AUF DER SUCHE NAC CHRIS RIDDELL:

AUF DER SUCHE N
CHRIS RIDDELL:
AUF DER SUCHE NACH
VOLLKOMMENER
VERSCHROBENHEIT
DIE SKURRILEN CHARAKTERE
UND FANTASTISCHEN WELTEN
VON CHRIS RIDDELL
VON
18. FEBRUAR
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ed by permission of Walker Books Ltd, London SE11
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SA/SO 14-17 UHR
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WEHRGANG-GALERIE UND
VITRINEN IM LESESAAL
Internationale Jugendbibliothek
Die internationale Jugendbibliothek wird gefördert von:
Bayerisches Staatsministerium für
Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
VON 18. FEBRUAR
BI S 27. JULI 2016
MO-FR 10-16 UHR
SA/SO 14-17 UHR
WEHRGANG-GALERIE UND
VITRINEN IM LESESAAL
CHRIS RIDDELL:
C H R I S R I D D E L L : AUF DER SUCHE NACH VOLLKOMMENER VERSCHROBENHEIT
AUF DER SUCHE NACH VOLLKOMMENER VERSCHROBENHEIT
und Raymond Briggs zu seinen Dozenten gehörten.
Raymond Briggs war es auch, der den talentierten
Studenten seinem Verleger vorstellte und damit
den ersten Illustrationsauftrag in die Wege leitete.
Daneben nennt Chris Riddell einige weitere ange­
sehene Kinderbuchillustratoren, die ihn maßgeblich
beeinflusst und geprägt haben, vor allem Zeichner
aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert wie John
Tenniel, Ernest Shepard und William Heath Robinson.
© Martin Godwin
Chris Riddell ist einer der bekanntesten Kinderbuch­
illustratoren Großbritanniens. Seine humorvollen Farbund Schwarz-Weiß-Zeichnungen kennen Leser jeden
Alters, denn der vielseitige Künstler hat nicht nur un­­zäh­lige Bilder-, Kinder- und Jugendbücher illustriert,
sondern ist auch seit gut 20 Jahren der „political
­cartoonist“ der renommierten britischen Sonntags­
zeitung Observer.
1962 als Sohn eines anglikanischen Pfarrers in
Kapstadt/Südafrika geboren, wuchs Chris Riddell
nach der Rückkehr der Familie nach England in
unterschiedlichen Gemeinden auf. Die Liebe zum
Zeichnen stellte sich schon früh ein. Dieses Interesse
nutzte seine Mutter; sie gab ihm regelmäßig Stifte
und Papier, um ihn in der Kirchenbank während der
Predigten des Vaters zu beschäftigen.
Nach einem Vorbereitungsjahr an der Epsom School
of Art and Design, studierte er von 1981 bis 1984
­Illustration am Brighton Polytechnic, wo unter anderem­
die beiden bekannten Illustratoren John Vernon Lord
In den vergangenen 30 Jahren hat Chris Riddell
weit mehr als 150 Bücher illustriert, die in zahlreiche
Sprachen übersetzt sind. Die Bandbreite reicht
von Bilderbüchern, z. B. Kathryn Caves Bilderbuch
Irgendwie Anders (1994), über phantasievolle
Kinder­bücher, Klassiker wie Gullivers Reisen, nach­
erzählt von Martin Jenkins (2004), und Neil Gaimans
düsteres Schneewittchen-Dornröschen-Märchen Der
Fluch der Spindel (2015) bis hin zu spannenden
Jugendbüchern. Mit dem erfolgreichen Autor Paul
Stewart verbindet ihn seit Jahren eine enge Freund­
schaft und intensive Zusammenarbeit. Gemeinsam
haben die beiden u. a. die international erfolgreiche
13-bändige Serie Die Klippenland-Chroniken
(1998ff) verfasst, die mit einer gezeichneten
Landkarte ihren Anfang nahm.
Auch eigene Bücher schreibt und illustriert
Chris Riddell zuweilen, zuletzt die beiden
Kinderbuch-Reihen Ottoline (2007ff)
und Ada von Goth (2014ff), die mit
unzähligen inner- und außerlitera­
rischen Bezügen auch erwachse­
nen Lesern höchst unterhaltsame
Lektüre bieten.
Für seine Werke ist Chris
Riddell mit zahlreichen
Illus. © Chris Riddell aus:
The Emperor of Absurdia
Preisen ausge­
zeichnet worden,
u. a. mit dem
UNESCO Prize,
dem Nestlé
Smarties Prize,
dem Costa Book
Award und der Kate
Greenaway Medal.
Im Juni 2015 wurde
er darüber hinaus,
in Anerkennung
seines Engagements
für die Kinderliteratur,
zum ­neuen UK Children’s
Laureate gekürt. Seitdem ist er
unermüdlich unterwegs, um in Kindern den
Spaß am Zeichnen und kreativen Kritzeln
(„Doodling“)­zu wecken.
Chris Riddells zugleich moderner und klassischer Stil
ist unverwechselbar. Mit sicherem, schnellem Strich
erschafft er fantasievolle und komplexe Welten, die
von schrägen Kreaturen, hinterhältigen Bösewichten
und liebenswert-eigensinnigen Helden bevölkert sind.
Dabei gilt seine Leidenschaft vor allem der Schwarz-­
Weiß-Illustration, denn er sieht sich nicht als Maler:
„I’m a dyed-in-the-wool traditional illustrator, and I
begin with black and white. If I need colour, I add it
over the top.“1 Zur Kunst der Schwarz-Weiß-Illustra­
tion sagt er: „There’s a calligraphic element to it …
it’s about the texture of lines on the page.“2
In der Regel skizziert er seine Figuren und
Landschaften mit Bleistift und zeichnet die
Skizze dann mit dünnem Pinsel und was­
serfester Tusche nach. Bei ganz feinen
Illus. © Chris Riddell aus: Ottoline Goes to School
Chris Riddells Bilder stecken voller Hintergründigkeit
und Witz sowie visueller und narrativer Anspielungen,­
auch auf seine eigenen Werke. Die Illustrationen
gehen je nach Text eher ins Düstere und Makabere
oder wirken heiter, satirisch und karikaturhaft. Zwei
besondere Schwerpunkte werden sichtbar, wenn man
sein Schaffen der letzten Jahre etwas eingehender
betrachtet: die Begeisterung für (Land-)Karten und
seine Vorliebe für skurrile Porträts.
In der ersten Einzelausstellung des Künstlers in Deutsch­
land präsentiert die Internationale Jugendbibliothek
einen breiten Querschnitt durch Chris Riddells vielsei­
tiges Werk für Kinder und Jugendliche. Über 100
schwarz-weiße und farbige Originalillustrationen und
einige ausgewählte Skizzenbücher laden ein, seine
schrägen Protagonisten näher kennenzulernen und
die mal mehr, mal weniger fantastischen, komplexen
Universen genauer zu erkunden.
Bei den Karten macht es kaum einen Unterschied,
ob es sich um die Übersichtskarte eines Gebäudes
wie „Schloss Gormengraus“ mit all seinen Flügeln
und Gärten handelt oder um die Landkarten der ein­
zelnen Regionen im fantastischen Reich des Klippen­­landes zu verschiedenen Zeitaltern; gemeinsam sind
ihnen eine enorme Detailfülle und ein großer Ein­
fallsreichtum. Jede Landschaft,
jede Siedlung ist so sorgfältig
gezeichnet und
bildhaft be­
nannt, dass
die Leser
ohne Mühe
in die fremden
Welten­ ein­tauchen können.
1
Ich bin ein durch und durch traditioneller Illustrator, und ich fange
schwarz-weiß an. Falls ich Farbe brauche, füge ich sie als letzte
Schicht oben auf. Aus: Susanna Rustin: “Chris Riddell: ‘It’s about
the texture of lines on the page’” in The Guardian (Online-Ausgabe)
19. Dezember 2014
2
as Ganze hat etwas Kalligraphisches … das Wichtige ist die Struktur
D
der Linien auf dem Papier. Aus: ebd.
3
vollkommene Verschrobenheit
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Die Porträts­
bestechen durch die ­Unter­schiedlichkeit und Außergewöhn­
lichkeit der porträtierten Charaktere.
Von Menschen über Haustiere, Gnome,
Trolle, Monster, Drachen und andere
Chris Riddell & Paul Stewart (Text/Illus.)
The Edge Chronicles:
The winter knights
(The Quint Saga, Book 2)
London: Doubleday, 2005.
Dt. Ausgabe: Die KlippenlandChroniken, Bd. 8:
Quint und die Eisritter
Übers.: Wolfram Ströle
Düsseldorf: Sauerländer, 2006.
Chris Riddell & Paul Stewart
(Text/Illus.)
The Edge Chronicles:
Clash of the sky galleons
(The Quint Saga, Book 3)
London: Doubleday, 2006.
Dt. Ausgabe: Die Klippenland-Chroniken, Bd. 9:
Quint und der Kampf der Himmels­galeonen
Übers.: Ulrich Brandt
Düsseldorf: Sauerländer, 2007.
Auswahlbibliografie zur Ausstellung
Chris Riddell (Text/Illus.)
The Emperor of Absurdia
London: Macmillan Children’s Books, 2006.
Dt. Ausgabe: Der Prinz von Anderswo
Übers.: Paul Stewart
Düsseldorf: Sauerländer, 2007.
Martin Jenkins (Nacherzählung)
Miguel de Cervantes Saavedra (Originaltext)
Chris Riddell (Illus.)
Don Quixote
London [u. a.]: Walker, 2009.
Dt. Ausgabe: Don Quijote
Übers.: Günter Jürgensmeier
Düsseldorf: Sauerländer, 2009.
Chris Riddell & Paul Stewart (Text/Illus.)
Far-flung adventures: Fergus Crane
London [u.a.]: Doubleday, 2004.
Dt. Ausgabe: Aberwitzige Abenteuer [1]:
Fergus Crane auf der Feuerinsel
Übers.: Thomas A. Merk & Claudia Gliemann
Düsseldorf: Sauerländer, 2006.
Illus. © Chris Riddell
Chris Riddell & Paul Stewart (Text/Illus.)
Far-flung adventures: Hugo Pepper
London: Doubleday, 2006.
Dt. Ausgabe: Aberwitzige Abenteuer [3]:
Hugo Pepper und der fliegende Schlitten
Übers.: Thomas A. Merk & Claudia Gliemann
Düsseldorf: Sauerländer, 2007.
Chris Riddell (Text/Illus.)
Goth Girl and the ghost of a mouse
London: Macmillan Children‘s Books, 2013.
Dt. Ausgabe: Ada von Goth und die Geistermaus
Übers.: Thomas Merk
Frankfurt, M.: Fischer Sauerländer, 2015.
Chris Riddell (Text/Illus.)
Goth Girl and the fete worse than death
London: Macmillan Children’s Books, 2014.
Dt. Ausgabe: Ada von Goth und das Vollmondfest
Übers.: Thomas Merk
Frankfurt, M.: Fischer Sauerländer, 2015.
Chris Riddell (Text/Illus.)
Goth Girl and the pirate queen
London: Macmillan
Children’s Books, 2015.
Chris Riddell (Text/Illus.)
Goth Girl and the wuthering fright
London: Macmillan
Children’s Books, 2015.
Martin Jenkins (Nach­erzählung)
Jonathan Swift (Originaltext)
Chris Riddell (Illus.)
Jonathan Swift’s Gulliver
London: Walker Books, 2004.
Dt. Ausgabe: Gullivers Reisen
Übers.: Günter Jürgensmeier
Düsseldorf: Sauerländer, 2005.
Illus. © Chris Riddell aus: Goth Girl and the Wuthering Freight
Chris Riddell (Text/Illus.)
Ottoline and the yellow cat
London [u. a.]: Macmillan Children‘s Books, 2007.
Dt. Ausgabe: Ottoline und die gelbe Katze
Übers.: Thomas A. Merk & Claudia Gliemann
Düsseldorf: Sauerländer, 2008.
Chris Riddell (Text/Illus.)
Ottoline goes to school
London [u. a.]: Macmillan Children‘s Books, 2008.
Dt. Ausgabe: Ottoline und das Schulgespenst
Übers.: Thomas A. Merk & Claudia Gliemann
Düsseldorf: Sauerländer, 2009.
Richard Platt (Text) / Chris Riddell (Illus.)
Pirate diary. The journal of Jake Carpenter
London [u. a.]: Walker Books, 2002.
Dt. Ausgabe: Mein Leben auf dem
Piratenschiff. Die verwegenen Abenteuer
des Schiffsjungen Jake Carpenter von
ihm selbst erzählt
Übers.: Christa Holtei
Hamburg: Carlsen, 2006.
Neil Gaiman (Text) / Chris Riddell (Illus.)
The sleeper and the spindle
London [u. a.]: Bloomsbury, 2014.
Dt. Ausgabe: Der Fluch der Spindel
Übers.: Reinhard Tiffert
München: Knesebeck, 2015.
Kathryn Cave (Text) / Chris Riddell (Illus.)
Something Else
London: Penguin/Viking, 1994.
Dt. Ausgabe: Irgendwie Anders
Übers.: Salah Naoura
Hamburg: Oetinger, 1994.
Illus. © Chris Riddell aus:
Die Klippenland-Chroniken
Impressum
Auf der Suche nach vollkommener Verschrobenheit.
Die skurrilen Charaktere und fantastischen Welten
von Chris Riddell
© 2016 Internationale Jugendbibliothek
Illustrationen © Chris Riddell
Text: Claudia Söffner
Gestaltung: Eva Geck und Ute Konstanzer
Druck: Eder Druck GmbH, Dachau
Internationale Jugendbibliothek
Schloss Blutenburg
81247 München
Tel. +49 (0)89 8912110
www.ijb.de
Zur Ausstellung wird ein Schulklassenprogramm ange­
boten. Informationen finden Sie auf unserer Homepage
www.ijb.de. Anmeldung unter Tel. +49 (0)89 8912110
oder per E-Mail an [email protected].
Die Ausstellung entstand mit freundlicher Unter­
stützung der Verlage von Chris Riddell: Bloomsbury
Publishing (London), Macmillan Children‘s Books
(London), Penguin Random House (London und
New York), Walker Books (London), Fischer Kinderund Jugendbuch Verlag (Frankfurt/Main), Knesebeck
Verlag (München), Oetinger Verlag (Hamburg).
Unser besonderer Dank gilt Chris Riddell sowie
Elizabeth Briggs und Philippa Milnes-Smith von der
LAW Literary Agency (London) für die Unterstützung
bei der Vorbereitung der Ausstellung.
Illus. © Chris Riddell
Fabelwesen bis zu Aliens haben alle ihre unverwech­
selbaren Eigenschaften, die durch die Abbildung
sorgfältig herausgearbeitet werden. Seine Protago­
nisten bleiben nicht zweidimensional, sondern haben
viele Nuancen und Facetten. Gefällige, hübsche
Personen findet man so gut wie nie, ihre „perfected
eccentricity“3 macht die Protagonisten erst interessant
und die Bücher zu einem besonderen Lesevergnügen.
lse
Linien kommt gelegentlich ein Stift zum Einsatz, doch
das „Fließende“ des Pinselstrichs ist ihm sympathi­
scher. Für seine farbigen Arbeiten verwendet Chris
Riddell konzentrierte Aquarellfarbe, die er verdünnt
auf die Tuschezeichnung aufträgt und zwischen den
einzelnen Arbeitsgängen mit einem Föhn trocknet,
um zu verhindern, dass sich das Papier wellt. Mit
Gouache-­Farben setzt er am Schluss einzelne Akzente.