Auf die Ex-Freundin geschossen und dann sich

GZA/PP 8180 Bülach
36. Jahrgang
Mittwoch, 20. Januar 2016
Nr. 3
Zuhause ist, wo das Herz
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Bülach
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Mittwoch
Herausgeber: Wochenspiegel Verlags AG, Feldstrasse 82, 8180 Bülach
Verlag Tel. 044 863 72 00
Fax 044 863 72 01
Vermischtes
Kultur
Hintergrund
Kunst in «Kifferecke» mutwillig zerstört
Unterhaltung mit «Ängel uf Umwägä»
Viel Humor statt Happy End
Die Kunstwerke auf dem Kirchenhügel in Bülach wurden Opfer von Vandalismus. Die Präsidentin des Stiftungsrats, Jolanda Zimmer, hat
einen Verdacht, wer die Zerstörer der Kunstobjekte sein könnten.
Seite 5
Zwei Schutzengel müssen eine ganze Familie
beschützen. Keine leichte Aufgabe, dafür ein
umso unterhaltenderes Schauspiel: Am 29. Januar feiert der Dramatische Verein Niederglatt
Premiere von «Ängel uf Umwägä».
Seite 7
Die Kammerspiele Seeb präsentieren einen Theaterabend in Bachenbülach zum Geniessen. Das Stück
«Rose & Walsh» endet zwar tragisch, aber humorvoll.
Seite 9
Auf die Ex-Freundin geschossen
und dann sich selbst getötet
Selbstmord: Der 51-jährige
Mann, der am Sonntag tot
in Weiach aufgefunden
wurde, hat sich erschossen.
Zuvor verletzte er seine
Ex-Freundin durch einen
Schuss schwer. Der Verdacht
eines Beziehungsdelikts
bestätigt sich somit.
Flavio Zwahlen
Am Sonntagmorgen wurden die Bewohner von Weiach von Polizeisirenen und einem Helikopter geweckt.
Grund dafür war eine Schiesserei in
einem
Einfamilienhaus-Quartier.
Beim Eintreffen der Polizei an der
Trottenstrasse entdeckte diese einen
toten Mann und eine schwer verletzte
Frau. Der 48-jährige Hauseigentümer
G.R.* blieb unverletzt. Eine Nachbarin zu Tele Züri: «Ich habe gehört,
wie ein Polizist telefonierte und sagte: ‹Ein Toraxdurchbruch und ein
Kopfschuss›.»
Gespräch ist eskaliert
Rund um das Einfamilienhaus suchten die Polizisten nach Spuren. Fotos: dj.
Zwischenzeitlich
konnte
wissenschaftlich nachgewiesen werden,
dass weder die schwer verletzte Frau
noch der unverletzte Hausbesitzer
geschossen haben. Gestützt auf verschiedene Aussagen gehen die Unter-
Der Leichenwagen verlässt den Tatort an der Trottenstrasse in Weiach.
suchungsbehörden davon aus, dass
der ehemalige Freund der Verletzten
kurz nach vier Uhr morgens in das
Einfamilienhaus in Weiach eindrang.
Dort wollte er mit seiner Ex-Freundin
sprechen. Die Situation eskalierte,
worauf der 51-Jährige eine Pistole
zückte, einmal in die Richtung seiner
Ex-Partnerin schoss und diese
schwer verletzte. Dennoch gelang sowohl ihr als auch G.R. die Flucht. Der
Ex-Freund erschoss sich danach
selbst. Eine Nachbarin berichtete,
dass kurz nach der Tatzeit eine Frau
Fortsetzung auf Seite 3
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Bunker in Kloten: «Besser als Afghanistan»
Die 30 zusätzlichen
Asylbewerber von Kloten
und Bassersdorf leben
vorübergehend in einem
Zivilschutzbunker. Für sie
kein Problem.
Seit Anfang Jahr wohnen 30 junge
Asylbewerber aus Afghanistan und
Eritrea in der Zivilschutzanlage
«Dorfnest» im Industriegebiet von
Kloten. «Wir sind zufrieden hier»,
sagt der 26-jährige Afghane Adil (Name geändert). Mit den Betreuerinnen
und Betreuern würden sie sich gut
verstehen. «Wie es uns hier in der Zivilschutzanlage gefällt? Es ist besser
als in Afghanistan», antwortet Adil
lachend. Mit Tischfussball, Pingpongspielen und Lesen vertreiben sie sich
Tischfussball lässt die traumatischen Erlebnisse vergessen.
Foto: Daniel Jaggi
die Zeit im Bunker. Er sagt: «Wir hoffen, bald auch einen Deutschkurs besuchen zu können.»
Einige Asylbewerber hätten bereits die Umgebung der Zivilschutzanlage erkundet. Mit den wenigen
deutschen Wörtern, die sie sich beigebracht haben, hätten sie versucht,
sich zu verständigen. «Wir mögen die
Schweizer. Wenn wir etwas brauchen
oder nach einer Adresse fragen, helfen sie uns», erzählt Adil. Schlechte
Erfahrungen hätten sie noch keine
gemacht. Für die nächsten drei Monate sind die jungen Männer in der
Zivilschutzanlage untergebracht. Danach werden sie voraussichtlich in
die Containersiedlung an der Rankstrasse in Kloten umziehen. (sis.)
Mehr über die Asylbewerber und
ihre Flucht auf Seite 3
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Wochenspiegel
Nr. 3
TRIBÜNE
20. Januar 2016
PRESSESCHAU
GASTKOMMENTAR
Der Preis ist ein Bürokratiemonster
Margreth Rinderknecht *
Früher haben Agrarwissenschaftler
die Landwirtschaft in wirtschaftlicher
Sicht geprägt, heute stellen Umweltwissenschaftler mit dem Fokus Umwelt die Weichen, Ökonomie ist kein
Thema mehr. Für die vom Bund geforderte Leistung erhalten Bauernfamilien Direktzahlungen. In den Medien, und als Folge davon auch in der
Gesellschaft, wird leider immer von
Subventionen geschrieben und gesprochen, das tönt anklagend und
verurteilend.
Vor Jahren hat das Schweizervolk
Ja gesagt zur Multifunktionalität unserer Landwirtschaft. Seither steht es
in der Verfassung, dass die Landwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zu
leisten habe für die sichere Versorgung der Bevölkerung, für den Erhalt
der natürlichen Lebensgrundlagen
und zur Pflege der Kulturlandschaft
und für die dezentrale Besiedlung des
Landes. Der Bund ergänzt das bäuerliche Einkommen durch Direktzahlungen unter der Voraussetzung eines
ökologischen
Leistungsausweises,
heisst es dann weiter unter Art. 104,
3a.
Wir werden also vom Bund, das
heisst von den Steuerzahlenden, entschädigt, weil wir ressourcenschonend und tierfreundlich Lebensmittel
produzieren. Den Tierschutz zu respektieren, heisst, Nutztiere gesetzeskonform zu halten, genügend Platz
zur Verfügung zu stellen, ihnen Auslauf zu gewähren. Dies wird alljähr-
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«Ressourcenschonende
Landwirtschaft bedeutet:
Wir mutieren zu
Exceltabellen-Freaks»
lich kontrolliert. Weil die Vorschriften
immer weiter verschärft werden, verzichten immer mehr Bauernfamilien
auf Tierhaltung. Überspitzt könnte
man auch sagen: Der Vegetarismus
wird langsam mehrheitsfähig. Tierschützer haben viel Einfluss auf die
Gesetzgebung, und sie möchten, dass
keine Tiere mehr zur Produktion von
Fleisch, also als Nutztiere, gehalten
werden.
Ressourcenschonende Landwirtschaft
bedeutet:
Wir
mutieren
zwangsweise
zu
ExceltabellenFreaks. Alles muss aufgezeichnet
werden: die Menge ausgebrachten
Düngers pro Parzelle, Mist, Gülle,
Presswasser, Kompost, alles wenn
möglich mit chemischer Zusammensetzung und Herkunft. Für spezielle
Wiesen gibt es auch Unterstützung:
Dafür wird der Schnittzeitpunkt ge-
nau vorgeschrieben. Man kann also
nicht mehr heuen, wenn das Wetter
gut ist, sondern erst dann, wenn es
in der Verordnung steht. An Bürotischen in der Bundesverwaltung sitzen theoretische Ökoromantiker und
formulieren immer wieder neue Vorschriften: Am liebsten wäre ihnen
wohl, wenn wir die Wiesen nachts
mähen würden, wenn die Bienen im
Bett sind. Aber natürlich müsste man
dann die Sense zur Hand nehmen,
weil ein Traktor Lärm macht; die
Nachtarbeit der Bauern würde man
hinnehmen!
Früher war es so, dass Landwirtschaftsbetriebe verschiedene Betriebszweige hatten, und so war eine
vielfältige Fruchtfolge gewährleistet:
Kartoffeln, Zuckerrüben, Getreide,
Mais, Raps, Wiesen. Heute sind die
Betriebe aus wirtschaftlichen Gründen auf wenige Produktionsbereiche
ausgerichtet. So führt man nun die
vielfältige Fruchtfolge wieder per
Landschaftsqualitätsbeitrag ein.
Wer noch ein Auge für die Kulturflächen hat, wird feststellen, dass
nun auch Ackerbohnen, Lupinen
oder Eiweisserbsen auf unseren Feldern wachsen und blühen. Diese Kulturen liefern Eiweiss für Tierfutter,
der Zweck dieser Kulturpflanze ist
aber nicht ein Ertrag, sondern die
Schönheit und Vielfalt der Landschaft
und Futter für Bienen und andere Insekten.
* Margreth Rinderknecht, Wallisellen, ist
Bäuerin und Kantonsrätin der SVP.
Freienstein-Teufen: Im GourmetStübli des Landrestaurants Wyberg
stehen auf der Speisekarte des prämierten Gastwirts Martin Aeschlimann erstmalig Gerichte mit Fasanenfleisch
aus
schweizerischer
Zucht. Dies berichtet der «Landbote».
Martin Aeschlimann legt viel Wert
darauf, dass das Fleisch für seine
Fine-Dining-Küche aus der Schweiz
stammt. Hierfür sei er auch bereit,
mehr Geld zu investieren, sagt der
prämierte Gastwirt. Der Vorteil liegt
für den im Jahr 2015 mit 13 «Gault
Millau»-Punkten
ausgezeichneten
Koch darin, dass er die Lieferanten
aus der Region persönlich kenne. So
könne er sich der Qualität seiner Produkte jederzeit sicher sein und den
Gästen hochwertige Gerichte servieren. Aus diesem Grund bevorzugt
Aeschlimann Fasanenfleisch aus der
ersten schweizerischen Zucht von Familie Benz in Embrach.
In der Branche kennt man Aeschlimann als ehemaliges Mitglied der
Schweizer Koch-Nationalmannschaft,
mit der er 2014 die Gold- und die Silbermedaille am Culinary World Cup
Luxemburg gewann. Ebenso sammelte er mit dem Kochkunst-Team der
Aargauer Kochgilde internationale
Erfahrungen. In Freienstein-Teufen
betreibt Aeschlimann zusammen mit
seinen Eltern und seiner Ehefrau Carol das Landrestaurant Wyberg mit
Gourmet-Stübli im ersten Stock.
Ihre Spezialität ist die «ChalberGourmet-Metzgete», bei der die Gäste
in kleinen Portionen von verschiedenen Kalbsstücken probieren können.
Bei der Lieferung des Kalbs habe er
zunächst einmal den Namen des Tieres wissen wollen, verrät Aeschlimann lachend. Dies nicht aus Galgenhumor, sondern aus Respekt gegenüber Tier und Haltung. «Es geht
dabei um Wertschätzung und regionalen Zusammenhalt.» Das Kalb
stammt ebenfalls vom Hof der Familie Benz aus Embrach.
Kanton Zürich/Bülach: Der Kanton
ist für Gymilehrer ein guter Arbeitgeber. Die höchsten Löhne zahlen in
der Deutschschweiz jedoch Zug und
der Kanton Thurgau. Nun will der
Kanton Zürich bei der Bildung 50 Millionen Franken kürzen, 18 Millionen
davon bei den Kantonsschulen. Dies
berichtet der «Tages-Anzeiger».
Eine 28-jährige Gymilehrerin, die Geschichte studiert und vor kurzem ihr
Lehrdiplom gemacht hat, steigt im
Kanton Zürich mit einem Jahreslohn
von 110 000 Franken ein. Allerdings
verdienen junge Gymilehrerinnen in
der Praxis selten von Beginn weg so
viel. Die meisten werden befristet, zu
kleinen Pensen und tieferen Löhnen
eingestellt. Falls sie sich in drei, vier
Jahren eine Festanstellung ergattern
können, haben sie die Chance, bis zur
Pensionierung den Lohn auf 178 000
Franken zu steigern. Es ist das Maximum, das der Kanton für Mittelschullehrer zahlt, und er steht damit in der
Deutschschweiz an der Spitze.
Wochenspiegel
BRENNPUNKT
Nr. 3
20. Januar 2016
3
Was hat sich in der
Tatnacht abgespielt?
Fortsetzung von Seite 1
im Pyjama bei ihr klingelte. Die Bewohnerin öffnete ihr die Türe jedoch
aus Angst nicht. Die Frau wurde
schliesslich im nächsten Haus versorgt. Wahrscheinlich handelte es
sich dabei um die angeschossene
47-Jährige. Ein Helikopter flog sie ins
Spital.
Katzenfreund und Segelflieger
Der Besitzer des Hauses, der unverletzt blieb, wurde kurz nach der Tat
von der Polizei einvernommen. Verhaftet wurde er aber nicht. Nun ist
auch klar, warum: Er stand nie unter
dringendem Tatverdacht. Der 48-jährige Hausbesitzer arbeitet als Projektleiter in einem Malergeschäft in Zürich. Wie Nachbarn berichten, sei er
nur selten draussen anzutreffen und
lebe zurückgezogen. «Wenn man ihm
begegnet, ist er jedoch stets sehr
freundlich», sagt ein Nachbar gegenüber dem «Wochenspiegel». G.R. hält
in seinem Haus mehrere Katzen. Bei
der Garageneinfahrt steht ein Segelflieger. Er lebe alleine, bekomme
aber manchmal Besuch von seiner
Freundin, sagen der Nachbarn weiter.
«Kann überall passieren»
Stefan Arnold, Gemeindepräsident
von Weiach, wurde kurz nach der Tat
von der Polizei über die Schiesserei
informiert. Er begab sich daraufhin
zum Tatort. «Bei solchen Ereignissen
werden die jeweiligen Gemeindepräsidenten und Gemeindeschreiber
grundsätzlich immer kontaktiert»,
sagt Arnold, «vor Ort kriegen wir Infos aus erster Hand, die wir dann
weitergeben können.» Stefan Arnold
weiss Bescheid, wer in dem Einfamilienhaus wohnt. «Ich kenne ihn aber
nicht näher», so der Weiacher.
Die Anwohner im Quartier sind
nach dem Tötungsdelikt verunsichert. Gemeindepräsident Stefan Arnold beruhigt jedoch: «Es ist unschön, dass so etwas bei uns geschehen ist.» Doch dies solle nicht zu Verunsicherungen führen. «Das kann
überall passieren», sagt Arnold.
Reportage-Abend an
Kantonsschule Bülach
Ein spannender, abwechslungsreicher Reportage-Abend findet am
Mittwoch, 3. Februar, um 19.30 Uhr
in der Aula der Kantonsschule statt.
Christian Zimmermann, Reporter,
Fotograf und Erzähler in einer Person berichtet von seinem viermonatigen Aufenthalt in Schottland, zeigt
Bilder und Videos und erzählt Storys.
Besonders interessieren dürften seine Ausführungen zu Loch Ness, denn
das Rätsel um das dort lebende Seeungeheuer ist offenbar gelöst. (hu.)
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Eindrücklich, aber zurückhaltend berichten die fünf afghanischen Asylbewerber von ihrer Flucht und ihren Hoffnungen.
Foto: Daniel Jaggi
Flucht in ein friedlicheres Leben
Im Gespräch mit dem
«Wochenspiegel» erzählen
fünf afghanische Asylbewerber über ihre teilweise
dramatische Flucht und ihre
grossen Hoffnungen auf
ein normales Leben in der
Schweiz. Im Zivilschutzbunker in Kloten warten
sie auf den Asylentscheid.
Silvana Schreier
Übersetzung: Sediq Zazai
Man merkt es den fünf jungen Männern an: Über ihre Heimat, ihre
Flucht und das Erlebte zu sprechen,
fällt ihnen schwer. Oft senken sie den
Blick, konzentrieren sich auf ihre
Hände. «In Afghanistan hatten wir
ein schlechtes Leben», erzählt Denis*. «Hier möchten wir einfach in
Frieden leben. Das ist unser Ziel.»
Der 19-Jährige sitzt gemeinsam
mit vier weiteren Asylbewerbern aus
Afghanistan im Container vor der Zivilschutzanlage «Dorfnest» in Kloten.
Ein Fernseher, ein Ledersofa, vier Ti-
Übergangslösung
für drei Monate
Die Zivilschutzanlage «Dorfnest»
in Kloten wird für rund drei Monate als Unterkunft für die zusätzlichen Asylbewerber von Kloten und Bassersdorf genutzt. Betreut werden sie von der Zürcher
Fachorganisation AOZ. Pro Tag
erhalten die jungen Männer jeweils acht Franken. Die Mahlzeiten werden von einem CateringUnternehmen geliefert.
Die 30 jungen Eritreer und Afghanen können voraussichtlich
im März in die Containersiedlung
an der Rankstrasse in Kloten umziehen. In der neuen Unterkunft
kochen die Asylbewerber selbst.
Monatlich erhalten sie dann 485
Franken für Fahrkosten und Verpflegung. (sis.)
«Wir haben uns für Köln geschämt»
In der Silvesternacht sind in Köln
zahlreiche Frauen unter anderem
von Asylbewerbern sexuell belästigt
worden. «Wir haben mitbekommen, dass Flüchtlinge in Köln etwas angerichtet haben», sagt Farid,
einer der fünf Asylbewerber in der
Zivilschutzanlage Kloten, mit denen
der «Wochenspiegel» gesprochen
hat. Über die sozialen Medien hätten sie von den Übergriffen erfahren. «Wir haben uns dafür geschämt», sagt Farid. Nach diesem
Ereignis hätten sie nun Angst, dass
man auch sie vorverurteilt. «Wir
machen solche Sachen aber nicht.»
In und um den Kölner Hauptbahnhof kam es in der Silvesternacht zu einem grossen Gedränge.
sche, viele Stühle und eine stark aufgedrehte Heizung – das ist der Aufenthaltsraum. Wie Schüler sitzen sie
am Tisch und erzählen zurückhaltend und in kleinen Häppchen ihre
Geschichten.
Seit dem 4. Januar sind die Räume unter der Erde in Kloten ihr Zuhause. Seit mehreren Wochen sind
sie in der Schweiz. Seit Monaten sind
sie auf der Flucht und haben ihre Eltern und Geschwister nicht mehr gesehen. «Manche von uns haben Kontakt. Einige Familien wohnen aber in
abgelegenen Gebieten von Afghanistan und können darum nicht telefonieren», sagt Adil*. Sie alle kämen
aus kleinen Dörfern, ihre Familien
wohnten noch immer da. Die finanziellen Mittel hätten nur für ihre Flucht
gereicht. Die Frage nach Heimweh
beantworten sie einstimmig: «Ja, natürlich.»
Taliban bedrohen Bevölkerung
«Die Lage ist schwierig in Afghanistan. Die Sicherheit ist nicht gewährleistet», sagt Adil. Mit seinen 26 Jahren ist er der Älteste der kleinen
Gruppe. Nach der Schule arbeitete er
in seiner Heimat als Lehrer und als
Beamter. Als die Bedrohung durch
die Taliban zu gross wurde, ent-
Mehrere hundert Männer mit ausländischem Hintergrund belästigten
unzählige Frauen sexuell und verübten zahlreiche Diebstähle. 652
Anzeigen wurden bisher eingereicht. Bei 331 handelt es sich um
Sexualdelikte. In zwei Fällen wurde
sogar eine Vergewaltigung angezeigt. Die Bundespolizei verdächtigt
mittlerweile 32 Männer.
Nach der Silvesternacht kritisieren Politiker die Arbeit der Polizei.
Diese hätten gravierende Fehler gemacht, da sie keine Verstärkung
angefordert hätten, sagt der deutsche Innenminister Ralf Jäger. Mit
den Fällen beschäftigt sich zurzeit
eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe. (sis.)
schloss er sich, zu flüchten. Wie das
eidgenössische Departement für Auswärtiges auf seiner Website schreibt,
besteht in ganz Afghanistan das Risiko von schweren Gefechten, Raketeneinschlägen oder Terroranschlägen.
Besonders gefährlich im Iran
Rund drei Monate dauerte der Weg in
die Schweiz. Besonders gefährlich sei
es im Iran gewesen: «Als ich dort
über die Grenze in die Türkei wollte,
hat die iranische Polizei auf uns geschossen. Alle rannten auseinander.
Kinder wurden von ihren Familien
getrennt und blieben bei der iranischen Grenzpolizei zurück», erzählt
Adil. Das Gesehene beschäftige ihn
heute noch.
Farid* machte Ähnliches durch:
«Die Schlepper haben uns mit Stöcken geschlagen. Und die iranische
Polizei wollte uns erschiessen.» Unterwegs sehe man viele Leichen, die
unter den Brücken aufgestapelt würden: Alles junge afghanische Flüchtlinge, die erschossen wurden. «Es ist
kein schönes Gefühl, an diese Dinge
zu denken», sagt Adil. Er sei froh,
jetzt in Europa, in der Schweiz zu
sein, wo es friedlich ist.
«Wir wollen uns hier ein neues,
ganz normales Leben aufbauen»,
sagt Adil. Ob er jemals nach Afghanistan zurückkehrt, weiss er nicht:
«Es ist schwierig, eine Vorhersage zu
machen, wann es Frieden geben wird
in Afghanistan.» Farid ergänzt: «Die
meisten Dörfer sind in den Händen
der Taliban. Wir können uns nicht
vorstellen, dass sie jemals befreit
werden.» An eine Rückkehr könnten
sie deshalb nicht denken.
Asylentscheid steht noch aus
«Ich komme aus Kundus», erzählt
Denis, «als die Taliban kamen, musste ich flüchten. Zuerst nach Kabul,
dann nach Kandahar, dann über die
Grenze nach Pakistan, dann in den
Iran und so weiter.» Einen Teil habe
er zu Fuss zurücklegen müssen, vor
allem das Überqueren der Grenzen.
«Die Flucht hat viel gekostet», sagt
Denis. Er hat es auf sich genommen,
um eine Chance auf ein besseres Leben zu bekommen. «In Afghanistan
konnte ich nicht zur Schule gehen,
diese Möglichkeit hatte ich nicht.»
Hier in der Schweiz würde der 19Jährige am liebsten eine Ausbildung
zum Lastwagenfahrer absolvieren.
Dass es nicht einfach wird, weiss er.
Denn noch steckt er, wie auch die anderen vier Afghanen, im Asylverfahren. Noch muss er auf den Entscheid
warten. Noch spricht er kein
Deutsch. Doch die Hoffnung, die die
jungen Männer antreibt, bleibt gross.
«Wir haben uns geschämt»
Laut den Betreuern der Zürcher Fachorganisation AOZ dauert es länger, bis
der Asylentscheid feststeht. Eine exakte Prognose kann nicht gemacht werden. Die Wartezeit wollen die jungen
Asylbewerber nutzen, um Deutsch zu
lernen. Sie wissen: Die Sprachkenntnisse sind entscheidend für das Leben
in der Schweiz. «Wir wollen hier arbeiten, etwas für die Schweiz leisten
und die Gesetze achten», sagt Adil im
Namen von allen. Mit den Schweizern
hätten sie bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. «Aber es gibt in jedem
Land gute und weniger gute Menschen», sagt Adil. Es scheint: Er
weiss, wovon er spricht.
* Namen geändert.
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Wochenspiegel
Nr. 3
20. Januar 2016
AKTUELL
Bald Postagentur im Volg in Höri
Die Postfiliale in Höri wird
bereits im Frühsommer geschlossen. Wie die Post in
einer Mitteilung schreibt,
wird auf diesen Zeitpunkt
hin im Volg-Laden an der
Wehntalerstrasse eine
Postagentur eingerichtet.
Daniel Jaggi
Heinrich Meier bei seinem 95. Geburtstag.
Foto: Archiv
Bülacher alt Stadtrat
Heinrich Meier gestorben
Seinen 97. Geburtstag feierte Heinrich Meier am 14. Dezember, einen
Monat später ist er nach kurzer
Krankheit gestorben. Vor zwei Jahren, als er seinen 95. Geburtstag mit
einer grossen Zahl von Gratulanten
im Alterszentrum Grampen feiern
konnte, hat der «Wochenspiegel»
sein Leben und Wirken ausführlich
gewürdigt. Hervorzuheben ist heute
noch einmal sein stetes Engagement
für sein «Büüli», indem er in Politik,
Land- und Forstwirtschaft, Bildung,
Heimatschutz und vielem anderen
über Jahrzehnte als Gemeinde- und
Stadtrat und Kantonsrat diente. In
späteren Jahren widmete sich Heinrich Meier mit viel Liebe seinem
Weinberg, von dem sein bekannter
und
beliebter
«Schtubechläusler
Fründschaftswy» stammte. Und noch
später, er war da bereits 80 Jahre alt,
setzte er sich als Stifter und Spender
sowie als Stiftungsratsmitglied für
das Alterszentrum Grampen ein, das
aufgrund eines Vorschlags von ihm
diesen Namen trägt.
Die Trauerfeier findet morgen
Donnerstag, 21. Januar, 14.30 Uhr in
der reformierten Kirche statt. (hu)
Beim Verkaufsgeschäft soll zudem eine freistehende, rund um die Uhr zugängliche Postfachanlage installiert
werden, wie Erwin Furrer, Leiter Betrieb Postestellengebiet Bülach, auf
Anfrage sagt. Der genaue Zeitpunkt
der Postagentur-Eröffnung ist noch
nicht klar. Furrer: «Der Volg muss im
Laden eine bauliche Anpassung vornehmen.» Er rechnet damit, dass die
Anpassungen im Juni oder Juli abgeschlossen sein werden.
Erheblicher Umsatzrückgang
Die Post begründet den Abbau in Höri damit, dass die für die Grundauslastung wichtigen Einzahlungen in
den letzten Jahren um «fast einen
Viertel» zurückgegangen seien. Die
Nachfrage reiche deshalb nicht mehr
aus, um in Höri eine eigenständige
Filiale wirtschaftlich betreiben zu
können. Nach Angaben der Post soll
den Mitarbeitern ein Angebot für
eine gleichwertige Beschäftigung in
der näheren Umgebung unterbreitet
werden.
Der Gemeinderat Höri bedauert
den Verlust der Poststelle, wie dem
Schreiben an die Bevölkerung zu ent-
Nach einem Umbau soll im Juni oder Juli die neue Postagentur im Volg
an der Wehntalerstrasse in Höri eröffnet werden.
Foto: Daniel Jaggi
nehmen ist. Er betont aber: «Andererseits kann er den aus Sicht Post
gegebenen Handlungsbedarf nachvollziehen.» Daher habe sich der Gemeinderat in den Gesprächen dafür
eingesetzt, dass die Bevölkerung weiterhin über einen physischen Zugang
zu Postdienstleistungen verfügt. Mit
der Agentur im Volg-Laden bleibt in
Höri nach Meinung des Gemeinderats ein gutes Postangebot erhalten,
verbunden mit sehr attraktiven Öffnungszeiten. Zudem werde der Dorfladen mit einem zusätzlichen Stand-
bein gestärkt. Zum Leistungsabbau in
Höri haben nach Angaben der Post
vor allem die geänderten Lebensund Kundengewohnheiten geführt.
So würden SMS, E-Mail und Internetbanking die herkömmlichen Postdienstleistungen verdrängen. Hinzu
komme die wachsende Konkurrenz,
vor allem auf dem Paketmarkt. Diese
Entwicklung habe Folgen, so die Post
weiter: Schweizweit würden immer
weniger Briefe, Pakete und Einzahlungen über den Postschalter abgewickelt.
Wochenspiegel
VE R M I S C H TE S
Endlich wieder
Fasnacht im Rafzerfeld
Die Schule Unteres Rafzerfeld hat zusammen mit dem Elternrat für Samstag, 23. Januar, eine Kinderfasnacht
mit Umzug und Ball organisiert. Mit
dabei sind Kinder aus Wasterkingen,
Hüntwangen und Wil, wo es bereits
seit zwölf Jahren keinen Umzug
mehr gab. Während des Umzugs
wird die Gugge Chlüppliseck Kloten
und die Wagengruppe Bächtele
Bröögge aus Rafz für musikalische
Stimmung sorgen. Das Motto lautet
«Piraten». Walter Meier, Gemeinderat
von Wil, schmückt zusammen mit
den Organisatoren einen Wagen, mit
dem Kinder mitfahren werden. Dabei
kann man die eine oder andere Konfetti-Überraschung erwarten.
Der Umzug wird um 14 Uhr knallig durch eine Kanone eröffnet. Der
Umzug startet an der Bächerwiesstrasse in Wil. Anschliessend findet
in der Turnhalle Landbüel der Fasnachtsball statt. Für Verpflegung ist
gesorgt. Jeder darf Kuchen mitbringen und ihn ab 13 Uhr in der Turnhalle abgeben. Mit dem Erlös aus
dem Kuchenbuffet wird die Vereinskasse der ehrenamtlichen Guggenmusiker aufgefüllt. (pd.)
Die Gründungsmitglieder der IG
Herti/Bahnhofstrasse Bülach. F: zvg.
Mehr Leben im
Bülacher Hertiquartier
Mit gemeinsamen Aktivitäten wollen
einige Ladenlokale und Dienstleistungsbetriebe zwischen der Bülacher
Altstadt und dem Bahnhof für ein
steigendes Einkaufserlebnis sorgen.
Zu diesem Zweck wurde im Januar
die Interessensgemeinschaft Herti/
Bahnhofstrasse gegründet.
Das Hertiquartier soll einen Aufschwung erleben. Davon ist die Interessensgemeinschaft überzeugt. Einige Ideen dafür bestehen auch schon:
So möchte man beispielsweise mit einem
Hertiquartier-Sommerfestival
aufzeigen, wie viel Spass es macht, in
Bülach zu verweilen oder mit einem
Lady’s Night-Shopping während der
Fussball-Europameisterschaft
ein
ganz besonderes Einkaufserlebnis
bieten.
Mehr als 40 Geschäfte angefragt
«Mir ist es wichtig, dass Aktivitäten
mit der Altstadt und der Kasernenstrasse koordiniert und kombiniert
werden und der Kunde dadurch von
einem quartierübergreifenden Gewerbeleben in Bülach profitiert», sagt
Präsidentin Angela Krämer. Zusammen mit Richard V. Stegmann von
Valentin Tools steht die Inhaberin der
Drogerie Krämer der Interessensgemeinschaft vor. Rund 50 Geschäfte
wurden im Vorfeld der Gründung angeschrieben und zur Teilnahme angefragt. Am 7. Januar segneten dann
13 ansässige und zum grössten Teil
inhabergeführte Ladenlokale und
Dienstleistungsbetriebe die Statuten
ab. Für interessierte Firmen, Organisationen oder Personen erteilt der
Vorstand Informationen und nimmt
Beitrittsgesuche jederzeit entgegen.
Die Bülacher Bevölkerung kann
gespannt sein, auf die zukünftigen
Events im Quartier. Die frisch gegründete IG ist motiviert, an deren
Umsetzung zu arbeiten. (pd.)
Nr. 3
20. Januar 2016
5
Moderner Schmuck aus Pferdehaar
Als eine von wenigen in
der Schweiz beherrscht
Rita Simmler aus Buchberg
das alte Handwerk, aus
Pferdehaaren Schmuck
herzustellen. Dennoch sind
ihre Werke sehr modern.
Symbole
der Verbundenheit
Die ersten Schmuckstücke aus
Menschenhaaren stammen aus
dem 16. Jahrhundert. Den Höhepunkt
erlebte
der
haarige
Schmuck, geklöppelt oder gewoben, in der viktorianischen Zeit.
Noch bis ins letzte Jahrhundert
schenkten Frauen ihrem Geliebten Uhrketten aus ihren Haaren.
Und auch die Frauen im Appenzellerland tragen zu ihren Trachten noch immer aus Haaren geflochtenen
und
geklöppelten
Schmuck.
Lena Tobler
«Grosi, ich weiss nicht, wie lange Fabienne noch lebt. Kannst du mir etwas aus ihren Haaren machen?»:
Der Wunsch der Enkelin nach einem
Erinnerungsstück ihres damals 23jährigen Pferds gab Rita Simmler den
Anstoss, das traditionelle Handwerk
der Schmuckgestaltung aus Pferdehaaren zu erlernen.
kat. Besonders freut sich die 14-fache
Grossmutter, wenn junge Männer ein
Schmuckstück für ihre pferdeliebenden Freundinnen erwerben. Um das
traditionsreiche Handwerk wieder
ins Bewusstsein zu rufen, ist sie oft
auch an Kunsthandwerkmärkten anzutreffen. Ganz sicher am «Handfest»
in Bülach, das es ihr mit seiner speziellen Atmosphäre im Städtchen besonders angetan hat.
Technik in Kursen gelernt
Zu klöppeln hatte die pensionierte
Bauersfrau einige Jahre zuvor begonnen, als ihr, nach einer Arm- und
Schulteroperation, das Weben zu
mühsam wurde. An Neuem interessiert, machte sie einen ersten Versuch mit Fabiennes Haaren. Doch
Pferdehaare sind kein Garn, und so
belegte Rita Simmler kurzerhand einen Kurs in Deutschland, um den Geheimnissen der Pferdehaarverarbeitung auf die Spur zu kommen. Sieben
Jahre später ist Fabienne, das Pferd
ihrer Enkelin, noch immer quicklebendig. Und dem Halsschmuck für
die Enkelin sind mehrere hundert
Hals-, Arm- und Uhrenketten gefolgt.
Dazu Dutzende von Schlüsselanhängern, Finger-, Ohrringen und anderes
mehr. Rita Simmler hat ihre Passion
gefunden.
Eigenes Design
An einer Halskette arbeitet die
Schmuckdesignerin mindestens zehn
Stunden, oft noch einige mehr. Trotzdem sind die Ketten mit rund 160 bis
200 Franken erschwinglich. Zunächst
müssen die 60 Zentimeter bis einen
Meter langen Pferdeschweifhaare
entwirrt, aussortiert und manchmal
Nicht auf Altem ausruhen
Gerne demonstriert die Buchbergerin Rita Simmler an Ausstellungen, wie
sie an der Jatte, dem speziellen Klöppelstuhl, arbeitet.
Foto: Lena Tobler
auch gewaschen werden. Danach
knüpft Rita Simmler rund 120 Haare
– so viele braucht es für eine Kette –
an die mit Blei gefüllten eigenen
Klöppel. Erst jetzt beginnt die eigentliche Schmuckgestaltung. Halsketten
werden um einen Holzstab geklöppelt
und erhalten so ihre runde, filigrane
Form. Für Armbänder, Fingerringe
und Uhrketten eignet sich die stabilere Flechttechnik besser. Mit silbernen
Zwischenstücken, auch diese sind oft
selbst gefertigt, gibt Rita Simmler mit
Anhängern oder Halbedelsteinen den
Schmuckstücken ihr endgültiges Design. Rita Simmlers Pferdehaarschmuck ist nicht nur bei «Rösselern» gefragt, die sich bei ihr ein
persönliches Schmuckstück aus Haaren ihres Lieblings machen lassen.
Nach Buchberg kommen Menschen
aller Altersklassen, die das Besondere suchen und die Leichtigkeit sowie
die Formbeständigkeit des Materials
schätzen. Dank der Vielfarbigkeit der
Rosshaare wird jedes Stück zum Uni-
In Modekatalogen findet Rita Simmler die neusten Schmucktrends und
überträgt diese auf ihre Arbeit. Besonders gefragt sind derzeit Armbänder oder Halsketten, denen die Kundinnen mit verschiedenen Anhängern
immer wieder ein anderes Aussehen
geben können. Die Schmuckdesignerin erfüllt auch gern Wünsche. Etwa
denjenigen einer Dame, die eine
überlange Kette suchte, damit sie die
Taschenuhr ihres Grossvaters um
den Hals tragen konnte. Nach gemeinsamer Überlegung verband Rita
Simmler zwei ihrer Ketten mit zur
Uhr passenden Verbindungsstücken
zu einer langen Uhrenkette.
Mehr zum Pferdehaarschmuck aus Buchberg: www.pferdehaarschmuck.ch.
Zerstörten Kiffer in Bülach Kunstobjekte?
mutwillig zerstört wurde. Zimmer:
«Pascal Fehr nahm es relativ gelassen. Er ist auch noch ein bisschen
jünger und kann die Tat vielleicht
eher nochvollziehen.» Ganz anders
sei dagegen die Reaktion von Milan
Spacek gewesen. Er habe sich persönlich angegriffen gefühlt und grosse Probleme mit dem Vandalenakt
gehabt, so Zimmer weiter. «Es ist
hier auch eine Frage des Alters. Spacek ist eine Generation älter als Fehr
und kann die Tat vielleicht darum
weniger gut nachvollziehen.»
Auf dem Kirchenhügel in
Bülach treiben Randalierer
ihr Unwesen. Sie haben
bereits zwei Skulpturen
einheimischer Künstler
zerstört. Hinter den
Attacken werden Kiffer
vermutet.
Flavio Zwahlen
Auf dem Hügel bei der reformierten
Kirche Bülach stellen Künstlerinnen
und Künstler aus der Region ihre
Skulpturen aus. Die Stiftung Sigristenkeller Bülach wählt dafür bekanntere und weniger bekannte Künstler.
Im Jahr 2014 war das der Youngster
Pascal Fehr, letztes Jahr hatte Milan
Spacek aus Dielsdorf die Ehre.
Versicherung wäre zu teuer
Kunstwerke abgedrückt
Während diesen beiden Jahren tat
sich ein ganz neues Problem auf:
Vandalismus. Einzelne Figuren der
beiden Unterländer Künstlern wurden vom Sockel abgedrückt. Betroffen ist die Plattform beim Foyer vor
der Kirche. Jolanda Zimmer, Präsidentin des Stiftungsrats und der Kellerkommission sagt: «Wahrscheinleich haben sich gleich mehrere Personen an die Skulpturen gehängt.»
Eine einzelne Person hätte nicht so
Die Skulptur, die auf diesem Sockel stand, wurde mutwillig beschädigt.
Im Hintergrund die überdachte «Kifferecke».
Foto: Flavio Zwahlen
viel Kraft. Jolanda Zimmer ist denn
auch entsetzt: « Es ist sehr bedenklich, dass solche Dinge geschehen.»
Diese mutwillige Zerstörung sei neu
und in den Jahren zuvor noch nie gesehen, so die Kommissionspräsidentin weiter. Beschädigt wurden jene Skulpturen, die auf dem Sockel
zwischen dem Sigristenhaus und der
Kirche standen. Laut Jolanda Zimmer kein Zufall. «Dort befindet sich
die sogenannte Kifferecke. Ich bin
mir sicher, dass die Leute, die dort
kiffen, auch die Skulpturen verwüstet
haben.»
Die beiden betroffenen Künstler reagierten unterschiedlich, als sie erfuhren, dass eine ihrer Skulpturen
Frustrierend ist für Jolanda Zimmer,
dass die Täter wohl nie zur Rechenschaft gezogen werden können. «An
diesen Ort gehört eine Kamera hin»,
meint sie. Doch das wäre Aufgabe
der Kirche, und diese denke zurzeit
nicht an eine Überwachung, so die
Kommissionspräsidentin weiter. Die
Skulpturen auf Vandalismus versichern zu lassen, komme auch nicht
infrage: «Das können wir uns nicht
leisten», sagt Zimmer.
Sollten sich die Attacken in nächster Zeit wiederholen, denkt Jolanda
Zimmer darüber nach, die Sockel
nicht mehr mit Kunstwerken zu bestücken. Sicher ist: Der Künstler, der
ab Frühling seine Werke auf dem
Kirchenhügel ausstellt, ist bekannt
für seine massiven Objekte.
6
Wochenspiegel
Nr. 3
20. Januar 2016
KULTUR/MEINUNGEN
Abrechnung in
Oberglatt genehmigt
Der Gemeinderat Oberglatt hat an
seiner Sitzung im Februar 2014 eine
einmalige Ausgabe von 58 104 Franken für die Ersatzbeschaffung der
Abfallbehälter in der Gemeinde genehmigt. Nun liegt die Abrechnung
vor. Wie der Gemeinderat in einer
Mitteilung schreibt, beliefen sich die
Gesamtkosten auf rund 57 500 Franken. Damit sei der bewilligte Kredit
um 604 Franken unterschritten worden. Dies, weil die Kosten günstiger
als geplant und offeriert ausgefallen
seien. Wie der Gemeinderat weiter
schreibt, hat er die Abrechnung an
einer kürzlich erfolgten Sitzung genehmigt. (pd.)
LESERBRIEFE
«Hand» ist
kein Schleichweg
Zum Artikel «Hand-Sperrung hinausgezögert» vom Mittwoch, 13. Januar
Wenn immer über die geplante
Sperrung der «Hand», der Verbindungsstrasse zwischen Dielsdorf und
Buchs, berichtet wird, lese ich vom
dortigen «Schleichweg». Also (gemäss Duden) von einem verborgenen, nur wenigen bekannten Weg.
Davon kann doch überhaupt keine
Rede sein, denn es handelt sich hier
um eine ausgebaute normale Strasse,
die, wie jede andere, in den Strassenkarten eingezeichnet und somit auch
den Navigationseinrichtungen bekannt ist. Diese Verbindung wird
denn auch von sehr vielen Verkehrsteilnehmern befahren, für die es
schlicht logisch ist, von A nach B die
direkte Route zu wählen.
Eine vorhandene Strasse, die zudem einst durch die öffentliche Hand,
sprich Steuerzahler, finanziert wurde, darf und soll doch wohl benützt
werden. Wenn sich jetzt aber Anwohner und betroffene Gemeinden für eine Schliessung aussprechen, kann
ich das zwar nachvollziehen, auch
wenn ich persönlich eine Geschwindigkeitsreduktion auf der ganzen
Strecke als bessere Lösung gesehen
hätte. Dass mir aber als Automobilist
unterschwellig immer wieder vermittelt wird, mit dem Befahren dieses
«Schleichweges» etwas beinahe Unrechtes zu tun, ärgert mich jedes Mal
beim Lesen entsprechender Artikel.
Die künftige Alternative der Umwegfahrt über Adlikon–Regensdorf betrachte ich mindestens ökologisch als
auch nicht wirklich sinnvolle Lösung.
Ernst Leubin, Neerach
Kein seriöser
Leserbriefbeitrag
Zum Leserbrief «Pompöser Götzenpriestertanz um das Klima-Phantom» von Markus Wäfler, Steinmaur:
Mit tiefer Betroffenheit nahm ich
den Leserbrief zur Kenntnis. Ich frage mich, ob es nicht auch in der Verantwortung der Redaktion ist, verwirrte Schreiber wie Herrn Wäfler
vor sich selbst zu schützen, indem
sein Beitrag hätte gesperrt werden
sollen. Was Herr Wäfler zum Besten
gibt, lässt ihn wohlgesinnt und bestenfalls in die Kategorie Verschwörungstheoretiker einstufen. Mit Seriosität hat sein Beitrag nun wirklich
nichts zu tun.
Peter Fidler, Oberweningen
Anmerkung der Redaktion: Der
«Wochenspiegel» veröffentlicht in der
Regel Leserbriefe ungekürzt. Enthält
ein Beitrag strafrechtlich relevante
Aussagen oder solche, die nicht den
gesellschaftlichen
Gepflogenheiten
entsprechen, wird er nicht publiziert.
Wochenspiegel
Nr. 3
20. Januar 2016
7
«Ängel uf Umwägä» in Niederglatt
Der Dramatische Verein
Niederglatt feiert am 29.
Januar Premiere seines
Stücks «Ängel uf Umwägä»
im Schulhaus Eichi. Die
packende Handlung und die
talentierten Schauspieler
versprechen einen unterhaltsamen Abend.
Jennifer Furer
Zwei Schutzengel sitzen auf Wolke
24. Sie haben die Aufgabe, Isabella
Stammer und ihr Umfeld zu beschützen. Diese Aufgabe ist nicht ganz einfach: Vor kurzem starb ihr Sohn, und
ihr zweiter Sohn Thomas befindet
sich in einer schwierigen Beziehung.
Dabei wünscht sich Isabella, dass
Thomas wieder eine Verbindung mit
Viktoria eingeht. Dazu kommt noch,
dass Frau Stammer in ihrem Haushalt Dani Murer beherbergt. Sie sitzt
ihre Sozialstrafe dort ab und erhält
Besuche eines suspekten Pfarrers.
Diese unterhaltsame Geschichte wird
ab dem 29. Januar vom Dramatischen Verein Niederglatt im Schulhaus Eichi aufgeführt.
Ein Stück, neun Schauspieler
Die Idee, das Stück «Ängel uf Umwägä» aufzuführen, stammt von Brigitta
Piana, die Regie führt: «Die Handlung
Regisseurin Brigitta Piana: «Die Handlung verspricht viel, und die Dialoge sind witzig.»
verspricht viel, die Dialoge sind witzig, und die Schauspieler, die wir haben, passen in die Rollen», so die Regisseurin. Insgesamt werden neun
Leute auf der Bühne stehen.
Einer davon ist Fabio Piana, der
Sohn von Brigitta Piana. Er spielt
Traugott, einen der Schutzengel.
Dass seine Mutter Regie führt, ist für
ihn kein Problem. Fabio Piana: «Das
führt nicht zu Konflikten. Ich werde
nicht anders behandelt als die anderen.» Ebenfalls mit dabei ist Verena
Egloff. Sie steht schon seit 45 Jahren
auf der Bühne: Egloff: «Am Anfang
konnte ich mich nicht wirklich mit
der Rolle identifizieren. Ich fragte
mich, wie ich das rüberbringen soll.
Aber nach jeder weiteren Probe wurde mir die Figur sympathischer. Mittlerweile kann ich mich sehr gut in sie
hineinversetzen», so Egloff.
Probewochenende im Herzberg
Tante Emmy Stammer (Mägi Scheidegger) spioniert ihre Familie aus.
Hinter einem solchen Stück steckt
viel Arbeit. Seit August arbeitet der
Dramatische Verein Niederglatt für
diese Aufführung. Brigitta Piana:
«Nach dem Lesen des Texts muss ein
Probeplan erstellt, die Frage der Kostüme geklärt , das Bühnenbild erstellt
und natürlich geprobt werden.»
Geübt wird zweimal in der Woche, jeweils am Mittwoch und Freitag. Zudem findet zusätzlich ein Probewochenende statt. Dieses Jahr gin-
Foto: Jennifer Furer
gen die Schauspieler und die Regisseurin nach Herzberg in der Nähe
von Aarau. Bisher sind sowohl Regisseurin wie auch Schauspieler zufrieden mit ihrer Arbeit. Brigitta Piana:
«Es läuft alles, wie es muss. Ich bin
sehr zufrieden.» Verena Egloff
stimmt dem zu: «Wir sind ein gutes
Team, die Proben liefen gut, und es
macht Spass.» Spass machen soll das
Theaterstück aber nicht nur den Beteiligten, sondern auch dem Publikum. Brigitta Piana: «Die Leute sollen
sich unterhalten fühlen und sich
amüsieren. Das Stück ist für Jung
und Alt gedacht. Wir freuen uns über
jeden, der kommt.» Interessierte können sich ihr Ticket online reservieren. Das Stück dauert 95 Minuten
und wird im Schulhaus Eichi aufgeführt.
Aufführungsdaten: Freitag 29. Januar;
Samstag, 30. Januar; Donnerstag, 4. Februar; Freitag, 5. Februar; Samstag, 6. Februar; Freitag, 12. Februar; Samstag, 13.
Februar. Beginn jeweils um 20 Uhr.
Reservationen:
www.theater-niederglatt.ch
Support bei Computerproblemen in Bülach
Die Computeria Bülach
hilft jeden Donnerstag
älteren Menschen bei ihren
Problemen mit verschiedenen elektronischen Geräten.
Oliver Linow
Ein Kabelsalat am Boden, Computer
und Tablets auf den Tischen: In einem Unterrichtszimmer des reformierten Kirchengemeindehauses in
Bülach sitzen an diesem Donnerstag
vor allem ältere Leute an den grauen
Tischen. Sie kommen auch aus der
näheren Umgebung Bülachs und hoffen auf Hilfe. Alle sind da, weil sie irgendein Problem mit einem elektronischen Gerät haben.
Hilfe bietet ihnen an diesem Donnerstagnachmittag die Computeria.
Das ist nichts anderes als eine Gruppe von rund einem Dutzend Freiwilliger unter der Leitung von JeanJacques Meyer. «Die meisten Freiwilligen sind pensioniert und hatten in
ihren Jobs in irgendeiner Weise mit
Computern zu tun», erklärt er.
Manchmal helfen auch Jugendliche,
die sich so Punkte für die Konfirmation sichern können. Jeden Donners-
tag, ausser in den Ferien, an Feiertagen oder wenn ein Vortrag stattfindet, nehmen sie sich von 16 bis 18
Uhr Zeit, Benutzerprobleme zu beheben oder Viren zu entfernen.
Neben diesem Support veranstaltet die Computeria regelmässig auch
drei bis vier Vorträge im Jahr. Sie
drehen sich allesamt rund um das
Thema Computer. Zudem werden in
diesem Jahr drei weitere Computerprogramm-Selbstlernkurse angeboten. Meyer: «Diese Kurse werden seit
einem Jahr angeboten und sind sehr
beliebt.» Die Partnerorganisation
Nachbarschaftshilfe der Region Bü-
lach steht zudem jederzeit für
Home-Support zur Verfügung.
Ins Leben gerufen wurde die
Computeria Bülach von drei Trägerschaftschafts-Vertreterinnen im September vor zwei Jahren, nachdem
der damalige Geschäftsführer der reformierten Kirche seine Surfertreffs
eingestellt hatte. Seither stösst das
Angebot auf ein immer grösser werdendes Interesse. «Zurzeit kommen
etwa sechs bis sieben Leute pro Woche – Tendenz steigend. Die meisten
sind zwischen 60 und 80 Jahre alt»,
sagt Meyer weiter.
Keine Ausweitung geplant
Jean-Jacques Meyer erklärt Josy Kreyenbühl aus Bülach, wie sie die Daten von ihrem Handy auf dem Laptop speichern kann.
Foto: Oliver Linow
Den Benutzersupport auf andere Gemeinden oder Nachmittage auszudehnen ist trotzdem kein Thema.
«Dafür ist der Bedarf nicht vorhanden», betont er. Da die Hilfe gratis
angeboten wird, ist die Computeria
auf Unterstützung angewiesen. Diese
erhält sie von den drei Trägerschaften, der Anlaufstelle 60plus von Pro
Senectute,
dem
Gemeinnützigen
Frauenverein Bülach und von der reformierten Kirche.
Meyer: «Zudem erhalten wir von
zufriedenen Klienten hie und da einen Zustupf.»
8
Wochenspiegel
Nr. 3
BÜLACHER KULTUR
20. Januar 2016
Die Panflöte auf Tournee
Da unser Geschäft am 31. März 2016
geschlossen wird
Dieses Konzert ist einen Besuch
wert: Am 31. Januar spielt Urban
Frey auf der Panflöte Ausschnitte
aus der «Zauberflöte».
VERANSTALTUNGSKALENDER
THEATER
Mittwoch, 20. Januar, 14.30 Uhr
«Drei Männer im Schnee»
Ref. Kirchgemeindehaus, Seniorenclub/Pro Juventute
Ein Dutzend Auftritte hat das Ensemble, das
seit Ende November unter dem Motto «Zauberflöte – Flötenzauber» unterwegs ist, Ende Januar hinter sich. Das Ensemble, das sind Urban
Frey als Solist mit der Panflöte und das Circolo-Quartett, vier professionelle Musiker mit
Streichinstrumenten. Begonnen hat die Panflöten-Tournee in Kloten, beendet wird sie in der
reformierten Kirche in Bülach. Für Urban Frey
ist das «so etwas wie ein grosses Finale», auf
das er speziell gespannt ist, denn er ist seit eineinhalb Jahren der Leiter der Musikschule Zürcher Unterland, die ihren Sitz in Bülach hat.
KONZERT
Freitag, 22. Januar, 20 Uhr
Klavierduo Adrien Soós und Ivo Haag
Flügelsaal Musik Hug, www.klassikbuelach.ch
JAZZ
Freitag, 22. Januar, 20.15 Uhr
Sandy Patton Quintet
JazzInn im Grampen, www.jazzbuelach.ch
Gheorghe Zamfir und «Syrinx»
Es ist etwa 30 Jahre her, da hatte die Panflöte
schon einmal Hochkonjunktur. Es waren insbesondere zwei rumänische Musiker, die mit diesem Instrument viel Erfolg hatten und immer
wieder in TV-Sendungen zu sehen und zu hören waren: Gheorghe Zamfir und Simion Stanciu, der unter dem Namen «Syrinx» auftrat.
Urban Frey verhehlt nicht, dass die beiden
Musiker zu seiner Geschichte als Panflöten-Solist gehören: «Ich war damals deswegen ein
paar Mal in dem Rumänien, in dem noch Ceausescu regierte.» Seine Reiseerlebnisse und Erfahrungen in Rumänien sind denn auch speziell, über die er sich aber nicht weiter auslässt.
Nichtsdestoweniger intensivierte er sein Studium mit dem Erfolg, dass er der erste Schweizer
mit einem Lehr- und Konzertdiplom für Panflöte wurde. Dieses Instrument, das darf angenommen werden, dürfte durch die Tournee
neue Fans gewinnen. Dazu beitragen werden
auch weitere Auftritte von Urban Frey, der für
die Zeit nachher bereits neue Ideen hat: «Meine
Gedanken gehen in Richtung Jazz.» Eine Mitwirkung im Bülacher Musikleben kann er sich
vorstellen. Die Kompositionen, die Urban Frey
mit dem Circolo-Quartett, «alles hervorragende
Urban Frey mit seiner Panflöte.
Foto: zvg.
Musiker», spielt, gehen von Klassik über Volksmusik bis zum Jazz. Natürlich stehen die Melodien aus der «Zauberflöte» von Mozart im Vordergrund. Im ersten Konzertteil werden die Ouvertüre und fünf Stücke aus der Oper geboten,
nach der Pause in einem zweiten Teil Marcia
und noch einmal sechs Stücke.
Neue Arrangements
Alle anderen Kompositionen, die zur Aufführung gelangen, sind für die Besetzung Streichquartett und Panflöte neu komponiert oder neu
arrangiert worden. Begonnen wird das Konzert
mit «Il Cardellino» («Der Distelfink») von Antonio Vivaldi, im zweiten Teil folgen mit «Flötenzauber» von Frédéric Bolli und der «Jazz-Suite» von Heinz Höpli reizvolle Stücke für Panflöte und Streichquartett. Dieses tritt dreimal allein auf und spielt Werke von Béla Bartok, Erwin Schulhoff und Astor Piazzolla (Ticketverlosung auf Seite 14).
Friedel K. Husemann
Eine Medaille für die Sigristenkeller-Kleinkunst
Das Frühlingsprogramm im Sigristenkeller ist ein weiteres
Mal vielfältig und
medaillenwürdig.
Die «ChällerZytig» ist stets lesenswert. Die Nummer 54 besonders,
denn neben dem Programm, das
bereits zwei Gastspiele im Januar
hinter sich hat, äussert sich die
Präsidentin des Kulturzentrums Sigristenkeller, Jolanda Zimmer, gleich
zweimal. Sie kommt auf das Programm zu sprechen, muss daneben
aber von Vandalismus auf dem Ausstellungshügel berichten, denn
«Barbaren» haben Teile der ausgestellten Skulpturen zerstört. Diese
sollen aber zum Betrachten und
Nachdenken anregen – wozu die
«Zerstörer» gar nicht fähig sind.
Es sei aber das Erfreuliche der
«ChällerZytig» Nummer 54 nicht
vergessen. Der Artikel «Ja klar, die
Bar!» von Andreas Fischer ist lesenswert, man kommt aus dem
heimlichen Grinsen nicht mehr heraus. Man nimmt sich vor, beim
nächsten Besuch im Sigristenkeller
der Bar einen Besuch abzustatten,
um die beschriebenen Erfahrungen
höchstpersönlich zu erleben. Das
Witzige an diesem Artikel ist ja,
dass aus weiblicher Sicht der Mann
oder die Männer «hochgenommen»
werden – es ist ein köstlicher Text.
Kleinkunst mit Niveau
Das Programm hat es verdient, vorgestellt zu werden. Man kann sich
auf Simon Chen freuen, der am 5.
Februar unter dem Titel «MEINE REDE! – Kabarett am Puls der Zeit»
Kleinkunst erster Güte bringt. Zwei
Wochen später, am 19. Februar,
heisst es dann «Mir stinkt das
Glück». Das ist eine «tragische Komödie», deren Text und Spiel von
Marjolaine Minot dargeboten wird.
Am 9. März (um 15 Uhr) wird für
die Kleinen eine mittlere Schweinerei geboten, die unter dem Titel
«Piggeldy & Frederick» steht. Das
kleine Schwein Piggeldy fragt, und
das grosse Schwein Frederick ant-
klavier-duo
adrienne soòs, klavier
ivo haag, klavier
werke von johannes brahms, claude debussy und
wolfgang amadeus mozart
freitag, 22. januar 2016
beginn 20 uhr, türöffnung 19 uhr
reservation: tickets zu fr. 40.– unter
www.klassikbuelach.ch
oder direkt an der abendkasse
wortet.
Am 18. März treffen die Besucher
auf ein interessantes Paar, das
durch seine Kolumnen in Zeitschriften bekannt ist: Schreiber vs.
Schneider. Sybil Schreiber und Steven Schneider blicken dann auf
Kursschwankungen, nicht an der
Börse, sondern im Eheleben. Am 9.
April heisst es «Gustave Flaubert:
Bouvard & Pécuchet». Die beiden
Herren, dargestellt von René Ander-Huber und Helmut Vogel, liefern eine Parodie auf den Wissensoptimismus. Die Geschichte von
Bouvard & Pécuchet beginnt im
Jahr 1839 auf einer Parkbank in Paris und – aber das sieht und hört
man sich besser live an. Am 24.
April ist das musikalische Finale,
das vom Duo Montana, Daniela
Hunziker (Cello) und Lukas Roos
(Bassklarinette), bestritten wird
und von Bach bis Blues geht.
Die Gastspiele beginnen um 20 Uhr,
die Bar ist jeweils ab 19.15 Uhr geöffnet. Vorverkauf bei Tuttolana
(Telefon 044 836 62 62) oder unter
www.sigristenkeller.ch. (hu)
AUSSTELLUNG
Sonntag, 24. Januar, 10 bis 12 Uhr
Sonntag, 31. Januar, 10 bis 12 Uhr
Sonntag, 7. Februar, 10 bis 12 Uhr
Film & Foto in Bülach
Ortsmuseum, www.museum-buelach.ch
FILM
Samstag, 30. Januar, 10 Uhr
Die Zauberlaterne/Filmklub für Kinder
Kino ABC, www.zauberlaterne.org
KINDERTHEATER
Samstag, 30. Januar, 14 Uhr
«Schtärneföifi im Märlisalat»
Aula Kantonsschule, www.kindermusicals.ch
KABARETT
Freitag, 5. Februar, 20 Uhr
Simon Chen: «Meine Rede!» – Kabarett am Puls der Zeit
Sigristenkeller, www.sigristenkeller.ch, www.simonchen.ch
JAZZ
Freitag, 5. Februar, 20.15 Uhr
«Slidestream – Overwhelming Trombone Sonorities»
JazzInn im Grampen, www.jazzbuelach.ch
SCHNEEMÄNNER
Heute Mittwoch um 14.30 Uhr
sind im reformierten Kirchgemeindehaus Schneemänner zu
Gast. Die Seniorenbühne Zürich
spielt «Drei Männer im Schnee».
Organisiert wird der Theaternachmittag vom Seniorenclub Bülach
und von Pro Senectute Ortsvertretung Bülach (Unkostenbeitrag).
KLAVIERDUO
Wie in der letzten Kulturseite bereits berichtet, kommt am Freitag, 22. Januar, ein renommiertes
Klavierduo – Adrienne Soós und
Ivo Haag – nach Bülach zum ersten Konzert von KlassikBülach.
Die beiden Tastenkünstler spielen
im Musik-Hug-Flügelsaal Kompositionen von Mozart, Debussy und
Brahms zu vier Händen und an
zwei Klavieren. Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Türöffnung ist
eine Stunde vorher. Vorverkauf
und Informationen unter
www.klassikbuelach.ch.
JAZZKONZERT
Der Jazzclub Bülach beginnt am
Freitag, 22. Januar, um 20.15 Uhr
im JazzInn mit seinen Konzerten.
Es tritt das Sandy Patton Quintet
auf, dem das Motto «A Great Jazz
Voice» zugeordnet wurde. Reservationen unter Telefon 044 500
50 30 oder online unter
www.jazzbuelach.ch.
QINO-FILM
«1, 2, 3» heisst es am Samstag,
30. Januar, im Kino im Sigristenkeller, wenn dieser Film von Billy
Wilder die Zeit des Kalten Krieges
in Erinnerung bringt. Grosse Namen sind zu sehen: James Cagney, Liselotte Pulver (leicht anders als in den Gotthelf-Filmen),
Horst Buchholz. Der Film beginnt
um 20 Uhr, die Bar ist ab 19 Uhr
geöffnet, der Eintritt kostet 15
Franken. Reservationen: [email protected] oder 079 306 39 51.
NORWEGEN & HURTIGRUTEN
Ein halbes Jahr ist der Fotograf
und Filmer Corrado Filipponi der
norwegischen Küste entlanggereist. In einer Multivision zeigt
er auf faszinierende Art die
Schönheiten dieses nordischen
Landes und bezieht in seine Reportagen die lokale Bevölkerung
mit ein. Der Multivisionsabend
findet am Mittwoch, 27. Januar,
um 20 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus statt. Für 28 Franken kann man dabei sein.
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solange der Vorrat reicht
Kreativ & Papeterie GmbH
Dorfstrasse 14
8155 Niederhasli
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Wochenspiegel
H I N TE R G R U N D
Christina Brändli
Man attestiert dem Frühling ja immer eine sehr aphrodisierende
Wirkung. Die Kleidung nimmt im
selben Masse ab wie die Temperaturen zu. Der Mensch zeigt, was er
hat und bietet. Perfekte Bedingungen, um sich einer neuen oder alten Liebe zu widmen.
Doch für mich ist die beste
Zeit, sich zu verlieben, der Winter.
Der Winter mit seinen eisigen
Verliebt
durch den Winter
Durchaus lebendige Liebe zu einem Toten
Rolf Haecky
Grauenhaft – wer eine Liebesgeschichte schreibt, kämpft mit einem
riesigen Problem: Lässt er die Liebe
an den Widrigkeiten der Charaktere
oder der Umstände zerschellen, zieht
er den Zorn eines Grossteils seines
Publikums auf sich. Obsiegt sie jedoch und sinken sich am Ende alle
glücklich in die Arme, zerreissen die
Kritiker das Stück. Die mögen kein
Happy End. Das gilt auch für die Liebeskomödie «Rose & Walsh», die das
20. Januar 2016
AUF
EIN WORT
Arlene (Sandra Cvetkovic, Mitte) wirbt im Stück der Kammerspiele Seeb um die Liebe ihrer Mutter Rose (Ulrike Cziesla-Hitz), die nur ihren verstorbeFotos: zvg.
nen Liebhaber Walsh (Heiner Hitz) im Kopf hat.
Das Stück «Rose & Walsh»
der Kammerspiele Seeb
in Bachenbülach hätte
ganz anders enden können.
Hätte, wären da nicht die
grossartigen Schauspieler
und der Humor. So ist dies
ein Theaterabend des reinen Vergnügens geworden.
Nr. 3
Theater Kammerspiele Seeb jetzt aufführt. Diese Klippen umschifft Regisseur Urs Blaser in der traurigen und
ebenso komischen Geschichte, indem
er zu einem Trick greift: Er webt bis
zum letzten Atemzug – auch der Toten – humorvolle, ja ironische Pointen in die Geschichte ein, die ihr eine
gewisse Schwere nehmen.
Glaubwürdige Figuren
Das ist der eine Grund, warum sich
das Publikum mit «Rose & Walsh»
auf einen spannenden und auch vergnüglichen Abend freuen kann. Der
andere, noch gewichtigere ist, dass
die beiden Frauen und die zwei Männer ihre Rollen so überzeugend und
kraftvoll spielen, dass die Figuren in
jedem Augenblick glaubwürdig wirken und wahrhaft leben. Selbst wenn
sie tot sind. Dabei birgt der Stoff gefährliche Fallen für die Schauspieler.
Rose – einst eine gefeierte Schriftstellerin und Pulitzerpreis-Gewinnerin –
spricht Tag und Nacht mit ihrem
Walsh, obwohl der seit fünf Jahren
tot ist. Sie liebt ihn noch immer. Und
sie ist pleite.
Eine gefährliche Sache
Wohl Millionen Frauen sprechen mit
ihrem verstorbenen Mann. Und wohl
Millionen Frauen kämpfen nach dessen Tod mit finanzieller Not. Das alles ist eher lapidar. Trotz der rührenden Sorge des Verblichenen und zu
Lebzeiten höchst untreuen Walsh um
seine Geliebte und trotz seiner ungewöhnlichen Idee, ihr sein letztes, unvollendetes Manuskript zu überlassen. Denn: Das Werk eines toten und
einst berühmten Krimiautors lässt
sich bestimmt gut vermarkten und
spült viel Geld in die Kasse der Verarmten. Das alles liesse sich grauenhaft inszenieren.
Die grosse Liebe ist spürbar
Spielte Ulrike Cziesla-Hitz die Rose
als verwirrte Alte, die an Gespenster
glaubt, wäre das Stück wohl eher
«Oh nein»: Clancy (Reto Mosimann, r.) kann und will nicht, für Rose den Roman von Walsh fertigschreiben.
peinlich. Doch ihre Rose ist alles andere als eine beknackte Spinnerin –
sie ist geistig hellwach, weiss genau,
dass Walsh nur in ihrem Kopf und
nach ihrem Willen existiert. Was sie
nicht daran hindert, sich in hitzigen,
auch boshaften Debatten mit ihm zu
zanken. Und ihn auch zum Teufel zu
jagen oder sich unwiderruflich von
ihm zu trennen. Das Essenzielle daran ist: Sie liebt ihn noch immer zutiefst. Und genau das spielen sie und
ihr Partner Heiner Hitz wunderbar.
Vom ersten Augenblick an spürt das
Publikum diese grosse Liebe, die
einst die beiden verband. Das ist das
Grossartige am Auftritt der beiden.
Und natürlich, dass sie ihre Figuren
hervorragend darstellen.
Brillante Schauspielkunst
Rose ist laut, herrisch, egoistisch –
und verletzlich. Ulrike Cziesla-Hitz
inszenierte jeden Auftritt der alternden Schriftstellerin prägnant, nie zu
dick aufgetragen, nie gekünstelt, nie
rührselig. Und selten wirken Lebende
so lebendig wie der tote Walsh, den
Heiner Hitz meist gelassen und doch
auch mal energisch darstellt. Sandra
Cvetkovic ist Roses Tochter Arlene,
die die Mutter als Kind wie ein lästiges Bündel anderen überlassen hat.
Statt Rose dafür zu hassen, sucht sie
ihre Liebe. Sandra Cvetkovic bringt
Arlene mit Grösse auf die Bühne.
Selbst in der Szene, in der Arlene der
Mutter ihre Fehler vorwirft, erwischt
sie genau den richtigen Ton, betroffen, nicht weinerlich lamentierend.
Und Reto Mosimann greift als möglicher Ghostwriter Clancy überaus erfrischend ins Geschehen ein.
Rätselhaft bleibt einzig, was der
zum Publikum hin abfallende Boden
des Bühnenbilds soll, der höchstens
den Protagonisten einiges abverlangt,
um sich natürlich bewegen zu können. Was sie aber – von einigen Unsicherheiten zu Beginn der Premiere
abgesehen – tadellos schaffen. Kurz:
ein Theaterabend zum Geniessen.
«Rose & Walsh, Kammerspiele Seeb, Zürichstrasse 16, Bachenbülach. Spieldaten:
bis 7. Februar. Weitere Vorstellungen vom
30. März bis 17. April. Details und Vorverkauf unter www.kammerspiele.ch.
Winden und leise fallenden Flocken. Es ist perfekt, um sich an einem
Weihnachtsmarkt,
angestrahlt von warmen Lichtern und
umgeben von würzigen Düften, an
den Arm der Begleitung zu
schmiegen und sich ganz der
Stimmung hinzugeben. Und wer
nicht weiss, wo er die passende
Begleitung für einen romantischen
Weihnachtsmarktbummel findet,
kann aus dem übervollen Angebot
von Singlebörsen und Co. schöpfen.
Es gibt unendlich viele Varianten, sich als Single einen Partner
zu angeln. Partnerbörsen, Speed
Dating, Flirt Apps, Single-Seiten in
Zeitungen, Kontaktinserate, sogar
der öffentliche Verkehr hat sich
ins Geschäft mit der Liebe eingeklinkt. Haben Sie schon mal vom
Single-Schiff gehört? Anderen zu
helfen, sich zu verlieben, scheint
eine lukrative Einnahmequelle zu
sein. Das Angebot an Ratgebern
läuft über. Flirtseminare boomen,
und im Web finden sich Aberhunderte von Tipps und Tricks, wie
man den Traummann oder die
Traumfrau findet. Von den TV-Astrologen, die sich vor Fragen rund
um die Liebe kaum retten können,
ganz abgesehen.
Wenn man sich das Überangebot ansieht, müsste man denken,
es sei die einfachste Sache der
Welt, jemand Passenden zu finden. Vorausgesetzt, man steht sich
nicht selbst im Weg. Schon den
Mut aufzubringen, sich Hilfe oder
Unterstützung zu suchen, fällt den
meisten schwer. Vielleicht liegt es
an der Angst, sich im Freundeskreis mit dem Eingeständnis, sich
endlich verlieben zu wollen und
dazu ein wenig Hilfe zu brauchen,
lächerlich zu machen. Oder der
Sorge, an den Falschen zu geraten
und mit gebrochenem Herzen zu
enden. Oder an dem durch das
Single-Sein geschrumpften Selbstvertrauen. Oder vielleicht einfach
an den zu hohen Ansprüchen an
den zukünftigen Partner.
Egal, was uns hindert, die Frage ist doch, ob wir uns von der
Angst vor eventuellen, nicht vorhersehbaren und womöglich niemals eintretenden Konsequenzen
oder von der Meinung anderer so
lähmen lassen, dass wir alleine
durch
den
Weihnachtsmarkt
schlendern müssen.
ANZEIGEN
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Wochenspiegel
Nr. 3
20. Januar 2016
Wochenspiegel
AU TO M O B I L
Nr. 3
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Europäer trumpfen in Detroit mächtig auf
An der North American
International Auto Show
(NAIAS) in Detroit glänzen
vor allem die Europäer.
Nur VW setzte sich ein weiteres Mal in die Nesseln.
Neuer Porsche Turbo Cabriolet.
Dave Schneider
Detroit. Motor City. Motown. Hier im
Herzen der US-Autoindustrie findet
traditionell im Januar der Auftakt
zum neuen Autojahr statt. Die North
American International Auto Show
läuft noch bis 24. Januar. Sie ist nach
wie vor die wichtigste Automesse in
Nordamerika, auch wenn ihr Los Angeles und auch New York langsam
den Rang abzulaufen drohen. Detroit
ist das Schaulaufen der US-Hersteller,
doch die Europäer nehmen immer
mehr Platz ein. In diesem Jahr stammen fast alle grossen Neuheiten vom
alten Kontinent.
Studie: Audi h-tron Concept.
Schafft es diese wunderschöne Studie des Buick Avista in die Serienproduktion?
Fotos: Dave Schneider
Volvo S 90.
Entschuldigungen, Peinlichkeiten
Im Fokus stand ohnehin eine europäische Marke: Alles schaute am ersten Pressetag auf Volkswagen. Wie
würden sich die stolzen Wolfsburger
nach dem unsäglichen Manipulationsdebakel präsentieren?
Nachdem im Vorjahr der damalige VW-Chef Winterkorn noch grossspurig die Dieselrevolution in den
USA angekündigt hatte, war in diesem Jahr – verständlicherweise –
kein einziges Dieselmodell am Messestand. Und an der Pressekonferenz
fanden VW-USA-Chef Michael Horn
und Markenvorstand Herbert Diess
nur demütige Worte: Mehrfach entschuldigten sich die Herren bei der
Bevölkerung, den Kunden, den Behörden, während im Hintergrund
rührselig US-Flaggen eingeblendet
wurden. Versöhnlich stimmen sollen
auch hohe Investitionen in den Vereinigten Staaten: Mit 900 Millionen
Dollar will VW im laufenden Jahr
2000 neue Jobs schaffen.
Das kommt gut an in den USA.
Doch gleich darauf machte Winterkorns Nachfolger, Volkswagen-Chef
Matthias Müller, mit unfassbaren
Hat Charakter: Der neue Lexus LC 500 ist ein Hingucker.
Aussagen die gesamten Bemühungen
zunichte. In einem Interview mit
NPR, dem grössten Radionetzwerk
der USA, bestritt Müller, dass VW gelogen habe, und sprach lediglich von
technischen Problemen und Missverständnissen. Dabei hatte VW doch
längst zugegeben, bewusst manipuliert und auch gelogen zu haben.
Nachdem ein Teil des Interviews bereits ausgestrahlt war, verlangte VW
die Neuaufzeichnung des Gesprächs,
und Müller versuchte, seinen peinlichen Auftritt zu entschuldigen: Die
Situation sei für ihn schwierig gewesen, weil viele Journalisten reingerufen hätten. Deutlich souveräner trat
da Müllers Kollege, Daimler-Chef Dieter Zetsche, auf. In gewohnt sympathischer Manier und zu Recht mit
breiter Brust stellten Dieter Zetsche
und Vertriebschef Ola Källenius, der
2019 die Konzernleitung übernehmen soll, die grossen Neuheiten aus
Stuttgart vor.
Die neue, zehnte Generation der
E-Klasse legt die Messlatte bezüglich
Assistenz- und Connectivity-Systeme
weiter nach oben. Die zweite Neuerscheinung ist der SLC: Der Nachfolger des beliebten Roadsters SLK
trumpft in Detroit auch gleich als besonders sportliche Version SLC 43
AMG auf. Und die Weltpremiere des
Hat viel Power: Neuer BMW M2 mit 370 PS.
S 65 AMG Cabriolet mit V12-Motor
und über 620 PS zeigt, dass der USAutomarkt nach wie vor leistungshungrig ist. Dies bestätigen auch die
Neuheiten von BMW.
An der NAIAS präsentieren die
Bayern erstmals den M2 mit 370 PS
aus einem 3-Liter-Reihensechszylinder-Biturbomotor. Und auch die
zweite Weltneuheit ist eine M-Version: der X4 M40i mit 360 PS. Porsche
doppelt nach und stellt in Detroit
erstmals die neuen 911 Turbo und
Turbo S vor. Die neuen Topmodelle
der legendären 911-Reihe leisten neu
540 und 580 PS und spurten in 3 respektive 2,9 Sekunden aus dem Stand
auf Tempo 100. Und Volvo präsentierte den neuen S90, der zwar primär nicht mit Leistung, dafür mit einem prachtvollen Design glänzt.
Lexus-Sportwagen begeistert
Überraschend stellt Toyotas Edeltochter Lexus mit dem LC 500 einen
fantastisch aussehenden Sportwagen
vor, der nicht etwa von einem sparsamen Hybridantrieb, sondern von einem 5-Liter-V8 mit 470 PS befeuert
wird. Auch Nissan-Tochter Infiniti
zeigt mit dem Q60 ein herrliches
Sportcoupé, das in der zweiten Jahreshälfte auch über europäische
Strassen fahren wird.
Hersteller zeigen in Detroit nicht nur Muskeln
miger, siebensitziger Van den Town &
Country, der bei uns Voyager heisst
und zuletzt als Lancia verkauft wurde. Reanimiert wird auch bei Fords
Edeltochter Lincoln: Endlich gibt es
wieder einen Continental. Der Klassiker in der amerikanischen Oberklasse wurde 2002 aus dem Programm
gestrichen und feiert nun in Detroit
mit einem optisch sehr gelungenen
Nachfolger Wiederauferstehung. Die
von einem V6-Benziner mit 400 PS
angetriebene Limousine wird es aber
leider nicht nach Europa schaffen.
Ein Elektro-Kompaktwagen
und die herrliche Studie
eines Sportcoupés sind
in Detroit die Highlights
der US-Hersteller. Riesige
Trucks zeigen vor allem
die Japaner.
Dave Schneider
Früher wurde die Messe in Detroit
von riesigen V8-Big-Blocks und noch
grösseren Pick-ups dominiert. In der
Ausgabe 2016 stehen sie zwar immer
noch herum, die Muscle-Cars und
Heavy-Duty-Trucks, doch im Fokus
sind sie nicht. Zwar präsentiert Ford
mit dem F150 Raptor Crew Cab erstmals die viertürige Variante der bösen Sportversion des meistverkauften
Fahrzeugs der Vereinigten Staaten –
die anderen (wenigen) Weltpremieren made in USA sind aber mehr
oder weniger vernünftig.
Ford zeigt in Detroit auch die
überarbeitete Version des Fusion, der
bei uns Mondeo heisst und hier erst
letztes Jahr, drei Jahre nach dem
US-Start, auf den Markt kam. Die optischen Änderungen sind kaum erwähnenswert, doch neu ist der Fusion auch mit V6-Benziner mit 330 PS
Studien als Ausblick
Ein richtiges Monster von einem Truck: Der Nissan Titan Warrior (Studie) trifft den US-Geschmack.
und mit Allradantrieb erhältlich. Allrad gibt es bei uns bereits, der V6
wird kaum nach Europa kommen –
aber immerhin gibt der neue Fusion
einen Ausblick auf das kommende
Mondeo-Facelift.
Am Messestand von GMC dreht
sich alles um den neuen Acadia. Das
Mid-Size-SUV wurde nicht nur äusserlich attraktiver, sondern vor allem
auch kleiner: Der Acadia ist über 18
Zentimeter kürzer, der Radstand
schrumpfte um über 16 Zentimeter.
Mit einer Länge von 4,91 Metern ist
er dennoch alles andere als klein, es
finden auch weiterhin bis zu drei
Sitzreihen Platz.
Keine grosse Premiere bei der
Premiummarke Cadillac: In Detroit
sind zwar der SRX-Nachfolger XT5
Foto: Schneider
sowie der neue CT6 zu sehen, und
auch die Powerlimousinen CTS-V
und ATS-V stehen am Messestand,
doch sie alle wurden bereits zuvor
vorgestellt.
Chrysler stellt an der NAIAS den
neuen Pacifica vor. Dieser Name verschwand 2007 mit der erfolglosen
Crossover-Baureihe von der Bühne,
ersetzt nun aber als schicker, geräu-
Bessere Chancen dürfte da der Chevrolet Bolt EV haben, wenn auch die
Marke letztes Jahr vom Schweizer
Markt zurückgezogen wurde. Der
rein elektrisch angetriebene Bolt
sieht gut aus und soll dank einer modernen Batterieeinheit von LG eine
Reichweite von 320 Kilometern
schaffen. Ob Opel davon einen Ableger zu uns bringen wird? Einen solchen wünschen wir uns auch von der
wunderschönen Buick-Studie Avista –
sie ist eine der spärlichen Überraschungen in Detroit und unser Highlight der Messe. Das herrlich gestaltete Sportcoupé könnte durchaus als
Opel Monza – oder auch als Opel Calibra – verwirklicht werden.
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Wochenspiegel
Nr. 3
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Rat & Rätsel
BUCHTIPP
Die PBZ-Bibliotheken (www.pbz.ch)
empfehlen:
Kurzweilig
Die Geschichte
um Nathaniel
«Nate»
Piven
spielt in der
angesagten Literaturszene in
New York. Nate
steht kurz vor
der
langersehnten Veröffentlichung seines
Buches, und auch sonst läuft es
für ihn ausserordentlich gut. Vor
kurzem hat er Hannah kennen
gelernt, die perfekt zu ihm zu
passen scheint. Wer jetzt eine
klassische Liebesgeschichte mit
Happy End erwartet, liegt falsch,
denn Nate hat ein grosses Problem: Obwohl er selbst denkt, dass
er nicht für eine Partnerschaft gemacht ist, lässt er sich immer
wieder auf mehr oder weniger
ernsthafte Beziehungen ein. Dies
hat zur Folge, dass die Frauen
ihn nicht besonders mögen.
Die Geschichte geht eher langsam voran, vordergründig geht es
auch nicht um die Handlung an
sich, im Zentrum steht Nates gnadenlose Selbstreflexion. Nicht
umsonst fühlt man sich während
des Lesens immer wieder etwas
ertappt, da man sich in Nate und
Hannah wiedererkennt. Die angeregten Dialoge zwischen den beiden bereichern das Buch und machen es zu einer spannenden und
kurzweiligen Unterhaltung.
DER GUTE RAT
Was, wenn Trauer zu Einsamkeit führt?
Letzten Sommer starb meine Frau
nach kurzer Krankheit. Wir waren
immer glücklich gewesen, obwohl
unsere Verbindung unfreiwillig kinderlos blieb. Nach dem Ableben meiner Gefährtin wurde ich so krank,
dass ich mich bis heute nie mehr
ganz erholte. Zwar arbeite ich wieder halbtags, doch ist meine ganze
Lebensfreude dahin, sodass ich nur
noch ein Schatten meiner selbst bin.
Mir bangt vor der Zukunft, vor jedem
Morgen, und am wohlsten ist es mir
in meinen vier Wänden, wo ich in
der Stille meinen Erinnerungen
nachhängen kann. Aber gerade das
gelingt mir selten, da Nachbarn und
Freunde mich mit Einladungen überschütten. Warum verstehen die Mitmenschen meinen Wunsch nach Alleinsein nicht? Ich kann doch nicht
mehr gesellig sein wie früher.
Auch tapfere Menschen brauchen
Zeit, um grossen Kummer zu überwinden. Mitgefühl der Nächsten kann
eine Hilfe sein, auch wenn jeder sein
«Auch tapfere Menschen
brauchen Zeit, um grossen
Kummer zu überwinden»
inneres Gleichgewicht selber suchen
muss und dazu stille Stunden benötigt. Auch Sie sollten – nicht zuletzt
der Verstorbenen wegen – Ihr Leid zu
überwinden versuchen und langsam
wieder ins Leben, in körperliche und
seelische Gesundheit zurückfinden.
Dazu müssen Sie aber auch vorwärts- und nicht nur zurückschauen.
KREUZWORTRÄTSEL
Stier 21.04.–20.05.
Wenn es einmal nicht so läuft, dürfen
Sie nicht gleich verzagen. Jemand
passt auf Sie auf und fördert Sie. Scheuen Sie
sich nicht, jetzt noch Neues zu erlernen.
Zwillinge 21.05.–21.06.
Sie sind eifersüchtig, die Gefühle sind
verwirrt, eine Situation überfordert
Sie emotional? Treiben Sie Sport, um Ihre Seele
wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Krebs 22.06.–22.07.
In der Liebe sollten Sie etwas mehr
auf Ihre Wortwahl achten. Ihr Gegenüber könnte sonst einiges missverstehen und
übel nehmen. Das auszubügeln, wäre schwierig.
Löwe 23.07.–23.08.
Wer auch immer jetzt versucht, Sie
aus dem Rennen zu werfen, es wird
ihm nicht gelingen. Amor hat sich zu Ihren Gunsten entschieden. Geniessen Sie die schöne Zeit.
Jungfrau 24.08.–23.09.
Fressen Sie nicht immer alles in sich
hinein. Ein guter Freund bemerkt Ihre
missliche Lage und möchte helfen. Öffnen Sie
sich ihm; das eröffnet neue Perspektiven.
Waage 24.09.–23.10.
Wenn Sie sich zu sehr übernehmen,
kann es sein, dass Sie zwangsweise
eine Pause einlegen müssen. Dann bliebe vieles
Wichtige liegen, und Sie wären unzufrieden.
Schütze 23.11.–21.12.
In der Liebe gelingt Ihnen momentan
fast alles. Jemand hat ohnehin mehr
als einen Blick auf Sie geworfen. Seien Sie nicht
prüde, flirten Sie ruhig ein bisschen.
Steinbock 22.12.–20.01.
Jetzt können Sie sich endlich profilieren. Es kommen Aufgaben auf Sie zu,
die Sie in jeder Hinsicht fordern werden. Mit
Ihrer Erfahrung ist das kein Problem.
Humorvoll
Mauersegler. Christoph Poschenrieder. Diogenes, 2015
So lange wir leben, geht es darum,
unsere Tage sinnvoll auszufüllen und
den Mitmenschen die Hand, das Herz
und die Kraft zu reichen. Ihre liebe
Gattin hat diese Auffassung vertreten; übernehmen und tragen auch
Sie dieses Licht. Unsere Nächsten
kann uns der Tod um so weniger
nehmen, und sie leben umso stärker
in uns weiter, je mehr wir in ihrem
Sinn aktiv und verbunden bleiben.
Wenn Sie in diesen Wintertagen zum
Friedhof wandern, sollten Sie daher
dort nicht nur das Grab Ihrer Liebsten betrachten, sondern auch die anderen Steine und Kreuze. Sie alle
mahnen, ebenso wie Ihre Freunde
und Nachbarn es wünschen: Sie sind
nicht allein. Deutlicher noch: Sie sind
keine Ausnahme, nicht berechtigt,
sich in Trauer zu verlieren. Glauben
Sie an das Wunder der Auferstehung
für Ihre Frau, aber auch für Sie
selbst.
Béatrice Petrucco,
dipl. Psychologin, Kloten
Widder 21.03.–20.04.
Versprechen Sie jetzt nichts, was Sie
nicht halten können. Zu viel hängt für
Ihr Gegenüber davon ab, ob eine Sache gelingt.
Prüfen Sie lieber alles noch einmal.
Skorpion 24.10.–22.11.
Wenn Ihnen jemand wichtig ist, dürfen
Sie ihm das ruhig wieder einmal zeigen.
Wie wäre es mit einem Essen zu zweit oder einem
Theaterbesuch? Geben Sie sich Mühe.
Das Liebesleben des Nathaniel P. Adelle
Waldman. Liebeskind, 2015
«Wir
hatten
immer gedacht,
wir würden mit
dem
Sterben
und dem Tod
vernünftig umgehen.
Nicht
nur vernünftig,
sondern
lässig-nonchalant, so wie wir unser
Leben geführt hatten. Wir gut
aussehenden, braun gebrannten
Erfolgstypen. Alphawölfe. Überholspurfahrer. FDP-Wähler, als es
die noch gab. Und jetzt ist Heulen
und Zähneklappern – Drittzähneklappern.» Seit Kindertagen sind
Carl, Willhelm, Heinrich, Siegfried und Ernst befreundet. Um
der Einsamkeit zu entgehen, die
das Alter zwangsläufig mit sich
zu bringen scheint, beschliessen
sie, eine Alters-WG zu gründen.
Die Idee ist nicht ganz unproblematisch, denn jeder von ihnen
hat seine Marotten und Macken.
Dennoch läuft das Zusammenleben überraschend gut, bis sich
das Alter und die damit zusammenhängenden Probleme im vollen Ausmass bemerkbar machen.
Mit viel Humor, Charme und Liebe zum Detail beschreibt Christoph Poschenrieder ein Thema,
das uns alle irgendwann betreffen
wird. «Mauersegler» liest sich
trotz der inhaltlich harten Kost
leicht und angenehm. Der sprachliche Witz ist gelungen und bereitet wunderbare Lesestunden.
HOROSKOP
Wassermann 21.01.–19.02.
Auf den ersten Blick wird Ihnen beruflich ein tolles Angebot gemacht. Doch
was an Gegenleistungen von Ihnen erwartet
wird, stösst an die Grenzen Ihrer Loyalität.
Fische 20.02.–20.03.
Fröhlich und ausgelassen können Sie
kurze Ferien geniessen. Wenn jetzt
auch noch Ihre Finanzen wieder richtig ins Lot
kommen, leben Sie wieder leichter als bisher.
Die Lösung ergibt einen ehemaligen Schweizer Skirennfahrer und jetzigen Pistenplaner.
AUFLÖSUNG
Verkaufsleitung: Bruno Imhof,
Tel. +41 44 863 72 04, E-Mail [email protected]
Anzeigenberatung: Malaporn Schori,
Tel. +41 44 863 72 08, [email protected],
Beat Roth, Tel. +41 44 863 72 07,
[email protected], Antoinette Stiefel,
[email protected], Tel. +41 44 863 72 03
Susanne Hogg, Tel. +41 44 863 72 02,
[email protected]
Anzeigenverwaltung: Corinne Schelbli,
Tel. 044 913 53 62, [email protected]
Produktion: AZ Verlagsservice AG, Aarau
Druck: St. Galler Tagblatt AG, St. Gallen-Winkeln
Adresse: Wochen-Spiegel Verlags AG,
Feldstrasse 82, 8180 Bülach, Tel.
+41 44 863 72 00, Fax +41 44 863 72 01,
E-Mail [email protected], www.wochenspiegel.ch
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Veranstaltungen & Freizeit
Urban Frey und das Circolo Quartett in Bülach
Der Panflötist Urban Frey
spielt zusammen mit dem
Circolo Quartett Ausschnitte
aus der «Zauberflöte». Das
mehrteilige Konzert ist am
Sonntag, 31. Januar, in
Bülach zu hören.
Seit über 200 Jahren erfreut sie sich
grösster Beliebtheit: Wolfgang Amadeus Mozarts märchenhafte Oper
«Die Zauberflöte». Bisher hat niemand daran gedacht, sie mit dem Instrument aufzuführen, das vom Werk
her eigentlich nahe liegt. Die Panflöte
hat der bekannten Oper den Namen
gegeben, sie hängt Papageno um den
Hals und verhilft im Stück zu allerlei
Zaubereien. Urban Frey spielt nun
zusammen mit dem Circolo Quartett
Ausschnitte aus der «Zauberflöte»,
im Rahmen eines mehrteiligen Konzertprogramms. Der Frauenfelder
Musiker ist auch der erste Schweizer
Tickets zu gewinnen
Der «Wochenspiegel» verlost 3x 2
Tickets für das Konzert von Urban Frey am Sonntag, 31. Januar,
in Bülach. Wer sein Glück versuchen will, schickt bis spätestens
am Sonntag, 24. Januar, eine EMail mit der Betreffzeile «Urban
Frey» und vollständiger Adresse
an [email protected].
Über den Wettbewerb wird
keine Korrespondenz geführt, der
Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Das Circolo Quartett mit Panflötist Urban Frey (rechts).
mit einem Lehr- und Konzertdiplom
für Panflöte.
Stilistisch ist das Programm sehr
vielfältig, es reicht von Klassik bis zu
Volksmusik und Jazz. Neben Mozart
werden unter anderem Antonio Vivaldis «Il Cardellino» (Der Distelfink),
F: zvg.
das Stück «Flötenzauber» des in
Konstanz lebenden Schweizer Komponisten Frédéric Bolli, eine «JazzSuite» von Heinz Höpli und Stücke
auf Bulgarien gespielt. Sämtliche Stücke werden entweder neu komponiert oder für die Besetzung Panflöte
und Streichquartett neu arrangiert.
Mit einer Ausnahme: Für Mozarts
«Zauberflöte» kann auf das Arrangement des Mozart-Zeitgenossen Franz
Heinrich Ehrenfried (1747–1828) zurückgegriffen werden, der eine Fassung für Flöte und Streichtrio erstellt
hat. Der Panflötenspieler Urban Frey
ist auch der Initiant des Schweizer
Panflötenfestivals, das erstmals 2012
am
Konservatorium
Winterthur
durchgeführt wurde und dieses Jahr
in Rümlang zum zweiten Mal stattfindet.
Mit dem Circolo Quartett hat sich
Frey musikalische Partner ausgesucht, die ein ebenso breites Spektrum pflegen wie er selbst. Zum italienischen Namen ihres Quartetts fanden Kyoko Tanino, Pawel Katz, Margrit Bonz und John Wennberg damals in einer gleichnamigen italienischen Bar in einem Bergdorf am Lago Maggiore. Bei dieser Gründungsgeschichte versteht es sich von selbst,
dass das Circolo Quartett mit Lust
und Genuss bei der Sache ist. (pd.)
Konzert in Bülach am Sonntag, 31. Januar, reformierte Kirche. Beginn 17 Uhr,
Dauer rund 90 Minuten. Information &
Reservation unter www.urbanfrey.ch und
Telefon 076 521 20 40. Eintritt Erwachsene 35 Franken, Jugend/Studenten 20
Franken, Kinder 10 Franken.
Was, wann, wo – Tipps für Anlässe im Zürcher Unterland
Mittwoch, 20. Januar
BÜLACH
9.30–18.00 Ausstellung: Zu sehen sind
Metallbilder des Otelfinger Künstlers
Hanspeter Wolfensberger. Die Ausstellung dauert bis 16. Februar. Petras Ideen-Boutique, Galerie Schneider, Bahnhofstrasse 6.
14.30 Theaternachmittag: Der Seniorenclub Bülach und die Ortsvertretung der Pro Senectute laden zum
Theaternachmittag mit der Seniorenbühne Zürich ein. Gespielt wird das
Stück «Drei Männer im Schnee» nach
Erich Kästner, für die Seniorenbühne
Zürich bearbeitet und inszeniert von
Rupert Dubsky. Ein Theater, gespickt
mit vielen treffenden Pointen und
Gags. Reformiertes Kirchgemeindehaus, Grampenweg 5.
FREIENSTEIN
19.30 Tragikkomödie «Schlechte Gesellschaft»: Premiere einer wahren
Kriminaltragödie aus der Region.
Grundlage sind historische Recherchen von Hans Baer, Embrach, Autor
von «Der Mord im Hardwald». Autor
und Regie: Christian Kraut. Reservation: www.theater-purpurrot.ch oder
078 784 60 06, ab 14 Uhr. Alte Trotte, Breitestrasse 18.
NIEDERGLATT
9.00 Unglücksfälle und Verbrechen im
Mittelalter: Kirchenzentrum Eichi.
Donnerstag, 21. Januar
BÜLACH
14.00–16.30 Spielnachmittag für Senioren: Ref. Kirchgemeindehaus, Grampenweg 5.
16.00–18.00 Computeria Bülach: Vortrag zum Thema «Windows 10». Das
neue Microsoft-Betriebssystem wird
mit seinen Vor- und Nachteilen vorgestellt, und Entscheidungshilfen
werden an die Hand gegeben. Ebenso werden die Tücken des Upgrades
erklärt. Alterszentrum, Allmendstrasse.
19.30 Partnerschieber mit zugelostem
Partner: Partnerschieber mit zugelos-
tem Partner: Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Restaurant Kaserne, Kasernenstrasse 129.
DIELSDORF
16.00-20.00 Grosser Fasnachtsverkauf:
Kostüme und Zubehör ab 3 Franken.
Kostümverleih fasue, Schulstrasse 6.
ZÜRICH
8.30 Bachtelpanorama-Wanderung: Abfahrt ab Zürich HB 8.40 Uhr mit S15
nach Rüti und S26 nach Fischenthal.
Die Wanderung der Naturfreunde
Kloten startet in Fischenthal und geht
dann weiter nach Wald (31•2 Std.).
Verpflegung aus dem Rucksack oder
im Restaurant. Info bei Margret Hörschläger, 044 850 45 43. Hauptbahnhof Zürich, Bahnhofplatz.
Freitag, 22. Januar
EGLISAU
20.00 Erzählnacht: Mitten im Städtli
kommt das gelesene Wort zur Entfaltung. Wer an der Erzählnacht 2016
auf dem roten Stuhl Platz nehmen
will, um vorzulesen, meldet sich um-
gehend bei Christoph Hagedorn, Bollwerk 4, Eglisau, oder via Mail an
[email protected]. Rittersaal,
Obergass 53.
Hanspeter Wolfensberger. Die Ausstellung dauert bis 16. Februar. Petras Ideen-Boutique, Galerie Schneider, Bahnhofstrasse 6.
FREIENSTEIN
19.30 Tragikkomödie «Schlechte Gesellschaft»: Premiere einer wahren
Kriminaltragödie aus der Region.
Grundlage sind Recherchen von Hans
Baer, Embrach, Autor von «Der Mord
im Hardwald». Reservation: www.
theater-purpurrot.ch oder 078 784
60 06, ab 14 Uhr. Alte Trotte, Breitestrasse 18.
FREIENSTEIN
19.30 Tragikkomödie «Schlechte Gesellschaft»: Premiere einer wahren
Kriminaltragödie aus der Region.
Grundlage sind historische Recherchen von Hans Baer, Embrach, Autor
von «Der Mord im Hardwald». Autor
und Regie: Christian Kraut. Reservation: www.theater-purpurrot.ch oder
078 784 60 06, ab 14 Uhr. Alte Trotte, Breitestrasse 18.
HÖRI
19.00 Preisjassen: Es wird ein Einzelschieber mit zugelosten Partnern gespielt. Alle erhalten einen Preis. Keine Anmeldung erforderlich. Organisation: SVP Höri. Mehrzwecksaal,
Schulhausstrasse 6.
Samstag, 23. Januar
BÜLACH
9.30–16.00 Ausstellung: Zu sehen sind
Metallbilder des Otelfinger Künstlers
WIL ZH
14.00–17.00 Kinderfasnacht: Der Elternrat der SUR und die Schule Unteres Rafzerfeld organisieren nach 12
Jahren wieder eine Kinderfasnacht.
Der Umzug startet um 14 Uhr an der
Bächerwiesstrasse. Begleitet wird er
von den Guggen «Wagengruppe
Bächtele Bröögge» aus Rafz und den
«Chlüppliseck» aus Kloten. AnFortsetzung auf Seite 15
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Neu: Steirische-Harmonika-Unterricht
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Wochenspiegel
Veranstaltungen & Freizeit
Vielfältige Literatur
mitten in Eglisau
Am Freitag, 22. Januar, um 20 Uhr
findet im Rittersaal an der Obergass
53 in Eglisau eine weitere Erzählnacht statt. Sie bringt wieder vielfältige Literatur nach Eglisau: Mitten im
Städtli kommt das gelesene Wort zur
Entfaltung. Geschichten, Krimis, Gedichte, Wahres, Erfundenes, Tragisches oder Komisches, egal, ob es
aus eigener Feder stammt oder nicht.
Hauptsache, es vermag zu unterhalten, zu überraschen oder zum Nachdenken anregen. Es gibt nur eine Regel: Der Beitrag darf nicht länger als
zehn Minuten dauern.
Der Rittersaal bietet nicht unbeschränkt Platz, darum wird eine Reservation empfohlen. Diese kann
man bei Christoph Hagedorn, Bollwerk 4, 8193 Eglisau, oder via Mail
an [email protected] tätigen.
Ein Eintritt kostet 10 Franken. (pd.)
Erzählnacht Eglisau: Freitag, 22. Januar,
20 Uhr, Rittersaal, Obergass 53.
Fortsetzung von Seite 14
schliessend Fasnachtsball bis um 17
Uhr. Für Verpflegung ist gesorgt.
Turnhalle Landbüel.
ZÜRICH
8.30 Wanderung im Bachsertal: Abfahrt
ab Zürich HB 8.37 Uhr mit S9 nach
Bülach und S41 nach Kaiserstuhl AG.
Die Naturfreunde Kloten wandern via
Sanzenberg, Erdmannliloch, Rüebisberg (Chili-Mutschli), Bachs nach Stadel (31•2 Std.). Verpflegung im Restaurant Neuhof in Bachs. Info bei
Margret Hörschläger, 044 850 45 43.
Hauptbahnhof Zürich, Bahnhofplatz.
Sonntag, 24. Januar
FREIENSTEIN
17.00 Tragikkomödie «Schlechte Gesellschaft»: Premiere einer wahren
Kriminaltragödie aus der Region.
Grundlage sind historische Recherchen von Hans Baer, Embrach, Autor
von «Der Mord im Hardwald». Autor
und Regie: Christian Kraut. Reservation: www.theater-purpurrot.ch oder
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Mittwoch
Normalauflage: 36 116 Exemplare
Grossauflage: 70 205 Exemplare (jeweils am
letzten Mittwoch im Monat)
Jahresabonnement: 90 Franken
Anzeigenschluss: Freitag, 10 Uhr, AgendaEinträge: Freitag der Vorwoche, 10 Uhr
Verlag: Wochen-Spiegel Verlags AG, ein
Unternehmen des Medienhauses Lokalinfo
AG, Zürich
Geschäftsleitung: Liliane Müggenburg,
Tel. +41 44 913 53 33,
E-Mail [email protected]
Redaktionsleiter: Andreas J. Minor, Tel.
+41 44 913 53 30, E-Mail [email protected]
Redaktion: Daniel Jaggi, Tel. +41 44 863 72 11,
E-Mail [email protected]. Flavio Zwahlen, Tel.
+41 44 863 72 05, E-Mail [email protected].
Verkaufsleitung: Bruno Imhof,
Tel. +41 44 863 72 04, E-Mail [email protected]
Anzeigenberatung: Malaporn Schori,
Tel. +41 44 863 72 08, [email protected],
Antoinette Stiefel, Tel. +41 44 863 72 03,
[email protected], Susanne Hogg,
Tel. +41 44 863 72 02, [email protected]
Beat Roth, Tel. +41 44 863 72 07,
[email protected]
Anzeigenverwaltung: Corinne Schelbli,
Tel. +41 44 913 53 62,
[email protected]
Produktion: AZ Verlagsservice AG, Aarau
Druck: St. Galler Tagblatt AG, St. Gallen-Winkeln
Adresse: Wochen-Spiegel Verlags AG,
Feldstrasse 82, 8180 Bülach,
Tel. +41 44 863 72 00, Fax +41 44 863 72 01,
E-Mail [email protected], www.wochenspiegel.ch
Foto: zvg.
Unterwegs von Kap zu Kap
Auf verschiedenen Reisen hat der Schweizer Reportagen-Fotograf Corrado Filipponi Norwegen von der attraktivsten Seite dokumentiert. Filipponi bereiste Norwegen auf eigene Faust und hat so dessen Faszination
eingefangen. Er reiste Tausende Kilometer der zerklüfteten Küste entlang, über die Inselwelten der Lofoten, Vesterålen und Senja bis ins
Licht der Mitternachtssonne am Nordkap. Die live kommentierte Show ist
am Mittwoch, 27. Januar, um 20 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus
in Bülach zu sehen. Tickets über www.startickets.ch. (pd.)
078 784 60 06, ab 14 Uhr. Alte Trotte, Breitestrasse 18.
RÜMLANG
17.00 Konzert der Gospel Singers: Das
Konzert steht unter dem Motto «See
the Light». Mehr unter www.gospelsingers-ruemlang.ch. Kath. Kirche.
Dienstag, 26. Januar
BÜLACH
19.30 Live-Reportage: Mit dem Fahrrad um die Welt und dem Veloboot
durch den Amazonas. Live-Reportage
von Hervé Neukomm. Infos und Vorverkauf unter www.explora.ch. Kantonsschule Zürcher Unterland (Aula).
tion: www.theater-purpurrot.ch oder
078 784 60 06, ab 14 Uhr. Alte Trotte, Breitestrasse 18.
Donnerstag, 28. Januar
BÜLACH
19.30 Partnerschieber mit zugelostem
Partner: Partnerschieber mit zugelostem Partner: Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Restaurant Kaserne, Kasernenstrasse 129.
WINKEL
19.30–21.30 Stricktreff: Stricken und
Plaudern. Alle bringen ihre Strickarbeit selber mit. Kleiner Unkostenbeitrag. Hans-Siegrist-Siedlung, Postweg
1.
Mittwoch, 27. Januar
FREIENSTEIN
19.30 Tragikkomödie «Schlechte Gesellschaft»: Premiere einer wahren
Kriminaltragödie aus der Region.
Grundlage sind historische Recherchen von Hans Baer, Embrach, Autor
von «Der Mord im Hardwald». Autor
und Regie: Christian Kraut. Reserva-
ZÜRICH
7.30 Winterwanderung: Abfahrt ab Zürich HB 7.37 Uhr nach Fatschels. Die
Naturfreunde Kloten wandern bis
zum Skihaus Hochwang (31•2 Std.).
Verpflegung aus dem Rucksack oder
im Restaurant. Info bei Irene Bartholdi, 044 860 09 71.. Hauptbahnhof
Zürich, Bahnhofplatz.
Nr. 3
20. Januar 2016
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Wochenspiegel
Nr. 3
20. Januar 2016
SCHLUSSPUNKT
Winterwetter erst in der zweiten Halbzeit?
Bevor der Winter überhaupt
einen ersten Atemzug
nahm, war die erste Winterhälfte auch schon um.
Silvan Rosser
Die meteorologische Wintersaison
dauert vom 1. Dezember bis zum 28.
Februar respektive in Schaltjahren
wie diesem bis zum 29. Februar. Mitte Januar ist somit die zweite Winterhälfte angebrochen. Die erste Hälfte
des Winters, also das Zeitfenster vom
1. Dezember bis 15. Januar, war rekordverdächtig mild. In Zürich war
es mit durchschnittlich mehr als 4
Grad so warm wie kaum je zuvor seit
Anfang des 20. Jahrhunderts. Ähnlich mild war die erste Winterhälfte
in Zürich nur in den Jahren 1915/16
und 1993/94. In der Höhe der Alpen
war die erste Winterhälfte 2015/16
konkurrenzlos mild.
terlich weitergeht. Für alle Winterfans gibt es aber einen Lichtblick. In
den Wetterannalen von Zürich sind
auch viele Beispiele bekannt, in denen es nach einer milden ersten Hälfte in der zweiten Halbzeit des Winters nochmals richtig kalt wurde. So
waren die Winter 1955/56 und
1985/86 nach der ersten Hälfte mit
rund 2,8 Grad deutlich zu mild, ehe
die zweite Winterhälfte mit durchschnittlich –5 und –3 eisigkalt ausfiel.
Insgesamt liegt die Chance bei 50
Prozent, dass nach einer milden ersten Winterhälfte auch eine kalte
zweite Hälfte folgen kann.
Temperaturmittel der 1. Winterhälfte (1. Dez. - 15. Jan.)
Abweichung in °C vom Durchschnitt 1961-1990
4
3
2
1
0
-1
-2
-3
-4
-5
-6
Ende der Trockenheit?
1901/02
1911/12
1921/22
1931/32
1941/42
1951/52
1961/62
1971/72
1981/82
1991/92
2001/02
2011/12
Die erste Winterhälfte war so warm wie kaum je seit 1901. Trotzdem kann es noch richtig kalt werden.
Grafik: ros.
Kommt jetzt der Winter?
Genau Mitte Januar, also zur Wintermitte, wurde die Manege frei für kalte Winterluft. Bis dahin drehte ein
kräftiges Tief über der Nordsee seine
Runden und schaufelte ununterbrochen feuchte und milde Atlantikluft
nach Mitteleuropa. Nur unweit nordöstlich davon befand sich schon in
der ersten Januarhälfte richtig kalte
Luft. In Skandinavien und im Norden
Russlands herrschte schon seit Tagen
klirrende Kälte bei ca. minus 20 Grad
Celsius. Diese konnte bis Mitte Januar aber noch nicht nach Süden gelangen, da die Tiefdrucksysteme zwischen Island und Nordsee mit ihrer
Luftzirkulation entgegen dem Uhrzeigersinn das Einströmen der Frostluft
in den Alpenraum verhinderten. Erst
Mitte Januar verlagerte sich das steuernde Tief vom Atlantik weiter nach
Nordosteuropa. Somit wurde quasi
die Schranke für die kalte Polarluft
aufgehoben, die daraufhin ungehin-
Schlitteln am Bülacher Juchzenbrünneli? Die Chancen stehen dafür im Februar gut.
dert über Polen und die Ostsee nach
Mitteleuropa einfloss. Die Temperaturen gingen auf Talfahrt und lagen
bald im Dauerfrostbereich.
Handelt es sich bei diesem Kaltluftvorstoss lediglich um ein Winterintermezzo, oder wintert es nun
nachhaltig ein? Die Vergangenheit
hat gezeigt, dass nach einer sehr mil-
Arabisch: Eine Sprache,
aber viele Kulturen
Jeden Samstag kommen
Dutzende Kinder ins Opfiker
Schulhaus Halden, um Arabisch zu lernen. Vermittelt
wird auch Kultur – und der
Wert, mit zweien davon
aufzuwachsen.
Roger Suter
Die Opfiker Schulhäuser Halden und
Mettlen werden samstags zum «Haus
der Freude». Dann besuchen hier
rund 120 Kinder eine arabische Schule, die vom Verein Dar Al Farah angeboten wird – was «Haus der Freude»
bedeutet und in den Kindern die Freude an Sprache und Kultur wecken soll,
sowohl derer ihrer Eltern als auch derer ihres jetzigen Wohnorts. Inaam Al
Lahham Al Haristany war 2004 Gründerin dieses Vereins. Die Opfikerin hat
dafür in den letzten Monaten mehrere
Preise erhalten: vom Verein NCBI
Schweiz, dem «National Coalition
Building Institute», den «Brückenbauerinnen»-Preis für die Integrationsförderung; von der Schweizerischen
Flüchtlingshilfe (SFH) als «DreamTeam», weil sie zusammen mit einer
gelernten Schneiderin Flüchtlingsfrauen das Nähen beibrachte und ihnen
damit ein Stück Selbstständigkeit verschaffte; vergangene Woche durfte Al
Lahham dann vom Opfiker Stadtpräsidenten Paul Remund einen Blumenstrauss sowie Gutscheine entgegen-
nehmen.
«Die
Vorfälle in Köln
zeigen, wie wichtig
Integration
ist», betonte Remund, «so früh
wie
möglich.»
Für Eltern veranstaltet der Verein Inaam Al Lahseit 2004 Integra- ham.
tionskurse,
für
die Kinder zur selben Zeit Sprachunterricht: «Die Kinder lernen bei uns
Arabisch – Hocharabisch, um genau
zu sein», erläutert Al Lahham. Denn
mit dem Arabisch verhält es sich ähnlich wie mit Hochdeutsch und Mundart: Es existiert hauptsächlich geschrieben – auch im Koran. Gesprochen werden hingegen viele Dialekte,
die nicht von allen verstanden werden. Der Lehrplan ist vom Kanton bewilligt, Ende Schuljahr gibt es eine
Zeugnisnote im Fach «Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur».
Die zwei unterschiedlichen Kulturen zu Hause und in der Schule seien
gerade für kleine Kinder schwer zu
verstehen, so Al Lahham. «Wenn man
das aber tut, sind sie eine Bereicherung; und das möchten wir vermitteln.»
Muslimischen Religionsunterricht
gibt es nicht, dafür gehe man in die
Moschee. «Kommen dennoch religiöse
Fragen, haben wir die Möglichkeit,
auch die anderen Religionen zu erklären, ihre Unterschiede und die schöne
Vielfalt, die sich daraus ergibt.»
den ersten Winterhälfte wie beispielsweise in den Jahren 1915/16
oder 1993/94 die zweite Winterhälfte
wohl deutlich kälter ausfiel als die
erste, es jedoch nicht richtig frostig
wurde. Mit durchschnittlichen Temperaturen von rund 2 Grad blieb die
grosse Kälte aus. Im Februar 1916
dauerte es sogar bis Ende Monat, ehe
Foto: Andreas Minor
der Winter das erste Mal richtig zuschlug. Im Januar und Februar 1994
gab es zumindest zur Monatsmitte
zwei kurze Winterintermezzi. Davor,
dazwischen und danach war es 1994
ausgesprochen mild. Das würde bedeuten, dass es auch im weiteren
Verlauf des diesjährigen Winters
mehrheitlich zu mild und wenig win-
Die Küchenhelfer aus dem
geheimen Betty-Bossi-Tüftellabor
Die Produktentwickler von
Betty Bossi ertüfteln und
testen an der Stadtzürcher
Bürglistrasse legendäre
Küchenhelfer wie den
«Gipfeler», den «PowerHäxler» und aktuell den
«Rösti-Blitz». Mindestens
in jedem dritten Schweizer
Haushalt wird damit gekocht und gebacken.
Betty Bossi mit Sitz an der Stadtzürcher Engemer Bürglistrasse? Das
sind die seit Jahrzehnten «gelingsicheren» Rezepte, die alle vier Wochen erscheinende Betty-Bossi-Zeitung mit einer Auflage von 700 000
Exemplaren, die bisher über 100 erschienenen Kochbücher von A wie
«Aus Mutters Kochtopf» bis W wie
«Wunderbar haltbar», das riesige
Sortiment an sogenannten FrischConvenience-Produkten
in
den
schweizweit fast 900 Coop-Filialen –
und die breite Palette an all den bisweilen perfektionistisch anmutenden
Küchen- und Haushaltsgeräten. Vom
professionellen
Gemüseschneider
(«Power-Häxler») über den HandRahmschläger («Küchenblitz») bis
zum «BIG-Gipfeler» («8 grosse Gipfel
auf einen Streich!») oder dem seit
dem Verkaufsstart im Oktober schon
30 000-mal verkauften «Rösti-Blitz».
Betty Bossi nennt diese Produkte-
palette «Küchenhelfer». Diese oft verblüffend einfachen, aber wirkungsvollen Werkzeuge für das Kochen
werden von einem zehnköpfigen, firmeninternen Team ausgetüftelt, getestet und zur Marktreife gebracht.
Diese «Erfinder» sind gelernte Hauswirtschaftslehrerinnen, Köche, Industriedesigner, Lehrer und Marketingfachleute. Doch davon später.
Dass statistisch gesehen in jedem
dritten Schweizer Haushalt so ein
Küchenhelfer steht, spricht für die
Engemer Firma, die seit 2012 zu 100
Prozent zur Coop-Gruppe gehört.
Mit dem Spass kommt der Erfolg
Der Blick, den der Wochenspiegel exklusiv in das Tüftellabor der Küchenhelfer werfen konnte, erinnert an Erfindermessen, an Testkochen – und
an viel Arbeitsspass. Und mit diesem
kommt bekanntlich auch der Erfolg.
Susanne Furrer, Leiterin Innovation,
sagt: «Wir gehen immer vom Kochen
und Backen aus. Und fragen uns: Wo
gibt es eine Optimierung, eine Vereinfachung?» Dazu kommen natürlich klassische Ideengeber wie die
Haushaltmessen in Chicago, Frankfurt, Mailand und Hongkong sowie
Kundenbefragungen. Beim «RöstiBlitz», wo man gekochte, ungeschälte
Kartoffeln durch ein spezielles Sieb
drückt, stand hinter der Idee ein
simpler Eierschneider. Dann wurde
gebastelt und getestet, später kam eine 3-D-Zeichnung hinzu und Probeexemplare im Industriedesign wur-
Nach einem staubtrockenen und rekordsonnigen Dezember blieben die
Temperaturen in der ersten Januarhälfte zwar hoch, jedoch änderte sich
die Witterung schon grundlegend.
Sonne und Trockenheit wurden Anfang Januar durch Regen, viele Wolken und Sturmwinde ersetzt. Das
Niederschlagssoll des Januars war in
Zürich bereits nach zehn Tagen erreicht. Mitte Monat waren es mit
knapp 90 mm schon fast 150 Prozent
des Erwartungswerts.
Ob dies bereits das Ende der seit
Mitte letzten Jahres anhaltenden Trockenheit ist, werden jedoch erst die
kommenden Wochen und Monate
zeigen. Die Waldbrandgefahr dürfte
jedoch praktisch überall gebannt
sein. Das Regenwetter zeigte sich
auch bei der Sonnenscheindauer, die
mit weniger als 20 Stunden in der
ersten Januarhälfte auf nur bescheidene Werte kam. Jedoch ist der Januar im langjährigen Durchschnitt zusammen mit dem Dezember der
trübste Monat. In der Summe sind
pro Monat nur je 40 bis 60 Sonnensunden zu erwarten.
Ob mild oder kalt, zumindest wieder mehr Sonne als in der ersten Januarhälfte wären für viele wünschenswert.
Verlosung
Der «Wochenspiegel» verlost 5
«Rösti-Blitze» im Wert von je Fr.
24.90. Senden Sie uns eine Postkarte an Lokalinfo AG, Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich oder
eine
E-Mail
an
lokalinfo@
lokalinfo.ch. Stichwort «RöstiBlitz». Einsendeschluss ist der 4.
Februar 2016. Viel Glück!
Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen.
den hergestellt – die Plastikteile wenn
möglich im klassischen Betty-BossiRot. Wie immer wird zuerst in Kleinserien geprüft, ob das neue Gerät
funktionell, stabil und leicht zu reinigen ist. Erst dann geht es in Serie
und wird in der Betty-Bossi-Zeitung
nach allen Regeln des Marketings angepriesen.
Dazu gehört natürlich auch der
ideale Name, der meist ebenfalls im
internen Tüftelteam entsteht. «Er
sollte das Produkt treffend verkörpern», betont Susanne Furrer. Und so
entstehen typische Namen wie
«Lupf-Rutsch»,
«Wunder-Reibe»,
«Würfler», «Herbie», «Jogurtino»,
«Marinaden-Meister» und «Ravioletto». Und was war der Verkaufsrenner
bisher? Welcher Küchenhelfer kam
am besten an? Wir reden da von
200 000 bis 300 000 Stück. «Es wird
wohl der ‹Twister› sein oder der
‹Speedy›, vielleicht der ‹SpätzliBlitz›?», mutmasst Furrer. Jedes Firmengeheimnis will sie dann doch
nicht preisgeben. Denn die Konkurrenz schläft nicht. (ls.)