Medienmitteilung (auf Deutsch) - Verband Schweizer Wissenschafts

Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden
Association des Olympiades Scientifiques Suisses
Associazione delle Olimpiadi Scientifiche Svizzere
Association of Swiss Scientific Olympiads
Medienmitteilung
Bern, 15. Juli 2015
Schweizer Nachwuchsphysiker ausgezeichnet
Über 380 Jugendliche aus der ganzen Welt haben sich letzte Woche an der
Internationalen Physik-Olympiade IPhO in Mumbai, Indien gemessen. Die fünf
Schweizer gewannen zwei Bronzemedaillen und drei Honorable Mentions.
Alle Schweizer Finalisten gewannen an der 46. Internationalen Physik-Olympiade (IPhO) 2015 in
Mumbai verdiente Auszeichnungen. Linus Geiser aus Suhr und Mattia Humbel aus Burg (beide
Alte Kantonsschule Aarau, AG) gewannen Bronze, Anian Altherr aus Arnegg (Gymnasium
Friedberg, SG), Andrea Gebek aus Unterseen (Gymnasium Interlaken, BE) sowie Kajo
Krummenacher aus Kriens (Kantonsschule Alpenquai, LU) je eine Honorable Mention.
„Wir haben riesig profitiert von den neun Tagen in Mumbai. Wenn wir auch nicht mit
Goldmedaillen nach Hause kommen, bleiben uns doch viele unvergessliche Erinnerungen“,
meinte einer der Teilnehmer. „Es war faszinierend, Gleichaltrige von 83 Delegationen
kennenzulernen. Und wir haben gemerkt, dass wir uns viel ähnlicher sind, als wir vermutet
haben. Nicht zuletzt verbindet uns die Leidenschaft zur Physik.“
Die fünf Schweizer Finalisten haben sich in einem mehrstufigen nationalen Auswahlverfahren
qualifiziert und durften nach intensiven Trainings zusammen mit zwei engagierten Betreuern
nach Indien reisen. Diese Betreuer sind zwei der vielen Freiwilligen der Schweizer PhysikOlympiade, welche jedes Jahr viel Zeit in die Vorbereitungsarbeit investieren. Dass sich diese mit
den gewonnenen Auszeichnungen ausgezahlt hat, motiviert das ganze Team.
Herausfordernde Aufgaben
„Es ist jedes Mal wieder von neuem spannend, wenn die Experimente und Theorieaufgaben
vorgestellt werden. Einerseits deshalb, weil die Art und Weise, wie die Aufgaben vorgestellt und
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Universität Bern
Gesellschaftsstr. 25, 3012 Bern
+41 (0) 31 631 39 86
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die Diskussion geführt wird, viel über die Menschen dahinter aussagt, andererseits natürlich
wegen der Physik“, meinte Daniel Oehry, Vertreter der liechtensteinischen Delegation.
Als Beispiel standen in der ersten Aufgabe die Sonne und ihre Physik im Zentrum. Verlangt
wurden unter anderem Berechnungen zur Temperatur der Sonne inner- und ausserhalb.
Darüber hinaus gab es auch Aufgabenteile, welche der Frage nachgingen, „wie“ die Sonne
scheint und wie wir dies trotz der 150 Millionen Kilometer Entfernung überhaupt wissen
können.
Pierre-François Duc, einer der beiden Betreuer des Schweizer Teams: „Die Aufgaben waren
herausfordernd und hatten einen starken Bezug zu aktuellen Forschungsthemen. Ich bin
überzeugt, dass die teilnehmenden Mittelschüler durch die Aufgabenstellung inspiriert worden
sind, den Themen nach den Prüfungen noch vertieft nachzugehen.“ Und weiter meinte er: „Die
Organisatoren haben mit viel Passion und grossem Aufwand die Prüfungen erarbeitet, was uns
anspornt, für das kommende Jahr ebensolche Aufgaben für die Austragung in Zürich
auszuarbeiten.“
Entdeckungen in Maximum City
Den Teilnehmern wurde ein attraktives und abwechslungsreiches Rahmenprogramm in und um
Mumbai geboten. Das Schweizer Team konnte zusätzlich von einem individuell gestalteten
Programm profitieren und kam so zu einem Besuch in einem Tempel zu Ehren des
Elephantengottes Ganesha, des Blumenmarktes, der Tag und Nacht in Betrieb ist sowie des
Dhobi Ghats, eines berühmten Wäscherviertels. Nach einem typischen Mittagessen mit HimbeerSoda in einem Parsen-Restaurants ging‘s dann am grössten Bahnhof der Welt vorbei weiter zum
Gewürze kaufen und zu einer Stippvisite des bekannten Flohmarkes Chor Bazaar. Auf die Frage,
worauf sich die fünf jungen Nachwuchs-Physiker zuhause am meisten freuen, meinten sie:
„Schoggi und Mineralwasser mit Kohlensäure.“
Nächstes Jahr in der Schweiz
Die 47. Internationale Physik-Olympiade wird 2016 von den Gastgebern Schweiz und
Liechtenstein gemeinsam durchgeführt. Die Wettbewerbe werden an der Universität Zürich
stattfinden, das Rahmenprogramm wird die internationalen Teilnehmenden und deren Betreuer
quer durch beide Länder führen – wobei ein Besuch am CERN, die Europäische Organisation für
Kernforschung, und ein Ausflug in die Berge nicht fehlen dürfen.
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Physiker als Allrounder – der Nachwuchs fehlt
Physikerinnen und Physiker sind hochausgebildete, naturwissenschaftliche Allrounder, die dank
ihrer hohen Affinität zu praktischen Anwendungen und ihren fundierten Kenntnissen in
Mathematik und Computing ungewöhnlich vielseitig einsetzbar sind. Sie sind unverzichtbar z.B.
für die Entwicklung von innovativen Nano-Materialen für industrielle und medizinische
Anwendungen, im Bereich Robotik und bei Mensch-Maschine-Interfaces, aber auch für die
Entwicklung von neuen Diagnose- und Therapieverfahren in der Medizin.
So sind Physikerinnen und Physiker heute praktisch überall in der Industrie (z.B. Energiesektor,
Maschinenbau, Pharma), der Wirtschaft (z.B. dem Big Data Computing oder Simulationen von
Risikoszenarien bei Banken, Versicherungen und Planungsbüros) und in der Verwaltung (z.B.
Projektleitung) gesucht. Zudem durchdringt Physik immer stärker nahezu alle Wissenschafts- und
Technologiebereiche.
Wissenschafts-Olympiaden
Der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs in den Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und
Technik (MINT) wurde in den letzten Jahren in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft viel debattiert, was sich zukünftig
direkt auf die Innovationskraft von Industrie und Wirtschaft auswirken wird. Unsere Gesellschaft ist für ihr
Funktionieren in hohem Masse abhängig von Fachkräften in den MINT-Disziplinen, jedoch studieren zu wenige
Jugendliche in diesen Bereichen.
Um diesem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, müssen die MINT-Fächer bereits früh Zugang finden zu Kindern
und Jugendlichen, denn der Entscheid über eine künftige Studienrichtung wird nachweislich bereits in der
Mittelschule getroffen.
In dieser Entscheidungsphase setzen die Wissenschafts-Olympiaden an. Sie zielen darauf ab, junge Talente zu
motivieren sowie zu fördern, um damit zur nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen.
Internationale Physik-Olympiade IPhO
Die Internationale Physik-Olympiade IPhO ist ein Wettbewerb für junge Physikerinnen und Physiker, die sich für
mehr als den Mittelschulstoff interessieren. Die Schweiz nimmt seit 1995 an der IPhO teil. Das Ziel der Olympiaden ist
die Herausforderung und Ermutigung wissenschaftlich interessierter und begabter Mittelschülerinnen und -schüler
sowie der internationale Austausch. Jedes der 86 Teilnehmerländer kann ein Team von maximal 5 Jugendlichen unter
20 Jahren stellen, die in der nationalen Olympiade ihres Landes selektioniert worden sind. Die erste Runde der
Schweizer Physik-Olympiade SwissPhO 2014 absolvierten 70 Schweizer und Liechtensteinische Teilnehmende.
Die Organisation der SwissPhO, die Teilnahme der Schweizer und Liechtensteinischen Delegationen an den IPhO
sowie die nationale Vorbereitung übernimmt der Verein SwissPhO und seine ehrenamtlich tätigen Mitglieder.
Der Verein ist Mitglied im Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden und dadurch in stetem Austausch mit den
Olympiaden in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik und Philosophie.
Start der nächsten Schweizer Physik-Olympiade: Herbst 2015. Austragungsort IPhO 2016: Zürich, Schweiz - vom
10. bis 18. Juli 2016. www.ipho2016.org
Internationale Wissenschafts-Olympiaden in der Schweiz
Der Verein Schweizer Physik-Olympiade SwissPhO und der VSWO freuen sich, zusammen mit der Universität Zürich als
Gastgeberuniversität und dem Schulamt Liechtenstein, die 47. Internationale Physik-Olympiade IPhO 2016 in
Zürich zu organisieren. Nach dem Erfolg der Internationalen Biologie-Olympiade (IBO) 2013 in Bern werden die
Organisatoren Delegationen aus etwa 90 Ländern und rund 900 Gäste aus nah und fern begrüssen dürfen.
Auch 2017 wird die Schweiz als Gastgeberin fungieren und freut sich auf die 6th European Girls‘ Mathematical
Olympiad, EGMO, die ebenfalls in Zürich stattfinden wird. Weitere Informationen zur EGMO finden Sie auf
www.egmo.org
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Für weitere Informationen:
Ajnur Aliti
PR-Mitarbeiterin
Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden
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Gesellschaftsstrasse 25
3012 Bern
+41 (0)31 631 51 87
[email protected]
Fotos:
www.olympiads.ch/fotos unter IPhO 2015 Indien
Direkter Link: http://www.olympiads.ch/fotos/viewer.php?albid=1176&stage=2
Links:
www.olympiads.ch – Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden
www.swisspho.ch – Schweizer Physik-Olympiade SwissPhO
www.ipho2015.in – Internationale Physik-Olympiade IPhO 2015 in Mumbai, Indien
www.ipho2016.org – Internationale Physik-Olympiade IPhO 2016 in Zürich, Schweiz
www.facebook.com/IPhO 2016
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