Im täglichen Einsatz gegen Mangel

inform
Ausgabe 5/2015
Das Magazin für die Mitarbeitenden
der Kantonsspital Aarau AG
Ernährungsberatung
Im täglichen Einsatz gegen Mangelund falsche Ernährung
inform impressum
Impressum
Herausgeber
Kantonsspital Aarau AG, Geschäftsleitung
Redaktionsadresse
KSA, Marketing und Kommunikation,
5001 Aarau, [email protected]
Redaktionsleitung
Ralph Schröder
Layout/Gestaltung
Diana Prokin
Fotos
Lily Wenzinger, Bernadette Fischer, Michael Orlik, Ralph Schröder,
istockphoto
Redaktionskommission
Corine Berger, Ulrich Bürgi, Javier Fandino, Andrea Hopmann,
Eveline Heiniger, Andreas Huber, Christine Oester, Bernd Rosenkranz,
Cécile Schmid, Nicole Sehringer, Sandra Sommer, Roland Vonmoos
Mitarbeitende dieser Nummer
Sandra Cagnazzo, Manuela Deiss, Rahel Diriwächter, Jonas Frei,
Angela Gabele, Monika Hänggi, Andrea Hopmann, Doris Jäggi,
Susanne Müller, Jonas Odermatt, Andrea Rüegg, Ralph Schröder,
Philipp Schütz, Nicole Sehringer, Kurt Sperl, Daniel Widmer
Auflage
5100 Stück, erscheint zehnmal jährlich
Redaktionsschluss
Inform 6/2015, 5. Juni 2015
Unser Titelbild: Ernährungsberatung auf der Station
2
inform editorial
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Haben Sie gewusst, dass Mangelernährung ein häufiges Problem in Spitälern ist? Nicht, weil
Patientinnen und Patienten bei
uns ernährungstechnisch nicht
optimal versorgt werden, nein.
Weil Patienten aufgrund ihrer
Diagnosen, nach Operationen,
während bestimmten Therapien
oder schlicht aufgrund von Appetitmangel zu wenige Kalorien
zu sich nehmen oder nehmen können. Das birgt Risiken und Komplikationen. Eine gezielte Ernährungstherapie kann hier helfen. Am KSA wird aktuell in einer
gross angelegten Studie – weltweit die grösste ihrer
Art – untersucht, welche Auswirkungen eine solche
Ernährungstherapie auf die Komplikationsrate hat
(S. 16–17).
An der Studie mitbeteiligt ist dabei auch die KSAErnährungsberatung. Ein guter Grund, diese Fachdisziplin einmal etwas genauer vorzustellen. Was die
Ernährungsberatung neben dem Einsatz gegen Mangelernährung sonst noch am Spital leistet, lesen Sie
im Artikel auf den Seiten 14–15.
Dass eine Ernährungsberaterin nicht gross anders
kocht als die meisten von uns, die auf ausgewogene
und gesunde Ernährung achten, beweist Rahel Diriwächter in unserem Personalporträt. Mit ihrem Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit bei der Vereinigung Jungschar hebt sie sich jedoch von einigen
von uns ab (S. 13).
Mit mangelnder Nahrungsversorgung hatte das KSA
auch während der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu
kämpfen, wie ein Blick in die Jahresberichte dieser
Zeit im Rahmen unserer «historischen Reihe» zeigt
(S. 20). Ein Rückblick, der wahrlich keine nostalgischen Gefühle aufkommen lässt. Nostalgische
Gefühle werden jedoch die neun ehemaligen Säuglingsschwestern gehabt haben, die kürzlich nach
50 Jahren an ihre ehemalige Ausbildungsstätte im
KSA zurückgekehrt sind und die Klinik für Kinder und
Jugendliche besuchten (S. 19).
Diese und viele andere grössere und kleinere Geschichten und Berichte halten wir für Sie in dieser
Ausgabe bereit. So auch aktuelle Informationen wie
beispielsweise über das demnächst in Kraft tretende
neue Parkierreglement (S. 4), das neue anwenderfreundliche elektronische Fortbildungsprogramm
«easylearn» (S. 10) oder den neuen systemkompatiblen Personalausweis.
Ich wünsche wie immer eine interessante Lektüre und
uns allen schöne Junitage.
Ralph Schröder
Inhalt
4
Das neue Mobilitäts- und Parkierreglement
5
Für eine bessere Nutzung und Auslastung der Velound Motorradparkplätze
6
Labormedizin kooperiert mit dem Inselspital
7
EHC Olten unterzog sich im Spital Zofingen einer
Leistungsdiagnostik
8
Tag der Pflege: Marktplatz für Pflegewissen
9
Afsain: Praxisbezogenes Fachwissen für den
Spitalalltag
10
Das neue easylearn
11
Der neu systemkompatible Personalausweis
13
Ein Arbeitstag aus dem Leben von Rahel Diriwächter
14
Ernährungsberatung: Im täglichen Einsatz gegen
Mangel- und falsche Ernährung
16
Grosse Ernährungsstudie am KSA – ein
interdisziplinärer «EFFORT»
18
Abteilung Tarife + Tarifverträge:
Schnittstelle für die optimale Leistungserfassung
19
Ein nostalgischer Erinnerungsbesuch im «Kispi»
20
Das KSA vor 70 Jahren: Zurück in die Normalität
21
Projekt Elternschule: Konfliktsituationen als Chance
22
Pensioniertenverabschiedung und Jubilarenfeier
23
Jubilare und Pensionierte
24
Agenda
3
inform aktuell
Das neue Mobilitäts- und Parkierreglement
Das aktuelle, seit dem 1. September 2010 gültige Mobilitäts- und Parkierreglement hat die Situation rund um das
Parken auf dem Areal des KSA zwar stark beruhigt. Nicht befriedigend gelöst werden konnte, dass für Mitarbeitende genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Dieses Problem soll nun mit einer Anpassung des Reglementes
entschärft werden. Es tritt per 1. Juli 2015 in Kraft.
Eigentlich war die Überarbeitung des Mobilitäts- und Parkierreglements erst per Ende 2015 geplant. Die veraltete Software des
Parkhaussystems und die zahlreichen Meldungen im Intranet von
Mitarbeitenden, welche die heutige Situation weder gerecht noch
zeitgemäss finden, brachten jedoch massgebende Inputs für die
frühzeitige Überarbeitung der Parkregelung. Im Vordergrund
stand auch, unseren Patienten und Besuchern durch geeignete
Massnahmen wieder vermehrt Parkplätze zur Verfügung stellen zu
können oder die Ausfahrt per EC-Karte zahlen zu können. Auch
der für dieses Jahr ausgesetzte Mobilitätsbonus wurde nicht vergessen. Es wird nach einer neuen Lösung gesucht und im Herbst
der Geschäftsleitung ein neuer Vorschlag unterbreitet.
Weiterhin günstige Tarife für entfernt wohnendes Personal
Im neuen Reglement wird nun ein vielseitiger Wunsch der Mitarbeitenden aufgenommen und umgesetzt. Mitarbeitende, die weiter als 5 km Velowegstrecke vom KSA weg wohnen, parkieren
nach bewilligtem Antrag zum günstigen Tarif auf dem Mitarbeiterparkplatz. Auch für Spätdienstmitarbeitende gilt neu der einheitliche Mitarbeitertarif bis 19.00 Uhr, unabhängig von der Wohnortdistanz. Das Tagesmaximum musste auf 6 CHF angehoben wer4
den. Wer weniger weit entfernt wohnt, darf nach wie vor einen
Antrag stellen, zahlt jedoch den höheren Tarif. So möchten wir
den weiter entfernt Wohnenden etwas mehr Chancen auf einen
Parkplatz verschaffen. Die Anträge werden weiterhin über die bestehende Warteliste bearbeitet.
Erweitertes Parkangebot für Spätdienstleistende
Für Spätdienstleistende wird das Parkangebot erweitert. Neu darf
auch ab 16 Uhr auf dem Areal parkiert werden. Alle Zonen sind
von 8 bis 19 Uhr kostenpflichtig, Sonn- und Feiertag gratis.
Der bisherige Pikettbadge wird durch ein neues Ticketsystem abgelöst. Weiterhin kann für Piketteinsätze in der Nacht anschliessend kostenfrei ausgefahren werden.
Mit der generellen Überarbeitung der Tarife wurde eine Vereinheitlichung und Vereinfachung angestrebt. Das neue Reglement
wird zeitgerecht im Intranet aufgeschaltet. Bitte informieren Sie
sich dort über die zahlreichen, hier nicht erörterten Details. Alle
Mitarbeitenden mit einer Parkbewilligung erhalten vor den Sommerferien noch Post, in der die Anpassung des jeweiligen Tarifes
konkret mitgeteilt wird.
Nicole Sehringer
inform aktuell
Für eine bessere Nutzung und Auslastung der Velo- und
Motorradparkplätze
Der Frühling hat Einzug gehalten und animiert immer mehr Mitarbeitende, mit dem Velo oder Motorrad
ins KSA zu fahren. Nicht alle zur Verfügung gestellten Velo- und Motorradabstellplätze sind jedoch gleich
ausgelastet.
Auf dem gesamten KSA-Areal stehen Parkplätze für über 760 Velos und 70 Motorräder
zur Verfügung. Als Kompensation für die temporär weggefallenen Plätze aufgrund der
Raucherhäuschen wurden hinter Haus 6 zusätzliche Velo- und Motorradplätze erstellt.
Es stehen sogar Aufladestationen für E-Bikes
zur Verfügung.
Auf korrektes Parkieren achten
Nicht alle Plätze sind jedoch gleich gut ausgelastet, einige davon sogar überbelegt – sei es,
weil manche Plätze beliebter sind oder das
Velo, der Töff umständlich oder sogar falsch
parkiert werden und so die Platzverhältnisse
einschränkt. Das muss nicht sein: Helfen Sie
mit, parkieren Sie Ihr Gefährt korrekt in den
dafür vorgesehenen Zonen und nutzen Sie
alle vorhandenen Möglichkeiten, auch wenn
es vielleicht einen minim längeren Fussweg
bedeutet. Herzlichen Dank!
Plan der Velo- und Motorradabstellplätze auf dem KSA-Areal.
Im Fahrtwind zur Arbeit – die «Bike-to-Work»-Aktion im Juni
Nach der Arbeit noch zum Sport? Das muss
nicht sein: Wer mit dem Velo zur Arbeit fährt, absolviert so bereits sein tägliches Fitnessprogramm – gesund, günstig und effektiv. Darum
macht das KSA auch in diesem Jahr wieder bei
der Aktion «bike to work» mit.
Wer im Aktionsmonat Juni mindestens jeden
zweiten Arbeitstag einen Teil des Arbeitsweges
mit dem Velo absolviert, bleibt nicht nur fit, sondern nimmt automatisch am «bike to work»-Wettbewerb teil. Verlost werden von «bike to work»
attraktive Einzel- und Teampreise. Das KSA verlost wieder 3 Teamevents nach Wahl!
Interessiert? Dann überzeugen Sie rasch drei
Kolleginnen oder Kollegen und melden Sie Ihr
Team noch kurzfristig unter www.biketowork.ch
an. Oder rufen Sie den Personaldienst an: 9680.
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inform aktuell
Labormedizin des KSA kooperiert mit dem Inselspital
Das Institut für Labormedizin des KSA und das Universitätsinstitut für Klinische Chemie und Zentrum für Labormedizin
des Inselspitals Bern haben kürzlich eine exklusive Zusammenarbeit in den Bereichen Labormedizin und Forschung
beschlossen. Die beschlossene Kooperation betrifft in der
labormedizinischen Diagnostik Hämoglobinopathien, Erythrozytenfunktionstests, spezielle Stoffwechseldiagnostik, Metabolomics, klinisch-pharmakologische, toxikologische und
molukelare Diagnostik insbesondere High-throughput-Sequencing, Thrombozytenfunktionstests und Flowzytometrie
mit Option auf Erweiterung weiterer Bereiche. Beschlossen
wurde ausserdem eine Zusammenarbeit in der FAMH-Weiterbildung (gemeinsames Curriculum, Vor-Ort-Teaching): am
KSA im Bereich der Spezialhämatologie, am Inselspital im
Bereich Stoffwechsel.
Ausserdem wurde ein gegenseitiges Monitoring beschlossen
sowie im Bereich Lehre und Forschung die Kooperation bei
der Ausbildung von Medizin- sowie naturwissenschaftlichen
Studentinnen und Studenten im Bereich Labormedizin und
der fachbezogenen Forschung.
Taskforce informiert an der Mitarbeiterveranstaltung
«Inform live»
Am 3. sowie am 9. Juni, jeweils um 13 Uhr wird die
Taskforce im Rahmen der Infoveranstaltung «Inform live»
im Hörsaal von Haus 1 ausführlich über ihre Arbeit zur
Verbesserung der Finanzlage des KSA, über die bisher
und jüngst beschlossenen Massnahmen sowie über die
Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung informieren.
Die Protokolle der regelmässig stattfindenden TaskforceSitzungen sind im Übrigen im Intranet einsehbar unter:
/CEO: Reiter «Taskforce Finanzen».
Neueröffnung Klinik für Plastische und Handchirurgie
Nach dem Abschluss der Umbauarbeiten der Klinik für
Plastische und Handchirurgie sowie der Abteilungen Gastroenterologie und Pneumologie und den damit verbundenen Umzügen (Pneumologie und Plastische) plant die
Klinik für Plastische und Handchirurgie am 25. Juni, ab
15.30 Uhr einen Tag der offenen Tür. Eröffnet wird gleichzeitig eine Sonderausstellung im Rahmen der aktuellen
Kunstausstellung «Aus dem Depot» mit Bildern, die in den
Räumlichkeiten der Plastischen Chirurgie hängen werden
(mit Werken aus der Sammlung von Christine Knuchel,
Kaspar Ruoff u. a.). Ausserdem werden dem Publikum am
25. Juni verschiedene Einblicke in die Tätigkeiten der Plastischen und Handchirurginnen und -chirurgen geboten.
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Last but not least hat sich das Inselspital dazu verpflichtet,
das KSA aktiv bei der Zusammenarbeit mit der Medizinischen
Fakultät der Universität Bern hinsichtlich der Anerkennung
als universitäres Partnerspital aktiv zu unterstützen.
Förderpreis Onkologiepflege 2015 geht an
KSA-Kompetenzteam
Der Förderpreis Onkologiepflege der Onkologiepflege Schweiz
ging in diesem Jahr an Ingrid Moos und Ursula Neumann, Mitglieder des Kompetenzteams onkologische Pflege am KSA. Verliehen
wurde der Preis anlässlich der Generalversammlung des Onkologiepflegeverbandes Ende März in Bern. Die Mitarbeiterinnen wurden für die Implementierung des Qualitätsstandards «Pflegerisches Erstgespräch vor Chemotherapie bei ambulanten onkologischen Patientinnen der Frauenklinik» geehrt. Mit diesem Standard
wird u. a. die individuelle Planung der Pflege und Betreuung der
Patientinnen und Patienten verbessert und die interprofessionelle
Zusammenarbeit begünstigt.
An der Preisverleihung in Bern: Ingrid Moos (links) und Ursula Neumann (2. v. l.)
vom Kompetenzteam onkologische Pflege. Rechts: Frédéric Fournier (Verband).
inform zofingen
EHC Olten unterzog sich im Spital Zofingen einer
Leistungsdiagnostik
Über einen Monat nach dem verlorenen NLB-Playoff-Final gegen die SCL Tigers ist beim EHC Olten der
Startschuss zu den Vorbereitungen für die Saison 2015/16 gefallen. Das Sommertraining wurde in der ersten Woche im Mai mit einer Leistungsdiagnostik im Spital Zofingen eröffnet. Das Spital Zofingen ist seit der
Saison 2014/15 offizieller Medical Partner des EHC Olten.
Sämtliche Eishockey-Akteure mussten unter der Aufsicht
der Physiotherapeutinnen Angela Gentsch, Melanie Graber und Alice Sommer – sie begleiten und betreuen den
EHC Olten im Rahmen ihrer Tätigkeit im Spital während
der gesamten Saison – innert einer Stunde einen dreiteiligen Test über sich ergehen lassen.
Getestet wurde die Grundkondition mit dem Laktatstufentest und die Rumpfstabilität. Neben den Tests wurde
auch ein physiotherapeutischer Befund gemacht.
Für ein optimales Sommertraining sind solche Tests notwendig. Sie zeigen den Spielern auf, an welchen Schwächen sie im Sommer arbeiten müssen. Ein grosser Teil
der anstehenden Vorbereitungsphase basiert zwar auf
den Resultaten der Leistungsdiagnostik, verbessern
muss sich letzten Endes aber jeder Spieler selber.
Die Physiotherapie des Spitals Zofingen bietet den Laktatstufentest auch für Interessierte an.
Studierenden-Lerntag des Spitals Zofingen
Wie schon im letzten Jahr hat das Spital Zofingen auch
in diesem Jahr einen Studierenden-Lerntag für Rettungssanitäter und Fachpersonen der Anästhesiepflege
durchgeführt. Die Ausbildung fand auf dem Übungsgelände des Pharma- und Chemieunternehmens Siegfried
in Zofingen statt. Auszubildende aus Aarau, Menziken,
Fricktal und Zofingen waren eingeladen, an diesem Tag
ihr Wissen anhand von Fallbeispielen zu vertiefen. Besonderes Augenmerk galt Studierenden, die in den
nächsten Wochen ihre Abschlussprüfung absolvieren.
Es wurde jedoch nicht nur gelernt. Auch für das leibliche
Wohl wurde gesorgt. So hatten die Studierenden die
Möglichkeit, sich in netter Runde auszutauschen.
Ein grosses Dankeschön geht an die vielen Helfer und
Helferinnen, die sich als «Unfallopfer» oder als Moulagistin zur Verfügung gestellt haben. Auch der Firma Siegfried gilt unser Dank für die Nutzung ihres Übungsgeländes.
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inform aktuell
Tag der Pflege
Marktplatz für Pflegewissen
Am Tag der Pflege (12. Mai 2015) wurde interessierten Pflegefachleuten und Laien in Form von Micro-Workshops ein spannender Einblick in aktuelle Pflegethemen geboten. Der Anlass erfreute sich reger Teilnahme.
Das Kantonsspital Aarau wartete am «Tag der Pflege» mit einem
vielfältigen Angebot für interessierte Fachleute und Laien auf:
Unter dem Motto «Pflege-Know-how von mir für dich» wurden
sogenannte «Micro»-Workshops zu spannenden Pflegethemen
angeboten. So konnten sich Pflegende, KSA-Mitarbeitende, aber
auch Besucher des Spitals an einzelnen Ständen durch interne
und externe Referentinnen und Referenten während 15 Minuten
über Themen wie Inhalationsinstruktionen oder Infos zum sogenannten «Infant Handling», zu Schienen und Gipsen, Ernährung
dementer Patienten und ihrer Angehörigen, den Dolmetscherdienst am KSA, über Drainagen, Stoma und Verbände, Indikation
und Durchführung des Prick-Tests, Spitalhygiene, Port-a-Cath
anstechen, Beta-Blocker, Präanalytik und vieles andere mehr informieren. Damit wurden einerseits die täglichen Pflegeleistungen der rund 2000 Pflegefachkräfte in unserem Spital gewürdigt,
andererseits den Pflegenden die Möglichkeit geboten, in kurzer
Zeit nützliche Informationen für ihren Pflegealltag zu erhalten.
Nachträglicher Erwerb des FH-Titels Pflege
Am 1. Januar 2015 ist die Regelung für einen nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels (NTE) im Studiengang Pflege
des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) in Kraft getreten. Mit der neuen Regelung
erhalten Fachpersonen, die über eine altrechtliche Ausbildung verfügen und im Anschluss durch Nachdiplomkurse zusätzliche
Kompetenzen erworben haben, die Möglichkeit, nachträglich einen Bachelor-Abschluss (FH-Titel) in Pflege zu beantragen.
Gemäss Verordnung des WBF müssen dafür folgende Bedingungen kumulativ erfüllt sein:
1. Vom SRK anerkanntes altrechtliches Diplom einer anerkannten Schweizer Schule für dipl. Pflegefachpersonen: DN II,
AKP, KWS, PsyKP, IKP, GKP
2. Qualifizierte ergänzende Ausbildung: HöFa II oder HöFa I Pflege: Pflege, Onkologie, Palliative Care, Diabetesberatung,
Pflegeberatung, Kardiologie (in Abklärung: Gerontologie, Psychiatriepflege), HFG, NDK Pflege, Mü/Vä-Beraterin
3. Zwei Jahre anerkannte Berufspraxis im Bereich Gesundheit von mindestens 75% oder 4 Jahre mit 50%: direkte Pflege,
Management und Lehre im Bereich Gesundheit
4. Nachdiplomkurs auf Hochschulstufe resp. CAS von mindestens 10 ECTS an einer Fachhochschule, Departement
Gesundheit erworben (entfällt für HöFa II)
Ein Merkblatt mit detaillierten Informationen zu den Voraussetzungen sowie das Gesuchsformular finden Sie unter folgender
Internet-Adresse: www.fhschweiz.ch/content-n1051-sD.html
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inform ausbildung
Aargauische Fachschule für Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege – afsain
Praxisbezogenes Fachwissen für den Spitalalltag
Das berufliche Fachwissen erweitern oder aktualisieren – für die eigene berufliche Entwicklung oder für mehr
Sicherheit im Spitalalltag: Die Aargauer Fachschule für Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege (afsain) ist
genau darauf ausgerichtet. Seit 2009 führt sie anerkannte Weiterbildungsangebote für das Spital-Pflegefachpersonal durch. Die Angebote zeichnen sich durch einen hohen Bezug zur Berufspraxis aus.
Mitarbeitende medizinischer und pflegerischer Fachgebiete sehen sich in ihrem Berufsalltag mit einem schnellen und stetigen
Wandel konfrontiert. Die Gründe dafür sind vielseitig: neue Forschungserkenntnisse in Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin,
in Chirurgie, Pharmakologie, Medizintechnik oder Pflege, aber
auch die Einführung von neuen Pflegekonzepten, Behandlungsstrategien und therapeutischen Konzepten. Dies alles steht in
einem permanenten Spannungsfeld mit den Forderungen eines
wirtschaftlichen Spitalbetriebs.
Diesem Trend können sich auch Mitarbeitende in Anästhesie-,
Intensiv- und Notfallpflege nicht entziehen. Gefragt sind fachspezifische Kernkompetenzen wie Fachwissen in komplexen
pflegerischen und medizinischen Situationen, technisches Knowhow, Personal- und Sozialkompetenz oder interdisziplinäres und
vernetztes Denken und Handeln. Um all dies gezielt in einer Weiterbildung berufsbegleitend zu fördern, schafft die afsain zusammen mit den Praxisspitälern entsprechende Bildungsangebote.
Die afsain ging als Fachschule aus den Weiterbildungsangeboten der Kantonsspitäler Baden AG und Aarau AG hervor. Die
jahrzehntelange Ausbildungstradition fand auf der Stufe einer
Höheren Fachschule ihre Fortsetzung und steht heute auch den
Mitarbeitenden von fast einem Dutzend Partnerspitälern offen.
Die praxisorientierten afsain-Angebote sind ausgerichtet auf
diplomierte Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, die in einer
Fachabteilung wie Anästhesie-, Intensiv- oder Notfallmedizin
oder auf einer Intermediate-Care-Station (IMC) arbeiten. Die
Anerkennung als Bildungsanbieter durch das eidgenössische
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)
seit 2011 garantiert einen hohen Qualitätsstandard.
Folgende Angebote bestehen:
– Nachdiplomstudiengänge (NDS) auf Stufe Höhere Fachschule (HF) für Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege
– Nachdiplomkurs für Intermediate Care (IMC)
– UPDATE-Kurse für die drei Fachgebiete Anästhesie-, Intensivund Notfallpflege
Alle Angebote der afsain sind ausgerichtet an der Berufspraxis:
Dozentinnen und Dozenten aus dem Spitalalltag vermitteln Fachwissen, das auf den Spitalalltag der Studierenden ausgerichtet
ist. Der Besuch von afsain-Angeboten ist berufsbegleitend und
setzt eine berufliche Tätigkeit im entsprechenden Fachgebiet voraus. Geleitet wird die afsain von Kurt Sperl, der mit seinen Studiengangsleitenden Markus Gautschi (Anästhesiepflege), Matthias Moser (Intensivpflege) und Sibylle Gosteli (Notfallpflege)
Markus Gautschi, Studiengangsleiter Anästhesiepflege, warb am Tag der Pflege für das Weiterbildungsangebot der Aargauer Fachschule für Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege (afsain).
sowie mit der Sachbearbeiterin Nicole Fuchs ein schlagkräftiges
Team um sich hat. Die Schulleitung koordiniert zusammen mit
Referentinnen und Referenten aus der Berufspraxis Aus- und
Weiterbildungsangebote für aktuell 425 Studierende. Alle Kursangebote sind von den Fachverbänden anerkannt.
Kurt Sperl
www.afsain.ch
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inform fortbildung
Das neue easylearn
Das elektronische interne Fortbildungsprogramm easylearn wird optisch und anwendungstechnisch neu
überarbeitet. An drei Informationsveranstaltungen im Hörsaal vor der Umstellung am 10. August werden die
wichtigsten Neuerungen erläutert.
Informationsveranstaltungen im Hörsaal
Es finden rechtzeitig vor der Umstellung Informationsveranstaltungen im Hörsaal statt:
Dienstag, 28. Juli, Mittwoch, 5. August,
Donnerstag, 6. August
jeweils 12 bis 12.45 Uhr und 16.30 bis 17.15 Uhr
Ausserdem informiert ein Flyer, wie man sich neu einloggt
und wo die wichtigsten Informationen zu finden sind.
Neue Oberfläche, neue Ansicht
Nach dem Einloggen präsentiert sich das neue easylearn mit
einer neuen Oberfläche, auf der folgende persönlichen Infos
auf einen Blick sichtbar sind:
– Veranstaltung: Was ist die nächste Veranstaltung, zu der ich
angemeldet bin?
– E-Learning-Kurse: Welche E-Learning-Kurse sind bis wann
durchzuarbeiten?
– Wissensbörse: Welches Wissen (auf der Plattform aller
Inhalte aus sämtlichen E-Learnings) habe ich mir zum Nachschlagen markiert (Favoriten)?
KSA-Impulsreferat
an der «Personal Swiss 2015»
An der Messe Personal Swiss 2015 und Swiss
Professional Learning 2015 im April 2015 mit
etwa 4500 Besuchern wurde das KSA-Projekt
Kompetenzmanagement in einem Impulsreferat
von Doris Jäggi, Leiterin Personal- und Organisationsentwicklung, vorgestellt. Titel: Das individuelle Kompetenzmodell als Basis für das
Talent-Management. Das Projekt wird im KSA
vom Bereich Pflege und MTTD und Personalentwicklung als Co-Leitung getragen. Das
Modell definiert (allgemeine, übergeordnete)
Kompetenzen, mit denen Anforderungsprofile
sämtlicher Funktionen im KSA beschrieben
werden können.
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Neuer Ablauf
Die Kursanmeldungen und sämtliche
Aktionen funktionieren nur noch in eingeloggtem Zustand. Über anfallende
Unterlagen und Dokumente (Bestätigungen der Anmeldungen, Informationen wie «findet statt» oder «findet nicht
statt») wird innerhalb des easylearnSystems über den Menüpunkt «Mitteilungen» unter «Mein Konto» informiert.
Es werden keine Mitteilungen mehr auf
Papier via «interne Post» verschickt.
Doris Jäggi
inform intern
Der neue systemkompatible KSA-Personalausweis
Per 1. Juli 2015 werden am KSA neue Personalausweise (Badges) in einem neuen «Look» ausgegeben. Im Laufe
der nächsten zwei Jahre erhalten alle Mitarbeitenden die neue Identifikationskarte. Die kostengünstige Lösung
wurde im Rahmen des Lehrgangs CAS 2014/2015 erarbeitet.
Nach mehrfach missglücktem Projektstart zwischen 2010 und
2012 konnte das Projekt «Neuer Personalausweis» im vergangenen Jahr in Angriff und in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das
«End of Life» des bisherigen Ausgabeprogrammes «Badgemaker»
sowie fehlende Schnittstellen für eine konsequente Datenführung
zu allen umliegenden Systemen machten die Erarbeitung einer
neuen ganzheitlichen Lösung dringlich. Mit der jetzt erarbeiteten
Lösung konnten viele Unstimmigkeiten und Unzufriedenheiten
rund um den Badge der vergangenen Jahre beseitigt werden.
Sämtliche Prozesse und Datendefinitionen, Kompetenzen und
Verantwortungen konnten jetzt in einer schriftlichen Richtlinie festgelegt werden. In der Projektgruppe unter der Führung von Nicole
Sehringer, Leiterin Projekte & Prozesse Betrieb, waren alle für den
Badge und seine Funktionalitäten beteiligten Personen vertreten.
Badge-Ausgabe und Datenführung
Die Badges werden neu nicht mehr von der Wäscheversorgung
ausgegeben. Die Ausgabe der Badges erfolgt neu durch den Service-Desk, der gleichzeitig die Mitarbeiterdaten auf Durchgängigkeit von SAP und IDM (Identity Management) überprüft. Als Ausgabetechnik wird das bestehende IT-Programm für die Zutrittskontrolle verwendet. Die Daten kommen vom Personaldienst via SAP
oder werden durch die Vorgesetzten über das Programm ServiceNow (Toolbox Intranet) angemeldet (Personen ohne Personalnummer). Neue Mitarbeitende erhalten den Badge jeweils am ersten
Arbeitstag während der Einführungsveranstaltung im Hörsaal.
Layout in neuem Corporate Design
Der Aufdruck des Badges erfolgt gemäss den Vorgaben des
Corporate Design nach festgelegten und für alle gleich geltenden
Richtlinien. Ausschlaggebend für die Datenlieferung sind die
Personaldaten der Arbeitsverträge. Für den vollständigen Ersatz
aller Badges wird eine Bereinigung sämtlicher alten Daten nötig
sein. Entsprechende Informationen an alle Mitarbeitenden werden
folgen.
Erfreuliche Nachricht zum Schluss: Da die neu erarbeitete Lösung
auf ein bereits bestehendes IT-Programm setzt, konnte der ursprünglich für das Projekt eingesetzte Kostenrahmen in Höhe von
250 000 CHF fast gänzlich eingespart werden.
Nicole Sehringer
Dr.
Robert Rhiner
CEO
Funktionalität
Der Badge fungiert weiterhin als Zahlungsmittel für Verpflegung
und Parken sowie als Türöffner (gemäss Berechtigungskonzept).
Nach einer Aufrüstung der Ladestationen (Zeitpunkt noch nicht
fixiert) wird auch das Aufladen mittels EC-Karte möglich sein.
KSA und Hirslanden präsentieren ihre Zusammenarbeit im Herzzentrum Aargau am Aarauer KUK
Am 18. Juni werden die Hirslanden Klinik Aarau und das Kantonsspital Aarau unter dem Titel «Fokus Herz» ihre Zusammenarbeit im letztes Jahr gegründeten Herzzentrum Aargau im Rahmen einer Vortragsveranstaltung im Aarauer Kongress- und
Kulturzentrum präsentieren. Aus der Abteilung Kardiologie des KSA werden am Publikumsanlass referieren: Chefarzt Dr.
Vuilliomenet, Dr. Igal Moarof sowie Dr. Pablo Anabitarte, beide Leitende Ärzte. Auf Seiten der Hirslanden sprechen: PD. Dr.
Lars Englberger sowie Prof. Dr. Thierry Carrel. Ständerätin Christine Egerszegi wird ein kurzes Eröffnungsreferat halten.
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inform persönlich
Ein Arbeitstag aus dem Leben von Rahel Diriwächter
Mit Leib und Seele Ernährungsberaterin und Lagerköchin
Die 26-jährige Rahel Diriwächter steht gerne im Dienst von Menschen, kocht gerne und engagiert sich für das Gemeinwesen und das Leben nach christlichen Grundwerten. Als Ernährungsberaterin am KSA sowie als engagierte
Lagerköchin bei der Jungschar (christliche «Pfadfinder») hat sie in ihr Leben alles integriert, was ihr wichtig ist.
In der ambulanten Beratung von Adipositas-Patienten beispielsEine Berufsberaterin hat Rahel Diriwächter für ihre Berufsentscheidung nicht gebraucht. Rahel gehört zu den Menschen, die ihre Beweise, die in der Regel mehrmals in die Beratung kommen, erarbeirufung sehr früh erkannt haben. Bereits mit 14 Jahren wusste sie
tet Rahel gemeinsam mit dem Patienten einen individuellen Plan für
nach dem Besuch einer Berufsveranstaltung mit der Schule, dass
eine Gewichtsreduktion. In einer sogenannten Ernährungsanamsie einmal Ernährungsberaterin werden möchte. Menschen beraten,
nese werden Essgewohnheiten analysiert und im Hinblick auf den
die Zusammensetzung unserer Nahrungsmittel und die Wirkkraft
angestrebten Gewichtsverlust umzustellen versucht. Und geschaut
der Nährstoffe auf unseren Körper – das Medizinische – das hat sie
wird auch, wie eine erhöhte Bewegungstätigkeit in den Alltag intefrüh fasziniert. Bereits mit 14 durfte sie am KSA in den Beruf der
griert werden kann. Das alles geschieht individuell und funktioniert
Ernährungsberaterin schnuppern (Mindestalter heute: 18 Jahre!) und
natürlich nur mit der Bereitschaft des Patienten. «Es gibt kein
auch die Entscheidung für den Besuch der Diplommittelschule mit
Patent- und Erfolgsrezept», sagt Rahel, «aber ich staune immer
den Schwerpunkten Psychologie/Pädagogik/Naturwissenschaften
wieder, was der Wille eines Menschen vermag.»
hat sie bewusst mit Blick auf ihr späteres Berufsziel gewählt. Auch
Während es in den ambulanten Beratungen von Schwergewichtidass sie nach der DMS und einem obligaten Pflegepraktikum trotz
gen oder Diabetikern vor allem um Informationen, Motivationshilfen,
erstmaligem Scheitern an der Zulassungsprüfung für die FachhochBegleitung, aber auch um Verbindlichkeit geht, steht in der statioschule ein Jahr später einen zweiten Anlauf genommen hat, zeigt,
nären Beratung zumeist Mangelernährung im Vordergrund. Das
dass sie nichts von ihrem Ziel abbringen konnte. Zielstrebig, aber
kann heissen, ein Patient kann nach einer Operation (z. B. des
nicht verbisssen, sondern im wahrsten Sinn Gott vertrauend – Rahel
Magens oder der Speiseröhre) vorerst nicht oder kaum essen, hat
lebt und praktiziert seit ihrer Kindheit den christlichen Glauben – ist
kaum Appetit oder kann nur Flüssiges zu sich nehmen. Hier wird
sie ihren Weg gegangen und geht ihn noch heute.
gemeinsam mit den Ärzten und der Pflege geschaut, wie der PaDie in Thun geborene und in Gränichen/AG
tient dennoch zu seinen Kalorien kommt:
«Ich habe schon mit 14 gewusst,
aufgewachsene Rahel schliesst an der
durch Trinknahrung, angereicherte oder als
dass ich einmal ErnährungsFachhochschule Bern ihren Bachelor 2012
letzte Möglichkeit auch durch künstliche Erberaterin werden will.»
ab. Die Zeit bis zum Beginn ihrer Ausbildung
nährung. Hier bringt die Ernährungsberaüberbrückt sie mit einer einjährigen Tätigkeit in der Pflege am KSA,
tung ihr Fachwissen ein. Zeit für kleine Pausen zwischendurch gibts
wo sie wichtige Erfahrungen sammelt. Der berufliche Einstieg als
nicht. Nach den Beratungen muss auch das Adminstrative (Verlauf
Ernährungsberaterin ist nicht ganz einfach. Die Stellen sind eher
und Abrechnungen schreiben) erledigt werden. Nur eine grosse
dünn gesät. Rahel arbeitet während ihrer Stellensuche zunächst
Mittagspause gemeinsam mit den Teamkolleginnen unterbricht jeeinige Monate in Suhr in der Pflege in einem Altersheim und geweils Rahels Tagesablauf. Nach Feierabend um 17 Uhr kehrt Rahel
heim, erledigt die eine oder andere Hausarbeit und bereitet das gelangt dann über eine Bewerbung am Spital Zofingen ans KSA, wo
sie zunächst Mutterschaftsvertretungen machte. Seit Anfang dieses
meinsame Abendessen mit ihrem Mann vor. «Ich koche gerne und
Jahres gehört sie jedoch mit einem Pensum von 80% fest zum
kann mich dabei entspannen. Und ich koche im Übrigen nicht anTeam der KSA-Ernährungsberatung (vgl. auch S. 14–15).
ders, weil ich Ernährungsberaterin bin», sagt sie. Gesund und ausRahel wohnt inzwischen in Buchs, zusammen mir ihrem Mann, den
gewogen natürlich. Das versteht sich von selbst. Und das gilt auch
sie seit ihrer Jugend kennt und 2012 heiratet. Zur täglichen Arbeit
für die Menüs, die sie jeweils für die Jungschar-Lager als Küchenfährt sie mit dem Velo ins KSA, das nur einen Steinwurf von ihrer
verantwortliche plant und vorbereitet, so jüngst für das viertägige
Wohnung entfernt liegt. Offizieller Arbeitsbeginn ist 7.50 Uhr, doch
Auffahrtslager. Rahel und ihr Mann sind beide seit ihrer Kindheit mit
Rahel kommt meist 20 Minuten früher, erledigt Administratives vom
der christlich orientierten Vereinigung Jungschar verbunden, die
Vortag, beantwortet und schreibt E-Mails und organisiert ihren Tag.
sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert. Die Organisation
«Wir arbeiten und planen unsere Arbeit ziemlich autonom. Diese
von zwei Lagern und kleinen Events im Jahr gehören neben den
Selbstständigkeit schätze ich sehr», erklärt Rahel. Die tägliche
14-täglichen Aktivitäten mit dazu. Rahel übernimmt dabei die VerArbeit teilt sich in ambulante Beratung und stationäre Ernährungspflegungsverantwortung, plant die Menüzusammenstellung, errechtherapien, wobei für die stationäre Arbeit unter der Woche fixe
net die Bestellmengen und ist um den Einkauf besorgt und
Blockzeiten pro Bereich eingeplant sind und jede Beraterin einem
schwingt am Ende auch den Kochlöffel. Toleranz, ein offenes und
bestimmten Bereich zugeteilt ist, Rahel beispielsweise für Patienten
respektvolles Miteinander, Sorge tragen zur Natur und zu sich
und Patientinnen der Chirurgie und der Frauenklinik. Die sowohl
selbst, sind Werte, die sie dabei gerne vermittelt und vorlebt. Werte
intern als auch extern zugewiesenen ambulanten Patienten werden
ihres christlichen Glaubens, den sie aktiv lebt.
im Team aufgeteilt und rund um die stationären Termine geplant.
Ralph Schröder
13
inform teamwork
Ernährungsberatung
Im täglichen Einsatz gegen Mangel- und falsche Ernährung
Dass übergewichtige Patientinnen und Patienten (Adipositas-Patienten) und Diabetiker in einer Ernährungsberatung
gut aufgehoben sind, versteht sich fast von selbst. Dass sich die Ernährungsberatung im Spital jedoch zu einem
grossen Teil dem Thema Mangelernährung widmet, ist weit weniger bekannt, aber eine Tatsache. Das Verhindern von
Mangelernährung und das Vorbeugen gegen Mangelernährungsrisiken ist eine der Hauptaufgaben der spitalinternen
Ernährungsberatung.
Wer an Ernährungsberatung denkt, der wird hauptsächlich und
vor allem an Diäten denken, an Begriffe wie Übergewicht oder
Magersucht, an ungesunde respektive gesunde Ernährung, an
Salate, Früchte und viel Gemüse, die einem hier empfohlen werden und vieles andere mehr. Das ist alles nicht ganz falsch und
dennoch ziemlich weit weg von dem, was eine professionelle Ernährungsberatung eigentlich leistet. Das gilt insbesondere für die
Ernährungsberatung an einem Spital.
Die Vorstellungen darüber, was zu den Aufgaben einer Ernährungsberatung gehört, ist von vielen Vorurteilen und – zumal das
Thema Ernährung seit Jahren stark in der Öffentlichkeit steht –
auch von der medialen Aufbereitung und Vermittlung des Themas
geprägt.
Die Ernährungsberatung am Spital, d. h. auch der Fachbereich Ernährungsberatung am KSA, betreut vorwiegend und hauptsächlich vier Patientengruppen, sowohl stationär als auch ambulant.
Neben den bekannten Gruppen der Übergewichtigen, der Diabetiker und der Gruppe mit Patienten, die an Nahrungsmittelallergien
oder -unverträglichkeiten leiden, bilden – für viele vielleicht überraschend – mangelernährte Patienten die grösste betreute Gruppe.
Im Einsatz gegen Mangelernährung
Mangelernährung ist ein häufiges Problem an Spitälern. Insbesondere auch aufgrund der demografisch bedingt steigenden
Anzahl von älteren Patienten mit Mehrfachdiagnosen und einem
grösseren Risiko für Mangelernährung. Dabei wird unter Mangelernährung ein Ungleichgewicht zwischen Nahrungsaufnahme
und Nahrungsverbrauch verstanden oder anders formuliert: zwischen Energiebedarf und Energiezufuhr. Vereinfacht gesagt: Patienten essen aus unterschiedlichen Gründen und krankheitsbedingt zu wenig, was mit einem Mangel an Kalorien, Proteinen, essenziellen Fettsäuren, Vitaminen, Spurenelementen oder
Mineralstoffen einhergeht. Das Risiko steigt, dass es dadurch im
Krankheits- und Behandlungsverlauf zu Komplikationen kommt,
aber auch das Sterblichkeitsrisiko nimmt dadurch zu. Komplikationen wiederum verlängern einen Spitalaufenthalt. Hier kann
eine entsprechende, durch die Ernährungsberatung durchgeführte und mit dem Arztdienst und der Pflege abgesprochene Ernährungstherapie gegensteuern.
Am KSA werden aktuell die Effekte, die eine solche Ernährungstherapie auf Patienten mit einem Mangelernährungsrisiko haben,
im Rahmen einer grossangelegten und mit Beteiligung anderer
Schweizer Spitäler durchgeführten Studie erforscht (vgl. ausführlichen Artikel zur EFFORT-Studie auf den Seiten 16–17).
14
Die Ernährungsberatung kümmert sich bei vorliegender Mangelernährung, bei Appetitlosigkeit oder bei erschwerter oder unmöglicher Nahrungszufuhr aufgrund einer medizinischen oder
operativen Behandlung (Krebspatienten, Magenoperation usw.)
um Massnahmen, die den notwendigen Energiebedarf dennoch
gewährleisten. Dabei wird auf die individuellen Bedürfnisse und
Essgewohnheiten des Patienten eingegangen, nach Alternativen
und Hilfestellungen gesucht. Zum Einsatz kommen können aber
auch angereicherte ergänzende Energienahrung (Eiweisspulver,
Fettzusätze, Kohlenhydrate usw.) und zuletzt auch künstliche Ernährung mittels Sonde, wobei Letzteres nur in Absprache mit den
Ärztinnen und Ärzten erfolgt. Im Zentrum steht hier also nicht
primär gesunde Kost, sondern die Deckung des notwendigen
Energiebedarfs.
inform teamwork
Wechsel zwischen ambulanter und stationärer Tätigkeit
Patienten, die stationär aufgrund einer Mangelernährung eine
Ernährungstherapie erhalten, werden danach auch ambulant
durch die Ernährungsberatung betreut. Vor allem und vorwiegend
ambulant, aber nicht nur, werden Diabetiker sowie AdipositasPatienten (Übergewichtige), Patienten mit Verdauungserkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Nierenerkrankungen und Patienten mit Nahrungsmittelallergien
oder -unverträglichkeiten betreut. Es handelt sich dabei in der
Regel um Patienten, die intern, aber auch von extern zur Ernährungsberatung zugewiesen werden und
meist mehrere Termine wahrnimmen
Dies auch, da eine Ernährungsumstellung meist mit veränderten Gewohnheiten einhergeht.
Diabetikern werden die zu beachtenden
Massnahmen im Zusammenhang mit der
Nahrungsaufnahme erklärt unter Berücksichtigung ihrer bisherigen Essgewohnheiten. Hier spielen nicht nur die Einschränkung oder der Verzicht auf zuckerhaltige Nahrung eine Rolle, sondern auch
der Umgang und der Einfluss der Zufuhr
von Kohlenhydraten auf den Zuckerspiegel und dessen Regulation. Mit der
Diabetesberatung und der Endokrinologie
besteht eine enge Zusammenarbeit, da
sich deren Aufgabengebiet an dasjenige
der Ernährungsberatung knüpft – oder
umgekehrt. Bei Adipositas-Patienten
wird nach individuellen Lösungen für
eine Gewichtsabnahme gesucht, während bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten Alternativen in der Nahrungszusammenstellung aufgezeigt werden. Eine
besondere, wenn auch kleine Gruppe
bilden die Dialyse-Patienten, die aufgrund ihrer Behandlung auf Einschränkungen bei der Salzaufnahme oder der
Zufuhr von Kalium oder Phosphat achten müssen und dabei durch die Ernährungsberatung unterstützt werden.
Keine Verantwortung für die Personalverpflegung
Die Ernährungsberatung des Kantonsspitals Aarau arbeitet
zwar in Sachen Kostformen der Patientinnen und Patienten
eng mit der Spitalküche zusammen. Auf das Verpflegungsangebot für Mitarbeitende hat sie jedoch keinen Einfluss.
«In der KSA-Kantine kann man sich jedoch absolut gesund
und ausgewogen ernähren», erklärt Manuela Deiss, Leiterin
der Ernährungsberatung. Sämtliche Mitarbeitenden verpflegen sich regelmässig in den beiden Gastrobetrieben LeClou
und Santerra.
Das Tem der KSA-Ernährungsberatung (v. l. n. r.): Mirjam Mårtensson, Martina
Geiser, Rahel Diriwächter, Manuela Deiss, Monique Mura Knüsel, Valerie Bächli
(Zusatzmodul B), Karin Schärer, Simone Bürgler, Claudia Von Siebenthal,
Sabrina Plüss (Praxismodul 4), Luzia Stoll, Isabel Pulvermüller, Cornelia Kaspar,
Sibylle Reimann (Zusatzmodul B). Es fehlt: Rebecca Fehr.
Team und Organisation
Die Ernährungsberatung am KSA ist der Fachabteilung Endokrinologie, Diabetologie und Metabolismus der Medizinischen
Uniklinik von Prof. Dr. Beat Müller unterstellt und wird von
Manuela Deiss geleitet (Stv. Claudia Von Siebenthal). Das
15-köpfige Team (inkl. Studierende in Ausbildung) mit unterschiedlichen Teilpensen zwischen 20 und 80% teilen sich insgesamt 710 Stellenprozente (wovon 150% im Rahmen der
EFFORT-Studie fremdfinanziert sind). Die Ernährungsberatung
kann KSA-intern von allen Bereichen und Kliniken in Anspruch
genommen werden und stellt ihre Dienste auch für zuweisende
Ärzte (Haus- und Fach-, Kinder- und Frauenärzte) zur Verfügung. Nicht zuständig ist die Ernährungsberatung für die Personalverpflegung. Eine enge Zusammenarbeit besteht jedoch
im Bereich der Patientenverpflegung mit der Küche, insbesondere mit der Diätküche. So wird beispielsweise das Angebot
der verschiedenen Kostformen (z. B. laktosearme, glutenfreie,
phosphatarme, kaliumarme usw. Kost) in gemeinsamer Absprache erstellt.
Die Arbeit im stationären Bereich ist in zwei Blöcke und die Arbeit der Ernährungsberaterinnen entsprechend in zwei Gruppen aufgeteilt: Medizin/Klinik für Kinder und Jugendliche sowie
Chirurgie/Frauenklinik plus Dialyse. Die einzelnen Ernährungsberaterinnen teilen sich ihre Arbeit innerhalb ihrer stationären
Zuständigkeit mehrheitlich autonom ein und organisieren ihre
Tagesplanung – ambulante wie stationäre Tätigkeit – selbstständig, wobei auf eine möglichst kontinuierliche und anhaltende Einzelpatientenbetreuung geachtet wird.
Ralph Schröder
15
inform forschung
Grosse Ernährungsstudie am KSA – ein interdisziplinärer «EFFORT*»
Mangelernährung ist ein grosses Problem bei einer Vielzahl von Patienten. Am KSA untersucht jetzt ein interdisziplinäres
Forschungsteam im Rahmen einer Studie die Auswirkungen einer interventionellen Ernährungstherapie bei Patienten
mit einem Mangelernährungsrisiko auf die Sterblichkeit, die Komplikationsrate und die Dauer des Spitalaufenthaltes.
Die durch eine Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds für Prof. Dr. med. Philipp Schütz, Leitender Arzt
Med. Universitätsklinik, und den Wissenschaftsfonds des KSA finanzierte Studie ist die weltweit Grösste ihrer Art.
*EFFORT steht für «Effect of Early Nutritional Therapy on Frailty, Functional
Outcomes and Recovery of Undernourished Medical Inpatients Trial.
Mangelernährung ist in Spitälern ein wichtiges Thema und beschreibt ein Ungleichgewicht zwischen Nahrungsaufnahme
und Nahrungsverbrauch – mögliche Folgen: ein Mangel an Kalorien, Proteinen, essenziellen Fettsäuren, Vitaminen, Spurenelementen oder Mineralstoffen. Eine ungenügende Ernährung
und eine damit verbundene unzureichende Energiezufuhr bei
gleichzeitig erhöhtem Energiebedarf in der akuten Krankheitsphase ist ein häufiges Problem. Aufgrund der älter werdenden
Bevölkerung und der steigenden Zahl an älteren Patienten sind
«Ich habe mich in letzter Zeit energielos und schwach
gefühlt. Obwohl meine Frau immer gekocht hat,
habe ich keinen Appetit gehabt.»
W. N., Studienpatient
immer mehr hospitalisierte Patienten von dieser Problematik
betroffen. Man geht davon aus, dass jeder dritte Patient einem
Mangelernährungsrisiko ausgesetzt ist, was eng mit einer
erhöhten Sterblichkeit, einer erhöhten Komplikationsrate und
Interdisziplinäre Forschungszusammenarbeit zwischen Pflege, Arztdienst und Ernährungsberatung.
einem längeren Spitalaufenthalt korreliert.
Zum Thema Mangelernährung bei hospitalisierten internistispielsweise einen ähnlichen, körpereigenen Schutz bei Infekschen Patienten gibt es bis heute nur wenige qualitativ hochtionskrankheiten dar. Andere Studiendaten belegen jedoch
wertige Studien. Ob ein systematisches Screening auf Maneinen positiven Effekt einer frühen künstlichen Ernährung bei
gelernährung und eine darauffolgende Ernährungstherapie
ausgewählten Intensivpatienten. Ausserdem wurde gezeigt,
einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf haben, ist bisdass bei beatmeten Patienten eine gewisse künstliche Ernähher unklar. Die am KSA lanrung notwendig ist, um das Magen«Mangelernährte Patienten sind häufig und weisen
Darm-System zu schützen. Diese Discierte EFFORT-Studie will
eine verlängerte Hospitalisationsdauer sowie höhere
deshalb den Effekt einer inkrepanzen zeigen die Schwierigkeit
Komplikations- und Sterberaten auf.»
eines evidenz-basierten Einsatzes
dividuellen ErnährungstheNatalie Friedli, Assistenzärztin
einer Ernährungsintervention.
rapie – im Vergleich zu einer
Kontrollgruppe ohne zusätzliche Ernährungstherapie – bei akut
kranken internistischen Patienten untersuchen.
Die EFFORT-Studie
In die EFFORT-Studie sollen insgesamt rund 3000 PatientinKomplexe Ausgangslage
nen und Patienten aus verschiedenen Schweizer Spitälern einBei geriatrischen Patienten haben beispielsweise verschiegeschlossen und mittels Randomisierung (Zufallsprinzip) einer
Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt werden. Die
dene, in einer Metaanalyse zusammengefasste Studien, einen
Hauptfragestellung lautet dabei: Soll bei akut kranken Patienpositiven Effekt oraler Nahrungsergänzungsmittel auf den
Gewichtsverlauf und das Risiko von Komplikationen gezeigt.
ten mit der Ernährung zugewartet werden, bis der Appetit wieDemgegenüber legen Studien im intensivmedizinischen
derkehrt, oder soll einem Energiedefizit mit aktiver
Ernährungstherapie entgegengewirkt werden? PaBereich nahe, dass eine frühe und aggressive Ernährung auch
«Bedarfsdeckende Er
negative Effekte haben kann. Des Weiteren gibt es wissentienten in der Kontrollgruppe werden weiterhin
für die Erhaltung der
standardmässig ernährt, jene in der Interventionsschaftliche Hinweise, dass Appetitverlust während der akuten
somit auch der Lebens
Krankheitsphase protektiv wirkt. Der erkrankte Mensch isst erst
gruppe mithilfe der Ernährungsberatung gemäss
akut erkrankten
dann wieder, wenn der Körper sich erholt hat. Fieber stellt beieinem individuell erstellten Ernährungsplan. Die daIsabel Pulvermüller,
16
inform forschung
mit einhergehende Frage lautet: Unterscheiden sich die beiden
Gruppen bezüglich Dauer des Spitalaufenthaltes, Komplikationen und Sterblichkeit?
Bei bisherigen Studien zum Thema Mangelernährung wurden
lediglich einzelne Patientengruppen (z. B. Patienten mit Herzinfarkt) untersucht. Für allgemeininternistische Patienten ist
diese Einschränkung allerdings problematisch, da der typische
internistische Patient in der Regel mehrere Diagnosen aufweist. Das Ziel der EFFORT-Studie ist es
deshalb, ein möglichst heterogenes Patientenkollektiv zu analysieren, um die Studienresultate zukünftig in der Akutmedizin
allgemein anwenden zu können. Bislang
wurden rund 300 Patienten in Aarau, Luzern, Bern und Münsterlingen in die Studie
eingeschlossen und wir hoffen, dass sich
in naher Zukunft weitere Spitäler – wenn
möglich auch aus der französisch- und italienischsprachigen Schweiz – beteiligen
werden.
Studienablauf
Für die EFFORT-Studie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit fundamental. Die
Pflege sucht zuerst mithilfe eines sogenannten Nutritional Risk Screening-Tools,
kurz NRS, nach mangelernährten Patienten. Ermittelt wird das Risiko einer Mangelernährung mithilfe abgefragter Kriterien bezüglich des Ernährungszustandes wie BMI
(Body Mass Index), Gewichtsverlust in den
letzten Monaten, Appetitlosigkeit respektive Verschlechterung
der Nahrungsaufnahme sowie über die Schwere der Erkrankung und das Alter eines Patienten. Danach werden die so
erfassten Patienten durch die Ärzte des Forschungsteams anhand von Ein- und Ausschlusskriterien auf eine mögliche Studienteilnahme geprüft. Fällt diese Prüfung positiv aus und ist
der Patient mit einer Teilnahme einverstanden, wird er über die
Studie aufgeklärt und zufällig entweder der Interventions- oder
der Kontrollgruppe zugeteilt. Anschliessend wird die Ernährungsberatung involviert, die nach einer fachlichen Beurteilung
eine individuelle Ernährungstherapie für jeden Patienten der Interventionsgruppe einleitet. Das Erreichen der Therapieziele,
sprich die Deckung des nötigen Kalorien- und Eiweissbedarfs,
wird in der Interventionsgruppe alle 24–48 Stunden überprüft.
Dies geschieht anhand von Essprotokollen, die von der Pflege
geführt werden. Gegebenenfalls wird durch die Ernährungsberatung zusätzlich eine hochkalorische orale Trinknahrung verordnet. Sollte im Verlauf weiterhin ein Energiedefizit bestehen,
wird über eine künstliche Ernährung via
nährung ist essenziell Nasen-/Magensonde oder intravenösem Zugang diskutiert und – nach Rücksprache mit
Muskelmasse und
qualität, besonders bei dem Patienten und dem behandelnden Ärzteteam – vom Pflegedienst umgesetzt. WeiMenschen»
ter sind Blutentnahmen bei Studienaufnahme
Ernährungsberaterin
Fakten zur EFFORT-Studie am KSA
– Weltweit grösste Ernährungsstudie im Spitalbereich.
– Bis zu 3000 Patientinnen und Patienten mehrerer
Schweizer Spitäler sollen eingeschlossen werden.
– Patienten werden per Zufall einer Ernährungstherapieoder einer Kontrollgruppe zugeteilt.
– Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt die
Studie finanziell mit einer Förderungsprofessur (Prof.
Dr. Philipp Schütz).
Aktuelle Mitglieder im EFFORT-Forschungsteam
Studienleiter
Prof. Dr. med. Philipp Schütz
Bereichsleitung Medizin
Prof. Dr. med. Beat Müller
Assistenzärzte
Manuel Ottiger, Natalie Friedli, Manuela Nickler, Lena Grädel, Marc Meili, Diana Sbiti, Alexander Kutz, Susan Felder
und Jonas Odermatt
Ernährungsberaterinnen
Isabel Pulvermüller, Martina Geisser, Rebecca Fehr
Gesamter Pflegedienst /Study Nurses
Leitung Susanne Schirlo, Gaby Vossler und ihr PflegeTeam im H7 der medizinischen Universitätsklinik /
Katharina Regez, Ursula Schild und Zeljka Caldara
«Eine Mangelernährung zeigt sich häufig bei polymorbiden und betagten Patienten. Dies äussert sich in
fehlender Energie und damit verbundener Müdigkeit.
Meist benötigen die Patienten bei diversen Lebensaktivitäten, wie der Körperpflege und der Mobilisation,
pflegerische Unterstützung»
Priska Scimonetti, Stationsleitung Pflege 701
und nach einer Woche nötig. Das Ziel ist es, allen Studienteilnehmenden der Interventions- und Kontrollgruppe einen möglichst normalen Spitalalltag zu gewährleisten. Jeweils 30 und
180 Tage nach Einschluss in die Studie führen Study Nurses
kurze Telefoninterviews mit den Patienten durch.
Ziel und Nutzen
Die Zielsetzung der gross angelegten Studie besteht darin, für
hospitalisierte, polymorbide (mehrfacherkrankte) internistische Patienten einen Behandlungsablauf mit sicherer, komplikationsloser
individueller Ernährung zu überprüfen. Die Resultate der Studie
werden somit als Grundlage für den Einsatz künftiger Ernährungsbehandlungen bei mangelernährten Patienten dienen.
Darüber hinaus bietet die Studie eine einmalige Möglichkeit, den
pathophysiologischen Mechanismus der Mangelernährung zu unJonas Odermatt/Philipp Schütz
tersuchen und zu verstehen.
17
inform intern
Zuständigkeiten Tarife Ambulante Leistungserfassung
Leitung Tarife + Tarifverträge
Monika Hänggi
Telefon intern 6735
Verhandlungen mit Versicherern
Vesna Petrovic
Gefässchirurgie
Orthopädie
Rechtsmedizin
Thoraxchirurgie
Viszeralchirurgie
Telefon intern 6770
Kinderchirurgie
Plastische Chirurgie
Stoma- und Wundberatung
Traumatologie
Madeleine Keller
Telefon intern 6796
Allg. Innere/Notfallmedizin Angiologie
Dermatologie/Allergologie Endokrin./Diabetol./Metabol.
Gastroenterologie
Hämatologie/Transfusionsmed.
Intensivpflege Medizin
Infektiologie/Spitalhygiene
Kardiologie
Nephrologie/Dialyse
Neurologie
Onkologie
Pneumologie/Schlafmedizin
Esther Loosli
Ergotherapie
Diabetesberatung
Kinder- und Jugendmedizin
Logopädie
Physiotherapie
Telefon intern 6744
Ernährungsberatung
Frauenklinik
KJPD
Notfallmedizin/Gipszimmer
Rheumatologie
Karin Reisenbauer
Anästhesie
HNO
Kiefer-/Gesichtschirurgie
Nuklearmedizin
Radiologie
Radio-Onkologie
Urologie
Telefon intern 6793
Augenklinik
Institut für Labormedizin
Neurochirurgie
Pathologie
Rettungsdienst/ELS
Spitalpharmazie
Jürg Müller
Kooperationen
Telefon intern 6715
Das Tarif-Team
(v. l. n. r.): Esther Loosli,
Vesna Petrovic, Karin
Reisenbauer, Jürg
Müller, Monika
Hänggi, Madeleine
Keller.
18
Schnittstelle für die
optimale Leistungsmeldung
Eine korrekte, optimierte und zeitnahe Leistungsmeldung
im ambulanten Bereich ist entscheidend für den Ertrag
eines Spitals. Die Abteilung Tarife + Tarifverträge unterstützt, berät und schult die Kliniken, Institute, Stationen
und Abteilungen des KSA bei der ambulanten Leistungserfassung.
Die Hauptverantwortung für die korrekte Leistungserfassung liegt
bei der Leitung der Kliniken, Institute, Stationen und Abteilungen.
Sie müssen sicherstellen, dass die erfassten Leistungen gemäss
den Vorgaben der Geschäftsleitung nahtlos an das Abrechnungssystem übermittelt werden. Für eine möglichst effiziente und bedienerfreundliche Ausgestaltung der Erfassungsprozesse und -vorgänge wird sie dabei von der Abteilung Tarife + Tarifverträge unterstützt. Eine regelmässige und kontinuierliche Überprüfung und
Anpassung dieser Prozesse mit dem Ziel einer Optimierung lohnt
sich. Die für die einzelnen Kliniken, Institute und Abteilungen zuständigen Tarifspezialistinnen nehmen jederzeit Anregungen entgegen und stehen für Fragen oder bei Problemen zur Verfügung.
Komplexes Tarifsystem
Der umsatzmässig wichtigste Tarif TARMED mit seinem sehr komplexen Regelwerk besteht aus über 4600 Einzelleistungspositionen und wird durch verschiedene Spezialtarife ergänzt. Am KSA
werden diese Leistungen mit einigen Ausnahmen über das System
IBI-care erfasst. In Zusammenarbeit zwischen den Kliniken und
Fachdisziplinen sowie den Tarifspezialistinnen wurden die relevanten Einzelleistungen mehrheitlich in sogenannte Leistungsblöcke
pro Behandlung zusammengefasst. Ziel ist dabei, eine möglichst
benutzerfreundliche, Zeit sparende und korrekte Erfassung zu gewährleisten und dadurch den administrativen Aufwand der Leistungserbringer zu minimieren. Die Erfassung muss jedoch kontinuierlich überprüft und gemeinsam mit der Abteilung Tarife + Tarifverträge den veränderten Bedingungen angepasst werden. Nicht
erfasste Leistungen bedeuten einen direkten Ertragsverlust.
Die Abteilung Tarife + Tarifverträge bietet auf Wunsch Audits an
und überprüft die Leistungserfassung mit den in der Krankengeschichte dokumentierten Einträgen. Im gemeinsamen Dialog werden dann die Optimierungspotenziale aufgezeigt. Neben dem Erbringen der Dienstleistungen bezüglich der Tarifwerke und der
Leistungserfassung ist die Abteilung auch für die Tarifverhandlungen mit den Versicherern und die Ausgestaltung der entsprechenden Verträge verantwortlich. Ein weiteres Aufgabengebiet ist
schliesslich das Management der medizinischen und paramedizinischen Kooperationen, von der Verhandlung mit den Vertragspartnern (Spitäler und andere Institutionen sowie selbstständige Ärzte)
über die Vertragserstellung bis hin zur periodischen Überprüfung
und allenfalls zur Auflösung der Zusammenarbeit. Bei Fragen
zur Leistungserfassung oder anderen Anliegen im Zusammenhang
mit Tarifen oder Kooperationsverträgen steht Ihnen die Abteilung
Tarife + Tarifverträge gerne zur Verfügung.
inform varia
Ein nostalgischer Erinnerungsbesuch im «Kispi»
Aus Anlass ihres diesjährigen 70. Geburtstages sind kürzlich neun ehemalige Absolventinnen des Ausbildungsgangs zur Kinder-, Wöchnerinnen- und Säuglingsschwester der Kinderklinik an ihre ehemalige Ausbildungsstätte zurückgekehrt. Sandra Cagnazzo, Bereichsleiterin Pflege Frauen und Kinder, führte die sichtlich
beeindruckten Rentnerinnen durchs Haus.
Gestern und heute: Der Ausbildungskurs zur Kinder-, Wöchnerinnen- und Säuglingsschwester 1964–1967. Von den elf damaligen Absolventinnen besuchten jüngst
neun die Klinik für Kinder und Jugendliche. Ganz rechts: Sandra Cagnazzo, Bereichsleiterin Pflege Frauen und Kinder.
51 Jahre sind es her, dass die heute 70-jährigen Mechthild,
Ella, Anni, Trix, Ruth B., Ruth P., Vreni F. und Vreni D. ihre Ausbildung zur Kinder-, Wöchnerinnen- und Säuglingsschwester,
wie der Beruf damals noch hiess, im «Kispi» in Aarau begonnen
haben. Die damals 19-jährigen Frauen absolvierten ihre Berufsausbildung von 1964 bis 1967 am Kantonsspital. Ein halbes
Jahrhundert später entschloss man sich zu einem Jubiläumstreffen und einer Besichtigung der ehemaligen Ausbildungsstätte, die sich erwartungsgemäss völlig verändert präsentierte.
«Wir wurden per E-Mail angefragt, ob es möglich sei, für die
damaligen Absolventinnen aus Anlass deren 70-jährigen Geburtstages einen Rundgang durch die heutige Klinik zu organisieren», erzählt Sandra Cagnazzo, die heutige Bereichsleiterin
Pflege Frauen und Kinder, wie es zu dieser nicht alltäglichen
Besichtigung kam. Die Führung übernahm sie gleich selbst.
Auch sie hat ihre Ausbildung noch unter demselben Namen vor
30 Jahren in Luzern gemacht. Vor 28 Jahren wechselte sie
nach Aarau. «Ich habe noch Erinnerungen, wie es damals ausgesehen hat», sagt sie. Ideale Voraussetzungen also für diesen
aussergewöhnlichen Rundgang durch die heutigen Räumlichkeiten.
Die nach wie vor sehr agilen «Schwestern» zeigten sich sichtlich beeindruckt über die Veränderung ihrer ehemaligen Arbeits- und Ausbildungsstätte. Alle haben sie früher oder später nach ihrer Ausbildung ihren Beruf zugunsten der Familie
aufgegeben und entsprechend die rasante Entwicklung in Medizin und Pflege nicht mehr mitbekommen.
Alles hat sich verändert
Vermisst wurde beispielsweise das «Kinderbädli» oder der
«Bettenhimmel», wie der Raum, in dem die Kinderbetten damals gelagert wurden, genannt wurde. Man staunte über die
Enge der heutigen Milchküche, über die Verwendung von
Plastikspritzen und -schoppen – zu ihrer Zeit noch alles aus
Glas –, aber auch über die grosse Zahl an Personal. «Zu
unserer Zeit waren zwei Schwestern für rund 20 Kinder zuständig», war eine von zahlreichen erstaunten Kommentaren.
Natürlich zeigte man sich auch beeindruckt von der Vielzahl
an Hightech-Geräten und über das moderne Mobiliar.
Im Anschluss an den Rundgang folgte ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant LeClou. Beim anschliessenden «Tupfer-Test»
(Herstellung von sterilen Zellstofftupfern für die Wundbehandlung
oder Blutstillung) bewiesen die rüstigen Rentnerinnen, dass sie
ihr damals gelerntes Handwerk nach wie vor beherrschen.
Zu guter Letzt liessen es sich die neun Teilnehmerinnen nicht
nehmen, ihre heute noch lebende und damalige Oberschwester im nahe gelegenen Hospiz Herosé-Stift zu besuchen. Die
101-jährige Gertrud Spalinger, Vorvorgängerin von Sandra
Cagnazzo, freute sich über den Besuch ihrer ehemaligen
Schülerinnen ganz ausserordentlich.
Ralph Schröder
19
inform historisch
Das KSA vor 70 Jahren
Zurück in die Normalität
Die Aufrechterhaltung des Spitalbetriebes während des Zweiten Weltkrieges gestaltete sich ausserordentlich
schwierig. Während die Zahl der Patienten mit Beginn des Krieges rasant anstieg, kämpfte die Spitalführung
mit Versorgungsproblemen und Personalmangel.
höhung von Krankheitsanfälligkeiten beigetragen haben. Dabei
stellte die Versorgung der Patienten mit ausreichender Nahrung selbst ein grosses Problem
dar. Wie an zahlreichen anderen
Orten reagierte auch das Spital
mit einer Umnutzung des Areals
als Ackerfläche. Aus dem Jahresbericht 1942: «Von den verschiedenen innerhalb des Spitalparkes
bepflanzten Grundstücken im Totalumfang von 118 a konnten wir
31 000 kg Gemüse und 13 000
kg Kartoffeln ernten und erhielten
damit einen wertvollen Beitrag an
unsere Versorgung.»
Auch das KSA nutzte den Spitalpark in den Kriegsjahren für die Selbstversorgung (schweizweit wurden
während des Krieges öffentliche Flächen zum Anbau umgenutzt. Im Bild: Beispiel aus Basel).
Gleichzeitig kämpfte das Spital in
den kalten Monaten dauernd mit
Heizsorgen, ebenso wie mit den fehlenden finanziellen Mitteln.
Der Jahresbericht 1945 des Kantonsspitals präsentiert sich
unerwartet nüchtern und knapp. Auf gerade mal 6,5 Seiten
aus Verwaltung und Direktion beschränkt sich der Bericht, der
Personalmangel
wenig bis gar nicht auf die schwierigen «Kriegsjahre» davor
Was die medizinische und pflegerische Versorgung betrifft,
eingeht oder zurückblickt. Das Ende des Krieges findet mit keikämpfte das Spital während der Kriegsjahre insbesondere mit
nem Wort Erwähnung. Fast scheint es, als ob das Ringen um
einem ständigen Mangel an Ärzte- und Pflegepersonal aufdie Aufrechterhaltung eines «normalen» Spitalbetriebes unter
grund der allgemeinen Wehrpflicht. Doch auch die Verwaltung
den erschwerten Bedingungen der damaligen Zeit alle Kräfte
litt permanent unter ständigen Vakanzen.1944 bspw. wurden
absorbiert hätte. Für vertiefende oder detaillierte Erörterungen
alle rund 35 Ärzte und Beamten für durchschnittlich 50 Tage in
über die konkreten Verhältnisse fehlte, so scheint es, die Zeit
den Dienst einberufen, was insgesamt 1751 Fehltage verurund Musse, ja selbst für eine Bemerkung, die der Hoffnung
sachte, beim Pflegepersonal 1289
Ausdruck verliehen hätte, es mögen nun wieder ruhigere und
und beim Dienstpersonal 848
normale Verhältnisse eintreten.
Tage. Dies Zahlen reduzierten sich
im Jahr des Kriegsendes immerhin
um rund ein Drittel.
Versorgungsprobleme
Mit der zunehmenden Zahl an PaNur ein Blick in die Jahresberichte der Jahre davor vermittelt da
tienten stieg deutlich auch der
und dort einen Eindruck davon, mit welchen Schwierigkeiten
Anteil jener Personen, die aufgrund
die Spitalführung während der Kriegsjahre zu kämpfen hatte.
ihrer Erkrankung und Behandlung
Nach einer längeren Zeitperiode mit annähernd konstanten
in finanzielle und soziale Nöte gePatientenzahlen (ca. 5000–5500 zwischen 1925 und 1935)
rieten. Zur Linderung dieser Nöte
stiegen die Zahlen vor Kriegsbeginn und danach überdurchentschloss sich die Spitalleitung
schnittlich an: 1938 auf 7005, 1939 auf 7793 und im Jahr
noch vor Kriegsende 1944 zur Ein1940 gar auf die damalige Rekordmarke von 9159, die im Jahr
richtung eines eigenen Fürsorge1945 mit 9236 noch einmal getoppt wurde. Mit der allgemeidienstes innerhalb des Spitales –
nen Mobilmachung 1939 stieg auf der einen Seite der Anteil
die Geburtsstunde des heutigen
an Militärpatienten, gleichzeitig wird die zunehmend schwieriSozialdienstes!
ger werdende Versorgungslage in der Bevölkerung (Nahrungsmittelknappheit, Rationierung von Lebensmitteln usw.) zur ErRalph Schröder
20
inform varia
Kita KSA Zwärglihuus/Netzwerk Wochenbett:
Projekt Eltenschule
Konfliktsituationen als Chance
Konflikte sind Bestandteil unseres Lebens. Vor allem
für Kinder haben sie eine wichtige Bedeutung für die
Persönlichkeitsentwicklung. Sie entstehen dort, wo
mindestens zwei Meinungen oder unterschiedliche
Interessen aufeinanderstossen – wie zum Beispiel bei
uns im gelben Zwärglihuus, in der Freizeitbetreuung.
Grundsätzlich bieten Konflikte Chancen, Probleme und unterschiedliche Meinungen zum Ausdruck zu bringen. Eine der
häufigsten Verhaltensformen sind Weinen und körperliche
Auseinandersetzungen (z. B. schlagen, treten usw.). Oftmals
meint es das Kind aber in dem Moment nicht persönlich, sondern weiss nicht, wie es die Gefühle anders zum Ausdruck
bringen soll, damit das Gegenüber es richtig versteht. Für
mich als Erzieher ist es wichtig zu wissen, dass hinter einem
Konflikt oftmals viel mehr steckt, als zum Vorschein kommt.
Dies kann man visuell mit einem Eisberg im Meer vergleichen,
wo nur die Spitze zu sehen ist. Das Wesentliche ist unsichtbar. Damit ich das Konfliktverhalten der Kinder unterstützen
kann, versuche ich immer wieder, in den Situationen vom Kind
aus zu denken. Denn die Welt des Kindes sieht anders aus
als unsere, da sie im Kindesalter erst noch lernen müssen, die
Perspektive anderer einzunehmen. Wut als ganz normale,
typische entwicklungspsychologische Gefühlsregung, die
Kinder wie Erwachsene gleichermassen haben, kennen zu
lernen und sie auch äussern zu dürfen, ist eine wichtige Lernerfahrung für alle Kinder. Sie kommt besonders im sechsten
Lebensjahr zum Tragen.
Daniel Widmer
Die Elternfrage
Lieber Dani, meine Tochter Diana, 5 Jahre alt,
wird schnell wütend. Dies zeigt sie nicht unbedingt verbal, sondern eher körperlich, z. B. mit
Tritten und Hauen. Dies ist natürlich Stress für
uns beide und jedes weitere Wort bringt dann
auch mich auf die Palme. Dabei sollte ich als
Mutter doch wissen, was meinem Kind gut tut
und eine Lösung parat haben – was rätst du mir?
Und gehen diese Phasen auch wieder vorbei?
Liebe Brigitte
Jeder von uns reagiert in Konflikten anders. Ob wir Konflikte als etwas Positives annehmen oder eher vermeiden,
hängt zu einem grossen Teil davon ab, ob wir selbst mit
Konflikten eher positive oder negative Erfahrungen gemacht haben. Es geht in erster Linie nicht um eine Schuldzuweisung, sondern darum, dem Kind auf konstruktive Art
und Weise aufzuzeigen, wie es mit seinen Konflikten umgehen kann. Darin braucht es am Anfang grosse Unterstützung von uns Erwachsenen. Denn in Konfliktsituationen geht es nie nur um die Sachebene, sondern hauptsächlich um die Beziehungsebene zwischen Kind und Erwachsenen.
Gerne kann ich dir folgende Tipps geben. Jedoch musst
du selbst herausfinden, was für Diana unterstützend ist:
Versuche deine Tochter aus der überforderten Situation
herauszunehmen und geh an einen ruhigen Ort mit ihr.
Gib dich dabei selbst auch gelassen und sprich mit Diana
über ihre Gefühle. Frage nach, was genau der Auslöser für
ihren Ausbruch war. Teile ihr auch deine eigenen Emotionen mit. Sag ihr, was die Situation mit dir macht, z. B. «ich
verstehe, dass dich das wütend macht, aber das Hauen tut
mir weh». Vielleicht schafft es Diana dann, sich auch zu
öffnen und zu erzählen. Dies klingt einfach, braucht aber
viel Zeit, Geduld und mehrere Versuche. Eine weitere Methode wäre, solche Konfliktsituationen in einem «Rollenspiel» nachzuspielen und mal gemeinsam richtig wütend
zu werden, zu schreien und sich auszutoben. Das Kind
merkt dadurch, dass solche Emotionen im Spiel Platz haben und verarbeitet werden können. Es lernt somit durch
das Spiel. Wenn du selbst nicht mehr weiter weisst, gibt
es verschiedene Anlaufstellen, wo du externe Fachkräfte
(Kinder- und Jugendpsychologen) hinzuziehen kannst.
Die gemeinsamen positiven Lernerfahrungen wirken sich
auch positiv auf die Entwicklung des Kindes aus. Versuche die Konflikte als Chance zu sehen und unterstütze
deine Tochter bei der Bewältigung. Ihr werdet beide immer wieder Schritte vorwärts kommen und Neues dazu
lernen. Dies stärkt schlussendlich die Beziehung und gibt
euch beiden Sicherheit im Umgang mit Konfliktsituationen.
Daniel
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inform varia
Verabschiedung
der Pensionierten 2014
Premieren an der Jubilarenfeier
Im vergangenen Jahr sind 34 Mitarbeitende des KSA in Pension gegangen. Am 22. April dieses Jahres fand nun die offizielle Verabschiedung statt, an der 22 Pensionierte teilnahmen.
Der Apéro fand aufgrund der Umbauarbeiten im Wintergarten
im Schulungsraum H35 statt. Das anschliessende Abendessen
wurde von Werner Stalder musikalisch begleitet. Wie immer
bedankten sich CEO Robert Rhiner, Leiter Personal Thomas
Mauchle und PEKO-Präsident Bernd Rosenkranz in ihren kurzen Reden für die am KSA in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit.
CEO Robert Rhiner (links) und Thomas Mauchle (Mitte) anlässlich der Jubilarenfeier für Mitarbeitende mit 5 und 10 Dienstjahren.
Die erste von jeweils drei im Jahr stattfindenden Feiern für die
Jubilare mit 5 und 10 Jahren feierte selbst eine Premiere. Aufgrund der Umbauarbeiten im Wintergarten des Restaurants
LeClou mussten die Organisatoren und das Team der Hotellerie in den Schulungsraum Eiche von Haus 46 ausweichen.
Die kleine Feier mit kurzen Ansprachen und Übergabe eines
kleinen Geschenks war auch für CEO Robert Rhiner eine Premiere. Er führte zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt durch
die kleine Veranstaltung.
22 von insgesamt 34 Pensionierten des Jahres 2014 anlässlich der offiziellen
Verabschiedung im Restaurant LeClou.
Eröffnungsfest «Naturmodule»
Das Aarauer Kinderorchester musiziert am KSA
Am Freitag, 19. Juni, 17:30 bis 19:00 Uhr spielt das
Aarauer Kinderorchester unter der Leitung von Markus
Joho im KSA. Die jungen Musikerinnen und Musiker
spielen sowohl im Haus 1 als auch auf dem ganzen KSAAreal (bei guter Witterung) für unsere Patientinnen und
Patienten sowie Besucher und Besucherinnen.
Am Samstag, 6. Juni 2015 startet im Park des KSA offiziell das Projekt «Naturmodule»
mit einem Eröffnungsfest. Der Kanton Aargau hat zusammen mit dem Unternehmerverband Gärtner «Jardin Suisse Aargau» sogenannte Naturmodule für Gartenbesitzer entwickelt. Damit soll wertvoller Lebensraum für einheimische Tier- und Pflanzenarten im Siedlungsraum geschaffen werden. Die Module wurden bereits im vergangenen Herbst im
Park angelegt. Das Projekt versteht sich als Massnahme gegen die immer knapper werdenden natürlichen Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
Dagegen lässt sich etwas tun: Mit schön gestalteten Naturmodulen kann im eigenen
Garten wertvoller Lebensraum für einheimische Tier- und Pflanzenarten entstehen – beispielsweise farbenprächtige Schmetterlingsbeete, kunstvolle Insekten-Wohntürme, skulpturenartige Vogelnistkästen, natürliche Igelnester, Blumenwiesenstreifen oder Wildkräuterbeete. Wenig Aufwand mit grosser Wirkung.
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inform jubilare
Jubilare
5 Jahre
01.06.2015, Schmid Fabienne Margrith,
Dipl. Pflegefachfrau Neonatologie, Station 922
01.06.2015, Demirel Deniz, Mitarbeiter
Ver-/Entsorgungstransporte
01.06.2015, Murselovic Muzafera, Fachfrau
Gesundheit Medizin, Station 741
01.06.2015, Tiegs Christiane, Dipl. Pflegefachfrau Medizin, Station 711
01.06.2015, Belser Inge, Dipl. Expertin Intensivpflege Medizinische Intensivstation 111
01.06.2015, Wyss Stephanie, Arztsekretärin
Frauenklinik
03.06.2015, Schrottenbach Stefania, Stv.
Stationsleiterin Chirurgie Privat, Station 441
30.06.2015, Pavlovic Maja, Pflegehilfe
Medizin, Station 721
30.06.2015, Jovanovic Sladana, Mitarbeiterin
Reinigung
10 Jahre
01.06.2015, Bonanno Marisa, Med. Praxisassistentin Dermatologie und Allergologie
07.06.2015, Kneubühler Madlene, Ausbildnerin Physiotherapie Klinik für Rheumatologie
01.06.2015, Ernst Oliver, Dipl. Rettungssanitäter Ambulanz-/Rettungsdienst
07.06.2015, Emmenegger Martin, Teamleiter
Reinigung
07.06.2015, Marcec Jasmina, Pflegehilfe
Operative Intensivmedizin 122
01.06.2015, Bereté Mohamed, Gruppenleiter
Küche
07.06.2015, Forrer Daniel, Sachbearbeiter
Finanzbuchhaltung Rechnungswesen
05.06.2015, Souza-Ammann Elizabeth, Mitarbeiterin Reinigung
10.06.2015, Soares Barbosa Pereira Elisabete do Carmo, Gruppenleiterin Reinigung
09.06.2015, Hagen Niklaus, Stationsleiter
Chirurgie, Station 151
10.06.2015, Alves Pereira José Carlos,
Stv. Gruppenleiter Reinigung
12.06.2015, Ferrari Melanie, Dipl. Pflegefachfrau und Wundexpertin Angiologie
14.06.2015, Eng Renate, Teamleiterin Küche
19.06.2015, Hächler Claudia, Dipl. Pflegefachfrau HöFa 1 Klinik für Kinder und Jugendliche, Station 910
19.06.2015, Krummenacher Claudia,
Med. Praxisassistentin Klinik für Kinder und
Jugendliche
22.06.2015, Steiger David, Dipl. Pflegefachmann Chirurgie, Station 172
25.06.2015, Cazimovic Nermine,
Stv. Gruppenleiterin Reinigung
27.06.2015, Tanner Patrik, Dipl. Experte
Anästhesiepflege Klinik für Anästhesie
28.06.2015, Ribow Susanne, Leiterin Urologie-Ambulatorium Klinik für Urologie
28.06.2015, Yapici Fadime, Mitarbeiterin
Reinigung
29.06.2015, Dr. Prestin Sven, Oberarzt Klinik
für HNO
29.06.2015, Niedermann Daniela, Fachfrau
Gesundheit Frauenklinik, Station 821
30.06.2015, Ünlütepe Elif, Pflegeassistentin
Medizin, Station 711
01.06.2015, Rubin Monica, Dipl. Pflegefachfrau Neonatologie IPS, Station 923
01.06.2015, Fröhlich Regula, Dipl. Expertin
Anästhesiepflege Klinik für Anästhesie
01.06.2015, Kneubühler Irene, Arztsekretärin
Viszeralchirurgie
25.06.2015, Bachmann Daniela, Dipl. Pflegefachfrau OP-Bereich Operationsabteilung H1
27.06.2015, Dürr Vreni, Dipl. Pflegefachfrau
Neurologie, Station 431
15 Jahre
01.06.2015, Good Silvia, Med. Praxisassistentin Stiftung Blutspende SRK AargauSolothurn
15.06.2015, Marti Barbara, Sachbearbeiterin
Vertragsmanagement Betrieb
25 Jahre
22.06.2015, Lüthi Erika, Dipl. Pflegefachfrau
OP-Bereich Operationsabteilung H1
24.06.2015, John Katharina, Stv. Stationsleiterin Neonatologie, Station 922
28.06.2015, Buss Nicola, Dipl. Pflegefachfrau
Chirurgie, Station 171
29.06.2015, Zimmermann Heinz-Peter,
Dipl. Pflegefachmann FA Notfall PD & MTTD
30 Jahre
01.06.2015, Baumann Martin, OP-Lagerungsfachmann
01.06.2015, Weber Ruth, Chefarztsekretärin
Traumatologie
01.06.2015, Frutig Rosmarie, Dipl. Pflegefachfrau OP-Bereich Operationsabteilung H1
01.06.2015, Domig Nicole, Arztsekretärin
Orthopädie
35 Jahre
01.06.2015, Stallnig Edith, Biomedizinische
Analytikerin Institut für Labormedizin
Pensionierungen
30.06.2015, Loegel Doris, Arztsekretärin
Klinik für Kinder und Jugendliche (2,5 Jahre)
30.06.2015, Lüscher Elisabeth, Dipl. Pflegefachfrau, Chirurgie, Station 141 (45 Jahre)
30.06.2015, Simonen Sirkka Liisa, Leitende
BMA Institut für Labormedizin (34,5 Jahre)
30.06.2015, Telser Silvia, Assistentin Einkauf
Beschaffung und Logistik (31 Jahre)
20 Jahre
01.06.2015, Neruda Schenk Eva-Maria,
Study Nurse Klinik für Rheumatologie
12.06.2015, Radosavljevic Danjela,
Stv. Gruppenleiterin Reinigung
12.06.2015, Pribanovic Ljiliana, Pflegehilfe
Medizin, Station 701
12.06.2015, Krsmanovic Raja, Mitarbeiterin
Reinigung
17.06.2015, Imhof Iris, Dipl. Expertin
Anästhesiepflege Klinik für Anästhesie
Wir gratulieren
Katrin Aeberhard, Leiterin der Station 611, hat
mit Erfolg ihre Weiterbildung zur Dipl. Abteilungsleiterin Gesundheitswesen NDS HF bestanden.
Ursina Widmer, Céline Jungi, Jnes Tasevsky,
Andreas Schütz, Rebekka Spielmann und
Cornelia Lütolf haben kürzlich ihre Weiterbildung zu Dipl. Experten/Expertinnen NDS HF
Notfallpflege erfolgreich abgeschlossen
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inform agenda
Agenda
02.06.2015, 19.00–21.00 Uhr
Geburtshilfe – eine Teamsache!
Infoveranstaltung Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
Hörsaal, Haus 1
03.06.2015, 13.00–14.00 Uhr
Inform live
Mitarbeiterinformation
Hörsaal, Haus 1
03.06.2015, 19.00–20.00 Uhr
Wenn das Knie verletzt ist
Öffentlicher Vortrag
Hörsaal, Haus 1
06.06.2015, 10.00–15.00 Uhr
Eröffnungsfest Naturmodule
Spitalpark
09.06.2015, 13.00–14.00 Uhr
Inform live
Mitarbeiterinformation
Hörsaal, Haus 1
13.06.2015
Aarauer Stadtlauf
Aarauer Altstadt
13.06.2015, ab 21.00 Uhr
«KSA ONLY» (PEKO-Party)
Mitarbeiteranlass
Club UTOPIA (nähe Bahnhof)
18.06.2015, 18.15–20.45 Uhr
«Fokus Herz»
Publikumsanlass Herzzentrum Aargau
KUK Aarau
18.06.2015, 19.30 Uhr
Hallux valgus – Operation versus konservative Therapie
Publikumsveranstaltung
19.06.2015, 17.30–19.00 Uhr
Aarauer Kinderorchester
Pflegezentrum Zofingen
Haus 1 und Areal
25.06.2015, 15.30–17.30 Uhr
Vernissage Sonderausstellung «Aus dem Depot»
Neueröffnung Plastische und Handchirurgie
Plastische und Handchirurgie
(Weitere Veranstaltungen finden Sie im Intranet)
inform
Kantonsspital Aarau AG, Tellstrasse 25, Postfach 3103, CH-5001 Aarau, Telefon 062 838 41 41, www.ksa.ch