Unternehmensführung in schwierigen Zeiten

Das landwirtschaftliche Unternehmen durch schwierige Zeiten
führen – worauf kommt es jetzt an?
Dr. Volker Segger
Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft
und der ländlichen Räume, Schwäbisch Gmünd
Stand: 04.03.2016
-1-
Gliederung
• Langfristige Unternehmerziele und –aufgaben
– Rentabilität
– Stabilität
• Kurzfristige Unternehmerziele und –aufgaben: Liquidität
– Maßnahmen bei angespannter Liquidität
– Liquiditätsplanung
• Kriterien für die zukünftige Betriebsentwicklung
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
-2-
Erfolgsmerkmale
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
-3-
Rentabilität - Stabilität - Liquidität
Ist das nicht alles das Gleiche?
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
-4-
Rentabilität
Bereinigter Gewinn eines Unternehmens
(= ordentliches Ergebnis: bereinigt um außergewöhnliche, nicht
nachhaltige Einflussgrößen)
• Berechnung:
– Betriebliche Erträge abzgl. betrieblicher Aufwand
• Erträge: Einnahmen + Bestandsveränderungen
• Aufwand: Ausgaben + Abschreibungen
• Was fließt nicht in den Gewinn ein?
– Private Ausgaben und Einnahmen
– Tilgungszahlungen
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
-5-
Rentabilität
Rentabilität:
Werden die eingesetzte eigene Arbeit und das eigene investierte Kapital durch den
erzielten Gewinn angemessen entlohnt?
Beispiel:
•
Tatsächlicher bereinigter Gewinn des Unternehmens
•
Vom Gewinn sind abzudecken:
– Lohnansatz der Familien-AK: 1,8 AK x 30.000 €
54.000 €
– Pachtansatz für Eigentumsfläche: 20 ha x 300 €
6.000 €
– Zinsansatz für Eigenkapital (abzgl. Boden):
200.000 € x 2%
4.000 €
– Summe (= Sollgewinn)
•
50.000 €
64.000 €
Rentabilität: 50.000 € / 64.000 €
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
78%
-6-
Buchführungsergebnisse Baden-Württemberg
Gewinn je Unternehmen (€)
80.000
70.000
60.000
50.000
40.000
30.000
20.000
2009/10
2010/11
2011/12
2012/13
2013/14
Ackerbau
Futterbau
Veredlung
Dauerkultur
Verbund
Insgesamt
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
-7-
2014/15
Ergebnisse der Betriebsgruppen im Wirtschaftsjahr
2014/15 mit Vorjahresvergleich
Bereinigte Gewinne identischer Haupterwerbsbetriebe in BW (n = 846)
140.000
133.147
120.000
100.000
110 ha
Acker
86 ha LF
10 ha
Gemüse
9 ha
Wein
16 ha
Obst
62 ha
LF, div.
Verf.
59
Kühe
80.000
95 Sauen,
1.400 verk.
Mastschw.
4.000
Legehennen
3.000 Hähnchen
10.000 Puten
67.798
60.000
44.159
43.321
40.000
40.383
33.309
30.585
32.956
24.678
20.000
0
Getreidebau
Acker gem.
Weinbau
Obstbau
Milchvieh
ber. Gewinn 2013/14 in € pro Betrieb
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
sonst. Futterb.
Schweine
Geflügel
ber. Gewinn 2014/15 in € pro Betrieb
-8-
Insgesamt
Auswirkungen von Erzeugerpreisänderungen
auf den Gewinn
Um wie viel Prozent ändert sich der Unternehmensgewinn,
wenn der Erzeugerpreis für den Hauptbetriebszweig um
10% steigt bzw. sinkt?
a) Milchviehbetrieb mit 65 Kühen
Milchpreis gegenüber 2014/15
10%
2014/15
ha LF
77
Kühe
65
Milchmenge, kg
Milchpreis
Milcherlöse insg.
Gewinn
-10%
460.000
460.000
0,350 €
0,385 €
0,315 €
161.000 €
177.100 €
144.900 €
50.000 €
66.100 €
33.900 €
32%
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
460.000
-9-
-32%
Auswirkungen von Erzeugerpreisänderungen
auf den Gewinn
Um wie viel Prozent ändert sich der Unternehmensgewinn,
wenn der Erzeugerpreis für den Hauptbetriebszweig um
10% steigt bzw. sinkt?
b) Zuchtsauenbetrieb mit 190 Sauen
Ferkelpreis gegenüber 2013/14
2013/14
ha LF
10%
-10%
63
Zuchtsauen
187
aufgezog. Ferkel/Sau
22,9
aufgezog. Ferkel insg.
4.282
4.282
4.282
Erlös/Ferkel
64,00 €
70,40 €
57,60 €
274.067 €
301.474 €
246.660 €
59.000 €
86.407 €
31.593 €
Ferkelerlöse insg.
Gewinn
46%
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 10 -
-46%
Entwicklung der Erzeugerpreise
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 11 -
Entwicklung der Betriebsmittelpreise
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 12 -
Entwicklung der Betriebsmittelpreise und Zinsen
Zinsentwicklung für
Baudarlehen
(5 bzw. 10 Jahre Festzins)
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 13 -
Betriebszweigauswertungen (BZA)
• Um die Ursachen unterschiedlicher Gewinne ähnlicher
Betriebe zu erkennen, sind detaillierte Analysen des
tragenden Betriebszweigs notwendig
• Diese Auswertungen werden auch zukünftig durch die
verschiedenen Beratungsdienste geleistet
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 14 -
Wirtschaftlichkeit (BZA) Milchvieh
Entwicklung des Deckungsbeitrags Milchviehhaltung
± 25 % der Betriebe, 2005 - 2015
Rinderreport Baden-Württemberg
€/Kuh
Differenz +25 zu -25%
Durchschnitt
+25%
-25%
Linear (Differenz +25 zu -25%)
3000
2500
2337
2000
1877
1500
1406
1000
500
737
663
897
948
782
725
862
926
874
1011
931
0
2004/05
2006/07
2008/09
2010/11
Der Abstand hat sich vergrößert !
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
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2012/13
2014/15
Wirtschaftlichkeit Zuchtsauen
Direktkostenfreie Leistung der Zuchtsauen Baden-Württemberg
Durchschn.
€/Sau
800
Spitze
Ende
Durchschnitt 7 Jahre:
700
600
500
558 €
371 €
168 €
Arbeitskosten
400
300
Festkosten
(Stall- u.Gemeinkosten)
200
100
0
-100
08/09
09/10
10/11
11/12
Quelle: Daten des Beratungsdienstes Baden - Württ.
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 16 -
12/13
13/14
14/15
Wirtschaftlichkeit Mastschweine
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 17 -
Stabilität
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 18 -
Unternehmerhaushalt
Gewinn/Verlust
Unternehmen 1
(Landwirtschaft)
Gewinn/Verlust
Privatbereich
Unternehmen 2
• Entnahmen
(Photovoltaik)
Unternehmen 3
(Biogasanlage)
Gewinn/Verlust
Unternehmen 4
Gewinn/Verlust
(Hofladen)
(Lebenshaltung,
priv. Versicherungen
private Steuern)
• Einlagen
Eigenkapitalentwicklung
Die aufsummierten wirtschaftlichen Ergebnisse der einzelnen
Unternehmen und des Privatbereichs ergeben die
Eigenkapitalentwicklung!
Unternehmensführung in schwierigen
Zeiten, V. Segger
- 19 -
Eigenkapitalentwicklung des Unternehmers/der
Unternehmerin - Beispiel
Gewinn/Verlust
Landwirtschaft
35.000 €
Photovoltaik
12.000 €
Biogas
30.000 €
Hofladen
10.000 €
Summe
87.000 €
5.000 €
private Einlagen
-62.000 €
private Entnahmen
Eigenkapitalentwicklung
30.000 €
Der Unternehmerhaushalt ist um 30.000 €
reicher geworden
(höheres Anlagevermögen und/oder höheres
Barvermögen und/oder weniger Schulden)
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 20 -
Eigenkapitalentwicklung: Beispiel 1
Bilanz am Beginn des Wirtschaftsjahres
Summe Aktiva aller
Unternehmen und des
Privatbereichs
Summe Passiva aller
Unternehmen und des
Privatbereichs
600.000 €
Eigenkapital
500.000 €
Tiervermögen
80.000 €
Fremdkapital
200.000 €
Umlaufvermögen
20.000 €
Summe
700.000 €
Anlagevermögen
Summe
700.000 €
Bsp. 1: wenig investiert, Schulden abgebaut
Bilanz am Ende des Wirtschaftsjahres
Summe Aktiva aller
Summe Passiva aller
Unternehmen und des
Unternehmen und des
Privatbereichs
Privatbereichs
580.000 €
Eigenkapital
530.000 €
Tiervermögen
80.000 €
Fremdkapital
155.000 €
Umlaufvermögen
25.000 €
Summe
685.000 €
Anlagevermögen
Summe
685.000 €
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 21 -
Der
Unternehmerhaushalt
ist um 30.000 €
reicher geworden
Aktiva: -15.000 €
Schulden: -45.000 €
Eigenkapitalentwicklung: Beispiel 2
Bilanz am Beginn des Wirtschaftsjahres
Summe Aktiva aller
Unternehmen und des
Privatbereichs
Summe Passiva aller
Unternehmen und des
Privatbereichs
600.000 €
Eigenkapital
500.000 €
Tiervermögen
80.000 €
Fremdkapital
200.000 €
Umlaufvermögen
20.000 €
Summe
700.000 €
Anlagevermögen
Summe
700.000 €
Bsp. 2: viel investiert, Schulden gestiegen
Bilanz am Ende des Wirtschaftsjahres
Summe Aktiva aller
Summe Passiva aller
Unternehmen und des
Unternehmen und des
Privatbereichs
Privatbereichs
Anlagevermögen
850.000 €
Eigenkapital
530.000 €
Tiervermögen
100.000 €
Fremdkapital
470.000 €
Umlaufvermögen
Summe
50.000 €
1.000.000 €
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
1.000.000 €
Summe
- 22 -
Der Unternehmerhaushalt ist um 30.000 €
reicher geworden:
Aktiva:
+ 300.000 €
Schulden: + 270.000 €
Stabilität
Wie hoch sollte die Eigenkapitalentwicklung im Jahr
sein?
1. Faustzahl:
+ 12.000 €
2. 30% des ordentlichen Ergebnisses:
Wer mehr verdient, ist in der Regel größer und muss
deswegen mehr auf die Seite legen
3. 5% des Fremdkapitals:
In maximal 20 Jahren sollten die Verbindlichkeiten getilgt
werden
Der höchste der 3 Werte ist maßgeblich!
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 23 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 24 -
Liquidität
Liquidität: Kann der Betrieb seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen ?
Beispiel (Monat Februar 2016)
•
–
–
–
•
+2.000 €
Flüssige Mittel (Saldo) am Monatsanfang
Monatliche betriebliche Einnahmen:
•
50.000 kg Milch x 0,30 €
15.000€
•
3 Altkühe x 800 €, 4 Kälber x 150 €
3.000 €
•
Kindergeld
18.300 €
300 €
Monatliche Ausgaben
•
Futtermittel
5.000 €
•
Energie, Tierarzt, Wasser, Sonst.
3.000 €
•
Reparaturen
3.000 €
•
Zinsen, Tilgung
5.000 €
•
Lebenshaltung, private Versicherungen
2.000 €
•
Heizöllieferung
3.000 €
-2.700 €
Monatlicher Fehlbetrag
-700 €
Saldo am Monatsende
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
21.000 €
- 25 -
Einflüsse auf die Liquidität
Außerlandw.
Erwerbseinkommen
Sonstige
regelmäßige
Einkünfte
Gewinn des
Betriebes
Einmalige
Einkünfte
Liquidität
= Zahlungsfähigkeit
Privatausgaben
Ernteerlöse
Tilgung von
Darlehen
Investitionen
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 26 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Gewinn des
Betriebes
•
Erzeugerpreise
•
Betriebsmittelpreise
•
Produktivität
•
Festkosten des Betriebes
Möglichkeiten gering
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 27 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Außerlandw.
Erwerbseinkommen
•
Nicht zu Lasten
– der Produktivität im Betrieb
– der eigenen Gesundheit
– des FamilienZusammenhalts
Möglichkeiten gering
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 28 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Sonstige
regelmäßige
Einkünfte
•
Mieteinnahmen
•
Kapitaleinkünfte
•
Kindergeld
•
Renten
Möglichkeiten gering
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 29 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Einmalige
Einkünfte
•
Auflösung von Versicherungen
•
Maschinenverkäufe
•
Landverkäufe
Möglichkeiten in der Regel
gegeben
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 30 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Ernteverkäufe
•
Ernteverkäufe vorziehen
U.U. können
Preisverbesserungen nicht
realisiert werden
Möglichkeiten in der Regel
gegeben
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 31 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Privatausgaben
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
•
Anschaffungen vermeiden
•
Versicherungscheck
•
„Gürtel enger schnallen!“
Möglichkeiten gering
- 32 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Investitionen
Investitionen vermeiden
– Gebäude
– Maschinen
Möglichkeiten groß
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 33 -
Maßnahmen bei angespannter Liquidität
Tilgung von
Darlehen
Bankgespräch
•
Liquiditätsplan erstellen
– Tilgung aussetzen
– Tilgung strecken
Möglichkeiten prüfen!
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 34 -
Planung der eigenen Liquidität
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 35 -
Planung der eigenen Liquidität
• Wie liquide werde ich in den nächsten Monaten sein?
– Welche Einnahmen erwarte ich?
– Welche Ausgaben erwarte ich?
– Wie wird sich meine Liquidität (Girokonto) entwickeln?
• Orientierungshilfe
– Höhe der Einnahmen und Ausgaben im letzten
Wirtschaftsjahr (aus Buchführung)
• Hilfsmittel der Liquiditätsplanung
– Excel- Anwendung „Liquid“ der LEL:
www.landwirtschaft-bw.info/Dienststellen/LEL/Unsere
Themen/Unternehmensführung/Betriebsanalyse und planung
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 36 -
Liquiditätsplanung mit dem Programm „Liquid“ der LEL
Schritte:
1. Werte des letzten Wirtschaftsjahres
2. Abschätzung der Plandaten des laufenden Wirtschaftsjahres
3. Verteilung der Planwerte auf die einzelnen Monate
Liquiditätsplanung
Achtung: Eingabe erfolgt ohne Vorzeichen
200 Zuchtsauen, 80 ha
monatlich
Unternehmen
Planungsintervall
Planungsjahr
Buchf.
Jahres
2016
2014/15
Plandaten
"noch zu
verteilen"
Jan
Feb
Mrz
Plan
Plan
Plan
Einnahmen
Pflanzenbau
Rinder
Altsauen
120.000
120.000
120.000
15.000
16.000
14.500
1.500
Ferkel
250.000
275.000
257.000
18.000
5.000
5.000
5.000
25.000
25.000
25.000
5.000
5.000
5.000
AZL
FAKT
Betriebsprämie
Sonst Erträge
Forst
Bestandsveränderung + oder - beachten1)
Min./Mehrung, Naturalentn.,
2)
Ertrag
Summe Einnahmen
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
420.000
420.000
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
---------
446.000
- 37 -
426.500
19.500
Liquiditätsplanung mit dem Programm „Liquid“ der LEL
Planungsjahr
Buchf.
Jahres
2016
2014/15
Plandaten
"noch zu
verteilen"
Jan
Feb
Mrz
Plan
Plan
Plan
Ausgaben
Saatgut
-5.000
-5.000
-5.000
Düngemittel
-10.000
-10.000
-10.000
PSM
sonst. Pflanzenproduktion
Zukauf Rinder
-12.000
-5.000
-12.000
-5.000
-12.000
-5.000
Zukauf Schweine
-22.000
-25.000
-25.000
-150.000
-150.000
-137.000
-13.000
-28.000
-30.000
-29.000
-1.000
-4.000
-5.000
-3.000
-2.000
Heizung, Strom, Wasser
-22.000
-20.000
-18.000
-2.000
Diesel
-10.000
-10.000
-10.000
Futtermittel Rinder
Futtermittel Schweine
Tierarzt
Sonstiges Tierproduktion
Lohnarbeit
Personalaufwand, BG
-3.000
-3.000
-3.000
Unterhaltung
-20.000
-20.000
-19.000
Versicherungen
-10.000
-10.000
-10.000
Pacht (Fläche und Quote)
-15.000
-15.000
-15.000
Sonstiger Aufwand
-10.000
-10.000
-10.000
Zinsen
-12.000
-12.000
-11.000
Grundsteuer
-2.000
-2.000
-2.000
Vorsteuer auf Investitionen
-8.000
-8.000
-8.000
-1.000
Materialaufwand
-1.000
AfA gesamt
---------
---------
---------
---------
---------
Mind/Mehrung, Privatanteile2)
---------
---------
---------
---------
---------
-348.000
---------
---------
---------
---------
---------
72.000
---------
---------
---------
---------
---------
Aufwand
Gewinn zur Kontrolle der Eingabe
Summe Ausgaben
Saldo Einn./Ausgaben im Betrieb
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
-348.000
-352.000
-332.000
-20.000
72.000
94.000
758.500
-500
- 38 -
Liquiditätsplanung mit dem Programm „Liquid“ der LEL
Planungsjahr
Buchf.
Jahres
2016
2014/15
Plandaten
Einlagen3)
"noch zu
verteilen"
Jan
Feb
Mrz
Plan
Plan
Plan
Rest
Einlagen aus Privatvermögen3)
Einl. aus nicht selbst. Arbeit
Eink.-Übertragungen u. Sonst.
5.000
5.000
4.600
400
Summe Einnahmen
5.000
5.000
4.600
400
Lebenshaltung
Private Versicherungen (LKK,LAK etc.)
Private Steuern
Langfr. Kapitalanlage (z.B. Lebensvers.)
Sonst. Entnahmen
-24.000
-10.000
-5.000
-3.000
-3.000
-25.000
-10.000
-3.000
-3.000
-4.000
Rest
-23.000
-9.500
-3.000
-3.000
-3.700
Summe Ausgaben
-45.000
-45.000
-42.200
-2.800
-30.000
-25.000
20.000
-30.000
-25.000
-27.500
-25.000
-2.500
-35.000
-55.000 0
-52.500 0
-2.500
-3.000
-1.000
Entnahmen3)
-2.000
-500
-300
Tilgung/Investitionen/Kredite Betrieb
und Privat
Tilgungsverpflichtungen
Investitionen4)
Kreditaufnahme
sonstiges, +/- beachten 5)
sonstiges +/- beachten 5)
Summe Tilgung/Investitionen/Kredite
Saldo
Liquidität (=Kontostand)
-30.400
Aktuelle Liquidität
Kontostand zu Beginn der Planung inkl. Barkasse,
Privatkonten, Tagesgeld etc.
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
-5.400
-25.000
- 39 -
-30.400
-30.400
In welchen Monaten ist die Liquidität besonders
angespannt?
• Verlauf der Einnahmen
– Sehr regelmäßig:
Milchvieh, Ferkelerzeugung, Pensionspferde, Legehennen,
Biogas, Photovoltaik, ???
– Einigermaßen regelmäßig:
Mastverfahren (Rind, Schwein, Geflügel)
– Unregelmäßig:
Pflanzenbau, Ausgleichsleistungen des Staates, Urlaub auf dem
Bauernhof, ???
• Verlauf der Ausgaben:
– Regelmäßig: Tierhaltung
– Unregelmäßig: Pflanzenbau
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 40 -
In welchen Monaten ist die Liquidität eher weniger gut?
Ermittlung meiner Liquidität im Jahr 2015
Kennwort (nur für dieses Blatt):
Kontostand am Ende
des Monats
kurzfrisige
Girokonto Geldanlage
Leo
Summe
Liquidität
Jan 15
5.000 €
5.000 €
10.000 €
Feb 15
2.700 €
5.000 €
7.700 €
Mrz 15
400 €
5.000 €
5.400 €
Apr 15
-1.900 €
5.000 €
3.100 €
Mai 15
-4.200 €
5.000 €
800 €
Jun 15
-6.500 €
5.000 €
-1.500 €
Jul 15
-8.800 €
0€
-8.800 €
Aug 15
-11.100 €
0€
-11.100 €
Sep 15
-13.400 €
0€
-13.400 €
Okt 15
-15.700 €
0€
-15.700 €
Nov 15
-18.000 €
0€
-18.000 €
Dez 15
5.000 €
0€
5.000 €
Dschn. 12
Monate
-5.542 €
2.500 €
-3.042 €
Veränderung Jan.
2015 bis
Dez. 2015
Besonderheiten
Dschn. 3
Monate Quartal
7.700 €
1
800 €
2
-11.100 €
3
-9.567 €
4
Reparatur Schlepper
Betriebsprämie
-3.042 €
niedrige Milchpreise
0€
-5.000 €
-5.000 €
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
- 41 -
„Liquidität geht vor Rentabilität“
wichtiger kaufmännischer Grundsatz
•
Bedeutung
– Können die fälligen Zahlungen nicht mehr geleistet werden, dann ist
die beste langfristige Strategie wertlos
– bei drohenden Zahlungsengpässen muss man bereit sind, weniger
rentable Dinge zu tun, um den Geldfluss aufrecht zu erhalten
Beispiele: vorzeitiger Verkauf von Produkten, Verzicht auf
Grunddüngung, Reduzierung des Viehbestandes
Aber
– über einen längeren Zeitraum hinweg führt mangelnde Rentabilität
zur Liquiditätskrise
– Ist die Liquidität jedoch gesichert, sollte der Fokus auf der
Steigerung der Rentabilität liegen
– Liquidität ermöglicht das Umsetzen rentabler
Unternehmenskonzepte
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
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Langfristige Betriebsentwicklung
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
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Rückstand bei Investitionen
• Messgröße: Veralterungsgrad von Maschinen und
Gebäuden
= Verhältnis Buchwert zu Anschaffungswert
• Bsp.1: 20 Jahre alter Stall
Buchwert
Anschaffungswert
=
66.000 €
200.000 €
= 33%
134.000 €
200.000 €
= 67%
• Bsp.2: 10 Jahre alter Stall
Buchwert
Anschaffungswert
=
Je niedriger der Veralterungsgrad, desto dringlicher
werden Ersatzinvestitionen.
Unternehmensführung in schwierigen Zeiten, V. Segger
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Kriterien für die zukünftige Betriebsentwicklung
Unternehmensbereich
•
Privatbereich
Finanzielle Situation
– Mehrjährige Gewinn- und
Eigenkapitalentwicklung
•
Angemessene
Lebenshaltungsausgaben
•
Angemessene private Absicherung
(Altersvorsorge,
Risikoabsicherung)
•
Tragbare Altenteilslasten
•
Ausbildung der Kinder
•
Abfindung weichender Erben
•
Persönliche (Gesundheit) und
familiäre Voraussetzungen (intakte
Beziehungen)
– Vorhandene Verbindlichkeiten und
Kapitaldienst (Zins und Tilgung)
•
Rückstand bei Investitionen
•
Tragbare Arbeitsbedingungen
•
Wachstumsmöglichkeiten
–
Eignung der Hofstelle für betriebliches
Wachstum
–
Zupachtmöglichkeiten zu angemessenen
Preisen
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