GLAUBE & LEBEN WARUM WIR MÜNDIG GLAUBEN DÜRFEN Tobias Künkler und Tobias Faix: Fragen zum neuen Buch Ihr Buch „Warum ich nicht mehr glaube“ hat für viel Diskussionsstoff gesorgt. Jetzt haben Tobias Faix und Tobias Künkler mit Martin Hofmann den Nachfolgeband vorgelegt. Ist das Buch die logische Folge des früheren Bandes? Faix: Drei Jahre haben wir uns intensiv mit dem Thema Entkehrung und Glauben beschäftigt, recherchiert, interviewt, analysiert und diskutiert. Kein anderes Thema hat uns so berührt. Wir wollten den vielen Fragen nachgehen, haben uns an den vier Leitergebnissen der Studie orientiert (Moral, Intellekt, Identität und Gottesbeziehung) und gefragt: Was heißt das jetzt für uns? Im neuen Buch haben wir mit vielen Expertinnen und Experten zu Themen wie Zweifel, Vielfalt, Macht, Sexualität, Freiheit, Umgang mit Kritik, geistliches Wachstum oder Familie reflektiert. Künkler: Im Vordergrund des ersten Buches standen Geschichten von Menschen, die nicht mehr glauben. Nur vorsichtig haben wir im letzten Kapitel gefragt, was Christen und Gemeinden aus den Ergebnissen lernen können. Jetzt haben viele spannende Autorinnen und Autoren einzelne Aspekte vertieft. Welchen besonderen Akzent setzt der neue Band? Künkler: Wir wollten mit dem ersten Buch eine Diskussion über ein totgeschwiegenes Thema in Gang setzen; das ist erfreulich und vielfältig geschehen. Nun wollen wir die Diskussion weiterführen und nach einem mündigen, widerstandsfähigen Glaube fragen und wie er systematisch gefördert werden kann. Das Buch möchte „zum mündigen Glauben bewegen“ … Künkler: Wir haben Fragen und Themenideen aus dem ersten Buch gesammelt. Dann haben wir viele Fach-Autorinnen und -Autoren dazu angefragt. Manche Themen haben sich im Gespräch oder auch beim Schreiben noch leicht verändert. Gut so! Die Fachleute wissen oft besser, was zu Thema X oder Y wichtig ist. Faix: Viele Themen gehen alle Christen an, etwa: Wie gehe ich mit meiner familiären Glaubensprägung um? Wir haben beim ersten Buch gesehen, dass das „familiäre Erbe“ machtvoll sein kann. Aber gerade der Umgang mit den Dissonanzen zwischen der eigenen Meinung und der Meinung anderer kann die Mündigkeit im Glauben schulen. Die vielen unterschiedlichen Texte und der Umgang damit sind ein erster Schritt in Richtung Buchthema. Es buchstabiert zentrale Bereiche christlichen Glaubens durch: ein Arbeits-Buch? Faix: Es ist kein Rezeptbuch à la „Sieben perfekte Schritte zum mündigen Christsein“, sondern ein Arbeitsbuch, das einen persönlich in seinem Glauben ermutigt und hinterfragt. Wir haben bei der Auswahl auf eine breite Spanne an christlichen Glaubensformen geachtet. Darin zeigt sich auch ein Stück Mündigkeit: Wie gehe ich damit um, wenn etwas nicht in mein Glaubens- und Welt- bild passt? Lehne ich es ab oder lasse ich mich positiv herausfordern? Das ist spannend – und hilfreich. Künkler: Im Idealfall nutze ich es individuell, da hat jeder unterschiedliche Vorlieben. Man kann das Buch von vorne nach hinten lesen oder Texte zu Themen, die einen besonders interessieren. Wir wollen in erster Linie zu Gesprächen und Diskussionen um wichtige Themen inspirieren, einzeln oder zusammen mit anderen. Lassen sich wieder 4 Kern-Schlussfolgerungen ziehen, wie im ersten Band? Faix: Nein, dazu ist das Thema „Mündigkeit“ zu komplex. Uns gefällt die Metapher des „Weges“. Wir alle haben schon einen unterschiedlichen Lebens- und Glaubensweg zurückgelegt, stehen an unterschiedlichen Stellen auf dem Weg und brauchen unterschiedliche Impulse, um uns weiter zu entwickeln. Das Buch bietet einige. Die Auseinandersetzung damit kann den Glauben herausfordern, reflektieren und stärken. Interview: Jörg Podworny MEHR ZUM THEMA: scmedien.de/ warum-wir-glauben Tobias Faix, Martin Hofmann, Tobias Künkler Warum wir mündig glauben dürfen Gebunden, 288 Seiten €D 17,95 / €A 18,50 / CHF 26.90* ISBN: 978-3-417-26664-1 Auch als erhältlich! SCM-Journal 2015 15
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