspekt mit ein, der bei Künstlerbiografien sonst häufig unerwähnt bleibt, nämlich die Frage, wie
Fleischmann seinen Lebensunterhalt bestritt. Diese Frage ist auch deshalb so interessant, weil er
als „Broterwerb“ sowohl in Zürich als auch später in New York einer Tätigkeit im medizinischen
Bereich nachging und es dabei zu beeindruckenden Leistungen brachte. So kommt es, dass sein
Gesamtwerk eine ausgeprägte Zweiteilung aufweist: Seine medizinischen Arbeiten bestechen
durch die perfekte Nachbildung der Natur, seine Gemälde dagegen sind frei von jeder Abbildung
und wirken nur über die Farb- und Formensprache. Die Oberflächen – Surfaces – stellen ein Bindeglied zwischen diesen extrem unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern dar.
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Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin
Ausstellung: 25.10.2015 bis 28.02.2016
Unruhige Zeiten
Am 18. März 1892 in Esslingen am Neckar geboren, besucht Fleischmann die Kunstgewerbeschule
und studiert daraufhin u.a. bei Adolf Hölzel an der königlichen Kunstakademie in Stuttgart, wo er
sich erstmals mit der Kunst der Avantgarde auseinandersetzt. Zwischen den markanten Stationen
in Zürich und New York lagen für Fleischmann bewegte Jahrzehnte in Europa, die durch die weltpolitische Lage geprägt waren. In den 1930er Jahren führte er ein rastloses Wanderleben zwischen Mallorca, Italien und Frankreich. Künstlerisch wurde er von den Kubisten und Konstruktivisten in Paris beeinflusst, wo er immer wieder, unterbrochen von Aufenthalten im Internierungslager in Südfrankreich nach 1939, lebte. Mitte der 1960er Jahre kehrt Fleischmann nach Deutschland zurück, wo er kurz vor seinem Tod am 28. Januar 1968 in Stuttgart u.a. im Württembergischen Kunstverein 1966 erste wichtige Einzelausstellungen in seinem Heimatland erfährt. Historische Fotografien, Briefe und Zeichnungen aus dem Lager veranschaulichen die einzelnen Lebensstationen in insgesamt sechs Kapiteln.
Zusammenführung des Werks
Die letzte große museale Kunstausstellung zu Fleischmann fand im Jahr 1992 statt. In der Ausstellung Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin werden knapp 60
Kunstwerke aus privaten Sammlungen in Süddeutschland sowie 11 Moulagen und 18 medizinische Zeichnungen aus dem Moulagenmuseum der Universität und des Universitätsspitals Zürich
erstmals zusammen gezeigt. Nach der Präsentation in Ingolstadt ist die Ausstellung vom 28. April
bis zum 18. September 2016 im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité zu sehen.
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Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin
Ausstellung: 25.10.2015 bis 28.02.2016
INFORMATIONEN
Titel:
Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin
Eine Kooperation mit dem Deutschen Medizinhistorischen Museum,
Ingolstadt
Laufzeit:
25.10.2015 bis 28.02.2016 im Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Pressevorbesichtigung:
Freitag, den 23.10.2015, um 11:00 Uhr
Eröffnung:
Samstag, den 24.10.2015, um 19:00 Uhr
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr
Eintritt:
3,- € (ermäßigt 1,50 €)
Pressekontakt:
Museum für Konkrete Kunst
Sarah Wöhler
Tränktorstr. 6–8 , 85049 Ingolstadt
Tel. +49 (0)841 3051876
[email protected]
Deutsches Medizinhistorisches Museum
Prof. Dr. Marion Maria Ruisinger
Unterer Graben 37, 85049 Ingolstadt
Tel. +49 (0)841 3052961
[email protected]
Publikation:
Zur Ausstellung wird ein Katalog im Kerber Verlag erscheinen.
Vorschau:
Vom 28.04. bis 18.09.2016 ist die Ausstellung im Berliner Medizinhistorischen
Museum der Charité zu sehen.
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Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin
Ausstellung: 25.10.2015 bis 28.02.2016
PRESSEBILDER
Für hochauflösende Abbildungen wenden Sie sich bitte an o.g. Pressekontakt.
Adolf Fleischmann in seinem Studio in New York,
1956
© Nachlass Adolf Fleischmann
Adolf Fleischmann in Zürich, 1923
© Nachlass Adolf Fleischmann
Adolf Fleischmann, Ohne Titel (Nr. 5 Helle Kurven), ohne Jahr (um 1949),
Öl auf Leinwand, 95 x 76 cm, Privatbesitz,
© Nachlass Adolf Fleischmann
Foto: Bernhard Strauss
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Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin
Ausstellung: 25.10.2015 bis 28.02.2016
Adolf Fleischmann, Composition en vert, 1950,
Öl auf Rupfen, 92,5 x 65 cm, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt,
Foto: Helmut Bauer
© Nachlass Adolf Fleischmann
Adolf Fleischmann, #39a, 1955,
Öl auf Leinwand, 99 x 81 cm, Privatbesitz,
Foto: Bernhard Strauss
© Nachlass Adolf Fleischmann
Adolf Fleischmann, # 319, 1962,
Öl auf Leinwand, 101,5 x 76 cm, Privatbesitz,
Foto: Bernhard Strauss
© Nachlass Adolf Fleischmann
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Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin
Ausstellung: 25.10.2015 bis 28.02.2016
Adolf Fleischmann, Moulage Nr. 417
Diagnose „Struma recidivans“, (zw. 1917–1927),
Wachsmischung, Stoff auf Holz, 40,5 x 31 x 25 cm,
Foto: Bernhard Strauss
© Moulagenmuseum der Universität und des
Universitätsspitals Zürich
Adolf Fleischmann, Nr. 133, Dupuytren’sche Kontraktur rechts (Bursitis PIP Kleinfinger), (zw. 1917–
1927), Wachsmischung, Stoff auf Holz, 17 x 26 x
14,5 cm,
Foto: Bernhard Strauss
© Moulagenmuseum der Universität und des
Universitätsspitals Zürich
Adolf Fleischmann, Lupus vulgaris, (zw. 1917–
1927),
Tusche auf Papier, 14,5 x 14,5 cm,
Foto: Bernhard Strauss
© Moulagenmuseum der Universität und des
Universitätsspitals Zürich
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